Jahr: 2018

Biologisch düngen…

Wir düngen in unserem Betrieb seit vielen Jahren biologisch und sind da sehr dynamisch. Angefangen hat alles mit Champost (Champignonerde), die wir aus Holland bezogen haben. Es ist ein Gemisch aus Pferdemist, Hühnertrockenkot, Stroh und Torf, was mit dazu beigetragen hat, dass wir den Humusgehalt im Verlauf der Jahre von 1,8% auf jetzt 2,3% erhöht haben. Klingt wenig, ist aber viel, wenn man den Unterschied in Prozent ausrechnet. Aber wer beherrscht heute noch die Prozentrechnung… Für den Champost haben wir damals bezahlt. Er wurde an den Feldrand gebracht und vom Lohnunternehmer aufgeladen und gestreut, was wir auch bezahlt haben. Das Gute am Champost: er hat eine langsame Umsetzung beim Stickstoff, weshalb er sich gut für den Humusaufbau eignet. Gleichzeitig ist es aber auch ein Nachteil, weil man damit im aktuellen Jahr nur wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff hat. Wir sind jetzt auf Gärsubstrat vom Niederrhein umgestiegen. In die Biogas-Anlage kommt vor allem Mais, Geflügelmist, Rinder- und Schweinegülle. Die Analyse stammt aus einem akkreditierten deutschen Labor und bekomme ich gleich mitgeliefert, so dass ich ausrechnen kann, was ich eventuell …

Jetzt doch: Frontal 21 und die Dürre

Nachdem der Beitrag letzten Dienstag verschoben wurde, kommt er nun heute. Wenn ich die Ankündigung lese, bin ich sehr gespannt, wie der Grundtenor des Beitrages lauten wird. Sehr hoffnungsvoll bin ich da nicht. Hoffentlich werden meine Aussagen auch in den richtigen Kontext gesetzt. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-28-august-2018-100.html Bildquelle: ZDF

Ich komm mit in die Utopie…

Anke ist die „Schäferin vom Hof „und ist mir durch den nachfolgenden Kommentar auf den Beitrag „Oh, Olaf“ aufgefallen. Sie macht all das, wie in den Augen (oder auch Träumen) unsere Gesellschaft Landwirtschaft aussehen sollte. Sie beschreibt darin wunderbar die Diskrepanz zwischen dem Wunsch des Bürgers und dem Verhalten des Konsumenten. Und leider auch ihren Frust. (www.weidenhof.de) Oh ja! Ich komm auch mit in diese freundliche Utopie-Welt, wenn uns jemand den Weg zeigen mag. Ich kann vieles unterstützen, was die (alten) Landwirte sagen. Ich bin Öko-Schäferin, mit kleiner Herde, vom Aussterben bedrohte Schafrasse, solidarischer Landwirtschaft, nachhaltiges Wirtschaften, blabla. Also alles, was das “NABU- und Grünen-Herz” begehrt. Das Fazit nach sechs Jahren? Jetzt wo auch noch der Wolf dazukommt, höre ich auf, Fleisch zu produzieren. es rechnet sich nicht. Der Verbraucher ist kaum bereit, diese anspruchsvolle Produktion zu zahlen, meine “Ideologie” (der Wunsch, Natur zu bewahren und schützen) gibt mir Kraft. Aber auch meine Batterien sind irgendwann erschöpft und ich bin es leid, dass ganz viele Menschen auf unseren Hof kommen, uns lobhudeln und letztlich keiner …

Risiko!!

Wir haben heute Mittag mit der Raps-Aussaat begonnen. In der Nacht hat es satte 5 (fünf) Millimeter geregnet, vor zwei Tagen 2 mm. Es staubt jetzt nicht mehr so arg. Wir säen in die Weizenstoppeln, die wir vor etwa 10 Tagen gegrubbert (d.h. auf ca. 10 cm gelockert) haben. Obwohl kein Regen gefallen ist, ist der Ausfallweizen aufgelaufen. Noch einmal grubbern wollten wir nicht, weil dann die wenige Bodenfeuchte gleich wieder weggewesen wäre. Das heißt, dass wir das neu auflaufende Ausfallgetreide dann chemisch (also mit einem „Pestizid“)  beseitigen müssen. Das haben wir bisher noch nie gemacht, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das ist eben Praxis! Übrigens: Pflügen ist für uns keine Alternative, weil wir dann den staubtrockenen Boden nach oben geholt und das unverrottete Stroh nach unten gebracht hätten. Bei unserer Mulchsaat haben die Regenwürmer wieder was zu tun. Wenn es denn mal regnet… Warum Risiko? Die Bodenfeuchte könnte soeben ausreichen, um den Raps zum Keimen zu bringen. Wenn dann aber kein weiterer Regen fällt und sich erneut ein Hochdruckgebiet mit höheren Temperaturen und ohne Niederschlag festsetzt (leider …

Wo kommen all die Schwalben her?

Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht: seit zwei Wochen beobachte ich im Feld und auf unserem Hof so viele Schwalben wie schon lange nicht mehr. Dabei haben wir kein Vieh und erst recht keinen Misthaufen. Stundenlang fliegen sie ihre akrobatischen Kurven am Himmel, mal dicht am Boden, mal hoch am Himmel. Dort finden sie ihre Beute, die Insekten. Auch von denen finde ich dieses Jahr sehr viele. Kohlweißlinge fallen mir aufgrund der Farbe besonders auf, aber auch viele andere Schmetterlinge. Seit Monaten bevölkern sie unseren Garten und die angrenzenden Felder. In der Blühwiese, die wir angesät haben, halten sich Honigbienen, Wildbienen und Hummeln auf. Gerade die Hummeln bestäuben immer noch fleißig unsere Zucchini. Und dann sind da noch die auffallend vielen Wespen. Ich musste neulich beim Pflaumen pflücken höllisch aufpassen. Zwei Wespenstiche habe ich dieses Jahr schon gehabt und die waren nicht ohne. Nicht nur  die Stiche waren schmerzhaft sondern auch die Lymphknoten taten lange weh. Doch zurück zu den Schwalben. Weiß jemand, warum die gerade dieses Jahr so zahlreich sind? Wer hat noch Beobachtungen von Schwalben …

Wetterkapriolen

Zum Abkühlen passt diese Mail, die wir heute aus Südtirol bekamen. Guten Tag, Als fleißiger Blogbesucher von Euch, mal eine kleine Abwechslung. Anbei ein Foto vom ersten Schnnee heute 26.08.18 Der Hanf warten auf den Drusch, dem Silomais wird heute der erste Frost heimsuchen. Der Schnee im Hintergrund Riesenfernergebiet reichte heute bis auf 1700 Meereshöhe herab, im Dolomitengebiet Drei Zinnen auf 1300 mt. Schönen Gruß aus Südtirol

Brief eines Vaters an seinen Sohn

Mein lieber Sohn Bald ist es soweit. Du wirst in meine Fußstapfen treten und den Betrieb weiterführen. Ein seltsamer Moment, genau so, wie vor über dreißig Jahren, als ich derjenige war, der in von seinem Vater, deinem Großvater übernommen habe. Und wahrscheinlich geht es Dir wie mir: da ist zum einen die Freude, jetzt selbst etwas eigenverantwortlich gestalten zu dürfen, auf der anderen Seite aber auch der Respekt vor der großen Aufgabe. Genau so war es bei mir auch. Ich will Dir keine guten Ratschläge geben, aber doch ein paar Hinweise, die Du annehmen kannst oder auch nicht. Ich überlasse es Dir. Sei immer Du selbst. Spiele keine Rolle, mache Dir und anderen nichts vor. Auch dann nicht, wenn es mal nicht gut läuft. Mach das, was Du für richtig hältst. Ja, wir hatten und haben unterschiedliche Auffassungen von manchen Dingen, aber das ist gut so. Wir werden uns sicherlich noch so manches Mal streiten. Aber jedem von uns geht es um den richtigen Weg, weil wir uns im Ziel einig sind. Die Zeiten sind …

Humus aufbauen, Fruchtfolge auflockern, Nährstoffe fixieren…

…sind nur einige Ziele, die wir mit der Saat von Zwischenfrüchten erreichen wollen. Ein weiterer Grund ist die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, damit ich die EU-Ausgleichszahlungen erhalte. Wir Bauern bekommen nämlich die „Subventionen“ nicht ohne erhebliche Auflagen „vorne und hinten reingeschoben“. Der Cross- Compliance-Katalog umfasst rund 100 Seiten… Aber auch ohne „Subventionen“ würde ich die Zwischenfrucht säen, weil ich die in der Überschrift genannten Ziele schon seit Jahrzehnten verfolge. Und dass mache ich auch ohne den Ratschlag von Anton Hofreiter und Co. und obwohl ich ein Vertreter der konventionellen Landwirtschaft bin.  Auch ich arbeite biologisch und habe die Zwischenfrucht mit einer kleinen Gabe an organischem Dünger versehen. Übrigens bekämpft der Ölrettich die Nematoden (Rübenzystenälchen) auch biologisch. Nennt man/frau „Fangpflanzenmethode“. Mehr Bio geht kaum. In diesem Jahr ist der Anbau der Zwischenfrüchte eine besondere Herausforderung, weil es staubtrocken ist. Wir hoffen, dass der vorhergesagte Regen auch kommt. Es müssten aber mindestens 5 bis 10 mm sein, damit die Saat auch keimen kann. Und besonders nach der Keimung muss es weiter feucht bleiben, sonst war der ganze Aufwand „für die Katz“ und wir …

Hobby-Agrarwissenschaftler

Am 22.8. hat Frau Slomka die Landwirtschaftsministerin Klöckner interviewt. Besonders aufgefallen ist mir das Statement von Frau Slomka ab Minute 4:20 https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/hilfe-nicht-in-vollkaskomanier-100.html Sie sagt dort: “ (die Landwirtschaft) wird ja überwiegend nach wie vor konventionell betrieben. Mit Massentierhaltung, mit eher einer Tendenz zu Monokulturen und zu sogenanntem Hochleistungsgetreide, das eben auch besonders temperaturanfällig ist. Müsste man da nicht stärker umsteuern? Das klingt jetzt bei Ihnen ein wenig so, als wäre das alles ganz in Ordnung“. Ich wäre bei einer solchen Aussage wahrscheinlich aus der Rolle gefallen. Meiner Meinung nach hat Frau Klöckner sehr gut und ausgewogen geantwortet. Ich habe in diesem Interview viel über Kommunikation gelernt. Euer Bauer Willi Bildquelle: ZDF     Und hier noch ein Agrarexperte. Stellungnahme vom 22.8.2018. Dazu sage ich aber nichts. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren  

Die WDR-Beiträge vom 22.08.2018

Wer es nicht gesehen hat, hier der Beitrag von 18:45 Uhr bei aktuelle Stunde. Leider wurden einige „knackige“ Sätze nicht übernommen. Geht aber so in Ordnung. https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-erntebilanz—gibts-duerre-hilfen-fuer-die-bauern-100.html Jetzt noch der Beitrag von WDR aktuell zur Dürre-Hilfe. Leider fehlt auch hier der Satz, den ich gerne im Beitrag gesehen hätte und der lautet „Was mir gewaltig auf den Zeiger geht ist die Tatsache, dass jetzt alle auf der Dürre ihr ideologisches Süppchen kochen“ Ansonsten bin ich zufrieden weil nichts verdreht wurde. Und das ist nicht selbstverständlich… https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr-aktuell/video-bundes–und-landesregierung-beschliessen-finanzhilfen-fuer-bauern-100.html