Monate: März 2018

Julia Klöckner´s Bruder

Bin wieder von Berlin zurück, wo gestern das zweite Treffen des Praktikernetzwerk war. Die neue Ministerin wird dieses Projekt fortsetzen. Sie kommt von einem Weinbaubetrieb und auch ihr Bruder fragt sich, wie die ganze Dokumentation noch geleistet werden soll. Doch das war nur eine Frage, die wir diskutiert haben. Jetzt mache ich mich mal dran, meine Eindrücke aufzuarbeiten. Demnächst hier mehr dazu. Nur so viel sei schon gesagt: Der Aufwand der Reise nach Berlin hat sich aus meiner Sicht gelohnt. Euer Bauer Willi 0

Was wäre wenn Bio giftiger wäre als Chemie?

Vorsicht! Gift! Biologisches Gift. Aber von natürlichem Gift zu sterben ist ja viel schöner… Und bevor hier wieder gemeckert wird: Vince Ebert ist Kabarettist…Wissenschafts-Kabarettist… http://www.spektrum.de/kolumne/was-waere-wenn-bio-giftiger-waere-als-chemie/1548567 0

Schäferei retten

Ich bin kein großer Freund von Online-Petitionen. Bei dieser habe ich mitgemacht. Nicht zuletzt, weil ich selber davon profitiere, dass der Berufsschäfer mit seiner Herde unsere Zwischenfrucht abgeweidet hat. Also ganz praktische Überlegungen und nicht wegen der Idylle. https://www.change.org/p/rettet-die-letzten-sch%C3%A4fer-innen-deutschlands-ein-traditionsberuf-am-ende-sch%C3%A4fereiretten 0

Besser einkaufen (Buchbesprechung)

Aktuell, im Februar 2018 ist das Buch „Besser einkaufen“von Katarina Schickling erschienen. Ich kenne sie ja persönlich (von ZDF Zoom) und bin nicht immer ihrer Meinung. Deshalb war ich sehr gespannt. Zunächst ist da der Untertitel: „Der Lebensmittel-Ratgeber für kritische Verbraucher“. Beim Begriff Ratgeber runzele ich meist die Stirn, denn davon gibt es ja reichlich. Doch mit diesem Buch kann ich was anfangen, denn ich erfahre dort in sehr komprimierter Form (rund 200 Seiten) sehr viel über die Herstellung unserer Lebensmittel, den Lebensmittelmarkt und die Lebensmittelindustrie. Das Kapitel „Die ungute Macht der Handelsketten“ habe ich ebenso verschlungen wie „Wie geil ist Geiz?“. Auch deshalb, weil hier eine Lanze für die Bauern gebrochen wird, die unter dem Preisdiktat der vier großen Ketten meist nur durch noch niedrigere Stückkosten reagieren können. Und das hat Folgen. Im weiteren Verlauf geht Katarina Schickling auf die Begriffe regional und bio ein. Es ist schon merkwürdig, was sich alles regional und bio nennen darf. Regionale Alpenmilch aus Polen zum Beispiel. Sie schreibt auch offen, dass Bio nicht immer anders schmeckt oder …

Mehr Bio geht nicht!!

Es geht jetzt nicht um Bio-Landwirtschaft sondern um Wildschweine. Die dürfen frei herumlaufen, ernähren sich garantiert gentechnikfrei, garantiert regional und garantiert ohne Soja aus Südamerika. Und wachsen garantiert ohne Tierarzt auf. Alles Kriterien, die der Verbraucher sich so sehr wünscht. Mehr Bio geht nicht! Und jetzt kommt der Hammer! Billig ist es derzeit auch noch! Da müsste es doch eigentlich der Hit in jedem Supermarkt sein. Doch weit gefehlt: in unserem Dorf ist es in keinem Supermarkt erhältlich und auch in der nächstgrößeren Stadt: Fehlanzeige. In den Kühltheken ist kein Wildschwein zu entdecken. Doch wo landet das? Hier ein Artikel dazu: https://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/wildschweinfleisch-im-ueberangebot-zum-abdecker-und-nicht-auf-den-teller-id18863161.html Auch der bayrische Rundfunk hat sich mit dem Thema „Fleisch vom Wild“ beschäftigt. Der vierminütige Bericht klärt sehr gut auf. Unter anderem auch darüber, warum es ohne Jagd nicht geht. Und schließlich die Frage beantwortet, wie Fleisch vom Wild zum Kunden kommt. Für Nordrhein-Westfalen habe ich dieses Portal gefunden. https://www.wildgenuss-nrw.de/ Wenn ihr weitere Adressen kennt,  schreibt die bitte in die Kommentare. Auch gerne von einem Landmetzger und bitte mit Ort und Postleitzahl. Mag sein, dass ich …

Die Wiederentdeckung der Heimat

Hier ist der Alois. Ich reibe mir verwundert die Augen. Denn wir haben in Deutschland nun ein „Heimat-Ministerium“. Ich frage mich, was das nun soll mit der neuen „Heimat-Politik“? Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, wenn die Heimat sozusagen wiederentdeckt wird. Denn als Bauer  ist mir die Heimat sehr wichtig. Schließlich ist mein Bauernhof immer noch die Heimat meiner Familie. Die „Huimat“ (Allgäuer Begriff für Heimathof) zu bekommen, bedeutet eine Existenz zu haben – und auch die soziale Anerkennung in Dorf und Region. Diesen Heimat-Sinn haben nicht nur Bauern, sondern alle Menschen, weil wir alle nach Besitz, Anerkennung und Sicherheit streben. Das für mich dann auch die Definition für Heimat: Da wo ich eine wirtschaftliche Existenz habe und anerkannt bin! Doch meine bäuerliche „Huimat“ und viele andere Höfe verloren durch Agrarpolitik, Fortschritt und Globalisierung ihr traditionelles Existenzrecht: Wir Bauern nennen dies lapidar Strukturwandel – oder „Wachsen oder Weichen“! Das gilt aber auch für unsere ganze Volkswirtschaft. Produktivität steigern, massenhaft produzieren und immer billiger. Und dann Exportweltmeister werden, um aus fernen Ländern wachsende Gewinne zu holen. Damit …

Der Vulkanausbruch

Eine Reportage aus der Zukunft Mittlerweile hat sich das Weltklima wieder einigermaßen normalisiert. Was war geschehen? Nachdem im April 20xx der Tambora auf Indonesien wieder einmal kurz ausgebrochen war, rechnete niemand damit, dass kurze Zeit später eine gewaltige Explosion fast den halben Berg in Stücke riss und über einen Monat lang nie dagewesene Mengen an Asche ausstieß. Diese Aschewolken reichten bis in 12.000 m Höhe und verteilten sich von dort um den gesamten Erdball. Wenige Tage nach der Eruption kam der gesamte Flugverkehr weltweit zum Erliegen. Wenig später brachen auch die Börsen ein, weil die Versorgung wichtiger Industrien nicht mehr gesichert werden konnte. Auch in den Supermarktregalen war die plötzliche Verknappung der Versorgung zu spüren. Weil nun Regalplätze leer blieben, begannen die Menschen, Lebensmittel zu horten. Vor den Geschäften bildeten sich innerhalb weniger Tage lange Schlangen, teilweise nahmen die Menschen Urlaub, um sich einen Vorrat anzulegen. Doch das war erst der Anfang. Durch die Aschewolke, die den gesamten Erdball umspannte, wurden die Tage zunehmend kälter. Im Juni setzte dann auf der Nordhalbkugel Dauerregen ein, der …

Race to feed the world

…so lautet der Titel einer Reihe, in der der Journalist Jan Grossarth und andere von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Jahr lang über Themen rund um die Welternährung schreiben. Neben statistischen Daten findet man auf der Startseite eine Reihe von interessanten Artikeln rund um Landwirtschaft und Ernährung. Lesenswert! http://www.faz.net/aktuell/race-to-feed-the-world/ 0

Meinungen zur Landwirtschaft

Im Dezember 2017 hat die EU-Kommission rund 20.000 Bürger in der EU, davon rund 1.600 Deutsche in persönlichen Interviews zu Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung befragt. Ich habe mal ein paar Daten selektiert, die ich für besonders interessant halte. „Was sollten Ihrer Ansicht nach die zwei wichtigsten Aufgaben von Landwirten in unserer Gesellschaft sein?“ Folgende Antworten wurden von deutschen Bürgern gegeben (in Klammern die Angaben der EU-Bürger). Bereitstellung sicherer und gesunder Lebensmittel von hoher Qualität         55%  (55%) Gewährleistung des Wohlergehens von Nutztieren                                             33%  (28%) Umweltschutz und Bekämpfung des Klimawandels                                            33%  (25%) Das Leben auf dem Land fördern und verbessern                                                11%  (17%) „Haben Sie schon einmal etwas von der Unterstützung gehört, die die EU Landwirten im Rahmen ihrer Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bietet?“ Ja und ich kenne die Einzelheiten                                                 10%  (10%) Ja, kenne aber die Einzelheiten nicht genau                                63%  (57%) Nein, habe ich noch nie von gehört                                              25%  (32%) „Finden Sie, dass die Unterstützung zu niedrig, angemessen oder zu hoch ist?“ Zu niedrig                                                                          16%  (26%) Angemessen                                                                      46%  (45%) Zu …