Jahr: 2016

Ökoroutine

„In zwanzig Jahren 100% Biohaltung“ so lautet die Überschrift über einem Interview mit MIchael Kopatz vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie. Und noch ein interessanter Satz: „Nehmen Sie die Ernährung: Nur die Eliten können sich Bio leisten“. Diesen anscheinenden Widerspruch will er auflösen. Wie? Das könnt ihr hier lesen. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/oekologie-klimawandel-umwelt-umweltschutz-generationen-tierhaltung-interview/komplettansicht

Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif…

Dieser Artikel setzt sich mit dem umstrittenen Schnäbelkürzen auseinander. Auch wenn die Überschrift des Link unten etwas reißerisch klingt: er beschreibt recht ausgewogen die Einigung, die in Hessen zwischen Politik und Geflügel-Branche erzielt wurde und die Auswirkungen. Sowohl für das Tier als auch für den Verbraucher. Zum Hintergrund: Hühner haben offensichtlich die Angewohnheit, ihre Rangordnung durch gegenseitiges Bepicken zu regeln, vor allem dann, wenn sie sich ihre Nahrung nicht mehr selber suchen sondern gefüttert werden. Um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig totpicken, werden die Schnäbel kupiert. Dies soll nun nicht mehr stattfinden. Keiner der Verhandlungspartner weiß jedoch, ob die Sterblichkeitsrate jetzt nicht wieder ansteigt. Als sicher gilt jedoch, dass der Preis pro Ei für den Konsumenten um 2-3 Cent oder mehr ansteigen wird, weil auch andere Haltungsbedingungen notwendig sind, die bezahlt werden müssen. Wie dieser Mehrpreis im Markt umgesetzt werden soll bleibt offen. Ob das jetzt für alle eine Verbesserung ist? Eine schwierige Entscheidung. Was meint ihr? Bitte erst lesen und dann kommentieren. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/weniger-quaelerei-in-hessischer-massentierhaltung-14380206.html  

Es geht nicht nur um Glyphosat…

Wenn ich in einer Runde von „normalen“ Menschen zu erkennen gebe, dass ich Bauer bin, dauert es nicht lange, bis das böse Wort fällt: GLYPHOSAT. Und dann geht die Post ab. Dass das ja eine Sauerei ist, dass das überhaupt noch zugelassen ist, dass man das ja jetzt überall findet, in der Muttermilch, im Bier, ja sogar im Urin. Dass das krebserregend ist und man es schon im Grundwasser findet. Das geht ja gar nicht. Eigentlich gehöre so was sofort verboten, aber Monsanto und all die anderen Chemie-Riesen stecken ja bekanntlich  mit der Politik unter einer Decke und man könne den Verdacht haben, dass auch die Behörden geschmiert werden. Und dass mit den Studien sei ja auch alles getürkt, es gäbe ja genügend ordentliche Studien von Greenpeace und Foodwatch, die das Gegenteil beweisen würden. Das ist jetzt nur ein kleiner Ausschnitt von Kommentaren, die Liste ist bei weitem nicht vollständig. Und da stehe ich da, höre mir das alles an, und müsste eigentlich zu mir sagen: Willi, was bist Du doch für ein schlechter Mensch. Weil ich ja auch …

Bio kaufen ist gut für’s Gefühl

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Ich bin Ihr Bauer

Ich bin Bauer. Der Bauer, der Ihre Lebensmittel macht. Und ich habe ein Problem mit Ihnen. In unserer Beziehung von Erzeuger und Verbraucher stimmt was nicht mehr. Und vielleicht haben Sie das auch schon bemerkt. Dass Sie die Lebensmittel möglichst billig einkaufen wollen, weiß ich ja. Vielleicht können Sie auch nicht anders, weil Ihnen sonst zu wenig zum Leben bleibt.  Aber Deutschland hat ja nicht nur Niedriglohnempfänger. Wenn Ihnen Lebensmittel etwas wert wären, würden Sie auch nicht so viel wegwerfen. Und das Sie immer auf alles mögliche achten? Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich dann doch für das billigere Produkt. Gut, die Discounter verkaufen jetzt auch Markenprodukte. Dafür gehen die Supermärkte mit ihren Eigenmarken jetzt auch in Richtung Billigware, um ihre Marktanteile nicht zu verlieren. Alles nichts Neues, alle drücken den Preis beim Erzeuger so weit wie es geht. Macht ja jeder so und wer da nicht mitkommt,  muss halt aufhören und ist selber schuld. Auch wenn es sich etwas merkwürdig anhört: Das ist für mich als Bauer nicht das ganz große Problem. Womit ich nicht mehr zurechtkomme sind die Ansprüche, die …

Lieber Herr Kieling

Lieber Herr Kieling, In Ihrem Video vom 5. August zum Thema Glyphosat laden Sie dazu ein, unsere Meinung kundzutun.Sie sind Berufsjäger, ich bin Berufslandwirt, wir haben also beide mit der Natur zu tun, reden also auf Augenhöhe.Gut, von der Jagd habe ich jetzt nicht viel Ahnung. Darum rede ich da jetzt auch nicht mit…. Vom Ackerbau aber schon, denn den habe ich gelernt und da kann ich mitreden. Ich bin übrigens, wie Sie es im Video so schön sagen, ein „ganz normaler“ Landwirt. Sehen Sie sich doch bitte an, was ich zu sagen habe. Würde mich freuen, wenn wir danach weiterreden könnten. Nur im Dialog kommen wir weiter. Ihr Bauer Willi aus dem Rheinland Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Feldbegang am 6. August 2016

6. August und der erste trockene Tag seit langem. Die Weizenernte geht vielleicht morgen weiter. Daher säen wir heute Zwischenfrucht, in Vorbereitung für die nächste Ernte 2017. Hier kommt Ölrettich in die Erde, der als Fangpflanze für Nematoden dient. Das nennt man biologische Bekämpfung. Wir machen das in unserem Betrieb seit Jahrzehnten. Wir Bauern haben quasi das „Greening“ erfunden. Lange bevor ein paar superschlaue Politiker auf die Idee gekommen sind… Und wir werden das auch weiterhin machen, auch wenn die jetzigen Politiker in Rente sind. Oder eine andere Partei mal wieder das Rad neu erfindet. 😉 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen