Bauer Willi
Kommentare 42

Es geht nicht nur um Glyphosat…

Wenn ich in einer Runde von „normalen“ Menschen zu erkennen gebe, dass ich Bauer bin, dauert es nicht lange, bis das böse Wort fällt: GLYPHOSAT. Und dann geht die Post ab. Dass das ja eine Sauerei ist, dass das überhaupt noch zugelassen ist, dass man das ja jetzt überall findet, in der Muttermilch, im Bier, ja sogar im Urin. Dass das krebserregend ist und man es schon im Grundwasser findet. Das geht ja gar nicht. Eigentlich gehöre so was sofort verboten, aber Monsanto und all die anderen Chemie-Riesen stecken ja bekanntlich  mit der Politik unter einer Decke und man könne den Verdacht haben, dass auch die Behörden geschmiert werden. Und dass mit den Studien sei ja auch alles getürkt, es gäbe ja genügend ordentliche Studien von Greenpeace und Foodwatch, die das Gegenteil beweisen würden.

Das ist jetzt nur ein kleiner Ausschnitt von Kommentaren, die Liste ist bei weitem nicht vollständig. Und da stehe ich da, höre mir das alles an, und müsste eigentlich zu mir sagen: Willi, was bist Du doch für ein schlechter Mensch. Weil ich ja auch Glyphosat einsetze.

Mittlerweile habe ich mir abgewöhnt, auf all diese Einwürfe zu antworten, weil das sinnlos ist. Mein Gegenüber wiederholt ja nur das, was er in den Medien gesehen, gehört oder gelesen hat. Einen fundierten wissenschaftlichen Hintergrund hat er in den meisten Fällen nicht, woher auch. Keiner, nicht mal ich selbst, habe alle Studien und Gegenstudien gelesen, weil deren Zahl in die Hunderte, vielleicht sogar Tausende geht.

Und trotzdem rede ich mit meinem Gegenüber weiter. Ich frage ihn, ob es nicht so ist, dass er eigentlich keine „Pestizide“ in seinen Lebensmitteln haben will. Sofort kommt ein heftiges Nicken. Und schon sind wir weg vom „bösen“ Glyphosat und auf der nächsten Ebene, den Pflanzenschutzmitteln im Allgemeinen. Davon würde ja überhaupt zu viel gespritzt und gesprüht, aber das läge ja wohl auch an den vielen Monokulturen und man sähe ja überall nur noch Mais, wahrscheinlich sogar gentechnisch verändert. Und da käme ja auch viel zu viel Gülle drauf, und das Nitrat käme dann ins Grundwasser und das würden wir dann mit dem Trinkwasser aufnehmen und uns so quasi vergiften.

So, jetzt habe ich aber mein Fett wegbekommen! Jetzt könnte ich ja losballern, und mein ganzes Fachwissen aus 40 Jahren praktischer Landwirtschaft, aus Artikeln und Berichten, aus Faltblättern und Faktenchecks abschießen. Mach ich aber nicht. Warum? Weil das nichts bringt.

Mein Gegenüber signalisiert mir mit all diesen Vorwürfen eigentlich nur eines: ich bin verunsichert, ich mache mir Sorgen und ich habe vielleicht sogar Angst. Und das alles sind Gefühle. Gegen Gefühle helfen aber keine Fakten. Hatten Sie als Kind vielleicht auch Angst, durch einen dunklen Keller zu gehen? Bei mir war das so. Und was hilft gegen Angst vor dem dunklen Keller? Das Licht anmachen!

Doch was mache ich? Ich antworte nicht, sondern stelle ihm Fragen.  Die erste Frage: Gut, ich habe Sie jetzt lange reden lassen  und wüsste jetzt gerne von Ihnen, wie denn die Alternativen aussehen? Jetzt muss mein Gegenüber nachdenken. Darauf gibt es jetzt im Wesentlichen zwei mögliche Antworten. Erstens: das weiß ich doch nicht, ist doch nicht mein Job darüber nachzudenken. Da könnte man jetzt nachhaken und fragen, wessen Job das denn sei (meistens kommt da: die Politik) Die zweite Antwort könnte lauten: weniger spritzen und nicht so viel düngen. Damit kann ich jetzt als Bauer was anfangen. Und ich frage weiter: was denn seiner Ansicht nach passieren würde, wenn ich weniger spritze oder dünge? Jetzt muss mein Gegenüber wieder nachdenken, kommt aber, wenn er ehrlich zu sich selbst ist, zu dem Schluss, dass ich dann weniger Ertrag hätte. Da stimme ich ihm zu, frage ihn dann aber, ob es nicht besser wäre, überhaupt keine „Pestizide“ einzusetzen? Da kommt dann sofort Zustimmung und ich merke, dass ich ihm so langsam symphatisch werde, weil ich ihn offensichtlich verstehe, seine Sorgen und Ängste ernst nehme.

Tja, sage ich, das können Sie haben. Kaufen Sie ganz konsequent nur Bio-Produkte, da sind in der Regel keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel drin. Da wird zwar auch gegen Krankheiten und Schädlinge gespritzt, aber die Mittel gelten als unbedenklich.

Und genau jetzt beginnt etwas Interessantes: mein Gegenüber beginnt, sich zu rechtfertigen. Ja, er würde sehr auf gute Qualität achten, er würde im Supermarkt auch bestimmte Produkte in Bio-Qualität kaufen, in letzter Zeit auch weniger Fleisch essen (was ich überhaupt nicht wissen wollte) und er würde auch sehr auf Regionalität achten (was ich auch nicht wissen wollte). Ja, sage ich , dass habe ich jetzt verstanden, aber so richtig konsequent, alle Produkte nur im Bioladen, von einem anerkannten  Verband wie Demeter, Bioland oder Naturland, die kaufen sie dann doch nicht, oder? Tja, sagt mein Gegenüber, das wäre ja nicht gerade billig und ein wenig müsse er ja schon auf seinen Geldbeutel achten.

Und jetzt sage ich nichts, sondern schaue ihn nur lange schweigend an. Und er weicht meinem Blick aus. Und so langsam dämmert es ihm: es geht bei dieser Diskussion eigentlich nicht nur um Glyphosat…

Euer Bauer Willi

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42 Kommentare

  1. stefan sagt

    und was machen BIO Landwirte ohne Glyphosat? Die Verantwortung kann man tatsächlich immer dem Verbraucher zuordnen, ist auch immer das einfachste

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  2. Robbie sagt

    Stimmt, denn „Es geht nicht nur um Glyphosat…“ sondern um die gesamte korrupte Lobbyarbeit, die deutsche und US Konzerne seit Jahrzehnten betreiben, egal ob es Banken, Energiebetreiber, Autobauer oder Chemie- und Pharmakonzerne sind.

    Einfach mal in den Mediatheken von ARD und ZDF nach dem Begriff “Lobby” suchen.

    Und während die öffentlich-rechtlichen Medien, wie ARD FAKT, MONITOR, Frontal 21 und Co in den späten Abendstunden schon seit Jahrzehnten über diese korrupten Strukturen aufklären, bekommen diese Aufklärungen nun mit dem Internet und den Sozialen Medien eine neue Dimension und werden endlich von einer breiten Öffentlichkeit gehört.

    „man könne den Verdacht haben, dass auch die Behörden geschmiert werden“

    Das sind keine Verdächtigungen, sondern von zahlreichen Medien belegte Erkenntnisse.

    Die nötigen Belege finden sie hier:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/lobbying-wie-genmais-gigant-monsanto-politik-macht-a-482238.html

    
http://www.wiwo.de/technologie/green/living/enthuellungsbericht-chemiekonzerne-verhindern-kritische-pestizid-studie/13551118.html

    http://www.ardmediathek.de/tv/FAKT/Glyphosat-Gremium-unter-Industrieeinflus/Das-Erste/Video?bcastId=310854&documentId=35696344

    „Und dass mit den Studien sei ja auch alles getürkt, es gäbe ja genügend ordentliche Studien von Greenpeace und Foodwatch, die das Gegenteil beweisen würden.“

    Dass Monsanto zahlreiche Studien in den letzten 80 Jahren gefälscht hat, siehe PCB, Agent Orange, Posilac und Glyphosat ist belegt und wurde von US Behörden bereits bestraft bzw. Monsanto wird dafür gerade verklagt.

    Es sind nicht nur „ordentliche Studien von Greenpeace und Foodwatch,“ sondern hunderte Studien von unabhängigen Wissenschaftlern, die eben nicht von Monsanto bezahlt wurden, wie ich bereits hier in verschiedenen Kommentaren aufgelistet habe:

    https://www.bauerwilli.com/andreas-kieling-erklaert-glyphosat/

    Die Angst vor Glyphosat ist nicht nur ein Gefühl sondern das Ergebnis von Aufklärung.

    Die erfolgreichen Alternativen zeigen tausende von erfolgreichen Bio-Landwirten.

    Und wenn sie dem Verbraucher vorwerfen, dass er nicht konsequent auf Bio-Qualität achtet, hat das damit zu tun, dass sich die Landwirte u.a. von den Discountern in einen Preiskampf begeben haben, bei dem die Landwirte und die Verbraucher verlieren. Nur die Discounter gewinnen dabei.


    D.h. die Verbraucher sind preisgesteuert, weil sie während der Industrialisierung verlernt haben, die Qualität von Lebensmitteln zu erkennen und zu schätzen.

    Zudem glauben die Landwirte den naiven Versprechungen der Politiker, wie zu letzt Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der für die Bauern die Milchquote vollmundig abschafft und den Landwirten mit TTIP und CETA eine rosige Zukunft des grenzlosen Exports und Geldvermehrung versprochen hat.

    Das sind Milchmädchenrechnungen, deren Rechnung nur der Steuerzahler wieder mit 100 Mio. Euro bezahlen muss zur Rettung der Milchbauern.

    Und das passiert nicht zum ersten Mal 2016, sondern alle Jahre wieder.

    Und was lernen Politiker, Landwirte daraus nichts.

    Das heißt, die Landwirte sind gefangen zwischen einem tödlichen Preiskampf, bei dem die Menschen den Wert von Lebensmittel nicht mehr kennen und schätzen, krank werden, und viele kleine Bauern dadurch in den wirschaftlichen Ruin getrieben werden.

    Und auf der anderen Seite sind die Landwirte gefangen von den falschen Versprechungen von Politikern und Chemiekonzernen, wie BAYER, BASF und Monsanto, die ebenfalls grenzenlose Ertragssteigerung und Effizienssteigerung mit Chemiecocktails und Gentechnik propagieren, die aber nur wenige Großbauern und Konzerne reich aber sehr sehr viele Landwirte arm machen.

    Die Folgekosten der Schädigungen durch die 150 verschiedenen landwirtschaftlichen Pestiziden von Mensch und Natur sind in diesem Beispiel noch gar nicht eingerechnet.

    Das heißt, die Landwirte müssen wieder selber dafür sorgen oder ihre politischen Sprecher dafür einsetzen, dass die Verbraucher Lebensmittel als wichtiges Qualitätsprodukt schätzen lernen und bereit sind für natürliche Herstellung einen fairen Preis zu bezahlen.

    Leider wird das schwer sein, wenn die Bauernverbände von den Mitarbeitern der Chemiekonzerne “regiert“ und beraten werden. Oder warum wird der Deutsche Bauernverband von Vorstandsmitgliedern, wie Michael Heß, der eigentlich Vizepräsident bei BASF ist oder Dr. Helmut Schramm, der als Geschäftsführer der Bayer Crop Science Deutschland GmbH ist und die dort hunderttausende Euro im Jahr verdienen, wenn sie die Gewinne von BAYER und BASF steigeren.

    http://www.bauernverband.de/dbv-praesident-joachim-rukwied-neuen-fnl-vorsitzenden-gewaehlt

    Oder schauen wir uns den Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter genauer an, der ebenfalls Mitglied im Bauernverband ist.

    Denn hinter dem harmlos klingenden Verein, stehen die Glyphosathersteller Monsanto, Bayer, Syngenta und Co, die mit diesem Verein ihre Interessen als industrielle Saatgut Hersteller vertreten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverband_Deutscher_Pflanzenzüchter

    Denn diese Chemiekonzerne sind keine Lebensmittelproduzenten, sondern produzieren synthetische chemische Produkte. Denn ihr Geschäftsmodel beruht darauf, dass die Menschen krank werden, dass die Menschen ungesund leben, denn sonst kauft niemand ihre Krebs-, Allergie-, Diabetes-, Kopfschmerz Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel mit denen sie jedes Jahr Milliarden verdienen.

    Kurz: Wenn solche Strukturen und Köpfe die Interessen der Landwirte und die Zukunft unserer Lebensmittel vertreten, brauchen sich die Landwirte auch nicht zu wundern, wenn die Landwirte einen schlechten Ruf haben und zum Spielball der Konzerne, Politiker und Lebensmitteldiscounter werden.


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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Robbie
      wir wollen Dialog. So lautet unsere Devise. Wir haben auch Spielregeln und die stehen rechts oben. Bitte diese Spielregeln beachten, weil wir sonst den gesamten Kommentar löschen müssen. Und das tun wir nur ungern. Diese Länge des Kommentars und die große Anzahl von Links trägt nicht dazu bei, sich mit diesem Kommentar inhaltlich auseinander zu setzen.
      Bauer Willi

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      • Robbie sagt

        Ja, das kann ich gerne machen, denn ich will ja nur belegen was ich behaupte, und kann das auch kürzer fassen und ohne Quellenangaben kommentieren, denn ich habe sie ja. Danke

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    • bauerhans sagt

      !!landwirte haben keinen schlechten ruf!!

      sondern produzieren unflexible güter und werden von wenigen in unserer gesellschaft schlecht geredet(siehe a.kieling),die sich profilieren wollen.
      der gemeine verbraucher ist durchaus mit den preisgünstig angebotenen lebensmitteln zufrieden.

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      • Robbie sagt

        Wenn sie den obigen Artikel von Bauer Willi gelesen haben, wissen ja, dass er selber aus seiner Erfahrung als Blogger und Landwirt über den schlechten Ruf der Landwirte spricht, die u.a. Glyphosat einsetzen, und dass diese Bezeichnung nicht auf meiner persönlichen Einzelmeinung beruht.
        Und dieser Ruf ist nicht erst seit dem Video von Herrn Kieling von vor ein paar Tagen beschädigt, sondern schon viel länger, und hat wohl neben Glyphsat noch andere Gründe.

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  3. biobub sagt

    Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Wir haben eine „relativ freie Marktwirtschaft“, Angebot und Nachfrage bestimmen die Produktion und leider auch den Preis. Wenn ich höhere Tierschutz- und Umweltstandards möchte, kaufe ich Öko! Wenn mir das egal ist oder ich mir es nicht leisten will,gehe ich zum Discounter! Dann sollte ich aber nicht auf den konventionellen Landwirten herum hacken, ich habe ihnen nicht die Möglichkeit gegeben auf Öko einzusteigen! Angesichts der Tatsache dass z.B. nur ein Prozent der Fleischproduktion Öko ist sehe ich hier auf der Nachfrageseite noch gehöriges Potential nach oben. Das gilt für den gesamten Ökosektor. Wenn dieser im eistelligen Prozentbereich umherdümpelt, kann man den konventionellen Landwirten nicht vorwerfen dass sie am Markt vorbei produzieren! Übrigens haben einige Ökomolkereien bereits wieder einen Aufnahmestopp verkündet! Es ist offenbar schon wieder genug!

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  4. Direktsäer Thomas sagt

    Lieber Bauer Willi,
    du hast recht. Es geht nicht nur um Glyphosat. Das ist in meinen Augen nur der Aufhänger. Es geht um Vertrauen. Vertrauen in die Landwirtschaft, aber auch in staatliche Institutionen wie das JKI ( Julius Kühn Institut) ; BfR ( Bundesinstitut für Risikobewertung) , Vertrauen in die Forschung. Und es geht um Vertrauen zerstörende Kampagnen, politische Macht und Spendengelder.
    Übrig bleibt ein zerstörtes Vertrauen, Unsicherheit und Angst.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das eine Feldbegehung mit allen Sinnen, Gummistiefeln und Spaten Vertrauen zurückbringt.
    Ja, wir Arbeiten mit Glyphosat.
    Aber wenn die Menschen feststellen, das der Boden wie Gartenerde duftet, die Regenwürmer fast flächendeckend ihre Strohsterne zusammengezogen haben um Ihre Röhren abzudecken, wenn Laufkäfer und Ameisen unterwegs sind und die Erde auf dem Spaten von Regenwürmern nur so wimmelt, dann merke ich, das Vertrauen zurückkommt
    und die Ängste schwinden.

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    • bauerhans sagt

      „Aber wenn die Menschen feststellen…….“

      dich und mich interessiert das,aber den nachbarn interessiert billiges essen,die kostenlose entsorgung seines rasenschnitts,dass es nicht riecht,staubt,lärmt und wenn er an seinem haus werkelt,dass der angrenzende acker ihm kostenlos zur verfügung steht.

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  5. Horst Seifert sagt

    Hallo Bauer Willi,
    Es ist sehr selten daß ich einen Kommentar schreibe. Beim Lesen der Kommentare fiel
    mir eins auf: es werden Gründe für nicht beweisbare Sachverhalte in teilweise nette Kommentare gepackt. Bei Dir Bauer Willi habe ich eine Aussage verstanden und setze sie um, weil es mir besser schmeckt. Ich kaufe Bio.
    LG
    Horst

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  6. rebecca sagt

    Kein schlechter Artikel, aber der falsche Ansatz. Mag sein das viele Verbraucher und die die mit reden keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben, und sicher sammlt man in 40 Jahre Berufserfahrung viele Erkenntnisse.
    Genau so wie der Gegensatz zwischen reden und handeln. Bei den letzten Wahlen war der prozentuale Anteil der verkauften Bio Produkte geringer als der Prozentsatz der Grünen Wähler. Wie bekloppt ist das denn? Ich wähle eine Partei die den Umbau will und kaufe aber konventionell billig. Einer der Beweise das nur Vollpfosten die Grünen wählen.

    Aber das ist alles egal. Egal wie, ihr werden die Verbraucher mit euren derzeitigen Argumenten nicht überzeugen. Die difusse Angst , erzeugt von Medien, Vereinen und Politik ist da und wenn Ihr nicht aufpasst, droht euch hinsichtlich Glyphosat, allerdings auch in anderen Bereichen das Schicksal der AKW Betreiber denen über nacht das Licht ausgeknipst wurde weil eine Kernschmelze in der Wahlurne drohte.

    Ich verstehe daher nicht, das ihr eure Argumantation nicht auf den Folgen aufbaut. Also den für den Verbraucher. Ihm klar machen das er wenn wirklich das eintritt nicht mehr die Wahl hat zwischen dem billigen Brötchen für 25 Cent und dem Bio Produkt zum deutlich höheren Preis.

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    • Andreas Schmid sagt

      Es gibt verschiedene Ansätze. Die meisten dürften richtig sein. Dieser Ansatz ist recht gut, vor allem weil er sehr gut zu Bauer Willi passt. Für eine andere Persönlichkeit ist vielleicht ein anderer besser. Welcher für sich selber besser ist: Da hilft nur ausprobieren. Und auch mal auf die Nase fallen und lernen.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Rebecca, dann lies mal unseren Uralt-Beitrag „Lieber Verbraucher – machs doch selbst“ . Müsste rechts oben in der Liste stehen, sonst über „Suche“ gehen. Da gehen wir auf dieses Thema ein.
      Bauer Willi

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      • Stadtmensch sagt

        Willi, dem Verbraucher ist mit Moral nicht beizukommen. Er hat durch Werbung, Marketing und „Dienstleistungsgesellschaft“
        das eigene Denken an andere delegiert. Es ist ohne weiteres möglich, ihm Unsummen für Zuckerwasser oder „Frei-von“ Produkte abzuknöpfen.
        Eigentlich ist nichts einzuwenden (Täuschen Tricksen Tarnen sind ja aus evolutionstheoretischer Sicht Überlebensstrategien), aber es dürfte meiner Meinung nach schwierig werden, unter diesen Bedingungen Vertrauen aufzubauen. Solange in einem Wirtschaftssystem Kooperation durch Wettbewerb unterbunden wird, bleibe ich bei meinem Lieblingswitz: Ein Planet zum anderen: „Mist, ich hab Menschenbefall – macht nix, das gibt sich von alleine“

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      • rebecca sagt

        Hallo Willi,
        darum gehts nicht. Klar gibts je nach Anlass Millionen Fußballtrainer, Ärzte, Autoschlosser, Politker, Landwirte die es wesentlich besser wissen und Ratschläge geben.
        Das nervt. Sicher, aber das ist Nebengeräusch.

        Beleidigt zu sein, sagen machs selbst, die Verbraucher zu beschimpfen, zu kritsieren oder an die Moral zu appellieren ist da ziemlich wirkungslos.

        Letztendlich hat der Verbraucher Bedürfnisse und Vorstellungen wie die zu erfüllen sind. Wollt ihr etwas ereichen müsst ihr entweder die Bedürfnisse beeinflussen, oder sie erfüllen.

        Alles andere ist wirkungslos.

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    • Stadtmensch sagt

      Ohje – das schmerzt. Diffuse Angst! Dann frag ich mich, warum der Christian kein Müsli von großen Konzernen kauft oder warum der Friedrich lieber nur selbst gemästete Hühner verzehrt. Ohne das rotgrüne Intermezzo hätten wir kein EEG und wären nicht Technologieführer bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Dann stünden uns irgendwann noch viel höhere Kosten bei der Entsorgung der Nuklearen Altlasten bevor. Frag mal die Vollgasbauern, was sie davon halten, wenn man ihren schönen NaWaRo-Nebenerwerbsanbau nicht mehr subventioniert. Der Rohstoffanteil am Brötchen beträgt gerade mal 2 Cent.

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      • rebecca sagt

        Das eine hat mit dem anderen nur bedingt zu tun. Grüne Parteien, diverse Vereine und selbsternannte Bürger und Tierrechtler von Peta bis Campact leben von diesen diffusen Ängsten die sie mit viel Emotionalität aber wenig Fakten erzeugen.
        Das ist das eigentlich Schlimme an der derzeitigen Situation. Die gesamte Diskussion und auch daraus folgende Entscheidungen hat sich vom sachlichen Abwägen von fundierten Fakten zu emotionalen agieren mit Plakativen und Schlagzeilenträchtigen Aktionen entwickelt.

        Was wir ohne rot/grünes Intermezzo hätten, oder nicht hätten ist reine Spekulation.

        Ansonsten war Brötchen war nur ein Beispiel.
        Fakt ist, dem Verbraucher müssen die Folgen seines Forderungen bewusst werden. Dann beginnt er auch nachzudenken statt impulisv das scheinbar richtige zu tun. Schaffen das die Beuern nicht, werden sie Ewiger Spielball zwischen Intressen der Politik, Empörungsvereinen und Aktivisten aller Art sein.

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        • Stadtmensch sagt

          >>Grüne Parteien, diverse Vereine und selbsternannte Bürger >>und Tierrechtler von Peta bis Campact

          Ja doch – du hast ein klares Feindbild. Ich finds immer Klasse, wenn sich „selbsternannte Bürger“ zu einer Energiegenossenschaft zusammenfinden und so zur dezentralen Energieversorgung beitragen. Die Kapriolen von Peta bis Campact haben exakt Null Einfluss auf die Politik, wie man an der Beibehaltung der Gummiparagraphen des Tierschutzgesetzes sieht. Die Grünen werden die Prämissen und Sachzwänge die ein „Wirtschaftsstandort“ BRD
          voraussetzt niemals antasten. Dazu sind sie viel zu systemkonform.

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          • rebecca sagt

            Ist kein Feindbild sondern eine Tasache. Einmal selber bischen recherchieren und Strukturen, Einnahmen und Vorgehensweise diverser Vereine bischen genauer betrachten. Wenn Bürger aktiv werden ist das natürlich gut. Wenn diverse Vereine Kampagnen starten und dabei unseriös vorgehen schon weniger.

            Schlagzeilen wie Glyphosat in der Muttermilch, oder im Bier, oder ein Bild eines verängstigten gequälten Kälbchens schlagen natürlich viele fundierte und sachlich gut begründete Argumente.

            Das Kapriolen von Peta, Campact und Co keinen Einfluss auf die Politik haben ist entweder frommes Wunschdenken oder konsequente Weigerung die Wirklichkeit zu sehen. Das drohende Glyphosatverbot ist nur ein Beispiel für die Macht solcher Vereine im Verbund mit der Politik.

            Und wie wichtig Prämissen und Sachzwänge die ein Wirtschaftsstandort Deutschland voraussetzt sind, hat eindrucksvoll Merkel mit ihrer 180 Grad Wendung zum Atomausstieg bewiesen, als sie quais im Alleingang über Nacht einen ganze Industriezweig plattgemacht hat einschließlich in Kauf nahme drohender Millirdenschwerer Schadenersatz Forderungen.

            Die Grünen wären da nicht besser. Im Gegenteil.

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            • Stadtmensch sagt

              >> in Kauf nahme drohender Millirdenschwerer >>Schadenersatz Forderungen

              Der Staat hats gegeben (die Kernkraft) und der Staat nimmts auch wieder. Nach Belieben. Das ist meine Rechtsauffassung. Die privaten Hanseln RWE, ENBW und Co. kann man nämlich leider nicht in die Pflicht nehmen, wenn ans Aufräumen geht. Dann sind sie alle ganz schnell pleite.

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      • Bauer Willi sagt

        Hallo Stadtmensch, ich habe es nachgerechnet. Es sind 0,8 Cent pro Brötchen.
        Klugscheißer Willi 🙂

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  7. Anton Kraus sagt

    Vielen Dank, dass Sie gleichsam mit einem Spiegel vorgehen, den Sie dem interessierten, aber einseitig informierten Bürger vorhalten, um dann zu einer Diskussion und Erörterung der Glaubenssätze und Argumente gegen die moderne Landwirtschaft zu kommen. Dabei zeigen Sie einerseits, dass der Landwirt als Praktiker selbst viel zur Aufklärung der Pauschalmeinungen und Aufbrechen von einseitigen Denkmustern beitragen kann. Am Beispiel Glyphosat soll der Bürger aber auch erkennen, dass der Landwirt nicht alles selbst wissen kann, wenn es es um Studien, Risikobewertungen oder dergleichen geht. Und bei diesem Thema wirken Sie als Landwirt aber irgendwie wie ein „Rufer in der Wüste“. Wo ist die fortgesetzte Unterstützung und ebenso engagierte Verteidigung des Pflanzenschutzes durch die vor- und nachgelagerten Bereiche? Für die Rapsaussaat 2016 liest man die lapidare Empfehlung der Saatguthersteller, der nun verbotenen Schutz durch eine Saatgutbeize jetzt durch erhöhte Saatstärke auszugleichen – so einfach ist das !?

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    • Bauer Willi sagt

      Ich versuche so weit wie möglich, nicht zu werten. Wie Sie es schon sagen: Denkmuster aufbrechen. Da ist leider auf beiden Seiten, Landwirtschaft und Bürger, noch viel zu tun.
      Was die Unterstützung angeht: Die Hoffnung gebe ich langsam auf…
      Macht aber nix. Weitermachen.
      Bauer Willi

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  8. bauerhans sagt

    ich wirtschafte ja in einem dicht besiedelten raum und fahre jetzt die flächen mit glyphosat ab d.h. überall,wo die leute ihre hecken nicht geschnitten oder rasenschnitt auf den acker geworfen haben,sind quecken,die ich spritze.
    da sieht man dann die farbveränderung und die leute werden unsicher,beschweren sich aber selten und leider ändern sie ihr verhalten nicht.
    von einer fläche von 1ha,behandle ich ca. 100-200m2.

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