Bauer Willi
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Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif…

Dieser Artikel setzt sich mit dem umstrittenen Schnäbelkürzen auseinander. Auch wenn die Überschrift des Link unten etwas reißerisch klingt: er beschreibt recht ausgewogen die Einigung, die in Hessen zwischen Politik und Geflügel-Branche erzielt wurde und die Auswirkungen. Sowohl für das Tier als auch für den Verbraucher.

Zum Hintergrund: Hühner haben offensichtlich die Angewohnheit, ihre Rangordnung durch gegenseitiges Bepicken zu regeln, vor allem dann, wenn sie sich ihre Nahrung nicht mehr selber suchen sondern gefüttert werden. Um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig totpicken, werden die Schnäbel kupiert. Dies soll nun nicht mehr stattfinden. Keiner der Verhandlungspartner weiß jedoch, ob die Sterblichkeitsrate jetzt nicht wieder ansteigt. Als sicher gilt jedoch, dass der Preis pro Ei für den Konsumenten um 2-3 Cent oder mehr ansteigen wird, weil auch andere Haltungsbedingungen notwendig sind, die bezahlt werden müssen. Wie dieser Mehrpreis im Markt umgesetzt werden soll bleibt offen.

Ob das jetzt für alle eine Verbesserung ist? Eine schwierige Entscheidung. Was meint ihr? Bitte erst lesen und dann kommentieren.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/weniger-quaelerei-in-hessischer-massentierhaltung-14380206.html

 

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30 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Also, dass Hühner zwar das Wappentier der Tierschützer sind, aber da recht wenig Kohle rüber kommt, wenn es um die Forschung geht, finde ich, ist etwas worüber mal laut gesprochen werden sollte.
    Es gibt von uns Hobby-Leuten einen Wissenschaftlichen Geflügelhof ganz in der Nähe von Dir, lieber Bauer Willi, in Rommerskirchen.
    Auf der Seite der Freunde und Förderer findet man die bekannten Futter-Lieferanten und das BMEL, aber leider keine der großen Tier- oder Umweltschutzverbände. Warum nur?
    Einer der Forschungsschwerpunkte ist das Verhalten von Hausgeflügel.
    Vielleicht magst Du ja mal da anrufen. Leider hat die Seite so ihre Tücken, aber das kleine Team ist super nett und hilft wirklich gerne.
    http://wissenschaftlicher-gefluegelhof.de/
    Vllt. können die von ihrem Standpunkt was erhellendes beitragen.

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  2. Friedrich sagt

    Habe zwei Jahre freiwillig am Tierwohlprogramm des Bundeslandwirtschaftsministeriums teilgenommen. Kein Betrieb , der dabei war , hat es geschafft, daß die kompletten Schwänze
    dran blieben. Bei mir im Betrieb sind nur 8 % der Schweine mit einem heilen Ringelschwanz
    zum Schlachthof gekommen. 16% mußte ich nottöten, der Rest hatte einen Ringelschschwanz auf Kopierlänge. Ich hatte extra weniger Tiere in den Buchten, mehr Spielzeug, verschiedenes Einstreu versucht und trotzdem. Vorher wurden die Haltungsbedingungen , wie Lüftung,Futter usw. überprüft oder verbessert. Wenn sich was ändern soll , müßen wir von Weltmarktpreisen wegkommen, aber überall und nach deutschen Rahmenbedingungen arbeiten und Preise bekommen. Also der Weltmarktpreis für einen Lehrer, Facharbeiter usw. liegt bei 100 – 250 Euro. Das passt zu unseren jetzigen Schweinepreisen. Aber nicht die Traumvorstellungen von heute,Weltmarktpreise für unsere Produkte aber Anforderungen nach deutschen Hochpreisen. Damit wird die Tierhaltung ins Ausland verlagert. Habe so den Eindruck , daß in Spanien z.B. die EU-Vorschriften noch nicht die Ministerien verlassen haben. Sonst könnte die Tierhaltung dort nicht so rasant wachsen.

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  3. rebecca sagt

    Warum wird das nicht vorher ausprobiert? Zu allen möglichen Mist werden Langzeitstudien und Versuche gemacht, und hier wird einfach so ein Gesetz gemacht? Ein Jahr beraten die darüber und dann wird mal schnell 14 Tage gestestet.

    Und was soll ein Gesetz zum Verbot des Küken Schredderns, aber erst wenn es ein Verfahren gibt durch welches das Geschlecht im Ei festgestellt wird.
    Glauben die Grünen Armleuchter tatsächlich dass sie, wenn es ein solches Verfahren gibt jemanden verbieten müssen mit vermeidbaren Mehrkosten alle Eier auszubrüten um dann mit weiteren Aufwand die Männlichen Küken zu entsorgen? In welcher Welt leben die eigentlich?

    Ansonsten wird es sicher spannend wie die Politikerdarsteller höher Preise durchsetzen wollen wenn Aldi und Co einfach auf billige Anbieter aus dem Ausland wechseln.
    Vermutlich werden die Erzeuger die angeschmierten sein. Letztendliche werden sie Selbstdarstellung und Profilierung von Politikern und Funktionären bezahlen. Die vom Verbraucher mit einem „guten Gefühl“ gewählt werden weil sie für mehr Tierschutz eintreten, während er beim Aldi die billigen Eier aus dem Ausland kauft, deren Erzeuger auf deutsche Gesetze pfeifen.

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    • Bauer Claas sagt

      wieso schnell ungkürzte Schnäbel gibt es im bio bereich schon lange und es funktioniert!

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    • Stadtmensch sagt

      Die „Grünen Armleuchter“ haben doch lediglich in Hessen ein kostenloses Beratungsangebot geschaffen, damit sich die dortigen Erzeuger „neue Chancen im Wettbewerb“ erhoffen dürfen.
      Nur für hassblinde Zeitgenossen ist das Betruuug! mit dem „guten Gefühl“ der Wähler.

      Genau so könnte man auf das Wahlgetöse der „Schwarzen“ mit dem „schlechten Gefühl“ der Wähler verweisen:
      http://www.sueddeutsche.de/politik/sicherheitspolitik-deutscher-anwaltverein-kritisiert-sicherheitspaket-von-de-maizire-1.3117835

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      • Walter Parthon sagt

        Tierrechte statt Menschenrechte – wohin führt das?
        In Schweden berichtet die Zeitung „Dagens Nyheter“ wohin es führt, wenn man die Tierrechtsethik ins Extrem treibt: Ein Aktivist der Gruppe „Recht der Tiere“ fragte eine junge Bäuerin auf Facebook, ob er ihre Tochter entführen, diese vergewaltigen und ihr dann die Kinder wegnehmen solle, um ihre Milch zu verkaufen und sie am Ende zu töten. Die Bäuerin, eine junge Frau aus der Provinz Värmland, hatte auf eine Kampagne der Tierrechtler reagiert, die Milchbauern das Recht absprechen wollen, ihre Kühe zu melken. Sie schrieb: „Ich habe den Kühen Essen und eine Wohnung gegeben, reines Wasser und Schutz vor Raubtieren.“ Doch den Tierrechtlern war das offenbar zu inhuman und genauso reagierten sie.
        Auch in Deutschland sind wir nicht weit von einer derart menschenverachtenden Ethik entfernt: So hat PeTA versucht, den Umgang mit Nutztieren dem Massenmord des Holocaust gleichzustellen. Dies wurde gerichtlich unterbunden. Tierrechtler wie Hilal Sezgin steigen ohne Unrechtsbewusstsein in einen Stall ein. Ein Bulle, der seinen Tierhalter tötet, wird von Tierrechtlern als Held gefeiert. Nutztierhalter werden wechselweise als Mörder, Kindeschänder oder anderes bezeichnet.
        Wollen wir dies alles wirklich? Wollen wir mit den Folgen leben, die dies gebiert? Wann suchen sich diese Leute den nächsten Feind? Haustierbesitzer, Reiter, Zoo- oder Zirkusdirektoren? Bereits heute behaupten Tierrechtler, auch Bakterien hätten ein Recht auf Leben. Zecken wohl ebenso? Und der Mensch?
        Wohin führt uns dies? Es wird Zeit, diese Fragen zu stellen. Jäger brauchen einen Jagdschein. Angler brauchen einen Angelschein. Nur Tierrechtlern reicht der Heiligenschein? So geht es nicht. Zumal dieser Schein trügt. Tierrechtler und Tierquäler scheint eines zu einen: Ein gewisser Mangel an Menschlichkeit.
        http://www.outfox-world.de/…/tierrechtler-droht-mit-vergewa…

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    • Andreas Schmid sagt

      Solange PeTa keine männlichen Kücken von den Hühnerbrütereien bzw. Aufzuchtbetriebe abnimmt, aufzieht und als Hähnchen verkauft, kann es mit dem Tierwohl bei solchen Tierschutzvereinen nicht weit her sein.

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  4. bauerhans sagt

    normalerweise wird erst ein landeseigenes versuchsgut damit beauftragt, unter praxisbedingungen das nichtschnäbelkürzen längerfristig zu untersuchen.
    hier hat man es wohl aus wahltaktischen gründen sehr eilig.

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  5. fred huber sagt

    solange man den erzeugern damit drohen kann, dass, wenn sie nicht zu einem bestimmten preis liefern, das produkt „halt aus dem ausland kommt“, ist für mich klar wer den mehraufwand zahlt.

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  6. Armin Streitbrrger sagt

    Ich frage mich wem diese Regelung hilft. Dem Tier oder dem Gewissen.
    Beispiel beim Menschen. Wir gehen ja auch zum Zahnarzt und nehmen die Schmerzen in kauf um langfristig gesund zu sein.
    Wir sind Rinderhalter und müssen seit einiger Zeit beim Enthornen die Kälber betäuben. Leider verendete prompt darauf ein Kalb. Ohne diese Betäubung haben Die Kälber sicher starke Schmerzen. Was die bessere Wahl ist muss der Verbraucher entscheiden. Mehr Schmerzen oder mehr Tod.

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    • Rosemarie Reiter sagt

      das verstehe ich jetzt nicht! Wir betäuben seit Jahren unsere Kälber vor dem Enthornen.Und wir sind kein Kleinbetrieb. Uns ist noch keins an der “ Betäubung“ eingegangen. Da dürfte noch eine andere Ursache mit gespielt haben.

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      • fred huber sagt

        hallo rosemarie!
        ich habe mittlerweile auch schon ein paar hundert kälber sediert, und alle haben es überlebt. aber eine überdosierung ist schon möglich, bei geschwächten tieren, besonders wenn das mittel direkt ins blut gegeben wird.
        trotzdem ist das kein ernst zu nehmender grund auf eine betäubung zu verzichten!

        mfg

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    • Gepard sagt

      Gibt es nur die zwei Optionen? Wenn ein Tier nicht so sein darf, wie von der Natur gedacht, müsste sich doch eigentlich die Haltungsform dem Tier anpassen. Aber was erzähle ich da, in einer Gesellschaft, in der selbst Kinder so geformt werden, wie es denn Eltern passt, zur Not mit Drog… äh Medikamenten.

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      • fred huber sagt

        hallo gepard.

        bei demeter haben die kühe hörnerpflicht! also hat man als verbraucher schon die wahl.

        aber welches objetkive argument spricht eigentlich gegen genetisch hornlose kühe aus sicht des tierschutzes?

        ich bin mir sicher es gibt leute die finden eines.

        mfg

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        • Stadtmensch sagt

          Tschuldigung, dass ich mich reinhänge wie ein Tauchsieder:

          Früher hießen ja hierzulande die Leute, die sich mit Kühen gute auskannten „Schweizer“. Also schauen wir mal wie die es machen:

          http://www.srf.ch/wissen/natur-umwelt/zuechter-wollen-glueckliche-kuehe-aber-bitte-ohne-hoerner-2

          „Hingegen müssten die Züchter aufpassen, dass sie mit den vergleichsweise wenigen natürlich hornlosen Zuchttieren keine Inzucht fördern, was zu Erbfehlern beim Nachwuchs führen würde“

          Auch wird zumindest in den USA bereits an einer weiteren Methode für hornlose Kühe geforscht; das Erbgut der Kühe wird dabei aktiv verändert mit Hilfe einer neuen Gentechnik (Crispr)

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          • Bauer Willi sagt

            Oh oh oh, Crispr/Cas….So wie ich den Laden hier kenne wird das auch noch totdiskutiert…
            Bauer Willi

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