Alle Artikel in: Bauer Willi

ZDF: Trotz Regen – Deutschland vertrocknet

Während ganz Deutschland über den Regen klagt, veröffentlicht das ZDF am 2. August eine „Dürre-Karte“, auf der angeblich ganz Deutschland vertrocknet. https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/duerre-trockenheit-deutschland-karte-100.html Ich bin nur noch sprachlos!! Was läuft hier eigentlich in den Medien? Ist das eine Kampagne um den Leuten Angst zu machen oder einfach nur bodenlose Dummheit? Hier die Auswertung des Bodenfeuchteviewer vom gleichen Tag. Bitte rechts den Regler bewegen und die einzelnen Bodenschichten ansehen. Nachtrag Sonntag, 6. August Meine Kritik betrifft die Darstellung des ZDF. Bei der Karte des Helmholtz-Institutes handelt es sich um den Mittelwert von 0 -180 cm über dreißig Tage gemittelt relativ zu den Jahren 1951-2015. Damit wird eine Dürre dargestellt. Gleichzeitig regnet es seit über zwei Wochen jeden Tag und wir Landwirte fürchten um unsere Ernte. Und es regnet immer noch. Die nutzbare Feldkapazität liegt an vielen Orten bei über 100% in den Schichten von 0 -60 cm. Ich habe den Link auf den Bodenfeuchteviewer gesetzt, damit man dort die Bodenfeuchte im gesamten Bodenhorizont (rechts die Pfeiltasten bewegen) sehen kann. Dort wird man erkennen, dass auch unterhalb von …

Brasilien ruft! Wer fährt mit?

Hallo Leute, heute komme ich mit einem außergewöhnlichen Thema: Brasilien. Ich habe auf meinem Blog und Social-Media schon häufiger Interviews oder Bericht von Daniel Rosenthal gebracht, der schon häufig mit Bauern aus Brasilien bei uns auf dem Hof war. Daniel ist deutschstämmig und bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 400 ha (Soja, Mais, Weizen, Zuckerrohr, Wald) in der Nähe von Rolandia, Parana. Zudem ist er als Vizepräsident für die Föderation für Direktsaat in Brasilien in Paraná sowie als Präsident des lokalen Zuckerrohrverbandes tätig. Er kennt wiederum Sandy Schöler, die seit rund 20 Jahren in Brasilien lebt und dort, neben der Landwirtschaft, noch Agrar-Reisen organisiert. Und die kennt nun wieder Lissa Peters von Farm-Tours. So, und nun kommt es: Sie alle haben mich eingeladen, in der Zeit vom 25. Januar bis 3. Februar 2024 eine organisierte Agrarreise durch den Bundesstaat Mato Grosso zu unternehmen. Hier mal eine Schilderung von dem, was geboten wird: „Brasiliens Landwirtschaft boomt! Das südamerikanische Land setzt in nahezu allen Bereichen der Landwirtschaft beeindruckende Maßstäbe. Auf dieser Studienreise, die sich steuerlich berücksichtigen lässt, lernen …

Gut regiert?

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer, der mit diesem Artikel dem Nicht-Landwirt die Undurchdringlichkeit des Vorschriften-Dschungels nahebringen will Rinderhalter wissen schon seit vielen Jahren, dass sie ihre Rinder mit Ohrmarken versehen und diese in eine zentrale Datenbank (HI-Tier) melden müssen. Diese wurde ab 1999 entwickelt, um im Seuchenfall vor allem schnell und sicher Liefer- und Geschäftsbeziehungen, also die Herkunft der Rinder feststellen zu können. Die Meldungen über Geburten, Zu- und Angänge, Verluste sowie Abgeber und Übernehmer müssen innerhalb von 7 Tagen erfolgen. Verstöße wurden in der Vergangenheit bis 2022 über die Kürzungen der EU-Prämien geahndet. Das entscheidende Motiv des Gesetzgebers auch auf EU-Ebene wegen der internationalen Verflechtung der Viehmärkte ist Seuchenvorsorge und Seuchenbekämpfung. Es geht also um das Thema Sicherheit. Wer umfangreiches Hintergrundwissen dazu bekommen möchte, wird hier fündig: https://www4.hi-tier.de/default.htm Schweinehalter waren bisher nur verpflichtet, bis zum 14. Januar eines jeden Jahres ihre Bestände vom 1. Januar zu melden sowie innerhalb von 7 Tagen die jeweiligen Zugänge in die HIT-Datenbank einzustellen. Jetzt kündigt der Gesetzgeber aber plötzlich und unerwartet folgendes an: https://www.hi-tier.de/info04.html „Wichtige Änderungen ab 01.08.2023 …

Getreideernte 2023: Millionenschäden zu erwarten

Deutschland droht eine nationale Katastrophe: wie die Medien berichten, ist die Zufahrt zum Heavy-Metal-Konzert in Wacken durch die aufgeweichten Böden nicht mehr möglich. Und nun das Wetter. Was die Medien nicht berichten Auf vielen Feldern in Süddeutschland und auf fast allen Feldern in Norddeutschland ist an eine Getreide- und Rapsernte im Moment überhaupt nicht zu denken. Das Titelbild zeigt eine Weizenparzelle von Sonntag. Jeden Tag wird der Weizen immer mehr von Schwärzepilzen befallen. Doch das ist nicht der eigentliche Schaden: durch die ständige Nässe sinken täglich die Qualitätswerte, vor allem die für Backweizen so wichtige Fallzahl. Was das ist, habe ich einmal in einem Video beschrieben, dass ihr am Schluss des Artikels findet. Die Fallzahl sinkt, wenn die Keimung des Getreidekornes in Gang kommt. Wenn es noch weiter feucht bleibt, wird es dazu kommen, dass das Korn in der Ähre keimt und ein grünes Blatt bildet. Gefördert wird das alles durch warme Temperaturen, dann geht die Keimung besonders schnell und das Korn ist zum Backen nicht mehr zu gebrauchen, weil bestimmte enzymatische Prozesse schon im …

Weitermachen oder aufgeben?

Am 31.7. um 23:10 Uhr lief in der ARD eine wirklich bemerkenswerte Reportage mit dem Titel „Ackern oder aufgeben“ https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/rabiat/sendung/ackern-oder-aufgeben-110.html Die Redakteurin Elisa Luzius kommt selber vom Bauernhof. Sie begleitet nicht nur ihren Bruder Ansgar sondern weitere junge Menschen, die vor der Entscheidung stehen, ihren Beruf weiterzumachen oder aufzugeben. Die Redakteurin lässt die handelnden Person reden, stellt kluge Fragen und zeigt so, neben der rein wirtschaftlichen Betrachtung, auch die Belastungen, die ihnen durch immer neue Gesetze und Verordnungen gemacht werden. Ein sehr sehenswerter Film, den den auch alle sehen sollten, die von den Realitäten des Alltags in der Landwirtschaft wenig wissen.

Penny: „Wahre Kosten“ – Greenwashing vom Feinsten

Ich denke, morgen, Montag sollten Sie einmal einen Penny-Markt in der Nähe besuchen. Der macht laut diverser Pressemeldungen (siehe unten) ab Montag morgen für eine Woche ein Experiment: Im Markt wird für 9 Produkte der sogenannte „wahre Preis verlangt“, der alle Umweltbelastungen monetär bewertet, die die Landwirtschaft zu verantworten haben soll. (Eine Quellenangabe, wie man zu diesen Beträgen kommt, habe ich nicht gefunden) Hier ein Auszug aus einer Meldung „Discounter Penny will ab Montag eine Woche lang auf den „wahren Preis“ aufmerksam machen. Was es damit auf sich hat? Es geht um den Betrag, der bei Berücksichtigung aller durch die Produktion verursachten Umwelt- und Gesundheitsschäden eigentlich berechnet werden müsste. Und der ist eben weit mehr, als das, was die Lebensmittel bisweilen kosten. Beispiel gefällig? Die 300-Gramm-Packung Maasdamer Käse etwa verteuert sich dadurch um 94 Prozent von 2,49 auf 4,84 Euro. Da kommen zum „normalen“ Preis noch versteckte Kosten in Höhe von 2,35 Euro hinzu. Die setzen sich wie folgt zusammen: 85 Cent für klimaschädliche Emissionen der Landwirtschaft wie Methan oder CO2, 76 Cent für die …

Der Gardasee trocknet aus!!??

Ich habe vor einigen Wochen schon einmal über den Wasserstand im Gardasee berichtet. Damals ging es über die Panikmache, die in den Medien verbreitet wurde, dass der Gardasee bald austrocknet. Im Titelbild der aktuelle Pegel und hinter dem Link eine Auswahl vieler anderer Jahre: https://www.gardasee.de/wasserstand Erkennen Sie auf den ersten Blick, welche Linie für das Jahr 2023 steht? Ich habe es rot markiert. Was auffällt, es gibt andere Jahre und Zeiten, in denen der Wasserstand noch deutlich niedrig war als im Jahr 2023. Die Aufregung war also unangebracht und falsch. Was ich sagen will: die Medien berichten nicht mehr über den Gardasee. Es ist ja alles normal. Über Normales wird nicht berichtet, eine Richtigstellung erfolgt auch nicht. Und hier mein Text vom Frühjahr. Die negative Berichterstatttung hat es übrigens zur Unstatistik des Monats gebracht. Sachliche Berichterstattung, bitte…    

Das wird definitiv der Sommerhit 2023 :-)

Wer sagt denn, dass es in der Landwirtschaft keine Marktlücken mehr gibt? Uwe beweist es mit seinen HK-Päds. Was das ist, hat er in einen pfiffigen Song verpackt.   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Ernte 2023 – Du kannst nur essen, was Du erntest

Die Ernte ist für uns Bauern erst beendet, wenn das Erntegut eingefahren ist. Und da sieht es im Moment in unserer Region kritisch aus, weil wir gerade jetzt kühles und nasses Wetter haben. Hier ein Bericht aus der Praxis. Aktuell haben wir in unserem Betrieb im Rheinland die Weizenernte beendet. Der Ertrag lag im Durchschnitt der Jahre, die Qualität war deutlich unterdurchschnittlich. Etwa die Hälfte der Erntemenge erreichte Backqualität. Dort, wo wir mit der Stickstoffdüngung zurückfahren mussten, lag der Proteingehalt bei etwa 10,5 %. Damit kann dieser Weizen nur noch als Futterweizen vermarktet werden. Von unserem Weizen gehen also zwangsläufig und ungewollt  50% in den Futtertrog! Leider. Dass Futterweizen einen geringeren Erlös einbringt als Brotweizen ist auch logisch. Ohnehin sind die Preise für Weizen wegen der Exporte aus der Ukraine abgestürzt. In Verbindung mit hohen Preisen für Dünger, den wir im letzten Jahr eingekauft haben, wird es wirtschaftlich gesehen ein schlechtes Jahr. Das Jahr davor war allerdings auch sehr gut! Nun dürfen wir persönlich nicht klagen. In unserer Region stehen geschätzt noch rund 40% Weizen …

Moore vernässen

Ich verstehe nicht viel von Mooren, habe aber mitbekommen, dass die Bundesregierung das Ziel hat, Moore wieder zu vernässen, um so das Entstehen von Treibhausgasen zu verhindern. Im nachfolgenden Link wird erklärt, was genau geplant ist. Es kommen aber auch Wissenschaftler zu Wort, die Kritik am Vorgehen äußern. Sie kommen zu dem Schluss, dass es ohne die aktive Mitwirkung der Bewirtschafter – also der Landwirte – nicht gehen kann. „Man muss den Landwirten Angebote machen, damit sie mitgehen können“. Es geht auch um alternative Nutzungskonzepte, für die allerdings bisher noch der Markt fehlt. Was im Übrigen in der Diskussion um die Vernässung häufig nur am Rande erwähnt wird: auch die Eigenheime der Normalbürger werden in Mitleidenschaft gezogen werden. https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/bremen-moore-renaturierung-wasser-klima-100.html