Alle Artikel in: Bauer Willi

Wie war´s in Offenbach?

Ich habe ja erwähnt, dass ich zum „Impact-Festival“ in Offenbach zu einer Podiumsdiskussion mit Godo Röben, dem ehemaligen Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle eingeladen war. Es ging dabei um Begriffe wie Ernährungswende oder Agrarwende, vor allem aber um die Frage der Zukunft der Tierhaltung. Wird „pflanzliches Fleisch“ wirklich einen bedeutenden Marktanteil einnehmen? Über das Festival selbst (eigentlich eine große Messe für Start-Up´s) schreibe ich vielleicht später noch mal was. Aus meiner Sicht hat sich die Reise gelohnt, weil ich einen Eindruck bekommen habe, was an Start-Up (es waren wohl so knapp 200) aktuell unterwegs ist. Hier die Aufzeichnung der Veranstaltungen auf der großen Bühne. Unser Gespräch findet ihr ab 7:07:25 Und bitte unbedingt bis zum Ende anschauen, weil die Diskussionsrunde auch noch sehr interessant war. Übrigens war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt und aussen herum standen auch noch sehr viele. Das Thema hat also sehr interessiert! Auch deshalb hat die Fahrt gelohnt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten …

Literatur in der Eifel

Am 21.September lese ich aus meinem zweiten Buch „Satt und unzufrieden – Bauer Willi und das Dilemma der Essensmacher“ Und weil es gut zum Thema passt, ist die Lesung auf dem Hof von Andreas Schäfer in Gehn, etwa 2 km entfernt vom Freilichtmuseum Kommern in der Eifel.  Hier die Ankündigung. https://www.lit-eifel.de/ Tickets gibt es über die Homepage oder an der Abendkasse. https://www.ticket-regional.de/events.php? Ich freue mich auf eine rege Diskussion. Bisher hat das immer geklappt…. 🙂

Höhere Preise oder Planwirtschaft?

Dieser Artikel ist schon etwas älter. Gerade deshalb ist er so interessant, denn es hat sich seit der Veröffentlichung im Wesentlichen an der Agrarpolitik nichts verändert. https://jungle.world/artikel/2022/03/planwirtschaft-statt-preiserhoehung Zitat: Entscheidend ist, wo das Geld landet: beim Bauern oder beim Handel. Diese Frage beantwortet der Markt und dort haben vor allem die Supermärkte eine enorme Macht. Die derzeitig gängigen Versprechen der Discounter an ihre Kunden, für mehr Tierwohl zu sorgen, werden in den nationalen wie globalen Lieferketten als Druck an Bauern weitergegeben. Es werden sich Landwirte finden, die die neuen Vorgaben für mehr Tierwohl einhalten und die zusätzlichen Kosten durch mehr Wachstum kompensieren. Und selbst wenn Landwirte zum Beispiel für Milch mehr Geld erhalten würden, müsste das nicht unbedingt dazu führen, dass Lebensmittel relevant teurer werden – denn der Anteil des Rohprodukts macht bei Lebensmitteln oft nur einen kleinen Teil des Endpreises aus.

Agrarwende…was ist das?

Ich bin am Mittwoch 13.9. zu einer Podiumsdiskussion in Offenbach a.M. eingeladen. Sie findet im Rahmen des IMPACT Festival statt, auf dem es im Wesentlichen um eine Ideenbörste im Bezug auf Nachhaltigkeit geht. Hier der Link zur Veranstaltung: https://impact-festival.earth/de/ Ich bin ehrlich: ich war noch nie auf einer solchen Veranstaltung und bin gespannt, was die Aussteller, in der Hauptsache Start-ups, dort zeigen werden. Was ich aber heute von euch wissen will: Die Eingangsfrage der Moderatorinzur Podiumsdiskussion  lautet: „Was verstehst Du unter Agrarwende und wie stehst Du dazu?“ Diese Frage möchte ich an euch weitergeben. Schreibt es in die Kommentare. Mein Auftritt ist erst um 17 Uhr und so habe ich genug Zeit, mir eure Kommentare anzusehen. Übrigens: ich unterhalte mich auf der Bühne mit Godo Röben, dem ehemaligen Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle. Im Vorgespräch waren wir beide uns schon mal sehr sympathisch. Wenn ihr wissen wollt, wer hinter der Veranstaltung steht, sollte das hier bis zum Schluß lesen: https://impact-festival.earth/de/uber-uns/ Das war dann doch eine Überraschung…

Zukunftskommission Landwirtschaft…?

Es ist still geworden. Nachdem die „Borchert-Kommission“ ihre Arbeit eingestellt hat, ist auch die Zukunftskommission Landwirtschaft ein Begriff, der nicht mehr auftaucht. Selbst die Mitglieder dieser Kommission, egal ob Bauernverbände oder Umwelt-Organisationen, reden nicht mehr davon. Totenstille. Ich erinnere mich, dass Cem Özdemir (das ist der deutsche Landwirtschaftsminister) zu Beginn seiner Amtszeit die Aussage machte, dass „auf seinem Tisch zwei Bibel liegen: die eine ist der Koalitionsvertrag, die andere das Papier der Zukunftskommission Landwirtschaft“. Auch Özdemir ist in diesem Belang still geworden. Was ist nach eineinhalb Jahren neue Regierung Wesentliches passiert? Das vierstufige freiwillige Tierhaltungskennzeichen ist ergänzt worden durch ein verpflichtendes fünfstufiges Tierhaltungskennzeichen. Was für ein Fortschritt! Es soll eine Milliarde Euro für den „Umbau der Tierhaltung“ geben, allerdings gestreckt auf vier Jahre. Im Papier der Borchert-Kommission war von 4 bis 5 Milliarden jährlich (!) die Rede. Diese Förderungmittel sind zudem noch an Bedingungen geknüpft, die für die wenigsten Landwirte machbar oder interessant wären. Oder deutlicher: es wird Geld angeboten, das kaum einer abrufen kann. Doch zurück zur Zukunftskommission: Im Abschlusspapier wurden für die „Transformation …

Naturschutz und Konservatismus…

Heute ist Sonntag, also ein Tag, an dem es auch mal etwas philosophisch werden darf.  Und da sich vermutlich ein größerer Teil der Leser für konservativ halten (ich tue es jedenfalls) , ein Text über Konservatismus und Naturschutz. Erschienen ist der Text in der NZZ, die man mittlerweile auch „Westfernsehen“ nennt, weil hier ein Blick auf Deutschland geworfen wird, den man in deutschen Medien nur selten liest. https://www.nzz.ch/meinung/konservatismus-und-naturschutz-sind-nur-scheinbar-ein-widerspruch-ld.1750800?mktcid=smch&mktcval=fbpost_2023-09-04&fbclid=IwAR3O7DjmfTQwOuYybxmWlQi2LHqrrnmlr0A8mDYAvT7FgjLY8DVCU9kc5Us

Ich verstehe es nicht…

Dieses Bild habe ich am 8. September 2023 gegen 19 Uhr aufgenommen. Es zeigt das Braunkohlekraftwerk Niederaussem, das nicht weit von unserem Hof liegt. Drei Kühltürme dampfen, was mehr ist als an anderen Tagen. Niederaußem gehört zu den drei schmutzigsten Kraftwerken Europas. Das neue Kohlekraftwerk BoA Neurath, das ich auch vom Hof aus sehen kann, ist seit zwei Tagen ausser Betrieb. Was seit drei Tagen und Nächten ausser Betrieb ist, sind die zahlreichen Windräder hier in der Region. Es ist sehr warm, sehr sonnig (gut für Photovoltaik und Solarthermie) und sehr windstill. Keines der vielen Windräder dreht sich. Dabei sind in den letzten zwei Jahren einige sehr große Windkraftanlagen in unserer Region dazugebaut worden. Meine Frage: was passiert, wenn wir noch mehr Windkraftanlagen dazubauen? Was passiert, wenn wir noch mehr Flächen mit Photovoltaik versehen. Was passiert, wenn 2030 die rheinischen Kohlekraftwerke abgeschaltet werden? Das ist in 7 Jahren? Was passiert, wenn dann die Pumpen abgestellt und die Tagebaue geflutet werden? Ich höre immer, dass wir für die Energiewende Speicher brauchen. Wo sind die Speicher? In …

Der „Faktencheck“ des BUND e.V.

Das im Vorfeld der möglichen und wahrscheinlichen Wiederzulassung von Glyphosat von Befürwortern und Gegnern mit harten Bandagen „gekämpft“ wird, war zu erwarten. Allerdings sollte man dabei fair und sachlich bleiben. https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/glyphosat-bayer-wirbt-mit-petition-fuer-verlaengerung-der-zulassung/ Hier ein Auszug aus dem „Faktencheck“ des BUND e.V.: Behauptung von Bayer: „Da durch Glyphosatanwendungen vielfach auf das Pflügen verzichtet werden kann, wird die Wasseraufnahme im Boden erhöht, kann Humus aufgebaut werden, wird Erosion vorgebeugt und die biologische Vielfalt im Boden geschützt. Zudem haben chemische Alternativen oft ein schlechteres Umweltprofil.“   BUND-Faktencheck: Bei der Bodenbearbeitungmethode „Mulchsaat“ wird der Boden flach bearbeitet und nicht gewendet (wie beim Pflügen). Viele Ökolandwirt*innen und konventionelle Bäuer*innen haben sich bereits dafür entschieden. Die Mulchsaat ist guter Erosionsschutz, spart Wasser und sorgt für mehr Bodenleben. Wenn der Boden überhaupt nicht bearbeitet wird, wie bei der Glyphosatanwendung der Fall ist, besitzt der Boden eine hohe Anzahl an vertikalen Grobporen. Dadurch dringt Sickerwasser schneller ins Grundwasser ein. So wird das Wasser weder gereinigt noch für spätere Dürreperioden gespeichert. Mit Blick auf Dürreperioden und Starkregen, verursacht durch die Klimakrise, schadet die verdichtete Bodenstruktur …