Bauer Willi
Kommentare 34

Naturschutz und Konservatismus…

Heute ist Sonntag, also ein Tag, an dem es auch mal etwas philosophisch werden darf.  Und da sich vermutlich ein größerer Teil der Leser für konservativ halten (ich tue es jedenfalls) , ein Text über Konservatismus und Naturschutz. Erschienen ist der Text in der NZZ, die man mittlerweile auch “Westfernsehen” nennt, weil hier ein Blick auf Deutschland geworfen wird, den man in deutschen Medien nur selten liest.

https://www.nzz.ch/meinung/konservatismus-und-naturschutz-sind-nur-scheinbar-ein-widerspruch-ld.1750800?mktcid=smch&mktcval=fbpost_2023-09-04&fbclid=IwAR3O7DjmfTQwOuYybxmWlQi2LHqrrnmlr0A8mDYAvT7FgjLY8DVCU9kc5Us

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34 Kommentare

  1. Ertl Elisabeth sagt

    Das Linzer Technik – Festival ARS ELECTRONIKA hat den kenianischen Biologen Mordecai Ogada eingeladen, um über Naturschutz (englisch “conservation” !!!) zu sprechen. Er plädiert dafür, Naturschutz wieder aus der Perspektive des Menschen zu betrachten: der höchste Grad der Zivilisation ist nicht, Schutzgebiete zu schaffen und den wirtschaftenden Menschen auszusperren, sondern dass Menschen und Wildtiere Lebensräume teilen.
    https://www.youtube.com/watch?v=XvxZw8A95P8&t=13184s ( ab 3:00:00)

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    • Ertl Elisabeth sagt

      Ein Auszug aus seiner Rede: : “… Biodiversität ist etwas, was verloren geht: Die Dinosaurier sind verschwunden ganz ohne Wilderer, viele Tiere und Pflanzen verschwanden ohne menschlichen Einfluss. Nachdem ich das gesagt habe: Menschen verursachen viel Schaden, das ist wahr … Aber die Welt macht sich nicht bewusst: Menschen, die inmitten von wilden Tieren und Pflanzen leben, das ist der höchste Standard an Zivilisation, dass Elefanten irgendwo in der Nähe leben und dich nicht töten und du sie auch nicht tötest, das sollten wir anstreben. Das Land, von dem man diesbezüglich das meiste lernen kann, ist Indien … Die digitale Welt befördert das Bild einer Dauerkrise, indem der Globalismus den Blick für lokale Realitäten verliert, quantitative Angaben (von Verlusten) die Aufforderung zu qualitativer Veränderung des eigenen Verhaltens ersetzen und Informationen nur noch der einseitigen Sicht und den Interessen der Informierenden dienen … Wenn man aufhört, klar zu denken, dann wird Gewalt akzeptabel. Naturschutz ist längst militarisiert und dient finanzielle Interessen … Wenn du dem WWF spendest, erhältst du als Dank einen Plüsch-Panda. Aber dein Geld wird verwendet, um Waffen zu kaufen und Menschen zu töten … Wenn man sich ansieht, wo wie viele Ressourcen verbraucht werden: Die USA verbrauchen – auf die Einwohner gerechnet – 5 Erden, Großbritannien 2,8 Erden, China 2,1 Erden, Niger eine Erde und Indien 0,7 Erden … in Virunga, Kongo, ensteht ein Kraftwerk mitten in einem Nationalpark, um mit dem Strom Kryptowährungen zu schürfen, aber die lokale Bevölkerung wird erschossen, wenn sie den Park betritt … Wie kann die digitale Welt helfen? Wir können uns rasch und billig über Umweltthemen weitweit austauschen. Wir können Lösungen von anderswo für uns adaptieren und müssen so Fehler nicht wiederholen. Wir können lernen zu verstehen, was unser Verhalten anderswo auf der Welt bewirkt … Gegenwärtig werden wir mit massenhaftem nutzlosem Unsinn konfrontiert … Wir sollen nicht geographische Regionen schützen, sondern Menschen, Systeme und Existenzgrundlagen … Glauben Sie der Wissenschaft nicht blind! Wissenschafter lügen wie alle anderen Menschen auch. Wir Wissenschafter brauchen Geld wie alle anderen Menschen … Wissenschaft ist sehr teuer geworden, besonders die Naturschutz-Wissenschaft. Irgendjemand sponsert sie. Und das erzeugte Narrativ muss der nächsten Geldspende dienen. Schauen Sie vom Blickwinkel der menschliche Dimension aus! Wie kann man Landwirtschaft verbessern, Fischerei verbessern? … Es ist kompliziert, wir müssen mehr Zeit aufwenden, um uns zu informieren … Wir haben nicht genug Platz auf der Welt, um Wildtiere und Menschen zu trennen”

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  2. Arnold Krämer sagt

    Konservatismus sieht im Hinblick auf den Naturschutz/Umweltschutz deshalb schlecht aus, weil er immer unter Rechtfertigungsdruck steht. Er läuft ständig hinterher und zwar hinter den Forderungen nach einem gesetzgeberischen Reparaturbetrieb, der mittlerweile ja schon längst der Reparaturbetrieb vom Reparaturbetrieb geworden ist, weil man auf einem Hochplateau materiellen Wohlstands immer neue Sicherheits-, Gerechtigkeits- und Morallücken erkennt, die es zu beseitigen gilt. Der Konservatismus kommt nie vor die Welle. Er hätte nur eine Chance, wenn es so etwas wie eine Reset-Taste, die Möglichkeit zu einem Neustart, gäbe. Dazu müsste dann der Rechtsrahmen für gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln auf der Grundlage der jetzigen Kenntnisse über objektive Fehlentwicklungen radikal neu formuliert werden, ohne das Streben der Menschen nach dem zu unterbinden, was ihn materiell reich gemacht hat. Es geht dabei um Innovationen bei Produkten und Prozessen, die möglich sind, wenn man Wachstum als das begreift, was es grundsätzlich ist: LERNEN, jeden Tag bessere Arbeit zu leisten, jeden Tag ein besseres Leben zu leben.

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    • Reinhard Seevers sagt

      So lange allein China pro Tag so viel CO2 emittiert, wie wir über das GeG bis 2030 einsparen wollen, so lange wird jede Transformation zur Farce. Und so lange es keine Alternative zur materiellen Befriedigungskultur gibt, so lange ist jede Analyse und jeder Versuch der Schuldzuweisung einfach für die Tonne.

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      • Arnold Krämer sagt

        “… ist jede Analyse…..einfach für die Tonne”.
        Ich weiß ja, wer es schreibt! Und er hat nicht unrecht. Trotzdem: (Selbst-) Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung!

        Fachliche Ergänzung noch zu meinem Text oben: Dass immer neue (teilweise abstruse) Forderungen nicht nur im Umweltschutz gestellt werden, kann mit dem sogenannten Toqueville-Paradox (bitte googlen) erkärt werden oder einfacher ausgedrückt: “Je mehr wir haben, desto mehr haben wir zuwenig” (Titel eines Buches des früheren Freiburger Oberbürgermeisters Böhme)

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        • Stadtmensch sagt

          “Der Hunger kommt beim Essen”

          …im Netz gefunden:

          “Doch man kann den Spiess auch umdrehen. Denn streng nach der Logik von Tocquevilles Beobachtung lässt sich argumentieren, dass die in der Öffentlichkeit schärfer und schriller aufbrandenden Proteste letzten Endes ein Beweis dafür sind, dass unsere Gesellschaften demokratischer geworden und die sozialen Ungerechtigkeiten insgesamt im Abnehmen begriffen sind.

          Werden die Wutbürger und Protestblogger sich von diesem Umkehrschluss beeindrucken lassen? Damit ist kaum zu rechnen. Ihr Verstummen würde ja im Sinne der Tocqueville-Logik Stillstand oder Rückschritt des sozialen Fortschritts bedeuten.”

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        • Reinhard Seevers sagt

          “Trotzdem: (Selbst-) Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung!”

          Wer soll damit gemeint sein? …und….Was soll erkannt werden?

      • Maja Benke sagt

        Ist schon interessant, wenn man sieht, wie die Friedas for Future mit den dicksten Autos von ihren Eltern angekarrt werden und dass sie die teursten Klamotten tragen und mit den teuersten iPhones unterwegs sind.

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  3. Rudolf Weishaupt sagt

    Sehr gute Beschreibung der ökologischen Problematik aus dem Blickwinkel des Konservatismus. Auch das Wort „philosophisch“ halte ich in einer Zeit, wo jede Pommesbude meint, eine eigene „Philosophie“ vertreten zu müssen, hier ausnahmsweise mal für berechtigt, weil der Artikel durchaus in die Tiefe geht. Ja, die Einschläge kommen näher.

    In der Süddeutschen Zeitung von gestern (S. 5) wird der Bonner Geologieprofessor Nikolaus Froitzheim zitiert, es geht um Klimaaktivisten, Klimaveränderung und sogenannte „Kipppunkte“.

    „Die komplette Namensgebung ‚Die letzte Generation vor [Wort in Kursivschrift] den Kipppunkten‘ sei inzwischen ziemlich optimistisch. ‚Wir erleben gerade eine Beschleunigung, die für uns Naturwissenschaftler absolut schockierend ist‘, sagte er. Allein durch die massiven Waldbrände dieses Sommers würde sich die Klimaerhitzung ‚ihren eigenen Brennstoff schaffen‘.“

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  4. Arnold Krämer sagt

    „Grün/Links“ hat den Umweltschutz „okkupiert“ und nutzt ihn als Einfallstor für immer umfangreichere Planwirtschaft (z. B. deutsches GEG auf 172 ! Seiten regelt immer noch unvollständig die Heizungsverfahren von Gebäuden, ausgenommen staatliche) und eine sozialistische Wirtschaftsordnung. Das haben die Konservativen in der EU mittlerweile (endlich) erkannt und halten schon mal dagegen, wenn immer maßlosere Ideen des Kommissionsapparates das Licht des EU- Parlaments erblicken.

    Wie kommentiert in der NZZ P H so treffend:
    „Was der Autor übersieht: jede EU-Verordnung lässt Bürokraten rudelweise vermehren, also Leute, die nichts Produktives tun, ausser die Bürger schikanieren. Alle wissen, in zahlreichen EU-Ländern wird sie nie wirklich angewendet, ausser in wenigen eher nördlichen Ländern der EU. Umweltschutz in Griechenland, vergiss dies. Jede EU-Verordnung bedeutet mehr Beamte, letztlich mehr, man möchte das Wort vermeiden, Verwaltungsterror. Mit rechts oder links hat dies nur insoweit zu tun, als Linke dazu neigen, das Leben der Bürger bis ins letzte Detail zu normieren, alles vorzuschreiben, alles zu reglementieren.“

    Weitere eigene Kommentierungen will ich mir hier sparen, weil eigentlich alle Aspekte zum Thema in den Kommentaren auf der Seite der NZZ nachzulesen sind.

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    • “Grün/Links“ hat den Umweltschutz „okkupiert“ und nutzt ihn als Einfallstor für immer umfangreichere Planwirtschaft (z. B. deutsches GEG auf 172 ! Seiten regelt immer noch unvollständig die Heizungsverfahren von Gebäuden, ausgenommen staatliche) und eine sozialistische Wirtschaftsordnung. Das haben die Konservativen in der EU mittlerweile (endlich) erkannt und halten schon mal dagegen, wenn immer maßlosere Ideen des Kommissionsapparates das Licht des EU- Parlaments erblicken.”

      Umverteilung ist denen ganz wichtg, das geht unter dem Deckmäntelchen Klima ganz gut!

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    • Das ist aber ein wahres Wort
      Wir Bsuern hüten die Natur, damit wir sie weiter nutzen können.
      Ds nennt man Nachhaltigkeit.

      Das verstehen viele nicht, weil sie es nicht nötig haben sich damit zu beschäftigen.
      Weil sie damit überfordert sind, und sich das nicht eingestehen
      machen sie eben zur Ablenkung Schulzuweisungen.
      Ist das nicht primitiv?

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  5. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Eine mir sofort in den Sinn kommende Frage im Umkehrschluss:

    Wenn der gemutmaßt schlechte Zustand der Ackerböden in der EU heute -70% kranke Böden- in Gegenkehr mit „gut“ einzustufen wäre, welche Getreideberge ernteten wir dann!? Endlos-Wegwerfpotential!? – Aktuell sind wir doch bereits in einer fatal desillusionierenden Lage, dass unsere bäuerlichen Erzeugnisse in Summe in eben den geernteten Mengen, dem kommuniziert misserablen Zustand offensichtlich trotzend, niemand braucht, niemand haben will, allenfalls spottbillig, billig genug für die Tonne, deren Fassungsvermögen wohl kaum mehr ausreichte!?

    Widerspruch bezgl. eines Konservatismus in Reihen der LW, wo sich die Definition in eingeübten Pauschalierungen verliert:

    Ein Großteil der Bauern verfügt sehr wohl einen sachlich nüchternen Blick auf die eigene Arbeit in den Ställen, auf den Äckern, der nicht alleinig von Sensibilitäten geprägt ist, geprägt sein kann. Arbeiten in, mit der Natur, abbedingt eine omnipräsente Flexibilität im eigenen Handeln, die zeitnahe Reaktion auf unabänderliche Gegebenheiten und Anlässe. Den Dornröschen-Schönheitsschlaf, den sich unsere „intellektuell befähigten“ politischen Entscheidungsträger fortwährend leisten, die Plattform des Stillstandes in Reihen unserer Verbände, eine gekaufte Wissenschaft, die Studien liefert ganz nach Gusto des jeweiligen Auftraggebers -frei nach dem Motto „Wer zahlt, schafft an…”-, das nicht selten sinnbefreite Schreibtischdiktat unserer Administration – all dies hilft ad hoc einem Bauern in seiner gegenwärtigen Entscheidungsnot nicht wirklich weiter. Im Gegenteil, er muss sich obendrein gegen eben diese Abstrusitäten am Ende eines jeden Tages irrwitzigerweise heute stetig nicht selten in machtloser Gegenwehr positionieren.

    „Man tut nicht wohl, sich allzulange im Abstrakten aufzuhalten. Das Esoterische schadet nur, indem es exoterisch zu werden trachtet. – Leben wird am besten durchs Lebendige belehrt.“
    (Johann Wolfgang von Goethe)

    Ja, Landwirtschaft ist natürlich lebendige Leidenschaft, muss die voll Kraft und Leidenschaft desjenigen entfalten, der im Dienste Gottes auf dem Acker, in den Ställen, schaltet und waltet, allerdings auch eine Leidenschaft mit Bedacht und Außenmaß gerade innerhalb unserer bäuerlichen Mikroökonomien. Das alles entspringt auch einer Faktizität, dass sich der Landwirt eine weitreichende Ökologie ohne eine gelingende Ökönomie kaum mehr leisten kann/darf. Der Bauernstand heute muss mit intellektueller Befähigung plus der gehörigen Portion Bauernschläue gesegnet sein, damit innerhalb familiär geprägter Strukturen auf den Höfen das Licht nicht ausgeht.

    Physisch und psychisch eine gigantische Herausforderung und Belastung, der wir Bauern uns Tag um Tag ohne Zaudern stellen, mit der notwendigen Portion an sozialer Mitverantwortung für unseren König „KUNDE“. – Für meine Begriffe verdient das Respekt und nicht die heute üblichen Beschimpfungs- und Vernichtungstiraden, die man uns gerne und viel geübt medial an unsere Fersen zu heften weiß. – Wenngleich andere Fersengeld oft als die beste Münze erachten, wir Bauern flüchten nicht, stellen uns selbst immer wieder mutig dem schmerzhaften Knüppelchen, das fortwährend auf unseren Häuptern tanzt. Sehr viele Gewissenlos beißen nämlich unüberlegt hinterhältig die Hand, die sie füttert…

    Conservare bedeutet noch immer, auch in der modernen Landwirtschaft, an den überlieferten Wertevorstellungen festzuhalten, hungrige Münder sättigen zu wollen; auf der Strecke bleiben kann/darf dabei allerdings nicht das Menschlein, das sich einer solchen Moral und Ethik nach wie vor geradezu unbeirrbar verpflichtet fühlt. Eine erfolgreich zukunftsfähige LW bedeutet auch heute, die Arbeit immer wieder neu zu denken, mit eben jener Flexibilität, die unser Herrgott uns bereits in die Wiege gelegt hat….

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  6. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Dieses Durcheinander wird bei uns solange weitergehen,bis das Geld versiegt ist,noch sind wir kreditwürdig,dauert also noch.

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  7. Ludwig sagt

    Konservativ heist für mich – Bewahren, Wachstum aber mit Effizienz, Sachlichkeit und Realismus. Was hier jetzt in unserem Lande abläuft ist die Umwidmung in den Sozialismus in einer sektenartigen Ideologie. Schauen wir uns das gestern abgestimmte Energiegesetz an.
    Wenn das umgesetzt wird fallen lt. Fachleuten in den älteren Häusern rd. 1200 Euro/m2 Kosten an und bringen tut es nichts , weil der Aufwand soviel Rohstoffe und Energie ergibt , daß kein Umweltplus bei heraus kommt. Also alle noch schnell eine neue Heizung bis zum 31.12. einbauen , oder einfach nichts machen und so in der Masse der Menschen passiven Widerstand demonstrieren und bei den nächsten Wahlen seine Unzufriedenheit mit dem Kreuzchen zum Ausdruck bringen.Vergessen sollte auch nicht , daß mit der Einseitigkeit auf Strom , der auch nicht vorhanden ist, man auch schnell zentral abgestellt werden kann. Hatten wir das nicht schon einmal ?

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  8. Ferkelhebamme sagt

    Willkommen in Mordor!😉
    Dieses übergeistigte Geschwafel untermauert mit zweifelhaften Studien geht mir nur noch auf den Keks. Gut und Böse, liberal und konservativ, links und rechts, was anderes gibts nicht mehr? Wo ist die gesunde Mitte? Konservierende, naturschützende Mitte, da sehe ich mich, 😊

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    • Ja, die Neutralität,

      Das Geschwafel von links und rechts ist nur aufgekommen,
      weil sich zu viel unechte Ideologie in den Gedanken der Grünen, mit ihren wahren ursprünglichen Absichten eingeschlichen hat .

      Und das stört viele!

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    • Stadtmensch sagt

      Ist doch nix Hochgeistiges?

      “Die meisten Konservativen denken heute aber viel kurzfristiger. Ihre Fürsorge gilt dem je aktuellen Status quo, untrennbar verbunden mit den Tagesgeschäften der Wirtschaft.
      […] Was der heutige Konservatismus konservieren will, ist etwas Massloses, Wurzelloses, Utopisches: das unbeschränkte Wirtschaftswachstum.”

      Weiß gar nicht, in welche Schublade ich als Hobby-Sozialutopist mit MINT-Immatrikulationshintergrund gehen soll, wenn ich Sachen wie “Kampf gegen die Natur” (Konrad Adam) mit Gewinn lesen kann.

      Der NZZ-Text ist für mich jedenfalls eine interessante kleine Ansammlung von Zeugnissen menschlicher Sichtweisen. Wie haben gewisse Kreise früher gedacht und warum. Wie denken gewisse Kreise heute und warum…usw…

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      • Bauer Willi sagt

        Danke, dass doch jemand diesen Text für nachdenkenswert hält. Natürlich stimme ich in vielen Dingen nicht mit der Sichtweise überein, aber ich halte es für wichtig, sie zu kennen und sich damit auseinanderzusetzen.
        Ich stehe am Mittwoch mit Godo Röben auf der Bühne. Er war Geschäftsführer von Rügenwalder und ist jetzt Berater für Firmen, die auf Vegetarisch und Vegan umstellen wollen. Der Event nennt sich “Impact-Festival” und findet in Offenbach statt. Ich weiß jetzt schon, dass ich da völlig fehl am Platze bin. Deshalb fahre ich auch hin.
        Am 13.9. um 17:00 Uhr ist mein Auftritt
        https://impact-festival.earth/de/?

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        • evo.... sagt

          Wenn ich was von grünen (Ernährungs-) Wenden lese, denke ich sofort an Geisterfahren auf der Autobahn. Würde es nicht reichen mal seine Geschwindigkeit an zu passen, die Spur zu wechseln, mal einen Umweg fahren, mal raus fahren und auf der Gegenfahrbahn zurück fahren,…!

          Sehe es ähnlich wie Stadtmensch:

          Ist doch nix Hochgeistiges?

          Der NZZ-Text ist für mich jedenfalls eine interessante kleine Ansammlung von Zeugnissen menschlicher Sichtweisen. Wie haben gewisse Kreise früher gedacht und warum. Wie denken gewisse Kreise heute und warum…usw…

          Ich denke der NZZ-Artikel würde für die Impact-Leute passen, damit sie sich selber hinterfragen.

          Konservativ bedeutet für mich hauptsächlich zu beachten, dass die bisherigen Entwicklungen nicht einfach ins Blaue hinein erfolgten, sondern dass es dafür Gründe gab. Und offen sein für neue Entwicklungen, aber bei Problemen nicht immer sofort von Wenden träumen.

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          • Das Ganze

            an Natürlichen Nährhrstoffen unserer herkömmlichen Nahrung

            ist mehr
            als die Summe ihrer Einzelteile.

            Und bei allen künstlich hergestellten Lebensmittel wird ja nur auf die Summe ihrer Einzelteile geachtet.

        • Arnold Krämer sagt

          Willi, du wagst dich in die Höhle des Löwen.

          Wer sich die Internetseite des Veranstalters auch mit den Hinweisen auf Job-Angebote in deren Umfeld anschaut, bekommt einen Eindruck von den Gründen, warum soviele Stellen in der Realwirtschaft, in den Schulen, in der Pflege nicht besetzt werden können. Bullshit- Jobs, wohin man nur schaut, sicherlich gepampert auch mit dem Steuergeld derjenigen, die man bekämpft.

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          • Stadtmensch sagt

            “Bullshit- Jobs, wohin man nur schaut,”

            Das dachte ich auch. Die Menschen sind jung und fest überzeugt, mit der Abschaffung der Tierhaltung ihren Teil für eine bessere Welt beizutragen.
            Es ist gruselig mit ansehen zu müssen, wie der Mensch in religiöser Verblendung wieder einmal massiv unter seinen Möglichkeiten bleibt.

            Willi kann dort auf der Bühne nur versuchen, mit unzweifelhaften Argumenten etwas zu stören (z.B. mit ein paar Schlüsselsequenzen aus einem Prof. Windisch-Traktat: https://www.bauerwilli.com/die-zukunft-der-ernaehrung/) und damit die ihm zugewiesene Rolle des angehörten Miesepeters zu spielen 😉

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            • Bauer Willi sagt

              Genau das ist meine Gefühlslage: alter weißer Mann, der noch nicht kapiert hat, dass in 6 Jahren 5 Monaten und 3 Tagen das Weltklima unwiderbringlich kippt. Dass wir alle morgen aufhören müssen, tierische Produkte aller Art zu essen. Nur so können wir das “Klima retten”. Aktuell baut China jede Woche (!) ein neues Kohlekraftwert.
              Keiner will wissen, wie wir 70% Grünland weltweit anders nutzen können als mit Wiederkäuern. Falls einer von den hippen Start-ups überhaupt jemand weiß, was das ist, ein Wiederkäuer. Keiner will wissen, dass es drei Milliarden von den 8 Milliarden überhaupt gibt, weil es das Haber-Bosch verfahren gibt.
              ja, ich muss wohl die Rolle des Miesepeters spielen….

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                “Dass wir alle morgen aufhören müssen, tierische Produkte aller Art zu essen. Nur so können wir das “Klima retten”.

                Genau deswegen werde ich weiterhin Fleisch, Wurst und Käse essen, in 6 Jahren ist es eh vorbei.😉

                Wenn ich jetzt noch jünger wäre, würde ich auf die Straße setzen, der Ablass dürfte für einen Bali Urlaub reichen.

          • Bauer Willi sagt

            Hinter der GmbH, die den Event veranstaltet, steht übrigens die Commerzbank… Die wollen den vielen Start-ups Kredite verkaufen…

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Braucht ein alter weiß(s)er Mann vielleicht sogar einen solchen Kredit!? 😉

              Weißt schon, …jemand muss ja schließlich unsere Welt tatsächlich retten!!! 🙂

              (Aber buch’ mir jetzt kein Ticket bei Musk – hier wird geblieben…)

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        • Rudolf Weishaupt sagt

          “Ich weiß jetzt schon, dass ich da völlig fehl am Platze bin. Deshalb fahre ich auch hin.” Ach, so geht es mir oft, wenn ich die Beiträge hier lese und manchmal auch ein bisschen mitkommentiere. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und interessante Gespräche in Offenbach!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            ” Ach, so geht es mir oft, wenn ich die Beiträge hier lese”

            Herr Weißhaupt,
            Landwirtschaft erfolgreich zu betreiben, verlangt ein mehrfaches an Können, als die urbane Bevölkerung sich vorstellen kann. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn man Dinge hört, die man auf Anhieb nicht versteht.

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  9. Reinhard Seevers sagt

    “Mit Romantik hat das wenig zu tun. Gesunde Ökosysteme sind ertragreicher. 5 Milliarden Euro landwirtschaftlicher Produktion gehen allein auf Bestäuberinsekten zurück, deren Populationen immer weiter abnehmen. In Deutschland allein büssten 2018 Landwirte bis zu 8 Milliarden Euro durch dürrebedingte Ernteausfälle ein.”

    Tja, wie so häufig eine unlogische Korrelation-Kausalitäts- Argumentation….als Texteinleitung völlig ungeeignet. Und dann folgt ein Brei von historischen Zitate-Sammlungen und eine konstruierte Begrifflichkeit des “Konservativen”. NZZ ist auch nicht immer ein Garant für Aufklärung.😉

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      • Wenn Conservare erhalten heisst und dass bedeutend dann auch,
        Die Menschen müssen sich danach richten,
        und nicht umgekehrt.

        Alle Menschen nicht nur die Unternehmen

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