Alle Artikel in: Bauer Willi

Vegane und vegetarische Aktien

Die Überschrift klingt etwas komisch, aber eine andere Bezeichnung ist mir nicht eingefallen. Ich hatte gehört, dass die Aktien von Beyond Meat und Oatly sich nicht wie erwartet entwickelt haben. Ich habe mir darauf hin mal die Zahlen von Firmen, die im Bereich Fleischersatz und Milchersatz unterwegs sind, etwas detaillierter angesehen und ihren Aktienwert im Frühjahr 2021 mit heute verglichen.Es sieht so aus, als wenn der Glaube in das Geschäftsmodell etwas gelitten hat. https://www.trendlink.com/top-aktien/fleischersatz Zur Legende: Die rote Säule nach unten ist die Entwicklung in Prozent, die Säulen nach oben sind die Kurse in Euro. Warum ich das bringe? Weil in den Medien der Eindruck erweckt wird, als wären vegetarische und vegane Lebensmittel der neue Trend und würden enorm wachsen. Das war vor zwei Jahren tatsächlich so. 2021 traten viele  Unternehmen in diesen Markt  ein. Nach einer kurzen Phase des steilen Aufstiegs folgte dann bei nahezu allen Unternehmen (die Auswahl habe ich so von boerse.de übernommen) ein langsamer aber stetiger Rückgang. Im Falle von Oatly wird dem Management vorgeworfen, dass ihre Expansion völlig an der …

SWR: „Greenpeace und Gentechnik“

Wenn diese beiden Worte in einer Überschrift vorkommen, kann ja wohl nichts Gutes dabei herauskommen. Dachte ich. Und dann kam es ganz anders. Der SWR hat hier wirklich eine Reportage gesendet, in der Greenpeace nicht gut wegkommt. Und ab etwa Minute 13:00 die ganz klare Aussage, dass alle wesentlichen Institute weltweit zu dem Ergebnis kommen, dass von Gentechnik keine Gefahr für den Menschen ausgeht. Wann hat man so etwas schon mal in den öffentlich-rechtlichen Medien gehört?! https://www.ardmediathek.de/video/swr-wissen/greenpeace-und-die-gruene-gentechnik/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE5NDUwMDY Einer der Kernaussagen: Greenpeace hat mit seiner sturen und unfachlichen Kampagne gegen alles, was Gentechnik ist, der Sache und sich selbst geschadet. Sie sind nicht mehr glaubwürdig. Und unglaubwürdig zu sein ist wohl das Schlimmste, was einer NGO passieren kann. Und jetzt ist es wirklich öffentlich! Gezeigt wird dies unter anderem am Beispiel Golden Rice, der für viele Menschen ein segensreiches Nahrungsmittel wäre. Benedikt Haerlin, Mitglied der Grünen, kommt auch zu Wort. Er ist der Meinung, dass man über die Unabhängigkeit von Leopoldina und Max-Planck-Gesellschaft „nachdenken“ müsste. So argumentiert übrigens auch Renate Künast. Und dann ist dann noch …

Dirk Steffens: Viele Vorwürfe – keine Lösung

Dirk Steffens und seine Reportagen schätze ich sehr. Er hat jetzt ein Buch geschrieben und macht Werbung dafür. Deshalb auch ein Interview mit dem „Merkur“ https://www.merkur.de/wirtschaft/ernaehrung-regenwald-soja-fleisch-nachhaltig-dirk-steffens-regional-bio-waldbraende-92596994.html Bei diesem Satz aus dem Interview bin ich ausgestiegen. „Heute fahren schwere, dumme Maschinen viel Chemie auf den Feldern aus. Das verdichtet den Boden. Wenn der Dünger auch noch nach dem Gießkannen-Prinzip verteilt wird, ist das sehr belastend für die Bodenlebewesen. Wir brauchen deshalb eine präzisere, digitalisierte Landwirtschaft.“ Ich schaue mal, ob ich ihn auch zu einem etwas tiefgründigeren und fachlich anspruchsvollerem Gespräch bewegen kann. Die Anfrage ist jedenfalls raus. Ach so: das hier hat mich auch geärgert. „Durch das Umpflügen liegt die Erde nackt da, Wind und Wasser haben leichtes Spiel, um den Boden abzutragen. Zum anderen laugen wir unsere Äcker oft aus: Wenn wir ständig Dünger, Gülle und Pestizide darauf kippen, schwächt das die Millionen Lebewesen, die den fruchtbaren Humus erzeugen. Bisher gleicht man das aus, indem man mehr Dünger auf die Felder bringt. Aber man muss nicht Agrarwissenschaft studiert haben, um zu wissen, dass das nicht …

Zu wenig Fleisch…

Auf einem Portal für Juristen habe ich unter der Rubrik „Kurioses“ eine Schadensersatzklage eines Amerikaners gefunden, der über zu wenig Fleisch in einer Pizza-Füllung klagt. https://www.lto.de/recht/kurioses/k/schadensersatz-5-fuenf-millionen-dollar-new-york-taco-bell-pizza-fuellung/ Ob so was auch in Deutschland passieren könnte? Und wie dann wohl die Medien darüber berichten?

Die Geschichte der Landwirtschaft – Tierhaltung

Das ZDF hat aktuell zwei Dokumentationen zur Landwirtschaft gesendet, wovon sich eine mit der Tierhaltung, die andere mit dem Ackerbau beschäftigen. Im Großen und Ganzen eine faire Berichterstattung mit vielen Zahlen und Fakten. Auch wenn es einzelne Punkte gab, an denen ich schwer atmen musste…. Sehr positiv vertritt Bettina Hueske, die ich kenne und auf deren Betrieb ich schon mal sein konnte, die Belange der konventionellen Landwirtschaft. Der Bio-Kollege kommt auch symphatisch rüber. Mehrfach wird erwähnt, dass er „alte Rassen“ züchtet und mästet, was beim Zuschauer vermutlich gut ankommt. Was mir in der Dokumentation fehlt, ist die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit, besonders beim Bio-Betrieb. Bei mir ist jedoch der Eindruck entstanden, dass man mit dem Verkauf von Bio-Fleisch nicht wirklich reich werden kann…. In jedem Fall lohnt es sich, die 45 Minuten anzuschauen und eventuell auch dem ein oder anderen Nicht-Landwirt zu empfehlen. Mein Eintrag in das ZDF-Zeugnis: Es bemühte sich stets im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten.  (befriedigend bis ausreichend) https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/die-geschichte-der-landwirtschaft-von-der-weide-auf-den-teller-100.html

Energiewende: ich will es wirklich nur verstehen

Ich habe mir mal einen Tag im Oktober herausgesucht um zu sehen, wo der Strom erzeugt wurde, den wir am 25. Oktober um 19 Uhr verbraucht haben. Geholt habe ich mir die Daten hier: https://www.smard.de/home Demnach waren es rund 64 GWh Stromverbrauch und 61,5 GWh Erzeugung. Meiner Interpretation nach müssen die fehlenden 2,5 GWh importiert worden sein. Aus welcher Quelle dieser Strom stammt, habe ich nicht gefunden. Erneuerbare Stromquellen Wenn ich richtig gerechnet habe, kamen 23,1 GWh aus erneuerbaren Energiequellen. Aus Photovoltaik kam nichts (war ja dunkel) aus Windkraft 17,1 GWh. Biomasse machte immerhin auch 4,6 GWh aus. Konventionelle Stromquellen Aus konventionellen Kraftwerken stammten 38,3 GWh, das sind rund 62% des hier erzeugten Stroms. Aus Braun- und Steinkohle stammten 23,1 GWh (zufällig genau so viel wie aus allen erneuerbaren Energiequellen zusammen) Erdgas machte 9,7 GWh aus. Bei all diesen fossilen Energieträgern wird Kohlendioxid freigesetzt, das vor Millionen von Jahren als organische Masse gespeichert wurde. Die heimischen Kohlekraftwerke sollen in den Jahren 2030 bis 2038 abgeschaltet werden. Die rheinischen Kohlekraftwerke, die ich vom Fenster aus sehen …

Die Politik scheitert an den eigenen Gesetzen

Das sächsische Landwirtschaftsministerium hat seinen Landwirten mitgeteilt, dass die Auszahlung der Ausgleichszahlungen nicht wie gewohnt im Dezember sondern erst im Frühjahr 2024 erfolgen kann. Grund: die Komplexizität der Gesetzgebung. Man wäre nicht in der Lage, die entsprechenden IT-Programme für die Auszahlung rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/landwirtschaft-keine-ausgleichszahlung-umweltleistung-100.html Recht deutlich wird dies von den Freien Bauern kommentiert: https://www.freiebauern.de/index.php/8-mitteilungen/473-freie-bauern-verspaetung-der-agrarsubventionen-ist-bankrotterklaerung-des-systems Die logische Konsequenz wäre, das System der Ausgleichszahlungen europaweit abzuschaffen. Ich bin sofort dabei, wenn im gleichen Zug auch der unsägliche Dokumentations- und Kontrollwahnsinn ein Ende findet (finden würde) Nachtrag: Aus einer WhatsApp-Gruppe habe ich erfahren, dass es am kommenden Mittwoch  um 9:00 Uhr eine Demo vor dem Landtag in Dresden geben soll. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen    

Ein Landwirt bei Markus Lanz: „Was tun mit dem Wolf?“

Wann schafft es ein Landwirt schon mal in eine größere Talkshow? Ich war 2015 in der Sonntags-Abend-Sendung „Günther Jauch“. Jetzt hat es Christian Lohmeyer zu „Markus Lanz“ geschafft und die Position der Landwirtschaft sehr gut dargestellt. Es ging um das strittige und sehr emotionale Thema „Wolf“. Seine Gesprächspartnerin war eine Tierärztin und Tierpsychologin. https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-25-oktober-2023-100.html Ich könnte jetzt meine persönliche Meinung zum Diskussionsverlauf abgeben, will das aber bewusst vermeiden. Bilden Sie sich selber ein Urteil. Was ich aber bewundernswert finde, ist die (relative) Ruhe und Sachlichkeit des Gedankenaustausches, was bei diesem Thema und der persönlichen Betroffenheit von Christian nicht selbstverständlich ist. Was die Sendung aber auch zeigt: ein Ergebnis wurde nicht erzielt.

Özdemir und Rukwied im SWR-Fernsehen

Bevor es an Aktualität verloren hat: hier ein Beitrag des SWR, in dem Cem Özdemir und Joachim Rukwied gemeinsam in einer Runde sitzen. Zum Thema Landwirtschaft kommt der Moderator erst ab etwa Minute 9. https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE5NDU3MzA Lasst die Diskussion mal auf euch wirken und sagt mir dann, was ihr von der Sendung und den Diskussionsbeiträgen haltet…

Buchbesprechung: Unsere Landwirtschaft besser verstehen

Eine Buchbesprechung von Arnold Krämer Langjährige und regelmäßige Leser wie Diskutanten im Blog von Bauer Willi, die gleichzeitig auch agrarpolitisch interessiert sind, kennen seinen Namen: Dr. Hermann Onko Aeikens. Der seltene 2. Vorname gibt einen Hinweis auf seine ostfriesische Herkunft, genauer aus dem Rheiderland, einem fruchtbaren Landstrich südwestlich von Leer. Nach Agrarstudium und Staatsdienst beim Land Niedersachsen war Dr. Aeikens nach dem Fall der Mauer Abteilungsleiter, später Staatssekretär und dann Minister im Landwirtschafts- und Umweltministerium in Magdeburg, Sachsen-Anhalt (von 1990 bis 2016) und gegen Ende seiner beruflichen Laufbahn Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium unter den Ministern Schmidt (CSU) und Klöckner (CDU). Dr. Aeikens, privat wie beruflich westdeutsch sozialisiert, hat sein umfangreiches Wissen und seine jahrzehntelangen beruflichen wie privaten Erfahrungen aber in ganz Deutschland und auch zeitweise in Brüssel erworben.  Niemand sonst im agrarpolitischen Raum hat meines Erachtens einen so umfassenden Blick auf das ganze „agrarische“ Deutschland wie er. Die Zeit nach dem Eintritt in den Ruhestand Ende 2019 hat er nun genutzt, um ein „Aufklärungsbuch“ zu schreiben, das kürzlich unter dem Titel „Unsere Landwirtschaft besser verstehen-Was wir …