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Habeck und das Monopol

Die Überschrift des Artikels klingt wie ein schlechter Witz: „Habeck über Marktmacht des Lebensmittelhandels besorgt“. https://www.topagrar.com/markt/news/habeck-ueber-marktmacht-des-lebensmittelhandels-besorgt-20003716.html Gefühlt wird dieses Thema seit Jahrzehnten von der Politik erkannt, aber wirklich passiert ist nichts. Nach dem Agrargipfel von Angela Merkel hatte die Bundeskanzlerin damals auch die Spitzen des deutschen Lebensmittelhandels zum Report nach Berlin bestellt. Von den Ergebnissen des Gespräches ist nicht viel bekannt geworden, jedenfalls nichts von Substanz. https://www.agrarheute.com/politik/lebensmittelgipfel-merkel-5-ergebnisse-564514 Tatsächlich ist es so, dass seit geraumer Zeit die „Gesetze“ der Lebensmittelproduktion längst nicht mehr vom Gesetzgeber sondern vom Lebensmittelhandel gemacht werden. Wenn zum Beispiel Aldi beschließt, ab dem Jahr X nur noch Ware der Stufe Y zu listen (z.B. bei der Haltungsstufe), dann ist das zwar de jure kein Gesetz, aber eine Einschränkung des Marktzugangs. Es ist ja „nett“, dass Habeck die Marktmacht des LEH erkannt hat, ändern wird auch er nichts. Dazu wäre es notwendig, dass das Kartellamt anfangen würde, seine Arbeit zu machen und Kartelle zu verhindern bzw. zu zerschlagen. Doch da traut sich niemand ran. Auch die Bauernverbände (und zwar alle!) unternehmen nichts Wirksames. …

Parkinson…

Krankheiten sind kein leichtes Thema. Parkinson ist in Frankreich wohl schon seit längerem als Berufskrankheit anerkannt und soll jetzt auch in Deutschland als solche anerkannt werden. Als eine der Ursachen werden Pflanzenschutzmittel („Pestizide“) ausgemacht. Hauptrisikofaktor ist laut AOK aber das Alter. https://www.aok.de/pp/gg/praevention/parkinson-pestizide-berufskrankheit/ Das Arbeitsministerium schreibt dazu: Die Voraussetzungen der neuen Berufskrankheit sind: Diagnostiziertes primäres Parkinson-Syndrom ohne sekundäre Genese (das heißt, die Erkrankung darf nicht Folge einer anderen Grunderkrankung sein), Erfüllung des Dosismaßes von mindestens 100 trendkorrigierten Anwendungstagen mit Stoffen aus einer der drei Funktionsgruppen der Pestizide (Herbizide oder Fungizide oder Insektizide) durch eigene Anwendung. https://bmas.de/DE/Soziales/Gesetzliche-Unfallversicherung/Aktuelles-aus-dem-Berufskrankheitenrecht/empfehlung-berufskrankheit-parkinson-syndrom-durch-pestizide.html? 100 Anwendungstage kommen in unserem Betrieb nicht zusammen, können aber natürlich für Lohnunternehmer schon erreicht werden. Interessant ist das Interview mit einem Arbeitsmediziner, der erläutert, warum Deutschland erst jetzt reagiert. https://www.ukaachen.de/alle-beitraege-aus-news/news/medientipp-pestizide-verursachen-parkinson-interview-mit-prof-thomas-kraus-zur-anerkennung-einer-neuen-berufskrankheit-bei-landwirten-1/ Wie gesagt, ein schwieriges Thema und es würde mich nicht wundern, wenn es dazu wenig Kommentare geben würde…  

Die einzige Wahrheit…

Dieses Gespräch im Video ist für mich schwer zu ertragen. Aufmerksam darauf gemacht hat mich ein Kommentar von Bauer Fritz, der einen Artikel des Cicero zitiert hat, der leider hinter der Bezahlschranke ist. https://www.cicero.de/kultur/republica-aufritt-von-carolin-emcke-predigerin-der-einzigen-wahrheit Der Artikel bezieht sich auf eben dieses Video hier, in dem Frau Emcke ab etwa Minute 32 dafür plädiert, nicht in Diskussionen zu gehen, in denen es um Pro und Contra geht. Ihr Aufruf: „Meinungsvielfalt ist falsch, es gibt nur eine einzige Wahrheit. Es muss aufhören.“ Unfassbar, dass Sie dafür von der Zuhörerschaft mehrfach spontanen und anhaltenden Beifall bekommt. In was für einer Gesellschaft leben wir, in dem der Diskurs von einer kleinen Elite abgeschafft werden soll. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Mal heur – für die Rüben

Eine schlechte Stunde (mal heur) hat unser Feldnachbar erwischt, als er seine Kartoffeln gespritzt hat. Es war zu viel Wind und so ist ein Teil des Herbizides in unsere Rüben geweht und hat diese geschädigt. Das sollte nicht passieren, aber menschliche Fehler kommen vor. Hier der Bericht aus der Praxis: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Fragen zur „Strom-Mangellage“

Dieses Schreiben haben eine Reihe von Nutztierhaltern vom BMEL erhalten. Einer von ihnen hat es mir zugeleitet. Meine Frage an das BMEL: müssen wir uns Sorgen machen? Sehr geehrter Herr in der jüngeren Vergangenheit haben die Themen Versorgungssicherheit mit Energieträgern und Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Insbesondere die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe mit Nutztierhaltung gegenüber Energieengpässen wird dabei häufig diskutiert, da die Landwirtschaft im Krisenfall einen direkten Einfluss auf die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln hat. Bisher ist wenig über die Widerstandsfähigkeit dieser Betriebe im Falle einer schweren Krise bekannt. Deshalb soll untersucht werden, wie gut die Betriebe derzeit auf eine Notsituation vorbereitet sind. Zu diesem Zweck führt das Johann Heinrich von Thünen-Institut für eine Marktanalyse im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft [BMEL] eine bundesweite Befragung durch. Ziel der Befragung ist es, den aktuellen Stand der Vorbereitung und Widerstandsfähigkeit der Betriebe in der Praxis zu ermitteln. Nähere Informationen zur Befragung finden Sie auf der Rückseite des Schreibens. Wir sind daher auf Ihre Mitarbeit und Unterstützung angewiesen. Die Ergebnisse der Studie werden …

Autoreifen im Gemüse

Endlich mal keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, sondern von Autoreifen. https://www.welt.de/gesundheit/article251887252/Reste-von-Autoreifen-in-Blattgemuese-nachgewiesen.html Ich bin der Meinung, dass man Autoreifen sofort verbieten muss. Dass Greenpeace da noch nicht drauf gekommen sind. Die machen doch sonst aus jedem Scheiß eine Katastrophe. Oder aus jeder Mücke einen Elefant… Und jetzt mal ernsthaft: alles, was wir Menschen in die Welt gebracht haben, findet sich irgendwo wieder. Wenn Gemüse an vielbefahrenen Strassen angebaut wird, wird man alles, was die Fahrzeuge emittieren (wozu auch Reifenabrieb gehört) auch in den Pflanzen wiederfinden. Das Ergebnis der Studie war erwartbar.    

DLG-Feldtage in Erwitte

In diesem Jahr sind die DLG-Feldtage in Westfalen und so für mich in einer vertretbaren Zeit zu erreichen. Wegen eigener Termine könnte ich nur am Donnerstag nach Erwitte fahren.  Hier der Link. https://www.dlg-feldtage.de/de/? Ich bin ja vielleicht ein Erbsenzähler, aber was mich ein wenig stört ist der Titel der Feldtage „Out of the box“. Und auch auf der Homepage geht es in englischer Sprache weiter: Stages, Pop-up-Talks. Und dass man Maschinenvorführungen falsch geschrieben hat (ohne „s“),  ist bisher auch noch niemand aufgefallen. An alle, die am Dienstag in Erwitte sind/waren, hätte ich eine Bitte: schreibt in die Kommentare, was man sich unbedingt ansehen muss. Danke.

Deutschland: Neuwahlen jetzt

Die aktuellen Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber die Hochrechnungen der Europawahl zeigen ein deutliches Bild: Die Ampel-Parteien haben in der Summe rund 31%, die Union rund 30%. Klarer kann der Bürger sein Mißtrauen gegen die gegenwärtige Regierung nicht zum Ausdruck bringen. Vor allem die Grünen haben massive Verluste eingefahren, was bei deren Personal und der Arbeit, die sie abliefern, auch kein Wunder ist. In einer Stellungnahme, die Friedrich Merz heute (Sonntag) Abend abgegeben hat, fordert er einen Politikwechsel der Regierung. Ich verstehe das nicht. Es braucht einen Politikwechsel durch einen Regierungswechsel! Ich weiß schon, was jetzt kommt: „Wie soll das gehen? Mit wem soll die CDU/CSU-Fraktion denn eine Koalition eingehen? Hast Du denn nicht gesehen, dass die AfD so stark zugelegt hat?“ Doch, habe ich alles, aber worauf sollen wir als Volk denn warten? Dass die gegenwärtige Regierung, die nun noch mehr geschwächt ist als vorher,  in den nächsten Monaten bis zur regulären Bundestagswahl kaum noch eine vernünftige Politik hinbekommen kann? Was viele vergessen haben: Politiker sind die Vertreter des Volkes und das Volk …

Du hast die Wahl!

Stellen Sie sich vor, Sie leben in China oder in Russland und dort finden Wahlen statt? Würden Sie hingehen? Hätten Sie den Eindruck, Sie würden mit Ihrer Stimmabgabe irgendetwas ändern? Vermutlich ist Ihre Antwort: nein. Und Sie haben recht, es sind dort keine demokratischen Wahlen. Am Sonntag ist die Europawahl. Ich muss zugeben, dass ich auf diese Wahl sehr gespannt bin. Natürlich werde ich wählen. Nach 50 Jahren, in denen ich CDU und manchmal (aus taktischen Überlegungen auch mal FDP) gewählt habe, werde ich diesmal einer kleinen Partei geben, die konservativ, liberal und christlich eingestellt ist. Der Vorsitzende dieser Partei in Deutschland ist ein Landwirt, die Kandidatin für das Europa-Parlament ist eine Landwirtin aus einem Milchviehbetrieb in Bayern. https://www.fw-bayern.de/aktuelles/mitteilungen/pressemitteilungen-details/anpacken-fuer-europa-freie-waehler-spitzenkandidatin-christine-singer-stellt-sich-vor Auch Ulrike Müller, die bereits im Europa-Parlament ist, ist Landwirtin. Ich kenne sie persönlich und schätze ihre aufrechte Art und ihr Engagement auch außerhalb der Politik sehr. https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrike_M%C3%BCller_(Politikerin) Die Stimme den Freien Wähler zu geben ist mein Glaube, dass diese kleine Partei mit ihrer unkonventionellen und unverbrauchten Art frischen Wind in die Parteienlandschaft bringen kann. Da …

„Westfernsehen“ – aus dem Süden

Die NZZ schreibt häufig über Themen, die so in den deutschen Medien nicht zu lesen sind. Und die Redakteure der NZZ analysieren als Schweizer anders, als es unsere Journalisten tun, die häufig eine bestimmte politische Linie vertreten. Das dürfte auch der Grund sein, warum bestimmte Medien die NZZ als „rechts“ verorten. Im nachfolgenden Artikel wird analysiert, wie sich das Machtgefüge durdch die Europawahl ändern könnte und warum die etablierten Parteien den Grund dazu liefern. https://www.nzz.ch/meinung/populismus-und-eu-politik-wie-der-waehlerwille-das-machtgefuege-verschiebt-ld.1832819