Alle Artikel in: Bauer Willi

Fragen an und Antworten von der Katholischen Landvolk-Bewegung

Die KLB war an der Erstellung der Studie der Bischofskonferenz zur Landwirtschaft beteiligt. Diese Studie hat unter Landwirten (mehrheitlich konventionellen Landwirten) für einigen Unmut gesorgt. Ich habe deshalb der KLB, vertreten durch den Bundesvorstand einige Fragen gestellt. BW: Die KLB hat in einer Stellungnahme die Studie gegen Kritik verteidigt. Der Bischof von Regensburg hat sich in sehr deutlichen Worten („kein Bauernbashing mehr“) von der Studie distanziert. Wir klären Sie intern diesen offensichtlichen Dissens? KLB: Schade, dass Sie nur die Schlagzeile übernommen haben, die von der Presse formuliert wurde. In unserer Pressemitteilung heißt es, dass viele der angesprochenen und kritisierten Themen gar nicht in der Studie benannt sind. Das mag man Verteidigung der Studie nennen und in dem Sinne gibt es dann zwar einen Dissens zu Bischof Vorderholzer, den wir aber nicht klären müssen. Wir finden in der Studie keine Äußerungen gegen LandwirtInnen. Im Gegenteil, es gibt verschiedene Passagen, die ausdrückliches Verständnis mit der harten Arbeit der LandwirtInnen zum Ausdruck bringen. BW: Es gibt einige Punkte und Formulierungen, die mich als Landwirt aufregen. Ich will einige …

Cem: Zurück ins Ländle

Irgendwie haben wir es doch alle geahnt, dass es so kommen wird: Cem Özdemir, Noch-Bundeslandwirtschaftsminister hat heute erklärt, dass er das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg anstrebt. Überrascht ist wohl niemand, denn seit Monaten wurde darüber spekuliert. Was wird man im Rückblick über die Ausfüllung seines Amtes berichten? Beim Amtsantritt hatte er gesagt, „dass zwei Bibeln auf meinem Schreibtisch liegen: der Koalitionsvertrag und das Papier der Zukunftskommission Landwirtschaft“. Was den Koalitionsvertrag angeht, so habe ich mehrfach analysiert, was davon umgesetzt wurde. Der Koalitionsvertrag der Ampel – eine dritte Analyse Man muss den Artikel nicht lesen, denn außer an die Tierwohlkennzeichnung in fünf Stufen kann ich mich an nichts Bemerkenswertes erinnern. Dass in den verbleibenden Monaten der Ampel (niemand weiß, ob sie nicht früher abgeschaltet wird) noch irgendetwas Sinnvolles umgesetzt wird, glaubt wohl niemand. Was sein Amt als Ministerpräsident angeht: Ich denke, er ist Realist genug zu wissen, dass daraus wohl nichts wird. Nahezu alle Umfragen ergeben aktuell bei der Sonntagsfrage ein Ergebnis von um die 18% für die Grünen und etwas über 30% für die …

„Ich habe keine Jacht in Saint Tropez“…

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer   „Ich habe keine Jacht in Saint-Tropez“ oder Mangelhafte Wirtschaftsbildung und schlechte Gesetze Medien überschlagen sich aktuell mit der Meldung über Nebeneinnahmen/Nebeneinkünften (ja was denn nun?) unserer Bundestagsabgeordneten: Der „Spiegel“ weiß dies zu berichten: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/nebeneinnahmen-von-abgeordneten-das-sind-die-topverdiener-im-bundestag-a-e7d8358a-0af5-46a8-8eb6-10954189fa71 Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ mit großer überregionaler Verbreitung) schiebt ein Interview mit Albert Stegemann (MdB aus der Grafschaft Bentheim) nach, der die „Rangliste“ im Bundestag anführt: https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/cdu-mdb-stegemann-zu-rekord-nebeneinkuenften-traktor-statt-yacht-47893569 Und auch der NDR berichtete: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Nebeneinkuenfte-im-Bundestag-Niedersachse-an-der-Spitze,nebeneinkuenfte126.html   Wer solche Artikel und Interviews liest bzw. hört, bekommt einen Eindruck davon, warum es um die deutsche Wirtschaft mittlerweile so schlecht steht. Es ist nicht zuletzt die mangelhafte WIRTSCHAFTSBILDUNG bei Politikern, die die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, aber auch für den „Eigenbetrieb“ (= Abgeordnetengesetz) von Juristen gestalten bzw. formulieren lassen, bei Medienvertretern, die um Aufmerksamkeit bemüht sind, um ihren Arbeitsplatz zu behaupten, aber nicht in der Lage sind, die Fachbegriffe richtig zu verwenden. der Bürger, deren Neidgefühle angesprochen werden und oft entsprechend emotional reagieren und in ihr Wahlverhalten einfließen lassen.   Was ist konkret in diesem Fall zu kritisieren? Begriffe …

Insektizide: Mit zweierlei Maß…

Warum sind eigentlich Pflanzenschutzmittel  für den Einsatz in der Landwirtschaft und auf dem Acker verboten, dürfen aber bei Katzen und Hunden weiterhin eingesetzt werden? Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in der Schweiz, denn auch dort sind Neonicotinoide weiterhin vorbeugend (!)  gegen Zecken und Flöhe im Einsatz. Es stände den Ministerien für Landwirtschaft gut zu Gesicht, dies zu ändern. In Deutschland und in der Schweiz. (Wie ist die Situation in Österreich?) https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20243899 Vielen Dank an eine Leserin aus Italien, die mir den Link geschickt und auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht hat.

Hunger in Afrika: was sind die Gründe?

Volker Seitz hat viele Jahre in Afrika gelebt und gearbeitet, unter anderem als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea. Er macht sich Gedanken darüber, warum Afrika so abgehängt ist. Im nachfolgenden Artikel geht es um die Frage, warum in Afrika gehungert wird und welche Rolle dabei die afrikanischen Landwirtschaft spielt. https://www.achgut.com/artikel/tabus_warum_in_afrika_wirklich_gehungert_wird Ein lesenswerter Text, von jemandem, der die Bedingungen vor Ort selbst erlebt hat.    

Klimawandel – einmal anders betrachtet

Meist wird nur über die negativen Aspekte gesprochen. Dabei hat der Klimawandel  auch Vorteile.  Kohlendioxid ist ein natürlicher Dünger und hilft der Pflanze beim Wachsen. Auch im Weinbau hat der Klimawandel positive Auswirkungen, die mir völlig neu waren. (Ich bin auch eher Biertrinker). Im nachfolgenden Potcast geht es um genau dieses Thema: Wie verändert der Klimawandel den Weinbau? I https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2024-10/deutschland-weinbau-klimawandel-wissen-podcast Ich habe viel gelernt, was auch keine Kunst ist, wenn man keine Ahnung hat. Es lohnt sich also, 30 Minuten zu investieren und schlauer zu werden. Kann man gut nebenher hören. Ich habe derweil eine Wand frisch verputzt…  

Bistum Regensburg: „Kein Bauernbashing mehr“

Es gibt Bischöfe, die den Mut haben, sich klar gegen die Studie der Katholischen Bischofskonferenz zur Landwirtschaft zu stellen. So der Bischof Voderholzer aus dem Bistum Regensburg. https://bistum-regensburg.de/news/bischof-rudolf-voderholzer-trifft-vertreter-von-bayerischem-bauernverband-und-verein-landwirtschaft-verbindet-bayern-e-v Hier das Ergebnis des Gespräches zwischen den Vertretern des Bistums Regensburg und der Landwirtschaft als Pressemitteilung: „Regensburg, 15. Oktober 2024 Die am 11. September 2024 veröffentlichte Studie der Sachverständigengruppe Weltwirtschaft und Sozialethik „Ernährungssicherheit, Klimaschutz und Biodiversität: Perspektiven für die globale Landnutzung“ rief insbesondere bei Landwirten starke Reaktionen hervor. In einem vertraulichen Gespräch mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes und dem Verein „Landwirtschaft verbindet Bayern e. V.“ stellte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer unmissverständlich klar, dass es sich bei dem Diskussionspapier nicht um eine Veröffentlichung der Deutschen Bischofskonferenz handelt: „Die Studie vertritt nicht meine Position. Ich wehre mich gegen die darin enthaltenen undifferenzierten Darstellungen von konventioneller und biologischer Landwirtschaft. Schluss mit dem ‚Bauern-Bashing‘!“ Am Dienstag, 15. Oktober 2024 tauschten sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Generalvikar Dr. Roland Batz in Regensburg persönlich mit Ely Eibisch, Vizepräsident und Bezirkspräsident für die Oberpfalz, und Claus Hochrein, Vorstand der „Landwirtschaft verbindet Bayern e. …

Natürliches Gift…

Gift im Mehl will man nicht unbedingt, daher ruft der Händler sein Produkt zurück. https://www.fr.de/verbraucher/bundesweiter-mehl-rueckruf-krebserregende-giftspuren-entdeckt-93331422.html Bei weiterem Lesen handelt es sich um Bio-Edel-Kastanienmehl. In unserem Haushalt haben wir noch nie mit Kastanienmehl gebacken, könnten es aber mal versuchen, weil wir einen Maronenbaum auf der Weide stehen haben und die Kastanien auch ernten. Bei Aflatoxin handelt es sich um einen Schimmelpilz, der sowohl genotoxisch als auch karzinogen ist. https://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/aflatoxins-food.  Die EFSA stuft Aflatoxin in Klasse 1 ein, was bedeutet „sicher krebserregend“. Da bereits der Kontakt mit Sporen der Pilze (z.B. bei Arbeiten in Scheunen) zu einer Erhöhung des Krebsrisikos führt (Einatmung der Sporen kann zur Ausbildung eines Bronchialkarzinoms führen), werden gefährdete Produkte sehr engmaschig überwacht. Zum Nachdenken hat mich folgende Aussage gebracht: (Zitat) „Die EFSA veröffentlicht ein wissenschaftliches Gutachten über die Auswirkungen einer Anhebung des zulässigen Höchstwerts für Aflatoxine von 4 µg/kg auf 10 µg/kg für Baumnüsse außer Mandeln, Haselnüssen und Pistazien (also z.B. für Paranüsse und Cashewnüsse) auf die öffentliche Gesundheit. Die Sachverständigen kommen zu dem Ergebnis, dass es sich nicht nachteilig auf die öffentliche …

Ab 2027 Verbot von Hundeschlachtung und -verzehr in Südkorea

Eigentlich ist die Meldung schon etwas älter, aber erst jetzt ist sie mir aufgefallen. https://www.deutschlandfunk.de/suedkorea-verbietet-schlachtung-von-hunden-und-schafft-damit-eine-alte-tradition-ab-100.html In Deutschland wurde der Verzehr von Hundefleisch im Jahr 1986 verboten. https://www.wochenblatt.de/archiv/als-hierzulande-hund-noch-auf-dem-speisezettel-stand-1-13873367 Sie finden das Thema widerlich und abstoßend? Von einem Freund, der beruflich oft in China unterwegs war weiß ich, dass dort bestimmte Käsesorten als „verdorbene Milch“ galten und sich Chinesen davor ekelten. Das soll sich aber mittlerweile ändern. https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesthemen/video-ts-21468.html Für einen Franzosen ist ein solches Verhalten natürlich völlig unverständlich, gibt es dort hunderte von verschiedenen Käsesorten. Auf einem Besuch in Ecuador habe ich Chica getrunken. Das ist ein Getränk, dass durch Fermentation hergestellt wird wobei diese durch Spucke in Gang gesetzt wird. Es gilt als unhöflich, wenn man diesen von Freunden angeboten Trunk ablehnt. https://de.wikipedia.org/wiki/Chicha Der Geschmack ist wenig aufregend, eher neutral. Gleiches gilt für geröstete Wanderheuschrecken, die – ungewürzt – eher fad schmecken. Mit Knoblauch oder Paprika „verfeinert“ geht´s dann. Da wir selbst einmal Wanderheuschrecken gezüchtet haben und erfolglos vermarktet haben, weiß ich, wovon ich rede. Aus der Zeit kurz nach der Jahrtausendwende 1900 stammt ein rheinisches …

Noch ein Gesellschaftsvertrag… jetzt regional…

Irgendwie ist es meiner Aufmerksamkeit entgangen, dass in Baden-Württemberg Anfang Oktober ein Gesellschaftsvertrag zur Zukunft der Landwirtschaft unterzeichnet wurde. Hier die Pressemitteilung: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/gesellschaftsvertrag-zur-zukunft-der-landwirtschaft? Hier ein kurzes Video https://www.regio-tv.de/mediathek/video/gesellschaftsvertrag-fuer-die-landwirtschaft-einigung-zwischen-politik-handel-und-bauern/ Die Reaktion von Präsident Rukwied ab Minute 1:25 ist bezeichnend. Und hier der Vertrag im Wortlaut: https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-stm/intern/dateien/publikationen/241007_SDL-BW_Strategiedialog_Landwirtschaft_Gemeinsame-Vereinbarung.pdf Vielleicht lesen Sie die 34 Seiten von hinten, denn dort sind die Akteure genannt zu denen auch Aldi und Edeka gehören. Mit unterschrieben haben auch der Bauernverband und LsV sowie die AbL. Viel Neues steht in diesem Vertrag nicht drin. Aufgefallen ist mir die besondere Betonung der Außer-Haus-Verpflegung. Was mir nicht ganz einleuchtet: viele der aufgeführten Punkte können regional nur sehr schwer umgesetzt werden. Deshalb wird auch an der ein oder anderen Stelle auf den Bund oder die EU verwiesen. Was ist eigentlich aus der ZKL (Zukunftskommission Landwirtschaft) geworden. Man hört nichts mehr….