Alle Artikel in: Bauer Willi

„Waldbrände werden schlimmer“ – aber stimmt das?

Waldbrände gibt es auf der Welt seit es Bäume gibt. Und das sind Millionen von Jahre. Der Deutschlandfunk hat einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich auf eine „Studie“ des WWF bezieht und in dem er die Aussage macht, dass die Waldbrände „immer schlimmer“ werden. https://www.deutschlandfunk.de/waldbraende-werden-immer-schlimmer-und-befoerdern-die-klimakrise-100.html Doch stimmt das? Werden die Waldbrände tatsächlich immer schlimmer oder wird nur mehr darüber berichtet? Wie sind die Fakten? Hier die Grafik dazu, in der die Flächen aufgeführt werden, die durch „wildfires“ abgebrannt sind. Die Daten dazu entstammen dem „Global Wildfire Information System“ und sind bei Our World in Data zu finden. Wie unschwer zu erkennen, hat sich die Fläche, die durch Waldbrände (in der Abbildung „Forest“ links unten) abgebrannt ist, in den letzten 20 Jahren nicht verändert. Bei Shrublands (Strauchland) und Grassland (Grasland) ist sie sogar rückläufig. Auch bei Savannen ist ein leichter Rückgang festzustellen. Die Aussage des Deutschlandfunk sind also falsch. Unter dieser Grafik für die Welt noch die Daten für Europa.   Die Daten für Europa findet man hier. Sowohl die Fläche als auch die Anzahl …

Futterweizen…und nun?

Für Brotweizen sind bestimmte Qualitätsnormen entscheidend, um eine gleichbleibend hohe Backqualität zu gewährleisten. Diese Normen beziehen sich hauptsächlich auf den Proteingehalt, die Proteinqualität (gemessen am Sedimentationswert), die Stärkebeschaffenheit (gemessen an der Fallzahl) und das Hektolitergewicht. Zusätzlich spielen sortenspezifische Eigenschaften wie Mahl- und Backfähigkeit eine Rolle. Zwar können Handwerksbäcker auch Backwaren mit Mehlen außerhalb dieser Normen herstellen, für die großen Backfabriken ist aber Mehl erforderlich, das genau definiert und gleichbleibend ist. Diese Qualitätsnormen einzuhalten ist in diesem Jahr schwierig. Obwohl wir unseren Weizen so geführt haben, dass es Brotweizen hätte werden sollen, können deutlich mehr als die Hälfte unserer Erntemenge nicht als Backqualität vermarktet werden. Der Sedimentationswert, die Fallzahl und das Hektolitergewicht sind super, nur der Proteingehalt liegt bei einer Sorte mit 9,9 bis 10,6% weit weg von der Norm. Die Gründe dafür sind mir nicht wirklich klar und ich kann nur Vermutungen anstellen. Doch das bringt uns nicht weiter. Wir haben unseren Weizen noch vor dem Regen ernten können. In weiten Teilen Deutschlands – vor allem Norddeutschland und in Höhengebieten – steht aber noch viel …

Forschung zur „Transformation“ der Landwirtschaft

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer, ergänzt von mir am Schluss des Artikels um einen weiteren Hinweis zur „Transformation“. Manch einer fragt sich, wie solche Projekte und Aktivitäten, über die Bauer Willi gestern  berichtete, zustande kommen und welchen Hintergrund sie haben. Gemeint ist das Projekt SoeTRA, an dem auch die KLB beteiligt ist. Dazu möchte ich einige Informationen liefern: Federführend bei diesem Projekt ist wohl ein Institut der Universität Vechta. Die Universität Vechta war früher eine pädagogische Hochschule, diente also der Lehrerausbildung. Diese wurde 1973 der neu gegründeten Universität Osnabrück angegliedert und sollte wegen stark rückläufiger Studentenzahlen in den 1990er Jahre geschlossen werden. Der sehr große Einfluss Südoldenburgs und der damals noch starken katholischen Kirche auf die niedersächsische Landespolitik führte 1995 zur Gründung der selbständigen Universität Vechta. Zur Geschichte hier:    https://www.uni-vechta.de/universitaet/unsere-geschichte Die Universität Vechta liegt mitten im Zentrum des Oldenburger Münsterlandes, einer Region, die mit der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie der Landtechnikindustrie ziemlich reich geworden ist, also auch viel zu verlieren und möglicherweise wenig zu gewinnen hat, wenn es um die TRANSFORMATION von Wirtschaft und Gesellschaft zur …

Alternative Proteine und die Katholische Landvolkbewegung

Gerade hat der Wissenschaftliche Beirat für Agrar und Ernährung (WBAE) eine 400seitige Studie über alternative Proteine herausgegeben.  Ich habe darüber berichtet. Nun hat sich auch eine Arbeitsgruppe, zu der die KLB Deutschland gehört, diesem Thema gewidmet. Hier ein Auszug von der Homepage: „Ebenfalls im Forschungsverbund ist die Katholische Landvolkbewegung Deutschland (KLB). „Wir alle wissen, dass ein Wirtschaften wie bisher nicht möglich sein wird, auch wenn viele sich dieses wünschen. Mit dem Projekt wollen wir die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft mitgestalten.“ Geplant ist eine Befragung der Landwirte. Dazu Prof. Schank: „Bei dieser Befragung haben die Landwirtinnen und Landwirte die Möglichkeit, den weiteren Verlauf des Projektes maßgeblich mitzugestalten. Vor allem ihre Einstellungen und Assoziationen zu alternativen Proteinen und ihrer Vielfalt, ihre Produktion anstelle der Tierhaltung oder als Fruchtfolgenerweiterung interessieren uns“ Mehr Details zu dem Projekt findet ihr hinter diesem Link: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren …

Podcast: Wie der Klimawandel unsere Lebensmittelversorgung gefährdet…

Durch Extremwetter kommt es vermehrt zu Ernteausfällen. Was bedeutet das für Ernährungsindustrie und Verbraucher? Ein Obstbauer und ein Agrarökonom geben Antworten. Handelsblatt-Redakteur Michael Scheppe hat mit Obstbauer Roland Schmitz-Hübsch über die Auswirkungen von Wetterextremen auf seinen Betrieb in Bornheim im Rheinland gesprochen: „Es ist schon extrem geworden – sowohl die Trocken- als auch die Regenphasen.“ Er will die Folgen zum Beispiel mit resilienteren Obstsorten, zielgerichteter Bewässerung sowie Netzen gegen Hagel und Hitze abmildern. Im zweiten Teil des Podcasts spricht Scheppe mit dem Agrarökonomen Matin Qaim von der Universität Bonn darüber, wie der Klimawandel unsere Ernährungssicherheit gefährdet – und wie sich Industrie und Verbraucher anpassen können. Qaim sagt: „Diese Allheilmittel, die man sich wünscht, die gibt es nicht.“ Es sei deshalb Innovation gefragt: „Neben der Genschere braucht es mehr Vielfalt in der Landwirtschaft – und einiges andere mehr.“ https://www.handelsblatt.com/audio/green/green-energy-wie-stark-bedroht-der-klimawandel-unsere-ernahrung-und-welche-losungen-gibt-es/100144678.html Wie steht ihr zu den Ausführungen des Praktikers und des Wissenschaftlers? Und dann interessiert mich noch, wie es bei euch aktuell mit der Ernte aussieht? Hat die Qualität schon gelitten?

Kommunismus und Landwirtschaft

Auf Kuba klappt es mit der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln nicht gut. Deshalb hat man sich Hilfe aus Vietnam geholt. https://www.dw.com/de/kuba-krise-landwirtschaft-vietnam-kommunismus-v2/a-73292138 Der Grund:(Zitat) „Unser Unternehmen, Kuba generell, verfügt heute nicht über das technologische Paket für den Reisanbau“, sagt Ariel García Pérez, der Generaldirektor Empresa Agroindustrial de Granos, gegen den Lärm des Mähdreschers. „Wenn ich Technologiepaket sage, meine ich Düngemittel, Herbizide, Fungizide und Insektizide, die für die Reiserzeugung erforderlich sind. Aber auch Saatgut.“ Von den 23.000 Hektar Reisfelder seines Betriebes würden derzeit nur 6000 Hektar bewirtschaftet, sagt er. Die Produktion der vietnamesischen Partner trägt Früchte:(Zitat) „Die bisherigen Resultate sind vielversprechend. „Die ersten knapp 44 Hektar haben 296 Tonnen Nasskaskadenreis erbracht“, zeigt sich García Pérez zufrieden. Das entspricht 6,75 Tonnen pro Hektar und ist in etwa viermal viel wie die 1,7 tonnen pro Hektar, die 2024 auf vergleichbaren kubanischen Flächen geerntet wurden. „Die Erwartungen an das Programm haben sich erfüllt“, sagt García Pérez. Das Ergebnis sei vor allem dem vietnamesischen Saatgut und dem eingesetzten Dünger zu verdanken.“

Wetter und Lebensmittelpreise

Ich habe diesen interessanten Artikel gefunden, in dem aufgeführt wird, bei welchen Wetterereignissen (weltweit) dies Einfluss auf die Lebensmittelpreise hatte. https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/lebensmittelpreise-duerre-und-starkregen-verteuern-weltweit-wichtige-nahrungsmittel-a-8609fe19-fb90-4ddf-aea3-bc0bcb317293 Aktuell könnten wir Futterweizen für 16,80 €/dt verkaufen. Wie sich die Preise an der Börse MATIF entwickeln, kann man hier nachschauen https://www.kaack-terminhandel.de/ Die MATIF-Preise sind Orientierung für alle, die mit Agrarrohstoffen handeln.

Wenn der Börsenkurs die Zukunft prognostiziert…

Investoren kaufen dann Aktien, wenn sie davon ausgehen, dass das jeweilige Unternehmen eine Zukunft hat und Gewinne macht. In den letzten Jahren zeigen die Börsenindices wie der DAX nur eine Richtung: nach oben. Es gibt jedoch auch Aktien, bei denen es seit Jahren nur nach unten geht, obwohl sie vor Jahren noch als todsichere Geldanlage empfohlen wurden. Es handelt sich um Aktien von Firmen, die Alternativprodukte zu Fleisch oder Milch herstellen. Hier einige Gegenüberstellungen vom Höchstwert zum aktuellen Kurs Beyond Meat stellt Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis her.  Der Höchstwert der Aktie lag im August 2019 bei 234,90 US$, aktuell liegt er bei 3,64US$ https://www.onvista.de/aktien/Beyond-Meat-Aktie-US08862E1091 Oatly, ein Unternehmen mit Sitz in Finnland, das Haferdrinks als Milchersatz vermarktet, startete im Juni 2001, versehen mit vielen Vorschusslorbeeren bei 488,00 US$. Heute liegt der Kurs bei 15,12 US$. https://www.onvista.de/aktien/Oatly-Aktie-US67421J2078 Eine ähnliche Entwicklung wie Oatly hat der Kurs der Veganz Group genommen. Das Unternehmen stellt und vertreibt vegane Lebensmittel. Der Kurs startet im November 2021 mit dem Höchstwert von 92,29 €  und steht aktuell bei 17,10 €. https://www.onvista.de/aktien/VEGANZ-GROUP-AG-Aktie-DE000A3E5ED2 Fazit: Die …

Alternative Produkte…Ein Gutachten des WBAE…

In der vergangenen Woche wurde vom Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und Verbraucherschutz (WBAE) ein Gutachten veröffentlicht, in dem es um pflanzliche Alternativen zu Fleischprodukten geht. Hier das Gutachten im Original. https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ministerium/Beiraete/agrarpolitik/alternativprodukte-tierische-lebensmittel.pdf?__blob=publicationFile&v=4 Ich habe die Präsentation online verfolgen können. Hier der Link dazu: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Wer sich die 49 Folien ansehen will, findet hier die Präsentation: WBAE 2025 Präsentation Öffentliche Vorstellung Ich frage mich immer noch, was die vielen Professoren und Professorinnen veranlasst hat, dieses Gutachten zu schreiben. In der Einleitung zum Gutachten wird es mir auch nicht klarer, aber das kann ja auch an mir liegen. Das Gutachten wurde dem BMLEH überreicht, der Minister schreibt dazu folgendes: „Das neue Gutachten zeigt, welche Rolle Alternativprodukte spielen können. Mir ist wichtig, das eine nicht gegen das andere auszuspielen. Im Koalitionsvertrag haben wir unter anderem bereits vereinbart, den heimischen Anbau …

Der neue Kuhstall und die erneuerbare Energie

Ich habe mich neulich mit meinem Freund Dieter, Biobauer aus Hessen, über erneuerbare Energie wie Photovoltaik und Windenergie unterhalten. Er hatte ein sehr schönen Vergleich, den ich hier wiedergeben möchte, weil er mir gut gefällt: Ein Bauer baut einen neuen Kuhstall für 100 Milchkühe. Er hat ausgerechnet, dass seinen Flächen dazu ausreichen, seine 100 Kühe zu 100% von diesen Flächen zu versorgen. Er baut also den Kuhstall, allerdings baut er keine Silos, um das Futter, dass im Sommer wächst, für den Winter zu bevorraten. Was ist die Konsequenz: Im Frühjahr und Sommer hat er so viel Futter, dass es die Tiere nicht alles fressen können. Da es aber nun mal gewachsen ist, muss es entsorgt werden. Geld dafür bekommt er nicht. Im Herbst und Winter hat er kein Futter. Er will aber seine 100 Kühe füttern und muss deshalb das gesamte Futter zukaufen, denn selbst auf den Weiden ist nichts zu holen. So verhält es sich auch mit dem Strom aus erneuerbarer Energie. Im Sommer ist so viel da, dass der Strom entsorgt werden muss, …