In der vergangenen Woche wurde vom Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und Verbraucherschutz (WBAE) ein Gutachten veröffentlicht, in dem es um pflanzliche Alternativen zu Fleischprodukten geht. Hier das Gutachten im Original.
Ich habe die Präsentation online verfolgen können. Hier der Link dazu:
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Wer sich die 49 Folien ansehen will, findet hier die Präsentation:
WBAE 2025 Präsentation Öffentliche Vorstellung
Ich frage mich immer noch, was die vielen Professoren und Professorinnen veranlasst hat, dieses Gutachten zu schreiben. In der Einleitung zum Gutachten wird es mir auch nicht klarer, aber das kann ja auch an mir liegen. Das Gutachten wurde dem BMLEH überreicht, der Minister schreibt dazu folgendes:
„Das neue Gutachten zeigt, welche Rolle Alternativprodukte spielen können. Mir ist wichtig, das eine nicht gegen das andere auszuspielen. Im Koalitionsvertrag haben wir unter anderem bereits vereinbart, den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen sowie die Entwicklung und Markteinführung nachhaltiger alternativer Proteine zu stärken. Wir wollen unsere Land- und Ernährungswirtschaft für diesen wachsenden Markt gut aufstellen und eine EU-Proteinstrategie unterstützen.
Das Gutachten nimmt die Bedeutung und Potenziale von Alternativprodukten zu tierischen Lebensmitteln in den Fokus. In Abwägung der Chancen, Herausforderungen und Grenzen von Alternativprodukten sieht der WBAE in der Entwicklung pflanzlicher und biotechnologischer Alternativprodukte Potenzial für eine nachhaltigere Agrar- und Ernährungswirtschaft.
https://www.bmleh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/063-wbae-alternativprodukte.html
Wer ist der WBAE? Hier die Mitglieder, im Bild mit dem neuen Minister
https://www.bmleh.de/DE/ministerium/organisation/beiraete/agr-organisation.html
Ich möchte einen Satz aus der Stellungnahme des BMLEH noch einmal zitieren:
„In Abwägung der Chancen, Herausforderungen und Grenzen von Alternativprodukten sieht der WBAE in der Entwicklung pflanzlicher und biotechnologischer Alternativprodukte Potenzial für eine nachhaltigere Agrar- und Ernährungswirtschaft“.
Was sagt uns das? Wer kann mit diesem Gutachten praktisch etwas anfangen? Landwirte? Verarbeiter? Handel? Konsumenten?
Das Gutachten hat rund 400 Seiten, an denen 14 Professor.innen mitgearbeitet haben. (verzeihen Sie mir das gendern, geht so schneller) was nicht unerhebliche Ressourcen benötigt hat. Was also nehmen wir mit aus diesem Gutachten? Wer hat die Antwort?
Und was sagen die Medien?
https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/wbae-gutachten-alternativprodukte
Hier ein Zitat aus der FAZ (Anne Kokenbrink)
Ob Verbraucher zukünftig in Scharen zu Alternativprodukten greifen werden, ist unklar. Der Beirat beschreibt daher drei mögliche Szenarien für den Konsum im Jahr 2045. Im „Trendszenario“ bleibt Fleisch weiterhin beliebt, doch der Konsum sinkt moderat. Alternativprodukte erreichen demnach vor allem bei Milch einen Konsum von bis zu 20 Kilogramm je Person und Jahr. Im Szenario „Beschleunigter Wandel“ wird der Anteil pflanzlicher Alternativen deutlich größer, vorrangig durch bessere Qualität und günstigere Preise. Der Fleischkonsum sinkt stärker, Alternativprodukte werden zum festen Bestandteil des Alltags.
Das ambitionierte Szenario „Stark beschleunigter Wandel“ orientiert sich an der sogenannten Planetary Health Diet. Hier werden viele tierische Produkte durch Alternativen ersetzt, auch dank Verfahren wie Zellkultivierung. In diesem Zukunftsbild könnten Alternativprodukte bis zu 77 Kilogramm je Bürger und Jahr ausmachen und den klassischen Fleisch- und Milchkonsum mehr als halbieren.
Auffallend wenige Medien berichten über das Gutachten, lediglich NGO´s wie Tierschutzbund und Albert-Schweizer-Stiftung nutzen es, um ihre Botschaft „weniger Fleisch“ zu verstärken.
Übrigens: Das Titelbild soll einen Elfenbeinturm darstellen… 🙂


Ich frage mich grad , wie die Studien zur Zukunft der Landwirtschaft von den Professoren Spiller und Bahlmann laufend aufeinanderprasseln, und nichts als Irritationen hinterlassen.
Balmann verlegt sich oft auf „Spieltheorie“ und Spiller auf „Umfragen“. Es werden Szenarien durchgespielt, die versuchen, theoretisch die Zukunft mit „hausgemachten“ Annahmen zu simulieren.
Haben die Simulationen zu wenig Bezug zur Realität, wird „verbrannte Erde“ hinterlassen. Um trotzdem Widerhall in der Politik zu erhaschen, könnten Dinge wie „Ruf“, „Selbstdarstellung“ oder „Kontakte“ ins Spiel kommen.
Ja , -verbrannte Erde- ist die passende Beschreibung.
@kemetbauer zu „prägnante Kennzeichnung von Lebensmitteln gibt es nur, wenn von ihnen evtl. eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.“
Das ist so nicht richtig. Schon heute werden Lebensmittel gekennzeichnet obwohl keine Gefahr für die Gesundheit davon ausgeht. Lt GVO Verordnung der EU müßen Produkte von denen keine gesundheitliche Gefahr ausgeht dennoch zwingend gekennzeichnet werden. Diverse Verbände und Unternehmen fordern und praktizieren ebenfalls ein Kennzeichnung ihrer Produkte denken sie nur an QS Siegel, ITW, QS, diverse Bio Siegel, Weidehaltung, Strohschwein…. Wir haben mittlerweile so eine Vielfalt an sinnigen aber auch unsinnigen Siegeln da ist es am Ende egal ob noch eines mehr kommt. Besser wäre sicher den Siegel Wald mal zu durchforsten damit es für Verbraucher einfacher wird aber das ist wohl nur ein frommer Wunsch.
„Bei der heutigen Auffassung bezüglich des Wertes von Lebensmitteln für die Verbrauchergesundheit, könnte Ihre Forderung sehr schnell zum Bumerang für konventionelle Produkte werden“
Ihr Argument verstehe ich nicht und ist auch nicht zutreffend denn offensichtlich sind alle Tierhalter unabhängig von der Produktionsweise im Fokus der Wissenschaftler, der Milchbauer der seine Ware an die Molkerei liefert, der Familienbetrieb der oft mühevoll die Milch im eigenen Betrieb z.B zu Käse veredelt und evtl noch im Hofladen verkauft, Direktvermarkter aus extensiver Produktion z.B Mutterkuhhaltung ebenso wie spezialisierte Bullen- bzw Kälbermastbetriebe. Das Strohschwein genauso wie das Schwein von anderen Produktionsweisen. Das Huhn aus dem kleinen Hühnerhotel genaus wie aus grösseren Betrieben. Also nix Bumerang nur für konventionell sondern es trifft alle Tierhalter denn hinsichtlich ihrer angeführten „Verbrauchergesundheit“ gibt es ja keine grundsätzlichen Unterschiede.
Siegel sind schon Teil der Strategie der Autoren ebenso die „Missionsarbeit am gemeinsamen Tisch“. Sollen zur Milderung „gesellschaftlicher Spannungen“ dienen (siehe Folie 42 +44). Da wird auch gefordert „Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie als Orte des „gemeinsamen Tisches” gestalten und Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch durch flexible „Reduce, Remix & Replace“-Optionen (3-R-Strategie) ermöglichen. Folie 44 heisst es „EU-weit einheitliche und verbraucherfreundliche Bezeichnung von Alternativprodukten ermöglichen und Einführung eines verpflichtenden Nutri-Scores unterstützen; Klimalabel entwickelt und Förderprogramm für die Stiftung Warentest zur verstärkten Qualitätstestung von Alternativprodukten auflege“
Also da ist die Katze aus dem Sack Fördergeld (z.B für Stiftung Warentest) und neue Gesetzesauflagen inkl Nutriscore.
Wer aus dem Gutachten nicht herausgelesen hat, dass es dem einen oder anderen Mitglied des WBAE nicht darum geht, Drittmittel in der Zukunft zu akquirieren, der kann nicht zwischen den Zeilen lesen…
Ich lese, bei allem was ich lese, nur das Geschriebene und nicht das, was ich lesen möchte. Aber Ihre Lesart ist in der Landwirtschaft sehr weit verbreitet. Schönlesen und Schönrechnen, können viele Landwirte wirklich gut.
Beschäftigen Sie sich doch einmal mit den oberflächlichen und aktivistischen Textbeiträgen von Akademikern nicht nur von der Leine, sondern beispielsweise auch von der Warnow.
@limes in unserer aktuellen gesellschaftlichen Verfassung mit einem sehr kleinen Anteil der Landwirtschaft an der Wirtschaftsleistung und Bevölkerung; dazu noch ausdifferenziert in ganz verschiedene Produktionsweisen (von Intensivtierhaltung bis ökovegan) ist der Versuch, einen argumentativen Schulterschluss gegen die hier diskutierte Studie herzustellen, zum Scheitern verurteilt.
@grünhagen ihre Abneigung gegen Spiller mag ja einen Funken Wahrheit enthalten – ich kann und will es nicht überprüfen- offensichtlich wird die Studie aber von der breiten Mehrheit des wissenschaftlichen Beirats getragen.
Daraus kann man, wie das hier im blog weit verbreitet scheint, die Schlussfolgerung ziehen, dass Hochschulen und Wissenschaft bis hinein in die Verwaltungen „linksgrün versifft“ sind und in Verschwörungstheorien verfallen.
@Bothe wir leben nicht mehr in einem autoritären Staat, wo eine fachlich kompetente Machtelite definiert, ob Anbindehaltung gut ist, weil sie hohe Leistungen ermöglicht und darüber hinaus festlegt, was Fortschritt ist.
Das ist auch gut so.
@ Krämer wenn Mäster der Haltungsstufe 2 wieder reihenweise umstellen auf 1 , dann haben sie und ihre Marktberater offensichtlich das Marktpotential für diesen Form der Haltungsverbesserung überschätzt. Das ist auch kein Argument gegen die Studie und die darin vertretene Auffassung, dass die KundInnenpräferenzen beim Lebensmitteleinkauf im Wandel sind. Aus landwirtschaftlicher Sicht sollte es allerdings dazu führen, dass man sich genauer überlegt, unter welchen Bedingungen man sich auf einen Stallumbau einlässt. (Abnahmeverträge, Preisgarantien).
Ich habe Verständnis dafür, dass sich vieleLeserInnen und KommentatorInnen in diesem blog eine planbarere Politik wünschen. Doch realistisch betrachtet: selbst mit AFD-Unterstützung im Bundestag hätte Minister Reiner in der gegenwärtigen Verfassung unseres Ernährungssystems wenig Gestaltungsspielraum.
„Doch realistisch betrachtet: selbst mit AFD-Unterstützung im Bundestag hätte Minister Reiner in der gegenwärtigen Verfassung unseres Ernährungssystems wenig Gestaltungsspielraum.“
Das ist wohl so, weil die Agrarpolitik völlig überfrachtet ist mit unterschiedlichsten Wünschen, Zielen aus unterschiedlichsten Richtungen bei bereits vorhandener intensiver Regelungsdichte.
Es gibt keine „Lösungen“ mehr für eine solche Situation., die ich gerne vergleiche mit dem Rechenmodell der „Linearen Programmierung“, die auch keine Lösung zur Mischfutteroptimierung mehr ermöglicht, wenn zuviele Restriktionen und Anforderungen formuliert werden.
Und nebenbei: Die Umstellung auf Haltungsstufe 2 hat die Schweinemäster wenig Geld gekostet, das Risiko war gering, anders als bei Umstellung auf 3, 4 oder sogar 5.
Wer in einen schrumpfenden Sektor investiert, muss sich „warm anziehen“ oder angezogen sein.
Es könnten irgendwann zufriedenstellende Lösungen mit neuen Methoden gefunden werden 🫣:
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00029890.2019.1528127
(Florian Frick ist der Sohn meiner ehemaligen Melkerin)
MachineLearning und DeepLearning eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, mit Erfahrungen der Vergangenheit Merkmale in der Zukunft vorherzusagen. Realitätsverweigernde NGOs oder Akademiker versuchen, Erfahrung durch Aktivismus zu ersetzen. Damit wird „Zukunft“ noch unkalkulierbarer.
Nur mal so, jeder der seine Bundeswehrzeit abgeleistet hat , hat in seinem Leben soviel Erbsen und Linsensuppe in dieser Zeit vorgesetzt bekommen, das es für den Rest des Lebens reicht.
Diese beiden Alternativen gehen gar nicht.😂
Soweit ich weiß, ist kein Preis für Leguminosen interessant. Die nordzucker hatte auch einen extrem kurzen Planungshorizont. Die Erträge von Soja sind nicht zu kalkulieren im Vergleich zu zwei guten Ernten in Südamerika. Am meisten Protein kommt vom gut geführten Grünland und das wird gerade in Grenzlagen selten neu angesät. Ansonsten wird bei 3t/ha aus Billiglohnländern importiert. In Indien schmeckt es frisch zubereitet sogar direkt gut. Alles was ich von unseren verarbeiteten Produkten bisher probiert habe war nicht überzeugend.
@Kemetbauer
Sie schreiben:
„Die Landwirtschaft hat sich lediglich an den Ernährungspräferenzen der Restbevölkerung auszurichten und nicht umgekehrt.“
Und genau das macht er,
– indem er z. B. seine Schweinehaltung von Haltungsstufe 2 wieder auf Haltungsstufe 1 umstellt,, weil der Mehraufwand nicht bezahlt wird
_ indem er z. B. seinen auf Bio umgestellten Betrieb schließt oder „rückumstellt“.
Das Problem der Konvi-Bauern mit Viehhaltung ist die schon länger zu machende Erfahrung, dass mit dem Verweis auf die Wünsche von Minderheiten (behauptet wird, dass es sich um eine gesellschaftliche Mehrheit handelt) seine Produktionsbedingungen (auch politisch) bekämpft, behindert, erschwert werden. Dabei ist er es, der für die Masse der Konsumenten die Rohstoffe erzeugt und seinen (wichtigen) Teil zu einer günstigen und sicheren Nahrungsmittelversorgung in D beiträgt.
Wo steht geschrieben, dass die Nahrungsmittelversorgung „günstig“ sein soll/muss? In allen Bereichen, außer im Nahrungsmittelversorgungsbereich, gibt es das Wort „günstig“ fast gar nicht. Wohnen, Auto, Urlaub, Freizeit u.v.a.m. sind geprägt von gehobenem Anspruch, mit den dazugehörigen finanziellen Aufwendungen. Warum muss da die Nahrung der billig Jakob sein? Ich finde es schon kritisch, dass sehr viele Landwirte diesen Billig-Anspruch komplett in ihre Denke und in ihr Handeln übernommen haben. Für mich wäre es extrem unbefriedigend, den Erfolg meiner Arbeit als billiges Produkt vermarkten zu müssen. Vielleicht ist deshalb auch die Stimmung in der Landwirtschaft alles andere als „gut“.
„Günstig“ heißt nicht billig
„Günstig“ heißt nicht „nicht vollkostendeckend“
„günstig“ heißt nicht selbstausbeutend.
Auch in den von ihnen genannten „anderen“ Bereichen halten die Kunden Ausschau nach günstigen Angeboten.
Ich glaube, Sie verrennen sich jetzt argumentativ ein wenig.
Wer sagt denn, dass die Stimmung in DER Landwirtschaft alles andere als „gut“ ist?
Oh, dann lebe ich hier wohl in einer Ausnahmeregion.
Ich räume ein, dass die Veredler aktuell nicht wirklich Grund zum Klagen haben. Für die Ackerbauern und das sind hier mehr als 90% der Landwirte, ist es bereits der zweite verregnete Sommer. Geringe Qualitäten und unterdurchschnittliche Quantitäten lassen, bei schlechten Preisen, keine Euphorie aufkommen. Auch die Jahre 2022 und 2023 waren schon von geringen Preisen geprägt. Aber, vielleicht hängt das ldw. Wohl und Wehe in anderen Regionen ja von anderen Gegebenheiten ab.
btw: Argumentativ bin ich ganz auf meiner Linie. Oder gibt es nur Ihre?
@Kemetbauer
Wir haben einen durchschnittlichen Weizenertrag im Betrieb von 10,9 t/ha. Ja, die Preise könnten besser sein und mit Weizen ist nicht viel zu verdienen. Unser Raps hat 5,55 t/ha im Durchschnitt gebracht bei Ölgehalten zwischen 45 und 46%. Wir haben Vorkontrakte gemacht mit 445 und 460 €/t. Die Blütenspritzung haben wir auch dieses Jahr wieder ausfallen lassen. Aus dem norddeutschen Raum höre ich ebenfalls sehr gute Zahlen und ein Bekannter von der Mosel ist auch zufrieden.
Heute bin ich mal wieder durch die Zuckerrüben gelaufen und habe die letzten Schosser gezogen. Da kommt – wenn nicht mehr groß was passiert – ebenfalls eine Riesen-Ernte auf uns zu.
Ich bemühe mich ja zu jammern, aber so richtig will es mir nicht gelingen.
Das sieht her ganz anders aus. Zum Weizen kann man hier noch nichts sagen weil er noch nicht gedroschen ist. Die westlichen sandigen Höhen haben konv. 5 bis 7t/ha als Futterweizen gebracht. Natürlich musste fast alles getrocknet werden. Beim Raps stehen noch ca. 90 %. Die Erträge sind eher sehr bescheiden. Schwierige Auflaufbedingungen, trockenes Frühjahr und erhebliche Beikrautprobleme brachten 3,4 bis 3,9t/ha. Die WGerste brachte hier zwischen 4,9 und 6,8t/ha und konnte fast komplett trocken geerntet werden. ZRüben spielen hier fast keine Rolle mehr. Schwierige Ernteverhältnisse mit z.T. erheblichen Bodenrepressalien haben die Anbaufläche stark sinken lassen. Der Mais steht gut aber das wird sich wohl auf den Preis auswirken. Die BGAs haben z.T. noch erhebliche Reste aus dem Vorjahr. Körnermais scheidet wegen der Bodenverhältnisse aus. Die wenigen Haferkulturen neigen sich dem Boden entgegen. Insgesamt also nicht wirklich rosig und das gilt für einen erheblichen Teil der NBL. Aber, das Grünland ist fett und meine Rinder sind es auch. Das ist der Vorteil, wenn man nicht auf einem Bein steht.
btw: Hatten Sie nicht kürzlich vom Stehlen hinsichtlich des Erntegeschäfts geschrieben?
Kemetbauer, was sie hier versuchen, ist —
Ein betreutes Denken durch Wissenschaft und Politik, in diesem Fall zu Ernährungsfragen , einem mündigen Bürger als gesellschaftlich gewünscht , zu erklären.
Merken Sie selber , das da was faul dran ist, oder?
Nein, ich bin gegen jede Bevormundung; damit meine ich allerdings auch diese reflexartige, sach- und fachfremde Argumentation vieler Landwirte in Bezug auf „alternative“ Lebensmittel. Ja, die Landwirte haben sehr wohl ein begründetes Interesse daran, dass ihnen die bisherigen Märkte erhalten bleiben. Schließlich haben sie sich auch durch z.T. fremdfinanzierte Investitionen mittel- und langfristig an Produktionssysteme gebunden. Wer das allerdings in Erwartung einer politischen Abwendung von Veränderungen heute immer noch macht, der dürfte wohl den Kürzeren ziehen. Ein Beispiel dafür ist z.B. die Anbindehaltung, vorwiegend im Süden der Republik. Seit 1999 besteht das Verbot. Trotzdem haben einige Betrieb auch danach noch in dieses System investiert und verlangen heute noch von der Politik, dass diese ihr Eigentum schützt. Die Veredlung wird reduziert werden auch wenn der augenblickliche Markt sehr lukrativ ist. Schon zu lange steigen Berufskollegen aus der Tierhaltung aus. Dieser Trend lässt sich in D. nicht mehr umkehren.
btw: Landwirte die glauben, dass sie das Verhalten der Verbraucher ändern können, sollten sich die letzten 50 Jahre im Konfliktbereich Landwirtschaft vs. Verbraucher anschauen. Vor dem Hintergrund eines fragwürdigen Images, könnten da Ernährungsratschläge sehr leicht „falsch“ verstanden werden. Und wenn es hier in vielen Beiträge um fragwürdige Eigenschaften der Alternativprodukte geht, bin ich mir sicher, dass die meisten Kommentatoren aus eigener Erfahrung sicher nichts zu dem Thema beitragen können.
Kemetbauer: Frage mich manchmal bei Ihren widersprüchlichen Kommentaren, auf welcher Seite Sie eigentlich stehen( oder stehen möchten?)! Fast wie das Wetter heutzutage…
Hier steht die Frage nach der Seite auf der man steht, wohl symbolisch für eine Schwarzweißsicht. Mich interessieren die Seiten nicht. Ich habe meine Sicht auf die Dinge und damit stehe ich mal da und mal dort.
@CB, Sie haben doch nicht wirklich geglaubt, dass ich mich von einer Seite vereinnahmen lassen; oder doch?
Kemetbauer: Sollten in die Politik gehen…
Ich habe da schon gewisse Ansprüche an mein Leben.
Wird aber gut bezahlt….
Das ist es, was mich in diesem Forum unglaublich nervt: Dass es oft nicht um das Finden von Wahrheit geht, sondern um die Frage, auf welcher ideologischen Seite man steht. Ja, die pauschale Ablehnung von Bio und veganen Produkten ebenso blanke Ideologie wie die Absolutsetzung von Bio und Veganismus.
Dabei bringt Bauer Willi durchaus auch differenziertere Sichtweisen.
Liebe Frau Ertl,
gehen Sie doch einmal in sich und hinterfragen, welche Auswirkungen „Bio“ oder „Vegan“ auf die unterschiedlichsten Dimensionen der Nachhaltigkeit hat.
In der Vorstellung des Gutachtens hat der von mir auf dem Gebiet der Biometrie sehr geschätzte Kay-Uwe Götz sehr anschaulich die Auswirkungen von Alternativen „Fleisch“produkten auf die Landschaft/Biodiversität skizziert.
Sollte Biolandwirtschaft wirklich die Wunderwaffe für mehr Nachhaltigkeit im Agrarsektor Ihrer Meinung nach sein, müssten Sie sich im Klaren sein, welche Auswirkungen die vergleichsweise niedrigen Erträge auf Landnutzungsänderungen weltweit hätten.
Den weltweiten Hunger bei der Argumentation für EU-Standards auszublenden, wird sicherlich irgendwann in einem auch ethischen Problem enden. Nicht nur EU-intern, sondern weltweit.
„Sollte Biolandwirtschaft wirklich die Wunderwaffe für mehr Nachhaltigkeit im Agrarsektor Ihrer Meinung nach sein“
Offensichtlich antworten Sie hier auf ein Posting von mir, welches sie überhaupt nicht gelesen haben ….
Ja ist so, der Verbraucher hinterfragt (angeblich) die ganze Ernährung immer stärker. Das liegt wenn wir ehrlich sind natürlich an der politischen und medialen Aufforderung dazu. Erfüllt man dann die Vorgaben so hat man ein gutes Gefühl und kompensiert damit vielleicht die Belastung für die nächste Urlaubsreise. Nur nebenbei: unser örtlicher Schützenverein macht sich auch durchaus für Umweltbelange stark, aber beim Bier war noch nie die Rede davon und es geht immer nur um den Preis. Irgendwo hört der Spaß schließlich auf … 😁
Vielleicht aber gibt es auch sachliche Argumente für einen Rückgang der Viehhaltung und den Umstieg auf mehr pflanzliches Eiweiß. In Österreich steigen viele Bauern jetzt auf Soja um, um Kunstdünger zu sparen. Das ergibt zwar geringere Erträge als Mais, aber wenn der Bürger mehr Tofu isst und man dafür weniger Schweine füttert, dann spart das trotzdem Fläche.
Der Anteil der Viehhaltung hat doch in der Geschichte immer geschwankt, je nach Erfordernis. Die letzten Jahrzehnte waren einer der historischen Höhepunkte des Fleischkonsums, und jetzt geht er halt wieder zurück.
Was die Anbindehaltung betrifft, so hat sie durchaus auch Vorteile: Das Tier hat seinen Platz, an den ihm keine anderes das Futter wegfrisst, also weniger Stress durch fehlende Rangkämpfe. Aber so wie ich die Anbindehaltung aus meiner Kindheit kenne, wurden die Tiere täglich losgebunden, im Sommer, um auf die Weide zu gehen, im Winter, um sich zweimal am Tag im Hof am großen Brunntrog die Füße zu vertreten, weil es noch keine automatischen Tränken gab. So wie Anbindehaltung heute funktioniert, ist sie tatsächlich abzulehnen. Da sind ja zum Teil die Plätze zu klein, weil man die Tiere längst größer gezüchtet hat. Ob jetzt Freilaufställe so viel besser sind, weiß ich auch nicht. Ein Wiederkäuer gehört überhaupt nicht ins reine Ackerbaugebiet, der gehört auf die Weide.
Wir haben bisher drei Jahre lang Soja angebaut. Ist ein Lotteriespiel, der Erfolg hängt sehr stark von der Witterung ab, Taubenfraß ist ein sehr, (sehr,….) großes Problem und die Vermarktung ist (noch) schwierig. Wenn es dann Futterware ist brauchen wir wieder Tiere …
Ertl: letzteres mag für Ihre Heimat stimmen! Was die Anbindehaltung an sich betrifft, hat diese auch Vorteile gehabt, was ich aus meiner Erfahrung mit 420 MK ( SMR )weiß! Milchleistungen/Kuh konnten wie bei ganzjähriger Stallhaltung enorm steigern! Auch MK im Ackerbaugebiet machen Sinn und die Betriebe bei uns im Osten Deutschlands beweisen das! Pro Kuhleistungen von über 12000kg/a im Durchschnitt in mitteldeutschen Betrieben sind ein gutes Beispiel für eine intensive Milchproduktion, ohne Weidegang!
Ich wollte mit Tierwohl und Ressourceneffizienz argumentieren, nicht mit Milchleistung.
Ertl: nur mit Leistung/Tier und hohen Erträgen/ha kann man in einen Betrieb rentabel wirtschaften! Dazu sind u.a.unsere Nutztiere da! Nachhaltigkeit und Tierwohl schließen das nicht aus! Das wissen Sie auch, und es unterscheidet die LW nicht von anderen Volkswirtschaftszweigen!
Noch einfacher: nur Tieren, denen es gut geht (Tierwohl!) bringen überhaupt die optimale Milch- und/oder Fleischleistung. Viellleicht legen „wir“ unsere Fokus mehr auf Menschenwohl …z.B. in Gaza oder Donezk. Ach nein, der neue ertüchtigte Flugplatz soll nur leicht mehr Kosten und künftig „unsere“ Nuklearwaffen sicher in`s Ziel bringen. https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/fliegerhorst-buechel-umbau-kosten-100.html …irgendwer muß dringend „aufräumen“!
Kann man auch anders sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=cndDkUi81SA
Die Behauptung, dass es leistungsstarken Tieren automatisch gut geht, stelle ich in Frage. Warum leben dann heute Milchkühe so kurz?
…damit wird das Fleisch nicht ganz so langfaserig😁
Ertl: schon mal etwas von Genotyp- Umwelt Interaktion gehört? Das beinhaltet auch eine lange Nutzungsdauer von Hochleistungskühen sowie exakte Futterrationsberechnung nach FBS!
Genau
Da wir einen Hofladen mit Naturkost-Vollsortiment betreiben und das Sortiment neben den eigenen Erzeugnissen auch KundInnenorientiert mit vielen „Alternativprodukten“ ausgestattet haben, kenne ich viele pflanzenbasierte Fleisch- und Milchersatzprodukte aus eigener Erfahrung.
Und mich persönlich überzeugen sie überwiegend nicht, weder geschmacklich noch mit Blick auf die Werthaltung, die hineininterpretiert wird.
Aber in unserer Rolle als Lebensmittelhändler haben wir gelernt, dass gerade im Biobereich dieser Trend inzwischen durchaus umsatzprägend ist. Deshalb stellen wir uns nicht in den Hofladen und halten Vorträge über die Vorteile von Milch und Fleisch. Die Kundschaft entscheidet über ihren Einkauf und wenn der Trend tatsächlich weiter in diese Richtung geht, wie es die Wissenschaftler vorhersagen und wir das an der Ladenkasse feststellen, dann folgen wir diesem Trend. Und wenn es geschmacklich bessere vegane Produkte gäbe, würde ich sie auch essen oder trinken.
Davon bin ich aber noch nicht überzeugt. Aber warten wir es ab. Mit ideologischen Debatten werden wir das nicht aufhalten.
@DG, vielen Dank für Ihren Beitrag. Bei allem beruflichen Handeln, dem Bewusstsein und dem Vertreten von Werten, geht es immer in erster Linie um den Betrieb.
btw: Ein wirklich wohlschmeckendes „alternatives“ Leckerli sind Grünkernbratlinge. Die haben allerdings auch schon eine lange Tradition.
@Dietmar Groß
Es ist noch nicht lange her, da waren Insekten der ganz große Trend. Unser Sohn hat 25.000 Heuschrecken produziert. Ist kein großes Ding, wichtig ist nur, dass die nicht abhauen können. Haben wir auch hinbekommen.
Mit der Vermarktung war es schwierig. Kein Mensch wollte die essen. Er hat sie dann für kleines Geld an Leute verkauft, die Reptilien halten.
Wiesenhof hat übrigens 5. Mio in ein Start up investiert und das Geld abgeschrieben. Mit dem Trend ist das so eine Sache.
No risk, no fun. Wir sind Unternehmer.
@Kemetbauer
Die Veredlung reduziert sich doch schon seit langer Zeit, weil die Betriebe in diesem Betriebszweig keine Zukunft mehr gesehen haben. Die Schweineställe werden jetzt in Spanien gebaut. Ausgerechnet Spanien, wo es da ja so kühl ist und die so viel Wasser haben. Aus den USA hört man, dass dort die vegetarisch/vegane Welle umkippt und wieder mehr Fleisch gegessen wird. Überwiegend von jungen Leuten übrigens.
Die Milchbauern sind auch deutlich weniger geworden, was sich jetzt in mehr als auskömmlichen Milchpreisen niederschlägt. Haferdrinks hat mittlerweile auch jeder mal probiert, morgen bringe ich was zu Oatly. Eine Erfolgsgeschichte ist das nicht.
Bio: einer unserer Nachbarn hat nach drei Jahre Bioland wieder auf konventionell umgestellt. Er konnte sich Bio finanziell einfach nicht mehr leisten, nachdem er allein bei Kartoffeln 25.000 € verloren hat. Seine 5 Hektar Ackerbohnen hat er gehäckselt, weil die wegen Melde nicht mehr zu beernten waren. Und er ist ein sehr guter Ackerbauer.
Was ich sagen will: die Studie des WBAE ist so überflüssig wie ein Kropf und bringt absolut nichts Neues. Er ist auch keine Hilfestellung für Landwirte, ich weiß überhaupt nicht, wer damit was anfangen kann. Vielleicht NGO´s wie Foodwatch oder Greenpeace, die das für ihre Zwecke ausschlachten werden.
Ich würde mir wünschen, dass ein WBAE sich mit Themen befasst, die von allgemeinem Interesse und auch im Interesse von uns Landwirten sind. Diese Studie ist es meiner Meinung nach nicht.
Bauern haben sich schon immer dem Markt angepasst. In Ihren Kommentaren versuchen Sie, uns Bauern als dumm und unflexibel darzustellen.
In den letzten Jahren musste ich leider – genauso wie Arnold Krämer – feststellen, dass sich weite Teile der agrarökonomischen Forschung am „WünschDirWas“-Konzept orientieren. Obwohl es im Laufe der Zeit immer leichter geworden ist, quantitative Ansätze rechentechnisch zu bewältigen, wird zu oft eine qualitative Methodik gewählt. Qualitative Herangehensweisen sind leichter steuerbar (Auswahl der Probanden, …), während quantitative Ansätze neutraler die Ursachen des Ist-Zustandes ergründen.
Wer wie der WBAE Zukunftsszenarien entwickelt, sollte sich zunächst mit einer Parameterschätzung der erlebten Wirklichkeit beschäftigen (Preiselastizitäten, …). Die Empfehlungen des WBAEs zielen darauf ab, Realitäten durch politische Maßnahmen ad acta zu legen. Egal, welche Auswirkungen das auf zukünftige Wirklichkeiten haben könnte. Egal, ob das Volk die Demokratie noch als Demokratie empfindet. Hauptsache, man biedert sich der sogenannten „Zivilgesellschaft“ an, die nicht deckungsgleich mit dem Volk ist.
Die Forschungsarbeit in der Agrarökonomie wird seit vielen Jahren beherrscht von dem Schlagwort „Transformation“. Nur ein aktuelles Beispiel von vielen: siehe Einladung zu dieser Veranstaltung:
https://www.uni-vechta.de/koordinierungsstelle-transformationsforschung-agrar/veranstaltungen/trafofachtagung
Alle machen mit, sogar die Landwirtschaftskammer und die IHK (siehe Verbundpartner in Niedersachsen). Geld spielt scheinbar keine Rolle. Man muss nur wissen, wie man an die Töpfe (der EU, EIP) rankommt.
Damit kann man Lehrstühle und Doktorarbeiten finanzieren und den eigenen Unternehmungen „Gutes tun“.
So sieht das aus.
Und das allerschlimmste ist, dass Medien wie topagrar dieses Spielchen mit wohlwollenden Beiträgen mitspielen.
Wird in 2 Göttinger Kaufland-Märkten eine Kundenbefragung an 2 Tagen durchgeführt, wird das Ergebnis in topagrar als „wissenschaftliche“ Sudie gefeiert. Die zuständige Redakteurin erklärt am Telefon, ich habe mich mit meiner Kritik an den Spillerschen Lehrstuhl zu wenden. Die Redakteurin macht gerade den „MBA Agribusiness“. Spiller ist Lehrender.
Recherchiert man Projekte dieses Lehrstuhls, wird Stakeholder-Beteiligung ganz groß geschrieben. Wohl wegen der Drittmittel. Nicht wegen ergebnioffener Forschung.
Spiller et al. betonen den sogenannten „gemeinsamen Tisch“ um in Verbindung mit einer „3-R-Strategie“ gesellschaftlich Verbindendes in eigentlich Trennendes schleichend zu überführen. Diese sich durch das ganze Gutachten ziehende verdeckte Bevormundung mündiger Bürger gipfelt in der allerletzten Votragsfolie von Spiller darin, die Empfehlungen nicht auf die gesamte Gesellschaft zu beziehen, sondern nur auf die „Zivilgesellschaft“.
Wer diesen NGO- und Aktivisten-Kampfbegriff verwendet, um die Gesamtheit der Bürger in „gut“ und „böse“ einzuteilen, dem liegt überhaupt nichts an einem gesamtgesellschaftlichen Konsens. Genau das vertieft die Gräben, die es einzuebnen gilt, um einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken.
Damit verfehlt das Gutachten das Ziel, das es sich selbst gesteckt hat: vernunftbasierte Politikberatung.
wenn ich denn am „gemeinsamen Tisch“ sitze möchte ich gerne Wissen was und welche Qualität dort liegt. Ein Produkt aus Milch, Käse, Fleisch, Wurst, Schinken, Ei…. von einem Tier oder ein künstliches Produkt von den Autoren als Alternativprodukte bezeichnet.
Die 393 Seiten habe ich nicht gelesen aber die 49 Folien angeschaut und etwas wesentliches vermisst. Leider habe ich keinen Hinweis bezüglich einer prägnanten Kennzeichnung dieser Alternativ Produkte gefunden. Die halte ich für dringend erforderlich ich möchte ja nicht etwas essen was mir nicht gefällt. Deshalb unabdingbar Kennzeichnung/Siegel wie für andere Produkte auch.
Vorstellen könnte ich mir z.B ein fettes AAP in rot im weissen Kreis. AAP versteht man auch in anderen Ländern.
A= Artifical (deutsch künstlich)
A = Alternativ (anders)
P = Produkt
Übrigens KI = AI (artifical intelligence) übersetzt „Alternativ“ zu sein als eine andere, von der üblichen oder etablierten Norm abweichende Wahlmöglichkeit oder Lebensweise zu haben oder zu bevorzugen. Das trifft es doch gut und die Wissenschatler kamen in ihren Analysen ja zu dem gleichen Ergebnis.
Eine prägnante Kennzeichnung von Lebensmitteln gibt es nur, wenn von ihnen evtl. eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Bei der heutigen Auffassung bezüglich des Wertes von Lebensmitteln für die Verbrauchergesundheit, könnte Ihre Forderung sehr schnell zum Bumerang für konventionelle Produkte werden. Man sollte wissen was man sich wünscht, denn man könnte es bekommen.
Kann ich nicht lesen diesen agrarpolitischen Unsinn unter Leitung von Spiller( WBAE)! Für mich als studierter konventioneller Landwirt eine katastrophale Nummer von irgendwelchen „Wissenschaftlern“. Habe mich in einer Leserzuschrift zum obigen Artikel im „Spiegel“ schon positioniert… Ich hoffe nur, das unser LW-Minister Rainer sich von so etwas nicht beeinflussen läßt, auch wenn’s auf dem Foto nett aussieht! Seit Jahrhunderten betreiben unsere Landwirte Pflanzen-und Tierproduktion und in der Neuzeit nachhaltiger denn je! Wozu braucht es da alternative Nahrungsmittel, wenn wir mit züchterischem Fortschritt in der Tierzucht und grüner Genetik in der Pflanzenzucht tierische Leistungen steigern und Erträge/ha erhöhen können! Unser LW-Minister sollte sich mit Fachleuten aus der Praxis umgeben und beraten lassen und nicht von „grün angehauchten“ Wissenschaftlern aus der Ampel Ära…Im Übrigen 400 Seiten von 14 Professoren? Brauchen wir so etwas und haben die Damen und Herren an ihren Instituten und Unis nichts wichtigeres zu tun, als der landwirtschaftlichen Primärproduktion neue Produktionsverfahren aufoktroyieren und den Verbraucher in seinen Nahrungsgewohnheiten verändern zu wollen?
Schon lustig, da wird lang und breit die Initiative der Grünen zur Veränderung der Ernährungsgewohnheiten der deutschen Gesellschaft gegeißelt und im gleichen Atemzug versuchen hier einige Landwirte genau die gleiche Gangart, allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Es interessiert die Leute schlichtweg nicht, was evtl. gut ausgebildete Landwirte zur Ernährung der Deutschen von sich geben. Wie sagte man früher: Schuster bleib bei deinem Leisten.
@Kemetbauet
Haben Sie auch eine Meinung zur Studie? Dass Sie andere Kommentatoren und den Betreiber des Blog schulmeistern wollen, haben Sie ja heute erneut bewiesen. Warum nur äußern Sie sich selten zum Thema?
Informationen zu dem Gutachten konnte man schon am 22.07 auf agrarheute bekommen. Ich finde die Auftragserteilung zum Gutachten richtig. Allerdings hätten die Erstatter des Gutachtens durchaus den Spruch: „In der Kürze liegt die Würze“, befolgen können.
@Kemetbauer
„…..und im gleichen Atemzug versuchen hier einige Landwirte genau die gleiche Gangart, allerdings in die entgegengesetzte Richtung.“
Na, ja, der Vergleich „einige Lndwirte hier“ mit den „Grünen“ ist extrem weit hergeholt und entbehrt jeder Grundlage.
Die Grundlage für den Vergleich schaffen ja gerade die Schreiber hier mit ihren Kommentaren.
Kemetbauer, wir sollen also die Klappe halten – ist es das? Eine eigene Meinung gehört zum Diskurs dazu, sonst wird es nix mit einer „gesellschaftlich“ getragenen Transformation. Und hier liegt das große Problem. Diejenigen, die im Moment am lautesten schreien, meinen die „richtige, die einzige“ Meinung zu haben. Heißt aber noch lange nicht, dass diese die Realität richtig abbildet. Und genau zu diesen Meinungsbildnern gehört Prof. Spiller: Alles transformieren wollen, ganz viel (sehr deutlich vorgetragene) eigene Meinung, aber null-komma-null Verantwortung für das eigene Tun.
Lieber @kemetbauer,
als ein Beispiel für die Schieflage im Neutralitätsempfinden der Arbeitsgruppe um Spiller empfehle ich im verlinkten Chartbook zum Nutriscore die Folie 95.
https://uni-goettingen.de/de/document/download/3bf5da60795ce90d383bbd04d431ed0d.pdf/J%C3%BCrkenbeck%20et%20al.%20(2021)%20Bio-Lebensmittel%20in%20Kombination%20mit%20dem%20Nutri-Score.pdf
Auffällig bei Spiller ist, dass die Firma „Zühlsdorf und Partner“, die dem Ehepaar Spiller/Zühlsdorf gehört, „Auftragsforschung“ in Personalunion mit dem Universitätslehrstuhl betreibt und es so aussehen lässt, als unterliege man dem Neutralitätsgebot ergebnisoffener Forschung der Georg-August-Universität.
Ähnlich wird bei Beiträgen von Spiller et al. zur Atlantenreihe von BUND und Böll-Stiftung (sic!) verfahren. Methodisch sind viele Studien dieser Arbeitsgruppe in höchstem Maße angreifbar, weil von nicht repräsentativen Stichproben behauptet wird, sie seien repräsentativ. Von der Arbeitsgruppe abgeleitete „allgemeingültige“ Schlussfolgerungen gelten allerdings NUR für die untersuchte Stichprobe. Ich persönlich halte diese Form der „Umfragewissenschaft“ für unseriös.
Sehr interessant!!!!
Wissenschaft im Agrarbereich ist auch nicht mehr das, was sie einmal war, oder wie man sie vor Jahrzehnten wahrgenommen hat. Insofern geht auch die Forderung nach einer wissenschaftsbasierten Agrarpolitik fehl. Helfen kann eigentlich nur Politik, die mit „gesundem Menschenverstand“ gemacht wird, und sich auf Wesentliches beschränkt, Komplexitaetsreduktion betreibt, und die „Kettensäge“ einsetzt. Ist das möglich oder bleibt das ein frommer Wunsch?
Wohl eher ein frommer Wunsch. Erforderlich wäre tatsächlich deutlich mehr „gesunder Menschenverstand statt KI-Geschwurbel“!
@MarK hat recht. Der WBAE hat in der Präambel des Gutachtens zugegeben, ChatGPT verwendet zu haben. U.a. in der Textbox 3.6 wird das besonders deutlich. Auf X habe ich das schon ein wenig seziert.
Als Alumni der Göttinger Georgia Augusta habe ich mich schon in der Vergangenheit eingemischt, wenn einzelne Fakultätsmitglieder Ergebnisoffenheit mit „Agitation“ vermischt haben. Klassisches Beispiel ist der Wortbeitrag von Frau Pieper im NDR zu den Bauernprotesten.
Meiner Fakultät muss ich allerdings zugute halten, dass sich nicht alle Lehrstühlen diese subtile Vorgehensweise Einzelner zu eigen machen.
Sehr interessant. Die hochbezahlten ProfessorenInnen aus der Parallelgesellschaft können ihr propagiertes Industriefutter selber **essen.
Ok, die Zivilgesellschaft“ scheint reif zu sein für Soylent:
https://taz.de/Social-Media-Hype/!6103786/
Natürlich sollen hier und überall, alle ihre Meinung mitteilen und vertreten können. Aber hehre Absichten in den Raum stellen und lediglich eigene wirtschaftliche Ziele verfolgen, ist schon etwas verlogen. Besonders amüsant finde ich, dass gerade die Landwirtschaft oder zumindest nicht wenige Berufskollegen sich aufgefordert fühlen, gegen die Spaltung der Gesellschaft anzugehen. Akzeptiert die Realitäten, kann ich dazu nur sagen.
@Kemetbauer
„…….lediglich eigene wirtschaftliche Interessen……
Das ist ziemlich anmaßend und eine mehr als fragwürdige Unterstellung!!
Ist es nicht möglich, dass manche, von Landwirten (und nicht nur von denen) deutlich kritisierte Wege und Maßnahmen, die von der Politik eingefordert werden, HOLZWEGE sind und viele Landwirte die Konsequenzen und Fehlentwicklungen besser beurteilen können, als die allermeisten berufsfremden Aktivisten?
Worum geht es denn hier eigentlich. Um die Mittelver(sch)wendung für eine wissenschaftliche Studie? Oder haben und das implizieren hier die meisten Beiträge, gerade viele Landwirte die fixe Idee, der restlichen Gesellschaft die zukünftige Ernährung vorschreiben zu wollen/können? Fürchten diese Landwirte um ihre Existenz oder einfach nur um einen Teil ihrer Pfründe? Viele Landwirte tendieren ja leider immer dazu, ihr Weltbild und ihre Werte anderen aufzwingen zu wollen. Sie sind sich nicht zu schade, ohne jede fachliche Qualifikation anderen „gute“ Ratschläge zu geben. Werte Kollegen, wer in Zukunft was isst, das darf und sollte er selbst entscheiden können. Die Landwirtschaft hat sich lediglich an den Ernährungspräferenzen der Restbevölkerung auszurichten und nicht umgekehrt.
Kemetbauer, sie haben Recht , jeder soll sich ernähren können wie er mag . Und wenn er sich Straßenbegleitgrün als Salat anmischt . Das ist mir egal.
Ja,
wenn wir unsere Nahrungsmittel so viel wie möglich im Einklang mit der Natur, Umwelt und Landschaft anbauen und konsumieren wollen, dann müssen wir uns mit dem ernähren, was in hier wächst.
Und wer sich dafür mit verantwortlich fühlt, tut das, obwohl er das Recht hat, sich zu ernähren wie es ihm gelüstet.
Bis er auf Diät ist.
Ich habe das Video jetzt komplett angesehen.
2 Dinge fallen mir nch auf:
1. ausgeblendet wird das Thema Heimtiere.
Wir haben in D mehr als 10 Mio. Hunde und mehr als 16 Mio. Katzen.
Diese sind überwiegend Fleischfresser (die Katzen noch mehr als die Hunde).
Darin liegt auch ein Teil der Erklärung der großen Differnez des menschlichen Fleischkonsums in D zum gesamten Fleischverbrauch.
2. THG Emissionen: Hier der der Tierhaltung einen grundsätzlichen Beitrag zuzumessen ist falsch. Der Saldo Ist am Ende immer Null, denn auch Tiere setzen nur das frei, was zuvor durch Pflanzen gebunden wurde, egal an welcher Stufe der Nahrungskette sie sich befinden.
Hinsichtlich der Klimawirkug ist alleine die Effizienz der Herstellung einer kcal entscheidend, denn die Effizienz ist massgeblich dafür wie viel fossiles CO2 wir zur Produktion einer kcal freisetzen.
Und nur das fossile CO2 das bisher gebunden war und das wir jetzt zusätzlich in die Atmosphäre bringen, ist verantwortlich für den Klimawandel, nicht das biogene.
Sogar bei diesem Thema bringt der Balmann schpn wieder seinen Strukturwandel unter ….
Minister Rainer hat seine Metzgerei aufgegeben. Das passt da ja gut ins Bild. Versprecht euch nicht zu viel von dem. Interessant ist immer wieder zu sehen wie viele unnütze Organisationen es um die Landwirtschaft herum gibt.
Etwas weniger Fleischverzehr tut vielen von uns gut und kann auch ein Beitrag zur Effizienzsteigerung der Kalorienproduktion sein, da „ErzeugungsUmwege “ und auch Klima- und Umweltschäden verringert werden können. Ein Beispiel ist die „Hähnchenmast vom Schiff“ rein aus Importfuttermitteln, deren Produktion in Drittländern die schädliche Ackerlandgewinnung aus Wald und Grasland mit antreibt.
Gar kein Fleisch (und Verzicht auf tier. Produkte wie Milch und Käse) „verschenkt“ aber auch Effizienz, da es auf die Transformation nicht essbarer Biomasse zu essbarer verzichtet. Dies betrifft nicht nur das Grünland – global 70% der LN, in D immerhin rd. 25% – sondern auch die meisten der sog. Neben- und Koppelprodukte. Und in manchen Jahren auch einen Teil der gesamten Ernte von Kulturen wie Weizen, wenn die Qualität durch Auswuchs oder andere Faktoren, nicht direkt für den Nahrungssektor geeignet ist.
Daher weniger Fleich ja, aber kein kompletter Verzicht.
Sondern im Verzehr nicht nur an die edlen Teile denken, sondern an das ganze Tier, das wäre wünschenswert.
Aber gerade die Flexitarier verhalten sich sehr oft anders. Gerade sie konzentrieren sich bei ihrem reduzierten Fleischkonsum eher auf die edlen Teile („ich esse höchsten mal ein Steak“) oder auf Tiere („nur ab und zu etwas Pute“) die direkte Nahrungskonkurrenten des Menschen sind.
Damit wird weniger Fleisch dann sehr oft zum Umwelt und Klima-Placebo.
Ich habe die Online-Präsentation des Gutachtens ebenso wie Bauer Willi verfolgt.
Meine Eindrücke:
1. Über 400 Seiten, eine akademische Fleißarbeit; frühere Gutachten waren kürzer und prägnanter.
2. Wissenschaft heute heißt offensichtlich Modelle mit vielen Annahmen konstruieren, Begründungen für die Annahmen liefern oder zitieren und die „anspruchsvollsten“Varianten als gesellschaftlich (und politisch) besonders wünschenswert darstellen.
3. Die Zielkonflikte werden immer vielfältiger und größer, aber nicht ausreichend thematisiert. Damit lässt man die Politiker dann doch allein.
4. Planwirtschaftliches Denken und Wünschen findet immer mehr Verbreitung.
5. Die Wirtschaftsunternehmen, die die „gewünschten“ Produkte entwickeln und anbieten, sowie die Verbraucher, die diese dann auch entsprechend „freudig“nachfragen und konsumieren sollen, bleiben schwer zu bestimmende und zu lenkende Größen.
Es wäre noch intressant wer dieses Gutachten in Auftrag gegeben hat.Stammt es evtl noch von der alten Regierung.Das beste zum Schluss was kostet dieses?
Das beruht auf Eigeninitiative. Siehe Link zum WBAE. Der Vorsitzende ist Prof. Spiller, der aktuell aber auch schon länger den agrarwissenschaftlichen – politischen Mainstream in D maßgeblich beeinflusst.
Danke
Danke. Dann ist ja auch erkennbar, in welche Richtung der Hund bellt. Nur ein Hinweis zur aktuellen Situation. Bei uns vergammeln die hochgelobten Eiweißalternativen zur Zeit auf dem Acker – die Erbsen sind nur noch 15cm hoch und dunkelbraun bis schwarz. Schöne Alternative.
Guten Morgen , ich habe ein paar Fragen:
Die Laborfleisch Produktion, braucht diese Gehenmaterial von lebenden Tieren oder müssen dafür auch Tiere sterben?
Was für eine Nährlösung benötigen sie für Laborfleisch?
Da rund 70% der Agrarfläche Grünland ist, wäre es doch sinnvoll eine Maschine zu entwickeln mit der gleich auf dem Feld vom Grasschnitt Steak, Schnitzel und Filet’s gepresst werden.
Eine solche Maschine könnte man automatisch laufen lassen, so wie es heute schon mit den Rasenmäher geht.
Eine solche Maschine in verschiedenen Größen, könnte auch jedem Rasenbesitzer sein eigenes Fleisch produzieren.
Das hätte soviele Vorteile, kein Abfall, weniger Energiebedarf, keine Arbeit mit Versorgung der Tiere.
Wann machen sich Professoren an die Arbeit eine solche Maschine zu entwickeln?
Es heißt doch nichts ist unmöglich.
Allen einen schönen Sonntag.
Pseudowissenschaftliche Selbstbeschäftigung eines überflüssigen Beirats! In Zeiten knapper Kassen sollte man sich einen solchen Unsinn nicht mehr leisten! Wir haben einen Pflegenotstand in Deutschland. Die Verfasser dieses Unsinns sollten besser in der Pflege eingesetzt werden und so einer sinnvollen Beschäftigung zugeführt werden.
Oder, sofern intellektuell und physisch ausreichend leistungsfähig, als Dachdecker. Unser Nachbar sucht händeringend Lehrlinge.
Die Kommentare und likes heute morgen strotzen ja wieder vor Selbstgefälligkeit und Ignoranz.
Die Ampel kann inzwischen nicht mehr als Buhmann dienen und selbst wenn es gelingen würde, die hier verschmähten Wissenschaftlerinnen wegzuloben, wäre das Thema „pflanzenbasierte Ernährung“ nicht vom Tisch.
Wenn es der Lebensmittelindustrie gelingt, attraktive Fleisch- und Milchalternativen zu entwickeln und preislich interessant an den Markt zu bringen, dann werden diese Produkte gehandelt und gekauft.
So funktioniert nun mal unser unser Wirtschaftssystem und ich kann nicht erkennen, dass irgendeine glaubwürdige politische Partei daran etwas ändern kann und will.