Alle Artikel in: Bauer Willi

Anders denken – Design Thinking

Ich gebe es ja ehrlich zu, dass es mir schwerfällt, anders als in den gewohnten Bahnen zu denken. Und genau das war gefragt bei einem Workshop, der auf Einladung des Forum Moderne Landwirtschaft kürzlich in Düsseldorf stattfand und der von zwei Mitarbeiterinnen der Andreas-Hermes-Akademie geleitet wurde. Die mir bisher unbekannte Methode: „Design Thinking“.  Das Thema: „Landwirte und Verbraucher – Wie wollen wir zukünftig unsere Beziehung miteinander gestalten“. Dazu hatte das Forum eine paritätisch besetzte Gruppe von Landwirten und Verbrauchern eingeladen. In den vier Stunden ging es Schlag auf Schlag, immer war die Uhr im Rücken, die erbarmungslos die Zeit stoppte, die für die einzelnen Schritte zur Verfügung standen. Wir hätten eigentlich bei jeder Stufe gerne etwas mehr Zeit gehabt, weil wir so schön ins Plaudern kamen. Im Nachhinein habe ich aber auch selbst gemerkt, dass man unter Zeitdruck effektiver und konzentrierter arbeitet. Es ist zwar anstrengend, aber lohnend. Wie lief das ganze nun ab? Kurze Vorstellungsrunde, für jeden eine Minute. Der Wecker klingelt. Dann ein Austausch darüber, wie die Situation von Landwirten und Verbrauchern sich darstellt, …

Julia Klöckner´s Bruder

Bin wieder von Berlin zurück, wo gestern das zweite Treffen des Praktikernetzwerk war. Die neue Ministerin wird dieses Projekt fortsetzen. Sie kommt von einem Weinbaubetrieb und auch ihr Bruder fragt sich, wie die ganze Dokumentation noch geleistet werden soll. Doch das war nur eine Frage, die wir diskutiert haben. Jetzt mache ich mich mal dran, meine Eindrücke aufzuarbeiten. Demnächst hier mehr dazu. Nur so viel sei schon gesagt: Der Aufwand der Reise nach Berlin hat sich aus meiner Sicht gelohnt. Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Besser einkaufen (Buchbesprechung)

Aktuell, im Februar 2018 ist das Buch „Besser einkaufen“von Katarina Schickling erschienen. Ich kenne sie ja persönlich (von ZDF Zoom) und bin nicht immer ihrer Meinung. Deshalb war ich sehr gespannt. Zunächst ist da der Untertitel: „Der Lebensmittel-Ratgeber für kritische Verbraucher“. Beim Begriff Ratgeber runzele ich meist die Stirn, denn davon gibt es ja reichlich. Doch mit diesem Buch kann ich was anfangen, denn ich erfahre dort in sehr komprimierter Form (rund 200 Seiten) sehr viel über die Herstellung unserer Lebensmittel, den Lebensmittelmarkt und die Lebensmittelindustrie. Das Kapitel „Die ungute Macht der Handelsketten“ habe ich ebenso verschlungen wie „Wie geil ist Geiz?“. Auch deshalb, weil hier eine Lanze für die Bauern gebrochen wird, die unter dem Preisdiktat der vier großen Ketten meist nur durch noch niedrigere Stückkosten reagieren können. Und das hat Folgen. Im weiteren Verlauf geht Katarina Schickling auf die Begriffe regional und bio ein. Es ist schon merkwürdig, was sich alles regional und bio nennen darf. Regionale Alpenmilch aus Polen zum Beispiel. Sie schreibt auch offen, dass Bio nicht immer anders schmeckt oder …

Mehr Bio geht nicht!!

Es geht jetzt nicht um Bio-Landwirtschaft sondern um Wildschweine. Die dürfen frei herumlaufen, ernähren sich garantiert gentechnikfrei, garantiert regional und garantiert ohne Soja aus Südamerika. Und wachsen garantiert ohne Tierarzt auf. Alles Kriterien, die der Verbraucher sich so sehr wünscht. Mehr Bio geht nicht! Und jetzt kommt der Hammer! Billig ist es derzeit auch noch! Da müsste es doch eigentlich der Hit in jedem Supermarkt sein. Doch weit gefehlt: in unserem Dorf ist es in keinem Supermarkt erhältlich und auch in der nächstgrößeren Stadt: Fehlanzeige. In den Kühltheken ist kein Wildschwein zu entdecken. Doch wo landet das? Hier ein Artikel dazu: https://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/wildschweinfleisch-im-ueberangebot-zum-abdecker-und-nicht-auf-den-teller-id18863161.html Auch der bayrische Rundfunk hat sich mit dem Thema „Fleisch vom Wild“ beschäftigt. Der vierminütige Bericht klärt sehr gut auf. Unter anderem auch darüber, warum es ohne Jagd nicht geht. Und schließlich die Frage beantwortet, wie Fleisch vom Wild zum Kunden kommt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen …

Der Vulkanausbruch

Eine Reportage aus der Zukunft Mittlerweile hat sich das Weltklima wieder einigermaßen normalisiert. Was war geschehen? Nachdem im April 20xx der Tambora auf Indonesien wieder einmal kurz ausgebrochen war, rechnete niemand damit, dass kurze Zeit später eine gewaltige Explosion fast den halben Berg in Stücke riss und über einen Monat lang nie dagewesene Mengen an Asche ausstieß. Diese Aschewolken reichten bis in 12.000 m Höhe und verteilten sich von dort um den gesamten Erdball. Wenige Tage nach der Eruption kam der gesamte Flugverkehr weltweit zum Erliegen. Wenig später brachen auch die Börsen ein, weil die Versorgung wichtiger Industrien nicht mehr gesichert werden konnte. Auch in den Supermarktregalen war die plötzliche Verknappung der Versorgung zu spüren. Weil nun Regalplätze leer blieben, begannen die Menschen, Lebensmittel zu horten. Vor den Geschäften bildeten sich innerhalb weniger Tage lange Schlangen, teilweise nahmen die Menschen Urlaub, um sich einen Vorrat anzulegen. Doch das war erst der Anfang. Durch die Aschewolke, die den gesamten Erdball umspannte, wurden die Tage zunehmend kälter. Im Juni setzte dann auf der Nordhalbkugel Dauerregen ein, der …

Race to feed the world

…so lautet der Titel einer Reihe, in der der Journalist Jan Grossarth und andere von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Jahr lang über Themen rund um die Welternährung schreiben. Neben statistischen Daten findet man auf der Startseite eine Reihe von interessanten Artikeln rund um Landwirtschaft und Ernährung. Lesenswert! http://www.faz.net/aktuell/race-to-feed-the-world/

Meinungen zur Landwirtschaft

Im Dezember 2017 hat die EU-Kommission rund 20.000 Bürger in der EU, davon rund 1.600 Deutsche in persönlichen Interviews zu Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung befragt. Ich habe mal ein paar Daten selektiert, die ich für besonders interessant halte. „Was sollten Ihrer Ansicht nach die zwei wichtigsten Aufgaben von Landwirten in unserer Gesellschaft sein?“ Folgende Antworten wurden von deutschen Bürgern gegeben (in Klammern die Angaben der EU-Bürger). Bereitstellung sicherer und gesunder Lebensmittel von hoher Qualität         55%  (55%) Gewährleistung des Wohlergehens von Nutztieren                                             33%  (28%) Umweltschutz und Bekämpfung des Klimawandels                                            33%  (25%) Das Leben auf dem Land fördern und verbessern                                                11%  (17%) „Haben Sie schon einmal etwas von der Unterstützung gehört, die die EU Landwirten im Rahmen ihrer Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bietet?“ Ja und ich kenne die Einzelheiten                                                 10%  (10%) Ja, kenne aber die Einzelheiten nicht genau                                63%  (57%) Nein, habe ich noch nie von gehört                                              25%  (32%) „Finden Sie, dass die Unterstützung zu niedrig, angemessen oder zu hoch ist?“ Zu niedrig                                                                          16%  (26%) Angemessen                                                                      46%  (45%) Zu …

Stellungnahme ZDF Zoom

Ich habe mich in meinem Beitrag kritisch über die Berichterstattung der Reportage „Der Wahnsinn mit dem Weizen“ geäußert. Ich habe aktuell dazu eine Stellungnahme von Katarina Schickling erhalten, die für Buch und Regie verantwortlich war  und die ich hier in vollem Wortlaut und ungekürzt veröffentliche. Wir haben uns über den Inhalt in mehreren Mails ausgetauscht, so dass ich hier dazu keine Stellung mehr beziehe. Sehr geehrter Herr Kremer-Schillings, es tut mir leid, dass Sie mit dem Ergebnis unserer Zusammenarbeit so unzufrieden sind. Dass wir an vielen Stellen nicht gleicher Meinung sind, was agrarische Strukturen und Agrarpolitik betrifft, hat sich mir schon während des Drehs erschlossen. Ich habe mir von Ihnen gern Ihre Sicht der Dinge darlegen lassen, das allein bedeutet jedoch keine Zustimmung und auch nicht die Zusage, Ihre Position in allen Punkten im Film abzubilden. Die Sätze, mit denen Sie mich in Ihrem Blog zitieren, sind so nicht gefallen – da unterscheiden sich unsere Erinnerungen offensichtlich. In der Tat haben Sie sich Zeit für uns genommen. Ich kann anhand des gedrehten Materials auch sehr gut rekonstruieren, …

Exporte nach Afrika – wirklich Wahnsinn?

Mir lässt die Diskussion um die Exporte von Deutschland (und der EU) nach Afrika keine Ruhe. In dem Film „Der Wahnsinn mit dem Weizen“ wird dies ja thematisiert. Doch was ist nun richtig oder besser? Wie sehen Lösungen aus, die Afrika wirklich helfen? Es ist richtig, dass nahezu alle Länder, also nicht nur Deutschland oder die EU, Weizen nach Afrika exportieren. Derzeit dürften die größten Exporteure von Getreide vor allem Russland, die USA oder auch Kanada sein. Dies ist logisch, denn dort wächst aufgrund der klimatischen Verhältnisse eben so viel Getreide, so dass ein Export möglich ist. Angebot und Nachfrage In einer Welt, die von Angebot und Nachfrage gesteuert wird, findet dieses Getreide einen Preis, für den es vom Abnehmer gekauft wird. Der billigste Produzent gewinnt den Wettbewerb um den Kunden. Wenn also ein afrikanischer Getreidehändler preiswert Getreide einkaufen will, wird es sich auf dem heimischen Markt zuerst umsehen. Wenn Getreide auf anderen Märkten günstiger ist, wird er dort einkaufen. Das ist logisch und jeder von uns wird sich bei gleicher Qualität eines Produktes so …

Traditionelle Landwirtschaft

In den Diskussionen um die Art und Weise der Landwirtschaft wird oft verglichen. Da ist viel von Bio-Landbau die Rede, der heute in Deutschland etwa 6% ausmacht. Der ganz überwiegende Teil unserer Lebensmittel kommt aber aus der traditionellen Landwirtschaft, also der Form, wie ich sie gelernt habe. Ich stehe ja in der Tradition meines Vaters und bewirtschafte meinen Betrieb herkömmlich, etabliert, klassisch, der gängigen Praxis entsprechend. Den bisher gebräuchlichen Begriff der konventionellen oder modernen Landwirtschaft werde ich nicht mehr benutzen, denn schließlich sind auch Bio-Bauern modern. Nur dass sie halt andere Methoden nutzen, die für sie konventionell (= allgemein gebräuchlich) sind. Sie sind eben konventionelle Bio-Bauern. Wenn ihr also, wie ich, die Form der Landwirtschaft betreibt, die schon eure Vorfahren praktiziert haben, seid auch ihr traditionelle Landwirte. Und dann sagt das auch so. Und sagt es weiter. Euer traditioneller Bauer Willi http://synonyme.woxikon.de/synonyme/traditionell.php