Alle Artikel in: Bauer Willi

Gift: so wird man ein erfolgreicher Blogger

„Milch ist Gift“. So die Aussage eines Bloggers, der im Netz gerade für Wirbel sorgt. Das Video muss man sich nicht anschauen. Vor allem dann nicht, wenn man, so wie ich, selbst Milch trinkt. Ich habe es aus journalistischer Neugier trotzdem getan. Eines ist sicher: der bekommt verdammt viele Klicks. Bisher sind es bei Youtube etwa 900.000. So kann man auch „berühmt“ werden. Lesenswert ist allerdings die Bewertung des Online-Portals ze.tt. Sie stufen das Video als das ein, was es meiner Meinung nach ist: einseitiger Blödsinn. Warum ich den Beitrag trotzdem bringe? Um aufzuzeigen, wie heute Meinung gemacht wird. Es scheint mir so, als wäre Fernsehen und Zeitung von gestern…Schließlich blogge ich ja auch… 🙂 Und bis zu den 2 Mio. Abonnenten des Youtuber ist noch viel Luft nach oben. Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

„Der Wahnsinn mit…

…dem Weizen“ lautet der Titel einer Reportage, die sich mit dem Export von Weizen nach Afrika befasst und von ZDF Zoom ausgestrahlt wurde. Von der gleichen Redakteurin, Katarina Schickling, stammt auch der Film „Der Irrsinn mit der Milch“. Über die Titel der beiden Reportagen kann man streiten. In einer medialen Welt, in der nur der noch gehört wird, der am lautesten schreit, scheint es zum guten Ton zu gehören, sich so die entsprechende Aufmerksamkeit zu verschaffen. Nun hatte ich Gelegenheit, an der Reportage zum Weizen mitzuwirken. Mir hatte man übrigens in der Vorbereitung gesagt, es ginge um die Weltmärkte bei Getreide, von Afrika war da nur am Rande die Rede.  Fast den ganzen Tag habe ich mir für Frau Schickling und das Filmteam Zeit genommen. Vom Hof ging es zum Feld und weiter zu unserer Genossenschaft, wo wir in schwindelnder Höhe auf den Getreidesilos stehend einen wunderbaren Rundumblick auf die Felder hatten. Wir haben uns sehr gut unterhalten, ich habe alle Fragen ohne großes Überlegen beantwortet.  Offensichtliche Fehleinschätzungen oder fachlich falsche Aussagen habe ich korrigiert. Zum Ende des …

Der Traum von der Idylle…

..dargestellt im Spiegel. Bitte die Bilder und Texte mal durchblättern und lesen. Was will uns der Redakteur damit sagen? Sind das die Vorstellungen des normalen Bürgers von Landwirtschaft? http://www.spiegel.de/fotostrecke/frankreich-wie-ein-bauer-ohne-maschinen-arbeitet-fotostrecke-158589-7.html

Kartellamt: gegen Bauern und Verbraucher

Ob das ernst gemeint ist? Ja, vollkommen ernst. Und das ist nicht nur meine Meinung: http://www.theeuropean.de/florian-josef-hoffmann/13292-wie-das-kartellamt-unsere-lebensmittel-verdirbt Man kann oft den Eindruck gewinnen, dass das Kartellamt vorrangig die Agrarbranche  „auf dem Kicker“ hat. In den meisten Fällen kommt es nicht zum Prozess, weil das Kartellamt eigentlich immer das (unmoralische) Angebot macht, gegen Zahlung einer Millionensumme auf  eine Verurteilung zu verzichten. Und welches Unternehmen kann es sich leisten, auch wenn es sich für unschuldig hält, dies durch jahrelange Anwesenheit im Gerichtssaal und Abwesenheit im Unternehmen, auch zu beweisen? Zum Prozess kommt es nur selten. Die Lebensmittelketten lachen sich angesichts des Vorgehens des Kartellamtes ins Fäustchen und diktieren den Herstellern währenddessen die Preise. Meist geht Aldi voran, alle anderen folgen in kürzester Zeit. Gerade bei Grundnahrungsmittel sind die Preise innerhalb von Stunden bundesweit zwischen Rewe, Edeka und Lidl und ihren Töchtern standardisiert. Mehl kostet dann überall 39 Cent. Gleiches bei Milch und Zucker. Das ist dann aber keine Preisabsprache sondern nennt  man „Marktforschung“. Den Preisdruck geben die Verarbeiter schließlich an die Lieferanten der Rohstoffe weiter. Und die müssen sehen, wie sie die …

Sind Sie auch gegen…GenFood?

Was der Papst segnet und Greenpeace hasst: Golden Rice. Doch um den geht es nicht. Dieser Reis ist ein Synonym für grüne Gentechnik. So wie Glyphosat für „Pestizide“ steht. Der nachfolgende Artikel stellt die Meinung des Redakteurs dar. Erst lesen und dann kommentieren. http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/04/gentechnik-genfood-pflanzen-ernaehrung-gesundheit/komplettansicht Bevor jetzt wieder einer um die Ecke kommt und mir vorwirft, ich wolle die Gentechnik verteidigen: Ich möchte eine Meinung zur Diskussion stellen, die nicht dem Mainstream entspricht.  Euer Bauer Willi

Initiative ergreifen

Eine Meldung, die es nicht in die Schlagzeilen geschafft hat: Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in NRW lässt vom LANUV untersuchen, was es mit dem Insektensterben auf sich hat und wo mögliche Ursachen zu suchen sind. https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Insektenschwund-Schulze-Foecking-besucht-Entomologischen-Verein-9039583.html Dazu wird an 120 repräsentativ ausgewählten Standorten, die einen Querschnitt über die verschiedenen Landnutzungsformen bilden, gezählt und ausgewertet. Das ist richtig so, denn Studien aus England hatten gezeigt, dass sich die Masse der Fluginsekten sich an verschiedenen Standorten in 30 Jahren ganz unterschiedlich entwickelt hat. https://farmlandbirds.net/sites/default/files/Decline%20flying%20insects.pdf Sowohl Abnahme als auch Zunahme wurde festgestellt. Es lohnt sich also, der Sache auf den Grund zu gehen und die Initiative zu ergreifen. Hier unser damaliger Artikel zu den englischen Ergebnissen: Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung

Landwirtschaft in Deutschland 2040

Der Versuch einer Prognose. Dazu habe ich mir eine Publikation einer Bank durchgelesen und mit eigenen Kommentaren (kursiv) versehen. Die Zahl der Betriebe wird von derzeit 275.000 auf rund 100.000 sinken die durchschnittliche Betriebsgröße wird von 60,5 ha auf rund 160 ha steigen (vor allem in Westdeutschland, geringe Veränderung in Ostdeutschland) Die Zahl der Arbeitskräfte wird sich auf 325.000 halbieren (ohne Saisonarbeitskräfte) Dies vor allem durch eine weitere Technisierung in allen Bereichen. Roboter sowohl im Feld als auch im Stall werden normal sein. Die Verdrängung von Mensch durch Maschine wird sich fortsetzen. Der Fachkräftemangel im gesamten Agrarbereich führt ebenfalls zu weiteren technischen Lösungen. Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe wird abnehmen Zunehmend werden Flächen über Bewirtschaftungsverträge geführt. An den Eigentumsverhältnissen ändert sich statistisch gesehen also wenig. Bewirtschaftungsverträge werden von unterschiedlich organisierten Agrarunternehmen übernommen. Gerade für Genossenschaften bildet sich hier ein neues Betätigungsfeld (Eigentümer haben weiterhin Einfluss auf die Unternehmensstrategie) In Einzelfällen Pachtung ganzer Betriebe. Das Modell des bäuerlichen Familienbetriebes wird ersetzt durch familiengeführte Unternehmen mit festen Mitarbeitern. Das Ausbildungsniveau der Betriebsleiter wird weiter steigen. Buchführungsaufgaben und Dokumentationspflichten werden von Spezialisten im …

Individuellen Umweltschutz…

…könnte man praktizieren, wenn wir alle weniger fliegen würden. In der Grafik die Entwicklung der Flugkilometer der Deutschen in den letzten 24 Jahren. Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/TransportVerkehr/Personenverkehr/Tabellen/Flugpassagiere.html Prognosen gehen vielmehr davon aus, dass der Co2- Ausstoß durch Luftverkehr bis 2030 um über 50% zunehmen wird. https://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/275104/ Und das sind nur die Zahlen für Deutschland. Der Trend zu immer mehr Flugreisen gilt auch für andere Länder und Kontinente. Was mit dem Kerosin passiert, dass direkt aus dem Flugzeugtank in die Luft abgelassen wird (bei Notfällen), kann man hier nachlesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/treibstoffschnellablass-das-passiert-wenn-kerosin-in-die-luft-gesprueht-wird-a-1167461.html Bevor wir uns also über methan-rülpsende Kühe, Insektensterben oder ähnliche „Vergehen“ der Landwirtschaft allzu schnell aufregen, vielleicht mal nachdenken, wie sich unser eigenes Verhalten auswirkt. Ich habe darüber nachgedacht, als ich in der letzten Woche nach Linz geflogen bin. Das war  nicht in den Kurzurlaub… Euer Bauer Willi    

Auswinterung?

Ich habe am Donnerstag vor meiner Tour nach Oberösterreich noch schnell mit der „Pielhacke“ ein paar Pflanzen aus dem Frostboden geholt und ins warme Büro gestellt. Klar, dass da ein paar Wurzeln verletzt wurden, aber anders ging es nicht, weil der Boden mindestens 25 cm tief gefroren war. Gut für die Bodenstruktur. Hier die Bilder aus meinem Büro von Samstag morgen. Die gelben Pfeile markieren die intakten Blätter. Das Titelbild ist Winterweizen, das Bild im Text ist Wintergerste. In der Nähe von Linz/ Oberösterreich habe ich am Freitag Weizen gesehen, der um die -15 Grad abbekommen hat. Sah aus der Ferne auch noch gut aus. Ein wirkliches Bild wird man aber erst in der nächsten Woche bekommen, wenn es bei Temperaturen von 10 Grad plus so langsam wieder Leben in die Pflanzen kommt. Oder aber auch nicht. Als Rheinländer bleibe ich aber Optimist. Wenn ihr andere Erfahrungen habt, schreibt sie in die Kommentare. Ich denke, es interessiert alle. Euer Bauer Willi

Bauern und Tierärzte – Freunde oder Feinde?

Viele von euch haben sich meine Diskussion mit Professor Blaha über die Ferkelkastration und wie sie künftig gehandhabt werden soll angeschaut. Jetzt gibt es die zweite Sendung der Videoserie „go ON – Tierärzte diskutieren Lösungen“ auf YouTube zu sehen. Auch dieses Mal steht ein Thema im Mittelpunkt der Debatte, das Kontroversen provoziert: das Verhältnis Tierarzt-Bauer. Ich finde, dass Landwirte mit dem Thema Tierwohl ziemlich allein gelassen werden. Von Tierärzten hört man öffentlich wenig. Mein Diskussionspartner Professor Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, sieht den Grund dafür darin, dass Tierärzte in der gesellschaftlichen Wahrnehmung eher mit Hunden und Katzen, nicht aber mit Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit in Verbindung gebracht werden. Damit das passiert, müssten sie aber meiner Meinung nach mal öfter die Zähne auseinander kriegen und sich in den Wind stellen. Schließlich sind sie die Experten. Damit sie mehr gehört werden, ist ja auch das Diskussionsforum von Ines George und Ulrike Oslage ins Leben gerufen worden, unseren Gastgeberinnen in Berlin, die die Debatten organisieren, schneiden und veröffentlichen. Also: Schaut rein und sagt eure Meinung. Euer …