Bauer Willi
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Landwirtschaft in Deutschland 2040

Der Versuch einer Prognose. Dazu habe ich mir eine Publikation einer Bank durchgelesen und mit eigenen Kommentaren (kursiv) versehen.

  • Die Zahl der Betriebe wird von derzeit 275.000 auf rund 100.000 sinken
  • die durchschnittliche Betriebsgröße wird von 60,5 ha auf rund 160 ha steigen (vor allem in Westdeutschland, geringe Veränderung in Ostdeutschland)
  • Die Zahl der Arbeitskräfte wird sich auf 325.000 halbieren (ohne Saisonarbeitskräfte) Dies vor allem durch eine weitere Technisierung in allen Bereichen. Roboter sowohl im Feld als auch im Stall werden normal sein. Die Verdrängung von Mensch durch Maschine wird sich fortsetzen.
  • Der Fachkräftemangel im gesamten Agrarbereich führt ebenfalls zu weiteren technischen Lösungen.
  • Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe wird abnehmen
  • Zunehmend werden Flächen über Bewirtschaftungsverträge geführt. An den Eigentumsverhältnissen ändert sich statistisch gesehen also wenig.
  • Bewirtschaftungsverträge werden von unterschiedlich organisierten Agrarunternehmen übernommen. Gerade für Genossenschaften bildet sich hier ein neues Betätigungsfeld (Eigentümer haben weiterhin Einfluss auf die Unternehmensstrategie) In Einzelfällen Pachtung ganzer Betriebe.
  • Das Modell des bäuerlichen Familienbetriebes wird ersetzt durch familiengeführte Unternehmen mit festen Mitarbeitern.
  • Das Ausbildungsniveau der Betriebsleiter wird weiter steigen.
  • Buchführungsaufgaben und Dokumentationspflichten werden von Spezialisten im eigenen Betrieb ausgeführt oder an entsprechende Dienstleister ausgelagert.
  • Durch die weitere Liberalisierung der Agrarmärkte wird die Verknüpfung mit dem Weltmarkt zunehmen (Chance und Risiko). Exporte (innerhalb und außerhalb der EU) haben weiterhin eine große Bedeutung.
  • Die Gewinnmarge pro Einheit (Fläche, Tier) wird sich nur geringfügig verändern. Eine Steigerung ist nur über Kostensenkung möglich
  • Die Zahl der biologisch geführten Betriebe wird zunehmen. Bis 2040 wird der Anteil der Fläche 20% erreicht haben. Die durchschnittliche Betriebsgröße der Bio-Betriebe wird höher liegen als im konventionellen Bereich. Bio-Betriebe werden ebenfalls hochtechnisierte und große Agrarunternehmen sein (Stückkosten)
  • Nach wie vor bleibt Deutschland Importland für Bio-Erzeugnisse, vor allem im Bereich Obst- und Gemüse. (Gestehungskosten)
  • Die Wachstumsrate von Bio-Fleisch liegen unter den Wachstumsrate der (Bio) pflanzlichen Erzeugung.
  • Technologien der Bio-Landwirtschaft finden auch Anwendung in der konventionellen Landwirtschaft und umgekehrt. (z.B. Unkraut-Roboter)
  • Der Anteil von Spezialkulturen wird weiter zunehmen. Zur Verlängerung der Angebotszeit werden Folien, Folientunnel und Gewächshäuser weiter zunehmen. Gemüsefabriken in Hochhäusern spielen in Deutschland nur eine geringe Rolle.
  • Aufgrund des Klimawandels wird künstliche Beregnung weiter zunehmen. In der Viehhaltung wird Klimasteuerung immer wichtiger um z.B. Hitzestress zu vermeiden.
  • Mit fortschreitendem Klimawandel werden Kulturen weiter nach Norden wandern und so die bisherige Fruchtfolge verändern.
  • Neue Züchtungstechnologien werden maßgeschneiderte Kulturen für den jeweiligen Anwendungsbereich (Ernährung und Industrie) möglich machen.
  • Der Fleischverzehr in Deutschland wird insgesamt abnehmen. Die größten Rückgänge sind bei Schweinefleisch zu verzeichnen, Geflügel und Rind werden davon profitieren. Außerhalb von D, EU wird der Fleischverzehr weiter zunehmen.
  • Fleischersatzprodukte (vegetarisch, vegan) und Laborfleisch werden zunehmen. Der Preisdruck wird jedoch auch hier zunehmen.
  • Andere tierische Proteinquellen (z.B. Insekten und deren Larven) sind  Bestandteile des Angebotes im Supermarkt.
  • Der Marktanteil der klassischen Supermärkte wird sinken und durch andere Vertriebsformen ersetzt.
  • Online-Vermarktung wird auch von mittelständischen Erzeugern und Verarbeitern mit Spezialitäten erfolgreich praktiziert.
  • Der Verkauf von Lebensmitteln und Erlebnis wird immer häufiger verknüpft. (z.B. In-house-Gastronomie-Angebote)

Dies ist meine persönliche Einschätzung. Ob dies “erst” in 2040 oder schon früher der Fall sein wird, ist eher unbedeutend. Unvorhersehbare Einflussfaktoren (Politik, Migration, Naturereignisse etc.) können natürlich hier nicht abgebildet werden und können die Entwicklung beeinflussen. Es ist halt eine subjektive Einschätzung.

Ergänzungen, Korrekturen und Fragen sind jederzeit herzlich willkommen.

Euer Bauer Willi

https://bielmeiersblog.dzbank.de/wp-content/uploads/2018/01/Branchenanalysen_Agrar-4_0.pdf

 

 

 

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84 Kommentare

  1. Lieschen Müller sagt

    Ich bin ja eigentlich so ein Nabu-Fan und grünen Wähler und Verzichtsprediger. Aber vorhin habe ich einen Artikel gelsen, der war so voller Widersprüche, dass ich ihn zur Diskussion stellen möchte. Eigentlich würde ich auch gerne dort mitdiskutieren, aber da braucht man ein seltsames Login: http://www.klimaretter.info/umwelt/hintergrund/24352-duschen-oder-spargel-essen
    Erst sagt der Artikel, dass viele Bauern wegen Nässe ihre Ernte nicht mehr einholen können. Aber in wievielen Jahren war das so? Dann geht es gleich weiter, dass es in Brandenburg aber zu trocken ist. Aber Brandenburg und MeckPomm sind doch gleichzeitig die Gegenden, die von Konzernen für große landwirtschaftliche Betriebe aufgekauft werden. Ja was denn nun? Kennen die Konzerne die Klimaprognosen nicht? Oder handeln die so skrupellos, dass es in 20 Jahren sowieso egal ist? Es wird immer nur von Risiko gesprochen, es könnte also eintreten, oder eben auch nicht. Ach ich weiß jetzt auch nicht, warum ich das hier schreibe………

    • Inga sagt

      wo ist denn Deutschlands Streusandbüchse? Ist das nicht Brandenburg? Wo ziemlich sandreiche Böden sind?

  2. Ich hatte eine Wette angeboten. Wer macht mit, wer hält dagegen, geschätzte Kommentatoren? Ich möchte gerne in 22 Jahren ein paar Flaschen Wein mit Euch leeren!

  3. Eine gute Diskussion! Willi, ich möchte meine Einschätzung wie folgt zusammenfassen:
    Das Szenario setzt voraus, dass Kapital- und Energieversorgung für diesen industriellen Verdrängungswettbewerb gesichert sind.
    Die Kapitalversorgung ist abhängig von einem weltweiten Schneeballsystem mit Kreditgeldschöpfung, Kreditexpansion und manipulierten Zinsen, das uns früher oder später um die Ohren fliegen wird. Ich wette mit Dir an dieser Stelle um eine gute Flasche Wein des Jahrgangs 2017, dass das keine 22 Jahre mehr hält.
    Ob die Energiefrage weltweit gelöst ist, wie Paulus meint, werden wir ebenfalls in den nächsten 22 Jahren erfahren…
    Hier würde ich eine weitere Flasche Wein darauf wetten, dass Energie in 22 Jahren mindestens doppelt so teuer ist wie heute (gerechnet in stabiler Währung, also z. B. Gold pro barrel Rohöl)
    Ob die Landwirtschaft netto noch Energie gewinnt, wird sich dann zeigen: bei steigenden Energiekosten im gesamten Wertschöpfungsprozess (einschließlich Rohstoffgewinnung für die Traktorerzeugung usw.) kann eine energieintensive, industrielle Landwirtschaft nur immer unrentabler werden. Weil der Energieverbrauch und der Kapitaleinsatz schneller wachsen als die Erträge (abnehmender Ertragszuwachs).
    Trotzdem wird immer neues Geld in den Verdrängungswettbewerb investiert, solange die Banken von Finanzierungen leben und das Geld per Kreditgeldschöpfung erzeugen können.
    Ehemaliger Landwirt: Nur ein verschwindend kleiner Teil des von den Banken ausgeliehenen Risiko- und Spekulationskapitals sind Kundeneinlagen, zu 90 % ist es Buchgeld, dass die Banken selbst schöpfen können. Es ist doch völliger Irrsinn, 100 % der Verluste auf Steuerzahler und Gesellschaft umzulegen, nur um die 10 % Spareinlagen zu retten. Den Konkurs dieser maroden Kreditinstitute hätten wir längst weggesteckt. Aber dann hätten wir schon seit 2009 auch Zinssätze, die das Ausfallrisiko widerspiegeln. Höhere Zinsen aber kann sich keine (hochverschuldete) Regierung mehr leisten. Die Banken wurden nur gerettet, um die Regierungen zu retten.
    Meine Einschätzung also: Das Szenario wird nicht eintreten, weil uns das marode Finanzsystem noch vorher um die Ohren fliegen wird- mit weitreichenden Folgen. Dann werden wir viel zu wenig Bauern haben.
    Es wäre dringend geboten, die Versorgungsstrukturen mit Protektionismus krisenfest zu machen, denn es wird Währungskrisen, Schuldenkrisen, Handelskonflikte, Kriege und Völkerwanderungen geben. Die Völker merken das, die Regierungen wollen es nicht wahrhaben.

    • bauerhans sagt

      “….. weil uns das marode Finanzsystem noch vorher um die Ohren fliegen wird- mit weitreichenden Folgen….”

      dann würden wir BÜRGERKRIEG haben,was sich heute der materiell satte verbraucher gar nicht vorstellen kann.

      • und @ehemaliger Landwirt:
        keiner kann das wollen und ich will das auch nicht. Aber die Politik hat mit Banken- und Griechenlandrettung eine Bereinnigung verhindert, damit bekommen wir statt eines Endes mit Schrecken nun einen Schrecken ohne Ende. Glaubt denn jemand in dieser Runde, dass man eine Schuldenkrise mit immer mehr Schulden lösen, dass man Feuer mit Benzin löschen oder einen Alkohol- oder Drogenkranken mit höherer Dosis von der Sucht kurieren kann? Geldvermögen und Ersparnisse werden sich in Luft auflösen, wenn die aufgelaufenen Target-II-Salden bei der Bundesbank sich als uneinbringliche Forderungen erweisen und abgeschrieben werden müssen. Es gibt aber noch zahlreiche andere Möglichkeiten eines plötzlichen Kontrollverlustes.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Ehemaliger Landwirt: Nur ein verschwindend kleiner Teil des von den Banken ausgeliehenen Risiko- und Spekulationskapitals sind Kundeneinlagen, zu 90 % ist es Buchgeld, dass die Banken selbst schöpfen können. Es ist doch völliger Irrsinn, 100 % der Verluste auf Steuerzahler und Gesellschaft umzulegen, nur um die 10 % Spareinlagen zu retten.<<

      Mir ist durchaus bekannt, dass nicht alle Kredite, die die Banken vergeben, mit Spareinlagen gedeckt sind. Wäre das so, dann wären die Sparzinsen höher.

      Diese Geldpolitik produziert Armut im Alter, weil jedes angelegte Geld an Wert verliert.

      Offensichtlich liegt ihr Kapitalvermögen bei Null, anders ist ihr Meinung nicht zu erklären.

      Es gibt noch Menschen, die ihren Lebensunterhalt im Alter nicht von der Allgemeinheit (Harz IV) bezahlen lassen, sondern mit Ersparnissen bestreiten wollen.

      Das verstehen sie wahrscheinlich nicht.

      • Kann ich schon verstehen, dass du auch im Alter für dich selbst sorgen willst, aber wenn du dich aus diesem Grund für die Bankenrettung aussprichst, kannst du auch gleich Hartz IV nehmen. Wenn die Allgemeinheit die Banken retten muss, damit deine Spareinlagen gerettet sind, lebst du auch auf Kosten der Allgemeinheit. Die Bankenrettung sowie die Staatsverschuldung kommt den Steuerzahler überdies sehr viel teurer zu stehen als Hartz IV. Zumal die Banken ja aus dem Ganzen auch gelernt haben, wie man über den Staat die Bürger ausplündert. Eine Plünderung der Allgemeinheit wegen eigener Spareinlagen billigen, dient gerade eben nicht dem Wohl der Allgemeinheit.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Focus Money verdient sein Geld mit reißerischen Parolen auf dem Titelblatt, einmal steht: “Sofort alle Aktien verkaufen” nach 4 Wochen heißt es wieder Aktien kaufen.

              Nichtsdestotrotz sind einige Banken durch die Nullzins Politik gefährdet.

          • @ Ehemaliger Landwirt

            Es ist dir doch wohl klar, dass 50-60% der Bevölkerung weniger als 22.000,- Euro netto/Jahr verdienen, somit nicht in der Lage sind, um Rücklagen und Ersparnisse zu bilden. Deine Frau arbeitet doch als Altenpflegerin, da wirst du ja wissen, was sie verdient.

            Diese 50-60% der Bevölkerung sollen jetzt also deiner Ansicht nach die Banken retten und 52 Milliarden Steuern an Banken abdrücken, und dein Hauptgrund ist, dass du deine Ersparnisse behalten kannst? Da hat bauerhans Recht: das ist egoistisch gedacht. Also spar dir dein Verweis auf die Allgemeinheit. Die geht dir doch hinten runter.

            Es ist doch dein Risiko, wenn du dich mit Banken einlässt. Es ist nicht das Risiko der 50-60%, die nicht mal Ersparnisse bilden können. Die wollen nicht für deine Ersparnisse gerade stehen, sondern Schulen, Schwimmbäder oder Steuerentlastung. Die wollen, dass das Geld, das sie als Steuern zahlen, ihnen in irgendeiner Weise zugute kommt und das kann ich verstehen.

            Deine Denkweise spiegelt im Prinzip die der Atomkraftwerker wider: Du gehst deinen Weg und das Risiko für deinen Weg soll die Allgemeinheit tragen. Zur unternehmerischen Selbständigkeit gehört dazu, dass man das Risiko für seinen Weg selber trägt.

            Der Punkt ist, dass du deine paar Kröten höher bewertest als den fairen Umgang miteinander. Dir ist es offenbar lieber, dass die Banken die Leute ausplündern und damit durchkommen, wenn du nur deine Kröten nicht verlierst. Damit wirfst du Vertrauen, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und was es in dieser Hinsicht sonst noch gibt, blind über Bord. Du sprichst dich aus deinem kurzsichtigen Egoismus für die Bankenrettung auf Kosten der Allgemeinheit aus, und glaubst, dass die Banken dich dann in Ruhe lassen. Haha! Dann warte nur mal ab, ob es dir bei der nächsten Bankenkrise nicht ebenso geht, wie es denen in Zypern ergangen ist.

            Nicht, dass ich deine Gründe nicht verstehe. Aber die Basis, auf die es ankommt, ist nicht das Bankkonto, sondern die Einhaltung gewisser Verabredungen und Gepflogenheiten. Zu diesen sollte gehören, dass räuberisches Verhalten wie das der Banken von einer Gemeinschaft nicht geduldet und sogar belohnt wird. Beklag dich dann mal nicht, wenn dein Geld beim nächsten Crash weg ist. Das hast du dir dann selber zuzuschreiben.

            • Thomas Müller sagt

              ” Diese 50-60% der Bevölkerung sollen jetzt also deiner Ansicht nach die Banken retten und 52 Milliarden Steuern an Banken abdrücken, und dein Hauptgrund ist, dass du deine Ersparnisse behalten kannst?”

              Kopf auf Tisch, da kann wohl einer nicht mal rechnen. Besser die Bundesbürger zahlen pro kopf weniger als einmalig eine (!) Hartz 4 Monatsrate als dass das Finanzsystem zusammenbricht. Klatsch vorn Kopp…

            • Und das nächste Mal zahlt der Bundesbürger dann zwei Monatsraten Hartz IV, und das übernächste Mal drei Monatsraten und das geht immer so weiter.

              Ja, wenn ihr das so wollt. Von mir aus. Aber bitte dann nicht jammern beim nächsten Crash. Den habt ihr dann mitzuverantworten. Wer die Wölfe füttert, muss damit rechnen, dass sie wiederkommen.

            • Thomas Müller sagt

              Wir können gern weiter miteinander reden, aber nur wenn du nicht mehr zugedröhnt bist…. PEACE !

          • Lieber ehemaliger Landwirt,
            mir geht es ganz genauso wie Ihnen, meine Altersversorgung werde ich aus Ersparnissen bestreiten müssen. Sie müssen nur damit rechnen, dass alle Geldvermögen massiv entwertet werden, weil die Banken- und Griechenlandrettung den Konkurs ja nur verschleppt hat. Ersparnisse sollte man lieber nicht mehr bei Banken oder in Wertpapieren halten, sondern nur noch in Sachwerten. Die Aufblähung der Geldmenge (=Inflation) ist nach der Finanzkrise stark beschleunigt worden, treibt die Aktienspekulation und die Preise der Vermögensgüter (Immobilien).
            Bitte machen Sie nicht mich verantwortlich, wenn Ihre Ersparnisse sich in der nächsten Schuldenkrise in Luft auflösen.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wenn es nach ihnen ginge, dann hätte ich meine Ersparnisse bereits 2008 verloren, dann bräuchte ich mir jetzt keine Sorgen mehr machen.

  4. Jörgi68 sagt

    Ich hab ein buch im Regal : Landwirtschaft im Jahr 2000 von G. Thiede von 1989 . Immer wieder wenn ich auf den Boden geholt werden will, lese ich ein wenig darin und wundere mich über das was erwartet wurde und was wirklich kam! Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

    • Bauer Willi sagt

      Stimmt. Auch das Buch Global 2000 hat einige Einschätzungen, die nicht eingetroffen sind. Gibt es eine andere Einschätzung von Ihnen? Ich hatte darum gebeten.
      Bauer Willi

    • Lieschen Müller sagt

      Haben Sie vielleich 2-3 Beispiele, was sich nicht so entwickelt hat, wie in diesem Buch vorhergesagt?

  5. Friedrich sagt

    Es gibt sogar Wissenschaftler die sagen , daß es mit 70.000 Betrieben auch ginge. Bei rd. 40.000 Gewinn/Jahr in Niedersachsen bleibt nicht viel für die nächste Generation über . Davon muß die Rente für die Altenteiler und die Altersvorsorge für die wirtschaftende Generation bezahlt werden , oder die Pacht ist die Altervorsorge. Jedes Jahr hören in Deutschland rd. 8500 Betriebe auf . Bei 22 Jahren kommen wir schon auf Willis Rechnung . Wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden , dann kämen wir nur auf 4000 Aufgabebetriebe durch den technisch-biologischen Fortschritt , aber die EU will Weltmatktpreise . Das ging schon einmal vor rd. 100 Jahren in Deutschland schief und endete mit der Nazidiktatur. Alle 50 – 70 Jahre hat sich sich ein politisches System überholt. BRD 70 Jahre und EU 50 Jahre. Die Zeit ist da. Die Wähler driften überall in Europa und der Welt nach rechts. Abschottung läuft an , wie wir das hier auch schon diskutiert haben. Ob das unsere zu schnell gewachsene EU überleben wird ? Den Brexit in GB hat Deutschland mit der Grenzöffnung zu verantworten. Auch mit dem dominieren der EU-Wirtschaft macht sich Deutschland keine Freunde. Mit dieser Politik wird in der EU das Land und die Landwirtschaft fertig gemacht. Das läßt nicht gutes erahnen.

  6. Altbauer Jochen sagt

    Hallo, Tilman Ziegler,
    >>wollen die Banken das finanzieren und das Land in Besitz nehmen
    wenn die Investitionsrechnung nicht aufgeht ? <<

    Ich lebe an der dänischen Grenze ,der Blick nach drüben zeigt
    das es da genau so läuft !
    Wenn der Landwirt wirtschaftlich am Ende ist geht er noch einmal
    zur Bank, -aber nur um den Haustürschlüssel abzugeben !
    Die Bank sucht sich einen Übernehmer (wird auch schwieriger)
    mit der guten Chance das sich das gleiche wiederholt!

    -Im übrigen: Artenschwund in der Natur ist ein Verlust der allseits beklagt wird.
    Bauernschwund in unserer Gesellschaft ist ein Verlust im
    ländlichen Raum,-aber wen interessiert das denn schon.

    • Die Finanzindustrie ist der einzige Profiteur dieses Irrsinns. Sie wird von der Politik nie angetastet, weil alle hochverschuldeten Staaten und Regierungen die Banken für die Kreditgeldschöpfung brauchen. Das ist die heutige Form des Bauernlegens.

        • Inga sagt

          Deswegen spiegeln ja die Preise für die landw. Produkte ihren Wert nicht wider, Tillmann Ziegler!

          Ob wir Menschheit uns damit vor Mutter Erde versündigen?

      • Die Finanzindustrie wird von der Politik nicht angetastet, weil Staaten und Regierungen längst zu deren Marionetten mutiert sind. Das hat die Finanzkrise 2008 gezeigt, als Banken wie selbstverständlich auf Kosten der Steuerzahler “gerettet” wurden. Das hat System, wie die derzeitige Politik der EZB zeigt.

        Staaten haben sich also in doppelter Hinsicht zu Umverteilungsmaschinen entwickelt. Die Masse der Abhängigen, die auf staatliche Zuwendungen angewiesen sind, wird ständig größer, wie andererseite eine kleine Finanzelite immer reicher wird. Auf der Strecke bleibt der Mittelstand, der einerseits die staatlichen Zuwendungen zu finanzieren hat und andererseits über die Schuldenfalle, in welche so gut wie alle westlichen Regierungen hineingetappt sind, die Finanzelite immer reicher macht.

        Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf gemeinsam bestimmen, was es zum Abendessen gibt. Ich weiß nicht mehr, von wem dieser Spruch ist, aber er trifft es ziemlich gut.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ohne eine Bankenrettung hätten die meisten Sparer ihre Bankguthaben, Lebensversicherungen, Anleihen, Tagesgeld oder Festgeld verloren.

          Ohne die staatliche Rettung von Banken wie der deutschen Hypo Real Estate, der amerikanischen AIG oder der spanischen Bankia hätten die deutschen Banken Milliardensummen verloren und somit das Geld der Anleger

  7. Paulus sagt

    Wenn sich die LW in Richtung LPG oder ähnlichen Modellen entwickelt, sehe ich für den Einzelnen keine Nachteile. Wenn ich, hier nur als Beispiel, Bauer Willi richtig verstanden habe wirtschaftet er schon längst erfolgreich in Kooperation mit seinen Kollegen.
    Die spannende Frage ist doch, ob es bei Vollendung von LW 4.0 tatsächlich bäuerliche Genossenschaften oder eher international aufgestellte Konzerne über deren Töchter sind. Letztere verfügen über Wissen, Kapital und Einfluss. Das kommt in dem Papier der DZ Bank irgendwie nicht zum Ausdruck, bzw. wird umschifft. (ich habe es nur diagonal gelesen)
    Sollte es hin zu Big Agrobusiness gehen, was zumindest in Fachpublikationen aus dem technisch wissenschaftlichen Bereich anklingt, sehe ich die Zukunft, sowohl für bäuerliche Betriebe als auch für Verbraucher eher skeptisch.
    Man stelle sich in gar nicht so kühnen Träumen mal ein Konglomerat aus Bayer/Monsanto, John Deere, Alphabet, Nestlé und ähnlichen Playern vor. Dass die nicht schon längst die Köppe zusammen gesteckt haben kann mir keiner erzählen.

    @Lieschen Müller, zu ihrem Beitrag weiter unten:
    Der unterschiedlich prognostizierte Peak Oil hat seinen Schrecken längst verloren. Fossile Energiequellen werden in absehbarer Zeit gravierend an Bedeutung verlieren. Energieprobleme sind technisch lösbar, es mangelt an gesellschaftlicher Akzeptanz.
    Das Phosphatproblem wird garantiert gelöst, z.B. mit der Rückgewinnung von Phosphor aus Abfällen der Siedlungswasserwirtschaft, sprich Klärschlamm.

  8. Im Großen Ganzen wird es vermutlich so kommen, wie in der Prognose beschrieben. Tatsächlich soll es ja schon jetzt so sein, dass 20% der Agrarbetriebe um die 80% der Nahrungsmittel erzeugen. Das sind 55.200 Betriebe. Die restlichen Höfe finanzieren sich aus dem steigenden Bio-Anteil und “Pseudonaturschutz-Maßnahmen”, wie Mark diese neuen Erwerbsmöglichkeiten nennt.

    Was ich nicht glaube, ist, dass der Fleischkonsum erheblich sinkt. Das tut er schon allein wegen der steigenden Zahl der Haustiere nicht. Um billig zu bleiben, wird die Fleischproduktion jedoch zunehmend ins Ausland verlagert werden. Damit ist auch das Problem des schlechten Gewissens gelöst, denn wie kann man den Bundesbürger für etwas verantwortlich machen, das in der Ukraine oder sonstwo geschieht? Ich glaube auch nicht, dass Insekten als Proteinquellen den Essteller erobern. Das bleibt eine Mininische.

    Was ich nicht glaube ist, dass der Online-Handel im Bereich Nahrungsmittel einen bedeutenden Anteil ausmachen wird. Die Leute wollen sehen, was sie kaufen. Da wirken die letzten Überreste unseres Jäger-und Sammler-Erbes weiter. Eine einmal erfolgreiche Struktur wie die Supermärkte wird nicht wieder so leicht aufgegeben. Eher machen Online-Händler wie Amazon Supermärkte vor Ort auf, was ja schon geschieht. Die Supermärkte liefern bei Bedarf ins Haus. Ich glaube auch nicht, dass die Leute verstärkt im Hofladen kaufen, denn die meisten werden nicht die Zeit dafür finden. So wie jetzt eben auch schon.

    Neulich erst habe ich gelesen, dass die ganzen Energiesparerfolge so gut wie ausschließlich auf die bessere Energieeffizienz der Gerätschaften zurückgehen. Kein Mensch verzichtet auf irgendwas und nimmt wegen der Umwelt freiwillig irgendwelche persönlichen Nachteile wie Mehrarbeit in Kauf. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Deshalb werden wir in summa trotz aller angeblichen Erfolge in Sachen Umweltschutz immer mehr Energie brauchen. In absehbarer Zeit wird die Energie technisch optimal genutzt werden, damit ist das Potenzial der Energieersparnis ausgeschöpft.

    Wenn die fossilen Energieträger nicht durch Wind und Sonne ersetzt werden können, wird der Mensch seine angebliche Liebe zur Natur ganz schnell vergessen. Nach dem Öl wird die Kohle mit “sauberen” Kraftwerken verheizt und aus den Wäldern werden wieder massiv übernutzte Energieträger und die Atomenergie erlebt ihre 4. oder 5. Neuauflage.
    Gleichzeitig stehen aber natürlich sämtliche verfügbaren Flächen inklusive der Meere voller Windräder, denn auch darauf wird man nicht mehr verzichten.

    Alternativ zu diesem Szenarium ist die planwirtschaftliche Öko-Diktatur denkbar, die den Menschen die Energie zuteilt. Vielleicht gibt es dann ein System, wo man Sozialpunkte sammelt, um eine Stunde länger im Internet surfen oder die Waschmaschine zweimal pro Woche starten zu dürfen.

    In Städten wird die Zahl der Hobbygärtner massiv zunehmen, die eine Patenschaft für einen Strauch, einen kümmerlichen Baum oder eine abgewanzte Brachfläche übernehmen, auf dem Balkon zwei Tomaten und eine Petersilie im Topf züchten, und das dann für Selbstversorgung halten.

    Weder die energieintensive technische Lösung noch die öko-diktatorische Alternative sind so richtig lebenswert. Und darauf läuft die Zukunft in jedem Fall hinaus: auf das Verschwinden dessen, was das Leben eigentlich lebenswert macht. Schöne neue Welt eben.

    • Weiter unten schreibt Willi: “Die Energie wird zunehmend aus nicht fossilen Qellen kommen, was ja in Deutschland schon gut gelöst wird”. Das ist leider ein fundamentaler Irrtum: der Primärenergiebedarf der Bundesrepublik wird zu 80 % aus fossilen Quellen gedeckt und das fast vollständig aus Importen (Öl, Erdgas, Kohle). Der Energieverbrauch ist letztes Jahr vor allem deshalb gestiegen, weil mit mehr KFZ mehr km gefahren werden, da nützen auch energieeffizientere Motoren nichts. Die Energiefrage ist in keiner Weise gelöst, denn womit sollen fossile Energieträger denn ersetzt werden? Und wie ist der Wirkungsgrad von Ökostrom erst, wenn man den Energiebedarf zur Gewinnung der für Speicherung und Transport notwendigen Rohstoffe mit hineinrechnet? Eigentlich ist Landwirtschaft Energiegewinnung, mit der in diesem Szenario beschriebenen Technisierung wird Landwirtschaft irgendwann mehr Energie verbrauchen als sie gewinnt. Vorbild Fracking? Das ist m. E. auch wirtschaftlicher Irrsinn.

      • Paulus sagt

        Hallo Herr Ziegler,
        in einem Punkt muss ich ihnen widersprechen. Die Energiefrage die Zukunft betreffend, gilt nach Expertenmeinung weltweit grundsätzlich als gelöst. Außer flüssig- und gasförmiger fossiler Kohlenwasserstoffe gibt es große geologische Ressourcen z.B. in Form des Elementes Uran. Die thermische Verwendung dieses Rohstoffes führt leider zu gewissen allgemein nicht gewünschten Nebenwirkungen.
        Der größte nukleare Reaktor in unserem Planetensystem ist übrigens die Sonne und auf die können wir nun wirklich nicht verzichten.
        Die sogen. erneuerbaren Energien, die es nach den Hauptsätzen der Thermodynamik gar nicht gibt, werden erst dann wirklich relevant/verlässlich wenn es kostengünstige Speichermöglichkeiten mit ausreichender Kapazität gibt. Davon sind wir nach meinem Kenntnisstand noch weit entfernt.

      • Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtpaket “Energie” ist in Deutschland im Jahr 2017 auf 13, 1% gestiegen gegenüber dem Vorjahr mit 12,6%. In den Jahren 2015 bis 2017 hat sich der Zuwachs an alternativer Energie gegenüber den Vorjahren erheblich verlangsamt. 2016 betrug die Energiemenge aus EE 529 Petajoule, 2015 waren es 523. Solche Zuwachsraten sind Peanuts.

        Kommt hinzu, dass ein Teil der Energie aus Wind und Sonne in Spitzenzeiten in D gar nicht genutzt werden kann, sondern D sogar dafür zahlen muss, dass Nachbarländer die Stromnetze durch Abnahme von Strom entlasten.

        Je mehr sich ein Staat auf volatile Energien einlässt, desto mehr geht die Entwicklung logischerweise in Richtung staatlich vorgeschriebene Zuteilung von Energie, also Öko-Diktatur.

        Der Ölpreis richtet sich nicht nach dem vorhandenen Angebot, sondern wird derzeit als geopolitische Waffe eingesetzt, nur deshalb war er in den vergangenen Jahren so niedrig. Kommt hinzu, dass die Politik der OPEC die ölexportierenden Staaten förmlich dazu zwingt, die Vorräte höher anzusetzen, als sie tatsächlich sind. Und nicht zuletzt wird überall wieder massiv aufgerüstet, eine sehr energieintensive Art, sich die Zeit zu vertreiben.

        Die LW war bis ins 19. Jh. eine Wirtschaftsform zur Umwandlung von Sonnenenergie in Nahrungsmittel. Inzwischen ist die LW aber kein Energielieferant mehr, sondern ein Energieverbraucher. Die Herstellung von Agrarmaschinen, ihr Betrieb sowie Düngung und Pflanzenschutz verbrauchen mehr Energie, als durch Photosynthese gewonnen wird. Wir essen sozusagen Erdöl.

        Ohne die Erschließung der fossilen Energiequellen hätte sich die Weltbevölkerung nicht sprunghaft vergrößern können. Zwischen 700 n.Chr. und 1800 n.Chr. wuchs die Bevölkerung Europas von 30 auf 140 Millionen an. Heute leben dank Erdöl 650 Millionen Menschen in Europa, auf einer Fläche, die ohne Erdöl gerade mal 140 Millionen ernährt hat. Mit der industriellen Revolution ging eine Bevölkerungsexplosion einher.

        Das sind alles Hinweise darauf, dass sich der Übergang vom Erdöl-Zeitalter in die Nach-Erdölzeit weder schrittweise angepasst noch friedlich vollziehen wird. Mit einem Systemkollaps darf gerechnet werden.

        • Mark sagt

          “Inzwischen ist die LW aber kein Energielieferant mehr, sondern ein Energieverbraucher.” Kannst Du diese Behauptung belegen?

          • Anbei ein Text, von einem, der selbst (er)lebt, was er schreibt:

            http://www.ymparistojakehitys.fi/susopapers/Lasse_Nordlund_Foundations_of_Our_Life.pdf

            Meine freie Übersetzung und Meinung dazu:

            fundamentale alltägliche Erfahrungen schwinden, wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen an Bedeutung
            der Einsatz von Rohstoffen ändert sich dramatisch, wenn sie von Hand herangeschaft werden müssen
            der ausgeglichene Austausch von Energie ermöglicht Selbstversorgung, woraus eine Beziehung zwischen Mensch und Rohstoff hervorgeht
            die ausgewogene Beziehung zwischen unserer Arbeit und angesammelter Energie kollabierte mit Beginn der Industrialisierung
            wir verzerren diese Beziehung umso mehr, je mehr fremde, sprich, entwurzelte, Energie wir in Prozesse investieren, die nicht einzig durch den Menschen an sich, durch seine körperliche Arbeit, bewerkstelligt werden können
            je technologisch fortgeschrittener eine Maschine ist, desto mehr Energie benötigt ihre Herstellung, weil die Maschinen zur Herstellung der Maschine ebenfalls Energie verbrauchten, genauso wie jene Maschinen, die benötigt wurden um die Maschinen zu bauen, die unsere moderne Maschine bauen, usw. …
            das technologische Knowhow wird immer energielastiger, während Knowhow, welches über Generationen weitergegeben und erweitert wird, keinen derartigen Energiezuwachs verzeichnet … wenn die Ausgewogenheit mit der Umwelt erhalten bleiben kann
            trotz der modernen Energiesparmentalität und der Effektivität von Produkten bezüglich Verbrauch, nimmt der Energiebedarf in der Produktion insgesamt zu (E-Autos, E-Bikes, E-XXX)
            jedes technologische Versprechen, bezüglich Energieeinsparung, ermöglicht neue Wege zunehmenden Energieverbrauchs … bestes Beispiel ist die ”digitale Revolution”
            der Energieverbrauch EINES Produkts im unmittelbaren Einsatz verschleiert sämtlichen Energieverbrauch, der nötig war, damit das Produkt derart ”sparsam” zum Einsatz kommen kann, z. B. der Verbrauch durch Rohstoffgewinnung, Planung, Entwicklung, Forschung, Infrastruktur, Marketing, Vertrieb, Wartung, Entsorgung von Abfällen, Produktionsstätten, Firmengebäude, …
            eine Lebensform für sich betrachtet, wie in der ”freien Wildbahn” bzw. in der ”freien Natur”, setzt Energie bei weitem direkter und ökonomischer um, als sämtliche Errungenschaften des technologischen Fortschritts
            ein finnischer Farmer mit Traktor unterstützt 50 Menschen, aber mit dem Energieeinsatz von 1500 Menschen, um ein Feld zu bewirtschaften ( Stand 1987 … heute dürfte es weit mehr als 1500 Menschen sein)
            Effizienz bezieht sich im Laufe des Fortschritts immer mehr auf die Zeit, die ”eingespart” werden kann
            je einfacher, sprich, direkter das genutzte Werkzeug die eingesetzte Energie in EIN Produkt umsetzt, desto eher entspricht dieses ”wahrer” Effizienz, je weniger Hightech-Material zum Einsatz kommt, desto weniger Energie führt zum Produkt der Arbeit
            die Sparsamkeit EINER LED-Leuchte ist nur Schein, im Vergleich zu einer einfachen Glühbirne ( erst recht, wenn nicht noch künstlich ihre eigentliche Lebensdauer herabgesetzt wird )
            Tiere, die ihren Energiehaushalt auf den unausgewogenen Energiehaushalt unseres Fortschritts umstellen würden, könnten nicht lange überleben
            der Austausch von Beziehungen, zwecks Bewahrung der Ausgewogenheit, weicht mehr und mehr der Bedeutung wirtschaftlicher Profitabilität und Interessen … Geld, statt Nachhaltigkeit … Gräber, statt Wiegen
            nachhaltiger Austausch, zwecks eines Handels, gelingt am besten zwischen zwei Parteien, Geld dagegen ermöglicht es unzähligen Parteien an diesem Austausch teilzunehmen, auf Kosten der Nachhaltigkeit und natürlich gewachsener und gefestigter Beziehungen
            Geld zerstört die Informationen bezüglich des wahren Energieeinsatzes, der Preis bestimmt die Tragweite der Wandlung von Informationen in Daten
            der Preis für ein Produkt fällt umso mehr, je mehr der gesamte Energieeinsatz für das Produkt auf Kosten menschlicher Arbeit geht … je technologisch fortgeschrittener EIN Produkt ist, desto teurer müsste es werden
            das Defizit an Energie schreitet mit dem Fortschritt selbst immer weiter voran
            wir verbrauchen mehrere hundert Male mehr Energie pro Nahrungseinheit als ein Steinzeitmensch
            was wirtschaftlich rentabel ist, ist ökologisch gesehen eine Katastrophe
            EINES unserer Hauptprobleme ist nicht der Mangel an Energie, sondern unser Unvermögen, als Gesellschaft, mit unseren Rohstoffen ausgewogen umzugehen, unser Problem ist somit vielmehr ein Zuviel an Energie, die sich nicht kohärent in die Umwelt einbringen lässt
            es gibt keinen umweltfreundlichen ”Fair-Trade” … außer, ohne Geld, über kurze Distanzen zu handeln
            Biodiesel ist offensichtlich ein Widerspruch in sich
            Tiergemeinschaften setzen Energie so ausgewogen wie möglich ein und um
            es ist wahrscheinlich, dass auch Menschen in ihrem Genom populationsregulierendes Verhalten inne haben
            Gemeinschaften wachsen, von Natur aus, wenn sie zu klein sind und sie teilen sich, wenn sie zu groß werden
            Aggressionen dienen dem Ausgleich derartiger Unausgewogenheiten
            die notwendig werdende Infrastruktur EINER Gesellschaft, jenseits der Gemeinschaft, erhöht das Energiedefizit, weshalb immer mehr Energie von außerhalb der Gesellschaft ( Staat ) benötigt wird … inklusive des Ausbaus der dazu benötigten Infrastruktur
            EIN derartiges Defizit an Energie führt zu EINER Form von Aggression, die sich grundlegend von jener in der Natur unterscheidet
            Menschen verändern die natürliche Ordnung in Richtung Schwächung … Raubbau durch Grabräuber
            wir leben zunehmend in EINER Gesellschaft der ”Gelegenheiten”, ohne Intuition dahingehend, ob der Weg, den wir gehen, gefährlich ist … oder nicht
            der Konflikt zwischen den unbekannten Pfaden unserer Gesellschaften und den bewährten Wegen ausgewogener Gemeinschaften ist offensichtlich … Spannungspotenzial entsteht

            • bauerhans sagt

              der mensch ist emotional,egoistisch und aggressiv.

              können wir etwas dagegen unternehmen??

          • Mark sagt

            “Inzwischen ist die LW aber kein Energielieferant mehr, sondern ein Energieverbraucher.” Lieber f..ph, diese Behauptung ist ebenso weit verbreitet wie falsch. In einer Studie von Hülsenberger (2012) ergibt sich ein Netto- Energie- Output von durchschnittlich 139 GJ/ha bei konventionellen Betrieben, bei Ökobetrieben ca. 50% davon. Das Input/Outputverhältniss liegt bei 15 im konventionellen und bei 15-25 im Ökkobetrieb. Also, die Landwirtschaft hat eine eindeutig positive Energiebilanz, die heute im konventionellen und ökologischen Landbau definitiv höher liegt als früher!

            • Lieschen Müller sagt

              Aber dann könnte man ja ein Perpetuum mobile erzeugen: mit der auf dem Acker erzeugten Energie könnte man den Traktor betreiben, den Dünger herstellen und das Essen für die Menschen.

            • Input- und Outputverhältnis werden hier nur singulär auf den landwirtschaftlichen Betrieb berechnet und nicht auf die Herstellung der landwirtschaftlichen Maschinen und die Herstellung der eingesetzten Düngemittel und PSM. Die zur Herstellung der landwirtschaftlichen Maschinen eingesetzte Energie gehört in diese Rechnung jedoch zwingend dazu. Das ist der Fehler. Man muss das ganze Netzwerk sehen. Siehe Kommentar weiter unten.

          • Ganser, Daniele: Europa im Erdölrausch, S. 33
            Metz, Karl: Ursprünge der Zukunft, S. 455/456

            Interessant in diesem Kontext ist die Arbeit von Olaf Schilgen, dessen Ansatz darin besteht, unserem ökonomischen System als allgemein verbindliche Vergleichseinheit nicht den US Dollar (oder sonst eine Währung), sondern eine physikalische Einheit (Energieäquivalenz) zugrunde legen, also sämtliche Produktionsschritte anhand der verbrauchten Energie zu evaluieren.
            Schilgen, Olaf: A Physical Dimension of Economic Systems for Embedding the Relativity of Economics.

            Im Falle der LW wird bspw. das auf dem Acker X mittels Fotosynthese produzierte Getreide in Energieeinheiten umgerechnet. Plus der aufgewendeten Arbeit mittels Pferd und Mensch.

            Die Herstellung des eingesetzten Traktors sowie sämtlicher benötigter Agrarmaschinen wird in dieselben Energieeinheiten umgerechnet. Ebenso wird die Herstellung des Metalls, des Gummis, der Elektronik bis hin zur Gewinnung der Rohstoffe und der Transportkosten in den einzelnen Produktionsschritten pro Traktor ausgerechnet und anteilig auf den Acker umgelegt, wenn der Traktor auf mehreren Feldern zum Einsatz kommt. Kommen anteilig die Energieeinheiten hinzu, die für den Bau der Traktorfirma benötigt werden sowie der wiederum von dieser benötigten Maschinen etc.

            Außerdem kommen noch die Energieeinheiten von Sprit, Motorenöl, Dünge- und Pflanzenschutzmittel etc. pp. hinzu plus die für die Forschung aufgewendete Energie plus all die Fehlschläge, die eben nicht zur Anwendung kommen. Wenn der Bauer bei der Ausbringung der PSM einen Schutzanzug anziehen muss, kommen auch diese Energieeinheiten noch dazu.

            Der Mehrertrag auf dem Acker (bei Winterweizen ist der Ertrag bspw. von 14 dt/ha (1950) auf 65 dt/ha (2016), bei Körnermais von 18 dt/ha (1950) auf 111 dt/ha angestiegen) wird gegen die Energieeinheiten aus der industriellen LW, wie oben angeführt, gegengerechnet.

            Es leuchtet unmittelbar ein, dass in Wahrheit mit dem Mehrertrag auf dem Acker kein Wunder passiert und dass dieser Mehrertrag auch nicht die Leistung des Bauern ist, sondern dass die in den Acker durch die industrielle Produktion zusätzlich hineingesteckte Energie eben in den Mehrertrag in Form von Weizen oder Körnermais umgewandelt wird, bei natürlich entsprechenden Energieverlusten, denn es gibt nun mal kein perpetuum mobile.

            Bei diesem Ansatz kommt heraus, dass die Bestellung des Ackers mittels Pferd und Mensch zwar in der Tat weitaus weniger Ertrag erbringt, energetisch aber trotzdem die bessere Bilanz aufweist.

            Der Ansatz, unsere menschengemachten Probleme mit immer noch mehr Technik lösen zu wollen, ist im Grundsatz falsch, weil dafür im Endeffekt bei jedem weiteren Schritt doch immer mehr Energie verbraucht als gewonnen wird. Selbst wenn die eingesetzte Technik in Sachen Energieeffizienz optimiert ist, ist es doch niemals ein Nullsummenspiel.

            • bauerhans sagt

              mit anderen worten:
              fahradfahren ist nicht nur energieeffizienter,sondern auch gesund.
              warum machts kaum einer??

            • Mark sagt

              Du verwechseltst Netto-Energie-Output mit Input/Outputverhältnis. Was letzteres betrifft, hast Du zwar recht, das hilft aber nicht weiter. Entscheident ist der Netto-Energie-Output, wobei hier selbstverständlich der komplette Energie-Input berücksichtigt ist (Dünger, Treibstoff, PSM ect). In modernen Systemen ist die Effizienz der Photosynthese derart optimiert, das der höhere Energieinput überkompensiert wird!

            • Brötchen sagt

              @fingerphilosoph. ich komme bei 60 dt/ha auf ca. 80 GJ kornertrag. ein 600 kg schweres Pferd braucht pro Jahr 22 GJ Energie. die dürfen glaube ich erst mit drei Jahren ziehen. nehmen wir mal 10 GJ pro Jahr für aufzucht an. dann wäre das Pferd nochmal mit 30 GJ belastet. wenn das Pferd richtig schwer zieht braucht es bestimmt auch mehr. der kornertrag schmilzt also energetisch langsam dahin. der Schlepper braucht pro ha pflügen 15 l das wären 0,18 GJ.

            • Natürlich ist das energetische Input/Output-Verhältnis das Wesentliche. Bis dato gibt es doch überhaupt kein System, das den tatsächlichen Input an Energie berechnet, eben weil wir nicht auf der Basis von Energie, sondern auf der Basis von Geld vergleichen. Und das ist eben falsch.

              Die Fotosynthese ist überhaupt das einzige System, das Fremdenergie, nämlich Sonnenenergie, nutzbar macht. Alle Energie, über die wir verfügen, ist aus Sonnenlicht abgeleitet. Über vier Milliarden Jahre hat sich ein Gleichgewicht herauskristallisiert, wieviel Sonnenenergie die Erde in Form von Leben umsetzen kann.

              Wenn man an der Fotosynthese herumschraubt, also die Effizienz der natürlichen Fotosynthese verbessert, also mehr Input bewirkt, dann bekommt man auf der anderen Seite beim Output ein Abfallproblem. Das Zuviel an Input einerseits erzeugt andererseits den Abfall, den das System Erde nicht verkraftet.

              Es geht in der Bewertung von Input und Output um dieses Fließgleichgewicht, nicht um absolute Zahlen. In- und Output kann man deshalb nicht getrennt voneinander betrachten, was aber immer, auf jeder Ebene des Netzwerks, getan wird. Die Traktorenfirma berechnet ihren Energie-In-und- Output, der Bauer seinen, und dann wird so getan, als hätte die Energiebilanz der Traktorfirma nichts mit der des Bauern zu tun. Und da muss man den Zusammenhang doch erst mal herstellen, was bislang überhaupt nicht getan wird.

              Den Gesamtkontext betreffend ist die Frage dann: Wieviel Sonnenlicht verträgt die Erde überhaupt? Und sie verträgt eben nicht unendlich viel. Es hat einen Grund, weshalb die Pflanzen mittels Fotosynthese nur eine bestimmte Menge an Energie auf die Erde holen.

            • Wenn Pflanzen durch Züchtung oder genetische Manipulation gezwungen werden, mehr Sonnenlicht in Zucker/Stärke umzuwandeln als vom natürlichen Input-Output-Fließgleichgewicht vorgesehen ist, kann dieser “künstliche” Zustand eben nur durch den vermehrten Einsatz von weiterer Energie (in Form von Dünger, PSM, Maschinen, Arbeitsleistung) aufrechterhalten werden. Wenn nicht ständig zusätzliche Fremdenergie aufgewendet wird, passt die Pflanze ihre Energieproduktion in kürzester Zeit wieder dem natürlichen Fließgleichgewicht an, d.h. der Züchtungseffekt geht wieder verloren. Dasselbe gilt auch für genetische Manipulation. Wie ich das verstanden habe, geht der gewünschte Effekt hier sogar noch schneller wieder verloren als bei Züchtung.

              Oder anders: die Pflanze wie sie natürlicherweise vorkommt, IST die Verkörperung des Fließgewichts. Das und nichts anderes ist Leben.

              Wird die Photosynthese bspw. auf gentechnischem Weg beschleunigt, genügt es deshalb nicht, die Light Harvesting-Komplexe der Pflanze zu verbessern und die RuBisCo durch ein effizienteres Enzym zu ersetzen oder so was, gleichzeitig müssen auch die Schutzmechanismen, mit der sich die Pflanze vor zuviel Sonneneinstrahlung schützt, außer Kraft gesetzt bzw. der vermehrten Sonneneinstrahlung angepasst werden. Sonst geht die Pflanze kaputt.

              Was für die Pflanze gilt, gilt durchaus auch für das ganze System. Wenn die Pflanzen über ihr Fließgleichgewicht hinaus dank Züchtung/Manipulation immer mehr Sonnenlicht in Energie umwandeln, muss die LW auf der anderen Seite gleichzeitig immer mehr Energie aufbringen, um die Pflanzen dran zu hindern, sich wieder dem natürlichen Energiefluss anzupassen.

              In diese Rechnung gehört die Traktorfabrik eben auch mit rein, weil die Traktorfabrik ja erst durch die Pflanzenmanipulation notwendig wird. Ein Jäger und Sammler braucht keinen Traktor, also auch keine Traktorfabrik, also auch keine Stahlproduktion, also auch kein Eisenerz, also auch kein Bergwerk, also auch keine Bohrmaschinen und Sprengladungen, um Löcher in die Erde zu buddeln, um ans Erz zu kommen.

              Bei jedem dieser einzelnen Arbeitsprozesse geht immer auch Energie verloren. Je mehr technische Schritte also notwendig werden, desto mehr Energie geht verloren, wobei der Verlust sich hinter immer komplexeren Strukturen versteckt und dadurch weniger sichtbar ist.

  9. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    vermutlich beziehst Du Dich bei Deiner “Prognose” ja auf folgenden Text der DZ-Bank:
    https://bielmeiersblog.dzbank.de/wp-content/uploads/2018/01/Branchenanalysen_Agrar-4_0.pdf

    Vieles in Deinem Text ist bedenkenswert – aber doch vor allem mit Blick darauf, wie man bestimmte Entwicklungen anders gestalten oder vermeiden könnte. Dazu wartet man auch bei diesem Deinem Text vergeblich auf irgendwelche Gedanken.

    Ich bin ehrlich erschüttert (wenn auch nicht erstaunt) darüber, wie Du Dich hier zum Nachbeter angeblich unveränderbarer neoliberaler “Prognose”-Ziele machst. Eine politische Einflussnahme von Bauern und ihren gesellschaftlichen Bündnispartnern kommt bei Dir und Deinen Texten auch diesmal nicht vor – möglicherweise willst Du sie ja auch gar nicht. Unter dem Begriff “neue Züchtungstechnologien” setzt Du Dich vermutlich weiter für die Agrar-Gentechnik ein, zur Art der Tierhaltung kein Wort, zu Erzeugerpreis-Politik ebensowenig.

    Offenbar wird eine Agrarpolitik für “Bauernhöfe statt Agrarfabriken” und eine gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft im Binnenmarkt EU mit fairen Preisen für “Klasse statt Masse” weiter ohne Dich und großenteils auch gegen Deine konträren oder ablenkenden Texte umzusetzen bzw. durchzusetzen sein.
    Schade eigentlich.

    • Bauer Willi sagt

      Lieber Eckehard
      Ich habe eine vorhandene Studie um meine Gedanken dazu erweitert. Das stelle ich zur Diskussion. Das scheinst Du nicht zu verstehen. Ob ich diese Entwicklung gut finde oder nicht, ist damit nicht gesagt. Im übrigen habe ich den Link unter dem Text schon eingefügt, Du hättest ihn also nicht suchen brauchen. Deine Kommentare scheinen sich mit der Kritik an meinen Texten zu genügen. Und die ewige Leier, dass Du enttäuscht von mir bist. Schade eigentlich.

      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Willi, zur “ewigen Leier” meines Enttäuscht-Seins von Dir: Die Hoffnung stirbt (starb) zuletzt. War eigentlich gesagt auf Grundlage einer positiven Grundeinstellung Dir gegenüber…

  10. Mark sagt

    Dank der Digitalisierung wird die Landwirtschaft (wenn man sie dann noch so nennen kann) total überwacht und fremdgesteuert werden. Die Produktion von Nahrungsmitteln wird massiv zurückgedrängt, angesagt wird sein die Produktion von Pseudonaturschutz in sich ständig änderden Facetten. Herrscharen von Akademikern werden sich mit dem “Ökooptimum” befassen und die landwirtschaftiche Restproduktion permanent reformieren. Tierhaltung wird ohnehin weitgehend abgeschafft sein, Milch- und Fleischprodukte werden großtechnisch hergestellt ohne dafür Tiere halten oder gar töten zu müssen. Der Anteil importierter Nahrungmittel wird deutlich steigen. Der Ökoanteil wird tendenziell wieder sinken, da er für die Gesellschaft keinen Zusatznutzen mehr vorweisen kann, und den Charakter einer Musseumslandwirtschaft einnehmen.

    • Brötchen sagt

      ich empfehle mal einen Blick in einen Jahresbericht der angewandten Forschung von vor 80-100 Jahren. das ist erhellend!

    • Inga sagt

      Aber wir wollen uns schon noch von natürlichen Sachen die regional gewachsen sind ernähren!

      Oder nicht?
      Dazu braucht es Fachleute, die diese anbauen oder ausreichend produzieren.

      Für Bürokomplexe werden wir dann kein Geld mehr haben.
      Oder?

  11. Brötchen sagt

    es geht doch nicht weiter so, es wird dramatisch weniger Betriebe geben. wo ich nicht mitgehen, Rindfleisch wird nicht steigen, da nicht wirtschaftlich und wegen der wolfsproblematik. was nicht berücksichtigt ist, neue abschottungspolitik USA usw.

    • Brötchen sagt

      ich sehe aufspaltung zwei Trends….starke Technisierung und eher extrem “vereinfachte” Produktion, um Kosten zu sparen. vielleicht wieder mehr Veredelung in der Breite.

  12. bauerhans sagt

    “Die Gewinnmarge pro Einheit…… Eine Steigerung ist nur über Kostensenkung möglich”

    das ist und wird der entscheidende punkt sein.
    auch heute schon lässt sich durch buchführungsergebnisse nachweisen,dass betriebe ein hohes kosteneinsparpotential durch zusammenarbeit hätten,was aber aus emotionalen gründen nicht genutzt wird.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wir sind sicherlich der selben Meinung,
      dass durch Zusammenarbeit sich Kosten einsparen lassen.
      Diese Einsparungen sind auch begrenzt, somit wird sich das Einkommen, wie von Friedrich beschriebenen 40.000 Euro nur wesentlich erhöhen.

      Facharbeiter, die bei Bosch, Schaeffler oder Daimler arbeiten, hätten bei 40.000 nur ein müdes lächeln über.

      Ps: Unser Jüngster Sohn hat mal Werkzeugmechaniker gelernt, sein Anfangslohn war 3.000 Euro Brutto im Monat und das im Alter von 19 Jahren.

  13. Lieschen Müller sagt

    Ihr Szenario beschreibt eine wunderbare Extrapolation der Vergangenheit. Weiter so die nächsten 20 Jahre. Ich glaube nicht, dass das so kommen wird, vorher werden die Umweltzerstörungen und Ressourcenübernutzungen weltweit zu groß.

    • Bauer Willi sagt

      Ich glaube nicht, dass das nur eine Extrapolation der Vergangenheit ist. So werden zum Beispiel die neuen Züchtungsmethoden eine Entwicklung in Gang setzen, die wir uns heute nicht vorstellen können.
      Mich würde aber interessieren, wo Sie konkret glauben, dass es nicht so kommen wird.
      Bauer Willi

      • Lieschen Müller sagt

        Fleischersatzprodukte denke ich wird es nicht geben: zu energieintensiv. Der Klimawandel wird sicher nicht nur Kulturen nach Norden wandern lassen, sondern vor allem mit den veränderten Niederschlagsmustern und neuen Pflanzenkrankheiten zuschlagen. Da haben sie Recht, das lässt sich sicher am besten mit neuen Züchtungen abfangen.
        Sie schreiben die Veränderung fort, die immer mehr Energie benötigt. Aber eigentlich soll weniger Energie genutzt werden (C02, Peak Oil). Außerdem lauert da im Hintergrund noch das Phosphorproblem.
        Ich denke, das Modell der LPG, mit angestellten Arbeitern wird sich erstmal durchsetzen. Oder die Kapitalgesellschaft mit angestelltem Geschäftsführer und dann eben auch Arbeiter. Der einzelne Landwirt kann das hohe fianzielle Risiko sicher nicht mehr tragen.

        • Bauer Willi sagt

          Bei den Agrarunternehmen sind wir uns ja schon mal einig. Neue Krankheiten und Schädlinge sehe ich ähnlich, ist aber nichts Neues und haben wir bisher auch gemeistert.
          Thema Energie: Die wird zunehmend aus anderen Quellen als fossiler Energie kommen, was ja gerade in Deutschland schon gut gelöst wird. Fehlt nur noch die Speicherfähigkeit.
          Fleischersatz: es wird eine Kundenklientel geben, denen das etwas wert ist und die erst in zweiter Linie auf die Energiebilanz achten. Aber auch da wird es Fortschritte geben, wovon ich fest überzeugt bin. Also nicht die Vergangenheit fortschreiben… 🙂
          Bauer Willi

  14. Mir graust es vor der Krisenanfälligkeit der hier beschriebenen, völlig technik- und weltmarktabhängigen Landwirtschaft. Wenn die Energieversorgung unterbrochen wird, geht gar nichts mehr. Die Energiekosten könnten diesem Industrialisierungsszenario auch noch einen Strich durch die Rechnung machen.
    Außerdem frage ich mich, wie noch Kosten gesenkt werden sollen, wenn die Politik ständig neue kostentreibende Auflagen verordnet. Skalenvorteile sind irgendwann auch ausgereizt, Landmaschinen müssen ja irgendwie auch noch auf auf Landstraßen passen. Aber vielleicht kann man das Unkraut auch von Drohnen jäten lassen….
    Wollen die Banken das finanzieren und das Land in Besitz nehmen, wenn die Investitionrechnung nicht aufgeht?

    • Bauer Willi sagt

      Es werden keine Drohnen sein, die Unkraut jäten aber Schwärme von Feldrobotern werden das in wenigen Jahren können. Da muss man keine 20 Jahre warten. Allerdings werden sich das nur finanzstarke Agrarunternehmen leisten können. In Norddeutschland gibt es einen Betrieb, der auf 1000 Hektar Bio-Obst und -Gemüse anbaut….Nur mal so zum Nachdenken…
      Bauer Willi

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