Bauer Willi
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Auswinterung?

Ich habe am Donnerstag vor meiner Tour nach Oberösterreich noch schnell mit der “Pielhacke” ein paar Pflanzen aus dem Frostboden geholt und ins warme Büro gestellt. Klar, dass da ein paar Wurzeln verletzt wurden, aber anders ging es nicht, weil der Boden mindestens 25 cm tief gefroren war. Gut für die Bodenstruktur. Hier die Bilder aus meinem Büro von Samstag morgen. Die gelben Pfeile markieren die intakten Blätter. Das Titelbild ist Winterweizen, das Bild im Text ist Wintergerste.

In der Nähe von Linz/ Oberösterreich habe ich am Freitag Weizen gesehen, der um die -15 Grad abbekommen hat. Sah aus der Ferne auch noch gut aus. Ein wirkliches Bild wird man aber erst in der nächsten Woche bekommen, wenn es bei Temperaturen von 10 Grad plus so langsam wieder Leben in die Pflanzen kommt. Oder aber auch nicht. Als Rheinländer bleibe ich aber Optimist.

Wenn ihr andere Erfahrungen habt, schreibt sie in die Kommentare. Ich denke, es interessiert alle.

Euer Bauer Willi

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13 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Für mich als Laien sehen Feldern durch die ich morgens zu den Zwergen fahre echt schlimm aus. Erst sind sie fast abgesoffen, dann bei strahlendem Sonnenschein schockgefrostet. Bei mir auf der Zwergenwiese hat es sogar die Schneeglöckchen und frühen Krokusse umgehauen. Die Wiese war schon echt weit und ich dachte schon, dass die Osterglocken dieses Jahr zu Karneval blühen und dann kam der Winter und der große Zwergen-Hunger nach Grünem hat große Teile meiner Wiese jetzt ganz kahl werden lassen. Ich schätze ich werde dieses Jahr ziemlich viel nachsäen müssen, Meinen Zwergen geht es erstaunlich gut, eine Dame führt schon und die beiden Kleinen haben die Kälte bisher gut überstanden. Winter-Fans werden die Zwerge allerdings nicht werden. Ich bin sehr gespannt, was die Beerensträucher und Rosen sagen, wenn sie erwachen. Auch sie waren schon sehr weit und haben wohl trotz Winterschutz einiges abbekommen. Es wird sehr spannend, mal wieder.

  2. Friedrich sagt

    @Bauer Hans. Die Kollegen sollten mal rechnen wieviel Rübengeld die bekommen. Die Zeit ohne Quote bringt von der letzten Ernte 500 Euro/ha weniger. Mit dem schlechten Rübengeld fällt genauso wie bei der Milch das wirtschaftliche Rückrat der Betriebe weg. Bei meinem Ertrag von fast 1000 dt/ha fehlen mir fast 600 Euro/ha. Der Anbauverband bei P+L hat ausgerechnet , daß der Deckungsbeitrag dort bei unter 1000 Euro/ha liegt. Bei 600/800 Euro/ha Pacht und Arbeit + anteiligen Festkosten kommt da ein minus raus. Das fehlende Rübengeld auf den Höfen liegt jetzt mit 535 Millionen Euro auf dem Konto bei Nordzucker. Unsere Kollegen sollten sich mal mit den Nordzuckerbilanzen beschäftigen und die Dauervollmachten für die Generalversammlungen den Anbauverbänden entziehen. Unter diesen Rahmenbedingungen müßen die Pachten sinken und zwar kräftig.

  3. Friedrich sagt

    Während der Frostphase läßt sich die Auswinterung kaum erkennen , außer man holt, wie du Willi , die Pflanzen in die warme Stube. Wieviele Pflanzen wirklich überlebt haben , werden wir erst dann nächste Woche , einige Tage ohne Frost, sehen können. Dort wo eine mind.
    1 – 3 cm und mehr Schneeauflage war , wird es keine Probleme geben. Viele Gebiete hatten aber keinen Schnee. Dort wird es sehr brenzlig, aber abwarten. Eine Neuansaat kostest schnell 300 Euro/ha . Dazu kommt dann noch in den Rübenbetrieben ein schlechtes Rübengeld. Die Milchviehbetriebe haben trotz jetzt höherer Milchpreise und die Schweinebetriebe die Verluste der Vergangenheit immer noch nicht ausgleichen können. Dazu jetzt die Auswinterungsverluste. Ein wirtschaftlich schlechtes Jahr 2018 kündigt sich für die Landwirtschaft an. Und die Marktpartner sowie die Politik schlafen weiter. Auch wird fast nichts gegen die ASP vorsorglich unternommen. Dieses Unterlassen treibt den Schweinehaltern schon die Zornesröte ins Gesicht. Dabei könnte man mit Vorsorgemaßnahmen die zu erwartenden MRD.-Verluste minimieren.

    • bauerhans sagt

      Friedrich,hier werden weiterhin wahsinnspachten bezahlt,sehr grosse schlepper gekauft und zuckerrüben im grossen stil angebaut—ein widerspruch!

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