Bauer Willi
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Stellungnahme ZDF Zoom

Ich habe mich in meinem Beitrag kritisch über die Berichterstattung der Reportage “Der Wahnsinn mit dem Weizen” geäußert. Ich habe aktuell dazu eine Stellungnahme von Katarina Schickling erhalten, die für Buch und Regie verantwortlich war  und die ich hier in vollem Wortlaut und ungekürzt veröffentliche. Wir haben uns über den Inhalt in mehreren Mails ausgetauscht, so dass ich hier dazu keine Stellung mehr beziehe.

Sehr geehrter Herr Kremer-Schillings,

es tut mir leid, dass Sie mit dem Ergebnis unserer Zusammenarbeit so unzufrieden sind. Dass wir an vielen Stellen nicht gleicher Meinung sind, was agrarische Strukturen und Agrarpolitik betrifft, hat sich mir schon während des Drehs erschlossen. Ich habe mir von Ihnen gern Ihre Sicht der Dinge darlegen lassen, das allein bedeutet jedoch keine Zustimmung und auch nicht die Zusage, Ihre Position in allen Punkten im Film abzubilden. Die Sätze, mit denen Sie mich in Ihrem Blog zitieren, sind so nicht gefallen – da unterscheiden sich unsere Erinnerungen offensichtlich.

In der Tat haben Sie sich Zeit für uns genommen. Ich kann anhand des gedrehten Materials auch sehr gut rekonstruieren, wie lange genau: es waren knapp 5 Stunden, die wir bei Ihnen waren. Insgesamt wurden ziemlich genau 30 Minuten Interview gedreht, an fünf verschiedenen Schauplätzen. Das entspricht vom Aufwand her etwa dem normalen Verhältnis zwischen Dreh und Senderesultat. Sie waren, wie ich Ihnen damals mitgeteilt hatte, damals im Juli meine erste Station; im Senegal, zum Beispiel, war ich erst im November.

Es ist normal, dass sich im Laufe der Recherchen und Drehs die Geschichte entwickelt. Deshalb haben wir damals auch über Themen gesprochen – etwa Glyphosat oder die Preisfindung von Weizen an der Börse – die im Film am Ende keine Rolle mehr spielten, in diesem frühen Stadium aber noch Teil der Recherchen waren.Zu meinem Job als Journalistin gehört es, mir ein möglichst umfassendes Bild zu machen, indem ich ausführliche Gespräche führe. Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll Gesprächspartner mit allen Positionen zu konfrontieren, die möglicherweise später im Film vorkommen werden, sondern Aussagen zu sammeln und dann später zu gewichten.

Ich bedaure, dass Sie sich offenbar getäuscht fühlen, weise jedoch den Vorwurf, ich hätte Sie hinters Licht geführt, zurück. Meine bisherigen Publikationen zu Agrarthemen sind alle öffentlich zugänglich, d.h. Sie hatten die Möglichkeit, sich über meine Herangehensweise und meine kritische Sichtweise zu informieren. Über meinen Zoom-Film über Milch hatten wir uns im Vorfeld des Drehs unterhalten. Über die Problematik der Weizenexporte nach Westafrika haben wir beim unserem Dreh gesprochen. Über das Thema „Hühnchen nach Afrika“ haben wir ebenfalls ganz konkret geredet: ich habe Ihnen u.a. erzählt, dass ich auch dazu einen Film für Zoom gemacht habe. Dort komme ich zu anderen Ergebnissen, als der Autor, den Sie in ihrem Blog zu dem Thema als Quelle benennen. Tatsächlich ist beim Hühnerfleisch der afrikanische Markt nicht wegen der Gewinnmöglichkeiten spannend, sondern weil die Geflügelfleischindustrie so die Entsorgungskosten für jene Reste, für die es bei uns keinen Markt gibt, einspart. Und auch beim Weizen ist Afrika für uns kein ökonomisch wichtiger Markt. Aber das, was wir exportieren, bricht der heimischen Landwirtschaft das Kreuz. Wir tragen also erheblich zu Problemen bei, obwohl das für uns wirtschaftlich gar nicht so wichtig ist. Könnten wir das dann nicht schlicht unterlassen? Und stattdessen die afrikanischen Staaten darin bestärken, sich mit gestaffelten Zöllen zu schützen und so den Spielraum zu erhalten, ihre eigene Landwirtschaft zu modernisieren? Anstatt über diverse Kanäle Druck auszuüben, unbeschränkten Freihandel zuzulassen?

Lassen sie mich noch zum Thema „Subventionen“ ergänzen: In der Wirkung für den Steuerzahler und für die Landwirte ist es ziemlich egal, ob ich den Weizen direkt subventioniere oder die Fläche, auf der er wächst. Deutscher Weizen wäre international niemals konkurrenzfähig, wenn nicht in jeder Tonne erhebliche Gelder aus den Subventionstöpfen steckten.

Ohne Zweifel tragen auch andere Länder zur Misere in Afrika bei, Russland, Brasilien, die USA und nicht zuletzt korrupte Regierungen in den afrikanischen Ländern selbst. Als deutsche Journalistin und Steuerzahlerin und Bürgerin der EU interessiert mich aber zunächst mal die Rolle meiner eigenen politischen Verantwortlichen. Dass 30 Minuten niemals ausreichen, um ein so komplexes Thema in allen Aspekten zu würdigen, räume ich gerne ein. Trotzdem haben wir mit dem Film viele Menschen erreicht und für dieses wichtige Thema sensibilisiert. Das freut mich.

Bitte zögern Sie nicht, mich beim nächsten Mal direkt zu kontaktieren, ich setze mich gerne mit kritischen Meinungen auseinander. In der Hoffnung, dass Sie auch meine Argumente in Ihrem Blog aufscheinen lassen, verbleibe ich mit besten Grüßen,

Katarina Schickling

 

 

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152 Kommentare

  1. Heinrich Graf sagt

    Frau Schickling geht es bei ihrer Arbeit nicht um sachliche objektive Berichterstattung, sondern um einseitige Meinungsmache. Aus ihrer Stellungnahme zu Willis Kritik kann ich erkennen, dass sie eine voreingenommene Meinung zum Thema hat.

    Seriöser Fernsehjournalismus sieht für mich jedenfalls anders aus.

    • Inga sagt

      Diesen Eindruck hatte ich auch!

      Steigert ja die Einschaltquoten !

      Und wer ist wieder der dumme?

      Echt unsozial von der Frau!

      Dass Zoom das überhaupt zulässt?

  2. Ehemaliger Landwirt sagt

    >Wir tragen also erheblich zu Problemen bei, obwohl das für uns wirtschaftlich gar nicht so wichtig ist. Könnten wir das dann nicht schlicht unterlassen? Und stattdessen die afrikanischen Staaten darin bestärken, sich mit gestaffelten Zöllen zu schützen und so den Spielraum zu erhalten, ihre eigene Landwirtschaft zu modernisieren? Anstatt über diverse Kanäle Druck auszuüben, unbeschränkten Freihandel zuzulassen?<<

    Frau Schickling,
    die Bevölkerung in den afrikanischen Städten ist kein Deut anders, als die die deutsche Bevölkerung, denen ist es auch egal, wenn der einheimische Bauer nicht überleben kann, genau so wie in Deutschland auch.
    Die Regierungen kaufen dort den Weizen, wo er am billigsten ist. Nur so werden die Massen ruhig gehalten.
    Bei uns in Europa darf niemand mehr Hungern, so war die Aussage der damaligen EWG. Danach richtete sich Politik und jetzt bezieht die Landwirtschaft Prügel dafür, dass sich jeder EU Bürger sich das Brot leisten kann.
    Landwirtschaft ist keine Maschine die man beliebig an und abstellen kann, in der nachfolgenden Statistik sieht man 2 Jahre mit einem Selbstversorgungsgrad von 100 %.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76625/umfrage/selbstversorgungsgrad-in-deutschland-mit-getreide-seit-1994-95/

    Würde man die Fläche um 10 % zurückfahren, das ergäbe bei der Hälfte der Jahre eine Unterversorgung. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieselben, die jetzt den Problemen in Afrika der deutschen Landwirtschaft die Schuld geben, die würden wieder der deutschen Landwirtschaft die Schuld am Hunger in Afrika geben.

    Harald von Witzke, Agrarökonom an der Berliner Humboldt-Universität sagte gegenüber der DW-WORLD.DE:

    "Doch nicht nur die Bauern in Entwicklungsländern müssten produktiver werden. Auch die Landwirte in Europa müssten zulegen, so Agrarökonom von Witzke. Denn "die armen Länder werden nicht ansatzweise in der Lage sein, sich in Zukunft selbst zu versorgen." Die FAO erwartet, dass sich die Nahrungslücke bis 2030 verfünffachen wird."

    Das Ernährungsproblem löst man nicht mit Almosen. Denn Hunger ist nichts Einmaliges. Ein Mensch braucht jeden Tag genug nährstoffreiches Essen. Alles andere kann nur eine vorübergehende Lösung sein. Das bedeutet: Wir müssen an den Absatzmärkten arbeiten, um sicherzustellen, dass Lebensmittel dauerhaft dort zu erschwinglichen Preisen erhältlich sind, wo sie gebraucht werden. Arme Menschen hungern nicht, weil es kein Essen gibt, sondern weil sie kein Geld haben, um es zu kaufen. Eine kürzlich erschienene Studie zeigt, dass im Südsudan ein Bohneneintopf viel mehr kostet als ein einfacher Mensch am Tag verdient. Das ist so, als müsste ein Berliner 161 Euro für sein Mittagessen ausgeben. Der einzige Weg, das Hungerproblem effektiv und nachhaltig zu beenden, ist also, die Kaufkraft derer zu erhöhen, die nicht genug zu essen haben.

    Folglich sollten wir mal damit aufhören, diese Menschen auszubeuten und denen für ihre Waren und Rohstoffe einen gerechten Preis bezahlen.

  3. AdT sagt

    Wenn die Sendung platte EU-Kritik ist, dann wird hier bewiesen, dass es noch viel platter geht. In geballter Form.

    Meine Güte, wenn ich so um mich kotzen würde, nur weil mir aus meiner Sicht und aus Sicht “meiner” Experten inkompetente Beurteilungen nicht passen…

    • Paulus sagt

      Gut gebrüllt … also ähh, Löwe kann ich ja schlecht sagen. 🙂
      Kritik an der „University of Määnz Lerschenbersch“ scheint mir aber schon angebracht.

      • AdT sagt

        Was anderes habe ich auch nicht gesagt.

        Löwen sind doch tolle Tierchen, die sich nach den ihnen gegebenen Möglichkeiten angemessen ernähren. Bin aber eher Hunde- als Katzenfreund. Wie ich auch weniger der Anschleicher und mehr der Hetzjäger bin, auf dem Rennrad, und meinem Gegner eine Chance lasse. 😉

      • AdT sagt

        Hier noch mal meine Kritik, die ich in Bauer Willis Wahnsinns-Artikel vom Wochenende gebracht habe:

        Die Argumente in dem von Bauer Willi zitierten Artikel Michael Brüntrups (DIE) und der Sendung schließen einander gar nicht aus.

        Brüntrup: „Mit entwicklungspolitischer Unterstützung können Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Ohne solche Begleitmaßnahmen können EPAs (Entwicklungspartnerschaften) allerdings in der Tat Schaden anrichten.“

        Man muss auch erst mal kluge einfach gehaltene Ausführungen wie die von Brüntrup mit Verstand lesen, Bauer Willi und andere. Gerade die Unterstützung der EU für den Aufbau von Produktionskapazitäten wurde in der Sendung schließlich thematisiert und versucht, sich vor Ort, ganz konkret, ein Bild von den Auswirkungen auf einen bestimmten Markt in Senegal zu verschaffen. Die EU-Kommission wurde um Stellungnahme gebeten, hat aber nur eine pauschale Antwort gegeben. Auch das Statement des BMEL bestand nur aus Allgemeinplätzen. Die Redakteurin kam schließlich zu ihrem eigenen Ergebnis.

        Allerdings war mir das Fazit des Films wa trotz oder auch wegen der dünnen Stellungnahmen der Kommission und des BMEL und auch der Importkritiker zu sehr im Brustton der Überzeugung.

        Ich frage mich aber schon: Welches kurzfristige Interesse können Deutschland und die EU haben, die Produktionskapazitäten für Agrargüter in Afrika auszubauen? Und sind die afrikanischen Regierungen überhaupt stark genug und gewillt, die Interessen ihrer Bevölkerung gegenüber der EU durchzusetzen?

        Werden also die EPAs einschließlich der Mittelflüsse wirklich streng überwacht und evaluiert, oder sind sie – wie nicht selten – nur Alibi, sozialer Anstrich einer klassischen kurzfristigen Interessenpolitik?

        Um Missverständnissen vorzubeugen: Dass globaler Lebensmittelhandel wichtig ist und Afrika Agrarimporte, v.a. Rohstoffe, braucht, u.a. weil einige Staaten auch legitimerweise lieber cash crops wie Baumwolle und Rosen statt Getreide anbauen und exportieren, davon bin ich überzeugt. Das habe ich hier schon mehrfach, auch im Vorgriff auf die Sendung, geäußert. Nur sollte die EU, wenn sie schon Entwicklungspartnerschaften mit afrik. Ländern eingeht, schon darauf schauen, dass sie dort mit ihren Exporten die Märkte nicht kaputtmacht. Dass diese Gefahr besteht, ist jedem unideologisch und klar denkenden Menschen klar, der nicht nur reflexartig komplementär-ideologisch und damit gleichermaßen ideologisch „denkt“.

        Die Gefahr für afrik. Märkte sieht übrigens auch Brüntrup in dem Artikel in „Welt-Sichten“, dem sich Bauer Willi anschließt:

        „Der Anbau von Energiepflanzen – auch großflächig – kann lokal die ländliche Entwicklung begünstigen. Darüber hinaus haben EPAs afrikanische Länder teilweise von unnötigen und schädlichen Importbeschränkungen etwa für Maschinen oder Dünger befreit. Die Marktöffnung geschieht langsam und mit Ausnahmen; mit entwicklungspolitischer Unterstützung können Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Ohne solche Begleitmaßnahmen können EPAs allerdings in der Tat Schaden anrichten.“

        • Mark sagt

          Hier nochmal meine Kritik vom Wochenende:
          Da Willi die o.g. ZDF Reportage erneut zum Thema macht, habe ich sie mir nochmals angesehen. Je öfter ich mir diese anschaue, desto mehr drängt sich mir der Eindruck auf, das darin gelogen und getrickst wird, was das Zeug hält. Da wird ein senegalesischer Agrarexperte (der sicherlich von Entwicklunghilfegeldern finanziert wird) vorgeführt, der behautptet, europäische Exportpolitik verhindert die Selbstversorgung des Senegals und bringt das Beispiel der franz. Zwiebeln. Allerdings sind im Film weit und breit keine senegalesischen Zwiebelfelder zu sehen, die angeblich in Konkurrenz zu europäischer Ware stehen. Auch keine sonstigen einheimischen landw. Produktionen in nennenswertem Umfang sind zu sehen. Lediglich winzige Projekte, gefördert mit Unsummen Entwicklunghilfegeldern werden quasi als Alibi für die im Film aufgestellten Hypothesen, die ich immer weniger für seriös halte, vorgeführt. Wozu braucht der senegalesische Agrarexperte teure Flyer?? Wohin sind die 1,83 Mio Euro geflossen, für das Projekt mit dem regionalen Brot?? Ein paar Maistüten, die vor der Kamera abgefüllt wurden und noch ein paar Prospekte (schon wieder Flyer)?? 73 Mio Euro für ein neues Schüttgutterminal am Hafen in Dakar, im Film konnte man nirgends eine Anlage für 73Mio sehen, statt dessen alte Bruchbuden und händisch beladende LKW. Die Getreidemühle, sorry, in einem erbärmlichen Zustand, aber die Räumlichkeiten der Herrn Geschäftsführers der Mühle auf allerhöchstem, nobelsten Niveau. Dieses zieht sich wie ein roter Faden durch die Reportage, kommentiert von einem mir dubios erscheindenen Vertreter einer ebensolchen Spendenorganisation. Also sorry, dieser Film ist komplette Vera…g!

  4. Verpächter Piet sagt

    Durch die Subventionen auf die Fläche wird mehr angebaut und der Preis sinkt. Der Preis wird so nicht subventioniert.

  5. Friedrich sagt

    Dieser Filmbeitrag war mal wieder typisch “Öffentlich Rechtlich”, also abzuschaffen diese Sender. Diese Gutmenschen mit dem Hintergrund der links-grünen-NGO-Ideologie vergiften hier in Deutschland die Gesellschaft mit der Theorie der 68er. Diese Sender sollten sachlich zur Meinungsbildung die Bevölkerung informieren , tun sie aber nicht , sondern lassen immer nur eine Meinung zu. Das kann man gut am Beispiel von Glyphosat sehen , wie einseitig dort informiert wird. Während wir hier alle in Angst versetzt werden , werden diese Unkraut mittel z. B. in GB in den Supermärkten , gleich neben den Nahrungsmitteln in verschieden Packungen für Jedermann gebrauchsfertig angeboten. Die Leute dort schütteln eh nur über uns Deutsche den Kopf , weil wir Nebensachen zur Hauptsache machen.— Ich gebe nur noch Interviews an Leute die ich kenne und wo ich nachher den Text vor der Veröffentlichung bekomme . Unbekannte Medienvertreter lehne ich eh ab.
    Hier ist eben Vertrauen gefragt und das kann ich dieser Klicke nicht mehr entgegen bringen , da ich schon zu viele Pleiten mit denen erlebt habe.

  6. fingerphilosoph sagt

    Was ich aus diesem Blog vor allem mitnehme, ist, dass es den Bauern auch nicht um Objektivität und Fakten geht, auch wenn das hier ständig gebetsmühlenartig behauptet und eingefordert wird.

      • fingerphilosoph sagt

        Dann sollen die Bauern das halt auch so sagen und nicht so tun, als wäre ihre Sicht der Dinge mit Fakten und Objektivität identisch. Sie tun nämlich haargenau dasselbe wie die NGO-Vertreter und die Journaille. Das, was man selber ständig tut, kann man den Anderen nicht vorwerfen.

        • Mark Rössler sagt

          Machen Landwirte doch?
          Als Landwirt freut man sich über einen hohen Weizenpreis,
          aber man sieht eben auch die Probleme, die sich dann für die Armen ergeben.
          Die können sich den Weizen dann nicht mehr leisten.
          Der hohe Weizenpreis vor wenigen Jahren hat zu Unruhen in Afrika und im Nahen Osten geführt.
          Ob der senegalesische Bauer damals Mitleid hatte? Was hätte er damals der Journalistin geantwortet?
          Damals waren ja die “Spekulationen” am hohen Weizenpreis Schuld, nicht die weltweit geringe Ernte. Heute sind der Handel Schuld an niedrigen Weltmarktpreisen, keinesfalls die weltweit guten Ernten der letzten Jahre.
          Die schlechte Ernte in der EU hatte jedenfalls keinen großen Einfluss auf den weltweiten Getreidepreis.

          • Mark sagt

            “Als Landwirt freut man sich über einen hohen Weizenpreis,
            aber man sieht eben auch die Probleme, die sich dann für die Armen ergeben.
            Die können sich den Weizen dann nicht mehr leisten.”

            Was ist dann die Lösung? Weizenpreis senken? Armut bekämpfen?

            • Mark Rössler sagt

              Autofabriken in Wolfsburg schließen und in Afrika aufbauen,
              davon profitieren die Afrikaner.
              Die Landwirte dort sind im Schnitt über 63, das wird in wenigen Jahren ein sehr großes Problem werden, denn auch dort will die Jugend lieber einen sicheren, ruhigen Job im Büro oder der Industrie.

  7. Gurkenhobel sagt

    Willi, vielleicht verstehst du mich jetzt besser, nachdem ich letztens meinte, meine political correctness ist zu Ende? Insbesondere Journalisten gegenüber. Ich hatte vor einigen Wochen das Vergnügen mit einem Vertreter der schreibenden Kaste. Ich hatte irgendwann keinen Bock mehr auf mit von Halbwahrheiten durchsetztes Geschwurbele über Glyphosat. Ich habe ihm gesagt, dass wir das, was ich und meine Berufskollegen arbeiten, in einigen Wochen oder Monaten essen könnten. Seine Arbeit ist dagegen schon morgen Altpapier. Journalist entrüstet. Diskussion fertig.

    • Brötchen sagt

      geht mir ähnlich! ich war wirklich sehr gutwillig und habe den ör verteidigt. jetzt bin ich soweit, ich höre im Radio nur noch dudelfunk oder dlf. alles andere ist unerträglich.

    • Bauer Willi sagt

      @Gurkenhobel
      Verstehe ich, aber wenn der Klügere nachgibt, bekommt der Dumme recht. Deshalb: Mund abputzen und weitermachen.
      Bauer Willi

      • Gurkenhobel sagt

        Ja Willi, diese Antwort habe ich von dir erwartet :o)) Natürlich hast du Recht! Mein Problem ist, dass ich mich irgendwann nicht mehr so im Griff habe, als dass da nicht irgendwem was passieren könnte. Du kennst mich ja als eigentlich sehr tiefenentspannten Menschen. Aber sowas bringt mich sowas von auf die Palme… Insofern mache ich lieber “er hat Recht, ich hab Ruh”, oder ignoriere solche Leute. Grundsätzlich sollten aber auch Journalisten wissen, dass es Grenzen gibt, und das nicht jeder sich alles gefallen lässt, und entsprechende Konsequenzen folgen können.
        Wenn ich als Regimekritiker und notorischer Stänkerer in die Türkei fahre, darf ich mich nicht wundern, wenn das dort etwas anders gesehen wird und die mich kassieren. Dann rumzuheulen ist schon blöde. Ähnlich ist das hier. Wenn ich nur lange genug mies genug über eine bestimmte Berufsgruppe berichte, darf ich mich nicht wundern, wenn… Na ja. Aufpassen eben. Immer schön aufmerksam sein auf dem Lande. Besonders im Dunklen. Da wartet mitunter der Schattenmann…

      • Eckehard Niemann sagt

        @ Bauer Willi – ist das wirklich Deine Meinung, dass Du das “verstehst”, dass man nur “Dudelfunk” und Deutschlandfunk (übrigens auch öffentlich-rechtlich) hört?

        • Bauer Willi sagt

          @Eckehard,
          meine Antwort bezieht sich auf den Kommentar von Gurkenhobel und ist auch so gekennzeichnet. Also bitte nichts unterstellen.

          Zu dem anderen Kommentar: Nein, ich habe nur ein sehr geringes Verständnis, wenn jemand nur Dudelfunk hört. Es sei denn, ich bügele Hemden. 🙂 Ja, kann ich, Du auch?

          Im Auto höre ich übrigens auch meist DLF, manchmal “sogar” DLF Kultur. Nicht nur, weil die mal ein Interview mit mir gemacht haben, was ja wohl für Qualität spricht 🙂

          Bauer Willi

      • Andreas Müller sagt

        Wie naiv zu glauben, die Journalistin lässt sich vor Bauer Willis Karren spannen

    • Brötchen sagt

      das finde ich nicht gut! bestimmt entgegentreten ja. neutraler Fakten vermittelnder aufklärender journalismus ja, meinungsjournalismus nur begrenzt und gekennzeichnet. Nein.

    • Bauer Willi sagt

      Das ist keine Form der Diskussion! Weil es kein Dialog ist sondern Aufruf zur Gewalt. Bitte unterlassen Sie das.
      Bauer Willi

      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Willi, es ist richtig, dass Du gegen diese Art von “Kommentaren” angehst. Ich plädiere aber erneut dafür, dass nur noch Kommentare mit echtem Namen veröffentlicht werden. Das Niveau vieler (beileibe nicht aller) “Kommentare” auf Deiner Seite sinkt doch immer mehr, viele sind nur noch Pöbelei – so wie bei den Kommentaren bei top agrar online, bevor dort auch Klarnamen eingeführt wurden…

        • Paulus sagt

          Zunehmend uninteressant wird dieser Blog aus einem anderen Grund.
          Die vermeintlich erhabene, in Wahrheit eher schwachsinnige Community der Facebooker bleibt für die „Zurückgebliebenen“ anonym und unter sich.
          Gleichzeitig bleiben die Beiträge der „vermeintlich“ Zurückgebliebenen den besonders Schlauen verborgen.
          Wenn ich es richtig verstanden habe, finden hier zwei parallel verlaufende Dialoge statt,
          bei dem die einen nicht zu den anderen finden. Schwachsinniger kann man es im Grunde nicht veranstalten. Aber wie das heute so ist, es zählt die Anzahl der Clicks, Inhalte sind sekundär.

          • Bauer Willi sagt

            @Paulus
            wir haben oben rechts einen Nachricht, dass wir leider nicht mehr die Namen der Facebook-Kommentatoren importieren können, was aber an Facebook liegt und wir dies nicht ändern können. Wir haben uns dennoch entschlossen, sie weiter auf dem Blog anzuzeigen.
            Bauer Willi

  8. Sehr geehrte Frau Schickling, dieses komplexe Thema kann man auch mit einem Satz beschreiben. Lebensmittel müssen günstig (verzichte bewusst auf den Begriff „billig“ aufgrund seiner negativen Assoziationen) sein – Punkt. Wichtig für die Gesellschaft ist Wohlstand. Projizieren sich doch mal den Aufwand der aktuell beim Thema Dieselskandal betrieben wird auf das Thema Lebensmittel. Das Thema Auto ist wichtiger weil es eine große Säule unseres Wohlstandes ist. Lebensmittel sind nur der Zweck zum Mittel. Bauer Willi hat es gesagt, Zölle machen Lebensmittel Teuer und treffen falsche. Ich wiederhole es: Lebensmittel müssen günstig sein. Das übrigens in allen Ländern so!

  9. bauerhans sagt

    “…nicht zuletzt korrupte Regierungen in den afrikanischen Ländern selbst.”

    nein,an allererster stelle steht die korruption in afrika!

  10. Landpomeranze sagt

    Liebes Brötchen,

    eine solcher Kommentar wie der Ihrer ist eine Frechheit – pauschal und abwertend. Ich finde diese Art von Rumgebrülle nicht angemessen. Setzen Sie sich kritisch auseinander, ja, aber was sie hier tun ist, der Autorin ein paar aufs Maul zu hauen. So sollen wir unsere Probleme in den Griff bekommen? Ich danke schön.

    • Brötchen sagt

      landpomeranze mag sein, mir ist die Zeit zu schade noch irgendwas zu diskutieren. das ZDF ist für mich unreformierbar, es kann weg.

  11. Brötchen sagt

    die Antwort ist eine Frechheit! und ein Ausdruck, wie das ZDF tickt. kann weg! das sollte sich jeder der mit Medien zu tun hat, vor Augen führen und diese entsprechen in dem Bewusstsein auch entgegentreten!

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