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Newsletter: Zur Besinnung kommen

Newsletter Bauerwilli vom 08.04.2015 Konnten Sie sich über Ostern besinnen? Ist gar nicht so einfach in den Zeiten des Internet. Ja, und wir haben auch keine Ruhe gegeben. Wir haben am Gründonnerstag den Beitrag „Fastenzeit“ veröffentlicht und am Ostersonntag das Video „Da machte Gott einen Bauern“. Warum fanden wir das passend?  Willi und ich, wir beide sind bekennende Christen. Wir meinen Glaube und Werte allein sind zuwenig, wenn die Taten dazu nicht stimmen. Darum haben wir uns erlaubt Misereor und Brot für die Welt zu kritisieren. Um einen Dialog anzustossen. Das war kein Verurteilen, keine Kampagne, wie uns einige vorgeworfen haben. Wir möchten, dass kirchliche Organisationen eben nicht nur Wasser predigen, sondern selbst dann auch Wasser reichen und trinken. Die deutsche Version zum imaginären 8.Schöpfungstag den fanden wir so passend für den Ostersonntag. Das ist für einen Christen der Tag der Auferstehung und des Lebens. Weil wir beide Bauern sind. Weil wir Bauern soviel Leben schaffen auf diesem Planeten. Weil wir den Kern der Bäuerlichkeit:                                     …

Alois, Bio-Bauer und Pflanzenkiller

Wanderer und Naturliebhaber sind oft geschockt wenn sie sehen, wie ich als Bio-Bauer in meiner Natur-Bio-Alpweide „wunderschöne gelbe Blumen“ ausreiße. Das Unverständnis darüber offenbart mir immer wieder, wie wenig sich Verbraucher mit Pflanzenschutz auskennen. Vielleicht wundern sie sich ja auch, dass ausgerechnet ich als Bio-Bauer mit so einem gefährlichen Thema wie Pflanzenschutz anfange. Wo Sie doch bestimmt bei „Bio“ die Bilder von einer heilen Welt im Kopf haben. Und bei Pflanzenschutz kommen Ihnen Bilder von Chemie und Giftspritze hoch. Dann nehme ich Sie mit zu der „schönen gelben Blume“, die ihnen die Bedeutung von Pflanzenschutz für uns Menschen ein wenig offenbaren wird. Jakobs-Kreuzkraut Bei dieser gelben Blume handelt es sich im das hochtoxische Jakobs-Kreuzkraut. Ich trage beim Ausreißen sogar bei größter Hitze Handschuhe und ein Shirt mit langen Ärmeln, weil das Gift über die bloße Haut wirkt. Ich lasse die ausgerissene Pflanze niemals auf der Weide liegen, sondern stopfe sie in einen Sack. Denn wenn die Weidetiere die trockene Pflanze fressen, ist der natürliche Bitterstoff weg, der sie sonst vom Fressen abhält. Ich nehme sie …

Guter Bauer? – Schlechter Bauer?

Heute schreibt mal nicht Bauer Willi, sondern seine neue Freundin Kathrin aus Bayern. Was diesen Brief, der uns als Kommentar erreichte, so lesenswert macht, ist die Leidenschaft, mit der sie ihren Beruf ausübt. Und die Überzeugung, dass das, was sie macht, richtig ist. Sie ist eine gute Bäuerin! Lesen Sie selbst: Hallo zusammen! Ich habe jetzt schon fast den ganzen Vormittag die Beiträge von Bauer Willi und viele Kommentare gelesen und dabei meine eigentlichen Hausfrauenpflichten vernachlässigt. Aber das muß auch mal sein. Ich bin unendlich dankbar dafür, daß sich jemand die Mühe macht das Gespräch mit “unseren” Verbrauchern aufzunehmen und in Schwung zu halten. Ich selbst bin normalerweise nicht viel im Internet unterwegs, und rede eher mit den Leuten auf der Straße (meistens Urlauber) über Landwirtschaft und ich tue das gern. Jetzt wage ich mich ins Internet, einfach um mal loszuwerden, was mich in letzter Zeit arg bedrückt.

Englische Übersetzung – Dear Consumer

Die amerikanische Juristin Erin Covert bot uns an den Beitrag „Lieber Verbraucher“ ins Englische zu übersetzen, wenn sie ihn auf ihrem eigenen Blog veröffentlichen dürfe. Willi stimmt zu und Erin übersetzte prompt.  Das ist doch praktische transatlantische Zusammenarbeit. 🙂  Erin publiziert auf http://ag-hag.org/ und auf Twitter @theaghag. Die original englische Version veröffentlichte sie unter http://ag-hag.org/farmer-willi/ Dazugehöriger Artikel: Farmers and Consumers find a place to vent.   This article was originally published on January 19, 2015 by “Farmer Willi” at the website Ask the Farmer, http://fragdenlandwirt.com/lieber-verbraucher/, and translated from German with the author’s permission by Erin Covert. DEAR CONSUMER I’m completely fed up today. This morning I caught a glimpse of my neighbor’s invoice for french-fry potatoes outside of his normal contract. 1 truckload = 25 tons = 250 euros [US $282]. For those of you who can’t do math, that is 1 cent per kilogram [1.12 cents per 2.2 pounds]! And you all know what a kilo of frozen french fries costs. Someone’s stuffing his pockets with that. Then I saw the 2015 MATIF prices …

Nachbars Zaun

Lieber Verbraucher – was ich verstanden habe…

Der nachfolgende Artikel wendet sich in erster Linie an diejenigen, die den Artikel „Lieber Verbraucher“ gelesen haben. Lieber Verbraucher – was ich verstanden habe… … dass die überwiegende Zahl der Kommentatoren meinen emotionalen Unmut verstanden haben.  Und meine – wirklich ganz persönlichen Sichtweise –  nachvollziehen können.  Aber es gibt auch Fragen, auf  die ich keine Antwort habe.  Beispiel: was antworte ich Menschen, die den Cent dreimal umdrehen müssen und auf billigste Lebensmittel angewiesen sind? Die empfinden meinen pauschalen Angriff auf „die Verbraucher“ als arrogant und zynisch. Und das verstehe ich. Es gibt auch Stimmen, die mir zu verstehen geben, dass es sie nicht interessiert, wie es mir geht und mir weinerliche Heuchelei vorwerfen.  Schade. Ich hab zwar meinen Emotionen freien Lauf gelassen, fand die aber nicht weinerlich. Eher das Gegenteil. Heuchelei würde Vorsatz bedeuten. Das trifft mich. Das im freien Markt halt jeder sehen muss wo er bleibt: das ist mir überhaupt nicht neu. Doch wo sollen – Ihrer Meinung nach – jetzt die Lösungen herkommen? Die Politik… …wurde sehr häufig genannt. Meine – wieder …

Nachbars Zaun

Entschuldigung lieber Verbraucher

Da bin ich mit meinem Brief „Lieber Verbraucher“ vielleicht doch etwas über das Ziel hinausgeschossen. Aber es gibt Tage, da bekommt man nur schlechte Nachrichten und gestern war so einer. Mein Frust über die niedrigen Erlöse und die steigenden haben mein Nervenkostüm halt arg strapaziert. Bin auch Verbraucher Und irgendwo bin ich ja auch Verbraucher. Wenn ich bei einem dieser großen Discounter, egal ob der mit A oder der mit L als Anfangsbuchstaben, in der Non-Food-Abteilung eine Gartenschere für 3,99 € sehe, greife ich auch zu. Ich will ja auch billig. Obwohl ich genau weiß, dass die nicht viel taugt. Aber das scheint so ein Reflex zu sein. Und ich weiß auch, dass die wahrscheinlich in Asien gefertigt wurde, wo von gesetzlichem Mindestlohn keine Rede sein kann. Trotzdem falle auch ich immer wieder darauf rein. Zusammenhänge Auch ich habe halt von vielen Dingen keine Ahnung. Doch wenn ich darüber aufgeklärt würde, würde ich wahrscheinlich anders handeln. Bei Kleidung z.B. mache ich das. Weil hier jeder aufgeklärte Bundesbürger wissen müsste, dass man für 3 € kein …

Nachbars Zaun

Lieber Verbraucher

Sicher haben manche Leser auf unserer Seite bemerkt, dass der nachfolgende Beitrag für kurze Zeit offline war. Es gab in der Community der Landwirte und Landwirtinnen, die hinter Frag-den-Landwirt stehen, Diskussionen, ob die emotionale Art und Weise des Artikels, wie er sich an die Verbraucher richtet, nicht als pauschale Anklage herüber kommt. Das ist so nicht gemeint! Eigentlich sollen auf unserer Seite ja vorrangig grundsätzliche Fragen und Anfragen von Lesern erklärt werden, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Dennoch sind viele in der Gruppe auch der Meinung, dass ein Blick in die Seele unseres Schreibers Willi doch nicht schaden könnte. Stellvertretend spricht er vielen Berufskollegen aus der Seele und liefert viele Punkte, worüber sich trefflich diskutieren lässt. Wir haben uns nun entschlossen, den Artikel nochmals einzustellen. Bitte entschuldigt, wir sind nun mal kein professionelles Redaktionsteam sondern müssen noch viel lernen. Heute habe ich dermaßen die Schnauze voll. Habe heute Morgen die Abrechnung meines Nachbar von Pommes-Kartoffeln außerhalb des Vertrages gesehen: 1 LKW = 25 t = 250 €. Für die, die nicht rechnen können: das ist 1 …

Wir – diese Menschen hier – machen Euch satt

Ca. 1000 Menschen waren gestern, am 17.01.2015, in Berlin auf dem Washingtonplatz zusammen gekommen um für ein zeitgemäßes Bild der Landwirtschaft zu demonstrieren. Über die Landwirte und die Landwirtschaft wird in der Öffentlichkeit oft eine diffuse Diskussion geführt. Durch den Strukturwandel der vergangenen Jahrzehnte sind die in der Landwirtschaft tätigen Menschen eine gesellschaftliche Minderheit geworden. Deshalb, und auch weil die Zahl der Menschen die in Städten leben, zunimmt, ist der Bezug vieler Menschen zur Landwirtschaft verloren gegangen und auch das Verständnis für die wirtschaftlichen Zusammenhänge und Zwänge, denen auch die Landwirte unterworfen sind. In Teilen der Bevölkerung wird die rasante, moderne Entwicklung der Landwirtschaft als besorgniserregend wahrgenommen. Von den Medien werden überwiegend die Problembereiche thematisiert und fast täglich über neue sogenannte „Skandale“ berichtet. Landwirte sind eine wichtige Berufsgruppe der Gesellschaft. Sie sind überwiegen sehr gut ausgebildet. Der gesamtwirtschaftliche Erfolg und die Bedeutung der Landwirtschaft ist enorm, vor allem, wenn die vor- und nachgelagerten Bereiche der Nahrungsmittelwirtschaft mit einbezogen werden. Die moderne, leistungsfähige und standortangepasste Landwirtschaft sorgt dafür, dass trotz steigender Weltbevölkerung immer weniger Menschen Hunger …

Brötchen

Das Brötchen im Wandel der Zeit

Vorgestern Mein Urgroßvater fährt das Getreide mit Pferd und Wagen zur Windmühle nach Stommeln. (3 km). Das Pferd frisst Heu (gibt es auf dem Hof), die Windmühle braucht Wind (gibt es hinterm Haus). Der Müller bringt das Mehl mit dem Pferd zu Bäckern in Stommeln und Umgebung. Außerdem verkauft er Mehl an Hausfrauen, die davon Brot backen. In seinem Betrieb hilft der Sohn mit, der Lehrling bekommt Kost und Logis und ein Taschengeld. Der Bäcker backt Brot und verkauft es. In seinem Betrieb hilft der Sohn mit, der Lehrling bekommt Kost und Logis und ein Taschengeld. Auch der Handwerker im Ort backt sein Brot im Holzofen selbst. Das Holz holt er aus dem Wald. Jeder handelt mit jedem einen fairen Preis für sein Produkt aus. Kein Mensch redet vom Brötchenpreis. Gestern Mein Vater fährt das Getreide mit dem Traktor (braucht Diesel) zum Landhändler im Ort. Der fährt das Mehl zur Mühle nach Neuss.(20 km) Die Mühle wird mit Strom (RWE) betrieben und hat etwa 20 Mitarbeiter. Die Mühle packt das Mehl in Kleinpackungen und liefert …

Darum unterzeichnen diese Menschen die Petition

Diese Menschen nennen ihre Gründe, warum sie unsere Petition unterschrieben haben Marcus Holtkötter WIR machen euch satt Ingrid Rinkleff … weil ich es falsch finde, pauschal zu verurteilen! Roswitha Hermeling weil ich auf unserem Hof täglich mit daran arbeite, dass gesunde Lebensmittel auf den Markt kommen; weil wir von unseren Feriengästen, vom Tierarzt usw. immer wieder bestätigt bekommen, dass es unseren Tieren gut geht – von daher finde ich es immer wieder schlimm, wenn die Landwirtschaft pauschal schlecht geredet wird. Jan Jansen Weil ich es unerträglich finde, wie Leute ohne Fachwissen über uns Bauern richten Nina Friedrich GöTTINGEN, Ich selber aktive Landwirtin bin und mich Seiten der Politik ernst genommen fühlen möchte. Cord Meier ich wütend über falsche Vorurteile bin! Lukas Gerdes Ich auch noch Landwirt werden will !! Sabine asum D Ich unterschreibe, weil ich der Überzeugung bin, dass es noch nie so gute Lebensmittel gab wie heute und weil der Landwirt das Beste gibt für seine Tiere. Landwirtschaft bedeutet Verantwortung gegenüber Tier und Mensch. Die Landwirtschaft wird nur schlecht geredet. Markus Herrmann Weil …