Ein Gastbeitrag von Ludger Weß Vizekanzler Robert Habeck hat in Sachen CO2-Speicherung gezeigt, dass er gegenüber seiner Partei zu Basta-Entscheidungen fähig ist. Jetzt sollte er ein Machtwort sprechen, um das unwürdige Verhalten seiner Partei in Sachen grüne Gentechnik zu beenden. Am Mittwoch hat das EU-Parlament eine Entscheidung zum Thema neue Züchtungstechnologien getroffen. Es hat den Vorschlag der EU-Kommission akzeptiert, Pflanzen, die mit dem so genannten Gene Editing erzeugt wurden, von den strengen Zulassungsregeln für klassische Gentechniksorten zu befreien. Von vielen wird das als Sieg der Wissenschaft über Fake News, Ideologie und Lobbyismus gefeiert. Sie übersehen jedoch, dass die grüne Fraktion die Stellungnahme erfolgreich torpediert hat. Sie war mit der von den US-Republikanern bekannten Taktik, Abstimmungsprozesse mit einer Vielzahl von Änderungsanträgen zu bombardieren, sehr erfolgreich. Das Parlament ermöglicht es jetzt, auf der einen Seite auch kleinen Zuchtbetrieben, neue Sorten schneller an den Markt zu bringen, hat auf der anderen Seite aber für Anbau und Vermarktung die gleichen hohen Hürden hochgezogen, wie sie für die klassische Gentechnik gelten: Nachverfolgbarkeit und Kennzeichnungspflicht von der Saatgutverpackung über den Acker …