Autor: Bauer Willi

Rückläufige Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft – und die Folgen

Seit den 80er Jahren gehen die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Nordsee permanent zurück. Und das hat Folgen: Zitat: “ Im Wattenmeer vor der ostfriesischen Küste hat sich das Vorkommen bestimmter Tiere wie Schnecken, Muscheln, Krebsen und Würmern einer Studie zufolge in den vergangenen rund 40 Jahren teils deutlich verringert. Forscherinnen und Forscher des Instituts Senckenberg am Meer (Wilhelmshaven) und der Universität Oldenburg führen dies vor allem auf einen seit den 1980er Jahren rückläufigen Nährstoffeintrag etwa aus der Landwirtschaft zurück. Dieser führe unter anderem zu einem Rückgang des Algenwachstums. Viele Lebewesen wie die Wattschnecke hätten dadurch weniger Nahrung.“ https://www.sueddeutsche.de/wissen/tiere-klima-und-umweltaenderungen-fuehren-zu-artenwandel-im-watt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-230308-99-870371 Und weiter: „Seit den 1980er Jahren gelten strengere Anforderungen für die Landwirtschaft und für kommunale Kläranlagen, wodurch weniger Nährstoffe in die Flüsse, wie die Elbe, die Weser oder den Rhein gelangen – und damit auch in unser Untersuchungsgebiet“, sagte die Senckenberg-Forscherin und Studienautorin Ingrid Kröncke. Die Experten sprechen von De-Eutrophierung.“

An einer Kette muss man ziehen, nicht schieben

Ich habe einen Beitrag für Bürger und Verbraucher im Overton-Magazin geschrieben. Es geht um die Diskrepanz zwischen geäußertem und tatsächlichen Verhalten. Nennt man auch attitude-behaviour-gap oder citizen-consumer-gap. Ihr könnt euch gerne dort an der Diskussion beteiligen. Raus aus der Blase… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Antwort von Bioland

Am 10. März habe ich Fragen an Bioland geschickt mit der Bitte um Antwort. Diese ist am 13. März eingetroffen. Ich gebe diese hier ohne Kommentar wörtlich wieder. Zuerst meine Frage, dann die Antwort von Bioland:  Kennen Sie die Kritik an den Zahlen der Boston Consulting Group und den 90 Milliarden „Schaden“ (Folgekosten) die die Landwirtschaft verursacht. Warum verwenden Sie diese Zahlen? Zur Landwirtschaft gehört übrigens auch die Bio-Landwirtschaft oder sollen diese „Schäden“ nur von den konventionellen Landwirten verursacht worden sein? Und wen bringt diese Diskussion um theoretische Zahlen überhaupt weiter? Für die ZKL ist die Studie der Boston Consulting Group eine wichtige Grundlage, um auf die hohen externen Kosten in Höhe von „mindestens 90 Milliarden Euro“ im Agrarsektor hinzuweisen. Diese Studie wird im Kreis der ZKL-Mitglieder und damit auch des Deutschen Bauernverbandes und zahlreicher Wissenschaftler getragen. Externe Kosten umschließen Treibhausgasemissionen, Luftschadstoffemissionen sowie für Wasser, Boden, den Verlust von Artenvielfalt und damit einhergehend auch den Verlust von Ökosystemleistungen. Fakt ist, dass die Umwelt-Folgekosten die Wirtschaftsleistung des Sektors um ein Vielfaches übersteigen. Deshalb schlägt die ZKL …

Neugier genügt WDR 5

Ich bin morgen Dienstag, 14.März um 11:05 in der Sendung „Neugier genügt- Redezeit“ auf WDR 5 zu hören. Das Vorgespräch war letzte Woche, dauerte eine Stunde und hat viel Spaß gemacht. In der Sendung mit Anja Backhaus geht es um Landwirtschaft, Bürgerwünsche und Zielkonflikte. Leider haben wir dann nur 25 Minuten Zeit. https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-redezeit/redezeit104.html Ich gehe davon aus, dass die Sendung anschließend in der Mediathek sein wird.

Wird Deutschland zum kranken Mann Europas?

Ein Gastartikel von Arnold Krämer Deutschland hat ein riesengroßes und wachsendes Problem. Es resultiert aus dem Selbstverständnis der Parteien und der von ihnen gestellten Regierungen auf Bundes- wie auf Länderebene. Man kann das Problem mit nur drei Punkten relativ gut beschreiben. Der Staat versucht, gewollte Belastungen der Bürger (aktuelles Beispiel ist die Umstellung der privaten Heizungen) durch Subventionen/Finanzhilfen (gezielt wie ungezielt) auszugleichen mit Steuergeld, das man nicht hat, um damit Zustimmung zu den regierenden Parteien und ihre Wiederwahl zu bewirken. Dasselbe gilt für eine oft fragwürdige Unterstützung von gesellschaftlichen Gruppen oder Projekten, deren Ziele nicht selten gegen Staat und Gesellschaft gerichtet sind. Der Umverteilungs- und Wohlfahrtsstaat ist ein Schuldenstaat. Das Leben der Menschen soll immer sicherer werden. Lebensrisiken jeglicher Art (z. B. am Arbeitsplatz oder in der Freizeit) werden benannt und durch Vorschriften möglichst auf „Null“ reduziert (exzessiv betrieben z.B. während der Corona-Krise). Es soll immer gerechter zugehen. Dazu werden „Gerechtigkeitslücken“ in allen bereits geregelten, aber auch bisher ungeregelten Bereichen identifiziert und geschlossen. Das fürsorgliche Handeln des Staates wurde durch grundgesetzliche Änderungen sogar auf die …

Fragen an Bioland

Am 9. März hat Bioland eine Pressemitteilung herausgegeben. https://www.bioland.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/mit-abgaben-transformation-der-landwirtschaft-finanzieren Am 10. März morgens habe ich versucht, die Pressestelle telefonisch zu erreichen. Auf dem Anrufbeantworter habe ich die Bitte um Rückruf hinterlassen, der bisher nicht erfolgt ist. Daher meine Fragen als konventioneller Landwirt in schriftlicher Form, die ich an presse@bioland.de geschickt habe: Sehr geehrte Damen und Herren Sie schreiben in Ihrer Pressemitteilung vom 9.März „Die Zahlen der Zukunftskommission Landwirtschaft sprechen eine deutliche Sprache: 90 Milliarden Euro ökologische Folgekosten verursacht der Agrarsektor jährlich – er trägt aber nur zu rund 25 Milliarden zur Wirtschafsleistung bei. Dieses Ungleichgewicht gilt es, auszutarieren. Dazu braucht es wirksame, verursachergerechte Anreizsysteme für Wirtschaft und Verbraucher: wer wenig Folgekosten verursacht, zahlt weniger und entsprechend umgekehrt“, fordert Bioland-Präsident Jan Plagge. „Es ist jetzt der Zeitpunkt für marktwirtschaftlich wirkende Instrumente. Wir fordern daher Abgaben mit Lenkungswirkung auf Fleisch, chemisch-synthetische Pestizide und mineralischen Stickstoff-Dünger“, so Gerald Wehde, Geschäftsleiter Agrarpolitik und Kommunikation bei Bioland. „Diese haben einen doppelten Nutzen: Einerseits sind sie wichtige Lenkungsinstrumente, um zum Beispiel durch Verteuerungen den Fleischkonsum zu reduzieren, andererseits sind sie eine …

„Vergifteter Frühling“

Der Titel des Artikels in der Frankfurter Allgemeinen ist von Christian Schwägerl nicht von ungefähr gewählt. Soll er doch an den „Stummen Frühling“ von Rachel Carson erinnern. https://www.faz.net/aktuell/wissen/vergifteter-fruehling-im-schutzgebiet-18718618.html Als Zeugnis würde ich dem Autor schreiben: „Er bemühte sich stets im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten“. Das Schimpfen über den bösen Bauernverband, der angeblich „weiter seine Pestizide haben will“, ist natürlich für einen Artikel in der FAZ notwendig. Click-baiting nennt man das. Was Herr Schwägerl – wie übrigens viele andere Autoren auch – völlig ausser Acht lässt ist die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Die würde nämlich in Frage gestellt. Wenn es Volkes Wille sein sollte (ich meine jetzt nicht den Willen der urbanen Eliten) dann können wir Deutschland „pestizidfrei“ machen. Das bedeutet auch eine pestizidfreie Biolandwirtschaft! Und es bedeutet, dass Deutschland sich bei der Ernährung jetzt vollständig vom Ausland abhängig macht. Gut, wir haben dann mehr Bienchen und Blümchen. Vielleicht kann Herr Schwägerl das ja in seinem nächsten Artikel in der FAZ auch mal beleuchten. Es wäre für ein vollständiges Bild sehr notwendig.  

Meine erste Lesung in der Großstadt

Auf Einladung „meines“ Verlages, der mitten in Frankfurt seinen Dienstsitz hat, war ich zu einer Lesung über mein Buch. Spannend, denn bisher habe ich eher mit ländlicher Bevölkerung zu tun gehabt. Die Diskussion war überraschend sachlich und von positiver Grundtendenz geprägt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Antwort der ARD auf meinen Hinweis zu „Schwachsinn vor Acht“

Sehr geehrter Herr Dr. Kremer-Schillings, vielen Dank für Ihr Feedback – wir nehmen die Kritik sehr ernst. Nachfolgend geht es hauptsächlich um das Zitat von Thomas D in der Sendung „Wissen vor Acht – Natur“, die am 28.2. ausgestrahlt wurde: „Leider nicht nur schön, denn es gibt in Deutschland inzwischen zu viele von diesen Monokulturen, wie Mais oder eben Raps.“ Wir haben die Fakten nochmal gecheckt: Tatsächlich verwenden wir den Begriff in einem umgangssprachlichen Sinne. Nach der rein wissenschaftlichen Definition, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung herausgegeben wird, stellt es sich tatsächlich so dar: Pflanzen wie Raps sind nach dieser Definition keine Monokulturen, denn sie können nur in Fruchtfolge angebaut werden, da sonst der Schädlingsdruck zu groß wird. Echte Monokulturen gibt es in Deutschland nur wenig. Quelle: https://www.quarks.de/umwelt/landwirtschaft/darum-schaden-uns-monokulturen/ Es war nicht unsere Intention, die Landwirtschaft als „Bösewicht“ darzustellen. Unser in der Folge getätigtes Plädoyer für den Ackerrandstreifen und wilde Wiesen ist auch durch die umgangssprachliche Verwendung des Begriffes ,Monokultur‘ nicht falsch. Faktisch gehören Grünlandstandorte mit 52 Prozent des Artenbestandes Deutschlands zu den artenreichsten Biotopen …