Monate: Dezember 2024

Der Markt der Alternativen

Der Markt für Alternativen zu tierischer Produkten wie Fleisch oder Milch wächst. https://www.agrarticker.de/maerkte/alle-maerkte/detail/milliardenmarkt-waechst/ Auch wenn Firmen wie Beyond Meat oder Oatly an der Börse nicht gerade erfolgreich sind, so finden Fleischersatz oder Drinks aus Hafer oder Soja beim Verbraucher zunehmend Absatz. Ein Erfolgsparameter ist die hohe Marge, die der Lebensmitteleinzelhandel mit diesen Produkten generieren kann. Da pflanzliche Rohstoffe billig zu beschaffen und leicht zu transportieren sind, ist es sowohl für den Produzenten als auch für den Handel interessant.  Das dürfte auch einer der Gründe sein, warum es intensiv beworben wird. Ein weiterer Grund für das Wachstum dürfte  die mediale Botschaft gegen tierische Lebensmittel sein.

Mercosur, die EU und die Bauern

Das Mercosur-Abkommen wird seit 25 Jahren verhandelt. In der vergangenen Woche reiste Ursula von der Leyen (CDU) nach Südamerika, um es zu unterzeichnen. Die Proteste der Bauern (vor allem in Frankreich) wurden dabei übergangen. Wie schon bei den vorhergegangen Verhandlungen waren die Agrarimporte in die EU ein Streitpunkt. Da aber in Frankreich (und auch in Deutschland) aktuell keine funktionsfähige Regierung existiert, hatte die EU-Kommission leichtes Spiel. Warum es jetzt zum Abschluss von Mercosur gekommen ist Die politische Lage in der Welt hat sich völlig geändert. Mit Russland werden keine Geschäfte mehr gemacht, China ist vom Entwicklungsland zu Industriemacht aufgestiegen, die USA drohen mit Zöllen gegenüber der EU und die europäische Industrie hat bei vielen Produkten die Entwicklung verschlafen. Hinzu kommen hohe Strompreise (hausgemacht) und hohe Lohn- und Sozialstandards (hausgemacht). Auch die Umweltgesetzgebung ist wesentlich strenger als im Rest der Welt. Folglich muss die EU alles unternehmen, um ihrer veralteten Industrie neue Absatzmärkte zu erschließen und dafür Zölle zu streichen. Wer profitiert von Mercosur? Im wesentlichen sind die Nutznießer von Mercosur die Großindustrien. Maschinenbau, Automobilindustrie und …

Von oben betrachtet…

Weil ich in den vergangenen vier Tagen in Österreich unterwegs war und erst am Samstag nachmittag nach Hause gekommen bin, bringe ich heute lediglich einen interessanten Link zu Satelliten-Daten. https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2024/diese-feldfruechte-wachsen-in-deutschland-auswertung-fuer-sechs-jahre

Die Bauern haben es falsch verstanden…

Nachdem es an der Studie, die im Auftrag der Bischofskonferenz (DBK) erstellt wurde, heftige Kritik gegeben hat, hat sich die DBK zu einer Erläuterung und Klarstellung veranlasst gesehen. https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/hinweise-zur-studie-ernaehrungssicherheit-klimaschutz-und-biodiversitaet Zitat: „Erwünscht ist eine breite Diskussion des Textes in den kirchlichen Einrichtungen und Verbänden, in Gesellschaft und Politik.“ Ich habe mich mit dem Umweltbeauftragen des Erzbistum Köln unterhalten wollen, wurde aber relativ schroff abgewiesen. Mit der Kritikfähigkeit der Organisation Kirche scheint es nicht weit her zu sein.

Wir belügen uns selbst 2.0 ….

„In Umfragen wird soziale Schizophrenie empirisch abgebildet“. Dieser Satz passt hervorragend zu der Umfrage, die IPSOS in Deutschland gemacht hat. Knapp 80% der Befragten sind der Meinung, dass die Welt auf eine Katastrophe zusteuert. In der Pflicht sehen sie aber nicht sich selbst, sondern andere. Sie selbst würden ja schon alles für die Umwelt machen. https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipsos-umfrage-zum-umweltbewusstsein-zwei-drittel-sagen-sie-tun-schon-alles-fuer-die-umwelt-a-31ce7690-c96b-4a47-b79e-8192646362f0 Übrigens habe ich 2020 schon mal einen Artikel mit gleichem Titel geschrieben. Der hatte hier auf dem Blog über 20.000 Aufrufe. Und? Geändert hat sich nichts. Wir belügen uns selbst…

Reden ist Silber, Schweigen ist Gift

Ein merkwürdiger Titel, denn eigentlich geht das Sprichwort anders. Hier schreibt eine Bäuerin über das Thema „Burnout in der Landwirtschaft“ und bringt dazu viele Beispiele. Sehr lesenswert, weil sehr praxisnah. https://www.abl-bayern.info/fileadmin/Dokumente/AbL-Bayern/Dokumente/Erosion_der_b%C3%A4uerlichen_Familienbetriebe.pdf Einen Ausweg kann es nur geben, wenn der/die Betroffene darüber redet und in seiner Umgebung auch gehört wird. Es gibt Wege aus dem Burnout!

Wir wir mehr Artenvielfalt in die Landschaft bekommen – könnten

Zunächst in eigener Sache: Ich bin von Mittwoch bis Samstag in Oberösterreich unterwegs, halte einen Vortrag und treffe mich mit Personen rund um die Landwirtschaft. Es kann daher vorkommen und ist wahrscheinlich, dass ich über Tag nicht dazu komme, Kommentare freizuschalten. An der Verfügbarkeit des Netzes kann es nicht liegen, denn das ist in Österreich besser  als in Deutschland…  🙂 Ich hatte vor ein paar Monaten Prof. Kunz von der Uni Düsseldorf bei uns zu Besuch auf dem Hof.  Wir haben uns über Artenschutz in und mit der Landwirtschaft unterhalten. Nachfolgend ein Vortrag von ihm, der allen zu denken geben sollte. Es kann sein, dass das Hochladen etwas Zeit erfordert. Es lohnt sich aber wirklich, weil es ganz neue Aspekte eröffnet. https://www.kunz.hhu.de/fileadmin/redaktion/Fakultaeten/Mathematisch-Naturwissenschaftliche_Fakultaet/Biologie/Institute/weitere_und_ehemalige_Dozenten/Prof._Dr._Kunz/Vortraege/Elverfeldt2018_Vortrag.ppt Wer das Video von unserem Gespräch sehen will, findet es hier: Naturschutz – anders gedacht

Ein realistischer Blick von Harald Lesch (ZDF)

Wenn im Filmtitel von „der Zukunft der Landwirtschaft“ die Rede ist, reagiere ich im Allgemeinen ziemlich skeptisch. Und wenn das noch mit dem Namen Harald Lesch verbunden ist, erst recht. Selten habe ich mich so sehr getäuscht, denn der Beitrag des ZDF (rund 30 min) überrascht mich mit vielen Aussagen, die ich nicht erwartet hätte. https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x-harald-lesch/und-die-zukunft-unserer-landwirtschaft-100.html Etwa in der 12. Minute spricht Herr Lesch darüber, dass die Gentechnik ab etwa 1930 in der Züchtung eingesetzt wird. Etwas später geht er dann auf die Züchtungsmethode CRISPR/Cas9 ein und bemängelt, dass die Produkte aus dieser Methode in Deutschland nicht für die Vermarktung zugelassen sind. Das ist in Nord- und Südamerika ganz anders, dort werden gentechnisch veränderte Pflanzen auf über 50% der Anbaufläche angebaut. Er stellt auch die Frage, warum rote Gentechnik ohne jegliche Diskussion angewendet wird, die grüne Gentechnik jedoch extrem kritisch beäugt wird. In der Diskussion wird  deutlich, dass die Realität des Klimawandels die Gesellschaft dazu zwingen wird, diese Vorbehalte abzulegen. Der Beitrag ist unbedingt sehenswert und weiterzuempfehlen, auch wenn es einige kleine Ungenauigkeiten gibt, die …

Zukunftskommission 2.0: ein neues Papier…

Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) hat am 26.11.2024 einen neuen Bericht vorgelegt. Dazu schreibt agrarheute: „Die ZKL empfiehlt eine neue „Kultur der Zusammenarbeit“. Gerade junge Menschen aus Agrar- und Umweltorganisationen sollen stärker in politische Dialoge über die Zukunft der Agrar- und Ernährungssysteme eingebunden werden. Außerdem benennt die Kommission zehn Handlungsfelder: Gemeinsame Agrarpolitik und Marktordnung, Regulierungsabbau, Biodiversitätsschutz, Tierhaltung und Pflanzenbau, Digitalisierung und Technik, Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe und Ernährungsresilienz in globaler Dimension. Hier müsse „konsequent gehandelt“ und „zielgerichtet investiert“ werden.“ https://www.agrarheute.com/politik/zukunftskommission-landwirtschaft-legt-neuen-bericht-629155 Cem Özdemir kommentiert das Papier unter anderem so: „Gleichwohl hätte ich mir mehr gewünscht, als in der Regierungskonstellation möglich war – hier bin ich mir mit der ZKL einig. Hier die Pressemitteilung des BMEL im Wortlaut: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/135-zkl.html Man kann merken, dass sich Herr Özdemir innerlich schon vom Ministerium verabschiedet hat. Den Bericht der ZKL im Original können Sie hier nachlesen: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Landwirtschaft/zukunft-landwirtschaft-bericht-2024.html Ich habe das Papier gelesen und kann den dort formulierten Forderungen in Großen und Ganzen zustimmen. Wenn man bedenkt, dass daran über 30 unterschiedlichste Organisationen beteiligt waren, ist das Ergebnis erstaunlich. Allerdings darf nicht vergessen werden, …