Monate: Dezember 2024

Nimmt es denn kein Ende?

Noch nicht einmal wirksam geworden, streben SPD und Grüne bereits eine Novellierung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (gültig bisher nur für Schweinefleisch) an. Die offizielle allgemeine Begründung findet man hier: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw51-de-tierhaltungskennzeichnungsgesetz-1033276 Wer Zeit und Interesse hat kann sich heute (Freitag, der 20.12.24) um 13.20 Uhr auch die parteipolitischen Positionierungen dazu anhören. Detaillierteres findet man hier: https://dserver.bundestag.de/btd/20/140/2014034.pdf Unverschämt sind m.E. dort die Behauptungen: Es gibt keine Alternativen Kein Aufwand für Bürgerinnen und Bürger Der Aufwand für die Wirtschaft beträgt jährlich nur 4,6 Mio. Euro und einmalig 3,3 Mio. €uro Die Verwaltungen haben keinen Aufwand Dies ist nur ein Beispiel von so vielen, wie der Politikbetrieb in D abläuft. So wird das nichts mit dem Bürokratieabbau. So kommt D volkswirtschaftlich nicht wieder in die Spur. Vielen Dank an Arnold Krämer für den Hinweis

Wieviel Hunger ist akzeptabel?

Wieviel Hunger ist akzeptabel? Eine zugegebenermaßen recht anmaßende, ja sogar zynische Frage! Wir leben in Europa in einer Phase des Überflusses. Wer will das ernsthaft bestreiten. Unsere Supermärkte bieten ein noch nie dagewesenes Angebot. Wir werfen allein in Deutschland pro Kopf rund 82 kg Lebensmittel in den Müll. Angst Und wir haben eine diffuse Angst. Angst, dass wir vom Verzehr der Lebens-Mittel krank werden. Dabei war die Lebenserwartung noch nie so hoch wie heute und sie steigt nachweislich weiter. Unsere Lebensmittel werden auf alle möglichen Rückstände untersucht, die Produzenten mit Formularen erschlagen. Die Verarbeiter müssen jedes Jahr mehr und neue Zertifikate vorlegen, und trotzdem: die Angst bleibt. Unsere Angst ist ein Luxusproblem. In der Nachkriegszeit, als Lebensmittel knapp und oft nur auf Karte zu erhalten waren, sind viele Menschen aus der Stadt auf´s Land gefahren, um überhaupt an Lebens-Mittel zu kommen. Damals hat niemand nach den Inhaltsstoffen auf der Verpackung gefragt (so es denn überhaupt eine gab). Den meisten Menschen auf dieser Welt geht es wie uns in der Nachkriegszeit. Sie wären froh, wenn sie …

Ich bin Bauer

Ich bin Bauer. Der Bauer, der Ihre Lebensmittel macht. Und ich habe ein Problem mit Ihnen. In unserer Beziehung von Erzeuger und Verbraucher stimmt was nicht mehr. Und vielleicht haben Sie das auch schon bemerkt. Dass Sie die Lebensmittel möglichst billig einkaufen wollen, weiß ich ja. Daran hat sich auch im Wesentlichen nichts geändert, auch wenn Sie etwas anderes behaupten. Denn wenn Ihnen Lebensmittel etwas wert wären, würden Sie nicht so viel wegwerfen. Und das Sie immer auf Qualität achten? Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich dann doch für das billigere Produkt. Gut, die Discounter verkaufen jetzt auch Markenprodukte. Dafür gehen die Supermärkte mit ihren Eigenmarken jetzt auch in Richtung Billigware, um ihre Marktanteile nicht zu verlieren. Alles nichts Neues, alle drücken den Preis beim Erzeuger so weit wie es geht. Macht ja jeder so und wer da nicht mitkommt, muss halt aufhören und ist selber schuld. Ansprüche Auch wenn es sich etwas zynisch anhört: Das ist für mich als Bauer nicht das ganz große Problem. Womit ich nicht mehr zurechtkomme sind die Ansprüche, die Sie, …

Abwehren und verteidigen

Abwehren und verteidigen Nein, die Rede ist nicht vom Fußball, sondern von Kommunikation. Denn wie im Fußball kann man mit Abwehren und Verteidigen nur selten ein Spiel gewinnen. So ist es auch mit Themen rund um die Landwirtschaft. Sie kennen die Situation: Sie sehen im Fernsehen wieder einen Bericht, in dem über „üble Zustände in der Tierhaltung“ oder „giftige Lebensmittel durch Pestizide“ berichtet wird. Sie werden wütend über so viel Unwissen, dass in diesen Beiträgen zum Ausdruck gebracht wird. Sie als Landwirt wissen es doch viel besser. Warum fragt Sie nur keiner? Die Antwort ist recht einfach. Weil Sie niemand kennt. Sie machen Ihren Job, sind den ganzen Tag im Stall oder auf dem Acker unterwegs. Sie haben keine Zeit, sich auch noch um ihr Image zu kümmern. Doch stopp, so ganz stimmt das nicht. Sie nehmen sich nicht die Zeit. Warum? Weil es Ihnen nicht wichtig genug ist? Weil Sie es nicht können? Weil „es ja eh nichts bringt“? Weg vom Fernsehen oder der Zeitung. Jetzt wird es persönlich. Sie sind auf einem runden …

Wir haben mal drüber geredet…

Am Donnerstag Abend ging es bei Top Agrar um das Thema „Image in der Landwirtschaft“. Die zwei Stunden wurden aufgezeichnet und können hier noch einmal angesehen werden. https://www.youtube.com/watch?v=-DsFeBgox-k Ich bin anschließend gefragt worden, wie es denn war. Ich will unterscheiden in Gefühle und Fakten. Mein Gefühl am nächsten Morgen (man soll ja über alles erst mal eine Nacht schlafen) war: viel gebracht hat es nicht, aber wir haben (wieder einmal) darüber geredet. Kann sein, dass in drei Jahren eine ähnliche Runde (mit anderen Personen) wieder einmal zusammen kommt und ein ähnliches Thema bearbeitet. In der Zwischenzeit ist (wieder einmal) nichts passiert. Manch einem mögen meine Ausführungen zu negativ vorkommen. Sie fanden die Veranstaltung gut, vor allem die jungen Influencer Marie und Hannes, die auf Instagram, TikTok oder YouTube 100.000 Follower und mehr haben. Aber auch die Ausführungen der beiden Konzernlenker Christoph Gröblinghoff (Fendt/AGCO) und  Jan-Hendrik Mohr (Claas), zwei sehr geerdete Unternehmer, waren aufschlußreich. Zur Sendung selbst will ich nicht viel sagen, die kann jeder jederzeit ansehen. Für mich persönlich war das Zusammentreffen nach den Aufnahmen …

Auch natürliche Gifte sind Gifte

Getreide kann vom Fusarium-Pilz befallen werden. Er befällt die Pflanze unter ganz bestimmten Witterungsbedingungen. Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel) haben eine Wirkung gegen diesen Pilz und können einen Befall verhindern. Die Aussage, dass Bio-Getreide weniger anfällig gegen Fusarium ist, ist falsch. Falsch ist auch die Aussage, dass die „Saaten-Union“ ein Verband der Pflanzenzüchter ist. Es ist eine Vertriebsorganisation mehrerer Züchterhäuser. Im Übrigen wird Getreide, dass mit Fusariosen befallen ist, von unserer Genossenschaft nicht angenommen. Weil wir unser Getreide aber – so weit wie möglich – gesund erhalten, geschieht dies äußerst selten. https://www.oekotest.de/essen-trinken/Warum-Getreide-Produkte-oft-Schimmelpilzgifte-enthalten_14981_1.html? Schön wäre es gewesen, wenn die Zeitschrift Öko-Test die Fakten richtig beschrieben hätte.

Nacktkalender…für einen guten Zweck

Gestern ging es ja bei top agrar um ein cooleres Image für die Landwirtschaft. Heute bin ich auf der Rückreise. Uch werde aber in den nächsten Tagen noch über meine Eindrücke dort schreiben. Durch Zufall habe ich folgende Meldung gefunden. https://www.ava1.de/blog/australien-studierende-der-tiermedizin-posieren-fuer-nacktkalender-n4802 Egal, wie man die Aktion (die schon seit vielen Jahren läuft) findet. Aufmerksamkeit bringt sie auf jeden Fall. Und für alle, die sich jetzt aufregen, dass ich das hier zum Thema mache: Landwirtschaft ist bunt.

Top Talk: heute abend um 19 Uhr

Ein besseres Image der Landwirtschaft? Darüber wird heute abend in Münster diskutiert. Steffi Neu, selbst Landwirtstochter und heute beim WDR, wird es moderieren. Wenn ihr Gedanken, Ideen oder Wünsche habt, schreibt sie in die Kommentare. Hier der Link zum Livestream:  https://www.youtube.com/watch?v=-DsFeBgox-k

Gab die EU Geld an NGO´s für Lobbyarbeit gegen EU-Kommission?

Die Überschrift klingt erst einmal abenteuerlich. Wenn es stimmt, was table.media herausgefunden hat, so dürfte man dies als ernsthaften Skandal titulieren. https://table.media/agrifood/news/ngo-vertraege-eu-geld-fuer-lobbyarbeit-gegen-mercosur-und-glyphosat/ Hier Auszüge aus dem Artikel, wie er von meinem PC übersetzt wurde: Während der letzten Amtszeit hat die Generaldirektion Umwelt (GD ENV) der Kommission von der Leyen NGOs dafür bezahlt, gegen das Freihandelsabkommen Mercosur zu kämpfen. In einem Anhang zum Vertrag mit der NGO European Environmental Bureau heißt es, dass die NGO in dieser Frage Lobbyarbeit bei der EU und den Mitgliedstaaten betreiben soll, um die Ratifizierung des Handelsabkommens zu verhindern. Dieses Ziel steht im Widerspruch zu den Zielen der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und des damaligen Handelskommissars Valdis Dombrovskis, die das Abkommen abschließen wollten. Das „Arbeitspaket“ des Vertrags sieht vor, dass die NRO den Nachweis eines Treffens mit der Kommission und mit vier auf Handel spezialisierten Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MdEP) erbringen muss. Darüber hinaus ist die NGO verpflichtet, Lobbying-Briefe an die Europaabgeordneten und die Kommission zu senden. Die GD ENV wies die NRO außerdem an, EU-Mittel zu …