Jahr: 2019

Umweltinstitut: Wir wollen Bauern retten

Ganz ehrlich? Wenn jemand vorgibt, mich „retten“ zu wollen, werde ich immer misstrauisch. So auch bei der nachfolgenden „Initiative“, die gleich auf die europäische Ebene geht und die aktuell (31.7.2019) gestartet wurde. http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2019/pestizide/europaeische-buergerinitiative-bienen-und-bauern-retten-eingereicht.html Das Umweltinstitut ist ein kleiner Verein in München, der nun auch das attraktive Geschäftsfeld der „Bienenrettung“ entdeckt hat. (Der Spenden-Button ist unübersehbar). Nachdem proBiene (übrigens kein Verein, sondern eine Gesellschaft mit zwei Geschäftsführern!) sich nur auf Baden-Württemberg beschränkt, will das Umweltinstitut seine Forderungen EU-weit umsetzen. Und sie haben von proBiene gelernt: neben der Biene will das „Umweltinstitut“ auch die Bauern retten sie beziehen die „Pestizide“ nur auf chemisch-synthetisch hergestellte Auf diese Art und Weise fallen Kupfer, Schwefel, Spinosad oder Pyrethrum aus dem Bio-Landbau nicht unter das Verbot. Das Umweltinstitut will nämlich alle Pflanzenschutzmittel (sorry, nur die chemisch-synthetischen!) bis 2035 ganz verbieten. Bei proBiene waren es ja „nur“ 50%. Dass mit der „Rettung der Bauern“ habe ich noch nicht ganz verstanden. Dazu schreibt das Umweltinstitut lediglich: „Die EU-Agrarsubventionen sollen deshalb kleinteilige, vielfältige und nachhaltige Betriebe und einen schnellen Anstieg des Ökolandbaus sowie der …

Blaualgen, Hitze und die Landwirtschaft

Am 27.7. 2019 gab es einen Bericht in der HAZ  über Blaualgen und deren derzeit raschen Entwicklung in Gewässern : https://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Blaualgen-Warum-sind-sie-gefaehrlich-und-wie-entstehen-sie Georg Keckl ist der Sache mal nachgegangen und findet Erstaunliches heraus. Er hat einen Leserbrief veröffentlich, den ich hier bringe. Fazit: die Landwirte sind es nicht… Blaualgen entstehen bei einem „Ungleichgewicht“ der Nährstoffe Phosphat und Nitrat in einem Gewässer, egal ob Gletschersee, Teich, Dümmer oder Sargasso-Meer! Ist viel Phosphat und andere Nährstoffe (Liebigsche Minimumtonne) im Wasser und fast kein Stickstoff (Nitrat) spielen die Blau“algen“-Bakterien ihren ökologischen Vorteil aus, holen sich den Stickstoff aus der Luft, verdrängen oft andere Pflanzen und beim Verfaulen ziehen sie Sauerstoff aus dem Wasser, die Fische verenden. Vermehrte Blaulagen sind heute überwiegend eine bedauerliche Folge einer erfolgreichen Nitratreduzierung in den Gewässern. Zu empfehlen ist hier, weil man die Rücklösung des Phosphates aus den Sedimenten nicht eindämmen kann, eine Nitratdüngung, wie es im Dümmer im Notfall passiert, damit man keine Anzeigen von Tierschützern bekommt. Das Nitrat ist in „Nullkommanichts“ wieder denitrifiziert, der vom UBA geschürten Nitrat-Hysterie zum Trotz. Siehe auch https://www.neuepresse.de/Nachrichten/Niedersachsen/Land-setzt-auf-Nitrat-gegen-Blaualgen-im-Duemmer …

Ich würde ja, wenn…

Ich habe neulich in einer Diskussion den Satz auf der gelben Karte gehört. Er stammt von einem Soziologen. Ich habe mich erwischt gefühlt, denn ein wenig bin ich so auch. Egal, um welches Thema es geht, ist man oder noch besser, bin ich gerne bereit, interessiert zuzuhören. Wenn es dann aber darum geht, es für sich selbst auch umzusetzen, die Konsequenz zu ziehen, fällt man gerne in die das gewohnte Verhalten zurück. „Ist ja alles gut und schön, du magst ja auch recht haben, aber für mich ist das nichts“. Und prompt hat man auch die Gründe dafür parat, warum das bei mir nicht geht. Vor kurzem wollte mich jemand von den Vorzügen der Direktsaat überzeugen. Die wird in vielen Ländern dieser Welt mit Erfolg praktiziert. Und natürlich interessiere ich mich auch dafür, ich bin ja Neuem gegenüber aufgeschlossen. Aber sie bei mir im Betrieb ausprobieren? Wo bekomme ich denn die passendes Maschine her, was kostet das und was ist eigentlich, wenn es schief geht? Sollen das doch andere machen, ich fange so was nicht …

Dicke Kartoffeln…

Der Spruch mit der umgekehrten Proportionalität der Intelligenz des Ackerbauer zur Größe der geernteten Erdfrucht dürfe jedem bekannt sein. Allerdings stimmt er nicht. Denn die klügsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln. Und sie leisten dazu auch noch mehr für die Biodiversität. Der Autor beschreibt sehr gut die unterschiedlichen Optionen, die die Landwirtschaft der Zukunft gehen kann. Und dass die Bevölkerung dabei aber auch „mitspielen“ muss. Der Text ist eine gute Grundlage für eine intensive Diskussion über Landwirtschaft und Ernährung der Zukunft. Mein Tipp: Ausdrucken und mehrmals lesen. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen    

Der Klimawandel ist Realität…

…und er ist meßbar. Dies zeigen die Daten für den immer früheren Erntetermin. Zahlen seit 1960. Und die kann man nicht leugnen. Doch wie darauf reagieren? Die klugen Sprüche von so manchen vermeintlichen „Experten“ helfen mir nicht wirklich weiter. Richtige Sortenwahl beim Getreide ist das eine, aber wie löst man die Probleme bei Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse? https://ooe.lko.at/immer-früher-immer-schneller+2500+2958186

Mailverkehr mit proBiene

Im Zusammenhang mit dem Volksbegehren Artenvielfalt in Baden -Württemberg hatte ich einen Schriftverkehr mit Sven Prange, Koordinator Volksbegehren Artenschutz bei proBiene. Auf seinen Wunsch hin veröffentliche ich diesen hier im Original und ungekürzt. Der besseren Lesbarkeit halber habe ich meine und seine Stellungnahmen farblich gekennzeichnet   Bauer Willi: (15.7.2019 um 20:56 Uhr) Sehr geehrte Damen und Herren von ProBiene        Sie haben in meinem Blog einen Hinweis gegeben, dass     Bio-Pflanzenschutzmittel weiter eingesetzt werden dürfen, wenn Sie die     Artenvielfalt nicht beeinträchtigen. Ich hatte daraufhin folgende Frage     gestellt, die bis heute unbeantwortet blieb.        „Gilt das auch für die im nachfolgenden Artikel beschriebenen     Bio-Pflanzenschutzmittel? Bleiben diese erlaubt? Bitte um Aufklärung.     https://www.bauerwilli.com/bienengefaehrlich/   „        Ich bitte höflich um eine Antwort als Mail, weil mich die Sache wirklich     interessiert.        Mit freundlichen Grüßen   Bauer Willi   Sven Prange: (16.7.2019 um 7:56 Uhr) Guten Morgen Herr Kremer-Schillings, vielen Dank für Ihre Mail. Ich hatte das nicht gesehen, weil keine Mailbenachrichtigung über eine Antwort auf meinen Beitrag dort kam. Und wir sind ein so …

Sind wir die nächsten, die…

Diesen Brief schrieb mir Sonja. Ich kenne Sonja nicht, ich weiß nicht wo sie wohnt und wie alt sie ist. Sie hat mir diesen Text geschickt, damit auch andere erfahren, was so in ihrem Kopf und in ihrem Herzen vorgeht. Er hat mich tief bewegt. Aber was soll man antworten? Die Milchkuhherde auflösen? Oder nochmals viele weitere Jahre ohne Lohn arbeiten? Wie würdest Du Dich entscheiden? Rundherum schließen die Betriebe – sind wir die nächsten? Die Fakten: Wir haben einen idyllischen Hof mit Milchkühen, seit vielen Generationen. Wir sind stolz auf eine Herde gesunder, freundlicher Fleckviehkühe. Der neue Kuhstall ist etwa 15 Jahre alt und zur Hälfte abbezahlt. Davor waren es 30 Kühe, angebunden mit Sommerweidegang. Zurzeit teilen sich noch 80 Kühe einen Stall mit 120 Stroh-Liegeboxen, alle haben nachts direkten Zugang auf die Weide und werden im Stall zugefüttert mit Grassilage, Maissilage und Heu, sowie ein wenig Getreide vom Acker.  Ein nicht kostendeckender Milchpreis und zu wenig Futter wegen Trockenheit hat die Herde bereits um 40 Köpfe reduziert. Was nicht rentiert, wird reduziert….  Wir …

Volksbegehren: Bauern gegen Bauern?

Auch in Baden-Württemberg wird jetzt mit dem zwar einfachen, aber trotzdem falschen Slogan „Rettet die Bienen“ für ein Volksbegehren geworben. Am Freitag, dem 26. Juli wurden dazu genügend Unterschriften beim Innenministerium in Stuttgart überreicht, damit das Volksbegehren bald starten kann. Urheber dieser Initiative ist  „proBiene – Freies Institut für ökologische Bienenhaltung“, einer Gesellschaft mit 2 Geschäftsführern und 4 Mitarbeitern, die 2015 gegründet wurde. Die Forderungen sind recht einfach gestrickt und lassen sich so zusammenfassen Ausbau der ökologischen Landwirtschaft auf 50% bis 2035 Reduktion des Pestizideinsatzes um 50% bis 2025 Wie das erreicht werden soll, beantwortet die Homepage der Initiative nicht. https://volksbegehren-artenschutz.de/ Die Maßnahmen, die Forderungen in die Tat zu überführen, überlässt man der (grün-schwarzen) Landesregierung. Das ist immer sehr einfach: Fordern, ohne Lösungen anzubieten. Wie so oft bei Volksbegehren. Man möchte auf einen Mißstand hinweisen, zieht sich dann aber aus der Verantwortung. Allerdings man hat in Baden-Württemberg aus dem bayrischen Volksbegehren gelernt. Dort waren unsinnige Lösungen, wie z.B. das Walzverbot von Wiesen und Weiden ab dem 15. März, in den Gesetzentwurf geschrieben worden. Da liegt …

Hilfreiche Wissenschaft (Video)

Der nachfolgende Beitrag der SWR-Sendung Odysso zeigt, dass unspektakulärer, sauberer und vor allem verständlicher Journalismus möglich ist. Es geht um Grundlagenforschung, die in der Züchtung hilfreich sein kann, wenn man die Aufgaben, die in 30 Jahren auf uns zukommen könnten, lösen will. Danke an Frau Lauff, die dass alles so verständlich in 5 Minuten verpackt hat, dass es auch der landwirtschaftliche Laie versteht. Und das ist schon eine Kunst. Und Danke an das Jülicher Forscherteam für seine wertvolle Arbeit. Das im Text eingefügte Video bitte unbedingt bis zum Schluss ansehen. Das macht wirklich Mut und ist eine frohe Botschaft. https://www.swr.de/odysso/klimaresistentere-pflanzen-per-hightech/-/id=1046894/did=24118384/nid=1046894/1x05z0w/index.html Das Video wurde im Frühjahr aufgenommen, aber erst jetzt gesendet. Deshalb die dicken Jacken. 🙂