Bauer Willi
Kommentare 103

Volksbegehren: Bauern gegen Bauern?

Auch in Baden-Württemberg wird jetzt mit dem zwar einfachen, aber trotzdem falschen Slogan „Rettet die Bienen“ für ein Volksbegehren geworben. Am Freitag, dem 26. Juli wurden dazu genügend Unterschriften beim Innenministerium in Stuttgart überreicht, damit das Volksbegehren bald starten kann. Urheber dieser Initiative ist  „proBiene – Freies Institut für ökologische Bienenhaltung“, einer Gesellschaft mit 2 Geschäftsführern und 4 Mitarbeitern, die 2015 gegründet wurde.

Die Forderungen sind recht einfach gestrickt und lassen sich so zusammenfassen

  • Ausbau der ökologischen Landwirtschaft auf 50% bis 2035
  • Reduktion des Pestizideinsatzes um 50% bis 2025

Wie das erreicht werden soll, beantwortet die Homepage der Initiative nicht. https://volksbegehren-artenschutz.de/ Die Maßnahmen, die Forderungen in die Tat zu überführen, überlässt man der (grün-schwarzen) Landesregierung. Das ist immer sehr einfach: Fordern, ohne Lösungen anzubieten. Wie so oft bei Volksbegehren. Man möchte auf einen Mißstand hinweisen, zieht sich dann aber aus der Verantwortung. Allerdings man hat in Baden-Württemberg aus dem bayrischen Volksbegehren gelernt. Dort waren unsinnige Lösungen, wie z.B. das Walzverbot von Wiesen und Weiden ab dem 15. März, in den Gesetzentwurf geschrieben worden. Da liegt aber in vielen Fällen noch Schnee auf den Wiesen. Also besser gar keine Lösungen anbieten, dann macht man auch nichts falsch.

Und dann habe ich noch ein paar Fragen an die Initiatoren:

Wer soll die 50% Bio-Landwirtschaft denn betreiben? Wo sind die Menschen, die das tun wollen und auch können? Was passiert, wenn die 50% nicht erreicht werden? Und warum gerade 50% und nicht 30% oder 100%? Schreiben kann man ja viel und die Zustimmung der Bevölkerung wird man mit solchen Schlag-Worten sicherlich auch bekommen.

50% weniger „Pestizide“: klingt gut, finden viele gut, aber was nirgendwo deutlich gemacht wird, ist die Tatsache, dass das auch für Bio-Betriebe gilt, die ja auch Pflanzenschutz betreiben. Gerade im Bio-Obst- und Bio-Weinbau sind die Spritzfolgen häufig noch wesentlich enger als beim traditionellen Verfahren. Denn auch Bio-Obst soll natürlich makellos aussehen. Anders ist es auch nicht zu vermarkten, denn die Ansprüche des Käufers sind auch bei Bio hoch. Überhaupt wird die Vermarktung mit keinem Wort erwähnt. Was passiert denn, wenn die Hälfte der Bauern auf Bio umstellen? Werden dann auch 50% Bio-Waren gekauft? Und was passiert mit den Erzeugerpreisen? Mit einer zwangsweisen Umstellung von ein paar Kantinen ist es doch nicht getan. Die breite Bevölkerung muss diese teureren Produkte auch kaufen wollen und nicht nur mit einer schnell geleisteten Unterschrift das schlechte Gewissen beruhigen.

Doch zurück zum Titel des Artikels: Dass sich BUND und NABU der Initiative anschließen, verwundert nicht, denn Artenschutz passt in deren Geschäftsmodell. Warum aber Demeter und Naturland mitmachen, verstehe ich nicht, zumal Bioland als die größte Bio-Anbauorganisation die Unterstützung verweigert. Bioland wird wohl wissen warum. Ansonsten funktioniert die Klientel-Politik (wir im Rheinland sagen dazu „Klüngel“) ja wunderbar. Genau die Lobbyarbeit, die man den Bauern immer wieder vorwirft, wird hier von den Naturschützern wunderbar vorgeführt. Und woher hat eigentlich eine so kleine Gesellschaft wie proBiene das notwendige Geld für solche Aktionen? Cui bono? – Wem dient es?

Vollkommen unverständlich ist für mich das Verhalten der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die sich als Interessensvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe versteht. Davon gibt es gerade in Baden Württemberg noch so viele und nicht nur das Schutzgebiet um den Kaiserstuhl sondern auch Regionen rund um den Bodensee mit seinen vielfältigen Kulturen und seinen kleinen Strukturen sind ein Hotspot der Biodiversität. Die AbL steht nach eigener Aussage für alle Produktionsrichtungen, also sowohl Bio als auch Traditionell. Wenn sie jetzt dieses Volksbegehren unterstützt, sorgt  sie dafür, dass Bauern gegen Bauern ausgespielt werden. Sie macht sich damit in meinen Augen absolut unglaubwürdig. Übrigens sehen dies viele Bauern an der Basis genau so.

Auf der Homepage des Volksbegehrens und in nahezu jedem Newsletter ist zu lesen, dass man ja nicht gegen die Landwirte arbeiten wolle und den Strukturwandel zu immer größeren Betrieben aufhalten wolle. Mit dieser Initiative wird das genaue Gegenteil erreicht: Sollte dieses Volksbegehen in der jetzigen Form eine Zustimmung bekommen werden viele Betriebe „das Handtuch werfen“ und den Betrieb zumachen und das Feld den Großen überlassen. Im Wettbewerb mit anderen Anbietern, die nicht diese Auflagen haben, sind sie chancenlos.

Auf mich wirkt das Begehren auch deshalb zynisch und verlogen, weil nirgendwo wird auch nur im Ansatz erwähnt wird, dass Naturschutz nicht zum Nulltarif zu haben ist. Ein Beispiel: Gewässerrandstreifen von mehreren Meter Breite ohne finanziellen Ausgleich ist Enteignung durch die Hintertür. Das sollten alle wissen, die jetzt zur Unterschrift aufgefordert werden. Möglicherweise kommt die ihnen doch noch teuer zu stehen.

Noch einmal: Die Initiatoren werden das Gegenteil dessen erreichen, was ihr eigentliches Ziel war. Für den Artenschutz ist das ein Desaster, denn mit den Bauern gehen auch die Insekten. Die Bürger dürfen ruhig weiter ihre Steingärten anlegen, die Kommunen weiter neue Logistikzentren und Umgehungsstraßen bauen. Denn diese Gruppen bezieht das Volksbegehren  nicht mit ein. Die will man nicht erschrecken, weil sie sonst nicht unterschreiben. Artenschutz funktioniert aber nur, wenn alle mitmachen.

Mein Vorschlag an alle, die dieses – zudem noch handwerklich schlecht gemachte – Volksbegehren unterstützen: Ziehen Sie ihre Beteiligung zurück. Setzen Sie sich mit denjenigen zusammen, die wirklich etwas für die Artenvielfalt tun. Und das sind alle, die in und mit der Natur verantwortlich arbeiten. Dass eine konstruktive Arbeit möglich ist, zeigt zum einen das Brandenburger Beispiel „Gemeinsam für Bienen und Kulturlandschaft“ und das 11-Punkte-Programm des Bundesamt für Naturschutz, dass von Landwirten und fachlich versierten Naturschützern aus Wissenschaft und Forschung gemeinsam erarbeitet wurde. Dialog ist besser als Konfrontation.

An die Politik: Weisen Sie den Gesetzentwurf zurück. Setzen Sie sich mit den Fachverbänden an einen Tisch und erarbeiten Sie gemeinsam praktikable Lösungen.  Die Sensibilität dafür ist da. (Beispiele siehe oben) . Sie war es vor dem Volksbegehren und ist jetzt erst recht. Und, liebe Politiker und gewerbliche Naturschutzorganisationen: Nehmen Sie bitte auch den Bürger mit in die Verantwortung. Ja, das kann Wählerstimmen kosten aber es wäre nur fair. Landwirte sind die echten Grünen. Wenn das keine Motivation ist, Herr Kretschmann.

 

(Aufrufe 4.700 gesamt, 1 heute)

103 Kommentare

  1. ottmarWelker sagt

    In einer Artikelserie der Stuttgarter Zeitung seit mindestens 2. 7. 14., als noch grün- rote Agrarpolitik von Minister Bonde Bienen zu helfen versprach durch weniger Pestizide, sowie mehr artenreiches Grünland stehen neben Politker in Verbänden des Naturschutz der SPD (NABU Frau Dr. Brigitte Dalbender) auf der homepage mit harten Aussagen zu Diensten: „Mit dem Volksbegehren kann die Zivilgesellschaft den größten politischen Druck ausüben und das Artensterben in BW zumindest aufhalten“.
    Michael Müller(Naturfreunde) sprach am 26.6. 19. von sozialökologischer Transformation sowie Neohumanismus als einer neuen Qualität menschlicher Verantwortung und Solidarität.
    Daneben auch weiche „flotte Stadtbienen im Anflug, am 23. 7. 14 über 600 jungen Besuchern der Infoveranstaltung zum Thema Imkerei Hohenheim.
    Den Bienen sei mit mehr Nahrung zu helfen, aus Baden in Immendingen.
    Tobias Mildenberger von pro Biene, damals noch“Institut Summtgart Gmbh“mit grünem OB Kuhn auf dem Rathausdach „Süßes Mitbringsel aus Stuttgart“. Die Streuobstwiese in Stuttgart Kressart wird von Mit-Geschäftsführer David Gerstmeier vorgestellt und Feinstaub mehrfach thematisiert.
    Seit 27.03.17 hat das nun pro Biene benannte Freie Institut für Bienenhaltung einer Demeter Imkerei, den neuen Namen als( gemeinnützige) GmbH umbenennen lassen.
    Dazu passt, was wenige wissen, dass ursprünglich Schokoladen Rossbollen den „Stutengarten“ von dem die Stadt den Namen hat als Souvenier verkauft werden aus der ehemals Schokoladenstadt (Eszet).

    0
  2. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin an alle im Blog von Willi, alles was Ihr heute schreibt geht mir auf deutsch gesagt am
    “ Arsch“ vorbei. Seid vielen Wochen bekommen wir endlich einmal etwas „Regen“
    Bei mir im Ort sind es zwar bisher nur 8mm, aber der 4 km entfernde Nachbarort hat
    bisher 53 mm erhalten, und es regnet weiter.
    Warum es in so einen so kleinem Umfeld , solch große Unterschiede gibt, ist oft rätzelhaft.
    Am sonntaglichem Kirchgang kann es doch nicht liegen. Die Heiden haben auch nicht mehr bekommen wie die Christen.

    0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Vor 4 Jahren entlud sich über unsere Gemeinde ein Gewitter, an meiner Hofstelle ging ein starker Gewitterregen wie öfters nieder. 1.000 Meter talwärts ging mit 150 Liter in der Stunde die Welt unter, mit einem Schaden von 2,5 Millionen allein bei der Gemeinde.

      0
  3. Oberländer sagt

    Kleine Anmerkung ,
    Habe letzte Woche einen ordentlichen 3. Schnitt Grassilage ein
    gefahren. Beim Schwaden sind mir gefühlte Milliarden von Heuschrecken aufgefallen. An solche Mengen kann ich mich
    in den letzten 40 Jahren nicht erinnern.
    Bis jetzt sind diese noch nicht Ertragsmindernt.
    In Österreich und Bayern haben wir schon Schäden durch Mai-
    Käfer Larven.
    Welche Vorschläge machen uns da unsere völkischen Bekehrer
    wenn sich diese Schädlinge weiter vermehren ?
    Heuschrecken und Engerlings – Burger ?

    1+
  4. brouss sagt

    Ich habe mal wo mitgekriegt, dass sogar in abgelegenen, unberührten Urwäldern die Insektenpopulation abnimmt.

    Eine Hypothese von mir:

    Ähnlich wie über Jahrzehnte die Meere vermüllt sind, werden sich Schadstoffe aus der Luft über die Jahre -insbesondere in Wäldern- anhäufen und Wirkungen entfalten. Irgendwo müssen die ja hin. Einige werden wahrscheinlich schneller abgebaut, andere (z.B. Reifenabrieb) kaum. Welche Chemikalien kommen aus den Auspuffen und Schloten eigentlich alles heraus?
    Das Thema Pestizide passt den Grünbioideologen hervorragend zum Zocken und so reitet man darauf herum und denkt gar nicht mehr weiter.
    Die Scheuklappen können aber auch den Blick auf die wirklichen Ursachen verhindern und dann gibt es ein Fiasko.

    Den Leuten vom Bienenverein, denke ich, kann man durchaus auch pekuniäre Interessen unterstellen.

    0
    • Brötchen sagt

      Brouss

      Ich wäre da vorsichtig.

      Bsp.
      1. ich habe im Büro immer Fliegen ohne Ende, obwohl ich Lockstoffmittel verwende und wir auch Bekämpfung machen
      2. es sind im Urwald nicht alle Arten bekannt und es werden immer wieder neue entdeckt
      Flächendeckend wird es dort kein Monitoring geben.
      Es gibt ja nicht mal in D. ein flächenddeckendes Monitoring was repräsentativ ist.
      Die schustern immer nur irgendwelche Stückfragmente zusammen. Zeitreihen am selben Standort mit Umgebungsmonitoring ist auch nicht so einfach
      3. Insekten sind von der Populationsgröße her extrem flexibel. Das kann fast von Null extrem explodieren. Ist bei Fischen auch so.
      Ich schätze das uns die Insekten dreimal überleben werden.

      4. durch die extreme Vermehrungsfähigkeit können die auch extrem schnell resistent werden oder sich Umweltbedingungen anpassen. So auch an Schadstoffe, siehe Pkt.1

      Der Mensch kann das nicht.
      Ehe ein Mensch geschlechtsreif ist, vergehen mind. 14 Jahre.

      0
  5. Walter Parthon sagt

    Älterer Artikel Bauernerband SW
    Mensch. Macht. Milch?
    Ein „Sachcomic“ mit plakativen Falschaussagen, kombiniert mit dem Segen der Kirchenorganisationen und dem Geld des Bundesministeriusm für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Und das nur, um die deutschen Bauern inklusive ihres Verbandes schlecht zu machen? So etwas geht heute, wenn sich Germanwatch und AbL zusammentun, angefüttert mit Zitaten von Romuald Schaber vom BDM und Ottmar Ilchmann von der AbL.
    Im Comic zu lesen: Die Politik würde behaupten, dass Wachstum der einzige Ausweg sei. Wir fragen: Wer behauptet das?
    Der Bauernverband sehe in einer kritischen öffentlichen Diskussion eine Gefahr für seine Ziele: Welche Ziele sollten das sein? Warum sollten wir eine Diskussion scheuen? Keine Antwort.
    Noch besser: Der Verband habe es geschafft, dem einzelnen Bauern einzureden, er sei ein Massentierhalter, selbst wenn er nur fünf oder mehr Tiere habe. Ob das Zitat von Schaber oder Ilchmann stammt, ist nicht zu erkennen. Aber eine derartige Unterstellung ist zumindest frech.
    Es wird kritisiert, dass europäische Exporte den afrikanischen Markt zerstören. Das sind dann wohl nur die Betriebe, die im Bauernverband Mitglied sind. BDM und AbL: Wer das für falsch hält und nichts – außer ein Sachcomic – dagegen macht, wirkt doch etwas fragwürdig.
    Es wird sich darüber lustig gemacht, dass wir in Europa Mais an die Kühe und nicht an den Menschen verfüttern. Tun das die Milchviehhalter des BDM und der AbL nicht? Und die kritisierten Kraftfuttergaben geben sie auch nicht?
    Soja aus Südamerika zerstöre Regenwälder, so der Comic. Wo steht das? Fakt ist doch, dass vor allem Brasilien seine Regenwaldabholzung massiv nach unten gefahren hat, trotz einer steigenden Produktion von Soja und Rindfleisch. Laut Sachcomic wird das Soja in deutschen Großbetrieben an Milchkühe verfüttert. So ein Glück, die kleinen machen das dann also nicht…
    Gefordert wir eine Kennzeichnung von gentechnisch gefütterten Tieren. Wir gehen sogar noch weiter und fordern eine Kennzeichnung aller gentechnisch erzeugten Produkte! Und jetzt?
    Die „Wir haben es satt!“-Demo wird als breites gesellschaftliches Bündnis mit der Landwirtschaft dargestellt. Die Landwirtschaft vertritt wohl eher die „“Wir machen Euch satt!“-Demo. Oder wo waren die Bauern zahlreicher vertreten?
    Fazit:
    Sachcomic ist sicherlich der falsche Begriff. Erstaunlich ist nicht, dass Germanwatch so etwas macht. Auch bei der AbL staunt das nicht. Aber das Bundesministerium? Das sollte Neutralität zu den genannten Themen an den Tag legen. Und die Kirchen? Dass sie sich für so etwas hergeben, ist ein Trauerspiel.
    Info zu Germanwatch
    1991 nach der Wende gegründet will Germanwatch die wachsende Verantwortung Deutschlands in der Welt begleiten – auffällig oft allerdings in Zusammenarbeit mit Brot für die Welt, Misereor und der AbL. Mit einem Jahresbudget von 3,1 Mio. € (lt. Finanzbericht 2014) ist einiges möglich. Dabei sind die Mitgliedsbeiträge (0,07 Mio. €) und Spenden (0,1 Mio. €) eher nachrangig und dienen laut Germanwatch hauptsächlich als „Hebel“ zur Kofinanzierung von öffentlichen Zuschüssen. Wofür gibt Germanwatch das Geld aus? Fast 900.000 € für Löhne (44 Mitarbeiter), 160.000 € für Sozialabgaben, 335.000 € für Honorare und 126.000 € für Reisen. Für ideelle Projekte bleiben am Ende 284.203 €.

    3+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Wirklich uralt, der Artikel. Dadurch haben sich viele der Behauptungen schon von selbst ad absurdum geführt. Die Sattmacher-Demo z.B. ist Geschichte. Auch das Gezeter über die Kennzeichnung gentechnisch gefütterter Tiere wirkt nur noch amüsant vor dem Hintergrund der Anforderungen, die der Handel mittlerweile zum Standard macht. Über die Erzeugung von nicht benötigter Milch durch Verfütterung von Importfuttermitteln schüttelt mittlerweile selbst Herr Stahl vom Milchindustrieverband den Kopf. Und was daran problematisch ist, dass Germanwatch seine Mitarbeiter bezahlt und für sie Sozialabgaben abführt, habe ich schon damals bei Erscheinen des Artikels nicht verstanden. Haben Sie sich den Artikel nicht noch einmal durchgelesen, Herr Parthon, bevor Sie ihn hier eingestellt haben? Oder leiden Sie einfach nur an der altbekannten Unfähigkeit vieler Bauernverbandsanhänger, die Zeichen der Zeit zu erkennen?

      3+
  6. Christian Bothe sagt

    50% Ökolandbau, was für eine nur „medienwirksame“ unsinnige Forderung! Ist halt momentan der Mainstream im Verbund mit Klimaschutz! Was auf dieser Basis in den letzten Monaten veröffentlicht (einschließlich Bürgerbegehren) wird, ist einfach nur noch unterirdisch und entbehrt teilweise jeder der über Jahrhunderte gemachten Erfahrungen unserer Bauern. Nun noch einmal ein paar Fakten dazu: Abgesehen von eine um 173€/ha höheren staatlichen Zuwendung im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen gegenüber Konvis, verzichtet der Ökolandbau auf synthetische Dünger und PSM und das mit erheblich höheren Produktionskosten auch auf etwa 50% der Erträge einer effizienten umweltverträglichen nachhaltigen LW. Desweiteren bindet der Ökolanbau aufgrund der niedrigen Erträge auch nur die Hälfte an CO2! Äquivalent übertragbar ist o.g. auch auf die verminderten Leistungen des Ökotierbestandes gegenüber einer effektiven Tierproduktion. Wie will man bei solchen Zahlen die Bevölkerung der BRD oder der Welt ernähren???Die Forderung muß lauten,eine umweltverträgliche Steigerung der Agrarproduktion zur Minderung hungernder Menschen auf der Erde. „Fridays for Future“bringt uns da keinen Schritt weiter und steigert nur den Absatz der Printmedien weil es gerade ein Hype ist,verleitet noch Jugendliche zum Schulschwänzen…Das Fazit sollte eine Entwicklung des wichtigen Volkswirtschaftszweiges LW sein diese in allen Betriebsformen weiter zu entwickeln unter dem Aspekt einer effektiven nachhaltigen Produktion und dem Erhalt selbiger Betriebe.

    6+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Über Jahrhunderte, Herr Bothe?! Vor Jahrhunderten gab es doch nur Bioanbau! Deshalb finde ich es auch immer amüsant, wenn Willi die konventionelle Landwirtschaft neuerdings „traditionell“ nennt!

      5+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Richtig,
        vor Jahrhunderten gab es nur Bioanbau,
        und Selbstversorgung welche die eigene Familie nur umzunähernd versorgte.

        Hunger kennen nur die Älteren, das war aber Kriegsbedingt.

        1770–1772 gab es Europa drei verheerende Missernten
        1844–1849 Europa Ausfall der Kartoffelernte durch Kartoffelfäule, Lebensmittelknappheit; sehr kalte Sommer und Winter; Hungerepidemien. Große Hungersnot in Irland mit etwa 1 Mio. Toten[5] und einer Auswanderungswelle nach Nordamerika. Kartoffelrevolution in Berlin, April 1847.
        Und mehrere Hungersnöte in Nordeuropa.

        Warum waren in unserem Betrieb noch Restbestände von Bleiarsen?
        Erinnere mich noch an Kahlfraß von Maikäfern.
        An totale Vermadung von Zwetschgen usw.

        Unter § 2b Absatz 1 steht eindeutig, dass auf den Flächen der Pestizideinsatz um 50 % reduziert werden muss, das bedeutet auch im BIO Bereich.

        Unter Absatz 3 steht:

        Das zuständige Ministerium ermittelt Jährlich den Einsatz von chemisch-syntetischen Pestiziden nach Fläche und wenn möglich nach Wirkstoffmenge und Behandlungsintensität und veröffentlicht diese Ergebnisse.

        Da ist doch die Frage offen, gilt die Reduktion nur für den Konventionellen Anbau und kann der BIO Bauer weiter sein Kupfer in voller Höhe ausbringen wie bisher.

        Kommt es dann zum jährlichen Tribunal, wo alle Bauern antreten müssen,
        werden wir bei Nichteinhaltung gesteinigt und mit dem Tod durch Strick bestraft?
        Bei und gibt es ein Gewann mit dem Namen Galgenfeld, das könnte man reaktivieren.

        13+
      • Georg Summerer sagt

        Deshalb war vor ein paar Jahrzehnten ein jeder froh dass die jahrhunderte alte Biolandwirtschaft abgeschafft wurde. Immer wieder Nahrungsmangel, immer wieder verhungerte Menschen. Wollte keiner mehr haben. Wie schnell man doch vergessen kann!

        14+
        • Inga sagt

          Vor allen Dingen wurden die Industriearbeiter satt und für ihr Unternehmen leistungsfähiger sein!

          So sind manche Industriebetriebe zu Global Player geworden.

          Ob die deswegen der Politik befohlen haben, die Landw. zu subventionieren, damit auch die Frauen und Ausländer bei ihnen mitarbeiten können?

          Wie stark ist die Wirtschaft in der Politik?

          1+
      • Christian Bothe sagt

        Ob die Bauern damals nach irgendwelchen ominösen Ökorichtlinien gearbeitet haben, bezweifle ich.DeshLb finde ich die Formulierung von traditioneller LW zu sprechen richtig.

        4+
        • Inga sagt

          Als ich klein war (I960) hieß konventionell das alt hergebrachte und (extensiv?),
          aber die moderne Landwirtschaft nach der Grünen Revolution von 1950 eben die Intensive Landwirtschaft.
          Man wirtschaftete nach der „Grünen Revolution“ sehr intensiv, damit die 12 Millionen Flüchtlinge aus dem ostdeutschen Raum auch mit satt wurden.

          Das war neu aber nicht konventionell!
          Wenn man wieder so wirtschaftet, werden die Lebensmittel wegen Mangel teurer!
          Zu der intensiven Landwirtschaft gehörte eben die damals sehr moderne Agartechnik mit Chemie und Biologie!

          Und war sehr erfolgreich!
          Wenn nicht dann würde man auf den Flächen des englischen Rasens oder Schotter ums Huas, lauter Gemüsebeete sehen!
          So war es früher!

          Könnte man doch wieder machen, die Bauern ernten wegen dem nicht anwenden der chemischen u. biologischen Technik weniger und die Frauen brauchen keinen Beruf und Arbeitsplatz, die können sich neben Küche, Kinder, Kirche, Herd auch um den Garten kümmern.
          Dann wüßten sie, was die Lebensmittel wert sind!

          Aber wir leben alle gesünder und der Umwelt tut es auch gut!

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Arbeitskolleginnen meiner Frau meinen,
            zu dem Preis kaufen sie das Gemüse lieber beim Aldi.

            Das mit dem keinen Beruf und Arbeitsplatz funktioniert bei Alleinerziehenden nicht immer.

            1+
            • Inga sagt

              Ja schon, das ist ein anderes Problem.

              aber wenn die landw. Produkte so teuer wären, dass sie ihren Preis widerspiegeln würden könnten die Bauern ökologischer wirtschaften und dann würde immer noch jeder Haushalt 50% des Familieneinkommen für ihre Nahrungsmittel brauchen!
              Um dann einen besseren Fernseher oder anderes Konsumgut, inclusive Urlaub finanzieren zu können, würde weniger Essengegangen und auch die Gärten wären voller Gemüse, denn was man selber erntet, braucht man nicht zu kaufen.
              Wie sähe dann unsere Volkswirtschaft aus?
              Ich möchte hiermit nur deutlich machen, dass unser gesamte Konsum umweltschädlich ist.
              Wie gut, dass die Landwirtschaft subventioniert wird, denn sonst könnten die Produkte, bzw. ihre Rohstoffe nicht so billig auf dem Markt geschmissen werden.

              Wer vereint alle daran?

              0
            • Inga sagt

              Als ich 1968 konfirmiert wurde, hat meine Mutter erstmal eine Menge Obstböde3n für je 1,95DM gekauft. für den Preis kann man sie nicht backen.
              Noch viel Alte Männer waren dagegen, dass Frauen an die Arbeit gingen, aber die Frauen argumentierten damit, dass das Gemüse aber auch der Kuchen aus eine industriellen Bäckerei ja so billig waren.

              Beim Handwerksbäcker und jeder Hausfrau war er bestimmt qualitativer und natürlicher ohne E-Nummern.
              Wie umweltfreundlich ist das denn?

              0
          • Paulus sagt

            Inga, und jetzt erzählst du deine Story von wegen Küche, Kinder, Kirche, Herd und Garten mal einer deiner Geschlechtsgenossinnen, mit einem qualifizierten akademischen Abschluss und einem Jahreseinkommen so von 60.000 EUR an aufwärts, plus sonstiger Vergünstigungen wie z.B. Lease-Car, Aktienoptionen etc.
            Gleichzeitig könntest du es mal bei manch Alleinerziehenden oder Bezieherinnen geringer Einkommen versuchen. Die haben völlig andere Sorgen und den Billigflieger und den Großbildfernseher gönne ich denen gerne. Alles andere wäre nach meiner Auffassung höchst unanständig. Ich empfehle dir, dich mal mit der Lebenswirklichkeit zu beschäftigen.
            Meine eigene, relativ kurzzeitige Erfahrung ist, dass man sich einen Gemüsegarten leisten kann, sofern man nicht darauf angewiesen ist. Also sozusagen als Ausgleich zum Büroalltag und zur Entspannung. Bei uns kam hinzu, dass wir eine liebe Freundin haben, die leidenschaftlich gerne kocht und sich aktiv beteiligt hat. Seitdem landen z.B. auch junge Brennnesseln bei uns in der Küche. 🙂
            Wirtschaftlich gesehen war es schlicht Unsinn. An dem Beispiel des Grünkohls und der Möhren habe ich es hier schon einmal deutlich gemacht.
            Und noch etwas was ich in diesem Zusammenhang für wichtig halte: Ich stand nicht nur einmal vor der Theke des Pflanzenschutzberaters in einem bekannten Gartenmarkt in Köln, in einer Schlange wohlgemerkt. Die richtige Dosierung traue ich mir schon zu, da habe ich sogar Laborpipetten benutzt. Ob die Anwendung irgendwelcher Mittelchen tatsächlich sinnvoll und erforderlich war oder nicht lassen wir mal dahingestellt. Ich habe da so meine Zweifel und überlasse es lieber denen die mehr davon verstehen und den Anbau professionell und großflächig betreiben.
            Ob bäuerlich oder nicht ist eine Frage der Definition, die mich als Verbraucher herzlich wenig zu interessieren hat.

            0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ein bekanntes Ehepaar hat sich mal an einen Garten getraut, da verdient man ja nichts gab die Frau zum besten. Nach dem Jahr war die Aktion erledigt. In der Nachbarschaft gab es neue Mieter, noch vor dem Einzug bereiteten die das Saatbeet vor. Leider wurden die Tomaten braun statt rot und das Ende war da.
              Ich benutze Spritzen, wenn ich einen halben Liter Spritzbrühe brauche, so wie bei meinen Gurken, die massig von Trippsen befallen wurde, natürlich nur mit einem BIO zugelassenem Mittel, man will in der Klimahysterie was gutes tun. 😉

              Geld verdient man damit nicht, jedoch gewinnt man mit dem eigenen Garten ein Stück Lebensqualität.

              2+
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Man brauchte keine Richtlinien, Herr Bothe, weil es keinen Mineraldünger und keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel gab! Das Fehlen dieser beiden Hilfsmittel charakterisiert den Ökoanbau, soviel ich weiß.

          2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Verabreichen sie jetzt dem Kupferhydroxid im BIO Anbau einen Heiligenschein?

            Bin ja eigentlich aus der ganzen Sache raus, wenn ich in Zukunft keine Pachteinnahme mehr habe, lebe ich durch meine Nebeneinnahmen noch gut, bei ihnen bin ich mir nicht sicher, wenn sie auf die Einnahmen aus der Landwirtschaft angewiesen sind.

            0
            • Ottmar Ilchmann sagt

              Lieber Ex! Ich habe doch die beiden Produktionsformen gar nicht bewertet, es geht doch erst mal darum, Begrifflichkeiten zu klären! Und traditionell passt einfach nicht für die konventionelle Landwirtschaft. Meine Meinung. Und was das Ganze mit Ihren oder meinen Pachteinnahmen zu tun hat, erschließt sich mir überhaupt nicht. Denken Sie, Biobetriebe zahlen weniger Pacht? Eher im Gegenteil! Nebeneinkünfte zu haben ist natürlich immer von Vorteil, sie seien Ihnen herzlich gegönnt.

              3+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Ob konventionell traditionell ist, oder die Landwirtschaft vor unvordenklicher Zeit, ist gelinde gesagt Kindereien, aber wichtig ist, etwas geschrieben zu haben.

                Ihre Ideale in Ehren, die führen in das Abseits, zumindest so lange bis gesicherte Mindestpreise bezahlt würden, diese Idee ist wiederum im Reich der Fabel anzusehen.

                Würde der Gesetzentwurf des Volksbegehrens so Gesetzt werden, wie im Entwurf, wäre es das Ende aller Kulturen, außer Grünland. Dort kann man auf Bio umstellen, für die es nur Abnehmer gibt, zum Preis von konventioneller Milch.

                Von ihrer ev. Pacht, oder Pachteinnahmen habe ich nichts geschrieben, sondern von meinen, deren Ausfall mich nicht umbringen würde, leidtragende sind die Bauernfamilien, die am Rande der Existenz liegen, oder bereits darunter sind, wie bei der Sonia, die lebt offensichtlich in BW.

                3+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Die Sonia schreibt in ihrem Brandbrief, dass sie den Rettenden Strohhalm sucht und der ist meines Erachtens nicht bei der BIOMilch zu finden, wenn die Schwarzwaldmilch keine neuen Betriebe mehr annimmt.
                  Ein Hofkäserei bringt sicherlich eine höhere Wertschöpfung, wenn man die entsprechende Qualität anbietet, aber auch in dem Bereich siehe ich das Ende der Fahnenstange erreicht.

                  1+
              • Werner Locher sagt

                Da muss ich Ottmar nur recht geben. Die Diskussion um die Landwirtschaft leidet ganz erheblich darunter,dass Begriffe falsch verwendet werden. Aber wie kann das behoben werden?

                0
          • Obstbäuerin sagt

            Soweit ich weiß, Herr Ilchmann, wurden zu allen Zeiten alle bekannten wirksamen Gifte gegen Schädlinge von den Bauern eingesetzt. Und den Schädlingen war es früher und ist es heute egal, ob sie durch Bio-Gifte oder synthetische Gifte beseitigt werden. Vielleicht sind die industriell hergestellten Pflanzenschutzmittel besser auf ihre Wirkung untersucht als natürliche.

            2+
        • Inga sagt

          Und die traditionelle Landwirtschaft von damals ist ja leistungsfähiger gemacht worden, vielleicht zu Ungunsten der Natur.
          Und zum Vorteil unserer Volkswirtschaft!

          Aber es ist ja auch die Angst der Städter, die da nicht durchblicken und zu viel Angst vor den ach so Giftigen Pestiziden und Mineraldünger haben, und die Diskussion darum antreiben.
          Deswegen dürfen sich die Bauern nicht so viel schlechtes Gewissen von deren Halbwissen einflößen lassen.

          Aber die Politik auch nicht!

          3+
      • Bauer Willi sagt

        Zitat: Das Adjektiv konventionell bedeutet „förmlich“, „gebräuchlich“, „herkömmlich“ und beschreibt etwa Dinge, Sachverhalte, das Verhalten von Personen etc. als in gewohnter Weise bzw. den gesellschaftlichen Normen (Konventionen) entsprechend. Besonders oft wird auch das Antonym unkonventionell verwendet, um Abweichungen vom Althergebrachten zu beschreiben.“ Zitatende

        Warum also nicht „traditionell“?

        2+
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Weil diese Wirtschaftsweise erst so richtig vor ca. 70 Jahren begann! Vorher wurde Jahrtausende biologisch gewirtschaftet, weil es einfach nichts anderes gab. Das war also jahrtausendealte Tradition! Wohlgemerkt, ich werte das gar nicht, sage bestimmt nicht, Bio ist gut, Konventionell schlecht, schließlich wirtschafte ich ja selbst konventionell. Ich finde nur, dass der Begriff traditionell einfach nicht passt für eine Wirtschaftsweise, die vor der Geschichte der Landwirtschaft noch relativ neu ist.

          4+
          • fingerphilosoph sagt

            Ja, der Mensch hat über die Jahrtausende hinweg Bio-Landbau betrieben. Die Anfänge der industriellen LW liegen zwischen den beiden Weltkriegen. Die deutschen Chemiker haben damals nicht nur Giftgas, sondern auch synthetische Düngemittel und Pestizide erfunden.

            Dann muss man korrekterweise aber auch sagen, dass der Bio-Landbau über die Jahrtausende hinweg NIEMALS nachhaltig gewesen ist. Der Bio-Landbau hat sich über die Jahrtausende hinweg ausgebreitet und dabei permanent „Urnatur“ vernichtet.

            In Europa war damit um 1850 herum Schluss, weil es keine weitere „Urnatur“ gab, auf die die europäischen Gesellschaften zugreifen konnte. Die Wälder waren dank Bio-Landbau und vorindustrieller Lebensweise weitgehend abgeholzt, die europäischen Naturressourcen vernichtet.
            Deshalb mussten die Europäer u.a. die Kolonialisierung vorantreiben.

            Dabei gab es in Deutschland um 1850 herum gerade mal die Hälfte der Einwohner wie heute: um die 40 bis 45 Millionen.

            So wie man heute in Windenergie und Photovoltaik als rettende Umweltschutzmaßnahmen propagiert, so galt um 1850 die Kohlegewinnung genauso als Umweltrettung – weil man dadurch die noch vorhandenen Restwälder schonen konnte und Zeit für die die Wiederaufforstung gewonnen hat. Heute klingt das in in unseren Ohren wie Hohn.

            Die Agrarisierung bedeutete von allem Anfang an das Ende einer nachhaltigen Lebensweise. Nachhaltig lebten nur die Jäger und Sammler. Landwirtschaft war in den 10.000 Jahren ihrer Existenz noch NIEMALS nachhaltig, egal ob Bio, traditionell, oder konventionell. Landwirtschaft hat nur funktioniert, weil ein immenses natürliches Hinterland zur Verfügung stand, aus dem der sesshaft gewordene Mensch Ressourcen abziehen konnte.

            Heute erkennen wir, dass wir einen Großteil des “ natürlichen Hinterlandes“ bereits verbraucht haben und es keinen weiteren Raum gibt, aus dem man beliebig weitere Ressourcen abziehen kann. DAS ist unser Problem, und da nützt es überhaupt nichts, wenn wir uns darüber streiten, ob bio oder konventionelle oder traditionelle LW die Welt retten soll. Das vermag weder die eine noch die andere Wirtschaftsform.

            2+
            • Mark sagt

              „Nachhaltig lebten nur die Jäger und Sammler.“ Das ist grottenfalsch. 80 Mio Jäger und Sammler hätten die „Natur“in kürzester Zeit geplündert und dann wäre sofort Schluss mit lustig. In sofern waren dies die am wenigsten „Nachhaltigen“.

              2+
              • fingerphilosoph sagt

                Grottenfalsch ist die Annahme, dass jemals 80 Mio. Jäger und Sammler gleichzeitig den Planeten bevölkert hätten. Das gab es in 2,5 Mio. Jahren menschlicher Frühgeschichte nicht.

                Du hast indessen Recht: die Jäger und Sammler hörten vor ca. 60.000 Jahren damit auf, nachhaltig zu leben. Um diesen Zeitpunkt herum begannen unsere Vorfahren offenbar mit der systematischen Ausrottung anderer Tierarten. Man darf sich fragen, inwieweit das Auftreten des Homo sapiens sapiens damit zusammenhängt. Vielleicht ergibt zweimal sapiens ja dumm, so wie zweimal minus plus ergibt. 🙂

                Die Vermehrung der Spezies Homo sapiens sapiens in den letzten 10.000 Jahren hängt ursächlich mit der Agrarisierung und Sesshaftwerdung zusammen. Ebenso wie die Verdreifachung der Weltbevölkerung in den letzten 70 Jahren ursächlich mit der Industrialisierung der LW zusammenhängt.

                Da von Nachhaltigkeit zu reden, ist schon ein Treppenwitz in unserer menschlichen Geschichte.

                0
        • Thomas Apfel sagt

          Traditionell ist ein positiv besetzter („geframter“) Begriff. Wir verbinden damit eher die Eigentums-, denn die Wirtschaftsform. „Traditionell“ erzeugt das Bild des Bauern mit seinem schönen alten seit Generationen bewirtschaftetem Hof auf eigener Scholle wirtschaftend. Der Begriff „traditionell“ passt nicht in die Diskussion um Bio = „richtig“ oder moderne Landwirtschaft = „richtig“. Willi´s Betrieb ist sicher im besten Wortsinn „traditionell“, wie Ihrer Herr Ilchmann sicherlich auch. Nicht traditionell im Wortsinn sind die Betriebsstrukturen im Osten Deutschlands, weil sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit dem Ziel der höheren Produktivität und der besseren Eigenversorgung unter nicht Privatwirtschaftlich organisierter Produktion entstanden sind.
          Die BIO- Branche hingegen grenzt sich gegenüber den Methoden der modernen Landwirtschaft ab, nicht weil BIO „traditionell“ ist, sondern weil behauptete Nachteile der modernen Landwirtschaft mit dieser Methode angeblich vermieden werden (Was definitiv schon wegen der Flächeninanspruchnahme nicht der Fall ist). Wenn man nach Traditionen sucht, die BIO nahestehen, sind das in der Regel mit dogmatischen Glaubensätzen gespickte „Lebens- und Verhaltensregeln“ mit Religionsähnlichen Denkstrukturen wie z.B. die Altgläubigen, oder die Amish-Peoples oder die Steinersche Lehre.

          1+
    • Einfacher Bürger sagt

      Es regelt sich bestimmt alles von selbst. Nachdem die Gutmenschen die Landwirtschaft von vor hundert Jahren wollen möchten die Landwirte halt nur den bescheidenen Wert mit der Kaufkraft von damals ( hundert mal höher als heute) Jeder Obstbauer würde vom Kunden pro Kilo Äpfel ca 100 bis 200 Euro bekommen. Die Problematik mit Urlaub, Flügen und Auto wäre auf diese Art und Weise sehr schnell für die Mehrheit der Bevölkerung erledigt.

      7+
    • sonnenblume sagt

      Dieser Hype um Ökolandbau und Klimaschutz ist aktuell in einigen wenigen Ländern der EU zu finden. In der BRD werden wir mit Sicherheit gravierende Veränderungen erleben. Aber das heißt ja nicht, dass das in anderen Ländern genau so gesehen wird.
      Selbst wenn wir in Deutschland nur noch einen Bruchteil unserer Lebensmittel selber erzeugen können, muss unsere Bevölkerung doch keine leeren Regale fürchten.
      Die Vorbereitungen in Form von geplanten Handelsabkommen laufen doch schon und unsere europäischen Nachbarn sollten wir auch nicht vergessen.
      Ob sich der Ökolandbau weltweit als Bewirtschaftungsform durchsetzt ist doch eher fraglich.
      Wir müssen die Welt nicht ernähren, aber sie wird uns ernähren, und zwar zu ihren Konditionen.
      Vielleicht ist das jetzt etwas übertrieben formuliert, aber ich denke schon, dass die Richtung stimmt. Wir dürfen den Exportüberschuss nicht vergessen, die Industrie braucht neue Absatzmärkte und die Probleme löst man am Besten durch Agrareinfuhren. Nur welcher Politiker will uns das schon ganz klar und deutlich ins Gesicht sagen. Also geschieht es über den Umweg Ökolandbau und Klima, usw.

      14+
      • sonnenblume sagt

        Noch eine Anmerkung. Solange der Umbau der Landwirtschaft in Deutschland noch nicht vollzogen ist, wird man unsere Arbeit, die Natur und die Lebensmittel noch sehr kritisch analysieren und beobachten. Sobald der Prozess vollzogen ist, wird niemand mehr schauen was importiert wird und wie es produziert wurde.
        Das nimmt man evtl. noch zur Kenntnis, aber welche Lebensmittel die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung dann konsumiert, oder konsumieren muss, ist ihnen gleichgültig.

        6+
        • Obstbäuerin sagt

          Das gleiche gilt für die Biene und alle anderen Arten, die angeblich sterben.

          1+
      • Junger Obstbauer sagt

        Sie sprechen das aus was ich schon lange denke! Anders kann man sich die aktuelle Situation und den Weg, den die Politik geht, nicht deuten. Nur ob das dem Verbraucher ganz so klar ist, scheint mir fraglich… Dieses System und dieser Handelsgrundsatz den Außenhandelsüberschuss mit Agrarimporten etwas abzumildern wird jedoch insich zusammenfallen sobald die Wirtschaft auf Talfahrt geht. Nur kann man dann die Landwirtschaft im eigenen Land nicht eben schnell wieder hoch fahren um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

        4+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ich fürchte,
          das den Bürgern von BW bei der Abstimmung nicht klar ist, was es bedeutet wenn dieser Gesetzentwurf Gesetz wird.

          Die wenigsten interessiert wo die Lebensmittel herkommen, wenn es vorher verarbeitet wird.

          Spargel aus Peru oder China

          Während man sich in Deutschland seit Jahren über den „bösen“ Diesel streitet, werden Obst und Gemüse durch die ganze Welt gekarrt. Spargel aus Peru zu einem Superpreis! Mir ist nicht bekannt, dass dieser Spargel mit Elektroautos über den Ozean kommt.

          Europa ist Hauptexportmarkt für gefrorenes Obst und Gemüse aus China, und da es sich um verarbeitende Nahrungsmittel handelt, braucht nicht gekennzeichnet zu werden, woher sie stammen, und schon hat der Verbraucher, ob er will oder nicht, Lebensmittel aus China auf dem Tisch.

          Liebe Leser dieses Blockes, kaufen Sie Weintrauben?

          Sieht echt lecker aus, wenn Penny damit wirbt, und ist sogar super-BILLIG! Wenn Sie Weintrauben aus Namibia kaufen, freuen sich auch die Konzerne, die aus Europa kommen und damit wahnsinnig viel Geld verdienen. Ok, den afrikanischen Arbeitern, die dort auf den Plantagen arbeiten, geht es zwar nicht wirklich gut, denn sie schuften zu einem wirklich niedrigen Preis, damit Sie diese Weintrauben auch billig kaufen können, aber das stört Sie sicher nicht.

          Vielleicht spenden Sie sogar Geld für Afrika, aber bitte nicht vergessen: Das Geld, das Sie für diese Weintrauben ausgeben, bekommen nicht diese armen Menschen in Afrika, sondern Reiche wie zum Beispiel Dušan Vasiljević, ein serbischer Fußballspieler, der von sich behaupten kann, dass er eine Farm in Afrika hat, die Firma Aussenkehr Farms.
          Während es immer heißt, dass Afrika hungert, landen schon längst Tafeltrauben aus Namibia in deutschen Supermärkten.

          Diese Millionen Tonnen werden in der Wüste angebaut! Schließlich will der Verbraucher das ganze Jahr über Weintrauben essen. Sechs Millionen Kartons wurden in Namibia für den internationalen Markt verpackt.
          Während Sie diese Weintrauben genießen, arbeiten die meisten, die für den Weinanbau arbeiten, unter miserablen Bedingungen. Und sollten Sie sich auch über den schrecklichen Diesel beschweren, dann bedenken Sie: Namibia liegt nicht einfach so um die Ecke, sondern seine Traubenkommen per Flugzeug und werden dann auf LKWs geladen, damit Sie Weintrauben für einen Schnäppchenpreis kaufen können.

          3+
          • Einfacher Bürger sagt

            Da hat einer der Lidl-Einkäufer überhaupt nicht übertrieben, mit seiner Aussage : regionale deutsche Äpfel aus Südtirol. Dies geschah bei einer Obstbaufachtagung vor den Obstproduzenten. Regional ist leider kein genauer Bereich, aber nach meinen bescheidenen geografischen Kenntnissen liegt Südtirol knapp daneben. Zumindest hab ich das in der Schule so gelernt, damals gab es noch Schulpflicht.(Hätte ich nur damals für den Erhalt der Hirngespinste demonstriert. )Es lebe der Wahn.

            0
  7. BerndK sagt

    Was Jenner gemacht hat, war ein verabscheuungswürdiger Menschenversuch an einem 8 jährigen Kind aus der damaligen Unterschicht. Wenn er einen Selbstversuch gestartet hätte, wäre Ihm meine Verehrung gewiss. Gentechnisch hergestelltes Insulin basiert natürlich auf der humanen Gensequenz. In als „gentechnik-frei“ oder als „bio“ gekennzeichneten Lebensmitteln darf kein gentechnisch hergestelltes Lab verwendet werden…also entweder Kälbermagen, oder ein Substrat aus irgendwelchen Schimmelpilzen.

    0
    • Sabine sagt

      Man kann auch einfach Labkraut nehmen. Gut, ist jetzt nicht der Knaller für Hartkäse. Die Konsistenz liegt meist irgendwo zwischen Mozzarella und Feta, auch wenn der ursprüngliche Chester Käse angeblich mit dem gelbblühenden Echten Labkraut hergestellt wurde.

      0
  8. Bauer Willi sagt

    Ich habe erwartet, dass die AbL zu diesem Artikel eine Stellungnahme, einen Kommentar oder Erklärung abgibt. Bisher ist das nicht passiert.

    3+
    • Brötchen sagt

      Herr Niemann wird schon der nachts 20 Kommentare mit 100 kopierten Zeilen absetzen. 😉
      Wenn nicht geb ich einen aus 😀

      0
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin, es ist nichts passiert. Da bin ich nun gespannt, was für eine Fete Du jetzt ausrichten wirst.

        2+
        • Brötchen sagt

          Du ich spende was :)….Kann sein er ist im Urlaub oder er macht es extra!

          Grüße!

          2+
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Brötchen, meine Frau und ich hatten schon vor längerem, für den heutigen Tag , 29.7 eine Fahrt in den Spreewald geplant. Da ich mich schwach erinnere das Du da in der Nähe wohnst , hätte man bei Dir ja mal aufkreuzen können. Leider, ist die Wetterlage für heute, besonders am Nachmittag nicht so prickeln. Wir werden also was anderes bei uns in der Nähe unternehmen.
            Schönen Tag.

            0
            • Brötchen sagt

              BB ich wohne nicht im Spreewald….irgendwie ist alles in der Nähe 😉

              Fahre doch mal nach Wermsdorf, im Schloss ist eine neue Ausstellung. Hat mir gut gefallen. Machste eine Rundtour über Grimma. In der Nähe ist so eine Schiffsmühle, kann man gut essen gehen.

              Mark ich glaube Scham kennt der nicht!

              0
    • Eckehard Eckehard Niemann sagt

      Ob die AbL (Landesverband BaWü oder Bundes-AbL) dazu einen Kommentar abgibt, weiß ich nicht. Diejenigen Kommentatoren, die einen pflichtgemäßen Kommentar für die AbL von mir erwarten, wissen offenbar nicht, dass ich schon 2017 alle Funktionen innerhalb der AbL niedergelegt habe. Und dies aus Gründen, deretwegen ich die Forderung des Volksbegehrens nicht teile. Meine Zurückhaltung im Blog „Bauer Wili“ beruht darauf, dass sich hier hauptsächlich ein begrenzter Personenkreis immer wieder antörnt und gegenseitig bekräftigt mit doch recht schlichten und platten Feindbilder- und Verschwörungs- Konstruktionen…

      Hier also, damit nicht noch weiter der Ruf nach AbL-Erklärungen meinerseits ertönt, nochmal meine damalige Erklärung zur Beendigung meiner AbL-Funktionen (wobei ich mich natürlich in der AbL immer noch weitaus wohler fühle als in diesem Kommentatoren-Kreis):

      „Hallo,

      nachdem ich in der letzten Ausgabe der AGRAR-HINWEISE darauf hingewiesen hatte, dass ich meine Funktionen innerhalb der AbL aufgebe, haben mich viele Mails erreicht. Vielen Dank dafür und für die vielen Aufforderungen, dass es die AGRAR-HINWEISE auch weiterhin geben müsse.
      Es gab auch viele Nachfragen zu den Gründen für meine Entscheidung. Deshalb hier folgende Erklärung dazu:
      Meine Kritik an Entwicklungen innerhalb der AbL bezieht sich auf die Bundesebene und nicht auf den AbL-Landesverband Niedersachsen/Bremen. Allerdings wurde mir in meiner Funktion als Landesverbands-Pressesprecher immer deutlicher, dass die AbL vor allem nach deren Bundespolitik beurteilt wird. Deshalb gebe ich diese Funktion auf, damit ich mich künftig klarer und ohne falsche Rücksichtnahmen dazu äußern kann.
      Wenn ich jetzt meine Posten in der niedersächsischen AbL niederlege, so bleibe ich doch weiterhin ganz bewusst Mitglied der AbL. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hat schließlich in den letzten Jahrzehnten ganz vielen Bauern eine Stimme gegeben – gegenüber Agrar- und Ernährungsindustrie und auch gegenüber Raiffeisen- und Bauernverbands-Spitzen. Sie hat Bündnisse mit wichtigen gesellschaftlichen Gruppen geschlossen und in betrieblicher Selbsthilfe Direktvermarktung und Biolandbau vorangebracht.

      Ich bin aber zunehmend besorgt darüber, dass sich die AbL in wichtigen Bereichen von einer bäuerlichen Interessenvertretung zu einem bloßen Teil der Natur- und Umweltschutz-Szene entwickelt. Ziemlich weit entfernt von den Bauern hat sich die AbL mittlerweile z.B. bei konventionellen Ackerbauern und auch bei Weidetierhaltern in der Frage der Regulierung von Wolfsbeständen. Im Bio-Bereich würde ich mir ebenfalls eine konsequentere Interessenvertretung von Bauern gegenüber bestimmten Entwicklungen wünschen – so zum Beispiel zur immer schwächeren Marktstellung der Biobauern innerhalb des Biosektors und zur Verdrängung von „Bauernhof-Bio“ durch immer mehr Agrarindustrie-„Bio“ oder EU-„Bio“ light.
      Die Gründe für diese Entwicklung sehe ich darin, dass die AbL sich in manchen Bereichen mittlerweile abhängig sieht von mächtigen Bündnis-Organisationen aus dem nichtlandwirtschaftlichen Bereich. Gesellschaftliche Bündnisse – wie bei der Demonstration „Wir haben es satt“ – sind für den gesellschaftlichen Einfluss von Bäuerinnen und Bauern sehr wichtig. Sie sind es aber auch nur dann, wenn sich diese Bündnisse auch wirklich für Bauern-Anliegen stark machen – und insbesondere auch für die der 90% konventionell wirtschaftenden, mittelständischen Bauernhöfe.
      Diese Unterstützung von Bündnis-Verbänden gibt es am ehesten noch im Milchbereich oder bei der Verhinderung von Gentechnik. In anderen Bereichen fehlt mir dies: Wenn z.B. gefordert wird, dass es künftig nur noch „EU-Zahlungen an Bauern gegen zusätzliche Umwelt-Leistungen“ geben dürfe, dann schadet dies den Bauern. Es reicht nicht, wenn man dann lediglich die erhöhten Kosten für solche Umwelt- und Tierwohl-Anforderungen erstattet bekäme – damit wäre ja keinerlei Einkommenswirkung verbunden.
      Die EU-Direktzahlungen der „ersten Säule“ dürfen nicht abgeschafft werden, sie müssen beibehalten werden – wenn auch mit Staffelungen und höheren Hektar-Prämien zugunsten kleiner und mittlerer Betriebe und mit einer Kappungs-Obergrenze der betrieblichen Fördersummen gegenüber gesellschaftlich unerwünschten agrarindustriellen Großbetrieben (z.B. mit mehr als 500 Hektar). Denn dadurch lassen sich unerwünschte und gesellschaftsschädliche Struktur-Ergebnisse von rein marktwirtschaftlich-neoliberalen Prozessen politisch wirksam korrigieren. Sie können und müssen ein Korrektiv sein für die neoliberalen Markt-Verzerrungen, durch die agrarindustrielle Großbetriebe sonst weiter vordringen würden.
      Der Erhalt einer strukturellen Vielfalt von Bauernhöfen ist ein Wert an sich – als zu erhaltende sozioökonomische Grundlage lebendiger ländlicher Strukturen, einer vielfältigen Agrarstruktur und einer artgerechteren Tierhaltung. Zudem sind Direktzahlungen zu einem Gutteil ein Ausgleich für die höheren gesetzlichen EU-Standards gegenüber Drittländern ohne solche Standards. Sie sind somit Ersatz für den mittlerweile fehlenden Außenschutz gegenüber Dumping-Importen aus Drittländern – nur durch die Direktzahlungen können derzeit die Landwirte in der EU mit den Weltmarktbedingungen und –preisen existieren.

      Allerdings scheint manchen Nichtlandwirten mittlerweile eine sozioökonomische bäuerliche Struktur verzichtbar. Auch etliche nichtbäuerliche Mitglieder sehen in der AbL vor allem eine Umwelt-NGO und definieren eine „bäuerliche Landwirtschaft“ nicht mehr als Landwirtschaft, die von Bauern betrieben wird, sondern – losgelöst von dieser wichtigen sozioökonomischen Agrarstruktur – nur noch als schönklingenden Sammelbegriff für irgendwelche Umweltziele, die angeblich auch Agrarindustrielle umsetzen könnten.

      Aktuell kritisiere ich zudem die Positionierung auf AbL-Bundesebene zur Schweinehaltung, die vor allem ein „Tierwohl“-Siegel zur Schaffung eines begrenzten Premium-Marktsegments fordert – statt eine flächendeckende Umsetzung der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie. Das „Neuland“-Programm war von der AbL stets als Modell für einen gesellschaftlichen Umbau der Schweinehaltung gedacht – und es hat modellhaft gezeigt, dass und wie eine artgerechtere Schweinehaltung mit Stroh und ohne Ringelschwanz-Kupieren praktikabel ist. Und gerade jetzt, wo die EU auch gegenüber Deutschland auf eine verbindliche Umsetzung genau dieser Tierhaltung drängt, ist es fatal, von dieser anstehenden Aufgabe abzulenken: „Neuland“ und deren Trägerverband Deutscher Tierschutzbund dürfen diese Chance nicht opfern für eigene kleine Vorteile bei einem solchen Tierwohlsiegel.

      Angesagt ist jetzt die flächendeckende Umsetzung der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie (mit Kupierverbot und Zugang zu Stroh) und des Kastenstands-Urteils. Nur so kann man Planungssicherheit für alle Betriebe schaffen, die aktuelle gesellschaftliche Debatte für die Finanzierung der notwendigen Umbau-Programme wirklich nutzen und die Akzeptanz der Nutztierhaltung sichern. Gemäß Nutztierhaltungs-Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats ist zunächst mit Dänemark und den Niederlanden eine angemessene und koordinierte Übergangsfrist zu vereinbaren, damit der mit den Tierwohlmaßnahmen automatisch verbundene Abbau ruinöser Überschüsse auch wirklich zu „Klasse statt Masse“ mit endlich fairen Erzeugerpreisen führt.
      Mein Anliegen bleibt: Die AbL muss zu ihren Wurzeln als Vertretung bäuerlicher Interessen gegenüber ökonomischen „Marktpartnern“ und zugleich innerhalb gesellschaftlicher Bündnisse zurückkehren. Darüber ist jetzt eine offene und transparente Debatte angesagt.
      Eckehard Niemann

      5+
      • Brötchen sagt

        Herr Niemann!

        Die platten und schlichten Feindbilder gebe ich zurück!
        Gross = schlecht
        Stroh = gut
        Klein = Gut
        Familienbetrieb= gut

        Alles was aus dem Osten kommt = schlecht

        VG Brötchen

        1+
  9. Oberländer sagt

    Nach Bayern wird jetzt bei uns in BaWü das nächste Fass linksgrüner Völkischer Bekehrung auf gemacht.
    Es ist nichts weiter als der Versuch unwichtiger und fachlich völlig
    unqualifizierter Personen mit ihren verlogenen Schlagworten sich
    wichtig zu machen, Ängste zu schüren und ihren Ökowahn in Gesetze zu zwingen.

    15+
  10. Thomas H sagt

    Viele Menschen in DEU leben mit einer sehr ausgeprägten Doppelmoral. Die Konsumgesellschaft trägt mit Ihrem Handeln vollumfänglich dazu bei, dass die Dinge die unserem Ökosystem schaden, ihren Lauf nehmen.

    Geht es aber konkret um die Anerkennung der eigenen Mitschuld, tun sich die Menschen schwer und zeigen nur zu gern mit dem Zeigefinger auf die direkten Verursacher eines konkreten Problems.
    Ganz nach dem Motto: „Solange ich selber keine Pestizide ausbringe, habe ich auch keine Bienen gefährdet. Ich kaufe zwar gerne billige Nahrungsmittel aus mehrheitlich konventioneller Erzeugung im Discounter, aber für dessen Produktionsverfahren bin ich ja nicht zuständig.“

    Übrigens weniger Pestizide ausbringen wäre tatsächlich auch ein Wunsch vieler Bauern. Da ließe sich schließlich viel Geld sparen. Wenn aber dadurch die Ware nicht vermarktungsfähig ist, weil Kirschen, Äpfel, Gemüse und Co. mit Fleischeinlage in Form von Insektenlarven besetzt sind, dann ist das kontraproduktiv.

    Ich wäre übrigens gern bereit mehrheitlich als Landwirt ökologisch zu produzieren, wenn ich die Mehrkosten dieses Produktionsverfahrens auch von irgendjemanden bezahlt bekomme. Teure Ökoware die im Überschuss produziert wird, ist eine Fehlentwicklung am Markt. Darauf bleibt am Ende der Landwirt sitzen.

    Ich bin als Landwirt dafür mit der Gesellschaft einen Konsens im sachlich geführten Dialog zu finden. Es muss beiderseits Einigkeit geschaffen werden, dass höhere Auflagen bzw Forderungen auch mit einem Preis vergütet werden müssen. Wir reden also Konkret über höhere Preise für Lebensmittel, wovon die Bauern auch etwas abbekommen.

    Ach ja bevor ich es vergesse. Ich wollte letztes Jahr auf Öko umstellen. Das MULE hätte das, gemäß der eigenen grünen Agenda, auch wirklich sehr begrüßt.
    Aber bitte: Stattet dann auch den Finanzhaushalt mit den entsprechenden Fördermitteln in ausreichender Höhe aus, damit alle Umstellungswillige auch das ausgelobte Geld aus dem Programm erhalten. Das ist aber bei weitem nicht der Fall. Womit wir wieder bei der Doppelmoral wären. Fordern einerseits und andererseits keine ausreichenden Fördermittel bereitstellen. Das geht gar nicht;)

    Mit freundlichen Grüßen
    Ein Bauer aus der Dürrezone

    16+
    • Inga sagt

      Ja Thomas,
      Recht hast du, also muss der Verbraucher die teureren Lebensmittel aus dem Bioanbau indirekt mit Steuern bezahlen.
      Anders kann man der Doppelmoral nicht beikommen.
      Und der Staat kann stolz sein, seinen Bürgern qualitativerer Nahrung für wenig Geld bereitstellen. Vielleicht spart er dann am Gesundheitswesen !?!

      Aber dann nicht wieder aufregen,dass die Bauern zu viel Subvevtionen erhalten!

      1+
    • Elisabeth Ertl sagt

      In Österreich haben Sie jetzt ab 2020 Glyphosat verboten – wenn die EU das überhaupt akzeptiert. Der erklärte Sinn: die gesamte Landwirtschaft Österreichs soll nicht mehr anders können als auf Bio umstellen. (27% haben wir eh schon.) Denn wehe wenn jetzt einer statt Glyphosat mehrere Mittel spritzt. Auf den geht dann der dreifache Hass nieder.

      1+
      • brötchen sagt

        Ich sehe das etwas anders.

        Wieso muss der Staat, wenn Kunden ein Bedürfnis haben, das subventionieren?

        Es geht in diesem Fall um die Umstellungsprämie.

        Ich erinnere mich noch an die Diskussion damals als ein brandenburger Milchbauer bei Jauch eingeladen war. Da gab es hier auch viel Häme.
        Der hat schon seit drei Jahren auf Bio umgestellt und ich glaube es läuft ganz gut.

        Es ist wie immer, die die richtige „Nase“ haben, profitieren am meisten, das Mittelfeld mach noch gut und die Nachzügler gehen leer aus.

        Ich denke es wird sich in zwei Richtungen polarisieren, die welche auf dem Massenmarkt gut mithalten können und Spitzenleistungen bzw. extrem gut in den Kosten sind.

        Und die in den Nischen sind.

        Bio ist durch die Bedingungen ein abgeschlossener Markt innerhalb des offenen Marktes.
        Das bedeutet viel!

        Ich habe mit Bio etwas zu tun, letztens war ich wieder in dem Betrieb, auch im Dürregürtel, der erntet vielleicht 20 dt/ ha. Er hatte recht gute Laune, ich dachte miese Stimmung.

        Ein anderer hat mir gesagt (nicht Bio) aber GBR Familie….wie haben immer gut investiert, alle Förderprogramme in Anspruch genommen und uns weiter entwickelt.
        Der hat jetzt die nächste alte Rinderanlage gekauft, wo er was umbauen kann und unternehmerisch tätig sein wird. Kinder ziehen auch mit.

        Ich sage nur Veredelung hat Zukunft! Reiner Pflanzenbau wird es schwer haben, oder das sind absolute Spezialisten.

        Übrigens Boris Johnson alle machen sich über ihn lustig, so wie auch über Trump.
        Seine Rede zum Amtsantritt sollte man mal lesen, da kommt auch die Lw. vor und nicht negativ!!
        Grandios.

        1+
          • Brötchen sagt

            Jupp! Wir verstehen uns! Heute im Presseclub alle gegen Boris Johnson und die Tante von Handelsblatt holte das alte Argument raus….die bekommen EU geld, die LW .GB ist Nettozahler und importiert Nahrungsmittel, wer wird da wohl am längeren Hebel sitzen und sowas schreibt im Handelsblatt. Eigentlich schlimm, was sich da Fachjournalist nennt.

            1+
  11. Walter Parthon sagt

    Artikel Bauernverband SW
    Bienenstarke Leistung der Bauern!
    Deutsche Landwirte haben in diesem Frühjahr 117.000 ha Blühflächen angelegt. Das entspricht einem 1.500 m breiten Streifen von Flensburg bis Füssen. Super für die Umwelt 👍🏻.
    Was bedeutet dies für die Betriebe?
    Neben der Pacht (350€/ha), Saatgut (40€/ha) und Arbeitserledigungskosten 🚜(90€/ha) hat der Landwirt auf diesen Flächen nur die EU-Prämie 💶(260€/ha) als Einnahme zu verbuchen. Es bleiben 220€/ha Kosten als Beitrag der Bauern 👨🏼‍🌾zum Naturschutz.
    Die deutschen Bauern haben also allein für Blühstreifen 25 Mio€ in den Umweltschutz gesteckt. Das ist klasse!
    (Diese Summe entspricht übrigens dem Beitragsaufkommen des Nabu. Wer selber was tun möchte, muss nicht spenden. Er kann das Geld genauso in http://www.blomenpaten.plus stecken und den Bauern helfen.)

    16+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Das wird in Schleswig-Holstein sicher ein Volksbegehren verhindern! 😉

      3+
      • Mark sagt

        Bestimmt nicht, unsere Weltretter sind erst zufrieden, wenn wir einen 600km breiten Blühstreifen von Flensburg bis Füssen angelegt haben.

        7+
        • Inga sagt

          Dann sollen sie es aber bitte wissenschaftlich abgesegnet auch begründen, oder?

          0
        • Bauer Fritz sagt

          Das wird sicher bald erreicht sein in Deutschland.
          Wenn etwa (wie in Österreich, immerhin seit Jahren unangefochtener Europameister im Umwandlungsverfahren von besten Agrarflächen mit fürchterlichen Monokulturen in landschaftlich sich einfügende Supermarkt-Beton-Asphalt-Schönheiten) alle 1 Kilometer ein Supermarkt steht oder noch gebaut wird und diese Vorreiter-Supermärkte ja alle die Umwelt und die Bienen retten mit ihren Auftrags-Blühflächen und 1 ct-Umschichtungen bei Sonderangeboten. Beispielhaft wie hier: https://www.facebook.com/derbauerwilli/photos/a.1558554091084172/2365113250428248/?type=3&theater

          Übrigens: Willi war ja mal bei Lidl (glaube ich mich richtig zu erinnern) eingeladen als er ihnen die Photos von deren Asphaltwüsten unter die Nase hielt. Es ging irgendwie dann um Kooperation mit Landwirtschaft bei Blühflächen. Ich nehme an da ist nichts mehr nachgekommen, oder ?

          3+
          • Bauer Willi sagt

            Nein. Auch ein Gespräch mit REWE, mit dem festen Versprechen, dies fortzuführen, ist im Sande verlaufen.

            0
  12. fingerphilosoph sagt

    Der Lebensmitteleinzelhandel macht vor, worauf die Entwicklung in der Landwirtschaft hinausläuft. Ein großer Konzern wie Nestlé erzeugt den Anschein von Vielfalt, indem er einen Haufen verschiedener Marken in die Regale der Supermärkte stellt. Der Verbraucher kann dort angeblich 10,20 oder 50 verschiedene Sorten Erdbeermarmelade kaufen, wobei sich die Unterschiede auf die hübschen, bunten Etiketten aus den Werkstätten der Werbegrafiker beschränken, während in allen Gläsern mehr oder weniger dieselben Inhaltsstoffe zu finden sind.

    Analog wird es künftig wenige große Agrarkonzerne geben, die den Anschein von Vielfalt erzeugen: durch von gewieften Werbedesignern gestaltete Bauernhöfe inklusive herzerfrischender Naturidylle, die alle dieselbe Milch, dieselben Erdbeeren, denselben Weizen, sprich dieselben „Inhaltsstoffe“ produzieren. Der Bauernhof selber tritt in dieser Entwicklung an die Stelle der hübschen, bunten Bildchen und wird zum Etikett.

    Und wozu braucht man künftig denn noch Bauern, die diese Höfe bewirtschaften, wenn man Computer hat, die den Nährstoffbedarf der Kuh und des Bodens besser berechnen, als jeder Mensch das könnte, und wenn man Drohnen hat, die die Handarbeit sorgfältiger erledigen als jeder Mensch? Sogar die Wanderschäferei werden elektronische Hütehunde besser machen als Mensch und Schäferhund zusammen.

    Ist es nicht das, was ihr wollt? Freut euch doch, statt ständig zu jammern und seid allen dankbar, die den Weg für diese wunderbare Entwicklung frei machen, und dazu gehören auch die Bienenschützer und Volksbegehrer.

    4+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es ist echt Schade, dass ein Mann mit ihrem Durchblick nicht das Amt des Bundeskanzlers inne hat. Solch eine Intelligenz als Philosoph liegen zu lassen, wird sich noch sträflich rächen.

      10+
  13. Georg Summerer sagt

    In Bayern hat die Politik aber auch das Lfl und das Landwirtschaftsministerium den Schwanz eingezogen und das Volksbegehren ohne Änderungen durchgewunken. Dieses Versöhnungsgesetz ist nicht mehr als ein Witz. Komunen und Hausbesitzer können weitermachen wie bisher. Gerade an dem Tag an dem das Gesetz im Radio verkündet wurde bin ich hinter einem Mulchstaubsauger des Landkreisbauhofs hinterhergezuckelt. Ich war so wütend. Dazu kommt in Bayern noch die Einstufung von Obstgärten die grösser als 2500m2 sind zu Biotopen. Fragt doch mal eure Hausbank ob ihr so ein Biotop als Sicherheit für einen Kredit verwenden könnt. Ob die am ende auch nein sagt weil wertlos? Wir haben diese Hochstammanlagen doch nicht gepflegt damit uns irgendein Faulenzer dann faktisch enteignet! Und kaum ist das Gesetz durch ist die Autobahn verstopft mit Urlaubern und der Flughafen München meldet einen Passagierrekord. Da werden wohl nicht so viele Bauern darunter gewesen sein. Aber Schadenfreude muss trotz allem auch sein: vor lauter Insektenschutz hat man die Mücken nicht bekämpft und jetzt müssen sich die Strand- und Terrassenbesucher mit Mückenschwärmen herumschlagen. Recht so.

    21+
  14. Obstbäuerin sagt

    Auch wenn hier in der Überschrift der Bauernverband als Initiator genannt wird – es handelt sich um den Brandenburger Bauernbund, der sich auch der Initiative eines Volksbegehrens des Brandenburger Bauernverbandes nicht angeschlossen hat. Schon die Fragestellung des Journalisten lässt keinen Zweifel daran, wo er persönlich steht. https://www.moz.de/index.php?id=216&tx_rsmdailygen_pi1%5Barticle%5D=1743130&tx_rsmdailygen_pi1%5Baction%5D=show&tx_rsmdailygen_pi1%5Bcontroller%5D=Articles&cHash=be659e6a200f0236c33309a91d6f698d
    Ich habe ein klein wenig Hoffnung, dass ich auch ein bisschen dazu beitragen konnte, die Schuldfrage am Artensterben wenigstens in Frage zu stellen, als ich am Mittwoch mit dem MOZ-Journalisten (war aber ein anderer) im Schmetterlingsparadies unterwegs war.

    1+
    • Obstbäuerin sagt

      Die Überschrift des Artikels lautet: Insektensterben – Bauernverband: die größte Agrarlüge seit BSE

      0
      • Mark sagt

        @Obstbäueerin, danke für den link.
        Erfrischend klare Argumentation des Bauerbundes im Ggs. zu dem weichgespülten Gesülze des großen Verbandes!

        2+
  15. Sabine sagt

    „Neulich im Garten“ hat gestern ein Video gepostet. Der sehr „englische“ Grundton macht es für Youtube werbe-unwürdig. Ich halte es für eines der großartigeren Videos, weil es ehrlich ist. Jeder Gärtner zeigt gerne seine Erfolge, bei diesem Kanal kann man glücklicherweise auch sehen, dass man, wenn man mit der Natur arbeitet, sehr oft als Tiger springt nur um als Bettvorleger zu enden.
    Bevor man die Bevölkerung über landwirtschaftliche Praktiken abstimmen lässt, sollte man sie vllt. mal dieses Video anschauen lassen.
    Ich finde, es muss auf unseren Feldern sicherlich nicht darum gehen den Rest der Welt zu versorgen, doch wenigstens die Selbstversorgung unseres Landes sollte durch die heimische Landwirtschaft angestrebt werden. Wenn die Regierung der Rasenmäher durch den Pflanzenschutz und die Pflanzenernährung zu gehen, wird das nicht mehr gelingen.
    Leider kommt das in den Städten nur bei wenigen Leuten an. Manchmal denkt man die Leute sind blind.
    Seit Wochen erzählt mir der WDR von dem schönen Wetter, während ich jeden Tag zur arbeit durch Felder fahre, wo der Mais schon morgens die Blätter rollt und an verbrannten Böschungen und Bäumen vorbei, die leise sterben.
    Aber der Aufschrei in den Medien bleibt aus. Eine einzige Randnotiz gab es, dass Fichten und Buchen durch die Dürre leiden. Während fröhlich die besten Sommerrezepte gegen die Hitze besprochen werden. Wassermelonensalat mit Feta ist übrigens das von den Moderatoren ausgewählte Rezept. Vllt. sollte man sich wirklich wieder eine Ziege zulegen, die mögen trockene Hitze. Feta machen ist nicht so schwer.

    10+
  16. Bauer Klaus sagt

    Dieser handwerklich äußerst schlecht gemachte Gesetzesentwurf kann nicht mehr abgeändert werden, allenfalls zurück ziehen könnten die Initiatoren. Werden sie aber nicht, sondern den eingeschlagenen Weg ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen. Bis zur Abstimmung im Landtag wird sich dann erweisen ob die GRÜNEN insgesamt einen Entwurf mit Vernunft und unter Berücksichtigung aller Folgen befürworten oder ob wie schon so oft aus Prinzip an einseitigen Positionen festgehalten wird. Bei mir überwiegt derzeit das Prinzip Hoffnung. Immerhin gibt es in der GRÜNEN-Fraktion durchaus Abgeordnete, die den Entwurf skeptisch sehen, auch die Sorgen der echten Bio-Bauern ernst nehmen und die Unterstützung verschiedener NGO´s kritisch hinterfragen. Hoffentlich finden sie angemessen Gehör in ihrer Fraktion. Ob die AbL über die Auswirkungen nachgedacht hat wage ich zu bezweifeln. Schönen Sonntag!

    3+
  17. Paul sagt

    Ich komme aus Sachsen und finde Artenvielfalt wichtig. Mein Hintergrund: bin kein Bauer, aber Grundbesitzer. Ich habe mir die Brandenburgerische Initiative durchgelesen, und sie scheint eine guter Entwurf zu sein. Nur… kann mir bitte jemand erklären, was mit „extensiver Weide-Tierhaltung“ gemeint ist?

    Ich meine: wo sollen alle die Tiere hin, wenn auf der Weide kein Platz mehr ist? Soll in dem Falle eine Bestandsverringerung stattfinden?
    Darf dem Falle noch Ackerland zur Futtergewinnung eingesetzt werden?

    0
    • Brötchen sagt

      Extensive Weidetierhaltung ist schon da, wo sie hingehört. Kann also nicht mehr gross ausgedehnt werden. Gerade wurde bei uns im Bauernblatt (BB) berichtet, dass der erste Schäfer aufhört, glaube er hat 100 Tiere durch den Wolf verloren. Prognose ist, das es bald nur noch Hobbyhaltung geben wird. Die hören nach dem ersten Wolfsübergriff auch auf.
      Es gibt keinen 100 % Schutz gegenüber dem wolf, oder nur mit exorbitantem Aufwand….ferchen über Nacht mit Fort Knox Standard und Wache über die ganze Nacht.

      Hier eine Übersicht über die Tierbestände mobil/Bauernverband.de/Tierbestände

      Zum Vergleich in der ddr wurden bei 16 Mio Einwohnern 16 Mio Schweine gehalten.

      2+
    • Thomas Apfel sagt

      Mit extensiver Weidetierhaltung ist hauptsächlich die Wanderschäferei gemeint. Die ist in Brandenburg seit Jahren stark im Rückwärtsgang. Was dazu führt, dass Naturschutzflächen (z.B. die Adonisröschen-Bestände an den Oderhängen) nicht mehr ausreichend offen gehalten werden können und verbuschen. Will damit sagen: Die Flächen für extensive Weidehaltung sind durchaus da, nur die dazu gehörigen Tiere und Bewirtschafter nicht mehr. Die schwere Arbeit für wenig Geld und bei zunehmendem Wolfsdruck will einfach keiner mehr machen !

      3+
      • Brötchen sagt

        Ne ich glaube die wollen alle Tiere auf die Weide bringen. Damit ist sicher auch milchkuhhaltung gemeint, ich habe auf einem weidemelkstand zu ostzeiten gelernt. Das waren kleine Ställe in einem Weidegebiet wo die Kühe außerhalb der melkzeiten auf der Weide waren und im melkstall zugefüttert würden.

        Wanderschàfer gibt es in BB meines Wissens einen oder zwei.
        Zumal man heute keine Tiere mehr über oder auf einer Strasse treiben kann. Ich würde das nicht mehr riskieren.
        Ich habe zu ostzeiten noch mit meinem Vater Jungrinder 6 km getrieben erinnere mich schwach das waren bestimmt so 100. Mit Pferden und ich zu Fuss.

        1+
        • Thomas Apfel sagt

          Im Rahmen der Brandenburger Initiative geht es um Erhalt der Weidetierhaltung und nicht um komplette Umstellung. Das sind eher Forderungen des Grünen urbanen Klientels und der denen andienenden NGO´s.

          2+
    • Paul sagt

      ja. ich bin davon ausgegangen, dass es sich um Kühe handelt, die auf der Weide stehen sollen…
      Sowohl Milch- als auch Freischrinder…

      0
      • Inga sagt

        Klar, Mehrnutzungsrind,

        weil Milch, Fleisch und Leder!
        wertvoller Dünger
        Seid es Rinderdung gibt, braucht man die Brauche nicht mehr in der Fruchtfolge, also 1/3 mehr Nahrungsmittel.
        Das freut doch dienen Regierungschef, oder?

        auch Lab für die Käseherstellung
        oder Insulin für Medikament (oder ist das vom Schwein?)
        Seife aus Knochen..

        usw.

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Lab und Insulin wird Gentechnich hergestellt.

          Wenn die Kühe nicht so oft Furzen würden, könnte man die Traktoren durch Fahrkühe ersetzen. 😉

          0
          • Inga sagt

            Wenn die Kühe ihren Schwanz so schnell drehen könnten, wie der Traktor die Zapfwelle!?!

            Ja, aber das erste Lab- oder Insolin-Gen eben von den Nutztieren.

            Schutzimpfungen von Rind oder Pferd gibt es auch!

            Ach hier:
            Er, Landarzt Edward Jenner (1749 bis 1823) impfte einen achtjährigen, bisher von den Pocken verschont gebliebenen Knaben mit dem Pustelsekret einer an Kuhpocken erkrankten Magd, worauf dieser erkrankte. Sechs Wochen später inokulierte er dem Knaben Pockensekret, und erwartungsgemäß erkrankte der Knabe nicht.

            Doch von der Kuh….

            0
            • Inga sagt

              Einführung der Impfpflicht …

              Nur in Bayern und in Hessen?

              Die Vakzination (nach vacca = Kuh) setzte sich nun in Windeseile in Europa durch. Nach dem Vorbild Jenners wurde der Impfstoff – die Lymphe – von Menschen gewonnen, die frisch mit Kuhpocken infiziert waren. Bei dieser „humanisierten“ Kuhpockenlymphe waren die Ausbeute größer und die Haltbarkeit länger als bei originärer Kuhpockenlymphe;
              im einen wie im anderen Fall betrug die Haltbarkeit aber nur wenige Tage. So gelangte der Impfstoff frisch und wirksam nach Amerika, indem mehrere Kinder während der Seereise nach einander geimpft wurden.
              Das Königreich Bayern und das Großherzogtum Hessen führten bereits 1807 die Impflicht ein, während andere deutsche Staaten – so auch Preußen – diesbezüglich keinen Zwang ausübten.

              Erst nachdem 1870/71 eine Pockenepidemie in Deutschland

              0
            • BerndK sagt

              Was Jenner gemacht hat, war ein verabscheuungswürdiger Menschenversuch an einem 8 jährigen Kind aus der damaligen Unterschicht. Wenn er einen Selbstversuch gestartet hätte, wäre Ihm meine Verehrung gewiss. Gentechnisch hergestelltes Insulin basiert natürlich auf der humanen Gensequenz. In als „gentechnik-frei“ oder als „bio“ gekennzeichneten Lebensmitteln darf kein gentechnisch hergestelltes Lab verwendet werden…also entweder Kälbermagen, oder ein Substrat aus irgendwelchen Schimmelpilzen.

              0
          • Inga sagt

            aus
            https://www.diabetes-news.de/lexikon/s/schweine-insulin:

            Aus den Inseln von Schweinebauchspeicheldrüsen gewonnenes Insulin. Schweine-Insulin unterscheidet sich lediglich in einem Eiweißbaustein (Aminosäure) vom menschlichen Insulin. Schweine-Insulin findet trotz der Einführung von Human-Insulin nach wie vor große Verwendung.

            Jedenfalls ist auch hierfür das Schwein ein Nutztier!

            Wenn man so nachdenkt, in meinen Grundschulbüchern waren diese Nutztiere im Stall noch Haustiere.
            Da waren die Tiere im Stall noch Familienangehörige, oder?

            Also ist das allgemeine Hausschwein en Nutztier.

            Es wird bestimmt erst seit der Massentierhaltung Nutztier genannt!

            Ja, liebe Städter, haltet mal ein paar Haustiere (Kuh und Schwein, Ziege geht auch)wie das die Leute früher gemacht haben, dann brauchen die Bauern keine Massentierhaltung!

            Daher erklärt sich auch, dass es 1912 mehr Kühe gab als heute!
            Denke ich!

            1+
      • Brötchen sagt

        Ja es gibt wieder vermehrt Weidehaltung auch von Milchrindern.
        Bei Baruth gibt es einen der hat glaube ich 200 oder 400 Jerseys bei voller Wiesehaltung, da ist auch Wolfsgebiet.

        Was die Brandenburger Initiative angeht, der Artikel war diese Woche in der BZ Überschrift: Wölfe zwingen ersten zum aufgeben.

        Also wird es eher weniger geben, als mehr.
        Ist so wie mit der Bürokratie, da heißt es auch immer, es kommt weniger und es wird mehr.

        1+
  18. Thomas Apfel sagt

    Irgendwie findet sich bei allen Problemen immer auch ein Bauer, der sagt: ist doch alles nicht so schlimm, geht auch anders ! Aktuell in AgrarHeute: Maximilian Henne ; eine Reaktion auf das Verbot Insektizider Beizen bei Raps und Rüben.: – „die Apokalypse ist ausgeblieben. Nach wie vor finden wir hervorragend entwickelte Raps- und Rübenbestände in der Landschaft. Problematisch ist nicht zwangsläufig der Verlust der Insektizidbeizen. Aus meiner Sicht entstehen die Probleme vielmehr, wenn wir als Reaktion darauf mit wiederholten Flächenspritzungen Insektizide einsetzen. Hier schaffen wir uns die nächsten Resistenzprobleme…..Wie sich einst in Großmutters Garten die Mischkultur von Möhren und Zwiebeln hervorragend ergänzte, gilt das auf dem Acker auch für Raps und Klee.“ …..
    Ist also alles gar nicht so schwierig – oder ???Tolle Steilvorlage für Bürgerbegehren zur Reduzierung der „Pestizidanwendung um 50 % !!!

    2+
  19. Mark sagt

    Das Volksbegehren ist eine Fehlkonstruktion unseres demokratischen Systems. Minderheiten brauchen keine Mehrheiten um ihre (dubiosen) Forderungen durchzusetzen. Zur Sache: kaum ein anderes Bundesland ist so vielfältig und kleinräumig strukturiert wie Baden-Württemberg. Auch schon vor grün-schwarz wurde über MEKA (jetzt Fakt) sehr viel Geld in Umweltmassnahmen investiert und diese wurden von den Bauern so stark angenommen, dass die Massnahmen gedeckelt werden mussten. Dieses Volksbegehren nimmt die Realtät schlicht nicht war, sondern reitet auf dem Weltuntergangsmainstream ein rein populistisches Spielchen. Schlimm ist, wie schwach die Politik, aber auch der Berufstand darauf reagiert. Statt die Faktenlage zu klären und offensiv zu publizieren, ziehen sie den Kopf ein und machen mit dem Volksbegehren mulle mulle. Eine Schande!

    10+
  20. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, was Willis Kritik an der AbL betrifft , bin ich ja heute auf die Kommentare von
    O. Ilchmann und E. Niemann gespannt.

    4+
    • Schmeckt gut sagt

      Moin. Genau das habe ich auch beim Lesen gedacht, BB. Wer schon einmal in BW mit offenen Augen durch die Gemarkungen gefahren ist, kann deine Gedanken zum Volksbegehren absolut nachvollziehen, BW. Kenne etliche Bauern persönlich, die definitiv das Handtuch werfen werden. Für gute Leute gibt es schließlich genug Arbeit in BW. Oder wird dieser Strukturwandel sogar billigend in Kauf genommen nach dem Motto – wir wollen ja nur das Beste für unsere Bauern und möchten nicht mehr, dass sie so hart arbeiten müssen 😉

      15+
      • Bauer Willi sagt

        Ich war ja zwei Wochen am Bodensee. Eigentlich im Urlaub. Zusammen mit meinem Gastgeber, Obst- und Weinbauer, habe ich viele Gespräche geführt und auch an einer Versammlung der örtlichen Bauern teilgenommen. Dabei waren auch Bio-Bauern. Die Angst ist real, weil viele der Forderungen unrealistisch sind.

        Mit einem der Vertreter von proBiene hatte ich Mail-Kontakt. Gerne würde ich daraus zitieren, aber er hat es mir ausdrücklich untersagt. Und aus seiner Sicht kann ich gut verstehen, warum.

        2+
        • Lieber Herr Kremer-Schillings, bevor es hier in dem Forum, in dem es auch dank Ihrer zum Teil faktisch falschen Beiträge (Z.B. sind Gewässerstreifen doch überhaupt nicht Gegenstand des Volksbegehrens in BaWü) ohnehin schon vor Unterstellungen wimmelt, zu weiteren Verschwörungstheorien kommt, können Sie auch gerne unseren Mailverkehr veröffentlichen. Allerdings nur, wenn dies komplett passiert und nicht nur auszugsweise und in der Form, dass ich auf Ihre Zusammenfassung zu Beginn Ihrer letzten Antwort noch einmal antworten darf. Lassen Sie uns das bitte per Mail klären und danach steht einer Veröffentlichung hier nichts im Wege. Viele Grüße, Sven Prange

          3+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Gewässerrandstreifen brauchen sie auch nicht in die Gesetzesvorlage nehmen, weil die Gewässerrandstreifen bereits geschützt sind.
            Das was die Bayern in ihrem Volksbegehren gefordert haben ist das was BW bereits hat.
            Nein, das genügt nicht, in BW meint man muss noch was daraufsetzen.

            Eine Reduktion von 50% der eingesetzten Pflanzenschutzmittelmenge bedeutet nicht nur dass ihr die Landwirte als Deppen hinstellt, nein, ein Obst und Weinbau ist in diesem Land nicht mehr möglich, die äußerliche Qualität die der Verbraucher verlangt, welche Natur von sich aus nicht bringt. Damit wäre auch der BIO Anbau betroffen.

            Unter § 2b Absatz 3 steht

            Das zuständige Ministerium ermittelt jährlich den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden nach Fläche und, wenn möglich, nach Wirkstoffmenge und Behandlungsintensität und veröffentlicht diese Ergebnisse.

            Wird dann ein Triponal eröffnet wo die Bauern angeklagt und bestraft werden, mit Steinigung, oder Galgen?

            § 34 Verbot von Pestiziden

            Die Anwendung von Pestiziden (Pflanzenschutzmittel und Biozide) gemäß Artikel 3 Nummer 10 der Richtlinie 2009/128/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 über einen Aktionsrahmen der Gemeinschaft für die nachhaltige Verwendung von Pestiziden (ABl. L 309 vom 24. November 2009, S. 71) in der jeweils geltenden Fassung ist in Naturschutzgebieten, in Kern- und Pflegezonen von Biosphärengebieten, in gesetzlich geschützten Biotopen, in Natura 2000-Gebieten, bei Naturdenkmälern und Landschaftsschutzgebieten, soweit sie der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, einschließlich des Schutzes von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten dienen, verboten. Die untere Naturschutzbehörde kann auf Antrag die Verwendung bestimmter Mittel im Einzelfall zulassen, soweit eine Gefährdung des Schutzzwecks der in Satz 1 genannten Schutzgebiete oder geschützten Gegenstände nicht zu befürchten ist. Die höhere Naturschutzbehörde kann die Verwendung dieser Mittel für das jeweilige Gebiet zulassen, soweit eine Gefährdung des Schutzzwecks der in Satz 1 genannten Schutzgebiete oder geschützten Gegenstände nicht zu befürchten ist. Das zuständige Ministerium berichtet jährlich dem Landtag über die erteilten Ausnahmen. Weitergehende Vorschriften bleiben unberührt.”

            Nach diesem Paragraf ist eine Bewirtschaftung auf der Baar, dem Obstanbaugebiet Bodensee und dem Kaiserstuhl nicht mehr möglich.
            Die geschilderten Ausnahmen sind schlicht und einfach nicht durchzuführen, der Obst und Weinbauer muss seine Pflanzenschutzmaßnahmen kurzfristig entscheiden und kann nicht warten bis er von einem Amt die Freigabe bekommt, außerdem würde das Personal fehlen.

            Der Kaiserstuhl ist eine Gegend mit der größten Biodiversität, trotz intensiven Weinbaues.

            Insgesamt konnten 384 Wildbienenarten im Kaiserstuhl festgestellt werden. Aus Baden- Württemberg sind aktuell 460 und aus Deutschland 562 Arten bekannt (scheuchl & schwenningeR 2015, wesTRich & bülles 2016). Damit sind 83 % aller aus dem Bundesland und 68 % aller aus Deutschland bekannten Arten im Kaiserstuhl historisch oder aktuell nachgewiesen worden. Alleine diese enorm hohe Zahl unterstreicht die bundesweite Bedeutung dieses Naturraums für diese Artengruppe. 82 % der Arten sind seit dem Jahr 2000 gefunden bzw. bestätigt worden.
            Bei einem Wegfall der Bewirtschaftung würde vielen der Insektenarten. der Lebensraum fehlen.

            7+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Gib mal bei Google Earth Achern ein und schaue die riesigen Schlaggrößen in der Umgebung an.
        Eine Agrarwende ist dringend nötig.

        In meinem Ort haben in den letzten 6 Jahren 5 Betriebe aufgegeben, die Kinder der Betriebe haben alle eine akademische Ausbildung.

        Die Agrarwende ist im vollen Gange.

        4+
  21. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, der letzte Absatz in Willis heutigen Brief , „An die Politik „, zeigt doch das ganze Dilemma. Wenn es um Wählerstimmen geht, wird Willi mit seinem Aufruf kaum einen Politiker erreichen. Außer, er meint es Ernst mit seinem Mandat.
    Willi, Du ganz Dich sicher an den kurzen Dialog erinnern den wir beide vor kurzem hatten.
    Es ging um Doppelmoral bei der CO 2 Debatte. Dein Fazit damals “ da lügen wir eben etwas ,um gewählt zu werden“ .
    Allen, einen erholsamen Sonntag.

    6+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.