Bauer Willi
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Umweltinstitut: Wir wollen Bauern retten

Ganz ehrlich? Wenn jemand vorgibt, mich „retten“ zu wollen, werde ich immer misstrauisch. So auch bei der nachfolgenden „Initiative“, die gleich auf die europäische Ebene geht und die aktuell (31.7.2019) gestartet wurde.

http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2019/pestizide/europaeische-buergerinitiative-bienen-und-bauern-retten-eingereicht.html

Das Umweltinstitut ist ein kleiner Verein in München, der nun auch das attraktive Geschäftsfeld der „Bienenrettung“ entdeckt hat. (Der Spenden-Button ist unübersehbar). Nachdem proBiene (übrigens kein Verein, sondern eine Gesellschaft mit zwei Geschäftsführern!) sich nur auf Baden-Württemberg beschränkt, will das Umweltinstitut seine Forderungen EU-weit umsetzen. Und sie haben von proBiene gelernt:

  • neben der Biene will das „Umweltinstitut“ auch die Bauern retten
  • sie beziehen die „Pestizide“ nur auf chemisch-synthetisch hergestellte

Auf diese Art und Weise fallen Kupfer, Schwefel, Spinosad oder Pyrethrum aus dem Bio-Landbau nicht unter das Verbot. Das Umweltinstitut will nämlich alle Pflanzenschutzmittel (sorry, nur die chemisch-synthetischen!) bis 2035 ganz verbieten. Bei proBiene waren es ja „nur“ 50%.

Dass mit der „Rettung der Bauern“ habe ich noch nicht ganz verstanden. Dazu schreibt das Umweltinstitut lediglich:

„Die EU-Agrarsubventionen sollen deshalb kleinteilige, vielfältige und nachhaltige Betriebe und einen schnellen Anstieg des Ökolandbaus sowie der Nutzung agrarökologischer Methoden fördern. Außerdem fordern wir, dass in Beratung von LandwirtInnen durch LandwirtInnen investiert und die Forschungsförderung auf pestizidfreie und gentechnikfreie Landwirtschaft ausgerichtet wird. „

So „banale“ Dinge wie Ökonomie, Verbraucherverhalten, Angebot und Nachfrage und die Frage, wer denn die kleinteiligen Betriebe führen soll, bleiben unberücksichtigt.

Wer euch die Fragen beantworten kann? Auf der Homepage ist folgende Mail-Adresse von Karl Bär angegeben: kb@umweltinstitut.org

Ihr könnt ja mal versuchen, Antworten zu bekommen.

Euer Bauer Willi

 

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75 Kommentare

    • Stadtmensch sagt

      Aus dem Text:
      „Bei Freilauf konzentriert sich der Außenaufenthalt der Hühner jedoch aus Angst vor Beutegreifern, die bei Freilandhaltung in der Regel 5 – 15 Prozent des Bestandes erbeuten, in der Nähe der Stallluken. Die sich dort ansammelnden Fäkalien führen dann in der Folge zu Hygieneproblemen, die Parasitenbefall und Infektionserkrankungen begünstigen.“

      Dann sollte das Außengehege eben entsprechend mit Büschen\Bäumen bepflanzt sein, die optimalerweise auch einen Ertrag abwerfen.

      Ansonsten Danke für den Link (auch wenns von der INSM ist). Es hat eben keinen Sinn, BIO- und Konvi-Wirtschaftsweise gegeneinander antreten zu lassen. Man könnte sich bemühen, das Beste aus beiden Welten unter einen Hut zu bekommen. Außerdem spielt meiner Meinung nach das Thema „Kohlenstoffeinlagerung im Boden“ eine viel zu wenig beachtete Rolle. Progressive Länder legen Förderprogramme auf, um hier voran zu kommen (neulich auf topagrar gelesen).

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      • Arnold Krämer sagt

        Die Hühner hat Renate Künast befreit. Dafür gibt es aber viele produktiontechnische Probleme, die in der Käfighaltung nicht da waren. Positiv ist zu vermerken, dass die Legehennenhaltung (Freiland, bio oder konv.) in D wieder verstärkt in Familienbetrieben anzutreffen ist. Aber bei ökonomisch sinnvollen Größenordnungen werden sofort wieder die Verbalkeule „Massentierhaltung“ geschwungen und Bürgerinitiativen mit Unterstützung on E. N. gegründet.

        In jeder Form von Agrarproduktion gibt es Zielkonflikte, die von den Ideologen schlicht geleugnet werden. Eine 100prozentige Verbraucheraufklärung darüber kann es garnicht geben und die Masse derMenschen interessiert sich auch nicht dafür. Mit dem medialen Trommelfeuer gegen die konventionelle Tierhaltung wird Vertrauen zerstört, mit dem Ziel, politische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen oder gänzliche andere Mehrheiten zu schaffen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wieder einmal meint ein Stadtmensch alles besser zu wissen.

        Bäume im Außengehege können schon Früchte tragen, die kaum zu verwerten sind, zumindest nicht für den Verkauf.

        1. Kann man keinen Pflanzenschutz durchführen.

        2. Wer will schon in Hühnerscheiße rumlaufen und den Kot mit auf die Leiter
        mitzunehmen, auf die Leiter wo man sich auch festhält.

        3. Die Äpfel kann man auch nicht Schütteln, ober wollen sie Apfelsaft, frisch gewürzt mit Hühnerkot.

        Kenne einen Hofladen, die haben ca. 40 % Verlust, auch durch Füchse, da nützt eine Hecke nichts.

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  1. Obstbäuerin sagt

    Hier mal ein Beispiel, wie in der Presse manipuliert wird. Der Fakt ist: in Brandenburg wurde am 5. Mai durch Nachtfrost von -7°C ein Großteil der Apfelernte vernichtet. Bei uns etwa 80%. Die Medien berichten https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/08/brandenburg-apfelernte-eingebrochen.html . Hier ist noch von Frost und Trockenheit die Rede. Aber in der MOZ steht dann in der Überschrift nur noch Trockenheit https://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1745188/?res=1.
    Im Text steht dann auch was vom Frost aber viele lesen ja nur die Überschrift.
    Der einzige Kommentar fällt dann auch so aus: Vielleicht wählen die Bauern dann eine Partei, die etwas gegen den Klimawandel unternehmen möchte.

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  2. Elisabeth Ertl sagt

    Was habt ihr Deutschen nur für Luxusprobleme 🙂
    Bei uns geht es nach dem Kuhurteil ganz anders zur Sache: Ein Biologe macht eine neue Front auf: „88% des Lebensraumes in Österreich wird von Land- und Forstwirtschaft privat besessen. In Wien hingegen ist der Stadtpark Gemeindeanger. Hier gibt es, und die Wolfsdiskussion spiegelt das wider, viele privatbesitzliche Konflikte. Ich kenne das auch aus Diskussionen mit Forstwirten, die ein Problem damit haben, dass man ihnen vorschreibt, was sie auf ihrem Grund tun dürfen oder müssen. Und auf der anderen Seite, um das im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen: 10% der Landesfläche sind Städte. Und in denen leben 60% der österreichischen Bevölkerung. Im Almschutzgesetz steht explizit und fast ausschließlich drinnen, dass es um eine wirtschaftliche Sicherstellung der Almverwendung geht. Freizeitwert, Erholungswert, Leute aus den Städten, die eben Natur suchen, wodurch es immer wieder zu Konflikten kommt, vermehrt kommt und vermehrt kommen wird, sind da überhaupt nicht vorgesehen. Das ist der große Paradigmenwechsel, den wir diskutieren, aber auch erarbeiten müssen: Es gibt ein Interesse eines großen Teils der Bevölkerung an einer Natur und Naturerlebnis. Deswegen haben wir auch Nationalparks, die Leute suchen den Kontakt und haben auch ein anderes Verständnis als früher, was Wildtiere betrifft. Man misst da immer mit zweierlei Maß. Ende Juli gab es eine Attacke eines Mutterschafes auf einen Wanderer, der niedergestoßen und verletzt wurde. Das Schaf wurde aber nicht sofort erschossen. Beim Wolf genügt es, dass er sein Nasenspitzerl an eine Ortschaft bringt.“
    Der Wanderer wurde übrigens nicht vom Schaf niedergestoßen, er ist nach einem leichten Schubser auf der Flucht vor diesem Schaf hingefallen. Das Schaf wollte halt sein Lamm vor ihm schützen.
    Was lernen wir daraus: Wenn der Städter kommt und seinen Wolf sucht, dann soll der Landwirt mit seinen Schafen aus dem Weg gehen. Und man munkelt schon, dass die Grünen mit diesem Thema jetzt auf Wählerfang gehen werden.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sag ich schon immer, ob in Österreich, oder Deutschland
      wir haben eine wunderschöne Landschaft,
      das einzige Negative daran sind die Bauern. 😉

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      • Elisabeth Ertl sagt

        https://www.youtube.com/watch?v=jYpReZjDlnc
        Almverwendung ist schließlich das Privatinteresse des Bauern. Daher ist es einmal an der Zeit, dieser hochherrschaftlichen Minderheit klar zu machen, dass sie nicht auf Kosten der naturverliebten Mehrheit den ganzen Agrarraum einnehmen kann.
        So deutlich hat es noch kein „Experte“ auf den Punkt gebracht.

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  3. Thomas H sagt

    Rettet die Bauern? Gerne doch liebe Umweltinstitutler! Find ich gut….:)

    Märchen fangen übrigens mit „Es war einmal…“ an und sie enden für gewöhnlich mit „…und wenn Sie nicht gestorben sind, dann leben Sie noch heute.“

    Das das überleben der Bauern plötzlich in das politische Interesse rückt, nachdem man sie jahrelang quasi mit immer höheren Auflagen bis an den Rand der Handlungsunfähigkeit (Betriebsaufgabe) gedrängt hat, klingt schon leicht zynisch.

    Meint Ihr das wirklich ernst liebe Leute….oder geht’s nur ums persönliche profilieren? Bitte ehrlich sein;)

    Herzallerliebst
    Ein bald nicht mehr existierender Landwirt

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  4. Thomas Apfel sagt

    Hallo, ich komme gerade von einer Exkursion aus UK (Kent). Es ging um sparsame Wasserverwendung (Fertigations- und Irrigationssteuerung) im Beerenobstanbau. Wir haben zwei moderne Familienbetriebe gesehen (125 ha und 200 ha Beeren unter Folie).
    Der Pflanzenschutzaufwand gegenüber Freiland ist um 80 % reduziert, aber es sind völlig geschlossene Systeme auf Plastikplanen, in Plastiksäcken, unter Plastikfolien, mit Plastikschnüren, mit Plastikschläuchen bewässert und mit Plastiknetzen geschützt.
    Das ist die einzig mögliche, wirtschaftlich tragbare Reaktion auf die Anforderung der Gesellschaft auf weniger chemisch synthetischen Pflanzenschutz. Die kleinen Sonderkulturbetriebe sind in dieser Region fast vollständig „ausgerottet“.
    Es sei auch vermerkt, dass das Abfallmanagement (Plastikabtrennung und Recycling der verbrauchten Substraten und Pflanzen) hervorragend organisiert ist.
    Das dürfte auch bei uns die zu erwartende Reaktion auf Einsparungen im chemischen Pflanzenschutz sein. Mit kleinen Betrieben (die können solche Investitionen nicht stemmen)und Naturidyll hat das nichts mehr zu tun. Der Obstanbau von „Topfruit`s“ (Apfel und Birne) im Freiland geht radikal zurück, weil eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr darstellbar ist.

    3+
    • Inga sagt

      Aber ganz schön viel Plastikverbrauch!
      Wird das auch ordentlich entsorgt, na ja wenn hervorragend organisiert!?!

      Ja, dann müssen wir eben auf Naturidyll verzichten.
      Eins kann man nur haben!

      Habe neulich auch vorgeworfen bekommen, dass wir Bauern das Naturidyll zerstören weil wir nicht nur die blühenden Unkräuter tot spritzten, sondern auch den stickstoffspenden Klee.
      Was wären wir doch so dumm.

      Da habe ich ihr erklärt, dass Klee wie alle Leguminosen den Boden für andere Pflanzen mit Stickstoff anreichert, aber dafür wird extra als Zwischenfrucht eine leistungsfähigere Leguminose, die mehr N (Stickstoff) in den Boden abgibt kultiviert, als eventuell in Klee als Unkraut zu finden ist.

      Da ist sie, eine junge Studentin weggezischt.

      Wollte ihr noch sagen, dass ihre Aussage gar nicht so dumm ist, weil mein Opa hat schon Weißklee unter das Getreide kultiviert angebaut, zum Zwecke des Stickstoffsammelns!

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    • bauerhans sagt

      der erdbeerbauer hier pflanzt 80% auf dämmen unter folie.
      der plastikabfall ist ordentlich.
      der früher erreichte weizenertrag nach erdbeeren ist nicht mehr gegeben.
      da es kurzzeitverträge sind,kann ich frei entscheiden.

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  5. Günter Reichard sagt

    Wir essen zuviel Fleisch???
    Wir fliegen zuviel, wir fahren zuviel Auto, Der Alpentransit ist nicht mehr
    steuerbar, usw.
    Das sind die Probleme.

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  6. Paul sagt

    Also. Ich kann an der Initiative nichts schlechtes finden… Wenn es denn zu einer Anhörung kommen soll, wird die Politik in Brüssel keiner der Forderungen durchsetzen, da sie zu utopisch sind. Was passieren wird, ist das die EU sein eigenes Förderungspaket für die Landwirtschaft überdenken wird. Sprich: ist Flächensubvention wirklich sinnvoll? Stärkere Förderung für Landschaftselemente wie Hecken und Teiche…
    Die EBI ist dazu da ein Zeichen zu setzen, mehr nicht.

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  7. Moin!

    Ich weiß nicht, ob nicht Landwirte auch bei Edeka, Netto, Aldi und Co. einkaufen, ob Sie Schuhe von Deichmann und Zalando oder vom Schuster kaufen, bevor hier wieder die Frage der Wertschätzung aufkommt.

    Wenn ich raten müßte: Das, was die – nennen wir sie mal – Ökos fordern, nämlich den Schutz einer vielfältigeren und kleinteiligeren Landwirtschaft, hätte so mancher Landwirt lieber von CDU, FDP und Co. gehört und jetzt ist man stinkig, daß von Öko-Seite, gegen die viele oft wettern, solche Äußerungen kommen?! Da werden dann Klischees bedient wie Stadt vs. Land, aber inhaltlich begreift man nicht oder will nicht begreifen, daß es eine Handreichung ist. Der Landwirt kommt in den Fokus der Öffentlichkeit und soll gerettet werden statt als Feind hingestellt zu werden.

    Erst regt man sich auf, daß man als Landwirt andauernd gedisst wird. Jetzt regt man sich auf, daß man gerettet werden soll. Also recht machen kann man’s auch nicht … Ich würde wetten, Verbraucherorganisationen können das Image des Landwirt verbessern, wo der Bauernverband es nicht schafft; der kann ja nicht mal mehr Düngemittelverordnung, Mercosur und US-Burgerfleisch verhindern … Weniger Höfe gleich weniger politisches Gewicht … früher waren’s 5% der Wähler, die aus der Landwirtschaft kamen … heute, irgendwas bei 0,2% oder so?!

    Natürlich sind Forderungen nach Tierwohl und Umweltschutz etwas, was Geld kostet. Wer finanziell schon knapsen muß wegen einer mißlungenen Wirtschafts- und Agrarpolitik (vor allem auch dank CDU, Stichwort Mercosur als Beispiel), regt sich dann auf, wenn es teurer wird. Die Historie der GAP zeigt auch, daß die SPD nur billiges Essen für billige Arbeiter wollte (statt höhere Löhen für faires Essen). War von vornherein klar, wohin die Reise gehen würde, man hat nur die Frage der Wirtschaftlichkeit total verpennt und jetzt soll’s die Wissenschaft mit Chemie und Gentechnik richten …

    Was ich mich frage: Es werden 5.000 Höfe jährlich aufgegeben und man wettert immer noch gegen Verbraucherorganisationen, obwohl man jetzt drauf anspringen könnte und dann politisch wesentlich mehr Wumms entfalten könnte?
    https://www.topagrar.com/panorama/news/rukwied-teil-der-bauernkinder-sieht-keine-zukunft-in-landwirtschaft-11532209.html?utm_content=start

    Es wirkt so, als wettern Tierhalter gegen Veganer, weil sie sich nicht vorstellen können, auf Pflanzen umzustellen. Als wettern Freunde von Roundup und CRISPR gegen Kritiker, weil man eingetrichtert bekommen hat, man müsse die ganze Welt ernähren und immer mehr produzieren (mehr Angebot bei gleichbleibender Nachfrage führt nochmal wozu, Stichwort Milchkrise?).

    Die so genannte moderne Landwirtschaft ist nicht zukunftsfähig. Auf hohe Erträge allein zu achten, reicht nicht in Zeiten des Klimawandels. In Brandenburg ist im Frühjahr die Krume davongeweht mit Wüstenbildung der Böden. USA und Südamerika zeigen, daß Glyphostformulierungen keine Dauerlösungen sind (Resistenzen und Co., Patentklagen, um alternative Landwirte loszuwerden usw.). Phosphat ist ein sehr endlicher Rohstoff, von Phophatrecycling etc. sind wir noch weit entfernt. Michael Horsch selbst hat schon von der hybriden Landwirtschaft gesprochen und aufgezeigt, daß Digitalisierung überbewertet wird, die digitalisiertesten Betriebe den geringsten Erfolg hatten.
    https://www.agrarheute.com/management/michael-horsch-digitalisierung-lohnt-ackerbau-551105

    Aber … man hört lieber auf sein Bauchgefühl … nach vierzig Jahren Ariel steigt man nicht um auf Persil.

    Wenn die Landwirtschaft möchte, daß die Verbraucher Forderungen stellen, die ihnen wirklich helfen, dann sollte die Landwirtschaft diese dabei auch unterstützen und informieren. „Unsere kleine Farm“ funktioniert nicht. Veganer über Stoffkreisläufe informieren. Fleischarme Ernährung nicht dissen (über 1 kg pro Woche muß wirklich nicht sein) usw. Es funktioniert nur miteinander!

    Aber ehrlich gesagt: Was für einen Plan haben Landwirte gegen das Tausendefache Höfesterben? Oder freut man sich, wenn der Nachbarsbauer aufgeben muß, um dessen Ackerflächen übernehmen zu können … wachse oder weiche?

    Für mich klingt es eher so:
    Die Ökos wollen viele kleine Höfe erhalten und einige kritisch zu betrachtende Produktionsweisen einschränken. Aber dann kann ich nicht meine Erträge steigern. Aber die Preise sind so niedrig, daß ich nur mit Masse noch auf einen grünen Ast komme. Die Ökos haben Schuld, daß ich nicht mehr Masse raushauen kann. Gegen Verarbeiter, Handel und Politik traue ich mich nicht aufzubegehren. Also sind die Ökos Schuld, weil sie das weiterso doof finden. Meine Berufskollegen sind mir wumpe, ich will ja deren Flächen haben für mehr Masse, das ist „natürlicher Strukturwandel“. Und weil ich vielleicht noch ’nen Nebenjob bei einem Saatgutriesen für Energiemais oder Bayer habe, finde ich NawaRo-Verheizung super und Bio doof. Und weil ich mit Fleischproduktion mein Geld verdiene, finde ich auch Vegetarier und Veganer doof.

    Andersrum gesagt: Wenn die Landwirte nicht solidarischer werden auch untereinander, fi**en sie sich selbst ins Knie.

    Dem Verbraucher wirft man vor, viel und billig zu wollen. Aber steht nicht die moderne Landwirtschaft genau dafür, viel und billig? Wo soll da denn Wertschätzung herkommen?

    Beweis: Die einzige Partei, die auf Bundesebene einen Antrag gegen Bodenspekulation eingereicht hat, war die LINKE, nicht CDU, nicht FDP, nicht AfD oder sonstwer. Aaaaaber … lieber auf den Henker vertrauen, den man kennt … man wählt ja oft gegen seine eigenen Interessen, vor allem wenn Politiker aussehen, als würde ihnen das Essen gut schmecken …
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/018/1901853.pdf

    Wer weiß … bald gibt es wohl nur noch einen Großbetrieb pro Bundesland in Händen von Rethmann, Steinhoff, Fielmann, Dornier und Co., agrarindustriell verwaltet und Landwirte degradiert zu Arbeitnehmern.
    Beweis: Siehe Landgrabbing von Verarbeitern wie Bonduelle und Co.:
    https://www.heise.de/tp/features/Die-Ackerland-Einkaufstour-in-Rumaenien-3364217.html

    Bloß nicht mit Verarbeitern und Handel anlegen. Bloß nicht die Schuld bei der Politik suchen, die wollen alle nur das Beste 😀

    Frage: Wenn die moderne Landwirtschaft für Produktivitätssteigerung und höhere Erträge steht, was sollte Verarbeiter und Handel denn daran hindern, etwaige Einsparungen nicht bei Preisen einzukalkulieren wie bisher auch schon? Könnte das ein Grund fürs Höfesterben sein, weil kleinere Betriebe oftmals in diesem Wettrüsten nicht mithalten könne, so als Gedanke? Wer sich immer nach unten orientiert, landet irgendwann auf der Fresse.

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Christian
      die Ökos laufen gerade in die gleiche Falle wie die Konvis. Überproduktion von zu vielen Betrieben, die umgestellt haben, lassen gerade die Preise fallen. Die Reaktion: die Biobetriebe müssen größer werden.
      Blöd an all dem ist der Markt, der nicht so schnell mitwächst, wie die Produktion. Dem Lebensmittelhandel und dem Verbraucher gefällt das….

      7+
    • Arnold Krämer sagt

      Christian Suhr:
      „Was für einen Plan haben Landwirte gegen das Tausendefache Höfesterben?“

      Es gibt in der noch bestehenden, (aber von Ihnen bekämpften) Marktwirtschaft keinen Plan. Das ist ja gerade ein wesentliches Organisationsprinzip und das hat zu dem relativen Massen-Wohlstand der Menschen in den kapitalistischen Volkswirtschaften geführt. Planwirtschaft hat Menschen nur ärmer und die Umwelt kaputter gemacht. Wir laufen aktuell Gefahr, die Leistungsfähigkeit unseres Wirtschaftssystems völlig zu zerstören, weil der Kompass verloren geht und sich die getriebenen Politiker im regulatorischen Klein-Klein verlieren.
      Unbd ganz nebenbei: Die Gründe für Betriebsaufgaben sind bei weitem nicht nur wirtschaftlicher Art. Oft ist es eine Mischung aus vielem von dem, was ich nachstehend als Gründe benenne:

      Persönliche Gründe :
      • Tod, Krankheit, Unfall, Gesundheit
      • Nachfolger fehlen, weil keine Familiengründung erfolgte
      • Kinder sind ungeeignet oder zeigen kein Interesse
      • Familienkonflikte z. B. durch mangelnde Unterstützung der Familienmitglieder oder
      zu späte Hofnachfolge
      • Überforderung, fachlich und /oder organisatorisach
      • Demotivation, allgemein
      • Geringes Einkommen, alternative, größere Arbeits- und/oder Pachteinkommen nach Betriebsaufgabe

      Betriebliche Gründe:
      • Verschuldung
      • Investitionsstau
      • Standort ohne Perspektive
      • Baugenehmigungen fehlen, Bürgerinitiativen verhindern sinnvolle Investitionen
      • Flächenverluste

      5+
      • Barnd Gellhaar sagt

        Sehr geehrter Herr Suhr,

        vielen Dank für Ihre Diskussionsbeiträge und den Mut Ihre Ansichten auszutauschen. Das ist der Grundstein für einen Dialog und ich lese Ihre Beiträge mit sehr großem Interesse. Ich würde mich freuen, auch in Zukunft Ihre Beiträge lesen zu können.

        Leider gehen Sie von völlig falschen Annahmen aus. Aktuell wird sehr viel über die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln diskutiert. Diese Diskussion ist in meinen Augen leider eine kindliche Träumerei, die von NGOs und politischen Parteien noch angetrieben wird. Die „Rettung“ der Bauern lässt sich in einem Bild einfach beschreiben.
        Stellen Sie sich alle Landwirte der Welt als Menschen vor, die ein schweres Bündel zum Markt tragen. Nun kommt jemand auf die Idee, dass die Landwirte aus Baden-Württemberg (pro Biene) oder der EU (Umweltinstitut) auf einem Bein hüpfen sollten (Produktionserschwernis durch Einschränkung der Wirtschaftsweise). Logischerweise werden nun die hüpfenden Landwirte langsamer oder weniger von deren Last auf den Markt tragen können. Durch diese Minderung steigt der Preis und die Rettung hat statt gefunden. Die „Geretteten“ werden sich aber nicht gerettet fühlen, eher gegängelt.

        Wenn man versuchen möchte die Adjektive „verlogen“, „heuchlerisch“, „populistisch“ und wie sie alle heißen mögen, zu vermeiden, dann sollte nicht die Anwendung mit Auflagen versehen werden, sondern das zu kaufende Produkt. Irgendjemand meinte mal zu mir, dass Konsum die einzige wirklich demokratische Entscheidung wäre.

        Zur Verdeutlichung ein Gedankenspiel mit dem Kampfbegriff „Glyphosat“, der aber eigentlich PSM im Allgemeinen darstellen soll.

        Um die Umweltwirkungen von Glyphosat zu reduzieren, gibt es zwei Möglichkeiten.
        Möglichkeit 1: Man verbietet die Anwendung in seinem Einflussbereich.
        Möglichkeit 2: Man verbietet den Verkauf von Produkten, bei deren direkter Erzeugung Glyphosat zum Einsatz gekommen ist.

        Bei Möglichkeit 1 werden nur (!) die Anwender bestraft/gemaßregelt, der Konsument kann auf ein Substitut der anderen Marktteilnehmer zurückgreifen. Der Anwender kann beispielsweise das Direktsaatverfahren nicht mehr anwenden und muss auf arbeits- und kostenintensivere wendende Bodenbearbeitung zurückgreifen. So ist sein Produkt weniger konkurrenzstark als das der unregulierten übrigen Marktteilnehmer. Der Konsument hat aber noch immer die Wahlfreiheit. Er kann auf ein herkömmliches, günstiges Produkt der unregulierten Marktteilnehmer zurückgreifen. So werden dann die Konsumenten die sich am System „vorbeimogeln“ finanziell belohnt, genauso die Anwender, für die die Auflage des Verzichts auf PSM nicht zutrifft.

        Bei Möglichkeit 2 wird einerseits Einfluss auf den Anwender genommen, da dieser nur mit „zugelassenen“ Produkten auf dem Markt auftreten kann. Der Konsument hat keine Möglichkeit zu substituieren. Es wird niemand belohnt der sich am System „vorbeimogelt“.

        Bei Möglichkeit 2 trifft es aber den Konsument. Dieser ist sich meistens der Tragweite seiner Bauchgefühl-Entscheidungen nicht bewusst.

        Hierzu ein kleines Gedankenspiel:
        Stellen Sie sich vor, Sie wären in einer belebten Fußgängerzone einer Großstadt. Was denken Sie? Wieviel % der Menschen würden aus dem Bauch heraus sofort eine Petition unterschreiben, die ein sofortiges Verbot von Glyphosat zur Forderung hat?
        Und nun fragen Sie sich bitte, wie viel % dieser Menschen in Wirklichkeit bereit wären auf Baumwollkleidung oder Bahn-Fahrten zu verzichten (ganz! oder viel, viel, viel teurer)?

        Und das ist der Grund, warum es so unglaublich schwer ist, bei Möglichkeit 1 die Adjektive „verlogen“, „heuchlerisch“ oder „populistisch“ zu vermeiden.

        7+
        • Bauer Willi sagt

          Das Beispiel mit dem auf einem Bein hüpfenden Menschen ist genial. Das benutze ich demnächst auch, weil sich das jeder gut vorstellen kann.

          2+
        • Obstbäuerin sagt

          “ Logischerweise werden nun die hüpfenden Landwirte langsamer oder weniger von deren Last auf den Markt tragen können. Durch diese Minderung steigt der Preis und die Rettung hat statt gefunden. “
          Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und komme nicht zu dem Schluss, dass die Bauern dadurch gerettet werden. Selbst wenn alle Bauern der EU auf einem Bein zum Markt hüpfen müssten, wäre das global gesehen keine ausreichende Minderung, um den Preis ansteigen zu lassen. Viel eher gehen die Einbeinigen mit weniger Geld nach Hause. Oder sehe ich das falsch?

          1+
          • Barnd Gellhaar sagt

            Hallo Obstbäuerin,

            Sie sehen es völlig richtig. Denjenigen, die nicht das Ziel der „Rettungsaktion“ sind, denen ist am meisten geholfen.

            Die Initiative „Bienen und Bauern retten“ denkt groß und möchte die Bauern (und Bienen) von ganz Europa „retten“. Mit folgenden Punkten versuchen sie das durchzusetzen:
            – Ausstieg aus dem Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel
            – Erhöhung der Vielfalt der Landschaften
            – Umschichtung der Agrarsubventionen zur Förderung von kleinteiligen, vielfältigen und nachhaltiger Betriebe, die im Schwerpunkt ökologisch wirtschaften sollen und dabei auf Gentechnik verzichten.

            Können Sie in diesen Ansätzen eine Kausal-Kette erkennen, die eine Förderung der Landwirte zur Folge hat?
            Nach dem Schema: „Wenn wir Schritt 1 machen, dann hat das Zwischenziel 2 zur Folge und führt letztendlich zu Zustand 3. Zustand 3 wiederum erhöht die Erlössituation der Landwirte bei gleichzeitig gesenktem Arbeitsaufwand.“

            Viele Grüße

            Barnd Gellhaar

            1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Und anschließend kommt zustand 4

              4. Die deutschen Bauern bleiben auf ihren Lebensmittel liegen,
              weil die Regale mit billigern Lebensmittel aus aller Welt voll sind.

              Dann spielt die Wildbiene und der Juchtenkäfer keine Rolle mehr.

              3+
    • Obstbäuerin sagt

      Egal, wie Sie ihre stets gleichen Textbausteine auch zusammenwürfeln, es kommt nichts Sinnvolles dabei heraus, Herr Suhr. Viele fachkundige Argumente wurden hier von Landwirten dargelegt aber es scheint Sie nicht zu tangieren und wenn sie hier als Politiker der Linken unterwegs sind, hat das auf mich eher eine abschreckende Wirkung.

      2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Das Problem ist, denen flattert jeden Monat ein Schmierenblatt in das Haus, dafür bezahlen die jeden Monat ihre Beiträge.

        1+
  8. Schmeckt gut sagt

    Tut mir wirklich leid, aber ich habe mich, beim Durchlesen der Forderungen, kaputtgelacht. Es gibt sie in immer größerer Anzahl. Menschen die glauben, dass sie durch abstruse Forderungen ihr Gewissen erleichtern und auch noch etwas gutes für Menschheit tun. Ihr Gewissen werden sie erleichtern. Und auch gutes für die Menscheheit tun in den lebensmittelexportierenden Ländern). Aber nichts für die deutsche Gesellschaft. Denn es wäre ein großer Erkenntnissgewinn, wenn diese Aktivisten einfach mal erklären könnten, wer denn die viele, viele Handarbeit in den kleinstrukturierten, herbizidfreien und natürlich absolut freundschaftlich und gemeinschaftlich geführten Betrieben (Mindestlohnforderung von „uns Kevin“ gleich 12 Euro plus x) machen soll. Die Bauern werden nicht so blöd sein – die wissen, was sie sich und ihren Familien antun werden. Es bleibt sehr spannend.

    23+
    • Thomas Apfel sagt

      Hallo @schmeckt gut
      Ich habe ja hier mein Beobachtungsobjekt SOLAWI, auf meinen Flächen selbst installiert.:
      Die kriegen trotz der vielen freiwilligen Helfer (unbezahlt !!) das Unkraut in ihrem Gemüse überhaupt nicht in den Griff. Da kommt dann auf der einen Seite die bange Frage: „Sag mal Thomas, gibt es überhaut Bauern, die Geld verdienen ?“ und auf der anderen Seite bei Interview mit dem RBB (begleitende Reportage) die Ansage: “ Wir zeigen wie man erfolgreich Bio- und vegan Gemüse produziert und wollen unsere Erkenntnisse in die Breite tragen !!“ Mehr gestörte Selbstwahrnehmung und Shizophrenie geht kaum. Die Nährstoffbasis ist im Übrigen MALTAFLOR, ein Abprodukt aus der konventionellen Bierbrauerei-Industrie. Die Vorstellungen zu Nährstoffdynamik und Bodenfruchtbarkeit (die Leute haben teils Öko-Landbau z.B. an der HNE Eberswalde studiert !!) kann man nur als abenteuerlich bezeichnen. Schon ob der Großmäuligkeit fällt es mir schwer das Projekt weiter wohlwollend zu begleiten, aber wenn schon, dann soll das Projekt nicht schon an anfänglicher praktischer Dämlichkeit scheitern, sondern wenn es durchorganisiert ist, an der Dämlichkeit der Ideen, die dahinterstehen.

      7+
      • Schmeckt gut sagt

        Ja, über den Punkt, sich megamäßig über die „nächste Sau, die durch den Ort getrieben wird“ oder den nächsten Hype aufzuregen, bin ich auch weg – na, vielleicht nicht ganz 😉 . Irgendwie verfällt man dann in Selbstironie und Sarkasmus und fängt bei Sachen an zu lachen, bei denen Aussenstehende denken, warum lacht der jetzt, diese Aussagen betreffen ihn doch essentiell und bedrohen seine betriebliche Existenz (ja, die gibt es tatsächlich auch). Ist man dann reif fürs Irrenhaus?? 🙁

        3+
        • Thomas Apfel sagt

          Das frag ich mich selbst manchmal auch. Aber, wenn nicht reif fürs Irrenhaus, so bin ich doch zu mindestens irgendwie reif für eine einsame Insel !

          1+
      • bauerhans sagt

        meine junge solawi-fachfrau haute schon ab,als nachfrage und arbeit los gingen!

        2+
      • Brötchen sagt

        Thomas Apfel, das Klientel kenne ich auch ein wenig.

        Meines Erachtens liegt das Problem nicht am Konzept oder Fachwissen, sondern ganz einfach…..an der Fähigkeit richtig hart und durchgehend! zu arbeiten!

        Leute, die das heute noch können sind sehr rar. Die Polen eher noch.

        Deswegen ist SOLAWI meines Erachtens Munmenschanz……..die Leute machen auf dem Acker eher mehr kaputt, als sie helfen. bzw. das ist eher so eine eventselbsthilfegruppe..

        Bei uns im Nachbardorf sind zwei alte Leute, die haben einen riesigen Garten, wie das da alles wächst und in welchen Mengen, sowas habe ich bisher nur dort gesehen. Und die können beide kaum krauchen. Kenne den mann auch ein wenig.
        Kann ja mal ein Bild machen.

        4+
        • Thomas Apfel sagt

          Mit „Dämlichkeit“, meine ich nicht einmal die Idee Solidarischer Landwirtschaft an sich, sondern den Ansatz Bio- und Vegan gleichzeitig.
          Bio ist nun mal Dünger durch Vieh und Vegan ist ohne Vieh. Bio kann dann nicht „vegane“ Düngemittel aus externer konventioneller Herkunft nehmen und so tun als wäre das ein nachhaltiger Kreislauf. Extrem wird’s dann, wenn wirklich „Kreislauf“ gespielt wird und die Biomasse umliegender Felder (ohne die Entnahme nachzudüngen) für die Ernährung der kleinen Gemüsefläche zu 75 % in die Luft „kompostiert“ wird. Das erinnert an die Plaggenwirtschaft des Mittelalters.
          Die „verlorene Fähigkeit richtig hart und durchgehend zu arbeiten“ gehört sicher auch zum Kontext des Misslingens, ist aber kein so grundsätzlicher
          konzeptioneller Fehler.

          4+
          • Heinrich Steggemann sagt

            Stimme zu. Bewirtschafte in 4. Generation die geplünderten Flächen der Plaggeneschwirtschaft früherer Jahrhunderte. Humusaufbau ist seit rund 100 Jahren die Devise. Ohne die arbeitsintensive Viehhaltung zur Quersubventionierung des Ackerbaues wäre es nicht vorangegangen.

            1+
  9. Franz Müller sagt

    Ich denke es ist längst Realität, dass die (deutsche) Landwirtschaft halbiert werden soll.

    Ein gestriger Beitrag im ZDF heute Journal – wonach die Landwirtschaft der „Hauptverursacher“ der Treibhausgase ist – setzt die Politik massiv unter Druck. Das Bundesumweltamt unterstützt diese Ansicht.

    Im Beitrag habe ich erst gesehen, in welchen „Tempeln“ diese Damen und Herren arbeiten. Baumhohe und bepflanzte Hallen vollverglast – kommen sportliche Typen über die Treppen geflitzt und geben kluge Ratschläge und Anweisungen.
    Da merk ich erst, wie bescheiden ich arbeiten und leben muss…geschweige denn, dass ich der Umwelt als aktiver Milchbauer was Gutes tue – wie ich bisher geglaubt habe.

    Die Landwirtschaft hat diesen Kampf verloren. Wir werden hier keinen Jotan mehr dagegen setzen können.
    Ich kann nur jedem Landwirt raten, seinen Nachwuchs – so weh es auch tut, in andere Berufsparten zu bringen.

    Als deutscher Landwirt mit Betrieb in Österreich und das noch in einem Tourismusgebiet – welches von deutschen Vieh zur Hälfte bewirtschaftet wird, sehe ich keine Zukunft. Die Alpgebiete werden zuwachsen, die Verbuschung zunehmen, die Attraktion schwindet.
    Aber man kann ja auch in der Karibik Urlauben, und in den USA und Kanada Schifahren.

    Das fliegen bleibt ja billig und umweltfreundlich. So ist das leben in einer Wohlstandsgesellschaft.

    34+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In der Vergangenheit habe ich immer gehofft, dass einer der Söhne meinen kleinen Betrieb nebenberuflich weiter betreibt. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen.

      Inzwischen muss ich sagen, der Weitblick meiner Söhne war besser, als der Meinige.

      11+
      • Inga sagt

        Aber Dein Hof existiert nicht mehr als solcher,

        dann wollen wir mal hoffen, dass es den Enkeln auch weiterhin so gut geht, wie es uns bis jetzt gegangen ist!

        Es ist eine extra Diskussion, was ein Bauernhof für die Nachkommen wert ist, außer das Monetäre???

        auch zu wissen, wie man mit den Füßen auf dem Boden bleibt und mitten im Leben steht, oder?

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Der Hof existiert noch in voller Größe, nur der größte Teil ist verpachtet.
          Eine Aufgabe würde hohe Steuern bedeuten(Entnahme von Betriebsvermögen).

          1+
    • Naja, daß die Landwirtschaft sogar noch mehr als nur halbiert werden soll, ist jedoch im Interesse von Politik und Wirtschaft, nicht im Interesse von NGOs. Sonst ginge es nicht um den Erhalt der kleinteiligen Landwirtschaft, der so genannten „bäuerlichen“ Landwirtschaft (zum Beispiel im Vergleich zu Betrieben von Fielmann, Rethmann, roten Junkern oder damals KTG Agrar.

      Die meisten beschäftigen sich nicht mit der Geschichte. Während der Entwicklung der GAP gab es mal einen so genannten Mansholt-Plan, der genau das erreichen wollte, was Politik und Handel heute schaffen: Das reduzieren der Höfe und immer größere Flächen für immer weniger Betreiber.

      Die Idee dahinter ist simple: Wer größer ist, hat niedrigere Produktionskosten (Mengenrabatte im Einkauf, günstigere Platzkosten pro Tier usw.). So kann Essen billig bleiben, damit Niedriglöhner es sich auch leisten können und unser Export nicht mit Lohnforderungen konfrontiert wird, die vermeintlich die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt einschränken würden (wohl eher die Rendite der Anleger).

      Die Crux: Die Umwelt- und Tierwohlforderungen von Verbrauchern bedeuten mehr Kosten für Landwirte und das in einer finanziell ohnehin angespannten Lage. Der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Nur die Wut sollte sich dann eher gegen Politik, Verarbeiter und Handel richten … aber wie das so ist, meistens tritt der Mensch nach unten.

      Herr Rukwied vom Bauernverband findet das Aufgeben von 5.000 Höfen jährlich okay, wäre natürlicher Strukturwandel. Es hat schon eher was von Reise nach Jerusalem … der Begriff „Bauernopfer“ bekommt da eine makabere Bedeutung.

      Gegen Ökos zu wettern ändert jedoch nichts am Höfesterben. Für Mercosur und Co. können die nichts.

      0
      • sonnenblume sagt

        Herr Suhr, bringen Sie doch mal Politik, Verarbeiter, Handel und NGO`s an einen Tisch und erzählen Sie ihnen, was eine deutsche Landwirtsfamilie an Einkommen benötigt um allen Anforderungen und Arbeiten gerecht zu werden. Das wird eine Diskussion die im Kreis laufen wird und in einer Endlosschleife stecken bleibt.

        9+
      • Brötchen sagt

        Herr Suhr

        ——————————
        Naja, daß die Landwirtschaft sogar noch mehr als nur halbiert werden soll, ist jedoch im Interesse von Politik und Wirtschaft, nicht im Interesse von NGOs.
        ————————————————————————————-

        Der Politik muss das eigentlich „egal“ sein. Wir haben Marktwirtschaft.

        Es geht um die Betriebsanzahl, die halbiert wurde und wird.
        Die LW an sich bleibt konstant und kann auch nur konstant bleiben, weil die Fläche konstant bleibt und die Tierhaltung gedeckelt ist.

        Die Politik interessiert das BIP, also die Wertschöpfung, als Löhne, Kaufkraft und Steuereinnahmen und Wähler.

        Wo ein Erweiterungspotential(Wertschöpfung) besteht, ist der Export( nicht mehr gewünscht von den Grünen und Linken Populisten) und die größere Verarbeitung der Primärprodukte. Wie z.B. Biogas, BioSprit oder Verpackungsmaterial..

        Die „Zielmarke“ ist der Weltmarktpreis für ein Rohprodukt.

        —————————————–
        Die Idee dahinter ist simple: Wer größer ist, hat niedrigere Produktionskosten (Mengenrabatte im Einkauf, günstigere Platzkosten pro Tier usw.).

        ——————————————–

        Wenn das so simple ist, dann gäbe es KTG Agrar noch! Scheint doch nicht so simple zu sein.

        Und es gäbe auch viele Familienbetriebe nicht mehr.
        Ich kennen eine Menge im Osten die unterscheiden sich in Ihrer Größe nicht von Fielmann und Rethmann!

        Das größte Demeterbetrieb Brodowin hat auch 600 Kühe…warum wohl?

        https://www.brodowin.de/der-betrieb/tierhaltung/unsere-kuehe/

        5+
        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Brötchen, „Ich kenne eine Menge im Osten die unterscheiden sich in Ihrer Größe nicht von Fielmann und Rethmann“, so Deine Feststellung.
          Als gelernter DDR Bürger muß man Dir doch nicht mehr erklären wie und warum es zu diesen Betriebsgrößen kam. Jeder hatte das Recht sich frei zu entscheiden. Werde ich wieder privat oder schließe ich mich einer Genossenschaft, GmbH oder anderen Rechtsform an. Das dann immer mehr brachenfremde, viele Flächen bekammen und noch bekommen, ist auch ein Verdienst der BVVG, (Bodenverwaltungs und Verwertungsgesellschaft).

          0
      • Franz Müller sagt

        Ich glaube nicht, dass die Landwirte ein Rettungsboot à la NGO´s suchen. Auch wenn die Landwirtschaft in arger Bedrängnis, die Aussicht mehr als trübe ist, die Landwirte „ticken“ anders.

        Man unterschätzt erstens den eigenen Unternehmenswillen und zweitens die Freiheitsliebe unseres Berufstandes.
        Ich kenne viele Bauern die werden keine „eckigen Räder“ produzieren – auch wenn mit verlockenden Geldscheinen – sprich Förderungen gewedelt wird, und angeblich alles eckige Räder kaufen will…

        Ich könnte meinen Betrieb ohne größere Veränderungen auf Bio umstellen, mach ich aber nicht – auch wenn ich viel Geld wegen dieser Nicht-Förderungen verliere.
        Geld ist nicht alles, ich will am Abend in den Spiegel schauen und zu mir sagen können – ich bin ein ehrlicher und freier Bauer, ich mache das – wo ich überzeugt bin.

        Eine ungefragte „Taufe habe ich schon hinter mir, mehr Ideologie will ich nicht.

        6+
    • sonnenblume sagt

      Junge Leute, die auf landwirtschaftlichen Betrieben groß geworden sind und jetzt ihren Beruf im urbanem Umfeld ausüben, sind entsetzt ob der Unwissenheit und den Vorurteilen dieser Gesellschaft, vor allem der Menschen aus dem gehobenen Bildungsbürgertum, wie es an der Basis im praktischen, Landwirtschaft, Handwerk usw., Berufsleben zu geht.
      Urlaubsreisen in First Class Hotels und weit entfernte Länder stufen sie dann als bildungsfördernd ein und meinen so die Welt kennen zu lernen. Wenn sie dann unverhofft mit der Realität konfrontiert werden, kommt der Zusammenbruch und man verlässt schleunigst das Gelände.
      Diese Menschen sind wirklich Lichtjahre vom realen Leben entfernt. Und da man sich beruflich wie auch privat in der Regel im gleichen Umfeld bewegt, können wir keinen Lerneffekt und kein Umdenken erwarten.

      11+
    • Zum Thema Treibhausgase ein paar starke Argumente:

      Ja, wir in Deutschland essen mit über 1kg pro Woche zuviel Fleisch, es müßte sich da einiges ändern im Verbraucherbewußtsein. Auch mit Blick auf Wertschätzung und faire Preise.

      Aber die Landwirtschaft wird immer ein Eingriff in die Natur bleiben und CO2 etc. produzieren.

      Sollen Tiere nur noch in geschlossenen Ställen hinter Filteranlagen stehen, Emissionsschutz wichtiger als Tierwohl?

      Will man wirklich noch mehr Herbizide, wenn man Dieselkraftstoff für Landmaschinen teurer macht und damit mechanische Bodenbearbeitung wie das Pflügen noch unrentabler? Was hat den größeren ökologischen Fußabdruck in toto, Ackerchemie oder Kraftstoff fürs Pflügen?

      Warum spricht man nicht stärker über CO2-bindende Maßnahmen wie Humusaufbau etc. Humus enthält 60% Kohlenstoff gebunden.

      Vielleicht kann das eine oder andere helfen, um die andere Seite der Medaille zu sehen.

      0
      • Günter Reichard sagt

        Wir essen zuviel Fleisch???
        Wir fliegen zuviel, wir fahren zuviel Auto, Der Alpentransit ist nicht mehr
        steuerbar, usw.
        Das sind die Probleme.

        0
      • Thomas Apfel sagt

        Eine hochgefahrene Organik, wie im Ökoanbau (teilweise) praktiziert, ist noch lange kein Humusaufbau, vor allem bei stark belüftender Bodenbearbeitung. Sie ist eher ein Risiko für schlecht kontrollierbare Nährstofffreisetzung bei passendem Wetter.

        0
  10. Arnold Krämer sagt

    Was wissen die selbsternannten Bauernschützer eigentlich von den Bauern, deren beruflichen Herausforderungen, von deren Sorgen und Nöten, aber auch von deren Selbstverständnis, von deren Bedeutung für die Wirtschaft des ländlichen Raums. Es ist zum Kot….., immer wieder, tagein, tagaus das „Trommelfeuer“ der unterschiedlichen, meist urbanen Besserwissergruppen (die Obstbäuerin hat es gestern richtig beschrieben) gegen eine leistungsstarke, moderne, effiziente Landwirtschaft miterleben zu müssen.
    Aber Augen zu, Ohren zu und Mund zu, hilft auch nicht weiter. Und in sofern muss der Agrarsektor dem Willi unendlich dankbar sein, dass er unermüdlich immer wieder die Beispiele der Verlogenheit und Widersprüchlichkeit bestimmter Forderungen und Aktivitäten sowie die Arroganz bestimmter Gruppen aufgreift und thematisiert.

    26+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „“Was wissen die selbsternannten Bauernschützer eigentlich von den Bauern, deren beruflichen Herausforderungen, von deren Sorgen und Nöten, aber auch von deren Selbstverständnis, von deren Bedeutung für die Wirtschaft des ländlichen Raums.““

      NIX.

      Auch nicht notwendig, der ALDI und LIDL hat alles.

      DEUTSCHLAND; NUR NOCH EIN NARRENHAUS:

      11+
      • Nun ja, aber irgendwie beliefert auch ALDI, LIDL, EDEKA und Co. So einfach können Sie es sich nicht machen.

        Siehe hier, wie ALDI das Verbraucherverhalten hin zu billig und viel verändert in Australien. Denn der Handel ist es, der die Preise vorgibt, der Kunde dürfte diese Wahl für Dumpingpreise gar nicht haben … und sollte auch das Einkommen/Kaufkraft haben, um sich Faires leisten zu können:
        https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/discounter-in-australien-wie-aldi-einen-kontinent-umkrempelt/12880730.html

        0
        • Brötchen sagt

          Australien hat sehr hohe Lebensmittelpreise, so hat jeder der entsprechendes Know How hat, dort die größten Chancen wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
          Schlechtes Bsp.

          0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Als Ehemaliger Landwirt ist mir durchaus bekannt, dass Landwirte die Lebensmittel erzeugt haben, die beim Discounter im Regal stehen.

          Wollte nur die Gedankengänge der meisten Menschen darlegen.

          Gestern habe ich mir die Zeit genommen, bei LIDL und ALDI vorbei zu schauen.
          Äpfel aus Chile un Neuseeland stehen im Regal und die Läger in Deutschlands Obstgenossenschaften sind noch gut gefüllt.

          Habe immer deutsche Autos gefahren, weil meine Forderung war, kauft deutsche Lebensmittel, beim nächsten mal werde ich bei einem Freund rumschauen, der verkauft japanische Autos.

          5+
    • Mark sagt

      „Und in sofern muss der Agrarsektor dem Willi unendlich dankbar sein, “ dem stimme ich absolut zu, vorallem deshalb, weil es gewaltige Defizite Seitens der „professionellen“ landwirtschaftlichen Interessenvertretung gibt!!

      9+
  11. Ehemaliger Landwirt sagt

    „“Die Bäuerinnen und Bauern verlieren in diesem System ebenfalls, nicht nur, weil sie am häufigsten durch Pestizide krank werden. Jedes Jahr geben tausende Betriebe die Landwirtschaft auf.““

    So steht es in dem Link.

    Mir ist kein Fall bekannt, dass Bauern durch Pestizide krank wurden.
    Ist bei uns nicht so einfach wie den den USA, wo die Richter Millionen den angeblich von Glyphosat erkrankten Bauern zusprechen, bei uns bekäme ein Bauer für erfundene Erkrankungsursachen nur ein müdes Lächeln.

    Ohne Pflanzenschutzmittel?
    Was Jahrhunderte zu Hungersnöten geführt hat, klappt ab 2035 sicher,
    am deutschen Wesen, soll die Welt genesen.

    Langsam aber sicher mausert sich die deutsche Bevölkerung zu einem Volk von Spinnern.

    Übrigens:
    Brasilien hat erst vor kurzem 200 PSM neu zugelassen, davon 35 an einem Tag. man braucht nur 16,65 Millionen Hektar Regenwald abholzen und schon quellen auch 2035 die Regale bei ALDI/LIDL über.

    9+
    • Bleiben Sie sachlich: Glyphosatformulierungen wie Roundup beinhalten Beistoffe wie das nachweislich erbgutschädigende Tallowamin, welches auch in Europa bis vor einigen Jahren noch eingesetzt wurde (vierzig Jahre lang). Leider reicht es bisher immer noch, wenn nur der Wirkstoff getestet wird, nicht die Zusatzstoffe (Tenside) oder das Wechselverhalten.

      Auch vergessen Sie, daß in den USA auf roundup-ready Felder auch unterm Jahr häufig gesprüht wird. Man da wesentlich häufiger entsprechenden Mitteln ausgesetzt ist als hierzulande, weil wir zum Glück noch gegen Gentechnik wettern, zumindest gegen einige Formen selbiger. Das hält uns die Schei*e vom Hals.

      Wenn ein Mittel im Verdacht steht, krebserregend zu sein, würde ich nicht die Verbraucher anpunken, sondern die Chemieindustrie, und sofort zum Arzt rennen.

      So kann ich jedoch nur vermuten: Mit dem Totalherbizid läßt sich so schön billig arbeiten, daß man nicht wahrhaben möchte, daß da was gesundheitsschädigend dran wäre. Warum auch, Asbest, Contergan, PCBs, DDT, Diuron und Co. sind ja auch total harmlos und waren super. Daß sogar bei gentechnischen Erzeugnissen teilweise mehr Chemie eingesetzt werden muß … so what …

      Es geht nicht gegen Pflanzenschutz, es geht gegen Mittel, die unzulänglich getestet oder toxikologisch bedenklich wären. Es gibt auch Mittel auf physikalischer Basis etc. Pflanzenschutz ist auch die Wahl des Saatgutes, der Fruchtfolgen, der Anbaumethoden usw.

      Ja, man muß sich dann auch mal selbst hinterfragen, ob man selbst die beste Lösung gewählt hat oder was ändern müßte. Ohne Selbstkritik geht es nicht.

      Naja, in unserer Welt ist Geld wichtiger als die eigene Gesundheit geschweige denn die Gesundheit der Mitmenschen … Und viele Landwirte scheinen schon gebetsmühlenartig nur noch auf Masse gehen zu wollen: Ich muß viel produzieren, um preislich auf ’nen guten Schnitt zu kommen, anders geht’s nicht. Doch ist das nicht eher eine Frage der Wirtschaftlichkeit und Märkte?

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Glyphosat ist eines der am meisten getestetes Herbizid.

        Zieht man wegen Krebsverdachtes Gyphosat aus dem Verkehr, dann müsste man genau so rotes Fleisch verbieten, wurst und Schinken genau so. Diese beiden sollen Krebserregend sein, nicht nur wahrscheinlich, wie das Glyphosat.

        Krebserregend ist auch die Sonneneinstrahlung, trotzdem legen sich Millionen von Deutschen in die Sonne, die meisten auch bei 39°, meine Meinung dazu erspare ich mir, es könnte ein Rüffel vom Bauer Willi geben.

        Gesundheit ist wichtiger als Geld, wenn man gesund stirbt, ist man auch tot.

        Ps. Könnten sie mir einen Link übermittel, wo nur ein Mensch wegen DDT verstorben ist?
        Die Menschheit verkennt, dass DDT Millionen von Menschen vor dem Tod gerettet hat und immer noch in fernen Ländern tut.

        https://www.welt-sichten.org/artikel/2845/mit-ddt-gegen-malaria

        2+
    • Äh, wer ist denn auf Regierungsseite maßgeblich verantwortlich dafür, daß unsere Regal mit Produkten aus Südamerika überquellen werden? Wer, oder besser welche Partei, ist für Freihandelsabkommen? Für wen ist das Auto wichtiger als das Essen? Und wen wählen Landwirte häufig so als weitere Frage?

      Bote und Botschaft.

      Geben Sie nicht Ökos die Schuld daran, wenn die Wirtschaft Mist baut. Viele NGOs wollen nämlich eine andere Wirtschafts als Export- und Automobilfetisch.

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling, sprach von einer „wahren Katastrophe für die Umwelt, für das Klima und für die Menschenrechte“. Der Grünen-Politiker kündigte an, seine Partei werde alles in ihrer Macht stehende tun, um die Entscheidung der „längst abgewählten EU-Kommission“ im EU-Parlament noch aufzuhalten.

        Steht das was von den Arbeitsplätzen europäischer Landwirte.
        Über alle Parteien hinweg, geht es um die Industrie. Wenn noch mehr Betriebe aufgeben, dann bekommt man die gewünschten Biotope. Die Ernüchterung folgt längstens wenn man merkt, dass in aufgelassenen Feldern die Biodiversität zu wünschen übrig lässt.

        5+
  12. Mark sagt

    Die neue Masche: Die utopischen Forderungen durchgeknallter, aber medial forcierter MININGO`S werden von der Politik aufgenommen und in Gesetze gegossen. Die Umsetzung des ganzen Quatsches soll dann irgend wann später erfolgen. Damit hat die Politik zunächst mal Ruhe. Aber nur zunächst. Siehe den Feinstaubwahnsinn. Da stimmt man völlig utopischen Grenzwerten zu und muss später feststellen, dass es weder Sinn macht diese einzuhalten noch dass es überhaupt möglich ist. Doch nun wird die Politik von Ihrer Feigheit eingeholt. Weil die Politik das Unmögliche nicht schafft, hat die DUH für Kretschmann (GRÜNE!) und Strobl (CDU) BEUGEHAGFT vor Gericht beantragt. Und die DUH hat bisher alle Prozesse gewonnen!

    8+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Politik hat denen das Klagerecht eingeräumt, jetzt können die sich auch damit auseinandersetzen, nicht nur die Landwirtschaft.

      Die Beantragung von Beugehaft finde ich positiv, nur so kommt Bewegung in die Abstrusen Ideen. 🙂

      7+
      • Mark sagt

        „Die Beantragung von Beugehaft finde ich positiv, nur so kommt Bewegung in die Abstrusen Ideen.“ Richtig! So langsam sollte es auch dem dämlichsten Politiker dämmern… ich hoffe mal, dass diese NGO´s so richtig überziehen und sich so das Problem erledigt!

        4+
      • brouss sagt

        Na dann brauchen wir doch nur selber eine für uns passende NGO gründen und dann verklagen wir die Regierungen oder andere NGO´s.

        2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Haben sie Probleme mit der Allgemeinbildung,
            wenn sie die oben genannten als NGOs sehen?

            2+
            • Äh, Sie sehen schon die Anführungszeichen beim Begriff „NGO“?! 😀

              Was sind denn NGOs?
              Interessenvertretungen. Oder im Volksmund Lobbys, nur im obigen Fall auf Verbraucherseite (wie NABU, BUND, WWF, Greenpeace, Attac, Campact etc.).

              Was ist der Bauernverband?
              Eine vermeintliche Interessenvertretung der Landwirte.

              Wenn Bayer und Co. im Forum Moderne Landwirtschaft oder IVA sitzen, was ist das dann?

              Ich denke, die Seite der Wirtschaft hat genug Interessenvertretungen, oder meinen Sie nicht?

              Aber stänkern Sie ruhig gegen NGOs, wenn Verbraucher es auch mal wagen, sich in Interessengruppen zusammenzufinden. Die sind BESTIMMT Schuld am Höfesterben … wenn der Edeka-Einkäufer dann niedrigere Preise fordert …

              2+
              • Brötchen sagt

                Herr Suhr Sie sind ein Meister des Framings…..

                vermeintlich…..
                Stänkern……
                überquellen…..

                Schönen Gruss an die „Freibier für Alle“ Partei!

                3+
                • Obstbäuerin sagt

                  Wie immer liefern Pauschalierungen falsche Ergebnisse, Herr Suhr. Diese NGO´s, die sie aufzählen, sind keine Interessenvertreter der Verbraucher, sondern einer kleinen Verbrauchergruppe. Schätzungsweise unter 20% aber die konzertante Propaganda der NGO´s puschen diese auf gefühlte 100%. Dazu kommt die einseitige und falsche Darstellung der Verhältnisse in der Landwirtschaft zwischen konventionell und öko. Auch hier stehen noch immer 90% moderne Landwirtschaft 10% Öko gegenüber aber es wird seit 30 Jahren so getan, als ob Öko der Traum jedes Landwirts wäre. Mit Millionen Spendenmitteln kann inzwischen an den Parteien vorbei Politik gemacht werden, die keinerlei Legitimierung hat. Irgendwas läuft hier schief.

                  7+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                NGOs sind Spendensammelvereine, deren Häuptlinge ganz gut von den Spenden leben und eine Landwirtschaft verlangen, die dem Bauern keine Überlebenschancen bieten.

                9+
              • Paulus sagt

                Christian Suhr,
                also ich kenne in meinem Umfeld keine Verbraucher, die sich von NABU, BUND, WWF, Greenpeace, Attac, Campact, DUH etc. vertreten fühlen. Könnte allerdings daran liegen, dass ich mich in durchaus gebildeten Kreisen bewege.
                Nach meiner Wahrnehmung wird die Einflussnahme der NGO’s mit zunehmender Skepsis betrachtet. Bei manchen Themen ruft diese sogar das blanke Entsetzen hervor.
                Den NGO’s liegt ein typischer Denkfehler missionarisch Tätiger zugrunde.

                9+
          • brouss sagt

            Das Problem bei den NGOs ist doch, dass die keine validen Informationen haben. Die harten Fakten hat nur der Staat und dessen Behörden. NGOs leben von Zeitungswissen und bereiten das dann populistisch auf.

            Dass die Tiere im Bio-Landbau kränker sind wissen die halt nicht. Oder dass das Institut für Bodenkunde an der UNI Dresden vom schlechten Zustand der Böden im Bio-Landbau schreibt erfahren die nicht.
            Dass Bio-Gemüse für Veganer mit tierischem Leichenmaterial (Haarpellets, Hornspäne,.) gedüngt wird erfährt halt niemand.


            Bereiten wir uns auf eine Katastrophe vor und machen uns Gedanken wie wir wieder rausfinden.

            6+
    • Arnold Krämer sagt

      Die Politik ist mittlerweile gefangen in ihrem selbstgesponnenen Netz an Rechtsvorschriften unterschiedlichster Art. Und nicht nur die Adressaten sind überfordert, sondern auch die Verwaltungen. Heute stand in unserer Tageszeitung die Meldung, das PETA die Veterinäre des Landkreises Emsland und auch anderer Landkreise in D verklagt wegen Beihilfe zur Tierquälerei.
      Und die klagenden NGO‘s werden von den Politikern auch noch mit Steuergeldern (auch der Bauern) gepampert. Deutschland ein Irrenhaus? Den Gedanken formulieren immer mehr Menschen.

      13+
  13. sonnenblume sagt

    Solange nicht „ALLE „Pestizide, sowohl die chemisch-synthetischen aus dem Konvianbau, als auch die natürlichen aus dem Ökolandbau gleichermaßen bewertet werden, bleibt es immer eine ideologische Aktion. Es ist doch unbegreiflich, dass man die Gefahren durch natürliche Substanzen derart unterbewertet und auch von Seiten der Wissenschaft kein Widerspruch, oder eine Relativierung kommt.

    8+
  14. Brötchen sagt

    Ich hatte mir Birnen gekauft, Netto und Edeka.

    Jede Birne hatte einen Einstich und war zur Hälfte bis zu einem Drittel nicht essbar, weil das innen verhärtet war.

    Gutes Bsp. für Nachhaltigkeit, wenn man spart.

    Und so könnte man Bsp. auf Bsp. bringen

    Mahlzeit!

    0

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