Jahr: 2019

Ich habe keine Ahnung vom Ackerbau…

Zu diesem Ergebnis bin ich gekommen, nachdem ich die Gewichte auf den Lieferscheine der Parzelle zusammengezählt habe, die zwei Drittel unseres Weizens ausmacht. Es sind 11,4 t/ha! Und das mit Qualitäten, die für Brotweizen ausreichend sind. Das ist eine Riesenüberraschung. Und damit bin ich nicht alleine, auch meine Kooperationspartner am Mähdrescher berichten über ähnlich gute Erträge und auch sie sind absolut überrascht. Jetzt frage ich mich, fragen wir uns, wie dieser hohe Ertrag zustande kommen konnte. Die Körner waren alle relativ klein, aber voll ausgebildet. Das sonst bei Trockenheit übliche „Schmachtkorn“ (auch „Kümmerkorn“ = geschrumpelte Körner mit Falten) konnte ich nicht entdecken. Diese kleinen Körner müssen enorm schwer gewesen sein, worauf das Hektolitergewicht zwischen 80 und 83,5 ja hindeutet. Zur Fruchtfolge: Der Weizen stand nach Winterraps, der eine sehr gute Vorfrucht für Weizen ist, weil er tiefe Wurzeln hinterlässt. In diesen Wurzelgängen konnte der Weizen mit seinen Wurzeln leicht nach unten wachsen. Die Sorte war Chevignon, der dafür bekannt ist, das er früher abreift als Standardsorten. Die Sorte stammt aus Frankreich, die häufiger mit Frühsommertrockenheit …

Zwischenbericht 24. Juli um 16:00 Uhr

Habe jetzt 60 Minuten Pause. Die ersten Anhänger sind in der Genossenschaft. Feuchte des Weizen: Mit 12% begonnen, jetzt 10,9%. 14% ist die Norm. Hektoliter-Gewichte zwischen 82 und 83,5, was sehr gut ist. Protein (Eiweißgehalt) zwischen 11,5 und 11,9. Ist o.k. Morgen kann ich was über Erträge sagen. Gehe mal vorsichtig davon aus, dass vorne eine 9 steht. Damit wäre ich für dieses Jahr sehr zufrieden. Wenn es mehr ist, nehme ich das auch gerne. Weiter geht’s. Euer Bauer Willi

Bericht vom Acker: Getreideernte hat begonnen

Am Mittwoch, also heute, werden wir Weizen mähen. Deshalb habe ich den Text gestern geschrieben. Wie ist der aktuelle Stand? Mit Dienstag Abend werden in dem Bereich, über den ich berichten kann (Teile der Köln-Aachener Bucht), etwa 25% des Weizens vom Feld sein. Die bisherigen Ertragsergebnisse sind überraschend gut, die große Katastrophe, die manche, (ich auch) erwartet haben, scheint es nicht zu sein. Die Rede ist von 8 bis 10 t/ha, manche auch darüber, und das ist ein durchschnittliches Ergebnis für unsere Region. Da derzeit frühreifende Sorten (meist französischer Abstammung) als Erste gemäht werden, kann sich das natürlich noch ändern. Protein (Eiweiß) liegt zwischen 10 und 12%. Das ist nicht so toll, wir sind da etwas verwöhnt. Hektolitergewichte liegen zwischen 74 und knapp über 80, das ist ordentlich. Fallzahlen werden nicht gemessen, weil dies alle weit über der geforderten Norm liegen. Die Kornfeuchte dürfte nirgends ein Problem sein. Wer jetzt keine trockene Ware liefert, der hatte keine Geduld. Vereinzelt wird auch Raps gedroschen. Hier sind die Erträge nicht berauschend, von 3,2 t/ha bis 4,5 t/ha …

Eule und Nachtigall

„Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall“  lautet ein plattdeutsches Sprichwort, was so viel bedeutet wie „jeder sieht es aus seinem Blickwinkel“. So ist es auch mit der Trockenheit, die zwar geringeren Aufwuchs im Grünland bringt, dafür aber mehr Kräutern. Und die sind wiederum gut für die Insekten, von denen es jetzt mehr gibt. Dazu ein sehr gut geschriebener Artikel aus (Ober-) Österreich, der aber auch den landwirtschaftlichen Aspekt (Futterversorgung) im Auge hat. https://ooe.lko.at/vermehrt-kräuter-im-grünland+2500+2953174 Ich persönlich habe selten so viele Heuschrecken beobachtet wie in diesem Jahr. Wie sieht es bei euch aus? Bauer Willi  

Fäkalien-Einleitung in die Flüsse

Kein besonders „appetitliches“ Thema, zumal nicht bei der Hitze. In Magdeburg sorgt gerade ein fast nicht zu glaubender Fall von wissentlicher Umweltverschmutzung für Aufregung. Bei einem Starkregen wurden städtische Abwässer verdünnt in die Elbe eingeleitet. Das im nachfolgenden Link zu sehende Video ist nicht nur eklig, sondern gefährdet die Gesundheit und bringt unkontrolliert Nährstofffrachten in die Umwelt. Aussage der Behörde: „Das war schon immer so und ist normal.“ https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/magdeburg/abwasser-in-elbe-100.html Wem dieses Verhalten im wahrsten Sinne des Wortes „stinkt“, kann dazu eine Online-Petition unterschreiben. Die findet ihr hier: https://www.openpetition.de/petition/online/kanalisationen-modernisieren-anstatt-abwaesser-ungeklaert-in-die-fluesse-einzuleiten?fbclid=IwAR2XAP_Z_YGl5kp8CxK7gk3Ytq3F79IKNEoCBHvZF4UEhaOFMGb9ioQppiQ    

Das Grünland vertrocknet

Dürre 2019 – wie soll das weitergehen?

Ich habe gerade im Garten den Regner umgestellt. Damit der Rasen und die Pflanzen, die Mutter gesetzt hat, nicht ganz „verrecken“. Schon wieder, wie 2018. Und die Trockenheit ist ja nicht nur in der Köln-Aachener Bucht so. Im nachfolgenden Link ist zu sehen, wie weit die Trockenheit nach unten reicht. Daran ändern auch die 5 mm von Samstag nicht viel. https://www.ufz.de/index.php?de=37937 Irgendwie erinnert mich das an das vergangene Jahr. Und wie sollte es auch anders sein, sind die Erklärungen die gleichen wie im Vorjahr. Der Wettermann Sven Plöger hat das kürzlich in „hart aber fair“ geschildert. Sinngemäß sagte er „Weil der Temperaturunterschied zwischen den Polen und dem Äquator immer geringer wird, bleiben die Hoch´s und Tief´s länger ortsstabil liegen“. Und auch hier ist es noch mal anschaulich erklärt: https://www.scinexx.de/dossierartikel/blockade-im-luftraum/  Der Artikel wurde am 3. August 2018 veröffentlicht. Er liest sich aber fast so, als wäre er aktuell. Natürlich gilt das nicht nur für Hochdruckgebiete, es kann also auch Jahre geben, in denen es den ganzen Sommer lang nur regnet, weil sich ein Tiefdruckgebiet festsetzt. Auch …

Bericht vom Acker: Bienenweide am 20. Juli 2019 (Video)

Ich bin wieder mal an unsere Bienenweide gegangen und habe mir angesehen, wie sich der letzte Saattermin entwickelt hat. Er ist etwas dünner geraten, aber die Pflanzenvielfalt ist größer geworden. Das kann man (hoffentlich) im Video so einigermaßen sehen. Jetzt blüht auch der Buchweizen, der bei den ersten Saatterminen eher unterdrückt wurde. Auch das Ramtillkraut steht jetzt besser da. Und Malven, Kornblumen und andere sind auch reichlich da. Die Insekten freut es, weil jetzt, im Juli, das Nahrungsangebot eher knapp ist. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren    

Die grüne Stunde…(Podcast)

Ein Podcast von einer Stunde! 60 Minuten also. Das ist was für eine Autofahrt, für ein Wochenende oder einfach nebenher bei der Arbeit. Jonathan Grün hat einen Blog und wollte dies und das von mir wissen. Das ist dabei herausgekommen: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Düngung: wie viel weniger geht noch?

Ich habe mir mal die Zahlen „meiner“ Genossenschaft hier im Zentrum der Köln-Aachener Bucht besorgt. Sie hat 1.100 Mitglieder und noch mehr Kunden, meist alles Ackerbaubetriebe mit Zuckerrüben, Raps, Kartoffeln und Getreide, manche auch mit Gemüsebau. Die Viehhaltung spielt keine große Rolle mehr, und wenn, dann sind es meist Betriebe mit Reitpferden. Das landwirtschaftliche Wirtschaftsjahr endet am 30.6. und so sind auch die Mengen, die in diesem Frühjahr 2019 gedüngt wurden, erfasst. Was ist passiert? Stickstoffdünger sind mit ca. 29.000 t die größte Gruppe der Mineraldünger. Seit dem Wirtschaftsjahr 13/14 ist der Einsatz der „großen“ Stickstoffdünger KAS (Kalkammonsalpeter) und AHL (Ammon-Nitrat-Lösung) um fast 25% zurückgegangen. Die sonstigen Stickstoffdünger sind meist Spezialprodukte und in der Aufstellung nicht aufgeführt, weil sie mengenmäßig keine Rolle spielen. Beim Kalidünger ist der Rückgang mit 40% noch deutlicher. Hier werden heute statt 5.800 nur noch rund 3.500 t verkauft. Noch gravierender ist es beim Phosphor-Dünger: Hier beträgt der Rückgang über 50%! Im Wirtschaftsjahr 18/19 lag der Verkauf erstmals unter 1.000 t. Das ist so gut wie nichts. Ich habe mir nicht die …

Darf die „Wirtschaftswoche“ das so schreiben?

Ist die „Wirtschaftswoche“ nach rechts gerückt? Oder drückt der Artikel nur „das gesunde Volksempfinden“ aus? Aber urteilt selbst… https://www.wiwo.de/politik/deutschland/balzli-direkt-doppelmoral-ist-giftiger-als-co2/24578884.html Und nochmals zur Klarstellung: Nein, es ist nicht mein Möhrenfeld…Das habe ich schon hundertmal gesagt, aber es wird immer noch falsch zitiert. In eigener Sache: Mit dem Freischalten von Kommentaren kann es etwas dauern, weil ich jetzt viel draußen bin. Meist mache ich das morgens gegen 8 Uhr, dann in der Mittagspause und dann erst wieder abends. Also etwas Geduld, wenn der Kommentar nicht sofort erscheint. Gerade wenn Links dabei sind, muss die Freischaltung von Hand erfolgen. Danke für euer Verständnis. Willi