Bauer Willi
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Dürre 2019 – wie soll das weitergehen?

Das Grünland vertrocknet

Ich habe gerade im Garten den Regner umgestellt. Damit der Rasen und die Pflanzen, die Mutter gesetzt hat, nicht ganz „verrecken“. Schon wieder, wie 2018. Und die Trockenheit ist ja nicht nur in der Köln-Aachener Bucht so. Im nachfolgenden Link ist zu sehen, wie weit die Trockenheit nach unten reicht. Daran ändern auch die 5 mm von Samstag nicht viel. https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Irgendwie erinnert mich das an das vergangene Jahr. Und wie sollte es auch anders sein, sind die Erklärungen die gleichen wie im Vorjahr. Der Wettermann Sven Plöger hat das kürzlich in „hart aber fair“ geschildert. Sinngemäß sagte er „Weil der Temperaturunterschied zwischen den Polen und dem Äquator immer geringer wird, bleiben die Hoch´s und Tief´s länger ortsstabil liegen“. Und auch hier ist es noch mal anschaulich erklärt: https://www.scinexx.de/dossierartikel/blockade-im-luftraum/ 

Der Artikel wurde am 3. August 2018 veröffentlicht. Er liest sich aber fast so, als wäre er aktuell.

Natürlich gilt das nicht nur für Hochdruckgebiete, es kann also auch Jahre geben, in denen es den ganzen Sommer lang nur regnet, weil sich ein Tiefdruckgebiet festsetzt. Auch das haben wir ja schon erlebt und ist genauso „unerfreulich“. Wobei: bei den niedrigen Wasservorräten im Unterboden wäre so eine Wetterlage nicht verkehrt. Kann ja ruhig im Winter sein….

Was bedeutet das für uns Landwirte? Die Gerste ist geerntet, die Erträge waren, was ich so gehört habe, wohl gut bis sehr gut. Weizen und Raps werden jetzt bald folgen und in einigen Teilen Europas hat sie auch schon begonnen.  In Oberösterreich zum Beispiel, wo mein Freund Fritz den Mähdrescher schon in Bewegung gesetzt hat.  Sollte jetzt doch mal das ein oder andere Gewitter fallen, behindert es eigentlich nur noch die Ernte. Für die Ertragsbildung bei Getreide und Raps kommt der Regen jetzt zu spät.

Dringendst gebraucht wird Regen, viel Regen, aber für alle Kulturen, die im Herbst geerntet werden. Das sind Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und andere. Ganz wichtig ist er aber für Grünlandbetriebe, die Futter für ihr Vieh brauchen. Schon im letzten Jahr wurde weniger geerntet und die Vorräte sind äußerst knapp. Der Schäfer hat unsere Weiden schon blank und weiß nicht mehr, wo er jetzt noch hinziehen soll…

Was bei der Diskussion um die Dürre wenig erwähnt wird, ist der Wald. Der leidet derzeit besonders und gerade Baumarten, die flach wurzeln, sind besonders betroffen und sterben zum Teil auch schon ab. Wie sagte es Franz Prinz zu Salm-Salm (Waldbesitzerverband S-A) sehr deutlich: „Früher haben wir über das Waldsterben geredet, aber es fand nicht statt. Heute findet es statt aber keiner redet darüber“. Aber auch sonst ist der Text durchaus lesenswert.

https://www.welt.de/vermischtes/article196905099/Hart-aber-fair-Und-dann-kontert-Kloeckner-Plasberg-einfach-aus.html

Warum ich das schreibe? Weil ich mir Sorgen mache. Die Wetterprognosen deuten alle darauf hin, dass die stabile Hochdrucklage noch lange andauert. Wir haben die Gerstenstoppel immer noch nicht bearbeitet, weil das nichts bringt. Wir wollen ja, dass die Gerstenkörner, die auf dem Acker verblieben sind („Ausfallgerste“) jetzt zügig keimt. Tut sie aber ohne Wasser nicht. Wir wollen dann Zwischenfrüchte säen. Aber das bringt nichts, wenn es so trocken ist, denn auch die würde nicht keimen. Und wenn der Weizen geerntet ist, soll Gerste gesät werden. Und Ende August dann auch der Raps. Was ist, wenn es bis dahin nicht nennenswert geregnet hat? Wiederholt sich auch hier das Jahr 2018, wo viele Berufskollegen keinen Raps ausgesät haben?

Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Gras und auch Gemüse wachsen derzeit einfach nicht. Zwar könnten die noch etwas aufholen, wenn es jetzt regnen würde. Aber das tut es nicht.

Besonders schlaue Menschen werden mir jetzt vorschlagen, meine Felder doch zu beregnen. Doch auch dazu braucht man Wasser und vor allem die passende Technik. Die haben wir in unserem Betrieb nicht und selbst wenn wir sie hätten oder besorgen könnten, muss noch ein Hydrant in der Nähe sein. Und mit Trinkwasser beregnen? Auch nicht so „prickelnd“.

Bei unseren guten Böden haben wir auch bisher nie eine Beregnung gebraucht, weil wir wassersparend arbeiten. Wir pflügen seit über 15 Jahren nur noch in Ausnahmefällen und machen Mulchsaat. Durch die flache Bodenbearbeitung und das Vermischen der obersten 15 cm mit den Pflanzenresten sparen wir Wasser und heben den Humusgehalt an. Und Humus ist ein idealer Wasserspeicher.

Klimawandel: Ganz ehrlich, wir Bauern spüren den Klimawandel als Erste. Und da ist es mir auch egal, welches Lager denn nun recht hat bei der Diskussion, ob der denn nun menschengemacht ist oder nicht. Ich weiß nur eines: der Klimawandel ist da, und er wird für uns Bauern Folgen haben. Wahrscheinlich mehr, als für jede andere Berufsgruppe.

Wir Bauern müssten uns auf den Klimawandel einstellen. Das ist gut gesagt aber nicht so leicht gemacht. Oder habt ihr einen Tipp? Einen, den ich noch nicht gehört habe?

Euer Bauer Willi

 

 

 

 

 

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60 Kommentare

  1. Thomas H sagt

    Unser Mais in der Region ist mancherorts kaum Kniehoch. Schätzungsweise können wir in 2 Wochen mit der Ernte des Silomaises anfangen. Dann dürfte die Trockensubstanz erreicht sein. Maiskolben wird es großartig keine geben. Somit sind schon mal grob 50% des pot. Ertrages weg. Letztes Jahr hatten wir im Betrieb 17,4 Tonnen Mais pro Hektar geerntet. Ich habe anderweitig auch von nur 10-12 Tonnen gehört. Bei ~25 Euro pro Tonne kann sich jeder ausmalen wie weit man damit kommt.

    Immerhin haben wir jetzt eine Dürreversicherung, da der Sachverhalt frühzeitig abzusehen war. Ich habe seit Herbst letzten Jahres die nFK Werte der Stationen des DWD im Landkreis verfolgt. Wir lagen Zeitweise im April schon unter dem physiologischen Welkepunkt von 30%. Aktuell dümpelt sie unter 10%. Das bedeutet Abreife. Wenn es mal 5-6mm regnet, ist davon nach 2 Tagen im Boden nichts mehr zu finden.

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  2. Thomas H sagt

    Ich empfehle einen Besuch des Harzes, wenn man sich keine Vorstellung davon machen kann, wie sterbende Wälder in Größenordnungen mehrerer Quadratkilometer aussehen.

    Ansonsten einfach mal einen Spaten in die Hand nehmen und mehrere Meter tief buddeln. Wenn man nach 3-4 m immer noch nicht auf Feuchtigkeit gestoßen ist, befindet man sich im Osten der Republik.

    Im übrigen lag der durchschnittliche Ertrag von Weizen in der DDR nicht unter 30dt. Das mag nach dem WW2 in den 40er/50er Jahren (für Gesamtdeutschland) zutreffend gewesen sein. In den guten Bodenregionen Mitteldeutschlands, Sachsens, Thüringen und MeckPom wurden in 70er/80er Jahren auch schon 40 bis 65dt geerntet. Mein Vater hatte in einer 5000 Hektar LPG ca 100kg N pro Hektar jährlich zur Verfügung. Rechnet man N-min hinzu, waren durchaus rechnerisch 60dt A-Weizen mit 14% xP vom Feld zu holen. Damit hat man das Volk natürlich satt gekriegt.

    Der Unterschied von damals zu heute ist aber der Fakt, das heute die Landwirte selbstständige Unternehmer sind, die nach gewinnwirtschaftlichen Prinzipien arbeiten MÜSSEN. Und mit 30dt Weizen bezahlt man heute nicht einmal die Direktkosten der Produktion. An Pacht, Arbeitserledigungskosten, SVLFG, Steuern, Versicherungen und Unternehmergewinn ist da längst nicht zu denken.

    Viele Landwirte in der Dürreregion des Ostens stehen nach 2 aufeinanderfolgenden Kathastrophenjahren mittlerweile am Scheideweg: a) unter dem Risiko künftiger finanzieller Defizite nach dem Prinzip Hoffnung weiterzumachen, oder b) alles Hinschmeißen und sich entspannt zurücklehnen.

    Die Gesellschaft und Politik hat voriges Jahr eine Unterstützung der Landwirte, mit dem Verweis auf das individuelle unternehmerische Risiko, mehrheitlich abgelehnt. Gleichwohl ist aber der anthropogene Beitrag eines sich wandelnden Klimas ein gesamtgesellschaftlich hervorgerufenes Problem.

    Nun denn… die Gesellschaft wird Lösungen finden. Viele Landwirte in den betroffenen Regionen werden darauf aber nicht mehr warten können. Die Landwirte werden jedenfalls diese Rechnung nicht allein bezahlen.

    In diesem Sinne
    Landwirtschaftliche Grüße in die Ecken Deutschlands, wo die Dürre sich nicht auf die Naturalerträge der Ernte 2019 durchgeschlagen hat.

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    • Brötchen sagt

      „Im übrigen lag der durchschnittliche Ertrag von Weizen in der DDR nicht unter 30dt. Das mag nach dem WW2 in den 40er/50er Jahren (für Gesamtdeutschland) zutreffend gewesen sein. In den guten Bodenregionen Mitteldeutschlands, Sachsens, Thüringen und MeckPom wurden in 70er/80er Jahren auch schon 40 bis 65dt geerntet. Mein Vater hatte in einer 5000 Hektar LPG ca 100kg N pro Hektar jährlich zur Verfügung. Rechnet man N-min hinzu, waren durchaus rechnerisch 60dt A-Weizen mit 14% xP vom Feld zu holen. Damit hat man das Volk natürlich satt gekriegt.“

      Ja ich bin aus BB nun mal die Luft anhalten, was sollen wir sagen?
      Bei mir steht Weizen der bringt vielleicht sogar 30 dt, aber auf Sandboden.
      Es war auch etwas provokativ und überspitzt formuliert.
      Quasi als Satire auf die 90 dt.
      Durchschnittertrag für alle Getreide. Der Roggen zieht das immer runter.

      Weizen was ist das für ein Getreide, noch nie gesehen 😉
      Im übrigen mit Getreide bekommt man das Volk immer irgendwie satt.
      Das Problem zu Ostzeiten waren die hohen Tierbestände, es mußte einiges importiert werden.

      So war das gemeint.

      Vielleicht Erinnerungen zu Mais zu Trockenzeiten in BB vor der Wende!

      Dagegen steht der heute bombig.

      Das das wirtschaftl. eine Katastrophe ist, ist mir klar.

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    • Mark sagt

      Die derzeitige Hitzewelle wird von den Klimaalarmisten in allen Medien genutzt, um die Leute mit angeblich neuesten, noch schlimmeren, katastrophaleren etc. Studien über die Klimaapokalyse vollzuballern. Das ist Propaganda vom feinsten.

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      • Brötchen sagt

        Mark stimme Dir zu! Auf Welt schrieb jemand auf den Katastrophenbericht,“ der Wald bricht zusammen“…..ich wohne im Bayr. Wald und da ist kein Zusammenbrechen des Waldes zu sehen.
        Apropos Hitzewelle, es ist jetzt mal 3 Tage etwas wärmer, davor war es recht kühl und für nächste Woche ist auch etwas kühler angesagt. Mal sehen…
        Kann man sich auch mal ansehen….
        https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2018/11/eiszeitensimulation-macht-gletscherausdehnung-sichtbar.html

        Und es geht die Welt unter, Bauer Willi erntet nur 9 t/ha.

        In der alten DDR war der Durchschnittsertrag keine 30 dt/ha und wir sind auch nicht verhungert.
        Im Frühjahr stand der Futterroggen 60 cm hoch. Der Mais steht mancherorts so lala, aber weit von dem was letztes Jahr war.

        Es wird nicht einfach, aber der Weltuntergang wäre noch einen Zacken schärfer.

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        • Brötchen sagt

          vor 6000 Jahren gab es kaum noch Alpengletscher, also muss es da viel wärmer als heute gewesen sein.

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  3. Thomas H sagt

    Hier im Süden Sachsen-Anhalts ernten wir im Weizen noch weniger als 2018. Der Standort ist eigentlich mit guten Böden zwischen 50 und 90 Bodenpunkten gesegnet, aber bei Jahresniederschlagsmengen zwischen 300 und 400mm und einem hauptsächlichen Defizit in den ertragsbildenden Monaten April bis Juni, kann eben im Weizen kaum noch ein wirtschaftlicher Ertrag zustande kommen. Normalerweise gibt es in den Monaten April, Mai und Juni immer zwischen 35 und 45mm Niederschlag. Dieses Jahr gab es pro Monat teilweise deutlich weniger als 20mm. Der Regenschatten des Harzes lässt Grüßen.
    Die Weizenernte ist im vollen Gange und es werden Erträge zwischen 25 und 60 Dezitonnen je Hektar vermeldet. Das langjährige Mittel liegt hier eigentlich zwischen 75 und 90 Dezitonnen.

    Wie es weitergeht? Keine Ahnung;)
    Für viele Betriebe dürfte nach 2 Katastrophenjahren in Folge die Liquidität erschöpft sein, um eine neue Ernte vorzufinanzieren. Das bedeutet faktisch Aufgabe.

    Wird kaum wahrgenommen, da die Landwirtschaft in DEU keine Bedeutung mehr hat.

    1+
  4. Gephard sagt

    Wie komme die derart unterschiedlichen Fotos Zuständen? Die Bienenweide sah vorgestern ja noch sehr saftig aus.

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  5. Mark sagt

    Also, 2019 kann man absolut nicht mit 2018 vergleichen. Während es 2018 bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Oberschwaben) deutschlandweit von April bis November trocken war, ist dieses Jahr bis auf wenige Ausnahmen (Romerskirchen) die Niederschlagsverteilung weitgehend „normal“. Was flächendeckend noch fehlt ist die Wasserversorgung in tieferen Bodenschichten, da die Winterniederschläge ebenfalls in den meisten Regionen zu gering waren. Darunter hat vorallem der Wald noch zu leiden und auch die Streuobstbäume sterben z.Z. noch massiv ab. Dass es im Sommer auch mal heiss wird ist halt so.

    7+
    • Bauer Willi sagt

      Mag ja sein, dass wir hier besonders wenig Regen hatten. Aber der Link auf das UFZ sagt etwas anderes aus. Wir können uns aber in zwei Wochen gerne noch einmal unterhalten.

      Im Übrigen rede ich jetzt nicht vom aktuellen Wetter. Was mir Sorgen macht, ist die weitere Entwicklung. Was ist, wenn die Bodenvorräte auch im Winter 19/20 nicht aufgefüllt werden?

      3+
      • Berthold Lauer sagt

        Genau das ist das Problem. Natürlich kann niemand in die Zukunft sehen, aber bis sich die Bodenvorräte wieder aufgefüllt haben, muss es sehr viel und sehr lange regnen! Das kann uns dann wieder andere Probleme verursachen. Die regelmäßigen Niederschläge in den Frühjahrsmonaten haben über die miserable Versorgungslage hinweg getäuscht!
        Ansonsten kann die Strategie, falls sich diese extremen Situationen mit Trockenheit, Hitze aber auch extreme Niederschlägen dauerhaft etablieren, nur lauten: Aufwand minimieren, Risiko minimieren, unabhängiger werden von Ertrag und Erlös! Auch wenn es vielen von uns gegen den Strich geht: Prämienoptimierung sollte in den Focus rücken! Steht irgendwo in den GAP- Regeln, dass wir Nahrung produzieren müssen? Zumal für eine Gesellschaft, die genau dies zunehmend kritisiert? Warum sollten wir wegen Trockenheit, Hitze oder zu viel Nässe schlaflose Nächte haben! Einer Bienenweide oder Wildweisungsfläche ist es egal, ob es zu trocken oder zu heiß ist und die Prämie ist nicht an eine Ernte gebunden!

        4+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Auffallend ist ja die zunehmende „Individualisierung“ der Niederschlagsereignisse. Auf unserem Hügel ist es strohtrocken, 10 km weiter sind die Wiesen saftig grün.

      1+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Mark, die Niederschläge allein sagen ja nichts. Ob ein Klima humid oder arid ist, hängt vom Verhältnis Niederschlag/Temperatur ab, wie die entsprechenden Diagramme von Walter/Lieth zeigen: https://de.wikipedia.org/wiki/Klimadiagramm#Walter/Lieth-Klimadiagramm_(hygrothermisch)
      1 Grad mehr Durchschnittstemperatur benötigt 2 mm mehr Niederschlag pro Monat, wenn keine Dürre auftreten soll. Bei 25 Grad braucht man also mehr als 50 mm Niederschlag, bei 30 Grad mehr als 60 mm.
      In Österreich haben heuer die Niederschläge den langjährigen Durchschnitt noch nirgends dramatisch unterschritten, trotzdem ist es gebietsweise dürr.

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      • Brötchen sagt

        Elisabeth wir hatten aber schon wärmere und trockenere Jahre!
        Ich würde Mark aus dem Gefühl heraus recht geben.
        Außerdem:
        Die Durchschnittstemperatur wird seit 2001 anders berechnet als davor!
        siehe Wikipedia.
        Das kann Auswirkungen haben.
        Ich beschäftige mich am Rande mit Klimamessungen und da ist mir das aufgefallen.
        Temperaturmessung und zusammenrechnen und auswerten ist nicht ganz trivial, so einfach es erscheint.
        Ich rechne Temp. zusammen, die alle 15 min ein Logger aufzeichnet.
        Vielleicht hast Du als jemand vom Fach da etwas tieferes Wissen.

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        • Brötchen sagt

          Ich sehe gerade, die berechnen in dem Diagramm die Tagesmittelwerte aus den Tageshöchsttemp. und den Nachttiefsttemp. Wenn sich das nicht gross ändert alle paar Stunden dann spielt das keine Rolle, aber ansonsten schon.
          Die ganze Klimawissenschaft erscheint mir immer suspekter….

          1+
          • Elisabeth Ertl sagt

            Eigentlich wollte ich damit nur sagen, dass eine normale Niederschlagsverteilung und Willis UFZ – Diagramm kein Widerspruch sein müssen.
            Und sicherlich hat es früher auch schon dürre Sommer gegeben. Aber uns hier wird Versteppung prognostiziert ….

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Diese einfache Berechnung der Tagesmitteltemperatur heute kommt daher, dass die Geographie die oberflächliche Wissenschaft von der Erde ist 🙂
            Wir haben seinerzeit im Studium noch die Mannheimer Stunden genommen und 21 Uhr doppelt gerechnet.

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            • Brötchen sagt

              Ich will jetzt nicht behaupten, das wäre oberflächlich. Ich hoffe mal, es wurde schon untersucht und man hat festgestellt, das reicht so.
              Jetzt wird ja der stündliche Wert für das Mittel genommen.
              Ich beschäftige mich etwas mit Stallklima und da brauche ich Referenzwerte und da ist mir das aufgefallen.
              Für Ihre Klimastudien werden die schon die Effekte rauskorrigieren können. Trotzdem ist eine kritische Betrachtung vielleicht nicht unbedingt schlecht.

              1+
              • Elisabeth Ertl sagt

                Ich bin ja schon lang nicht mehr selber in der Forschung, und mit Kleinklima hab ich mich auch nicht beschäftigt. Diese Diagramme beschreiben ja ganze Klimazonen – deshalb „oberflächlich“

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  6. Franz Müller sagt

    Was die gesamte Agrarpolitik, die ganzen Interessen-Verbände aber auch die Landwirte nicht schaffen – nämlich eine Mengenreduzierung durchzusetzen…schafft – vielleicht das Wetter oder das Klima oder wie man es nennen will.

    Letztes Jahr hat Bauer Willi geschrieben…daß die Pommes kleiner werden, weil es aufgrund der Trockenheit kleine Kartoffel gibt.
    Ich habe in verschiedenen Verkaufsstellen, Restaurants, Fast Food Ketten darauf geachtet – Nein, es war nicht der Fall.
    Entweder gibt es Europaweit solche Überschüsse oder es wirkt einfach nur regional.

    Wir Milchbauern haben 2018/19 auch auf eine „klimatische“ Milchreduktion gewartet nach den Meldungen über fehlendes Grundfutter. Nichts, aber auch garnichts ist geschehen.
    Milch ist im Überfluss vorhanden. Der Preis befindet sich auf Sinkflug.
    So hart es klingt – vielleicht schafft es die Natur eine klimatische Begrenzung auf Lebensmittel zu setzen, obwohl ich es mir eigentlich auch nicht wünsche.

    Nur so am Rande: Bei uns ist gestern der vierte Urlauber bei Wanderungen auf Schneefelder tödlich verunglückt. In den Nordalpen liegt Schnee wie noch nie. Und wir sind keine Gletschergegend.
    Wir sprechen hier von Höhenlagen von nur 2000 m.
    Der Schnee muss weg – und es kann nur die Natur regeln…

    2+
    • Obstbäuerin sagt

      Ich weiß nicht, wie es im Einzelnen bei Milch läuft, Franz Müller, aber wenn bei uns die Ernte reduziert ist, dann holt sich der LEH die Ware aus Polen oder sonst woher. Wir kriegen mitnichten einen höheren Preis – es sei denn die Apfelproduktion ist europaweit eingebrochen. Das ist aber selten der Fall (2017). Mengenreduzierung mit offenen Handelsgrenzen bringt null und die Schweiz macht halt die Grenzen dicht für gleichwertige Waren von außen.

      7+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Gestern habe ich mit dem Betreiber eines gemischten Betriebes (Obst und Weinbau, Kühe, Schweine, und Ackerbau) gesprochen. Für die Äpfel die er an die Genossenschaft geliefert hat, bekommt er derzeit 19 Cent je Kg ausbezahlt.

        3+
        • Inga sagt

          Solche Betriebe gibt es wohl noch?
          Wie groß ist der Kuh- und Schweinebestand?

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          • Johann Maier sagt

            Der Rinderbestand in Deutschland betrug 1900 18 Millionen, 1990 20 Millionen, heute unter 12 Millionen, Tendenz weiter fallend, Schweinebestand ebenfalls sinkend, vor allem Mutterschweine

            2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Der Betrieb ist 60 Hektar groß und ist im Tierbereich Selbstvermarkter.

            Die Schlachten in der Woche 3 Schweine und im Monat 2 Rinder.
            Kühe haben die ca. 25, die Milch wird im Betrieb verarbeitet und auch über den Hofladen verkauft.

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            • Inga sagt

              Und alles mit Familienangehörigen? Die Frau kann nicht in die Altenhilfe gehen, oder?

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                In diesem Betrieb managt die Ehefrau den Hofladen mit der Käserei. Der Betriebsinhaber arbeitet in einer Firma und ist der Chef über 2000 Mitarbeiter. Betriebsleiter ist der Sohn.

                Ein Obst und Weinbaubetrieb in dieser Größenordnung kann man nicht allein mit Familienangehörigen betreiben.

                1+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ja, 19 Cent Auszahlungspreis je Kg für Tafelobst,
            das im Laden 1,99 Euro im Angebot kostet. Die Große Ernte letztes Jahr und den Preisdruck von Polen wird gnadenlos ausgenützt vom Handel.

            Jetzt braucht man nur noch den Mindestlohn von über 12 Euro und schon steht Mais auf der jetzigen Obstfläche.

            7+
      • Franz Müller sagt

        Ja das sehe ich auch so, Obstbäuerin. Marktwirtschaftlich sind Begrenzungen fast nicht möglich. Jede politisch festgesetzte Quote wurde bisher unterlaufen.

        Wenn es zu Klimaveränderungen kommt (…ich bin da sehr vorsichtig mit Annahmen) – wird es wohl weltweit passieren…dass Ernteeinbußen die Folge sind. Ob das letztlich den „normalen Bauern“ hilft – ist völlig offen.
        Was Nahrungsmangel bewirkt, kennt unsere Volkswirtschaft noch garnicht, es ist ein offener Gau.

        Ein Gast aus den neuen Bundesländern mit großem Ackerbaubetrieb hat mir erzählt, dass in Ihren Landratsämtern – Lebensmittelkarten auf Vorrat verfügbar sind.
        Bei der Antragsstellung würde man den Landwirten offen sagen: Bei Lebensmittelknappheit haben die Hoftore offen zu stehen…

        …die Daten was jeder Betrieb erzeugt, sind ja detailiert vorhanden.

        5+
        • Inga sagt

          Ja,
          wir müssen uns schon mal vorbereiten, wenn wir das dann alles nicht brauchen, um so besser!

          Die Leute heute
          wollen ja noch nicht mal erzählt bekommen, wie es früher war, als die Leute hier nach dem Krieg mit Lebensmittelkarten leben mußten!

          1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ob man bei dieser Situation noch Lebensmittelkarten braucht, glaube ich nicht, die würden alles an sich nehmen.

          An einem Stammtisch sagte mal einer, wenn diese Zeit wieder käme, dann holt er die Kuh aus dem Stall.
          Darauf meinte ein Landwirt nur, das machst Du nur einmal, die gibt auch keine Milch mehr.

          Dieses Problem wäre gelöst, in meinem Ort gibt es nur noch ein paar Mutterkühe.

          1+
          • Inga sagt

            Was?
            Der Schreibtischtäter würde dann stehlen wollen?
            Sollen dann die Söhne wie ihre Urgroßväter (ich glaube das war in den 20igern) mit dem Gewehr um den Hof laufen, um ihn zu schützen?

            Man muß ja mal darüber reden…

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    • Sabine sagt

      Franz, der Michpreis und die Verfügbarkeit sind mal wieder von den Spekulanten gemacht. Die haben Milchpulver gebunkert, dass jetzt langsam dem Verfallsdatum entgegen geht und daher auf den Markt drückt.
      Pommes… nun, wie soll ich es sagen…. Ich weiß, ich sag das zu oft, aber einfach mal nach China gucken. Yu Xinrong hat vor … äh…fünf Jahren den Kartoffelbefehl ausgegeben, jedes Jahr 10 Millionen Tonnen Kartoffeln mehr zu erzeugen. Seitdem touren die staatlichen Kartoffelbotschafter übers Land und preisen die Super-Knolle an. Kaum ein staatliches Fest wo nicht irgendeine Kartoffel-Tante die Wunderpflanze mit eingängigen Liedchen beträllert. Es wirkt. Inzwischen Nummer 4 der Hauptexporteure weltweit und neue Kartoffelrezepte für die moderne chinesische Küche findet man regelmäßig in den Haushaltszeitschriften und die staatliche Kartoffel-Koch-Show nicht zu vergessen. Knaller. Nur, die chinesische Hausfrau ziert sich noch. Also ab auf den Weltmarkt damit.
      Wer übrigens glaubt, dass nur wir hier mit „verlandlustigten“ Bildern vom ach so idyllischem Leben auf dem Land bombadiert werden, während das real existierende Land nicht ansatzweise so romantisch ist, kennt Li Ziqi Weibo- bzw. Youtube-Kanal noch nicht. Einfach mal auf Youtube Liziqi eingeben und staunen.

      2+
  7. bauerhans sagt

    gestern 14mm,ramtillkraut als zwischenfrucht nach w.gerste wächst schon.
    erbsen brachten 2,5to vom ha,letztes jahr noch 5,5to als s.gerste/erbsengemenge.
    blühfläche als crowdfunding bringt den höchsten ertrag.

    1+
  8. Oberländer sagt

    Heute Morgen 12 mm Niederschlag ,
    Gersten-stoppel flach gegrubbert es kann keimen.
    Zum Thema oben :
    wir Landwirte passen uns schon immer an.
    Wir springen vielleicht nicht über jedes Seil , das uns irgend jemand hin hält, aber das ist auch gut so.
    Es ist besser wenn sich verträumte Ideologen selbst in ihren Seilen
    verheddern.
    Es gilt Risiken zu minimieren z.B. andere Fruchtfolgen (natürlich
    Markt abhängig) .
    Es gilt im Bereich Futterbau auf leichten Standorten über tief wurzelnde Luzerne nach zu denken .
    Die Vorschriften in den völkischen Bekehrungen in Bayern und
    eventuell auch in BaWü werden diese Arbeit aber sehr schwer machen.

    3+
    • Bauer Willi sagt

      „Andere Fruchtfolgen (natürlich marktabhängig)“
      Darüber wüsste ich gerne mehr. Gehört zu den Ratschlägen, die ich immer wieder höre…

      2+
      • Oberländer sagt

        Tja diesen Ratschlag der nicht meines Ursprungs ist hat mir auch noch keiner dahin gehend erklären können , das für mich
        mehr als eine Null heraus kommt.
        Es macht aber sicherlich Sinn , wenn ich das jeweilige Wetter
        best möglich ausnutze ( bei Trockenheit z.B. mechanische
        Unkraut Bekämpfung im nassen Jahr dann halt mehr Chemie).
        „Neue Früchte im Markt platzieren Entwicklungspotential nutzen und aus dem Dornröschenschlaf wecken “ sind aus meiner Sicht nicht für die Breite Masse der Betriebe geeignet.

        2+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Willi,was wollen wir deutschen Landwirte in der jetzigen Situation überhaupt noch anbauen, um, nach dem Grünen Gedankenspiel und Ihrer Verteufelung der deutschen Landwirtschaft weitere exestieren zu können. Die Zu. Rübe, hat Südzucker in unserer Region mit der Schließung von Brottewitz, den Totesstoß verpasst.
        Raps ohne Beitze geht nicht . Mais wollen diese Leute aber auch nicht.
        Zahlt uns ein ordendliches Entgeld und Deutschland erblüht. Aber über die Jahre wird dieses Land verhungern. Wir Landwirte sicher nicht. Wir schaffen die Grundlagen für ein „Sattfressenen“ welches in dem Moment dann wegfäll.

        4+
        • Inga sagt

          Ob die Junglandwirte das wirklich noch können?
          Können die Kühe mit der Hand melken?
          Kennen die sich alle mit Kartoffelbau aus, wenn das Equipment und Know-how nicht auf dem Hof ist?
          Ob dann Mais wieder für Biogasanlagen gefragt ist? Vielleicht wird gerne für die Abwärme bezahlt, oder?

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          • Sabine sagt

            Keine Angst, für sowas gibt es Youtube-Tutorials. Die oft als sehr verdreht und durchgeknallt geltende Preper- und Homesteader-Szene hat für alles ein Vid parat, auch für die Familienkuh, die selbstverständlich mit der Hand gemolken wird. Kühe werden in dieser Szene als Haustier immer beliebter. Wobei gerade Mini-Jerseys und Dexter für Wahnsinns-Preise gehandelt werden. Vllt. bald auch eine Nische für die Züchter hier. Alles was um die 100 cm hoch ist und nicht mehr 10 l Milch gibt, ist als Haustier mit Nutzeigenschaften sehr beliebt. Die kleinen Kühe brauchen wenig Platz, fressen einem nicht die Haare vom Kopf und können selbst bei muttergebundener Kälberaufzucht noch einen Haushalt mit Milch ausreichend versorgen. Warum also einen Hund halten, wenn es Kühe gibt die nicht viel größer sind?

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Oberländer,bei uns hilft auch keine tiefwurzelde Luzerne. Die Bestände sind total verbrannt.Trotz des tiefen Wurzelvolumens. Alles ist braun.

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      • Oberländer sagt

        wenn es nicht so traurig wäre würde ich sagen versuch es mit Kamelzucht.
        Da wo kein gescheiter Humus und kein Wasser ist werden die Werte für Boden korrigiert werden.
        Ich weis das hilft keinem , höchstens dem der Investitionen plant und nicht ans Wasser denkt.

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    • Würden in Deutschland vielleicht auch Sorghumarten und Sudangras für Viehfutter oder als Gärsubstrat funktionieren? Sie sind angepasst an Trockenheit, jedoch weniger an Spätfrost. Wir experimentieren damit momentan in Südamerika.

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      • Sabine sagt

        Mit Miscanthus wird hier auch schon experimentiert. Er wird vor allem als Alternative zu Stroheinstreu und als Energiepflanze angebaut. Hirse wäre sicher eine Möglichkeit, nur was genau sollen wir damit machen, außer sie an Tiere zu verfüttern. Hirse und Hafer können Backweizen nicht ersetzen.
        Wie auch Willi letzte Woche festgestellt hat, wächst seine Blühmischung trotz Trockenheit recht ordentlich. Wenn es nur um Viehfutter geht, wäre eine Möglichkeit auch Blühflächen für Futtergwinnung freizugeben oder Grünland wenigstens in Streifen mit sowas wie Hegemischungen einzusäen. Meiner Erfahrung nach wächst in solchen Mischungen immer irgendwas einigermaßen ordentlich und so hat man – wenigstens in der Wildtierfütterung- irgendwas für die Tiere.

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  9. Mark sagt

    Teilweise aber auch nur 10mm gestern! Wir bräuchten aber Landregen mit mehr als 150mm um mal etwas Reserve anzulegen!!!

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  10. Leo sagt

    1. Kreis Heinsberg hatte 25-70 mm, Mais wird wohl Kolben bekommen
    2. Gerstenstoppel würde ich zumindest Striegel /mit fexerzinkenegge ankratzen. Hilft sobald Tau kommt etwas.

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    • Bauer Willi sagt

      Es sei euch gegönnt. Wir hatten 5 mm. Das löst aber nicht das grundsätzliche Problem. Kommende Woche soll es 38 Grad heiß werden… Wieder einmal…

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