Monate: August 2018

Humus aufbauen, Fruchtfolge auflockern, Nährstoffe fixieren…

…sind nur einige Ziele, die wir mit der Saat von Zwischenfrüchten erreichen wollen. Ein weiterer Grund ist die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, damit ich die EU-Ausgleichszahlungen erhalte. Wir Bauern bekommen nämlich die „Subventionen“ nicht ohne erhebliche Auflagen „vorne und hinten reingeschoben“. Der Cross- Compliance-Katalog umfasst rund 100 Seiten… Aber auch ohne „Subventionen“ würde ich die Zwischenfrucht säen, weil ich die in der Überschrift genannten Ziele schon seit Jahrzehnten verfolge. Und dass mache ich auch ohne den Ratschlag von Anton Hofreiter und Co. und obwohl ich ein Vertreter der konventionellen Landwirtschaft bin.  Auch ich arbeite biologisch und habe die Zwischenfrucht mit einer kleinen Gabe an organischem Dünger versehen. Übrigens bekämpft der Ölrettich die Nematoden (Rübenzystenälchen) auch biologisch. Nennt man/frau „Fangpflanzenmethode“. Mehr Bio geht kaum. In diesem Jahr ist der Anbau der Zwischenfrüchte eine besondere Herausforderung, weil es staubtrocken ist. Wir hoffen, dass der vorhergesagte Regen auch kommt. Es müssten aber mindestens 5 bis 10 mm sein, damit die Saat auch keimen kann. Und besonders nach der Keimung muss es weiter feucht bleiben, sonst war der ganze Aufwand „für die Katz“ und wir …

Hobby-Agrarwissenschaftler

Am 22.8. hat Frau Slomka die Landwirtschaftsministerin Klöckner interviewt. Besonders aufgefallen ist mir das Statement von Frau Slomka ab Minute 4:20 https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/hilfe-nicht-in-vollkaskomanier-100.html Sie sagt dort: “ (die Landwirtschaft) wird ja überwiegend nach wie vor konventionell betrieben. Mit Massentierhaltung, mit eher einer Tendenz zu Monokulturen und zu sogenanntem Hochleistungsgetreide, das eben auch besonders temperaturanfällig ist. Müsste man da nicht stärker umsteuern? Das klingt jetzt bei Ihnen ein wenig so, als wäre das alles ganz in Ordnung“. Ich wäre bei einer solchen Aussage wahrscheinlich aus der Rolle gefallen. Meiner Meinung nach hat Frau Klöckner sehr gut und ausgewogen geantwortet. Ich habe in diesem Interview viel über Kommunikation gelernt. Euer Bauer Willi Bildquelle: ZDF     Und hier noch ein Agrarexperte. Stellungnahme vom 22.8.2018. Dazu sage ich aber nichts.   0

Die WDR-Beiträge vom 22.08.2018

Wer es nicht gesehen hat, hier der Beitrag von 18:45 Uhr bei aktuelle Stunde. Leider wurden einige „knackige“ Sätze nicht übernommen. Geht aber so in Ordnung. https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-erntebilanz—gibts-duerre-hilfen-fuer-die-bauern-100.html Jetzt noch der Beitrag von WDR aktuell zur Dürre-Hilfe. Leider fehlt auch hier der Satz, den ich gerne im Beitrag gesehen hätte und der lautet „Was mir gewaltig auf den Zeiger geht ist die Tatsache, dass jetzt alle auf der Dürre ihr ideologisches Süppchen kochen“ Ansonsten bin ich zufrieden weil nichts verdreht wurde. Und das ist nicht selbstverständlich… https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr-aktuell/video-bundes–und-landesregierung-beschliessen-finanzhilfen-fuer-bauern-100.html 0

Klare grüne Worte! Danke!

Norwich Rüße gehört seit 1998 der Partei Bündnis 90/Die Grünen an und sitzt für sie im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Er bewirtschaftet im Nebenerwerb einen ökologisch geführten Betrieb (Bioland). Jetzt hat er einen Brief an seine Parteikollegen/innen in der Bundesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (BAG)  geschrieben, den ich sehr bemerkenswert finde und der mir persönlich in vielen Dingen aus dem Herzen spricht. Er hat mir erlaubt, ihn hier einem breiteren Publikum zur Kenntnis zu geben. Danke dafür und danke für die klaren Worte. Liebe BagLerInnen, ich habe lange überlegt, ob es sich lohnt auf all diese Mails zu antworten. Denn eigentlich ist es wohl fast aussichtslos. Ich tue es trotzdem: Geradezu unverschämt – und deshalb kommt das hier auch als Punkt 1 – empfinde ich den Vorwurf an die BAG, dass dort „in den letzten Jahren Klientelpolitik“ betrieben worden sei. In der BAG ist über viele Dinge diskutiert worden und dabei wurden auch unterschiedliche Positionen sichtbar. Die kann man auch z.B. zur GAP trefflich einnehmen, z.B. führt die regionale Herkunft der Diskutanten schon zu sehr verschiedenen Sichtweisen, bei welcher …

Heute im WDR -Fernsehen

Heute ist Willi im Medien-Stress. Für 11:30 Uhr hatte sich ein Dreh-Team der „Aktuellen Stunde“ angesagt, um ihn zur Pressekonferenz von Julia Klöckner aus Sicht eines einzelnen Landwirten zu befragen. Sendetermin: 18:45 bis 19:30 Uhr. Während des „Drehs“ kam dann noch eine Anfrage von „WDR Aktuell“ (21:45 Uhr) mit der gleichen Thematik. Nachdem ihn „Frontal 21“ gestern „auf den Pott gesetzt“ hat, glauben wir aber jetzt, dass diese Beiträge tatsächlich gesendet werden. Willi hat mich gebeten, euch auf diese Sendungen hinzuweisen. Und wie immer sind wir gespannt, was aus dem Filmmaterial gemacht wird. Euer Alois 0

Lakners Kommentare

Sachlich im Ton und mit Fakten hinterlegt hat Sebastian seinen Beitrag zur Dürrebeihilfe für Landwirte geschrieben. Lesenswert und diskussionswürdig https://slakner.wordpress.com/2018/08/06/sind-beihilfen-fuer-die-landwirtschaft-gerechtfertigt-ein-ueberblick/ 0

Frontal 21…

..hat mir soeben (16:00 Uhr) mitgeteilt, dass der Beitrag mit mir und zwei Bio-Bauern zum Thema Dürre heute um 21:00 Uhr ausfällt. Man „warte erst die Entscheidung der Ministerin am morgigen Mittwoch ab und entscheide dann neu“. Kann also sein, dass die drei Stunden am vergangenen Montag „für die Katz“ waren… Euer Bauer Willi 0

Wenig Wasser…

…ist derzeit im Rhein. Das Bild stammt vom 16. August diesen Jahres und ich kann mich nicht daran erinnern, den Rhein jemals so niedrig gesehen zu haben. Aber was hat das mit der Landwirtschaft zu  tun? Nun, mit Landwirtschaft eher weniger, mit unserer Lebensmittelversorgung schon sehr viel. Deutschland wird in diesem Jahr seit langer Zeit wieder zum Importland für Getreide und andere Früchte werden. Grob geschätzt fehlen 6 Mio. Tonnen, die nach Deutschland gebracht werden. Das meiste davon kommt über die Häfen und wenn das stimmt, was ich gehört habe, ist der Hafen Brake bis zum Juni 2019 ausgebucht! Neben Weizen wird dort Mais angelandet, der dann von dort umgeladen und mit Binnenschiffen zu den Mühlen am Rhein transportiert wird. Bei Niedrigwasser können die Schiffe aber meist nur die Hälfte oder weniger laden. Die Schiffer bekommen dafür aber einen „Niedrigwasser-Zuschlag“, so dass sich die finanziellen Einbußen in Grenzen halten. Diese Zuschläge sind vertraglich vereinbart, machen aber die Frachten teurer. Es gab Jahre mit Trockenheit, in denen die Schifffahrt vorübergehend eingestellt werden musste. Noch ist es …

Ich verstehe es nicht…

Seit Jahren wird über Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration diskutiert und um den besten Weg gerungen. Der Termin 1.1. 2019 rückt immer näher, ohne dass es zu einer Einigung der Marktteilnehmer gekommen wäre. In dieser Situation erscheint nun ein Interview mit Werner Schwarz, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (und Schweinemäster) mit einem Interview in der Rheinischen Post. https://rp-online.de/politik/deutschland/bauernverband-will-preise-fuer-schweinefleisch-verdoppeln_aid-25107725 Die letzten Sätze des Interviews sind bemerkenswert, weil er dort eine der Alternativen, die Immunokastration, als „Hormonbehandlung“ darstellt. Er müsste wissen, dass sie das nicht ist. Von daher ist eine solche Darstellung nicht nur ärgerlich sondern kontraproduktiv. Ich verstehe schlichtweg nicht, wieso der DBV so reagiert. Er fordert mit Recht eine faktenorientierte Diskussion. An die sollte er sich dann aber auch selbst halten. Was die Fakten angeht, kann Nadine Henke viel besser die unterschiedlichen Lösungsansätze darstellen. Sie ist Tierärztin,  Ferkelerzeugerin und Trägerin des Ceres Award. Hier ihr Beitrag: Hormone im Fleisch? Vollkommen normal. 0