Jahr: 2017

Emissionen sinken deutlich

Es gibt gute Nachrichten aus dem Umweltbundesamt. Nur wird darüber nicht so viel gesprochen. Hier die Originaldaten, aufgeschlüsselt nach 6 verschiedenen Treibhausgasen: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/dateien/8_tab_thg-emi-kat_2016-01-20.pdf  

Die Weltbevölkerung und ich…

Ich wollte mal wissen, wie sich die Weltbevölkerung im Laufe meines bisherigen Lebens entwickelt hat. Und da war ich dann schon „von den Socken!“ Als ich geboren wurde, waren es rund 2,7 Milliarden, heute sind es um die 7,4 Milliarden. Dabei bin ich daran nicht „schuld“, denn wir haben nur zwei Kinder, was bei zwei Elternteilen je definitiv kein Wachstum ist. Sollte ich tatsächlich 75 Jahre alt werden, werden noch mal knapp 1 Milliarde dazugekommen sein. Die meisten Menschen leben derzeit in Asien, wobei China und Indien mit jeweils über einer Milliarde Menschen die Staaten mit der höchsten Einwohnerzahl sind. Mit etwas Abstand folgt Afrika. (Details mit Klick auf die Grafik) [huge_it_gallery id=“39″] Sieht man sich jedoch das Bevölkerungswachstum an, so liegt Afrika vorne. Im angegebenen Zeitraum hat sich hier die Bevölkerung mehr als verfünffacht! (Details mit Klick auf die Grafik) [huge_it_gallery id=“40″] Sieht man sich dann einzelne Staaten in Afrika an, so wird deutlich, in welch kurzer Zeit es hier zu einer Bevölkerungsexplosion gekommen ist. (Details mit Klick auf die Grafik) [huge_it_gallery id=“41″] So startete …

Ideen braucht der Bauer…

Jetzt mal eine Blick nach vorn. Wir haben auf der Grünen Woche was sehr Interessantes aufgeschnappt. Die Agrarzeitung macht einen Ideenwettbewerb für Agrar- und Ernährungswirtschaft. „Ist doch nichts Neues“, werden mir einige vorhalten. Denn es gab schon öfters derlei Ideenwettbewerbe. Aber diesmal gibt es einen richtig großen Batzen Geld als Preis. 25.000 € Aber es pressiert. Der Einsendeschluß ist bereits der 17.03. 2017. Wen dies näher interessiert, sollte die Einzelheiten unter http://www.ideenwettbewerb-agrar-und-ernaehrung.de/ studieren. Aber auch wenn man keinen Preis gewinnt. Jeder braucht Ideen, wie er seine Zukunft gestalten will. Was gibt es Besseres, als wenn die Zeit für Deine Idee gekommen ist. 🙂 Euer Alois

It never rains in Southern California…

…wem  ist dieses Lied nicht noch in Erinnerung: „Es regnet nie in Süd-Kalifornien“.  Und das hat es tatsächlich mehrere Monate nicht, doch jetzt ist alles anders. Der Oroville-Damm, der größte der USA, droht zu brechen. https://www.welt.de/wirtschaft/article162043668/Bricht-der-Staudamm-droht-Kalifornien-auszutrocknen.html Dies wäre in zweifacher Hinsicht eine Katastrophe. Zum einen für die Menschen, die unmittelbar von einer Überschwemmung betroffen wären, zum anderen die Folgewirkung: Der Stausee ist der wichtigste Wasserspeicher für die örtliche Landwirtschaft. Im nördlichen Valley werden vor allem Nüsse und Obst angebaut. Die Farmen des Valley produzieren zum Beispiel mehr als zwei Drittel aller weltweit konsumierten Trockenpflaumen sowie fast alle in den USA verkauften Nüsse. Betroffen wäre auch die Wasserversorgung von Los Angeles und San Diego. Und wenn der Schnee taut, wird es sicher nicht besser. Schaut euch mal die Bilder hier an: http://www.wetteronline.de/fotostrecken/2017-02-13-ca Nur zur Info. Ich meine, wegen Welthandel und Klimawandel und so… Euer Bauer Willi      

Gemüsekrise…

Ich weiß nicht, wem es aufgefallen ist. Bestimmtes Gemüse, wie Tomaten, Paprika, Zucchini, Blumenkohl und Auberginen, aber auch verschiedene Salate sind in den letzten Wochen sehr teuer geworden. Das erkennt man auch daran, dass in den Wurfzetteln der Supermarktketten und Discounter diese Produkte überhaupt nicht zu finden sind. Doch woran liegt das? Grund für die „Gemüsekrise“ ist eine Kältewelle in Südeuropa, dort, wo die großen Anbaugebiete liegen, die Mittel- und Nordeuropa auch im Winter mit frischem Gemüse und Salaten versorgen. Während wir in Mitteleuropa uns über länger anhaltende Hochdruckgebiete freuen konnten, zogen die Tiefdruckgebiete weiter südlich und brachten neben viel Regen auch ungewöhnlich tiefere Temperaturen nach Spanien, Italien und Griechenland. Stellenweise brachen sogar Folien-Gewächshäuser unter der Last des Schnee zusammen. Was jetzt in den Wurfzetteln der Supermärkte zu finden ist, sind Sonderangebote für Möhren und Rote Bete aus Deutschland. So besinnen sich die Verbraucher in Mitteleuropa gezwungenermaßen auf regionale und saisonale Angebote. Und so meint dann auch Eckhard George vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau: „Man kann sich schon darüber wundern, wenn Leute, die sich ökologisch sinnvoll …

Lieber Karl-Heinz

Am Sonntag habe ich eine Mail von Karl-Heinz (den ich nicht persönlich kenne) bekommen, wo er mir die Frage stellt: „Für wen arbeitest du eigentlich? Für die Nahrungsmittelindustrie, den Weltmarkt oder für deine Nachbarn.“ Und er geht auch noch auf ein paar andere Dinge ein. Hier meine Antwort, die wieder neue Fragen stellt. Fragen, die wir Bauern auch an Politik und Gesellschaft stellen müssen. In einem Dialog: klar in der Sprache, durchaus strittig in der Sache, aber fair im Umgang miteinander. Lieber Karl-Heinz vielen Dank für Deinen Brief. Deine Frage ist nicht leicht zu beantworten. Als mein Vater mir den Betrieb vor 35 Jahren übergeben hat, war unser Betrieb eigentlich ein Bio-Betrieb. Gut, mein Vater hat damals noch mit Quecksilber gebeizt (ist aber trotzdem sehr Jahre alt geworden) aber ansonsten wurde überwiegend mit Mist gedüngt, Vieh hatten wir genug und zwar alles, was man sich heute unter einem bäuerlichen Familienbetrieb vorstellt, Kühe, Schweine, Hühner, Enten und Gänse. Heute sind wir ein reiner Ackerbaubetrieb und arbeiten in Kooperation mit unserem Nachbarn. Um Kosten zu sparen und die Maschinen rentabel einsetzen …

Reim dich oder ich fress dich…

Wahnsinnig, wie die Bauern in den letzten Tagen gereimt haben. Und jetzt schickt uns doch mal Sprüche, in denen eure Arbeit positiv rüberkommt. So in etwa wie in der gelben Karte. Oder wie die hier (hab ich mir gerade so ausgedacht)      Mit Roboter für meine Kühe  – macht die Arbeit wenig Mühe     Und hab ich auch noch so viel Geld – spar ich mit Dünger auf dem Feld     Fahr ich mim Trecker ne grade Spur – gibt’s GPS in meiner Flur Schreibt eure Sprüche einfach in die Kommentare. Und jetzt los, es ist ja Sonntag. Euer Bauer Willi  

Fakten, Gefühle und die Bauern…

Das Wort des Jahres ist „postfaktisch“. Bemüht man Wikipedia, so ist dort der Begriff „postfaktische Politik“ erklärt und zwar so: „Postfaktische Politik ist ein politisches Denken und Handeln, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt hinter den Effekt der Aussage auf die eigene Klientel zurück. In einem demokratischen Diskurs wird – gemäß dem Ideal der Aufklärung – über die zu ziehenden Schlussfolgerungen aus belegbaren Fakten gestritten. In einem postfaktischen Diskurs wird hingegen gelogen, abgelenkt oder verwässert, ohne dass dies entscheidende Relevanz für das Zielpublikum hätte. Entscheidend für die von postfaktischer Politik angesprochenen Wähler ist, ob die angebotenen Erklärungsmodelle eine Nähe zu deren Gefühlswelt haben. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Postfaktische_Politik Postfaktisch ist nicht neu Nun ist dies für mich als Bauer nichts Neues. Ob es um „verseuchtes“ Trinkwasser, um Glyphosat in Muttermilch und Bier, um die Gefahr von „Pestiziden“ oder Gentechnik geht, all diesen Botschaften sind so formuliert, dass eben der Wahrheitsgehalt der Aussage hinter dem Effekt für das eigene Klientel zurücksteht. Wenn das Zielpublikum der Aussage gefühlsmäßig zustimmt, ist das Ziel erreicht. Da kann man …

„Der Andersdenkende ist kein Idiot…

  … er hat sich nur eine andere Wirklichkeit konstruiert“. Dieser Satz stammt nicht von mir, sondern vom Psychotherapeuten Watzlawik, der sich unter anderem auch mit unterschiedlichen Formen der Wahrnehmung beschäftigte. Der obige Auszug aus einem Artikel der FAZ hat mich erst erschrocken gemacht. Er zeigt aber sehr anschaulich, wie die Wahrnehmung von außen auf die Landwirte ist. Und je länger ich darüber nachdenke, um so mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass das Bild, das wir nach außen hin abgeben ein anderes ist als das, dass wir Landwirte von uns selbst haben. Die Aufgabe Selbstbild und Fremdbild wieder in Einklang zu bringen. Dazu gehört, sich selbst kritisch zu hinterfragen, ob all das, was wir tun, auch vermittelbar ist. Wenn das nicht der Fall sein sollte, müssen wir dann nicht auch Dinge anders tun? Das Fremdbild können wir nur beeinflussen, wenn wir selbst auf unsere Mitbürger zugehen und ihnen von unserer täglichen Arbeit erzählen. Und wenn ich „erzählen“ sage, so meine ich das auch genau so. Fakten sind zwar auch wichtig, aber noch wichtiger ist es, unsere Mitmenschen auch emotional zu erreichen. …

Ministerin Hendricks entschuldigt sich…

Sehr gut Frau Hendricks. Ich denke, wir Landwirte nehmen Ihre Entschuldigung an, weil wir Ihnen jetzt abnehmen, dass Sie persönlich wirklich in einen offenen und fairen Dialog mit uns treten wollen. Klar in der Sprache aber auch durchaus strittig in der Sache. So, wie es sich für gute Demokraten gehört. Besonders für soziale Demokraten… 😉 Sehr gut auch, dass Sie den Lebensmitteleinzelhandel mit in die Verantwortung nehmen, denn der wird in der Diskussion meist vergessen. Hier die sehenswerte Videobotschaft von Frau Hendricks: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen