Jahr: 2017

Zurück auf Los…

Stellen Sie sich einfach mal vor, wir würden morgen eine Reset-Taste drücken und unsere Ernährung neu organisieren! Mit ist klar, dass das Utopie ist, aber als Gedankenspiel vielleicht ganz hilfreich. Ab morgen könnten 80 Millionen Deutsche frei über die gesamte Acker- und Grünlandfläche entscheiden. Auch die Verteilung der Lebensmittel würde neu organisiert werden. Was würden wir, nein, wie würden Sie es machen? Hier mal zwei Modelle zur Auswahl: Modell A Individuell: Rein rechnerisch bekommt jetzt jeder von Ihnen 1454 qm Acker und 616 qm Grünland. (Übrigens: ein Fußballfeld  ist 7.140 qm groß). Die können Sie jetzt so bewirtschaften, wie es Ihnen gefällt.  Das hätte den Vorteil, dass Sie sich nicht mehr darüber aufregen müssen, dass die Lebensmittelproduktion nicht ihren persönlichen Normen bezüglich Umwelt, Artenschutz, Tierschutz, Rückständen usw.  entspricht. Der Handel würde wegfallen, denn sie bringen ja ihre selbsterzeugten Lebensmittel von ihrem Acker direkt in ihre Küche. Ist doch praktisch. Modell B staatliche Vorsorge: Wir könnten es aber alle zusammen auch anders organisieren. Der Staat, also eine noch zu schaffende Verwaltung, übernimmt die Bewirtschaftung aller Flächen. In einer großen Volksabstimmung (siehe Schweiz) wird festgelegt, in …

40% und die journalistische Sorgfalt

In fast jedem Bericht über einen chemisch-synthetischen Wirkstoff taucht der Begriff 40% auf, allerdings mit unterschiedlicher Bezugsbasis. Mal wird dieser Wirkstoff auf 40% der Ackerfläche, mal auf 40% der landwirtschaftlichen Nutzfläche eingesetzt. Ich bin der Sache mal nachgegangen, denn wenn Zahlen genannt werden, sollten diese auch den Fakten entsprechen. Woher stammen diese unterschiedlichen Angaben und aus welcher Quelle stammen diese? Bei dem hier genannten Wirkstoff handelt es sich um das umstrittene Glyphosat. Unter anderem auf folgenden Seiten habe ich als Bezug die Ackerfläche (rund 11 Mio. Hektar) gefunden: https://www.bund.net/umweltgifte/glyphosat/ https://www.welt.de/wirtschaft/article155465971/Darum-ist-Glyphosat-das-wichtigste-Gift-der-Welt.html http://www.abl-ev.de/fileadmin/Dokumente/AbL_ev/Agrarpolitik/16-02-Glyphosat_-_AbL_Positionspapier.pdf Andere Medien, darunter auch die renommierte Wochenzeitung „Zeit“ veröffentlichen hingegen, dass es auf 40% der landwirtschaftlichen Fläche (rund 16 Mio. Hektar) eingesetzt wird. http://www.deutschlandfunk.de/glyphosat-in-der-landwirtschaft-da-wird-jaehrlich-wirklich.697.de.html?dram:article_id=357713 http://www.keine-gentechnik.de/dossiers/gift-und-gentechnik/glyphosat-roundup-herbizide/fakten-zu-roundup-und-glyphosat/ http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-05/glyphosat-landwirtschaft-unkrautvernichter-alternativen Auf der Suche nach diesen Unterschieden bin ich auf eine Arbeit der Uni Göttingen gestoßen, die im Jahr 2009 einen Fragebogen auf verschiedenen Wegen (Online, Post, Fax) an landwirtschaftliche Betriebe gegeben haben , von denen 896 ausgewertet werden konnten. Die Daten dieser 896 Betriebe wurden auf das Bundesgebiet hochgerechnet und ergab, dass Glyphosat auf 39% der Ackerfläche und 27,5 der landwirtschaftlichen Fläche (LF) eingesetzt wurde. …

Selbstkritik…

„Irgendwas läuft schief“ titelte neulich ein Kommentator eines landwirtschaftlichen Wochenblattes. Gemeint war die nachlassende gesellschaftliche Akzeptanz der Landwirtschaft. Und so kommt er auch zu dem Schluss, dass es nicht mehr reicht, den Mitbürgern nur zu erklären, was wir Landwirte machen und warum wir es so machen, wie wir es machen. Fakten allein genügen nicht mehr, weil wir eines damit nicht erreichen: fehlendes Vertrauen wieder aufzubauen. Und auf mediale Angriffe nur mit bloßer Verteidigung zu reagieren, bestätigt unsere Kritiker nur in ihrer Wahrnehmung. So geschehen bei den Bauernregeln von Frau Hendricks. Die Kritik seitens der Landwirte wurde in den Medien quittiert mit „getroffene Hunde bellen“. Machen wir alles richtig? Machen wir Bauern eigentlich alles richtig? Können Sie einem normalen Mitbürger ohne landwirtschaftlichen Hintergrund erklären, warum wir die Sau für Wochen in einen Kastenstand sperren? Warum männliche Küken getötet werden? Warum Ringelschwänze abgeschnitten gehören und Hörner ausgebrannt? Ja, wir Bauern wissen, warum wir das machen, aber wirklich verstehen und das sogar noch gut finden werden unsere Mitbürger das nicht. Genauso ist es auch mit Glyphosat und anderen „Pestiziden“, mit …

Komische Bauern

Wenn ich euch wundert, warum dieser Artikel hier steht: Alois ist ab Sonntag ein paar Tage nicht greifbar (private Gründe) und hat mir eben gezeigt, wie man einen Facebook-Post auf den Blog rüberbringt. Ganz schön kniffelig. Wenn also in den nächsten Tagen die Freigabe der Kommentare etwas auf sich warten lassen oder eine Verknüpfung nicht funktioniert, wisst ihr jetzt warum. Ihr wisst ja: „Er bemühte sich stets im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten“  🙂 😉 Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

Eine Frage von Stil und Anstand

Freitag Abend: Nachdem ich am Dienstag abend in Münster vor Landwirten über das „Dilemma der Essensmacher“ gesprochen habe, am Mittwoch in Köln beim Dialog-Forum Fleisch bei den anwesenden Vertretern der Fleischindustrie mit einem Impulsreferat (Über das Image der Fleischindustrie) und anschließender Podiumsdiskussion für etwas Aufregung sorgte und Donnerstag abend am Tag der Milch in Varel (Ostfriesland) versucht habe, rund 1.000 Milchbauern Mut zu machen, sich mit den Bürgern und Verbraucher in den Dialog zu begeben, habe ich jetzt Zeit gefunden, die 392 Kommentare auf die zwei Artikel zu „Gentechnikfreier Milch“ und „Videoüberwachung“ zu lesen. Auch weil mich außerhalb des Blogs mehrere Mails erreicht haben, die den Stil der Kommentare zum Inhalt hatten, hier mal eine kleine Auswahl:  Liberalen-Logik kotzt mich an asozial und verlogen grob verharmlosend schräg-unrichtige Behauptungen Vorruheständler und Nebenerwerbslandwirt bewusst irreführend Arschloch Fakten bewusst beiseite lassend Bauer Willis üble Stimmungsmache Bauer Willi will weitermachen zum Schaden aller hat gegen Honorar einen Vortrag bei Westfleisch gehalten, das sagt doch alles ich lasse mir meine Meinung nicht von Bauer Willi diktieren Es ist nicht so, dass diese Kommentare bei mir …

Das Ende der Massentierhaltung

Der Philosoph Richard David Precht referierte auf dem Zukunftsdialog Agrar & Ernährung in Berlin vor wenigen Tagen. Er prophezeite das Ende der Massentierhaltung. Aber nicht aus ethischen oder moralischen Gründen. Sondern weil die Technisierung weitergehen und die ökonomische Vernunft mit der billigeren Produktion von Kunstfleisch siegen werde. Er forderte die Bauer auf umzudenken und Chancen zu nutzen. Aber ich weiß nicht, ob die Bauern auf Philosophen hören…? Alois   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Gute Arbeit in der Landwirtschaft

Trotz aller romantischer Vorstellungen wird sich die Landwirtschaft weiter technisieren. Oder sagen wir es modern: digitalisieren. Bäuerliche Betriebe setzen stark auf automatisierte Prozesse bei der Erzeugung ihrer Produkte. Die Betriebsgröße wächst, Arbeitsplätze im Betrieb werden spezialisierter und neue Dienstleistungen rund um die Landwirtschaft entstehen. Dadurch verändern sich auch die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Doch was bedeuted das für Menschen und Höfe? Steigt dadurch der Weiterbildungs- und Qualifizierungsbedarf? Darüber diskutiert man am 7. Juni um 20 Uhr im Kulturhof Itzehoe Dorfstraße 4 25524 Itzehoe Und hier kann man sich anmelden: https://www.fes.de/de/veranstaltungen/?Veranummer=215844 Programm (PDF) Veranstalter ist die Friedrich-Ebert-Stiftung Julius-Leber-Forum Büro für die Bundesländer Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein Telefon: 040 / 32 58 74-22 E-Mail: hamburg@fes.de www.julius-leber-forum.de www.facebook.de / fes.nord  

Ganz schön schräg

Im Oberallgäu sind manche Wiesen richtig buckelig. Trotzdem schrecken dort mutige Landwirte nicht davor zurück auf mit ihren großen Maschinen „ein bisschen schräg“ zu fahren… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Eine Umfrage und ihre Deutung

Ich könnte mir vorstellen, ich würde ja,wenn… Frau Hendricks und ihr Ministerium deuten die Ergebnisse von Umfragen so, wie es ihnen passt. Dazu ein lesenswerter Bericht des SPIEGEL http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/barbara-hendricks-und-die-dubiose-umfrage-des-umweltministeriums-a-1143011.html

Videoüberwachung gegen Tierquälerei

Nun kommen Überwachungskameras in Schlachthöfen… und dann bald in jedem Stall! Sind wir auf dem Weg zum Überwachungsstaat? Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen