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Bauernproteste: Die letzten 48 Stunden…

Die letzten 48 Stunden waren sehr geschäftig. Selten habe ich so viele Anrufe, Mails und WhatsApp-Nachrichten bekommen wie in diesen zwei Tagen. Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse: Die Bauernproteste sind in der Gesellschaft viel besser angekommen, als man sich das in den kühnsten Träumen erhofft hatte. Mit applaudierenden Zuschauern am Strassenrand hatte wohl niemand gerechnet. Medien: In den großen Nachrichtensendungen von ARD und ZDF wurde durchaus sachlich berichtet, alle Seiten kamen zu Wort. Am Dienstag war dieses Thema dann schon durch, kein Wort mehr über die Bauern. In den großen Tages- und Online-Zeitungen eigentlich das übliche Bild: von totalem und unsachlichen Verriß (TAZ) über faktenfreie und oberflächliche Berichterstattung (FAZ) bis hin zu wohlwollenden und erklärenden Artikeln (Cicero) war alles vertreten. Hier zwei Artikel, die ich für sehr lesenswert halte und die nicht hinter der Bezahlschranke sind: https://www.cicero.de/innenpolitik/bauernproteste-mit-der-wut-der-verzweiflung https://www.cicero.de/innenpolitik/bauernprotest-in-berlin-interviews-reaktionen So stelle ich mir sauberen Journalismus vor. Lesenswert auch ein Artikel der NZZ https://www.nzz.ch/der-andere-blick/protest-der-deutschen-bauern-wie-die-ampel-die-wut-im-land-anheizt-ld.1773304 Stefan Aust hat ein sehr gutes Interview gegeben, das über die Landwirtschaft hinausgeht und Hintergründe erläutert. Sehenswert! Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von …

Wir fürchten uns vor den falschen Dingen!

Es gibt nicht viele Personen und Persönlichkeiten, die sich gegen den Mainstream stellen. Prof. Dr. Hensel ist eine solche Persönlichkeit, der als Präsident des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) klar und unmissverständlich Position bezieht. Im nachfolgenden Interview mit der FAZ mit der Überschrift: „Die meisten sterben nicht an Dingen, über die sie besorgt sind“, spricht er über die gesellschaftlich aufgeheizte Debatte über Glyphosat, die unbegründete Angst der Menschen vor „Chemie“ im Essen und erklärt, warum Bio-Lebensmittel nicht gesünder sind. faz-interview-mit-bfr-praesident-professor-dr-dr-andreas-hensel(1) Hier ein nur wirklich kurzer Auszug: „In unserem alltäglichen Leben kommen wir permanent mit potentiell gefährlichen Situationen oder Stoffen in Kontakt. Trotzdem besteht für unsere Gesundheit dabei nicht zwangsläufig ein Risiko. Es gibt hierzulande keinen Hinweis darauf, dass sich irgendjemand durch Lebensmittel mit Pflanzenschutzmittelrückständen vergiftet hat. Das zeigen die Auswertungen der deutschen Giftinformationszentren. Dennoch wird das angstmachende Narrativ des giftigen Pflanzenschutzmittelrückstands seit Jahrzehnten in aller Regelmäßigkeit bedient. NGOs oder andere Interessengruppen nehmen sich bestimmte Lebensmittel vor – Erdbeeren oder Glühwein zum Beispiel – und finden mit aufwendiger Analytik Spuren von Pflanzenschutzmitteln. Alle haben das Gefühl, schleichend …

„Berliner“ in Köln…so eine schöne Demo!!

Nein, Olaf Scholz wurde in Köln nicht gesehen. Aber wer in Köln gesehen wurde, waren ganz viele Menschen, die den am Strassenrand vorbeifahrenden Traktoren applaudierten. Es gab für die Treckerfahrer „Berliner“ (die in anderen Landesteilen auch Pfannkuchen, Krapfen oder Kreppel heißen) und heißen Kaffee. Überhaupt war es eine sehr gelungene und sehr entspannte Fahrt und für viele Kölner die seltene Gelegenheit, viele Traktoren in der Stadt zu sehen. Ansonsten ist das ja nur beim Rosenmontagszug der Fall. Auch in anderen Orten und Städten in der gesamten Bundesrepublik wurden die Landwirte von örtlichen Bäcker, Metzgern oder Gastronomen mit Essen und Trinken versorgt. Es war ein wirkliches Zusammenhalten ganz vieler Menschen, die sich mit den Anliegen der Landwirte solidarisierten. Eine Umfrage bein N-TV ergab, dass 91% die Anliegen der Landwirte befürworten. Ich muss sagen, dass ich sehr erleichtert bin. Mir ist kein einziger Fall bekannt, bei denen es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen wäre. Mir ist kein einziger Fall bekannt, wo radikale Umstürzler zu sehen gewesen wären. Vielmehr gab es ein Plakat mit der Buchstabenkombination FCK AFD, (was …

Späte Einsicht

Kinder, war’n das schöne Zeiten! Brokdorf, Wendland, Startbahn West: Diskutieren, kämpfen, streiten, Unsre Demos war‘n die besten. Wannen kippen, Mollies schmeißen, Was im Weg steht niederreißen, Steine schleudern, Latten schwingen, Bitterböse Lieder singen. Zwillen, Transpas, pfeifen, rempeln Masten sägen, Stadt umkrempeln, Uni schwänzen, Wald besetzen, Gegen die Regierung ätzen. Bullen jagen, Castor schottern, bis die Großkonzerne schlottern Scheiße werfen, Reifen plätten Kämpfend den Planeten retten. Faule Eier auf Minister Ellenlanges Strafregister, Tagessätze & Arreste, Richter, Roben, Klagen, Knäste. Wer war immer mit dabei? Das Personal der Grünpartei. Nun sind 30 Jahre um, man sitzt im Ministerium. Endlich was zu sagen haben, Amt & Würde, Wache, Wagen. Pläne, Pfründe, Geld & Macht, Frauen schmachten, Graichen lacht. Doch im Vierundzwanzger Jahr, Früh im kalten Januar Ist nach kaum 2 Jahren Wende Plötzlich unser Geld zuende. Fühlt das Volk sich schlecht regiert An der Nase rumgeführt Und benimmt sich gar nicht fein: Brüllen, böllern, heiser schrein Wüten, pfeifen, pöbeln, rempeln, Und das ganze Land umkrempeln. Traktorkorso und Blockade Bahnstreik, LKW-Parade. Und der jüngste Großaufreger Ist das Volk am …

Was kommt eigentlich, wenn „die Ampel weg ist“?

Im Zusammenhang mit den „Bauern-Protesten“ tauchen immer wieder Plakate und Rufe auf mit dem Titel „Die Ampel muss weg“. So wird die allgemeine Unzufriedenheit ausgedrückt, die ja auch in offiziellen Umfragen festzustellen ist. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-unzufriedenheit-ampel-scholz-union-100.html Der Trend der Unzufriedenheit besteht seit langem. Es ist aktuell nicht zu erkennen, dass sich der Trend umkehrt. Doch zurück zur Forderung: „Die Ampel muss weg“. Das aktuelle Rechtssystem sieht es in Deutschland nicht vor, dass einer Regierung vor dem Ablauf des normalen Zeitraums vom Volk die Legitimation entzogen wird. Dies kann nur geschehen, wenn die Regierung zurücktritt. Verlässt eine einzelne Partei die Koalition, so ist zur Fortsetzung der Regierung nicht zwingend eine Neuwahl notwendig. Es könnte eine Minderheitenregierung geben oder eine andere Partei tritt der verbleibenden Koalition bei. Beides erscheint aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlich, ist aber rein rechtlich möglich. Wann muss es Neuwahlen geben? Hier eine gut verständliche Erklärung: https://www.hanisauland.de/wissen/lexikon/grosses-lexikon/n/neuwahlen.html Fazit: vorzeitige Neuwahlen sind möglich, wenn vorher vom Bundeskanzler die Vertrauensfrage gestellt wurde, der bestehenden Regierung kein Vertrauen mehr ausgesprochen wird und der Bundespräsident das Parlament auflöst. https://www.bundestag.de/services/glossar/glossar/V/vertrauensfrage-245558 Die …

Was kommt, was wird und wie wird es enden?

Gestern aufgenommen, heute online. Sehr gute Fragen.  Wie meine Antworten sind, müsst ihr beurteilen. Es geht im Interview, wie sollte es anders sein, über die Bauernproteste, die Stimmung auf den Bauernhöfen, die Einordnung der Proteste durch die Medien und welchen Vorschlag ich habe, neben dem Agrardiesel eine weitere sinnvolle Forderung zu stellen, zu der alle Landwirte (na, die allermeisten) zustimmen könnten. Dauert 45 Minuten. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Die Aff-Fähre und der Kartoffel-Mob

Zur Einordnung, wie die Polizei die Vorkommnisse an der Fähre Schlüttsiel kommentiert, hier der Polizeibericht: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6313/5685541 Ansonsten ist zu dem Vorfall schon alles gesagt. Sogar der Bundespräsident hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und rügt die „Wut-Bauern“. https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/nach-angriff-auf-habeck-steinmeier-ruegt-die-wut-bauern-86649746.bild.html Nikolaus Blome hat statt „Wutbauern“ jedoch einen anderen Begriff geprägt, der bei Twitter jetzt kursiert: der „Kartoffel-Mob“ https://twitter.com/NikolausBlome/status/1743029578015166486 Sympathien bringt ihm diese Formulierung allerdings nicht ein. Die Kommentare unter dem zweizeiligen Tweet sind eindeutig und klar gegen ihn gerichtet. Das macht Mut. Was habe ich heute so gemacht: zusammen mit dem Sohn Sturmschäden beseitigt. Gibt wieder Brennholz für den nächsten Winter ein einstündiges Interview zu den geplanten Bauernprotesten gegeben. Ich hoffe, dass uns die Sympathien der Bevölkerung erhalten bleibt. Die Medien haben ihr (negatives) Urteil schon gefällt Kommentare freigeschaltet (ab 20 Uhr) Diesen Artikel geschrieben (ab 21 Uhr) Einen Kommentator blockiert. (Das ist jetzt seit 2015 der 32. Kommentator, der nicht mehr mitspielt. Mache ich also nur sehr selten, rein rechnerisch nur alle drei Monate, aber jetzt musste es mal wieder sein, weil er persönlich beleidigt hat.) …

So nicht!!!…Aber wie???…

Ich habe gestern um 14:00 Uhr mit Ludwig, Obstbauer vom Bodensee, telefoniert und ihm gesagt, dass ich das dumpfe Gefühl hat, das die Regierung noch in dieser Woche auf die Forderungen der Landwirte auf Rücknahme ihrer Sparpläne reagieren wird. Eine Stunde später, um 15 Uhr kam dann die Meldung über den Ticker: KFZ-Steuer ist vom Tisch, Steuer auf Agrardiesel wird schrittweise geschoben bis 2026. Dann erst habe ich die Pressemeldung des BMEL gelesen: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/001-haushalt-2024-aenderungen.html Und es gibt dazu auch ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=ID2c8V1cQmY&t=28s Besonders hörenswert ist die letzte Minute. Kurz und bündig ist die Verlautbarung des DBV: ein erster Schritt, aber es reicht nicht https://www.bauernverband.de/topartikel/nachbesserungen-beim-agrardiesel-sind-unzureichend Es gibt auch ein kurzes Video, in dem DBV-Präsident Rukwied erklärt, dass es bei den geplanten Demonstrationen bleibt. Auf dem ehemaligen Nachrichtenkanal Twitter, heute X teilen uns die Politiker der Ampel mit, dass „es jetzt Planungssicherheit für die Landwirte gibt“ (Carina Konrad, FDP) und auch einige Politiker der Grünen bemühen sich, alles in ein positives Licht zu stellen. Meine Antwort darauf: „Eine handwerklich schlechte Arbeit zu reparieren und dann als Erfolg …

Gespräch mit einem Marxisten…

Wer die „Junge Welt“ nicht kennt: es ist eine „linke, marxistisch orientierte, überregionale Tageszeitung mit einem hohen Anteil an Hintergrundberichten und umfassenden Analysen“. https://www.jungewelt.de/ueber_uns/diese_zeitung.php Oliver Rast hat mich gebeten, ihm einige Fragen zu den geplanten Bauernprotesten zu beantworten, was ich sehr gerne gemacht habe. Ich rede ja auch mit „rechten“ Medien, was immer man auch als „rechts“ bezeichnen mag. Hier der Link zum Interview: https://www.jungewelt.de/artikel/466257.power-to-the-bauer-den-zorn-kann-man-verstehen.html Hier eine Einordnung, die Oliver Rast zu den Protesten gemacht hat: https://www.jungewelt.de/artikel/466256.power-to-the-bauer-bauern-in-aufruhr.html Im Gegensatz zur Tageszeitung TAZ (besonders Jost Maurin) kann auch ein linkes Blatt wie die  „Junge Welt“  sachlich sauber berichten. Für den Fall, dass das Interview hinter der Bezahlschranke ist, hier als pdf-Datei: jw-2024-01-02-15

Die Themen der aktuellen Agrarforschung

Die Deutsche Agrarforschungs-Allianz (DAFA) veranstaltet im März in Potsdam die Konferenz „Agrarforschung zum Klimawandel“ Schauen Sie sich das Programm mal an. Wenn Sie auf das Plus-Zeichen vor den einzelnen Punkten klicken, erhalten Sie weitergehende Informationen. Ob ich zur Konferenz fahre? Kostet 300 € Eintritt und dauert von Montag bis Donnerstag. Wer macht so lange meinen Blog? Und ganz ehrlich: Ich kann das Thema „Klimawandel“ bald nicht mehr hören…