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100% Bio in Deutschland – Teil 2: Die Konsequenzen

Die nüchterne Analyse dieser Zahlen aus Teil 1 ergibt, dass eine Selbstversorgung mit Öko-Produkten in Deutschland nicht möglich ist. Kulturen wie Raps und Zuckerrüben würden fast vollständig aus der Fruchtfolge verschwinden. Gründe dafür liegen vor allem in den fehlenden Bekämpfungsmöglichkeiten tierischer Schädlinge im Raps und der aufwändigen Unkrautregulierung in Zuckerrüben. Dies ist deshalb bedauerlich, weil zwei, für die Fruchtfolge bedeutenden Blattfrüchte fast nicht mehr angebaut würden. Auch der Anbau der Hack-/Blattfrucht Kartoffel als wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge würde nur in einem sehr geringen Umfang praktiziert. Bei dem derzeitigen Verbrauch von rund 44 Mio. t Getreide müssten rund 20 Mio. t Getreide importiert werden, was nicht nur eine große logistische Herausforderung bedeutet (ca. 830.000 LKW-Ladungen pro Jahr) , sondern nicht so ohne weiteres von anderen europäischen Ländern übernommen werden kann. Der derzeitige Export von europäischem Getreide z.B. in den Nahen Osten oder Nordafrika wäre wohl nicht mehr möglich. Ägypten importiert jährlich rund 11 Mio. t, Algerien rund 7 Mio. t allein an Weizen! Der Grund dafür liegt an der geringen verfügbaren Ackerfläche. Andererseits exportiert Ägypten Frühkartoffeln im …

100% Bio in Deutschland – Teil 1: Die Zahlen

Der Wunsch nach biologischen bzw. ökologisch erzeugten Produkten in Deutschland ist, glaubt man den Umfragen, hoch. Ihr Anteil steigt, wenn auch auf geringem Niveau, stetig. Die Ablehnung von Lebensmitteln, bei denen synthetische Dünger oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wächst. Daher habe ich mich mit der Frage beschäftigt, was wäre, wenn alle Landwirte in Deutschland auf Bio umstellen würden? Wie sähe es dann mit den produzierten Mengen aus? Dazu habe ich die Studie der AMI (Agrarmarktinformation-Gesellschaft) von 2013 herangezogen, die Strukturdaten der Bio-Betriebe mit denen aller Betrieben vergleicht. Die Werte der Bio-Betriebe habe ich dann auf alle Betriebe hochgerechnet, wobei eine gewisse, aber unvermeidbare, Unschärfe dadurch zustande kommt, dass die Bio-Betriebe in der Grundgesamtheit aller Betriebe enthalten sind. Der besseren Übersicht wegen wurde der Bericht in Teil 1: Die Zahlen und Teil 2: Die Konsequenzen aufgeteilt. Teil 2 folgt in Kürze. Es macht daher Sinn, mit den Kommentaren bis zum Erscheinen des zweiten Teils zu warten. Betriebe: Von den 285.000 landwirtschaftlichen Betrieben wurden 2013 23.271 Betriebe ökologisch bewirtschaftet. Von den 1.020.000 ha ökologischer Anbaufläche sind 57% Grünland. Im …

Mitarbeiter des Monats

Viele Firmen zeigen an Stellwänden den „Mitarbeiter des Monats“. Wir haben davon ganz viele. Doch dazu muss ich euch eine Geschichte erzählen. Am 23.August haben wir Zwischenfrüchte gesät. Ich hab euch das im Video gezeigt. Mittlerweile haben sich diese prächtig entwickelt und sind über 40 cm hoch gewachsen. Übrigens: Zwischenfrüchte heißen so, weil sie zwischen zwei Hauptkulturen angebaut und nicht geerntet werden. Doch nicht nur überirdisch, sondern auch unterirdisch hat sich viel Pflanzenmasse gebildet. Und darauf kommt es uns Landwirten an: wir wollen die Nährstoffe, die im Boden sind, in der Pflanzenmasse binden. Gleichzeitig helfen diese Pflanzen (hier auf dem Bild Ölrettich), einen für die Zuckerrüben gefährlichen Fadenwurm (Rüben-Zystennematoden) biologisch zu bekämpfen. Sie wandern in die Wurzeln ein und können sich dort nicht wie gewohnt vermehren. Eine perfekte Form der biologischen Schädlingsbekämpfung! Sehen kann man die Nematoden nicht, sie sind mikroskopisch klein. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl von Regenwürmern unter den Zwischenfrüchten. Sie „verarbeiten“ das Getreidestroh, das vom Weizen übrig geblieben ist und als organischer Dünger dient. Das Stroh wird in seine Bestandteile zerlegt und so die gebundenen Nährstoffe wieder pflanzenverfügbar …

Liebe Flüchtlinge…

…jetzt seid ihr also angekommen in Deutschland. Und ihr werdet euch über vieles wundern, was ihr aus eurer Heimat nicht kennt. Angefangen mit den Ampelmännchen an den Straßenkreuzungen und dem Erlebnis, dass sich die Deutschen sogar daran halten. Was ihr nicht wissen könnt, ist, dass wir hier bis zu dem Zeitpunkt, als ihr zu Tausenden gekommen seid, hier über ganz andere Dinge diskutiert haben und zum Teil noch heute diskutieren. Ich hoffe, ihr seid gut untergebracht und müsst nicht mit 8 Personen auf 10 qm in doppelstöckigen Betten in einer Turnhalle mit mehreren Hunderten Menschen und nur wenigen Sanitärräumen leben. Wir diskutieren hier nämlich gerade, wieviel Hühner pro Quadratmeter artgerecht leben können. Da wird um jeden Quadratzentimeter gefeilscht. Ihr seid froh, dass ihr ein Dach über dem Kopf habt? Bei unseren Hühnern ist das anders, die sollen möglichst viel draußen herumlaufen. Freilandhaltung nennt man das. Für uns ist Tierwohl sehr wichtig. Ihr versteht das nicht? Das verstehe ich. Ihr müsst noch in Zelten leben? Wenn die jetzt, in der kalten Jahreszeit beheizt werden, wird das …

Gutachten zur geplanten Besteuerung von Human-Arzneimitteln

Einführung einer Abgabe auf Human-Arzneimittel in Deutschland Gutachten im eigenen Auftrag Autor: Bauer Willi Derzeit wird die Einführung einer Abgabe auf Pflanzenschutzmittel diskutiert. Pflanzenschutzmittel dienen dazu, Krankheiten und Schädlinge an Pflanzen zu behandeln bzw. abzuwehren, Human-Arzneimittel dienen dazu, Krankheiten und Schädlinge an Menschen zu behandeln bzw. abzuwehren. Warum eine Abgabe auf Human-Arzneimittel? Es ist allgemein bekannt, dass der Einsatz von Human-Arzneimitteln ständig zunimmt. Im Jahr 2013 wurden 37,9 Milliarden Tagesdosen konsumiert, das entspricht bei einer Versicherten-Zahl von 70 Mio. 541 Tagesdosen pro Jahr oder 1,52 Tagesdosen pro Tag für jeden einzelnen Versicherten. Im Jahr 2010 betrug die Zahl der Tagesdosen noch rund 35,3 Mrd. und hat somit in drei Jahren um 2,6 Mrd., entsprechend 6,8% zugenommen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend. Unter den verordneten Arzneimittel 2010 standen Angiotensinhemmstoffe (Blutdrucksenker) an erster Stelle, gefolgt von Antibiotika, Antiphlogistika und Betarezeptorenblocker. Auf Platz 9 und 10 waren Psycholeptika und Psychoanaleptika zu finden. Platz 18 nahmen Sexualhormone ein (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung 2012). Von Arzneimitteln ist bekannt, dass sie viele, oft gefährliche Nebenwirkungen aufweisen. Der Missbrauch von Arzneimitteln endet …

Milchpulver-Preis steigt

Für Milch gibt es einen globalen Index, der in Neuseeland beim Global Dairy Trade fixiert wird. Nach den Terminen 18. August, 1. und 15. September ist der Preis für Vollmilch-Pulver am 6. Oktober diesen Jahres zum vierten Mal in Folge stark angestiegen. Die Discounter haben ja in der zweiten Hälfte September den Preis für Trinkmilch für das letzte Quartal 2015 um einige Cent angehoben. Ganz schön clever, denn der Preis an der neuseeländischen Börse ist im Vergleich zum letzten Termin um 12,9´% angestiegen, im Vergleich zum Preis-Tief am 15. August mit 1.590 USD auf jetzt 2.820 USD sogar um 77%. War wohl doch nicht so eine soziale Tat, wie es in den Medien verkauft worden ist.

Heute mal Aldi-Werbung

Weil Aldi die Milchpreise erhöht hat wollen wir heute zum Dank mal Aldi-Werbung machen. Aber kapiert ihr was Aldi-Süd uns mit der Werbung sagen will? Wenn Sie den Intelligenz-Quotienten von zwei Kohlköpfen haben, sind Sie bei ALDI-Süd richtig. Oder ?   Vielen Dank an unseren Leser Wilfried O. für den Tipp.

Tag der Einheit – Kampf der Ideologien

Die Stimmung in der Landwirtschaft ist zurzeit nicht gut. Milchpreise unten, Schweinepreise decken nicht die Produktionskosten und auch die Getreide- und Rapspreise sind nicht zum Hurra-Schreien. Warum? Es ist zu viel von allem da und ein hohes Angebot drückt auf die Preise. Nachzulesen bei Matif, EEX, Liffe und CBoT. Folglich kein deutsches Problem, sondern europa- und weltweit. Russland-Embargo und China-Krise verstärken die Situation noch, sind aber nicht deren alleiniger Auslöser. Auslöser sind die Zahlen des USDA oder anderer Marktberichte, die die nackten Produktionszahlen auf den Tisch legen, die belegen, dass, entgegen aller Erwartungen, die Erträge von Weizen, Mais, Soja, Raps und vieler anderer Kulturen doch höher waren als ursprünglich erwartet. Dazu kommt noch der niedrige Preis für Rohöl. In den landwirtschaftlichen Betrieben treffen die niedrigen Preise auf Nachforderungen der Finanzämter aus den Vorjahren, die, wenn wir ehrlich sind, so schlecht nicht waren. Da war der ein oder andere dann doch versucht, eine alte durch eine neue Maschine zu ersetzen, weil „man ja dem Finanzamt nichts schenken will“ und sich die Abschreibung steuermindernd auswirkt. Und wenn …

Skuriller Trend

Geht es Ihnen auch so wie mir? Kaum schalten Sie den Fernseher an, sehen Sie mal wieder eine Koch-Show. Und zwar auf allen Kanälen, zu fast jeder Tageszeit. Im öffentlich-rechtlichen genauso wie auf den Privatsendern. Gleichzeitig kann man bei einem Marktforschungsunternehmen nachlesen, dass der durchschnittliche Deutsche für die Zubereitung seiner Mahlzeiten 29 Minuten am Tag verwendet. Damit liegen wir knapp hinter den Amerikanern. Die können es noch schneller, mit 27 Minuten. In 29 Minuten ist Kartoffel schälen schon drin. Sie wissen, was Kartoffeln sind? Das sind diese runden, braunen Erdfrüchte, die die Bauern aus der Erde holen… Wir Deutsche sind schon ein komisches Völkchen. Irgendwie scheinen wir eine gespaltene Persönlichkeit zu haben. In kaum einem anderen Land ist der Einkauf von Lebensmitteln beim Discounter so beliebt, wird ein so geringer Anteil des Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben. Gleichzeitig führen wir in Deutschland eine permanente Diskussion über Ernährung, lesen in den Zeitungen, wie gefährlich das ein oder andere Lebensmittel ist, dass Zucker dick macht, und dass der Fleischverzehr in seiner Gesundheitsgefährdung dem Rauchen ja schon sehr nahe …