Bauer Willi
Kommentare 53

Gutachten zur geplanten Besteuerung von Human-Arzneimitteln

Einführung einer Abgabe auf Human-Arzneimittel in Deutschland

Gutachten im eigenen Auftrag

Autor: Bauer Willi

Derzeit wird die Einführung einer Abgabe auf Pflanzenschutzmittel diskutiert. Pflanzenschutzmittel dienen dazu, Krankheiten und Schädlinge an Pflanzen zu behandeln bzw. abzuwehren, Human-Arzneimittel dienen dazu, Krankheiten und Schädlinge an Menschen zu behandeln bzw. abzuwehren.

Warum eine Abgabe auf Human-Arzneimittel?

Es ist allgemein bekannt, dass der Einsatz von Human-Arzneimitteln ständig zunimmt. Im Jahr 2013 wurden 37,9 Milliarden Tagesdosen konsumiert, das entspricht bei einer Versicherten-Zahl von 70 Mio. 541 Tagesdosen pro Jahr oder 1,52 Tagesdosen pro Tag für jeden einzelnen Versicherten. Im Jahr 2010 betrug die Zahl der Tagesdosen noch rund 35,3 Mrd. und hat somit in drei Jahren um 2,6 Mrd., entsprechend 6,8% zugenommen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend.

Unter den verordneten Arzneimittel 2010 standen Angiotensinhemmstoffe (Blutdrucksenker) an erster Stelle, gefolgt von Antibiotika, Antiphlogistika und Betarezeptorenblocker. Auf Platz 9 und 10 waren Psycholeptika und Psychoanaleptika zu finden. Platz 18 nahmen Sexualhormone ein (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung 2012).

Von Arzneimitteln ist bekannt, dass sie viele, oft gefährliche Nebenwirkungen aufweisen. Der Missbrauch von Arzneimitteln endet oft tödlich. Arzneimittel und ihre Abbauprodukte werden vom Körper ausgeschieden und gelangen so in die Umwelt. Die Qualität von Gewässern kann so negativ beeinträchtigt werden, da Kläranlagen diese Wirkstoffe nicht oder nur unter hohen Kosten entfernen können. Welche Kosten für die Gesellschaft hierdurch entstehen, lässt sich gegenwärtig nicht monetär beziffern, da hier u.a. keine Marktwerte bestehen und bestimmte Folgen nicht eindeutig dem Einsatz von Human-Arzneimitteln zurechenbar sind. Direkte Kosten fallen aber bei der Trinkwasseraufbereitung, der Trinkwasserüberwachung, bei Maßnahmen zum Schutz vor Arzneimitteln sowie bei der Forschung zu Arzneimitteln und zu Alternativen zu synthetischen Arzneimitteln an.

Eine Steuer auf Human-Arzneimitteln kann bei ausreichender Abgabehöhe den Arzneimitteleinsatz mengenmäßig dämpfen sowie die daraus resultierende Risikolast für Mensch und Umwelt verringern und so die notwendige Trendumkehr einleiten (Lenkungswirkung). Gleichzeitig beteiligt die Abgabe die Verursacher an den durch sie veranlassten sozialen Kosten.

Wie sollte die Abgabe ausgestattet sein?

Vorgeschlagen wird ein Grundaufschlag von 50% auf alle Human-Arzneimittel, ergänzt um einen humantoxikologischen Faktor. Diese sollten ergänzt werden durch einen Zusatzrisikofaktor von 1,5 für Arzneimittel, bei denen erhöhte Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei der Einnahme bestehen. Diese Faktoren sollten als Wertabgabe ausgestaltet werden, damit der prozentuale Aufschlag auch bei Inflationierung stabil bleibt.

Welche Wirkungen sind zu erwarten?

Strukturell ergibt sich eine deutliche Rejustierung des Arzneimittelverbrauchs nach der Risikolast. Kurzfristig ist ein Rückgang der Human-Arzneimittel-Nachfrage um 20% zu erwarten, langfristig um 35%. Für die Bürger erscheint eine Abgabe in dieser Höhe ohne weiteres tragbar zu sein. Allein der Grundaufschlag von 50% führt zu einem Aufkommen von rund 18 Milliarden Euro, was pro Versichertem einem Betrag von 257,15 €/Jahr oder 0,70 € pro Versichertem und Tag entspricht.

Wofür sollten die Mittel verwendet werden?

Die Mittelverwendung sollte die Akzeptanz der Abgabe erhöhen und die bezweckten positiven Wirkungen für Mensch und Umwelt verstärken. Sinnvoll erscheint eine Verwendung für die Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Versicherten und Forschungsmittel für homöopathische Produkte. Des Weiteren könnten die Mittel zur Mitfinanzierung der Trinkwasseraufbereitung verwendet werden.

(Aufrufe 791 gesamt, 1 heute)

53 Kommentare

  1. Walter Parthon sagt

    @ Fendt ein älter Kommentar des berühmt berüchtigten Herrn Fendt

    Stiftung Lebenshof Ziege-Kuh-Mensch
    Sonntag, 30. Dezember 2012 um 20:43
    nach einer kontroversen und nicht immer freundlich geführten Diskussion auf deren Facebook Seite http://www.facebook.com/dietierfreunde haben sie folgendes gepostet:

    “Thorsten Emberger und Hilal Sezgin und Andreas Krause und alle anderen, denen der werte Andreas Fendt gewaltig auf den Zeiger geht: das geht uns auch so. Wir haben ihn trotzdem nicht gesperrt, weil er a) ein wunderbares „Biowahrheitbeispiel“ ist für unglaubliche Arroganz, Ignoranz und Intoleranz (Menschen und Tieren gegenüber) und b) hier sicherlich nicht auf das Publikum trifft, welches er mit seiner Biowäsche erreichen könnte. Gebt ihm ruhig tüchtig auf den Kopf – manchmal trägt das ja selbst bei solch „hoffnungslosen Fällen“ Früchte. Private Belästigungen durch Andreas Fendt sind unverschämt, lassen sich aber zum Glück und gut und gerne mit einem Klick in die virtuelle Tonne befördern.”

    Daraufhin habe ich folgendes geschrieben:

    „welche Lügengeschichten “die Tierfreunde e.V.” auf biowahrheit.de verbreiten, kann ja jeder selber herausfinden. Ich möchte nur noch betonen, dass ich niemand unverschämt belästigt habe. (und auch hier niemanden beleidige) Ich habe Hilal Sezgin eine sachliche PN mit Informationen gesendet, die sie zwar nicht haben wollte, aber das ist keine Unverschämtheit, allenfalls überflüssig und dafür hab ich mich oben entschuldigt. Also möchte ich hier auch nicht von “Die Tierfreunde e.V.” als unverschämter Belästiger bezeichnet werden. Auch wenn ihr nicht meiner Meinung seid und ich Euch auf den Zeiger gehe, gibt das Euch kein Recht mich zu beleidigen. Das wäre Rufschädigung und strafbar!“

    Daraufhin wurde dieser Beitrag sofort gelöscht und ich als unerwünschter Teilnehmer auf deren Facebook Account gelöscht.

    Diese Geschichte nur als Antwort auf die Frage, warum wir mit gewissen “Tierschutzorganisationen” nicht zusammenarbeiten können und wollen.

    • Andreas Fendt sagt

      und was hat das jetzt mit dem Thema hier zu tun?
      mit den “Tierfreunden”, die heute ARIWA heissen, bekannt durch Stallvideos in ARD/ZDF, habe ich bis heute Probleme, während mit PETA Kontakte bestehen.

    • Andreas Fendt sagt

      PS: falls es für die anderen Leser nicht klar ist, in dem von Walter Parthon zitierten Text habe ich Landwirte gegen radikale Tierrechtler mit Argumenten verteidigt worauf diese mich zunächst verbal angegriffen haben und danach blockiert.
      Das “Spielchen” mache ich mit denen seit Jahren, ich kritisiere eben in der Hauptsache Tierrechtler, Veganer, Bioverbände und nur am Rande die konv. Landwirtschaft. Das mag hier ein anderen Eindruck erwecken, liegt aber daran dass Willi eben vor allem Themen der konv. Landwirtschaft behandelt.

  2. Gernot sagt

    Mensch Bauer Willi,

    sollte es Satire sein ist es ziemlich lahm.
    Sollte es provokant sein ist es ziemlich plump.
    Sollte es ernst gemeint sein ist es eindeutig unter Ihrer Würde.

    LG
    Gernot

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Gernot
      ich kann und will nicht “everybodies darling” sein. Trotzdem vielen Dank für Deine Meinungsäußerung.
      Bauer Willi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert