Alle Artikel in: Bauer Willi

„Gut Ponholz liegt in Westfalen…“

Nein, ich bin nicht die Beschwerdestelle von Netto! Ich bekomme fast täglich Mails, wo sich Kunden über mangelnde Qualität oder zu geringe Gewichte oder sonst was beschweren. Bitte schickt eure Beschwerde hierhin: Netto Marken-Discount Stiftung & Co. KG Industriepark Ponholz 1 93142 Maxhütte-haidhof Deutschland Oder hier: https://www.reklamation24.de/netto/beschwerdeformular? „Gut Ponholz liegt in Westfalen“, meinte die Kassiererin, als ich neulich bei Netto ein Päckchen Kaugummi gekauft habe und sie gefragt habe, wo das den liegt. Aber so genau wüsste sie es auch nicht. Dann habe ich mir den Handzettel angesehen: auf der Rückseite waren vier Standorte aufgedruckt: Neuengörs, Kallmünz, Bad Gandersheim und Rhede. Wo aber jetzt das Gut Ponholz liegt, stand da auch nicht. Dann habe ich Google Maps gefragt und die Antwort bekommen „konnte ich nicht finden“ Die Innenseite des Handzettels zeigen mir dann die Landwirte Andreas Suckow, Johann Mayer, Andreas Sprengel und Johannes Geiger. Da stehen dann auch die Ortsnamen dabei, aber ob die auf dem Gut Ponholz wohnen, steht da nicht. Kann ja auch nicht, wenn Google das schon nicht findet…. Dann habe ich …

Konzept zur Rettung der Welt

Es gibt viele Vorschläge, wie wir die Welt retten können. Ich habe einige davon zusammengetragen und konsequent weiterentwickelt. Sehr konsequent… Um den Klimawandel ernsthaft aufzuhalten, müssen wir den CO2-Ausstoß verringern. Deshalb wird für den Einsatz von fossilen Energieträgern für Mobilität, Heizung, Strom ein CO2-Kontigent pro Bürger vergeben. Da der CO2-Ausstoß pro km bei Flugzeug, PKW, LKW, Bahn und den diversen Formen der Wärme- und Stromerzeugung bekannt sind, kann sich der Bürger selbst entscheiden, für was er das Kohlendioxid emittieren will. Dieses Kontingent ist nicht handelbar, weil dann der Druck, CO2 einzusparen, nicht mehr besteht und zahlungsfähige Bürger sich unter Umständen freikaufen könnten. Ist das Kontingent erschöpft, sind die Versorger verpflichtet, entsprechend zu reagieren. Der Kauf von Fahrrädern wird bezuschusst (gilt nicht für E-Bikes). Die Form unserer Ernährung hat Auswirkungen auf das Weltklima. Um den Fleischverzehr zu senken, werden Lebensmittelkarten ausgegeben. Pro Erwachsenen gelten 300 g pro Woche, für Kinder und Senioren 150 g pro Woche. Wurstwaren sind darin enthalten. Wird in Kantinen oder Restaurants gegessen, werden diese Karten entsprechend abgestempelt. Für den individuellen Einkauf wird so die Menge reduziert. Auch der Zugang zu …

Nicht nur für Verbraucher: Ebergeruch

In einem der letzten Artikel haben wir über die unterschiedlichen Forderungen des LEH bezüglich männlicher Schweine berichtet. Zu diesem Thema hat Thomas Wengenroth (www.stallbesuch.de) drei sehr informative Videos produziert. Er diskutiert mit der Fachfrau Prof. Dr. Ulrike Weiler von der Uni Hohenheim die Themen: Was Verbraucher wissen müssen Was Landwirte wissen müssen Alternativen zur Immunokastration Das Video „Was Verbraucher wissen müssen“ sollten sich ruhig auch Landwirte ansehen. Ich habe da viel erfahren was ich noch nicht wusste. Hier geht es zu den Videos: http://www.stallbesuch.de/immunokastration-maennlicher-ferkel/

Der LEH verwirrt nicht nur die Bauern

Unter Ferkelerzeugern und Schweinemästern ist derzeit die Frage, wie zukünftig männliche Schweine vermarktbar bleiben, eine der großen Aufgabenstellung. Auch die Schlachthöfe haben sich auf die neuen Anforderungen anzupassen. Zum Hintergrund: Ab 2019 verbietet der Gesetzgeber eine betäubungslose Kastration männlicher Ferkel. Als mögliche Lösungen bieten sich drei Alternativen an: Kastration unter Narkose Impfung mit Improvac Ebermast Alle drei Verfahren haben Vor- und Nachteile, auf die hier jetzt nicht eingegangen wird. Einiges dazu ist auch in nachfolgenden Link zu lesen, aus dem auch die Daten zur obigen Darstellung stammen: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Eberfleisch-Angst-vor-Gestank-aus-der-Pfanne,eurotier182.html Was hier dargestellt werden soll, ist die Tatsache, dass die großen Lebensmittelketten nicht nur unterschiedliche Anforderungen stellen, sondern auch terminlich keine klaren Vorstellungen haben.  Eine Ausnahme bildet LIDL, die nach eigenen Angaben seit Anfang 2015 nur noch Fleisch von unkastrierten Tieren (Eber) und Sauen anbieten. Eine Überprüfung dieser Aussage war bisher nicht möglich, da auf Nachfrage bei zwei Schlachtkonzernen diese gleichsinnig antworteten „Wir geben dazu keine Auskunft“. Unklar ist mir persönlich, wie die Schlachthöfe zukünftig mit den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Kunden umgehen. Wer dazu etwas weiß, möge das …

Agrarwende…warum eigentlich?

Wieder ein Artikel von Thies, der sich mit dem Begriff der „Agrarwende“ beschäftigt und einige interessante Denkansätze zur Diskussion beisteuert. Die Agrarwende ist in aller Munde. Aber wohin wollen wir uns wenden? Wenn man die Diskussion und Äußerungen zu diesem Begriff genauer betrachtet, geht es eigentlich viel weniger darum, wohin wir uns wenden, sondern viel mehr darum, wovon wir uns abwenden wollen oder eher gesagt sollen. Vor zwei Wochen habe ich das Umweltbundesamt in Dessau besichtigt. Natürlich wurde auch die Zukunft unserer Landwirtschaft bei diesem Besuch angesprochen. Bis 2050 wird unsere Spezies vermutlich auf 10 oder sogar 12 Milliarden hungrige Mäuler anwachsen. Wie schaffen wir es, all diese Menschen zu ernähren? Mit welchen neuen oder alten Methoden wollen wir an die Aufgabe herangehen? Die Antwort im Umweltbundesamt war: „Zurück zur Einfachheit“. Ein anderer Gruppenteilnehmer hat den Begriff „Einfachheit“ in diesem Zusammenhang übersetzt: „Zurück zur Armut“. Die hohe Anzahl an Menschen soll die Ursache für das zukünftige Problem Ernährung sein. Aber stimmt das überhaupt? Werden hier nicht Ursache und Wirkung vertauscht? Eine Population wächst immer dann …

Schuldzuweisungen vergessen – Zukunft gestalten

Diesen Artikel hat uns Andreas geschickt. Angeregt durch die Wahl in den USA macht er sich Gedanken, wie wir die Lücke zwischen Bauern und Bürgern kleiner werden lassen können. Viele sind noch von den Wahlen in den USA tief beeindruckt. In dem ganzen Medientheater und Wahlanalysen hat mich eine Zahl beschäftigt: Ein Reporter erklärte, dass 12% der US-Bürger so arm wären, dass sie sich nicht adäquat ernähren könnten. Dies bringt mich zu folgenden zwei Thesen: Die Landwirtschaft und die Landwirte sind in ihrer Anzahl für politische Parteien uninteressant. Die Einflussmöglichkeiten der Landwirte wird immer mehr an Bedeutung verlieren. Ernährung und Nahrung wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Zu 1: Die ganzen Anstrengungen der Bauern, mit der so genannten „Öffentlichkeitsarbeit“ beim Verbraucher Vertrauen zu gewinnen oder zurückzugewinnen, sind allen Ehren wert und regional gesehen sehr wichtig. Politische Kämpfe oder Bundestagsentscheidungen sind so nicht zu beeinflussen. Man macht als Landwirt einen Schritt vorwärts und ein einziger TV-Bericht versetzt jeden wieder 10 Schritte zurück. Zu 2: Als Trump im Wahlkampf den Bau einer Mauer an der Mexikanischen Grenze versprochen …

Gedankenaustausch – mit Eckehard Niemann

Vor kurzem habe ich mich mit Eckehard Niemann getroffen, weil ich den gerne mal persönlich kennenlernen wollte. Wer nicht weiß, wer das ist: er ist der Pressesprecher der AbL in Niedersachsen. Um es gleich vorweg zu sagen: es war ein sehr lebendiges und offenes Gespräch, das wohl beiden Seiten gut gefallen hat. Themen waren unter anderem Gentechnik, Düngung, Pflanzenschutz und die Strukturen der Agrarbranche. Man mag mich für verrückt erklären, aber nach dem Gespräch konnte ich dem Grundgedanken „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ durchaus etwas abgewinnen. Die Geschäftsmodelle Straathof und KTG Agrar sehen vermutlich auch viele Berufskollegen eher kritisch, weil sie dem Ansehen der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit nicht zuträglich sind. Dieser Konzentration auf wenige Mega-Betriebe ist auch der AbL ein Dorn im Auge, sie erwartet von den Obergrenzen für weitere Groß-Tierhaltungsanlagen und von den Umwelt- und Tierschutz-Gesetzen einen  EU-weiten Abbau der preisdrückenden Überschussproduktion und damit überproportionale Erzeugerpreissteigerungen. Schwierig wird es meines Erachtens nur mit der Definition, ab wann aus einem Bauernhof eine Agrarfabrik wird. Darüber haben wir kontrovers, aber sehr sachlich gesprochen. Die AbL sieht hier …

Das Wolfs-Dilemma

Das Problem ist,  dass es gesellschaftlich gewollt ist, dem Wolf eine Chance zu geben. Ist ja auch in Ordnung. Genau so ist es auch gesellschaftlich gewollt, dass die Tiere im Freiland gehalten werden. Es ist also nicht nur ein Problem der Bauern sondern auch der Gesellschaft. Ist dieses Dilemma lösbar? Und wenn ja, wie? Dass sich bei diesem Thema unterschiedliche Verbände einander annähern, zeigt der Beitrag von Bernhard Barkmann. Und das ist doch gut, oder? Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

„Bauer sucht Frau“

Ich habe diese Überschrift natürlich bewusst gewählt, weil sich dahinter ein Bild versteckt, das durch RTL und die gleichnamige Sendung geprägt wird. Dahinter steckt aber zum Teil auch eine grausame Wahrheit: das Problem, als Landwirt eine Partnerin fürs Leben zu finden. Nun nimmt hoffentlich kein halbwegs normal denkender Mensch dieses Sendeformat für bare Münze und weiß, dass sich diese Bauern gegen hartes Geld zum Hansel machen lassen und der Sender mit dieser Form der „Unterhaltung“ ein gutes Gespür hat, Quote zu machen, was sich wahrscheinlich förderlich auf die Werbeeinnahmen auswirkt. (Am Ende zahlt also der Verbraucher dafür, dass sich Bauern zum Deppen machen, und den Sender freut‘s.) Wäre auch weiter nicht schlimm, wenn damit nicht ein Bild in der Öffentlichkeit produziert würde, das alle Bauern als plump, dumm und rückständig darstellt. Obwohl ich noch keine Sendung bis zum Ende gesehen habe, stelle ich fest, dass dort noch nie der Leiter eines 200-Hektar-Betriebes mit großen Schleppern, großen Feldern und dem Smartphone am Ohr gezeigt wurde. Dass es immer nur kleine Gemischtbetriebe mit kleinen Schleppern und kleinen …