Alle Artikel in: Bauer Willi

Wann ist der BUND e.V. zufrieden?

Es ist nur eine kleine und regionale Meldung, aber sie zeigt, dass es nahezu unmöglich ist, NGO´s zufriedenzustellen. Um was geht es: Im Rheinland wird von der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft ein Spot-Sprayer zur Verfügung gestellt (Trecker, Fahrer und Gerät), mit dem es möglich ist, einzelne Unkräuter zu bekämpfen statt die gesamte Fläche behandeln zu müssen. Das ist ein Riesenfortschritt, den man vor 5 Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte.  Somit lassen sich erhebliche Mengen an Herbiziden einsparen. https://www1.wdr.de/nrw/rheinland/rhein-sieg-kreis/landwirtschaft-technologie-pflanzenschutz-100.html Der WDR hat auch den BUND e.V. dazu befragt der dies wie folgt kommentiert: „Spotspraying alleine reiche nicht aus, um die Biodiversität zu schützen. Es sei wichtig, die Landwirte zu alternativen Pflanzenschutzmöglichkeiten zu beraten und dort auch finanziell zu unterstützen. Für fast alle Kulturen gebe es auch nicht-chemische Methoden.“ Die typische Antwort einer NGO: Das geht uns noch nicht weit genug…

Wer ernährt die Welt?

Was meinen Sie, an welcher Stelle Deutschland in einer Liste der Lebensmittel-Exporte steht? Hier eine Liste. Manches hat mich überrascht (Niederlande), anderes wiederum nicht (Brasilien) Fazit: Deutschland ist nicht der Nabel der Welt… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Lohnt sich nicht: Edeka Regionalgesellschaft kündigt Tierwohlverträge

Wenn sich ein Marktsegment für den Lebensmittelhandel nicht mehr lohnt, kündigt er die Verträge. Dass dies aber beim Thema Tierwohl passiert, ist schon bemerkenswert. Schlimm nur, dass die Bauern, die in gutem Glauben in höhere Haltungsstufen investiert haben, nun möglicherweise auf ihren Kosten sitzen bleiben. Und die sind nicht trivial. Hier ein Auszug aus top agrar: Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bleibt bei seiner Linie: Der Absatz von Schweinefleisch aus den höheren Haltungsformstufen 3 und 4 (HF) soll weiter steigen. Das Kaufinteresse der Verbraucherinnen und Verbraucher ist groß, betonen die Handelskonzerne. Besonders sicher scheint man sich beim Discount zu sein. Aldi Süd beispielsweise hält laut eigener Aussage an seinem Ziel fest, bis zum Jahr 2030 auf 100 % HF 3 und 4 umzustellen. Die Händler fordern Schweinehalter auf, weiterhin in neue Tierwohlställe zu investieren. Der LEH sorge schon dafür, dass das Fleisch vermarktet wird. Was sich auf den ersten Blick für alle Beteiligten nach einer Win-win-Situation anhört, droht am Ende zum finanziellen Bumerang für Nutztierhalter zu werden. Denn das Tierwohlversprechen des Lebensmitteleinzelhandels bekommt erste Risse. Einige Händler zweifeln offensichtlich daran, dass …

Die Sache mit der Erntegut-Bescheinigung…

Das ist jetzt nicht unbedingt ein Thema für den normalen Bürger. Oder vielleicht doch. Es geht nämlich um Kontrolle und um Bürokratieaufbau. Doch der Reihe nach: In den letzten Jahren habe ich im Frühjahr eine Meldung an die STV (Saatgut-Treuhand) gemacht. Das ging digital und dauerte rund 3 Minuten. Ich habe angegeben, dass unser Betrieb zu 100% zertifiziertes Saatgut gekauft hat. Das machen wir seit Jahrzehnten so. Es gibt aber auch Berufskollegen, die sogenannten „Nachbau“ betreiben, d.h. ihr eigenes Getreide wieder aussäen. Auch diesen Nachbau muss man der STV melden und dafür eine Nachbaugebühr bezahlen. Soweit, so gut. In diesem Jahr gibt es eine Neuerung: vor wenigen Tagen erhielten wir ein Schreiben unserer Genossenschaft, dass wir vor der Anlieferung (die hat hier in der Region seit zwei Tagen begonnen) die Erntegut-Bescheinigung schicken sollen. Eine Erntegutbescheinigung ist im Grunde ein digitaler Herkunftsnachweis für Getreide und andere Feldfrüchte. Sie sorgt dafür, dass der Landhändler die Ernte rechtlich überhaupt annehmen darf. Der Hauptgrund für diese Bescheinigung ist ein wichtiges Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Hinter der Bescheinigung steckt das …

Glyphosat: Sieg der Vernunft, der Justiz, der Wissenschaft!?

Gestern ging es durch die Nachrichten: „Bayer erreicht wichtigen Sieg im Streit um Glyphosat“ oder so ähnlich. https://www.deutschlandfunk.de/bayer-gewinnt-vor-us-supreme-court-102.html https://www.welt.de/wirtschaft/article6a3d38b1507c0ee6f17a818e/pflanzenschutzmittel-bayer-gewinnt-im-glyphosat-streit-vor-us-supreme-court-aktie-steigt-deutlich.html Im Wesentlichen ging es darum, dass die Zulassungsbehörde EPA kein Krebsrisiko durch Glyphosat gesehen hat und Bayer daraufhin auch keinen Warnhinweis gegeben hat. Viele Klagen hatten sich darauf bezogen und werden jetzt wohl zurückgewiesen. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)  “ kommt zu dem Schluss, dass von dem Wirkstoff Glyphosat nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung kein krebserzeugendes Risiko für den Menschen ausgeht.“ Man darf gespannt sein, wie sich die diversen NGO´s nun neu positionieren. Dass Lebensmittel, die mit neuen genomischen Techniken (NGT) hergestellt wurden, im Supermarkt nicht gekennzeichnet werden müssen, dürfte ihnen auch nicht gefallen haben.

Teures Heu

Der Preis für Heu ist in der Crau-Ebene bei Marseille von 250 €/t auf 150 €/t gefallen. Warum? Die Ernte war gut und gleichzeitig sinkt die Nachfrage. Das Heu aus Crau ist etwas besonders, weil es sehr reich an Kräutern ist. Desweitern enthält es viele  Proteine, Mineralstoffe und Vitamine und wird seit dem 19. Jahrhundert geschätzt – zunächst für Pferde in den Städten, später auch für Rennpferde im In- und Ausland. https://www.focus.de/finanzen/nachfrage-bricht-zusammen-bauern-bleiben-auf-bergen-von-heuballen-sitzen_068634de-bf73-4be6-86d1-48315e679240.html Doch jetzt ändert sich der Markt.  Zitat: „Heute steckt die Branche jedoch in einer tiefen Krise, wie „Les Échos“ berichtet. Seit der Pandemie haben viele Kunden auf günstigere Alternativen umgestellt. Hinzu kommen ein sinkender Fleischkonsum, politische Förderungen für andere Eiweißpflanzen, neue Konkurrenzregionen durch den Klimawandel sowie steigende Transportkosten. Dadurch ist der Preis für Crau-Heu innerhalb von nur zwei Jahren von 250 auf 150 Euro pro Tonne gefallen und liegt damit fast auf dem Niveau gewöhnlicher Futtermittel. Für viele Erzeuger ist das ein Zeichen dafür, dass Qualität am Markt immer weniger zählt.“ Und damit ist es auch eine Meldung wert, denn das gute Qualität …

Heißer Mittsommer…und die Konsequenzen

Kurz bevor ich diese Zeilen schreibe (21.6. 2926) habe ich im Wetterbericht gelesen, dass sich in den nächsten zwei Wochen eine Omega-Wetterlage einstellt, die ein Hoch genau über Mitteleuropa fixiert. Die Konsequenz: es bleibt heiß und die Regen/Gewitterwahrscheinlichkeit nimmt ab. Dabei hatten wir bei uns noch Glück: Der Mai war mit 110 mm Niederschlag sehr gut und auch im Juni haben wir bis heute 61 mm Regen bekommen. Was uns jetzt bevorsteht (wenn es denn so kommt wie prognostiziert) habe ich schon einige Male erlebt. Mitten in die Kornfüllungsphase des Weizens werden die Ähren regelrecht verbrannt. Die Hitze ist so groß, dass die Pflanze das Wasser, dass ja im Boden ausreichend vorhanden ist, nicht schnell genug in die Körner transportieren kann. Egal in welchem Stadium sich der Weizen gerade befindet: er beendet die Kornfüllung. Bei früh gesätem Weizen ist dies weniger kritisch als bei Weizen, der erst spät im Herbst gesät wurde (weil vorher da noch Kartoffeln oder Zuckerrüben standen) Hier wird der biologisch mögliche Ertrag nicht erreicht, es wird weniger und kleinere Körner geben. …

Kompromisse oder Konfrontation?

Seit längerer Zeit beschäftigt mich schon die Frage, welche Richtung wir Landwirte in der Gesellschaft zukünftig einschlagen sollen. Sollen wir Kompromisse suchen oder sollen wir auf Konfrontation gehen? Diese Frage müssen sich ja auch diejenigen stellen, die unseren Beruf nach außen vertreten. Kompromisse Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) war ein Gremium, dass sich über mehrere Monate zusammengerauft hat, um einen sogenannten „Gesellschaftsvertrag“ zu unterschreiben. Das ist gelungen, alle Seiten mussten Zugeständnisse machen. Man kann natürlich – wie immer – darüber streiten, welche Seite mehr und welche weniger Federn lassen musste. Im Ergebnis hat die ZKL nichts gebracht, weil der Gesellschaftsvertrag ein „Vertrag zu Lasten Dritter“ war. Das Gremium stellte Forderungen auf, die vom Staat (das sind wir alle) hätte finanziert werden müssen. Dazu sahen sich die diversen Agrarminister und -ministerinnen nicht in der Lage. Oder sie wollten auch nicht. Kompromisse mit BUND, NABU, Greenpeace oder auch PETA? Sind sie gewollt? Sind sie überhaupt möglich? Konfrontation Angesichts der vielen Konflikte in der Welt möchte wohl jeder mehr Frieden und Ruhe haben. Wenn man aber nahezu jeden Tag …

Wer weiß was über „Kooperative Naturschutzmaßnahmen“?

Ich habe hier schon mal über das „Holländische Modell“ berichtet, in dem eine Gruppe von Landwirten einer Region Naturschutzmaßnahmen gemeinsam umsetzen. Jetzt möchte das Thünen-Institut wissen, was Landwirte über solche und ähnliche „Kooperative Naturschutzmaßnahmen“ wissen und wie sie solche einschätzen. Dazu habe ich folgenden Brief erhalten: Sehr geehrter Herr Kremer-Schillings, im Rahmen des Projekts Modell Naturschutz-Kooperativen (MoNaKo) führt das Thünen-Institut aktuell eine bundesweite Online-Umfrage unter Landwirtinnen und Landwirten durch. Ziel der Befragung ist es, zu verstehen, wie die Landwirte und Landwirtinnen kooperative Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen einschätzen und was Voraussetzungen für eine Teilnahme wären. Bislang gibt es hierzu nur wenige Erkenntnisse aus der landwirtschaftlichen Praxis. Die Umfrage richtet sich an alle Landwirte, unabhängig davon, ob bereits Erfahrungen mit kooperativen Agrarumweltmaßnahmen bestehen oder nicht. Die Teilnahme dauert etwa 10-15 Minuten und erfolgt anonym. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Umfrage über Ihre Kommunikationskanäle (z. B. Newsletter, Website oder Social Media) teilen könnten. Zur Umfrage: https://thuenen.limequery.com/489247?lang=de Ich habe schon an der Umfrage teilgenommen und würde mir wünschen, wenn viele  Berufskollegen und -kolleginnen mitmachen würden.

Steigt die DLG bei der Eurotier aus?

Heute, am 18. Juni enden in Bernburg die DLG-Feldtage. Sie sind ein Treffpunkt für die Ackerbauern aus nah und fern. Wegen privater Verpflichtungen bin ich in diesem Jahr nicht dort gewesen. In diesem Jahr gibt es eine Besonderheit: PETA, eine Organisation, die die Abschaffung der Tierhaltung fordert, hat auf diesem Feldtag einen Stand. Das ist deshalb etwas besonders, weil die DLG der Ausrichter der Internationalen Messe „Euro-Tier“ ist. Christian Lohmeyer hat in einem Video sein Unverständnis darüber ausgedrückt, dass ein erwiesener Feind der Nutztierhaltung auf den Feldtagen Werbung für die Abschaffung der Nutztierhaltung machen darf. Christian Lohmeyer ist Mitglied der DLG. (Ich bin es nicht, die Gründe dafür sind vielfältig) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren   Wie PETA die Anwesenheit auf den DLG-Feldtagen kommentiert, kann man hier nachlesen: https://presseportal.peta.de/peta-praesentiert-tierfreie-landwirtschaft-bei-den-dlg-feldtagen-2026/ Dass die DLG bei der Eurotier aussteigt, ist mehr eine rhetorische Frage. …