Vor kurzem hat mich ein Freund angerufen, um mir mitzuteilen, dass er die letzten Ferkel abgeholt hat. Wenn diese Ferkel ausgewachsen sind, wird er keine Schweine mehr halten. Der Stall ist dann leer.
Er ist nicht der Erste, von dem ich persönlich weiß, dass er die Schweinehaltung beendet hat. Ich sage bewusst nicht „aufgegeben“, weil das einen falschen Zungenschlag in die Diskussion bringt. In allen Fällen war es eine persönliche betriebliche Entscheidung, die aber absolut nachvollziehbar ist, wenn man sich die Situation in der deutschen Schweinebranche ansieht. Nur in ganz wenigen Jahren konnten Gewinne erzielt werden, in zu vielen Jahren mussten die Betriebe Verluste hinnehmen.
Nicht jeder kann einen solchen Entschluss fassen. In beiden Fällen war der Stall bezahlt und abgeschrieben. In beiden Fälle hat sich niemand gefunden, der den Stall übernehmen wollte. In beiden Fällen kann der Stall anderweitig genutzt werden und so noch ein Einkommen generieren. Auch wenn es vorher noch einiger Maßnahmen bedarf.
Ich habe erst nicht gewusst, was ich meinem Freund sagen sollte, als er mir sagte, dass es seine letzen Ferkel sind. Ich habe mich entschlossen, ihm zu gratulieren. Er hat es verstanden.
Ich schreibe das, weil ich allen, die über Tierhaltung theoretisch diskutieren, die emotionale Seite eines solchen Entschlusses vermitteln möchte.
Nachtrag:
Nach dem Verfassen dieses Textes habe ich erfahren, dass die großen Verarbeiter von Schweinen den Preis von 1,60 €/kg auf 1,45 €/kg gesenkt haben. Die Gestehungskosten liegen in Deutschland bei etwa 2,00 €/kg. Zudem kündigt Tönnies an, ab dem 1. Oktober die Lieferanten an den Vorkosten (Fleischbeschau etc.) zu beteiligen. Dies ist eine weitere, indirekte Preissenkung. https://www.topagrar.com/markt/news/tonnies-erhoht-schlachthofvorkosten-20029079.html


Und die Ferkel schmieren auch ab: 11,- EUR weniger. 30,- kostet das 25 kg Ferkel jetzt. Kannste bei Geburt besser direkt totschlagen, dann frisst es dich nicht auf
wie oft seit 1960 haben das die Bauern gesagt?
Das liegt an unserem System der
Volkswirtschaft.
Inga: „ wie oft seit 1960 haben das die Bauern gesagt?“
…..und sie haben aufgehört. Alleine in den 30 Jahren, in denen ich die Verantwortung für unseren Schweinebetrieb hatte, haben in Bayern 90% der Zuchtsauenhalter aufgehört!
Mastschweine minus 0,15€/kg, also rund 15€/Tier. Ferkel minus 11€.
Finde den Fehler! Das System der VEZG gehört hinterfragt. Die Ferkelproduzenten haben dort keine Chance. Noch dazu kommt das viele Erzeugergemeinschaften dort selbstständige Viehhandelsunternehmen sind und auch andere Interessen möglicherweise eine Rolle spielen. Dann ist nur der Preis von 1,45€ in aller Munde, dabei notiert die VEZG aber eine Spanne von 1,45-1,60€/kg.
„Der Mensch lebt nicht von Soja und Pillen allein…“
“
Und wenn dass letzte Tier erschlagen und das letzte Feld von Unkraut überwuchert, wird der Mensch feststellen, dass er nicht von Propaganda und Chemiefressen alleine leben kann“ (Frei nach white horse)
Die Indianer sind ausgestorben, eliminiert, ausgerottet…..wie auch immer. Das weiße Pferd hat nur im Liedgut und im Märchen überlebt.
https://youtu.be/n6eA_p8cAUw?is=wt9HO3lhkVebb_UJ
😎🥳
@RS
White Horse war ein Weiser Mann, evtl. auch der Häupling der Cree, (weis es nicht mehr genau(müßte nachgucken)).
Und das faszinierende daran ist dass seine Weissagung so gut überliefert ist und so können wir ihn zitieren, was ich schon vor ein paar Wochen getan habe:
…. wenn das letzte Tier erschlagen, der letzte Adler verschwunden und der letzte Fisch gegessen ist werden sie merken dass sie (ihr) Geld nicht fressen können….
Der Spruch klebte doch schon 1981 an unserem R4, neben der strahlenden Sonne und dem „Atomkraft nein danke!“
Kalter Kaffee…..🥳
@RS
nein mein lieber, leider einer großen Menschenmenge nicht bewusst..
Verdacht auf Millionenbetrug: FBI nimmt deutschen Unternehmer fest | News | BILD.de https://share.google/dESaaHLMIVx0LgLD3
Immer diese Zufälle. Shooting Star und Mitgründer von new meat company (insolvent, jetzt Bergbau-Invest) ….in der Branche scheint immer wieder die Gier das Hirn zu fressen.
Egal wie … es tut weh!
Das die Schweinepreise hier so niedrig sind liegt nicht am minderen Verbrauch von rd. 5%
weniger Schweinefleisch sondern an der Politik in Brüssel und Berlin , aber auch in den grünrotregierten Bundesländern. Man will keine Tierhaltung ! in dieser ideologiesierten CO2-Politik. In den Bundesländern verschärft man über das Baurecht, Personalmangel, usw.
vorgeschoben die Genehmigungen. Bundesweit bezahlt man die NGOs wie NABU, BUND , usw. gegen Stallbauten , aber auch Industrie, Gewerbe , usw. zu Klagen. Als letztes Bollwerk werden Schlachtstellen mit Kontrollen bzgl. Tierschutz überzogen und dann bleiben noch die LEHs. Denen hilft man mit nicht vorgeschriebener Herkunftskennzeichnung , damit die weltweit „billig“ einkaufen können und so die Erzeugerpreise unter Erstellungskosten in Deutschland gehalten werden. Damit geht hier die Tierhaltung dem Ende entgegen. Die derzeit geförderten Rindermast- und Geflügelmastbetriebe sollten sich nicht zu sicher sein , denn man hat nach und nach eine Produktionskette nach der anderen platt gemacht. Die Tierhaltung einzustellen ist für die Bauernfamilie eine harte Sache , auch speziell dann wenn die Alternativen fehlen und noch laufende Kredite den Betrieb ohne das Einkommen zusätzlich belasten. Ich habe das hinter mir und kann gut mich in die Lage der anderen Betriebe reinversetzen , habe aber ein neues Geschäftmodell finden können. Das sitzt so tief , daß ich die verantwortliche politische Partei außerhalb der Kreisgrenzen nicht mehr wähle, sondern zum Protestwähler geworden bin. Diese Leute zerstören ein Lebenswerk, viele Höfe hören auf , ja müßen sogar Land verkaufen um den Stallkredit noch abzahlen zu können. Dabei sind doch diese Politiker unsere Angestellten , die uns voran bringen müßen mit unserer Volkswirtschaft und nicht als Wohlstandsvernichter beauftragt wurden. Aus meiner Sicht müßen wir gegen diese Politik wieder mit den Schleppern nach getaner Herbstbestellung auf die Straße und dieses Mal werden uns viele Nichtbauern begleiten.
Bei der letzten Demo waren hier schon 25% Nichtbauern dabei und das sollte Mut machen.
USA: Bäcker aus Österreich verkauft Roggenbrot für 60 Dollar – und die New Yorker flippen aus – WELT https://share.google/m3IiwyYSTPhceXeW8
So kann’s gehen…..die dekadenten Amis kaufen das dröge Roggenbrot aus tu Felix Austria….ich weiß gar nicht, was ihr habt. DAS ist doch DIE Lösung……Klatsch anne Birne….😆
Hab mal sechs Monate in USA gearbeitet (Atlanta). Bagels sind kein Ersatz für vernünftiges Roggenbrot. Neuerdings gibt es hier auch Luxus-Bäcker. Brot für acht Euronen aufwärts. Ist aber auch lecker. Wie gesagt, genießt jeden Tag – Merz und seine Gefolgschaft wollen es krachen lassen…
Bei Schlachtpreisen von 1,45 bis 1,60 Euro das kg Schlachtgewicht ist in jedem Schweinebetrieb der Zeitzünder scharfgeschaltet .
Dabei ist der Fleischverzehr zuletzt von 53,5 kg pro Kopf auf 54,9 kg gestiegen.
Interpretation selbst überlassen
@G.J.Brand
Aber was essen die Verbraucher denn: Jambon de Sangliere?, Mortadella aus I. (nur das Original ist echt), Fleisch aus Spanien von deren verwilderten Hausschweinen die in den Eichenwäldern umher streifen und ihr Futter selber suchen,
… dieses Verhalten bringt uns in D gar nichts.
Und weil die Spanier ihre Schweine zu fürchterlichen Bedingungen in den Ställen halten und mit dem „Duroc“-geschwafel die Endverbraucher blenden frage ich mich warum unsere sogenannten „Verbraucherschützer“ nicht aufschreien.
Das glauben Sie selbst nicht!
@Rita Kratz
Haben Sie andere Informationen? Dann her damit, denn hier wird mit Fakten und nicht mit Glauben argumentiert.
BZfE) – Seit 2023 gibt es wieder mehr Fleisch und Wurst auf den Tellern in Deutschland. Laut der Versorgungsbilanz des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) aßen die Verbrauchenden 2025 pro Person 54,9 Kilogramm Fleisch. Das waren 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Hauptgrund dafür: Der Verzehr von Geflügelfleisch stieg um ein weiteres Kilogramm auf ein Allzeithoch von 14,7 Kilogramm pro Person, was knapp 27 Prozent des gesamten Fleischverzehrs ausmachte. „Neben der zunehmenden Beliebtheit von Geflügelfleisch dürfte der geringere Verbraucherpreisanstieg im Vergleich mit den anderen Fleischsorten 2025 zum höheren Absatz beigetragen haben“, erläutert BZL-Leiter Dr. Josef Goos. Bei Rind- und Kalbfleisch nahm der Verzehr trotz gestiegener Verbraucherpreise um gut 200 Gramm auf 9,7 Kilogramm zu.
https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/aktuelle-zahlen-zum-fleischverzehr-in-deutschland
Die Leute essen die Wurst aus dem Netto. Der Wursthersteller wird das Schweinefleisch weltweit einkaufen. Da ist keinerlei Idealismus oder Regionalität gewünscht oder gefordert. Nach der Verarbeitung schmeckt das auch keiner mehr.
weltweit?
Seperatorenfleisch über dunkle Kanäle?
Der Handel macht mit den Kunden was er will,
hauptsache er verdient
Mittwoch saß der Schweineberater zur Jahresauswertung bei einem Bauern. Als die Preismeldung kam, wurde der Termin abgebrochen: „Jetzt hör ich auf.“
Als Restgeldempfänger trifft es die Sauenhalter noch viel schlimmer. Die gehen leise.
Und dennoch werden derzeit Ställe gebaut. Aber da gibt es auch meines Erachtens keine wirkliche Perspektive. Aber was ist im Ackerbau? Diesel, Maschinen und Reparaturen unbezahlbar und dann kein Schweinehalter der das Futtergetreide abnimmt …
Landwirte in unserer Region würden gern Hühnerställe bauen, aber….
Es liegen diverse Anträge auf Halde….
@RS
Was sind die (häufigsten) Gründe, warum die Anträge auf Halde liegen? Sind auch Schweineställe geplant oder für welche Tierarten wird geplant? (Aus Ihrer persönlichen Erfahrung)
1. Das Land Niedersachsen (zunindest die Regierungsparteien Rot-Grün) arbeitet gegen die landw. Nutztierhaltung. Sie möchte diese (offiziell unausgesprochen) halbiert sehen und ist kreativ im Erfinden immer neuer Argumente, um Bauanträge zu verhindern. Das politische Bestreben setzt sich fort in den Genehmigungsbehörden vor Ort.
2. Man zwingt alle Bauantragsteller in die digitale Erfassung ihrer Daten. Dann gibt es nur noch 1 oder 0, richtig oder falsch. Die Lebenswirklichkeit sieht aber anders aus. Die Unterstützung durch die Behörden fehlt oft. Sie verstehen sich immer weniger als Dienstleister, die dem Bürger helfen.
3. Bürgerinitiativen, Verbandsklagen, Unsicherheit der Behörden.
4. Unübersichtliches Baurecht: Ein hiesiger Hähnchenmäster, der zwei seiner genehmigten Ställe auf Haltungsstufe 3 (Frischluft) bei gleichzeitiger Bestandsreduizierung umbauen wollte ist, bis vor das Bundesverwaltungsgericht Leipzig gezogen (Kosten bisher rund 150.000 €). Der Fall muss jetzt vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg neu verhandelt werden.
Hatten gerade ein Gespräch mit einem Sauenhalter, der die Genehmigung für einen 400er Stall nach Brandfall hat. Parallel ist die BLE-Förderung gestellt und auch zugesagt.
Die Statik-Prüfung bremst derzeit noch…aber dann gehts los.
Die BLE kommt mit den Förderanträgen nicht nach. Es liegen so viele Anträge vor, dass die Sachbearbeitung (ständig wechselnde junge Damen) einfach überfordert ist.
Bei den Bauämtern herrscht neben den von Herrn Krämer beschriebenen Problemen schlicht Personalmangel.
Ich bekomme in einem Fall keine Genehmigung, weil der Sachbearbeiter, der für die Rechnungstellung in Verbindung mit der Genehmigung zuständig ist, krank ist. Keine Rechnung, keine Genehmigung….
Das „aber…“ würde mich interessieren!
Siehe oben
Es ist keine Schande auf zu hören !
Gesundheit und Familie sind wichtiger !
Wenn ein Volk seine Bauern vergrämt ist
es nicht wert Futter im trog zu haben !
https://www.bauerwilli.com/2020/page/3
Alle Jahre wieder…..
1989/90 lag der Preis bei 0.80€/kg und etliche haben sich auf eine Marktvereinigung gefreut und sind Gen Osten gezogen.
Meine Eltern haben 2010 die Sauen abgeschafft, da war der Stall noch nicht abbezahlt.