Alle Artikel in: Bauer Willi

Kritische Worte des DBV zur aktuellen Politik

Von einem guten Bekannten habe ich nachfolgendes Video mit einer Rede von Joachim Rukwied zur aktuellen Politik bekommen. 2700 Aufrufe und 31 Likes nach drei Tagen sind kein überragendes Ergebnis. Vielleicht werden es mit diesem Post etwas mehr. Die erste Hälfte der Rede fand ich persönlich ungewohnt kritisch gegenüber der aktuellen Bundesregierung. Die zweite Hälfte waren dann die gewohnten finanziellen Forderungen. Aber schaut selber und bildet euch eine eigene Meinung. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Das geheime Seelenleben der Bauern…

Ich weiß jetzt nicht, ob dieser Artikel ein Bestseller wird. So wie das geheime Leben der Bäume. Vermutlich nicht, aber trotzdem muss ich das mal schreiben.   Was viele Bauern, so auch mich, umtreibt ist die nicht nachlassende Kritik an ihrer Arbeit. Kritik ist ja zulässig, aber wenn diese zur Schuldzuweisungen werden, trifft es nicht mehr nur den Beruf, sondern den Menschen. Das schmerzt. Es geht dann nicht mehr nur um die Sache, sondern darum, den einen Schuldigen auszumachen, den man dann in kollektivem Aufschrei verantwortlich machen kann. So auch damals bei der Insektenstudie, die von allen Medien sofort aufgegriffen wurde und in Überschriften wie „Ökologisches Armageddon“ und ähnlichen Worten beschrieben wurde. Diejenigen, die nur das Zustandekommen und die Bewertung der Zahlen kritisch hinterfragen, werden geradezu reflexartig als „Realitätsleugner“ oder „Gekaufte Freunde der Konzerne“ diskreditiert.  Wenn gefordert wird, die möglichen Hintergründe und Ursachen zu erforschen, so wird diese Reaktion als blamabel dargestellt, es ist von polemischen Verrissen die Rede und vulgärem Lobbyismus. Das ist harte Kost. Geht es hier noch um die Sache oder soll hier, …

Wie wird die Zucker-Ernte?

Meine Frau und ich sind am Mittwoch in den Urlaub ins Allgäu gefahren. Dabei schaut man als Landwirt unterwegs auch nach rechts und links aus dem Auto. Südlich der Mainlinie haben wir keine schönen Bilder von Zuckerrüben gesehen. (Mais wird derzeit gehäckselt) . Es ist nicht nur die Trockenheit, die immer noch nicht zu Ende ist, sondern auch der Einfluss der Schilfglasflügelzikade, die SBR (Syptom eines niedrigen Zuckergehaltes) und Stolbur überträgt. Beides sind relativ neue Krankheiten. Es besteht kein Zweifel, dass hier die Erträge gegenüber den Vorjahren deutlich abfallen werden. Auch bei uns im Rheinland werden die Erträge geringer ausfallen, allerdings sind viele Rübenbestände wieder grün und wachsen jetzt wieder weiter. Was bedeutet das für den Zuckermarkt? Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker gibt in jedem Jahr Prognosen heraus, wie die Ernte ausfallen könnte. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Für dieses Jahr ist …

„Man darf ja heute nichts mehr sagen“

Es ist eine der beliebten Aussagen unserer Zeit: „Man darf ja heute nichts mehr sagen!“ Richtig laut wird dieser Satz seltsamerweise immer dann, wenn jemand etwas gesagt hat – und zwar extrem laut, öffentlich und ohne jede Rücksicht. Wer einen kritischen Artikel schreibt, ein Video veröffentlicht oder einen Podcast der nicht dem Mainstream entspricht, wird danach oft von einem Sturm aus Wut, Pöbeleien und persönlichen Beileidigungen geflutet. Es sind oft dieselben Stimmen, die für sich eine grenzenlose Meinungsfreiheit einfordern, diese Freiheit anderen aber absprechen wollen. Sobald Fakten benannt, Widersprüche aufgedeckt oder kritische Fragen gestellt werden, schlägt die Verharmlosung in Aggression um. Die Botschaft hinter dem Shitstorm ist eindeutig: Du sollst nichts mehr sagen. Meinungsfreiheit ist keine Einbahnstraße. Sie schützt das Recht, Positionen zu beziehen – sie schützt aber nicht vor der Reaktion darauf. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Wer gegenseitigen Respekt durch digitale Erpressung und persönliche Beleidigung ersetzt, um kritische Berichterstattung einzuschüchtern, zeigt vor allem eines: dass die Argumente ausgegangen sind. Das Grundgesetz schreibt: (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift …

Die Spaltung der Gesellschaft durch Lautstärke

Im Nachgang zu einem Artikel der letzten Woche, in der es in den Kommentaren hoch herging und sich zwei langjährige Kommentatoren aus dem Blog verabschiedet haben, hab ich mich gefragt, woran das liegen kann. Diese Dynamik beschränkt sich übrigens nicht nur auf Kommentarspalten, sondern sickert tief in das gesellschaftliche Miteinander ein und treibt die Polarisation auf mehreren Ebenen voran. Dies kann man auch feststellen, wenn man in einer größeren Gruppe (Verwandtschaft, Nachbarn, Vereine)  diskutiert. Es umfasst auch nicht nur die Politik, sondern auch andere Themen wie – z.B. zu Zeiten von Corona – die Impfung. Warum sind bestimmte Diskussionen so schwierig? – Zerstörung des gemeinsamen Debattenraums: Wenn Kritik nicht mehr als inhaltlicher Beitrag, sondern als feindseliger Angriff gewertet wird, bricht der konstruktive Diskurs zusammen. Es geht nicht mehr um Argumente, sondern nur noch um die Abwertung der Gegenseite. Beweise dafür finden sich täglich in den Kommentarspalten der sozialen Medien. Bisher wurde dieser (mein) Blog weitestgehend davon verschont. (Den Kommentar, dass ich ein Narzisst sei, habe ich locker weggesteckt, weil er wahr ist. Ohne ein gesundes …

Einsichten aus Österreich

Auf den Artikel von Arnold Krämer hin habe ich diesen sehr emotionalen Brief von einem Landwirt aus dem Waldviertel in Österreich bekommen. Wir in Österreich haben gerade ein massives Dürreproblem erlebt, das mit einem Dürrepaket „erledigt“ wurde, das man nicht als Hilfe bezeichnen kann. Unser Landwirtschaftsminister hat mit dem Finanzminister dabei etwas ausgehandelt, das bei mehr als 1 Milliarde Schaden aufgrund der Dürre vorne und hinten nicht reicht (Die gesamte Bruttowertschöpfung der österreichischen Landwirtschaft liegt im langjährigen Schnitt bei rund 3 bis 4 Milliarden Euro.) Ein unkompensierter Schaden von einer Milliarde Euro reduziert die Wertschöpfung des gesamten Sektors rein rechnerisch um 25 bis 30 Prozent. Das ist bei uns noch viel mehr und flächendeckender als in Deutschland. Die Dürrehilfe bedeutet praktisch genau NICHTS an Hilfe: Es gab 3 Punkte – eine Stundung der Sozialversicherungsbeiträge, für das letzte Quartal, das finanziert wird aus der eigenen Sozialversicherung, – Zinszuschüsse für Kredite, wo die meisten viehhaltenden Betriebe gar kein Futter kaufen konnten dafür, weil keines am Markt war und – einen 10-prozentigen einmaligen Zuschuss zu einer Dürreversicherung für …

7 Jahre später…

Ich bin 2019 von der CDU/CSU-Fraktion angefragt worden, ob ich vor rund 300 Bundestagsabgeordneten im Reichstagsgebäude ein Referat halten würde, in dem ich auf die aktuelle Politik eingehe und Erwartungen formuliere. Und, im Gegensatz zu so manchen lauten Medien, auch Lösungen anbieten. Schimpfen und jammern kann ja jeder. Heute sind wir knapp 7 Jahre weiter. Urteilen Sie selbst. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

KI: Analysiere die Position der AfD zur Landwirtschaft und bewerte diese

Damit eines klar ist: die AfD ist für mich als Bürger aus verschiedensten Gründen nicht wählbar. Ich weiß, dass das viele – auch viele Landwirte – anders sehen. Mich hat interessiert, welche Position diese Partei zum Thema Landwirtschaft bezieht und habe daher der KI Gemini die oben genannte Aufgabe gestellt. Daraufhin habe ich folgende Analyse und Einordnung bekommen Der KI-Text ist blau gekennzeichnet, ich habe ihn unverändert übernommen. Die Agrarpolitik der Alternative für Deutschland (AfD) verknüpft marktliberale Ansätze mit starkem nationalen Protektionismus und der Ablehnung europäischer Umwelt- und Klimaschutzvorgaben. Kernelemente der AfD-Position zur Landwirtschaft Marktwirtschaft und Deregulierung: Die AfD fordert den Abbau von Bürokratie, Aufzeichnungspflichten und Auflagen. Staatliche Eingriffe in den Markt sollen minimiert werden. Lockerung von Umwelt- und Düngevorgaben: Auflagen zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln und Düngebeschränkungen (wie die EU-Nitratrichtlinie) lehnt die Partei ab. Flächenstilllegungen für Öko-Maßnahmen sollen rückgängig gemacht werden, um maximale Flächen für die Nahrungsmittelproduktion zu nutzen. Ablehnung des Green Deals & Klimaschutzmaßnahmen: Da die AfD den menschengemachten Klimawandel bestreitet oder als vernachlässigbar ansieht, verwirft sie CO2-Bepreisungen, den Umbau zu ökologischer Landwirtschaft sowie …

„Warum die Agrarpolitik so ist, wie sie ist, und nicht wie sie sein sollte“

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer Der Ärger über Politik, auch Agrarpolitik ist weit verbreitet. Die Diskutanten nicht nur hier im Blog von Bauer Willi liefern dafür regelmäßig die entsprechenden Beispiele und Belege. Die spürbare Verdrossenheit im Berufsstand, Folge von Ermüdung, Frustration und Desillusionierung, hat seine Gründe, auf die nachfolgend näher eingegangen werden soll. Die Anregungen dazu stammen aus einem Artikel der Monatszeitschrift Cicero, „Magazin für politische Kultur“. https://www.cicero.de/wirtschaft/linke-wirtschaftspolitik-bis-zum-bitteren-ende. Die Überschrift meines Beitrags stammt dagegen von dem renommierten Göttinger Agrarökonom Prof. Dr. Günther Schmitt. Dieser hatte 1984 in der Zeitschrift „Agrarwirtschaft“ die fehlende Berücksichtigung volkswirtschaftlicher und wohlfahrtsökonomischer Aspekte in der Gestaltung der EU-Agrarpolitik beklagt. Er hoffte, dass „die Interessen weniger [damals aber] einflussreicher Gruppen zurückgedrängt werden“ und sich „soziale Gruppen finden, die den Auffassungen von Agrarökonomen innerhalb des demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse die notwendige politische Legitimation vermitteln“. Sein Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen. In den letzten Jahrzehnten haben sich unbestreitbar wichtige zusätzliche Erkenntnisse rund um das Thema Landwirtschaft ergeben. Deshalb bestimmen in der EU- und in der Berliner Agrarpolitik nicht wie gehofft, ökonomische Aspekte das …

Wie Landwirte zu Interessenvertretern von Bauernverbänden und Agrarkonzernen werden

Ein Gastartikel von Jürg Vollmer, Agrarjournalist in der Schweiz, der eine erfundene Geschichte erzählt, die so aber auch tatsächlich passiert sein könnte. Er berücksichtigt dabei die Situation nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland und Österreich, Der Artikel ist länger als sonst, aber bis zum Schluss lesenswert. Theoretisch sind die Landwirte «Eigentümer» von Bauernverbänden und Agrarkonzernen wie zum Beispiel Molkereien. In der Praxis agieren Verbände und Agrarkonzerne oft gegen die Interessen der Landwirte. Landwirte sind Mitglieder ihrer Verbände und bei vielen Genossenschaften zugleich deren Eigentümer. Trotzdem entscheiden professionelle Funktionäre und Manager über Milchpreise, Investitionen und Marktstrategien. Wie kommt es, dass jene, die formal Einfluss besitzen, sich in der Praxis oft nicht durchsetzen? Die folgende Fallstudie ist frei erfunden. Personen, Orte und Organisationen dienen der Veranschaulichung. Die beschriebenen Entscheidungswege und Interessenkonflikte orientieren sich an öffentlich dokumentierten Strukturen in der Landwirtschaft des deutschsprachigen Raums. Herbst 2026. Im Gasthaus «Krone» von Hintermoos liegen dreissig weisse Briefumschläge auf den Tischen. Einer für jeden Milchbauern der Region. Absenderin ist die Alpenmilch AG. Der Abnahmepreis müsse um 4 Cent …