Auf den Artikel von Arnold Krämer hin habe ich diesen sehr emotionalen Brief von einem Landwirt aus dem Waldviertel in Österreich bekommen.
Wir in Österreich haben gerade ein massives Dürreproblem erlebt, das mit einem Dürrepaket „erledigt“ wurde, das man nicht als Hilfe bezeichnen kann. Unser Landwirtschaftsminister hat mit dem Finanzminister dabei etwas ausgehandelt, das bei mehr als 1 Milliarde Schaden aufgrund der Dürre vorne und hinten nicht reicht (Die gesamte Bruttowertschöpfung der österreichischen Landwirtschaft liegt im langjährigen Schnitt bei rund 3 bis 4 Milliarden Euro.) Ein unkompensierter Schaden von einer Milliarde Euro reduziert die Wertschöpfung des gesamten Sektors rein rechnerisch um 25 bis 30 Prozent. Das ist bei uns noch viel mehr und flächendeckender als in Deutschland.
Die Dürrehilfe bedeutet praktisch genau NICHTS an Hilfe: Es gab 3 Punkte
– eine Stundung der Sozialversicherungsbeiträge, für das letzte Quartal, das finanziert wird aus der eigenen Sozialversicherung,
– Zinszuschüsse für Kredite, wo die meisten viehhaltenden Betriebe gar kein Futter kaufen konnten dafür, weil keines am Markt war und
– einen 10-prozentigen einmaligen Zuschuss zu einer Dürreversicherung für das Jahr 2027, wo die Prämien mehr steigen werden, alleine aufgrund des großflächigen Ereignisses und doch keine Lösung sind für strukturelle Dürre und Klimawandel.
Die Gesellschaft glaubt, wir Bauern hätten so viel bekommen, obwohl von der Milliarde Schaden nichts von extern abgegolten wurde, weil wir Bauern dies in Zukunft aus unseren eigene Töpfen selbst finanzieren müssen. Und das in einer unterfinanzierten Branche, die strukturell gerade stirbt bei uns – und niemand in der Gesellschaft interessiert sich dafür – nicht einmal der Landwirtschaftsminister, der das ganze mit einem Klimagesetz erkauft hat. Er ist ja gleichzeitig auch noch Klimaminister und hat das in der Koalition abgetauscht mit den beiden anderen Parteien, wo in den nächsten Jahren weitere Belastungen auf die Bauern zukommen werden, die die Landwirtschaft nicht mehr finanzieren kann.
Wir Bauern stecken in einer Preis-Kostenschere, die seit Jahren immer schlimmer wird, aber das Schlimmste daran ist die Ignoranz der Gesellschaft, die das nicht einmal sieht, wo einfach urbane Medien und Entscheidungsträger über die Köpfe der Bauern hinweg entscheiden und Gesetze schaffen, die praktisch keine Überlebenschance lassen der Landwirtschaft.
Österreich steht vor dem strukturellen Zusammenbruch der Landwirtschaft und nicht einmal die Bauernvertreter sind bereit dafür zu kämpfen, dass es eine Zukunft geben kann. Sie haben sich weitestgehend arrangiert in ihrer Komfortzone, um den leisen Niedergang des Systems zu verwalten
Ich begehre manchmal in Versammlungen auf – zuletzt in einer Versammlung beim Raiffeisen Lagerhaus. Das ist bei uns die Genossenschaft, die praktisch alles dominiert, weil es sonst fast nichts mehr gibt für die Vermarktung.
Interessant war dort, dass ich mich über die Untätigkeit unseres Ministers bei einem hochrangigen Referenten – dem Direktor des Österreichischen Bauernbundes Strasser beschwert habe und dass wovon er redet völlig an der Realität vorbei. Er hebt irgendwelche Detailerfolge hervor, während die komplette Substanz an Einkommen wegbricht und wir nur mehr alle Hobbybauern sind, weil wir um unsere Höfe zu erhalten alle woanders das Geld verdienen müssen. Ich kann diese Wohlfühlpolitik nicht mehr ertragen kann, weil es leider nichts mehr Positives gibt in der Landwirtschaft, aber die Politik völlig an der Basis vorbei operiert – ich habe für meine Wortmeldung lauten Applaus von den kleinen Funktionären bekommen – nur vis-a-vis von mir meinte der ehemalige Kammerobmann, der schon in Pension ist und seinen Betrieb hobbymäßig weiterführt, dass ich doch ruhig sein sollte und mich nicht so aufregen sollte. Ich meinte zu ihm, dass ja auch sein Betrieb als Beispiel nur mehr Hobby sei und sein Sohn ja jetzt einen gutdotierten Lehrerjob hätte – da meinte er nur, aber dass sein Betrieb ja weitergehe.
Das zeigt leider das Dilemma – wir braten alle in unserem eigenen Saft – jeder sucht sich einen Ausweg und die Funktionäre bekommen überhaupt nicht mit, dass die gesamte Struktur zusammenbricht, weil angeblich eh alles nicht so schlimm wäre – aber von all dem bekommt die restliche Bevölkerung genau gar nichts mit – die leben in einer völlig anderen Realität – die glauben die Bauern bekommen eh so viel Geld werden hoch subventioniert und fahren dann dicke Maschinen.
Ich bin ein kleiner Bauer der untersten Riege und meine Kinder werden nicht weitermachen – mein Sohn studiert und meine Tochter ist Kindergärtnerin und wenn ich mit den Eltern von meinem Schwiegersohn – es sind Wiener und Grüne , über die Landwirtschaft spreche, dann zeigt sich, dass die absolut keine Ahnung haben aber von Umweltschutz schwafeln, von Tierwohl und von abgehobenen Dingen.
Wenn ich von den realen Problemen erzähle, was uns vorgeschrieben wird und was wir dabei verdienen mit unserer Arbeit, dann zeigt sich, dass wir in völlig unterschiedlichen Welten leben. Der Großteil der Bevölkerung hat keine Ahnung, wie es um die finanzielle Situation der Bauern steht. Die Realitäten der Bauern und landwirtschaftlichen Betriebe werden in der Gesellschaft nicht mehr gesehen – es dominieren urbane Medien und Ideologien den Diskurs, der uns nur ganz schwer eine Überlebensmöglichkeit lassen wird.
Ich bin jetzt fast 58 Jahre und bin jetzt der zweitjüngste Bauer im Ort – es wird nur einen Betrieb bei uns geben, der weitergeführt wird in Zukunft. Der Rest sind Betriebe, die entweder von Pensionisten geführt werden auf Namen der Tochter, Nichte oder des Sohnes. Es gibt nur mehr einen einzigen Betrieb in der Region, der Tierhaltung hat und zwar Eier in Direktvermarktung . Der Bauer ist heuer in Pension gegangen und macht weiter auf den Namen seiner Schwägerin.
Es gibt noch einen einzigen Betrieb im Ort, der das als junger Bauer weitermacht. Er ist etwa 30 und geht nebenbei auch arbeiten. Fast alle die noch existieren machen den Betrieb als „Hobby“ weiter. Wie soll das weitergehen, wenn niemand mehr von seiner Arbeit leben kann bei uns in Österreich? Wo ist die Zukunft der Betriebe und deren Existenzfähigkeit, wo die Realitäten auf den Höfen einfach nicht mehr gesehen werden in der Bevölkerung, weil dort Umweltschutz, Tierwohl und Renaturierung alles dominieren, aber niemand bedenkt, dass die Landwirtschaft auch ein Einkommen zur Existenz braucht?
Ich glaube abschließend, dass wir gar keine Überlebenschance haben werden, wenn wir glauben, über eine Abgeltung unserer Umweltleistungen oder über den Preis oder eine Anhebung dessen, was ich für politisch ausgeschlossen halte, unsere Betriebe lebensfähig halten wollen – das wird zum strukturellen Zusammenbruch führen. Die einzige Chance in Österreich eine reelle Überlebenschance zumindest für einige Betriebe zu erreichen ist, dass die Landwirtschaft als kritische Infrastruktur gelten muss – wir sind die kritischste Infrastruktur, die es gibt – ohne Essen kein Leben und ohne Bauern kein Essen.
Es kann nicht sein, wie es in Österreich ist, dass wir ein Agrarbudget haben, das nicht einmal ein Zehntel etwa der ÖBB-Subventionen beträgt – der Bahn und man die Landwirtschaft dem Markt überlässt – das wird sich nicht ausgehen. Deutschland hat eine andere Struktur bei den Betrieben, auch wenn Sie einen Nebenerwerbsbetrieb haben, so sind ihre Strukturen viel größer als bei uns – wir haben praktisch fast nur mehr Hobbylandwirtschaft bei uns in Österreich.
Wenn man sich die Betriebsstrukturen anschaut – wir haben ca. noch 100.000 Betriebe, wobei ein Großteil davon im Nebenerwerb geführt wird und auch von den Haupterwerblern der Großteil vom Familieneinkommen der Alten also Pensionisten oder der Ehegatten lebt.
Ich habe versucht dazu Daten zu finden. Ist extrem schwer, weil es absurd unterschiedliche Definitionen von einem Betrieb gibt etc. – aber ich schätze, dass in etwa noch ca. 6000-7000 Betriebe bei uns also 6-7% ca. von der Landwirtschaft leben können – der Rest sind Zuerwerb, Nebenerwerb und Familienzuerwerb, um überlebensfähig zu sein für den Hof – wir haben in Österreich großteils nur mehr Hobbylandwirtschaft und die wird uns innerhalb dieser Generation wegbrechen, weil die Kinder nicht mehr weitermachen werden – es droht ein Zusammenbruch des Systems.
Liebe Grüße von einem ziemlich zornigen Bauer aus dem Waldviertel in Österreich.


Was der Autor auch nicht sagt: 400 Millionen deckt die Versicherung! Dazu kommen die 240 Millionen vom Staat. auf 320 Millionen bleiben die Bauern sitzen.
Also, so dick auftragen muss man auch wieder nicht:
Die Sozialversicherungsbeiträge wurden nicht gestundet, sondern erlassen, weil ein Polster da war.
Mittlerweile ist Futter am Markt – aus Norddeutschland. Und bei uns im Südosten haben sie den Körnermais siliert für Restösterreich.
Und was wir halt daraus lernen müssen: „Just in Time“ ist riskant in der Landwirtschaft.
Was stimmt: die Bodenspekulanten genießen in Österreich derzeit nie dagewesene Goldgräberstimmung: Überall Annoncen: „Pachte oder kaufe alles!“
Die Landwirtschaft wird sehr wohl weitergehen, aber nicht so, wie die Gesellschaft es sich vorstellt.
Was auch stimmt: Jetzt rächt es sich, dass die Fleischproduktion so überproportional gefördert wurde, obwohl die Ärzte ständig warnen vor dem Überkonsum an tierischen Lebensmitteln. Ich hab einmal mit einem Pakistani Preise verglichen. Dort kostet ein Schlachtlamm kaufkraftbereinigt etwa 600 Euro. Da könnte ich mit meinen 7 Muttertieren auch noch was verdienen.
Was dieses „Hobbygewerbe“ betrifft: So ein Biologe hier hat sogar zugegeben, dass die vorgeschriebene Renaturierung von den Bauern selber berappt werden muss, und dass man ja an vielen Beispielen sieht, dass das mit einem Nebenerwerb eh locker funkioniert. Und wenns nicht funktioniert, soll man die Flächen halt verwildern lassen, das sei ohnehin das Allerwünschenswerteste. Denen sind 48% Waldfläche immer noch zu wenig für die Natur.
Dürre war mehr oder weniger in ganz Europa. Die Medien schreiben, dass halt Obst und Gemüse importiert werden muss, und dass es halt teurer wird.
Ich frage mich, woher importieren? Haben die Lateinamerikaner das Problem schon im kleinen Finger gehabt und rechtzeitig genug Cerrado gerodet? Und haben die Inder heuer ausnahmsweise eine Überproduktion? Im Supermarkt sehe ich schon bedenkliche Leere, dabei ist für Vieles gerade Erntezeit.
Der Winter wird spannend. Wie werden die Urbanis sich das dann erklären?
Wir hatten heute im Dorf ein wie immer wunderschönes Erntedankfest. Die Kirche war proppenvoll, der Musikverein, der das Fest seit 43 Jahren organisiert, hatte kurzerhand einen Redner organisiert, der die Kirche geleitet hatte. Ein Pfarrer war nicht zu kriegen, anscheinend ist das Erntedankfest nicht mehr Bestandteil von kirchlichen Feiern.
Der Redner sprach von Lebensmittelverschwendung aber nicht von der Arbeit der Landwirte. Er sprach davon, dass Dank immer auch was damit zu tun habe, in die Zukunft zu schauen. Dabei dachte er aber nicht an die Unterstützung der Landwirte, sondern plädierte dafür, in der Kirche für Nahrung und „schönes Wetter“ zu beten. Kann man machen.
Ich bin zunehmend entsetzt, wie „egal“ den Nahrungsmittelkonsumenten die Hersteller eben dieser Ware sind.
Ludwig schreibt: „Bevor ich hier einen Kommentar abgebe möchte ich Dir Willi alles Gute zu deinem gestrigen Geburtstag sagen. Bleib so wie du bist und bleibe uns mit deinem Blog noch sehr sehr lange erhalten.—- “
Da schließe ich mich gerne an . Herzlichen Glückwünsch und alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen.
Und wenn ich mir ganz dreist auch etwas wünschen darf: Bitte bleib ganz klar in deiner Überzeugung, hier allen autoritären, populistischen oder kollektivistischen Ideen eine klare Abfuhr zu erteilen. Herzlichen Dank dafür!
Lady
Danke. Und ja, ich werde mich von meinen Überzeugungen nicht abbringen lassen. Versprochen!
Dieser Niedergang, der im Artikel eindrücklich beschrieben ist, ist ja nicht etwa die Schuld „der Bauern“ und auch nicht die Schuld der „unwissenden Verbraucher“ – es ist die Politik, die es versteht, vielen Bürgern immer wieder Sand in die Augen zu streuen, damit sie dieselben Politiker immer und immer wieder wählen. Nicht nur, dass sie immer wieder dieselben Zerstörer wählen, die Wähler lassen sich auch einreden, dass diejenigen am Niedergang Schuld sind (z.B. AfD), die nichts, aber auch gar nichts zu diesem Niedergang beigetragen haben. Was mich am heftigsten umtreibt: dass dabei die immer gleichen Lügen offenbar von vielen Wählern geglaubt werden…Es ist ein Irrenhaus…
Trotzdem wird es Überlebende geben – die einzigen, die erklären können, was die Bauern leisten und dass sie keineswegs die üppigen Entlastungs-Gelder beziehen, das sind die Bauern selbst, denn auch ihre Verbände lassen die Bauern im Stich.
Dasselbe böse Niedergangs-Spiel wird ja z.B. auch mit Familien betrieben und mit so vielen anderen Berufen, dass eine Liste darüber den Platz hier sprengen würde.
Es gibt genügend Überlebens-Potential, das sich am Ende durchsetzen wird – nur: wann das geschehen wird, wissen wir nicht. Wir müssen uns wehren, da wo wir es können.
Vorschläge wie und wobei?
ist das eine ernstgemeinte Frage?
na sicher…
@ Peter:
ich bin viel im Auto unterwegs und in den letzten Tagen hörte ich einige Interviews über: die Winzer. Das war durchweg positiv und alle fingen in etwa gleich an: „ich dachte immer, die Winzer ….(blabla), JETZT aber habe ich ein paar Tage mitgearbeitet und mein Herz schlägt jetzt für die Winzer. Dann folgen detailreiche Berichte über die vielen einzelnen Handgriffe der Winzer. Meistens sind die Berichte abgeschlossen mit: „Ich sehe jetzt die viele Arbeit der Winzer mit anderen Augen an!“
DAS können Bauern doch auch, und ich vermute, noch besser sogar: Also in der Tageszeitung nachschauen, wer gute Artikel schreibt und diesen Journalisten dann einladen, 1 Woche bei Ihnen mit zu leben und mit zu arbeiten. Ziel: Berichte und auch Interviews (Bauern, die ihre Arbeit gerne tun) und gute Darstellung der Wirklichkeit: viel Arbeit, viel Herzblut, früh aufstehen usw. – und so kann man die „unwissenden“ Bürger informieren.
Das wäre die eine Möglichkeit, mir würden noch viele andere einfallen, aber das würde hier den Rahmen sprengen.
Reicht das erst einmal für die Antwort darauf, wie man die Bürger auf eine so lebenswichtige Arbeit (die der Bauern) aufmerksam macht? Journalisten suchen, einladen und das Ergebnis mit dieser Person ausarbeiten.
https://www.youtube.com/watch?v=K9n_ZIXbVw0
hat nichts genützt
Das ist auch gar nicht gut gemacht…. Peter hat es vielleicht richtig verstanden.
@Sonja Dengler
Das würde mich auch interessieren. Das Schimpfen auf die sogenannten Altparteien und der Glaube, dass die AfD es schon irgendwie richten wird, ist sehr einfach.
Auch der Begriff „wehren“ klingt mir zu kriegerisch. Ich plane für Ende Oktober eine Aktion ähnlich wie die „Grünen Kreuze“. Ich frage mich, ob die Bauern, Winzer, Obstbauern und auch die Fischer dabei sind.
Es ist aber ein friedlicher Protest, der trotzdem große Wirkung erzielen könnte, wenn viele mitmachen. Jammern alleine reicht nicht.
An keiner Stelle habe ich geschrieben, dass es „die AfD irgendwie richtigen wird“. Das haben Sie sich aus den Fingern gesaugt – und es entspricht auch nicht den von Ihnen aufgestellten 5 Punkten am Anfang ihres (gut gemachten) blogs.
Respekt und Achtung gegenüber anderen Meinungen halte ich für unabdingbar, was Sie mit „Schimpfen“ meinen, ist ein Beschreiben des Ist-Zustandes in unserem Land, das an die Wand gefahren wird. Dass Sie das anders sehen, respektiere ich, teile es aber nicht.
Bleiben Sie höflich bitte, z.B. Ihr Gedanke, dass Ihr Widerstand friedlich ist, meiner aber kriegerisch, ist falsch. Lohnt nicht, darüber zu diskutieren, die Spaltung in unserem Volk ist wirklich durchgängig.
Ja, und die Betroffenen wählen ihre „Peiniger“ immer wieder, auch in der Landwirtschaft.
Wen meinen Sie mit „Peiniger“? Ich fühle mich von niemandem „gepeinigt“ und finde dieses Vokabular deplaziert.
Jenes Problem, welches der Bauer aus dem Waldviertel beschreibt, kenne ich als auch Österreicher zur genüge. Es ist ein Problem, welches heuer durch die Dürre in der Landwirtschaft entstanden ist. Ich möchte unseren Landwirtschaftsminister, welcher mehr Umweltschützer- als Landwirtschaftsminister ist. Aber er hat es schwer, weil die Bauern sich untereinander nicht einig sind. 50% sind die Ackerflächen und 30% sind die Grünlandflächen gegen Ernteausfälle versichert. Sollen den Nicht-Versicherten der volle Schaden abgegolten werden und jene die Versicherung bezahlt haben, als die Dummen und die anderen sind die Nutznießer, welche jetzt am Wirtshaustisch große Reden halten. Der Bund und die Länder zahlen jetzt schon einen Hohen Beitrag zur Hagelversicherung, welche auch die Ernteausfälle versichert. Denken wir zurück, als „Manshold“ gesagt hat, dass ein Betrieb unter 30 ha nicht lebensfähig sein wird. Was gab es da für einen Aufschrei und wo liegt jetzt die lebensfähige Fläche der Betriebe.
Die Zuzahlungen zur Hagelversicherung sind eine Lächerlichkeit und dienen dazu ein System gerade noch am Leben zu halten.
Die Versicherung deckt nur eine Lächerlichkeit ab von dem, was Schaden besteht und eine Versicherung für eine flächiges Problem den Bauern als Lösung zu verkaufen, wenn sie nicht mehr von ihrer Arbeit leben können ist eine Themenverfehlung!
Die lebensfähige Fläche bei Marktfruchtbetrieben liegt schon jenseits von 150-200 Hektar und auch die kämpfen schon ums Überleben. Wenn es in vielen Jahren keine positiven Deckungsbeiträge mehr gibt bei vielen Fruchtarten, dann ist es egal wie groß der Betrieb ist!
Der systemische Zusammenbruch steht bevor, weil auch Lagerhäuser, Händler und Weiterverarbeiter bei so wenigen Betrieben bald nicht mehr existenzfähig sind!
Viele Landwirte in A wie in D befinden sich aktuell in einer emotionalen Ausnahmesituation, weil betriebstrukturelle und finanzielle Probleme verschärft wurden durch die Witterung in diesem Sommer und perspektivisch keine Besserung in Sicht ist, auch vielfach nicht sein kann.
Die Rufe nach dem Staat sind verständlich, aber aussichtslos, weil sich dieser längst überfordert hat durch alle möglichen Verpflichtungen, die er in „guten“ Zeiten eingegangen ist. Ihm fehlt der Spielraum, den er auch nicht (höchstens minimal) erweitern kann durch den Versuch, noch mehr aus den Steuerzahlern rauszupressen. Und den Politikern fehlt noch der Mut zu radikalen Korrekturen in ihrer Ausgabenpolitik.
Einzelbetrieblich bleibt für Landwirte nur eine schonungslose Analyse bezüglich der Einkommenspotentiale, der Produktivitätsreserven und der individuellen Anpassungsmöglichkeiten mit dem Ziel, entweder wirtschaftlich die Kurve zu kriegen oder soviel Vermögen wie irgend möglich zu retten.
Aber leichter gesagt als getan, dass gebe ich zu als „Schreibtischbauer“, auch wegen der sozioökonomischen Komplexität landwirtschaftlicher Familienbetriebe und weil soviele Emotionen im Spiel sind.
Dem stimme ich nicht zu. Der Staat hat ein Ausgabenproblem!
„Der Staat hat ein Ausgabenproblem!“
Habe ich etwas anderes beschrieben?
Nein, er hat ein Einnahmenproblem. Das Verhältnis vom Verdienst des einfachsten Arbeiters zum reichsten Österreicher ist 1: 20.000
Und der Reichste zahlt so gut wie keine Steuern.
https://www.youtube.com/watch?v=amOHcF2rNRM
Einen solch klären Widerspruch hätte ich von ihnen nicht erwartet.
Der Staat mag auch ein Einnahmeproblem durch seine Steuergesetzgebung haben.Wofür er aber das viele Steuergeld ausgibt, ist mehr als fragwürdig. Und das hat mit Verdiensten der Steuerbürger nun wirklich wenig zu tun, wenn man einmal von dem staatlichen Pampern von bullshit- Jobs absieht.
Dass der Satt ein Ausgabenproblem hat, ein Priorisierungsproblem, ist offensichtlich. Und damit manövriert er sich gleichzeitig in einen immer kleiner werdenden Handlungsspielraum. Dabei ist es üblicherweise das Budget, das die politischen Ziele umsetzt.
Die Belastung von Arbeit und Kapital ist jedenfalls ziemlich am Anschlag. Nur in Belgien liegen die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialvers. und Einkommen/Lohnsteuer in % der Lohnkosten unter den 28 OECD-Staaten etwas höher.
Etwas komplexer ist die Betrachtung der Unternehmensbesteuerung, aber auch hier ist ein dritter Rang hinter Malta und Japan keine Glanzleistung.
Dass die Gewinne von Kapitalgesellschaften nicht nur auf Unternehmensebene sondern auch bei Ausschüttung an die Anteilseigner besteuert werden, wird gerne unterschlagen.
In Deutschland liegt die Gesamtsteuerlast auf Gewinne nach Ausschüttung bei 48,56 Prozent, wobei der angenommene Gewinn einer Kapitalgesellschaft mit 30,13 Prozent auf Unternehmensebene besteuert wird. Auf den Gewinn nach Steuern fällt der geltende Steuersatz für Dividenden bei der Ausschüttung an den Anteilseigner an (Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent). Auch hier liegt Deutschland hinter Kanada, Dänemark, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz im oberen Bereich bei der Gesamtsteuerbelastung.
Die Folgen sind zu sehen: 3 Jahre hintereinander sind die Bruttoanlageinvestitionen in unserem Land gesunken.
„Die Rufe nach dem Staat sind verständlich, aber aussichtslos“
Kommt drauf an, wer nach dem Staat ruft. Die Ausgaben für Verteidigung sind seit 2019 von 10 auf 20 Prozent des Bundeshaushalts angestiegen. Aktuell auf 110 Milliarden Euro. Dagegen sind die GAP Umverteilung und das bisschen Bezuschussen der landwirtschaftlichen Rentenkasse in Höhe von 6,5 und 4 Milliarden Euro Erdnüsse. Wobei man bei der Umverteilung über GAP noch eine nachgewiesenen wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen hat. Leider sind diese Informationen hier in der Bubble der Kriegsbefürworter und Marktradikalen, deren politischer Arm sich seinen Stuttgarter Parteitag von der Süßwarenindustrie hat sponsern lassen, völlig fehl am Platz.
Und so kommt es denn, dass der Volkskörper der Mängelwesen (Arnold Gehlen) in aller Freiheit verrottet und die Kosten fürs Krankheitssystem steigert bei gleichzeitig sinkender Lebensdauer.
Zyniker würden das nicht als fehlgeleitete Politik werten, denn sowohl sozialverträgliches Frühableben als auch das Bestellen von Jachten und Privatflugzeugen sind möglich in „Unserer Demokratie“.
Politisches Entscheiden erfordert meist ein Priorisieren. Entscheiden heißt Verzichten!!
Die Wähler entscheiden, welche Menschen mit welchen Wertvorstellungen die Prioritäten festlegen. Mal sehen, was dabei morgen in Magdeburg und demnächst in Berlin (Senat) herauskommt.
„Politisches Entscheiden erfordert meist ein Priorisieren. Entscheiden heißt Verzichten!!“ …(leider!) eben nicht…das bedeutet in unserer heutigen Zeit lediglich Neuverschuldung.
… eben doch, weil auch Neuverschuldung nicht unbegrenzt ist.
https://steuerzahler.de/aktion-position/staatsverschuldung/schuldenuhr/?L=0
….wenn „das Ding“ steht liegen Sie richtig.
Sie Schlaumeier! Der Staat verzichtet doch darauf z. B. großzügig frisches Geld an deutsche Landwirte zu verteilen. oder ? Minister Rainer muss mit weniger Geld auskommen. Es gibt keine besondere Tierwohlinvestitionsförderung.
Frisches Geld geht z. B. drauf für Waffen, zusätzliches Personal, Erweiterungsbau Bundeskanzleramt, usw. usw.
Er verzichtet auf Schuldentilgung, Zinsersparnis u.v.a.m.
Wo es eine Regierung gibt, gibt es auch eine Opposition, deren Meinung wird in selten Fällen öffentlich bekannt gegeben oder so gar Diskutiert. Von der größten Opposition in Österreich der FPÖ, im Zusammenhang mit der Dürre und dessen Vorschläge habe ich bis jetzt nichts gehört. Von den anderen Parteien der Opposition zu schweigen.
@Stadtmensch
Hat sich hier auch nur einer der Kommentatoren für den Krieg ausgesprochen? Ich will jetzt nicht wieder ein Fass aufmachen, möchte aber schon, dass Sie überlegen, was von dem, was Sie kritisieren (ist ihr gutes Recht) auch wirklich so der Fall ist.
Ich habe jetzt sehr viel Schläge einstecken müssen (nicht nur im Blog sondern auch über Whatsapp und Mails) weil ich mich nicht der AfD anschließe. (Ich schreibe dass, weil ich ja ein bekannter Narziss bin)
Bei allem fehlt mir eine Aussage zu den Alternativen. Was passiert, wenn wir die Ukraine nicht mehr unterstützen. Ist es realistisch, Putin an einen Verhandlungstisch zu bringen, an dem verhandelt wird und nicht diktiert? Was passiert, wenn Sachsen-Anhalt alle Migranten remigriert? Zu all diesen Themen höre ich nichts, außer ausweichenden Antworten. Damit lasse ich es aber auch. Bitte antworten Sie nicht.
Dem stimme ich nicht zu!
Es gibt eine Verpflichtung die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten, weil es die Aufgabe des Staates ist die kritische Infrastruktur, die der Markt nicht erhält, am Leben zu halten!
Wenn die Landwirtschaft wie jetzt weitestgehend dem Markt überlassen wird, dann wird diese kritischste aller Infrastrukturen, die resiliente eigenständige Versorgung mit Lebensmitteln, bald nicht mehr existieren und dann hat der Staat versagt!
Das sind alles Details zu denen eine fehlgeleiteter Politik führt. Und daran sind ja auch die gewählten (und nicht gewählten) Politiker Schuld:
https://www.instagram.com/reel/Dc01QjHN0YH/?igsi=MTFuaWh0ZTM1dm1qZg==
Bevor ich hier einen Kommentar abgebe möchte ich Dir Willi alles Gute zu deinem gestrigen Geburtstag sagen. Bleib so wie du bist und bleibe uns mit deinem Blog noch sehr sehr lange erhalten.—- Die wirtschaftliche Lage unserer Höfe ist bei dieser Politik in großer Gefahr und man kann nur jedem Kollegen sagen , daß wir noch mind. zwei Jahre durchhalten müßen bis überhaupt eine Besserung eintreten kann. Also keine Expansion , sondern das Vermögen sichern. —Ich bin durch Urlaub und Familie seit Ende Juni rd. 3000 Kilometer durch Deutschland und Österreich gefahren. Ab Südniedersachsen gab es fast kein Grün mehr auf dem Grünland und nur schwachen Mais zu sehen. Körnermaisflächen wurden inzwischen komplett gehäckselt und für das Rindvieh siliert. So etwas gab es seit 1976 nicht mehr. Damals haben wir nach Aufruf des DBV ganze DB-Züge mit Stroh in die Notgebiete gespendet. Kein Mensch glaubt die nur um 10% geringere Ernte des Ministeriums. Wenn selbst hier im Norden überall weniger geerntet wurde , dann muß die Ernteinbuße doch im Süden erheblich höher sein. Handel und Genossenschaften haben teilweise gar keinen Grunddünger eingelagert ,“weil ihn sowieso keiner kauft“, so die Aussagen. Auch bei uns sieht man kaum Grunddünger – oder Kalkstreuer fahren. Auch die N-Düngerfabrik Pisteritz läuft nur auf 50% Kapazität , weil die Höfe nur geringe Mengen kaufen. Um einmal die Preissteigerung für N-Dünger (AHL) zu zeigen hier mal einige Preise über Jahre bei gleichen Getreidepreisen. Vor rd. 10/15 Jahren 15- 20 Euro/dt, letztes Jahr 25 – 30 Euro/dt und jetzt 35 – 40 Euro/dt bei Sommerhoflagerung für das nächste Jahr. Diese Teuerung gilt natürlich für alle Betriebsmittel die ein Hof benötigt , wie Diesel, Pflanzenschutz, Reparaturen, Maschineninvestionenn , Gebäude, usw. . Es fehlt einfach die ertragsbetonte Gegenrechnung , da es keine guten , mittleren und schlechten Jahre mehr gibt , sondern nur noch mittlere und schlechte Jahre für die Bauern. Die großen Sieger sind die
internationalen Spekulanten und das mit Unterstützung unserer Politik in Brüssel und Berlin. So macht man die mittelständischen Betriebe kaputt , obwohl die die Garanten für den Wohlstand und Steueraufkommen sind , während die Industrie hier eher keine Steuern und Abgaben zahlt . Die Staatsquote hat inzwischen weit über 50% erreicht und somit haben wir keine „Soziale Marktwirtschaft“ mehr , sondern pure „staatliche Verwaltungswirtschaft“,
denn freiheitliches Wirtschaften wird nun durch Vorgaben , Gesetze und Kontrollen ersetzt.
Dies können wir nur durch demokratisches Empören auf der Demo und durch Wahlen abschaffen. Da ist hier jeder gefordert , denn ein „Weiter so“ führt zum wirtschaftlichen und sozialen Untergang.
Die Sieger sind die internationalen Spekulanten….
Wenn man sieht was sich derzeit an der Matif in Paris abspielt kann man sich nur ärgern. Da werden Gerüchte gehandelt, um den Preis für Getreide von den Bauern künstlich niedrig zu halten. Ein Narr, wer daran glaubt, dass Putin Friedensverhandlungen anstrebt, wo er doch nach einem Stillhalten bis zur Wahl in 2 Wochen dann massiv Einberufungsbefehle ausstellen wird. Die Bauern sollen sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Weizen wird endlich einmal Magelware werden.
Die Sieger sind die internationalen Spekulanten….
Dazu passt diese Nachricht:
https://lebensmittelpraxis.de/handel-aktuell/49706-wursthersteller-wolf-streicht-stellen-in-schwandorf-und-schmoelln.html?utm_medium=email&utm_source=newsletter
Wolf gehört der Morliny Foods mit Sitz in England
https://www.google.com/search?q=Morliny+Foods&rlz=1C1UIGB_enDE971DE971&oq=Morliny+Foods&aqs=chrome.0.69i59l2j46i175i199i512j0i512j0i22i30l6.8895j0j15&sourceid=chrome&ie=UTF-8
Morliny Foods gehört zur WH Group
https://de.wikipedia.org/wiki/WH_Group
Rechtlicher Sitz auf den Kaimaninseln und operativer Sitz in China
Irgendwann werden die wohl auch Tönnies schlucken.
Guten Morgen
Ich finde der Brief ist sehr treffend geschrieben.
Auch wenn in Deutschland die Strukturen größer sind, wenn pro Stück 0,02€ minus gemacht wird und die Löhne im Gegensatz um 1,2% steigen, werden große Betriebe sehr schnell insolvent sein. Beispiel ist im Osten ein großer Schweinebetrieb und Milchbetrieb war glaube ich auch schon etwas zu hören.
Das schlimme ist das es die Politik EU weit in keinem Land kümmert. Die Bevölkerung bekommt davon sowieso nichts mit da viele nach dem Urlaub schon den nächsten planen und deshalb auch ein weiter so wählen.
Wünsche dennoch ein schönes Wochenende.
Als deutscher Staatsbürger und österreichischer Bauer ist mir noch während des Lesens in den Sinn gekommen – dass es sich bei dem Schreiber aus dem Waldviertel – nur um ein UBV Mitglied handeln kann.
Zur Info an die deutschen Leser: UBV ist in Österreich bei den etablierten Parteien und Funktionären etwa so beliebt und angesehen, wie in Deutschland die AFD.
Ich habe weder mit der AFD noch mit dem UBV ein Problem !
Was aber schon interessant ist, weil Bauer Willi als Blogbetreiber alles dafür tut, die AFD in ein schlechtes Licht zu rücken, bei „Ausländischen Problemparteien/Vereinigungen“ auf einmal die Brille weglässt.
Zweierlei Maß, zweierlei Willi…
…dass kein Namen des Verfassers dabei steht, spricht auch für die Recherche bzw. das Ansinnen des Blogbetreibers. Schade !
Hallo Franz,
die AFD ist in weiten Gebieten sehr wohl beliebt. Am Sonntag sind Wahlen in jenem beliebten Gebiet und es wird spannend was denn geschieht sollte die AFD über jetzt prognostizierte 40% kommen …. Natürlich ist dies eine Ohrfeige für etablierte Parteien dass solche „Rattenfänger“ das Volk hinter sich sammeln.
Das ändert nichts daran dass bei euch in Ö nicht anders ist als in D wenn wir über das Ansehen der Landwirtschaft reden.
Ihr in Ö seid doch selber Schuld wenn ihr eure Äcker und Wiesen als Rentner weiterhin bewirtschaftet, gebt doch die Landschaft der Natur zurück und lasst das Land doch einfach verwildern. Dann kann in ein paar Jahren keiner mehr bei euch zum Skifahren kommen, das wandern wird wegen verwilderter Wege und Almen unmöglich sein.
Man stelle sich vor dass nun die Berge ihre Ruhe ganzjährig haben und das ganze zum Urwald wird, der Bär und der Wolf ganzflächig zurück kommen und kein Problem mehr sind sondern beim Wild für Bestandsregulierung sorgen.
Es gibt keinen Bergkäse mehr und der Tiroler Speck wird zum Relikt vergangener Zeiten..
Eine andere Frage: was machst du als Deutscher bei den Österreichern?? Steuerflüchtling??
Und der Willi sollte keine Zensur in seinem Blog anfangen.
Anm.: Sollte sich Ironie im Text eingeschlichen haben, dann ist das so.
Was ist am UBV so schlecht? Die Rechten sammeln sich bei der Freiheitlichen Bauernschaft. So der Name dieser Berufsvertretung.
Du solltest meinen Beitrag nochmal in Ruhe lesen.
Es geht nicht um den UBV, noch um den Inhalt des Briefes und schon garnicht um die Freiheitlichen Bauern.
Es geht um Bauer Willi, der die politische Brille manchmal aufzieht und manchmal vergißt…
NEIN ich bin kein UVB-Mitglied!
Zudem wäre ich zu der Veranstaltung gar nicht eingeladen gewesen, wenn es so gewesen wäre, weil es sich dabei um den Bauernbund gehandelt hat!
Und ich bin auch kein FPÖ-Mitglied, aber nach der „Dürrehilfe“ in Österreich gehe ich jede Wette ein, dass es bei der nächsten bundesweiten Wahl in Österreich eine absolute Mehrheit unter den Bauern für die FPÖ gibt – derzeit – es gibt darüber nur Schätzungen steht es in Österreich bei der letzten Nationalratswahl etwa 60% ÖVP 20% FPÖ und 20%SPÖ – wobei ich das bei der SPÖ bezweifle, was diese Schätzungen hergeben, weil kein Bauer sich selber durch Erbschaftssteuern oder Vermögenssteuern der Roten, die er gar nicht bezahlen könnte, enteignen lassen will.
Die Bauern sind so frustriert, dass sie vielfach sagen – es ist eh schon egal – schlimmer kann meine Situation auch nicht mehr werden bei der FPÖ, die kaum fähige Leute hat, aber es MUSS sich etwas ändern – egal wie.
Niemand als Bauer lässt sich mit so einer „Dürrehilfe“ für dumm erklären, wo er sieht, dass genau nichts geholfen wurde.
Ich denke genau dasselbe passiert in Deutschland bei der AfD auch – inzwischen ist es den meisten auch egal, weil sie so frustriert sind, dass sie bereit sind diesen Protest zu setzen gegen alle persönlichen Bedenken, die ja die meisten Wähler der AfD-Wähler auch haben (wie in Österreich vielfach auch mit der FPÖ)
Und jede dieser „Brandmauern“ verstärkt dieses Gefühl, dass es nicht mehr so weitergehen kann wie bisher – die einzige Koalitionslegitimierung um eine AfD oder FPÖ zu verhinder ist halt auf Dauer zu wenig als Leistung – und diese ewige Nazikeule funktioniert irgendwann nicht mehr um weitermachen zu können wie bisher – das wurde gegen die FPÖ in Österreich auch lange versucht und aktuelle Umfragen sehen sie bundesweit schon bei fast 40 Prozent.
„…weil kein Bauer sich selber durch Erbschaftssteuern oder Vermögenssteuern der Roten, die er gar nicht bezahlen könnte, enteignen lassen will.“
Die Erbschaftssteuer der Roten zielt doch nicht auf Bauern. Die zielt auf die Besitzer der Wiener Palais, die im Absolutismus von den Bauern-Ausbeutern errichtet wurden.
Es war in den 1970er Jahren eine kommunistische Band, die den folgenden Liedtext verfasst hat:
Der Bauer trägt das ganze Land
Auf dem gebeugten Rücken
Muss sich stets tiefer bücken
Für Fürst und Pfaffenstand
Je mehr die Herren sich schmücken
Je härter drückt ihre Hand
Da hilft kein zorniger Gott
Der Teufel wohnt im Schloss
Da ist des Bauern Not so groß
Des Bauern große Not
Der Edelmann reit‘ aus zur Jagd
Der Fürst reit‘ über’s Getreide
Der Bischof im goldenen Kleide
Macht mir die Kindlein nackt
Der Fürsten Gold und der Pfaffen Geschmeide
Hab‘ ich aus dem Acker gehackt
Der Adel reit‘ übers Brot
Auf seinem hohen Roß
Da ist des Bauern Not so groß
Des Bauern große Not
Ein Junker fuhr mit sieben Gulden
Zur Stadt, und in den Gassen
Sieht er reiche Bürger prassen
Und macht beim Fugger Schulden
Muss Bauern schinden lassen
Die Bauern müssen’s dulden
Auf’s Blut und in den Tod
Trifft mich ein jeder Stoß
Da ist des Bauern Not so groß
Des Bauern große Not
Die Roten haben einfach nur von Landwirtschaft keine Ahnung.
@Franz Müller
Ich kenne den Verfasser nur von seinen Kommentaren. Welcher Konfession er angehört, ob er einer Partei angehört weiß ich nicht. Sein Brief hat mich beeindruckt und berührt. Wer die UBV ist, weiß ich nicht.Von daher trifft Ihre Beleidigung ins Leere.
Ihren typischen Kommentar Ad hominem habe ich zur Kenntnis genommen.
Heißen Sie eigentlich tatsächlich Franz Müller?
Die Situation in Ihrem Bundesland unterscheidet sich deutlich von der in meiner Heimat. Ich habe festgestellt, dass solche bürokratischen Maßnahmen oft nur kleine Betriebe wirklich erreichen.