Bauer Willi
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Das geheime Seelenleben der Bauern…

Ich weiß jetzt nicht, ob dieser Artikel ein Bestseller wird. So wie das geheime Leben der Bäume. Vermutlich nicht, aber trotzdem muss ich das mal schreiben.  

Was viele Bauern, so auch mich, umtreibt ist die nicht nachlassende Kritik an ihrer Arbeit. Kritik ist ja zulässig, aber wenn diese zur Schuldzuweisungen werden, trifft es nicht mehr nur den Beruf, sondern den Menschen. Das schmerzt. Es geht dann nicht mehr nur um die Sache, sondern darum, den einen Schuldigen auszumachen, den man dann in kollektivem Aufschrei verantwortlich machen kann. So auch damals bei der Insektenstudie, die von allen Medien sofort aufgegriffen wurde und in Überschriften wie „Ökologisches Armageddon“ und ähnlichen Worten beschrieben wurde. Diejenigen, die nur das Zustandekommen und die Bewertung der Zahlen kritisch hinterfragen, werden geradezu reflexartig als „Realitätsleugner“ oder „Gekaufte Freunde der Konzerne“ diskreditiert.  Wenn gefordert wird, die möglichen Hintergründe und Ursachen zu erforschen, so wird diese Reaktion als blamabel dargestellt, es ist von polemischen Verrissen die Rede und vulgärem Lobbyismus. Das ist harte Kost. Geht es hier noch um die Sache oder soll hier, aus welchem Grunde auch immer, mit einem Berufsstand und seiner Vertretung abgerechnet werden? Dieser Eindruck kann durchaus entstehen.

Aber auch  die landwirtschaftliche Seite kann gut austeilen. Da wird munter von „die haben doch keine Ahnung, die Sesselfurzer müssten mal vier Wochen richtig arbeiten“ bis hin zu „es müsste mal wieder Hunger geben, da wüssten die unsere Arbeit zu schätzen lernen“ Auch das ist das Prinzip „Grober Klotz, grober Keil“, nicht anders als es die Kritiker der heutigen Landwirtschaft auch tun.  Nur mal erst draufhauen.

Es muss erlaubt sein, Kritik an der Darstellung der Medien zu äußern. Es muss aber auch erlaubt sein, Kritik an den Landwirten zu äußern. Oder ist Kritik nur dann erlaubt, wenn diese von der vermeintlich „richtigen“ Seite kommt?

Meine Kritik an den Medien: Wozu brauchen wir noch Wissenschaft, wenn jeder Bürger an der Windschutzscheibe erkennt, dass die industrielle Landwirtschaft des Teufels ist? Wozu gibt es Grenzwerte bei Pflanzenschutz und Dünger? Wenn man die einschlägigen Kommentare in der FAZ, Welt, Zeit, Spiegel, Focus etc.  oder erst recht bei Facebook liest graut es mir manchmal.

Meine Kritik an uns Bauern: Warum springen wir über jedes Stöckchen, das man uns hinhält? Warum schalten wir sofort in den Verteidigungsmodus, wenn wir kritisiert werden? Warum reagieren wir nicht gelassener und treten in einen ernsthaften und ernst gemeinten Dialog mit den Kritikern und fragen diese, wie denn ihre Lösungen aussehen?  Denn bei Nachfrage haben auch die oft keine.  Jedenfalls keine, die einfach umzusetzen wäre. Und da könnten wir mit unserer fachlichen Expertise Vorschläge machen.  Gelassenheit,  Geduld und mehr Verständnis für die vermeintlich „andere“ Seite würde uns stärker, nicht schwächer machen. Wenn viele Menschen nicht mehr wissen, wie unsere Lebensmittel hergestellt werden, ist das nicht „schlimm“ sondern eine Riesenchance. Nutzen wir sie.

Was mir an all diesen Diskussionen über und mit der heutigen Landwirtschaft fehlt, ist die Reflexion darüber, warum es diese Entwicklung gegeben hat. Und wie man diese Entwicklungen,  falls das „Volkes Wille“ ist, in die Bahnen lenkt, die gesellschaftlich akzeptiert sind und den Bauern eine Sicherheit gibt. Polarisieren ist einfacher als Lösungen finden.

Ja, es gibt Tage, da bin auch ich wütend. Und jammere über so viel Unverstand, so viel Ignoranz, so viel Feindschaft.  An anderen Tagen fühle ich mich einfach hilflos… und zweifele. Ich zweifele an mir und frage mich, ob ich der einzige Idiot auf der Welt bin, der noch nicht gemerkt hat, dass ich das Wohlwollen der Bevölkerung schon lange verloren habe und die mich am liebsten zum Teufel wünscht?  So wie es neulich in einem Kommentar zu lesen war: „Es ist doch überhaupt nicht schlimm, wenn es weniger Bauern gibt. Die Kohle-, Stahl- und Textilindustrie ist doch auch aus Deutschland verschwunden.“

Aber vielleicht bin ich ja auch nur zu sensibel. Vielleicht sollte ich mir einfach ein dickeres Fell zulegen, die Nachrichten abschalten und keine Zeitung mehr lesen.  Mich auf den Trecker setzen und grubbern.  Ohne Radio, sonst verfolgt mich das noch bis aufs Feld.

Nein, Leute, das kann es nicht sein.  Das Jammern und Verteidigen ist nicht das richtige Konzept, es ist die falsche Strategie, ein völlig unbrauchbares Geschäftsmodell. Wir sind Unternehmer, also unternehmen wir was. Visier hoch und Koalitionen bilden. Ja, das ist nicht einfach und wird mit Sicherheit lange dauern.  Sprechen wir mit den NGO, suchen wir das Gespräch mit den Kirchen, engagieren wir uns in der Politik. Und reden wir jeden Tag mit den Menschen auf der Strasse, in unserem Dorf, bei Feiern. Wo auch immer.

Wenn wir nichts sagen, sagen wir auch etwas. Nicht kommunizieren ist auch kommuniziert.

Wir haben so einen tollen Beruf, den viele unserer Mitmenschen auch gerne ausüben würden, um den wir beneidet werden. Wir Landwirte werden akzeptiert, nur unsere Landwirtschaft nicht. Das lässt sich ändern, wenn wir es selbst wollen. Seien wir selbstbewusst, aber auch ehrlich. Wenn wir uns bewegen, bewegt sich auch was, bewegen wir etwas.

„Auf einem schwankenden Schiff fällt nur der nicht um, der sich bewegt“

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52 Kommentare

  1. Ludwig sagt

    @BauerWilli . Willi du weist doch , daß Leute wie wir ihren eigenen Verstand benutzen können um zu diesem Kommentar zu kommen. Meine vielen gelesenen Vokswirtschafts- und Energiebücher , usw. geben da ein gutes Wissensgerüst vor. Da brauch ich keinen Focus.

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    • Stadtmensch sagt

      Wer sein Weltbild auf „ökonomischen Gesetzmäßigkeiten“ gründet, muss sich nicht wundern, dass alles schief geht.

      Wer zudem noch von irgendeiner Sache fest überzeugt ist, ist reif fürs Irrenhaus. Wusste schon Großmeister Nietzsche…

      Schönen Sonntag

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      • Arnold Krämer sagt

        Bekanntermaßen (oder nicht?) gehören Wirtschaftswissenschaften zu den Sozialwissenschaften. Es geht letztlich um Entscheidungen von Menschen und die Auswirkungen eben dieser.
        Da menschliches Verhalten sehr stark gewohnheitsmäßiges Verhalten ist, lassen sich aus Wirtschaftsdaten schon so etwas wie „ökonomische Gesetzmäßigkeiten“ ableiten.

        Wenn in Krisenzeiten aber Gewohnheiten überprüft und in Frage gestellt werden müssen, oder (wesentlich wirksamer) Verhaltensänderungen erzwungen werden, ändern sich auch manche Gesetzmäßigkeiten.

        Aber dass „alles schief läuft“, ist nahezu unmöglich, und höchstens bei Krieg oder Revolution zu erwarten.

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        • Stadtmensch sagt

          Bin immer dafür, dass Menschen ihre Gewohnheiten hinterfragen. Und wenn der wackere Forist Friedrich nach der Lektüre von Hans Werner Sinn, Max Otte, Clemens Füst usw. meint, die richtige Richtung wäre die Freisetzung von Verwaltungsfachangestellten, die Beibehaltung der massiven staatlichen Subventionen für den motorisierten Individualverkehr, des volkswirtschaftlich schädlichen Überkonsums von Zigaretten, Alkohol und Zucker, dann zeigt das doch nur, dass sich Gewohnheiten nur sehr langsam „anpassen“ lassen, weil Beharrungskräfte nun mal eine bessere Lobby haben.

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          • Bauer Willi sagt

            @Stadtmensch
            Welches Fazit ziehen Sie daraus? Steuern auf den Überkonsum erhöhen (oder im Falle von Zucker) wieder einführen? Wir verzehren auch zu viel Salz und Fett. Von der Logik her müsste das natürlich auch besteuert werden. Currywurst mit Pommes würde unerschwinglich. Der Volksaufstand wäre vorprogammiert.

            Die aktuellen Wahlen zeigen doch, dass der normale Bürger keinen Bock mehr auf linke oder rechte oder grüne Bevormundung hat.

            Also noch einmal: Welches Fazit? Was sind Ihre Vorschläge?

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            • Stadtmensch sagt

              Mein Fazit? Dem gemeinen Mängelwesen ist nicht zu helfen. Begleitetes Trinken mit vierzehn, Rasen auf der Autobahn und eine Kanzler ( Frieden gibt’s auf dem Friedhof), der dem noch verwertbaren Humankapital die Daumenschrauben anziehen will, sind besser als zeitgemäße Neuropolitik.

              Ihr macht das schon. Ich bin selbst die Veränderung die ich mir wünsche (hab ich hier mal gelernt).

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  2. Sonja Dengler sagt

    So wehren sich jetzt „die Handwerker“ – und es ist sehr gut gemacht. Das wird gut angenommen und sich wehren – Bauer Willi – das heißt nicht kriegerisch sein, sich wehren ist immer richtig, dann wenn man angegriffen wird. Und die Bauern werden angegriffen:
    Hoffentlich habe ich den link richtig kopiert…. 🙂
    Das wünsche ich mir von dem einen oder anderen Bauern auch – die können das mindestens genauso gut 🙂
    https://www.instagram.com/reel/Dc8cXjFO78y/?utm_source=ig_web_copy_link&stkn=NTc4MTIwNjQ2YQ==

  3. Polymesos sagt

    Der Bauer dient als Sündenbock.

    Aufgabe des Sündenbocks ist es,
    vom Problem abzulenken.

    Der Bauer ist dafür hervorragend geeignet.
    Die Leute glauben allen Ernstes, er wäre schuld.

    Es wurden tonnenweise beschuldigende Berichte verfasst,
    und sie werden auf allen Kanälen ausgebreitet,
    über diese im Kern verdorbenen Landwirte,
    die natürlich aus reiner Boshaftigkeit,
    der ganzen Welt schaden wollen.
    Das muss man nur oft genug wiederholen,
    dann wird es geglaubt.

    Zweifellos gibt es echte Umweltprobleme.
    Mit dem Bauern kann man elegant ablenken,
    so dass sich garantiert nichts verbessert.

    Der moderne Umweltschützer ist noch immer abergläubig genug,
    um sich auf den Holzweg führen zu lassen.
    Die Denkfallen früherer Jahrhunderte
    funktionieren noch immer.

    Solange man Hexen verbrannte,
    waren Aristokraten sicher.

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    • Smarti sagt

      Evonik, auch Molkereien die einer Genossenschaft gehören (den Milchbauern) wie die Schwarzwaldmilch nimmt das lukrative Geschäft mit der veganen „Milch“ mit. Warum auch nicht, die Maschinen sind vorhanden und der Wareneinsatz für einen Liter Hafermilch sind ein paar Cent. Sonst macht das Geschäft einfach ein Anderer.

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      • evonik sagt

        Eigentlich sollten die Molkereien die Bauern unterstützen den Schutt aus dem Markt zudrängen und ihn nicht auch noch selber zu produzieren.

        Ein vollwertiges Lebensmittel wird das nie. Kurzfristig mag das einen finanziellen Vorteil bringen, langfristig erhöht sich der Druck auf die Milchbauern.
        Hier macht der Aufsichtsrat seinen eigenen Produkte madig.

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  4. Ludwig sagt

    Bei uns gibt es ein Sprichwort : An leeren Trögen schlagen sich die Pferde! Jedem dem es schlecht geht sucht natürlich immer nach Schuldigen. Ich höre immer von Handwerkern , Arbeitern ,Bauern und sonstigen Steuerzahlern , daß wir hier arbeiten , während immer mehr von unseren Steuern ohne Arbeit leben. Das spaltet natürlich unsere Gesellschaft . Hörte neulich , daß von rd. 50.000 Bäckereien nur noch rd. 5000 produzieren. Der Frust des Niederganges wird jetzt wie in Sachsen-Anhalt bei den Wahlen abgelassen. Eine Regierungspolitik die im Wahlkampf nur den politischen Gegner bekämpft und keine eigenen Zukunftsvorschläge hat ist natürlich auch nicht gerade überzeugend. Auch unsere Urlauber berichten von Superbenzinpreisen in den Nachbarländern von 1,50 – 1,70 Euro/ltr. .
    Auf dem Lande werden bei zwei Arbeitenden auch zwei Autos benötigt. Ruckzuck sind so schnell mal mehr als 100 Euro im Monat mehr Benzingeld weg. Erinnern wir uns von vor rd. drei Jahren als wir 1,25 – 1,36 Euro/ltr. Benzin bezahlt haben und die Mehrkosten heute nur durch Steuern und Abgaben , sowie Mwst. auf diese erhoben werden . So erhebt der Staat vom Benzinpreise mehr als 60% des Verkaufspreises. Das gleiche würde gelten wenn die Zuckersteuer erhoben würde und bei der Zigarette ist es noch mehr. Fazit , der Staat zockt die Leistungsträger ab und verschwendet das Steuergeld der Steuerzahler ohne eine grundgesetzliche verbriefte Gegenleistung wie Sicherheit , Infrastrukturerhaltung , Bildung , usw. zu erbringen.

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  5. Arnold Krämer sagt

    Landwirte und ihre Verbände sprechen nicht einmal näherungsweise mit gleicher Stimme. Die einen rufen nach dem Staat und das auch immer lauter. Die anderen sagen, lasst uns in Ruhe. Die einen wollen Marktwirtschaft mit sinnvollen, angemessenen Rahmenbedingungen (weniger und anders als bisher), die anderen wollen Planwirtschaft (sozialistisch lieber nicht, weil dann das Eigentum gefährdet wäre, sonst aber gerne).

    Was die Menschen in D mehrheitlich wollen, wird auch immer unklarer. In gut 1 Wochen nach den Landtagswahlen in MV und Berlin wird die Verwirrung noch viel größer sein.
    Da braut sich was zusammen.

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  6. Elisabeth Ertl sagt

    In Österreich sehen jetzt die Bauern selber in ihren eigenen Reihen wachsende Missstände:
    https://www.youtube.com/watch?v=Il1J7K2hHfA&t=2586s
    1) Verwöhnt von Zuwendungen des Steuerzahlers in problematischen Situationen haben sie es nicht nur verabsäumt, sich zu versichern, sie verfügen nicht einmal über Futtervorräte, für deren Anlage sie selber zuständig wären, und auch über zu wenige finanzielle Rücklagen für schlechte Jahre. Insoferne ist es gerechtfertigt, dass der Finanzminister nicht bereit war, die Düüreschäden voll abzudecken. 360 Millionen Euro müssen nun von den Bauern selber aufgebracht werden.
    Aber warum sind die Bauern so nachlässig?
    Es ist der Preisdruck des Handels, der dazu verleitet, von der Hand in den Mund zu leben, um den Betrieb überhaupt noch irgendwie aufrecht zu erhalten, vor allem, weil meist die jüngere Generation sowieso nicht mehr gewillt ist, weiter zu machen.
    Und dieser Preisdruck hat viel zu tun mit mangelnder Solidarität der LandwirtInnen untereinander, die es sehr wohl in der Hand hätten, gemeinsam dem Handel die Stirn zu bieten.
    Man hat die Branche von den 1970er Jahren weg in ein gnadenloses „Wachse oder weiche“ getrieben, sodass jeder Nachbarbauer zum Konkurrenten und potentiellen Feind wurde, auf jeder Stufe noch einmal skrupelloser.

    2) Und diese Feindseligkeit treibt ausgerechnet jetzt in dieser krisenhaften Situation grausame Blüten. Ja, Krisen sind die Zeit der Monster:
    Bauern, die über Futtervorräte verfügen, nehmen von ihren notleidenden KollegInnen astronomische Geldsummen dafür. Kürzlich waren wir auf der Generalversammlung des Schafzuchtverbandes, und dort hat die Agrarlandesrätin den Anwesenden diesbezüglich die Leviten gelesen.

    Besonders gruselig treiben es die Großbauern mit ihren mehreren tausend Hektar: Der diesbezügliche „Platzhirsch“ unserer Gegend, der nebenan die Biodiversitätsfläche pflegt, hätte in dieser Ausnahmesituation von der Agrarbehörde die Erlaubnis gehabt, die Fläche zu mähen und das Heu zu verkaufen. Gemäht hat er wohl, weil es ihm beim normalerweise vorgeschriebenen Schlägeln zu viel gestaubt hätte in dieser Dürre. Aber das Heu ernten, um es an notleidende Bauern zu verkaufen, das kam für ihn nicht in Frage. Es ist ja in seinem Interesse, wenn andere Betriebe in der Gegend pleite gehen. Auf seinem Büro prangt ein Schild: Kaufe und pachte neue Flächen.

    Überdurchschnittlich skrupellos verhalten sich auch die Biobauern. Sie nutzten ihr positives Image, um bei der Politik Sonderrechte herauszuschinden: Neuerdings dürfen sie 30 % konventionelles Futter zukaufen, um ihren Tierbestand über die Runden zu bringen. Die Produkte dürfen sie trotzdem teuer als Bio verkaufen. Das empfinden konventionelle Bauern mit Recht als Frechheit.

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    • Bauer Willi sagt

      @Elisabeth
      „Man hat die Branche von den 1970er Jahren weg in ein gnadenloses „Wachse oder weiche“ getrieben,“. Wer ist „man“?
      Ansonsten finde ich Deinen Kommentar sehr negativ. Darwin lässt grüßen. Die Frage ist doch, wie die Alternativen aussehen. „Die Bauern müssten sich zusammentun“. Ich bin Mitglied in einer großen Genossenschaft und im Maschinenring (den ich selbst mit gegründet habe). Weitere Vorschläge? Es geht letztendlich doch um eine faire Vermarktung und da diktieren die Big Four (Aldi, Rewe und co.) die Spielregeln.
      Übrigens kaufen auf Bauersfrauen bei Aldi und Lidl. Weil es da ja billig ist…

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      • Rathje Clasen sagt

        Elisabeth, wir sind hier im Dorf mit 5 aktiven Landwirten , und somit in Konkurenz um Flächen. Mal bekommt der Eine was , mal der Andere. Das ist normal.
        Aber wenn es darauf ankommt , lässt keiner den Anderen hängen , dann halten wir zusammen. Wusste gar nicht ,das die österreicher Kollegen so rabiat sind.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich kann mich noch an die 1970er Jahre erinnern. Da hatte die SPÖ das Landwirtschaftsministerium. Da wurde die Industrialisierung der Landwirtschaft voran getrieben, „damit ´unsere Leute` billige Lebensmittel kriegen und sich mit dem Ersparten Wohlstand aufbauen können“. Von dort ging das aus. Da kam so ein Ministeriums-Berater auf den Bauernhof, wo wir auf Urlaub waren, und erklärte dem Jungbauern: wenn er jetzt keinen Spaltenboden mit automatischer Entmistung baut, dann wird er den Konkurrenzkampf verlieren. Der Altbauer hat geschimpft: „So geht man nicht mit Schweinen um.“
        Es ging von der Politik im Sinne der Konsumenten aus. Aber damals war die österreichische Landwirtschaft noch durch Zölle geschützt. Die Bauern hatten selber kein besseres Konzept, sie haben halt mitgemacht.
        Ich erinnere mich noch an meine ersten Postings hier. Als man dann drauf kam, dass ich nur eine Hobbybäuerin bin, die aus reinem Idealismus ein paar Hektar ererbter steiler Hügel bewirtschaftet: weil landwirtschaftlicher Grund halt dazu da ist, Lebensmittel hervor zu bringen, und wovon sollen denn 9 Millionen Österreicher leben, wenn das verwildert, nur weil man kein Geld damit verdient. Ja, ich kanns mir leisten, weil meine Pension in dieses „Unternehmen“ fließt.
        Was wurde ich dann verspottet von den Diskutanten hier! Wer den schnöden Mammon nicht beherrscht, was will der mitreden? Nun, was nützt euch nun euer ganzes Betriebswirtschaftswissen? Ihr seid alle auf dem Weg zum Hobbybauern, weil das Essen aus Lateinamerika kommt, von einer Landwirtschaft, die Du, Wille, sogar gut findest!
        Ja, das System ist schuld. Aber Bauern sind auch Teil des Systems.

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        • Arnold Krämer sagt

          Auch die deutschen Sozialdemokraten waren marktwirtschaftlich und auf Wettbewerb, die Landwirtschaft betreffend, ausgerichtet. Alles zum Wohle der Verbraucher und der damals noch zahlreichen SPD-Wähler.
          Aber vergessen wir dabei die Vorteile für die Landwirte nicht. Wie sagte mein SPD-Abteilungsleiter in einem damals CDU- geführten Landwirtschaftsministerium in Hannover: Wir wollen keine Quälbetriebe.
          Dazu gehörte bereits ab Anfang der 1980er Jahre die staatliche Investitionförderung für 60er Boxenlaufställe. Und die bayerische CSU hat getönt: Wer Bauer bleiben will, kann Bauer bleiben.
          Die groben Fehler wurden dann in der Steuer- und Baurechtspolitik gemacht.
          Die EU und speziell D und die EU ist dann noch einmal wieder ein anderes Thema.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Ich lebe hier in einer naturräumlich begnadeten Gegend mit der größten Biomasseproduktion Österreichs, wo einfach alles wächst.
            Und es ist eine vergleichsweise rückständige Gegend. Während in meiner oberösterreichischen Heimat unsere Großelterngeneration zahlreich aus der Landwirtschaft ausschied, haben meine AltersgenossInnen hier im Südosten die Subsistenzlandwirtschaft noch als Kinder und Jugendliche erlebt. Von 4 ha – immer eine Kombination aus ebenen Flächen und Hanglagen – konnte eine ganze Familie leben und alles produzieren, was sie brauchte: Fleisch, Milch, Obst, Gemüse, Öl, Honig, Wein, Essig, Brennholz. Gekauft wurde nur Salz und Kaffee.
            Dann ging alles den üblichen Weg.
            Jetzt zieht die junge Generation in die Stadt, die Alten bleiben übrig oder ziehen zu. Die Arbeitsplätze schwinden, die Gemeinden haben für nichts mehr Geld, die Gasthäuser sperren zu, die Geschäfte dünnen aus, zur Bank sind es oft zig Kilometer.
            Und jetzt heißt es in Diskussionen oft, dass doch das alte Subsistenzdasein gar nicht so schlecht war …

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        • Bauer Willi sagt

          @Elisabeth
          Ich habe bei meinen Besuchen in Brasilien festgestellt, dass viele Dinge, die hier in Europa über das Land erzählt werden, nicht stimmen. Das habe ich aufgeklärt. Das passt vielen nicht.
          Es ist aber in keiner Weise eine Wertung. Bitte keine Unterstellungen.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Die brasilianische Landwirtschaft ist doch in mancherlei Hinsicht nur die Fortsetzung der hiesigen Entwicklung: noch größer, noch effizienter, noch billiger. Das gefällt der EU, welche ja die eigene „klein strukturierte“ Landwirtschaft jetzt offenbar nur noch als Klotz am Bein empfindet. Und so scheint die deutsche Agrarpolitik jetzt dem Herrn Balmann nachzurennen.

            Es hat aber in der europäischen Entwicklung sehr wohl Beispiele gegeben für Persönlichkeiten, die als Sand im Getriebe aufgetreten wären. Das sind die, die in diesem Forum immer als „Nische“ abgetan werden von denen, die stolz darauf sind, die „Bullerbüs“ und „Heiteiteis“ aus dem Feld geschlagen zu haben.
            Immerhin hat es in den 1980er Jahren eine funktionierende Alternativwirtschaft (nicht nur Landwirtschaft) gegeben, die dann unter dem Schlachtruf „Hurra, der Kapitalismus hat gesiegt!“ veräppelt und niedergetrampelt wurden.
            Und weil man mir jetzt wahrscheinlich wieder Nähe zum Kommunismus unterstellen wird: Die Alternativwirtschaft war eine Privatwirtschaft, und sie hat jedenfalls in ihren Anfängen ohne Subventionen funktioniert.

    • Arnold Krämer sagt

      „Und dieser Preisdruck hat viel zu tun mit mangelnder Solidarität der LandwirtInnen untereinander, die es sehr wohl in der Hand hätten, gemeinsam dem Handel die Stirn zu bieten.“

      Ich kann es nicht mehr hören und mehr lesen!

      Es sind doch nicht die Landwirte, die mit dem Handel Preisvereinbarungen treffen und ihm ggfls die Stirn bieten könnten. Es sind die Schlachtereien, die Molkereien, die Hersteller von konsumfähigen Lebensmitteln, die aus der Rohmilch, den Schweinen, dem Getreide, den Zuckerrüben usw. etwas mehr oder sehr viel mehr machen und in Verhandlungen mit dem LEH versuchen, ihre Preisvorstellungen durchzusetzen.

      Vor ein paar Tagen hörte ich, dass in D die Verhandlungen von Tönnies und Co zu Schweinefleisch für die Wintermonate wieder nicht gut im Sinne der Landwirte (der Restgeldempfänger) gelaufen sind. Warum wohl?
      Und warum sind nicht alle Landwirte gleichwohl negativ betroffen ?

      Nur was knapp ist, ist auch teuer!!!!!!

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      • Elisabeth Ertl sagt

        1) Bauern liefern sehr wohl auch Frischwaren direkt in den Handel.
        2) Nun git, dann sagen wir halt: den Verarbeitern die Stirn bieten

    • Karl Stöger sagt

      @Elisabeth
      So ein Posting ist richtig erschreckend bauernfeindlich und zeugt wenig von Realitätssinn und von Ahnung über die finanziellen Realitäten der Landwirtschaft. Es zeugt nur von Klassenkampf, einer maximalen Neiddebatte und keinen Sinn für die wirklichen Probleme, die hier weggeredet werden!
      Das Posting ist bauernfeindlich, weil es Bauern moralisch abwertet, ihnen eigenes Versagen unterstellt und gleichzeitig die realen finanziellen Rahmenbedingungen komplett ignoriert, unter denen österreichische Betriebe heute arbeiten müssen.

      Es zeigt leider sehr deutlich, wie weit die öffentliche Wahrnehmung von der Realität der österreichischen Landwirtschaft entfernt ist.
      Sie kritisieren Bauern für angebliche „Nachlässigkeit“, „Verwöhntheit“ und „Feindseligkeit“ – und übersehen dabei vollständig die ökonomischen Fakten, die diese Situation überhaupt erst erzeugen.
      Sie behaupten, Bauern seien „verwöhnt“ und hätten keine Rücklagen.
      Das ist schlicht falsch.
      Bauern haben keine Rücklagen, weil der Handel seit Jahren Preise diktiert, die unter den Produktionskosten liegen.
      Wer jedes Jahr am Limit wirtschaftet, kann weder Rücklagen bilden noch Versicherungen bezahlen.
      Das ist kein moralisches Versagen – das ist ein Systemfehler, den die Politik und der Handel erzeugt haben.
      Sie behaupten, die Bauern müssten nur 360 Millionen selbst aufbringen
      Auch das ist falsch.
      Die Kürzung der Bundeszuschüsse bedeutet: Dieses Geld fehlt direkt im SVS-System der Bauern.
      Was der Bund nicht zahlt, müssen die Bauern später selbst durch höhere Beiträge oder geringere Leistungen ausgleichen.
      Das ist keine Hilfe – das ist ein versteckter Selbstbehalt.
      Sie behaupten, die Dürreversicherung würde helfen, wenn Bauern nur „vorsorgen“ würden.
      Die Realität:
      Die Dürreversicherung deckt nur einen minimalen Anteil der Schäden.
      Sie ist ein Pflaster, kein Instrument, das die Preis-Kosten-Schere löst.
      Sie verhindert keine Betriebsaufgaben, keine Liquiditätskrisen und keine Generationenflucht.
      Sie behaupten, Bauern seien „Monster“ und würden einander ausnehmen.
      Einzelne Wucherfälle sind verwerflich – aber sie sind Ausnahmen, nicht die Regel.
      Die Krise erzeugt Knappheit, und Knappheit erzeugt Preise.
      Das ist Marktdynamik, kein moralischer Verfall.
      Ihre Pauschalverurteilung ist diffamierend und ignoriert die Notlage vieler Betriebe.
      Sie behaupten, Großbauern und Biobauern seien „skrupellos“.
      Das ist reine Stimmungsmache.
      Die 30%-Regel für konventionelles Futter ist eine Notmaßnahme, damit Tiere nicht verhungern.
      Sie wurde politisch beschlossen – nicht „herausgeschunden“.
      Großbetriebe haben andere Strukturen, aber auch sie verlieren Erträge und kämpfen mit Kosten.
      Fazit: Warum Ihr Posting bauernfeindlich ist
      Weil es:
      falsche Behauptungen über Zuschüsse und Versicherungen verbreitet
      Bauern moralisch abwertet, statt strukturelle Ursachen zu erkennen
      die ruinöse Preis-Kosten-Schere ignoriert
      die Marktmacht des Handels ausblendet
      die Liquiditätskrise verharmlost
      einzelne Missstände verallgemeinert
      Bio- und Großbauern pauschal diffamiert
      Ihr Posting kritisiert nicht das System – es kritisiert die Menschen, die unter diesem System leiden.
      Und genau das macht es bauernfeindlich!

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      • evonik sagt

        Die 30%-Regel für konventionelles Futter ist eine Notmaßnahme, damit Tiere nicht verhungern.

        In Bayern hat man auch den jahrzehntelangen Betrug legalisiert. Konventionelle Tiere würden Sie verhungern lassen!
        Eigentlich ist ein Biobauer, der konv. Ware verwendet eine Witzfigur. Die wollen die bessere Landwirtschaft sein und brauchen konv. Ware.

        Wer kann die 30% kontrollieren?

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Die schlechten Rahmenbedingungen betreffen vor allem den unfairen internationalen Wettbewerb, und gegen den kann man tatsächlich nicht energisch genug zu Felde ziehen.

        Aber es hat in den letzten Jahren viele Initiativen gegeben, das Image der österreichischen Bauern zu verbessern. Das war sehr erfolgreich, und das ist auch sehr gut so. Die Medien bei uns haben wirklich sehr verständnisvoll über die Nöte der Bauern im Zusammenhang mit der Dürre berichtet, also von öffentlichem Bauernbashing kann in Ö. kaum noch gesprochen werden.
        Aber die Krise bringt jetzt wieder fragwürdige Charaktereigenschaften zum Tragen. Und wenn man da nicht auch selbstkritisch bleibt, dann könnte die mühsam aufgebaute Sympathie der Bevölkerung wieder auf dem Spiel stehen.
        Es ist Betrug, Produkte als Bio zu verkaufen, wenn in Wahrheit 30% konventionell drin ist.
        Und die erwähnten Beispiele sind selbst erlebt.

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        • Smarti sagt

          Frau Ertl, die meisten Biomolkereien in Deutschland verbieten es ihren Lieferanten, nicht zertifiziertes Biofutter zu verfüttern ! Ganz egal, ob das Land bzw. der Landkreis dies erlauben würde oder nicht. In unserer Satzung ist es fest geschrieben, dies zum Schutz der Glaubwürdigkeit. Super… wir werden angefeindet, wir würden den Konfis mit unserem vielen Geld das Heu weg kaufen, und dabei können/dürfen/wollen wir das gar nicht. Je nach Graswachstum jetzt im Herbst wird zum Schlachter gefahren, denn jedes Futter ist teurer als es der Milchpreis hergeben würde.
          Andererseits kann man „Gras“ ja gar nicht spritzen ! Das ist auch bei den Konvis verboten, was würde es auch nützen ? Einzig einige Düngerarten wären erlaubt, was bei Bio nicht geht. Aber Dünger ist nicht giftig.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Mit CrisprCas gezüchtete Sorten sind auch nicht giftig, und trotzdem dürfen sie bei Bio nicht verwendet werden, weil Bio so definiert ist und die KonsumentInnen es sich so erwarten.

        • Bauer Willi sagt

          @Elisabeth
          Ich kenne Hannes Royer von Land.Schafft.Leben seit vielen Jahren und kenne ihn persönlich. Er macht wirklich gute Arbeit für die Landwirtschaft. Wer finanziert seine Tätigkeit? Richtig, der Lebensmitteleinzelhandel.
          Das ist keine Kritik, denn in Deutschland gibt es eine ähnliche Organisation nicht. Es hat sich niemand auf den Weg gemacht. Und die CMA ist weg.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            „Land schafft Leben“ ist nicht die einzige Organisation, die am Image gearbeitet hat.
            Es gibt auch „Bauer to the People“, die von der Konsumentenseite ausgegangen ist, nämlich vom „Fanclub“ des Agrarrebellen Christian Bachler, der ein Direktvermarkter ist, also mit dem LEH nichts am Hut hat.
            Beide Organisationen bringen ihrer Glaubwürdigkeit zuliebe immer auch ein angemessenes Maß an Selbstkritik.
            https://www.youtube.com/watch?v=bDXmpcU5N84&t=51s

            Aber auch für die österreichische Politik ist leider der Konsument, somit billige Lebensmittel, noch immer wichtiger als die Bauern. Der Konsument liebt zwar die heimischen Bauern, aber die deutschen Preise.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Willi, Du hast ja mit diesem Blog auch einen Anfang gesetzt.
            Das Problem ist nur, dass es im Großen und Ganzen dann doch kein Dialog ist, sondern eine einseitige Belehrung des Konsumenten (und in den Kommentaren dann nicht selten eine Art Disziplinierung des untergeordnet gehaltenen Konsumenten-Schülers mit dem verbalen Rohrstaberl) durch den Bauern.
            Wofür ich Hannes Royer wirklich bewundere, das ist seine kompromisslose Menschenfreundlichkeit auch harten Gegnern gegenüber. Ich hätte es nicht geschafft, beim folgenden Interview mit den Wolfsschützern die Contenance zu wahren – zumal Hannes selber ein betroffener Almbauer ist.
            Noch dazu auf dem Territorium des Gegners und allein gegen zwei.
            https://www.youtube.com/watch?v=qIInEcwsedk&t=3323s
            Aber genau das hat eher die Selbstentlarvung der beiden gefördert. Und die Bauernschaft hat sich umso mehr dagegen auf die Füße gestellt, wie ein Immunsystem nach einer Impfung. Wir haben mittlerweile eine sehr liberale Abschussverordnung.

            • schmeckt gut sagt

              Elisabeth, letztendlich geht es doch nicht darum, allein dem Verbraucher vorzuhalten, dass er/sie zu billig einkauft. Es geht darum, in der Argumentation darzustellen, dass es letztendlich immer um das „liebe“ Geld geht: der Verbraucher möchte (muss) preiswert einkaufen, um Geld für „andere“ Zwecke zu haben; der Handel wird (muss) auf eine möglichst hohe Marge achten, um genügend Geld für den „ewigen“ Preiskrieg im weltweit am stärksten umkämpften LM-Markt zu sichern und der Bauer kann nur darauf achten, dass mittelfristig die Zahlen passen, um die Familie zu ernähren und den Betrieb durch die vielen Krisen zu führen. Ich denke, dass dies in diesem Blog angemessen diskutiert wird.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                In Österreich wird mittlerweile voirwiegend regional gekauft, obwohl es teurer ist. Irgendwas muss Hannes Royer also besser machen.

                • Bei dem Anteil an Ausländern in Ö. und den Österreichern mit Migrationshintergrund ist regional: Planet Erde. Der Massentourismus ist auch nicht zu verachten…Motto: „Früher haben wir Kühe gemolken, heute Touri`s“. Ich habe von meinen Nachbarn „schöne“ Fotos gesehen: Bierlieferung per Helikopter…ganz toll. Jegliches Schönreden ist unglaubwürdig!

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                • Karl Stöger sagt

                  das angebliche regional kaufen ist ein verschwindender Anteil und wird als Alibi verkauft, dass eh alles angeblich in Ordnung wäre – nur ein verschwindender Teil hat überhaupt die Möglichkeit Selbstvermarktung zu betreiben – bedeutet übrigens doppelte Arbeit um 1x Lebenserhalt sichern und ist für die meisten keine Lösung, weil gar nicht die Nähe zum Konsumenten besteht und ja auch die zusätzliche Arbeit gemacht werden muss und die Investitionen, Auflagen und Kosten einmal wieder verdient werden müssen.

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    • Überdurchschnittlich skrupellos verhalten sich auch die Biobauern. Sie nutzten ihr positives Image, um bei der Politik Sonderrechte herauszuschinden: Neuerdings dürfen sie 30 % konventionelles Futter zukaufen, um ihren Tierbestand über die Runden zu bringen. Die Produkte dürfen sie trotzdem teuer als Bio verkaufen.“
      @ee rein rechtlich ist dies konform mit den EU Gesetzen sofern der Mitgliedsstaat (z.B) Österreich) den Katastrophenfall ausgerufen hat. Die Öko Verbände haben in der EU erfolgreich sehr sehr kleinteilige Regelungen durchgesetzt um ihren Markt zu schützen und wirtschaftlich ab zusichern. Dies umfasst auch die Nutzung von Produkten die nicht konform sind mit der eigentlichen Zielsetzung man könnte auch sagen Ideologie. Hintergrund dieser sehr speziellen Detailregelungen ist möglicherweise die Angst vor Regressforderungen aufgrund von nachgewiesenen Mängeln durch Verbraucher. Denn sobald der Verbraucher erfährt das z.B konvi oder auch andere nicht Bio konforme Produkte zur Produktion verwendet wurden könnte er dies als Mangel darstellen und entsprechende Schadenersatz fordern. Also wurde eine sehr umfangreiche Liste von Ausnahmen gesetzlich festgesetzt. Der Verbraucher weis dies alles nicht sondern wird im Glauben gelassen alles Bio.
      Gut alternativ könnten der Bio Produzent und die Bio Verbände natürlich auch den Weg gehen und die Ware ohne Bio Auslobung verkaufen. Aber das hat natürlich wirtschaftliche Folgen für sie denn das wird ein anderer Preis sein, die Verarbeitungskosten sind sicher höher damit steigen die Gestehungspreise.
      Also muß in diesem Marktsegment die Moral zurückstehen zu Gunsten der Kohle. Kann man beklagen oder skrupelos nennen aber ob sich etwas ändert ist fraglich. Politk und Verbraucher machen das Spiel mit. Legal ist es aus heutiger Gesetzeslage aber.

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  7. Rathje Clasen sagt

    Habe hier 3 Personen im Bekanntenkreis , die waren noch nie im Flieger, weil sie Angst davor haben . Dafür haben die 3 sich schon etliche Male gebückt und u. a. etliche Bäume gepflanzt. Für uns ALLE.
    Auf der anderen Seite fällt mir gerade Hannes Jaennicke ein , Vielflieger , und selbsternannter Umweltaktivist. Fordert nur von Anderen , irgendwas zu machen , und ist selbst ein Problem für die Umwelt.
    Findet den Fehler.

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  8. Friedrich K. sagt

    „Warum reagieren wir nicht gelassener und treten in einen ernsthaften und ernst gemeinten Dialog mit den Kritikern und fragen diese, wie denn ihre Lösungen aussehen? Denn bei Nachfrage haben auch die oft keine. Jedenfalls keine, die einfach umzusetzen wäre.“
    – Na ja, so wie ich viele Kommentare auf Social Media oder auch im direkten Gespräch erlebe, haben die Kritiker doch immer Lösungen, die ja auch von der Politik zum Teil gefördert werden, insbesondere die Umstellung auf den Biolandbau.
    Wenn man da versucht, die Schwierigkeiten bei der Umsetzung zu erklären, hat man schon verloren und wird als unwillig diskreditiert.
    Ich gehe dann in die Offensive und biete in der Diskussion an, daß der Fordernde ja gerne meinen Betrieb übernehmen kann und es selbst machen könnte. Ich mache einen guten Preis, da eh keine Nachfolger da sind.

    Dann ist die Diskussion schnell beendet.

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