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Die Verschwendung der „Dunklen Materie“

Neulich brachte mich ein Kommentar auf die Idee, mal nachzurechnen, wie viel „dunkle Materie“  und „gelbes Gold“ (beides verlässt den Menschen auf unterschiedlichen Wegen) ein durchschnittlicher Mensch in Deutschland so produziert. Schließlich ist beides ja ein wertvoller Rohstoff und in Zeiten der Nachhaltigkeit lohnt es sich darüber nachzudenken, ob wir nicht alle wertvollen Nährstoffe wiederverwerten sollten. Weil wir Landwirte ja auch eine Nährstoffbilanz machen, eine sogenannte Hoftorbilanz, in der alles, was den Hof verlässt oder an Nährstoffen hineingebracht wird, aufgeschrieben wird, habe ich jetzt mal ein Stadttor-Bilanz gemacht. Hier die Zahlen, die ich gefunden habe: Ein Durchschnittsmensch produziert am Tag rund 200 g Kot und 1,5 Liter Urin. Wenn das Jahr 365 Tage hat, sind das 73 kg Kot plus 548 l Urin. Rechnet man das auf 80 Mio. Einwohner hoch, ergibt sich eine Summe von 5,84 Mio. t Kot und 43,8 Mio. t Urin. Verteilt man dies auf 11 Mio. Hektar Ackerland (Grünland wird ja schon vom Vieh versorgt) ergibt dies immerhin 4,5 t Fäkalien pro Hektar. Das Problem ist eigentlich nur das Einsammeln, denn diese Menge entsteht ohne Spülwasser. …

Die Nachtfröste…

Die Nachtfröste der vergangenen Tage haben zwar unseren kleinen Zuckerrüben nichts getan, aber im Garten habe ich Kartoffeln unter Lochfolie angezogen. Dort, wo die Blätter mit der Folie in Berührung gekommen sind, hat es sie erwischt. Die Folgen sieht man erst jetzt. Auch am Walnuss-Baum sind die Blätter im unteren Bereich erfroren. Weiter oben ist der Schaden geringer. Warum einige Blätter daneben grün geblieben sind, verstehe auch ich nicht. Habt ihr eine Idee?

52 Wochen „all inclusive“…

Ein Gastbeitrag von Bauer Fritz aus Österreich …oder – Was man sich als Bauern nicht mehr erklären kann Wir lesen oft mit Erstaunen bei Berichten aus der Hotelbranche, dass die Anzahl jener Menschen steigt, die mit dem Bezug der Unterkunft auch das „Recht“ auf Miterwerb an allem ableiten, was nicht niet- und nagelfest ist. Handtücher, Bilder, ja selbst die TV-Geräte und anderes mehr wechseln da schon mal den Besitzer. Ärgerlich für den Hotelier. Was einem aber am Urlaubsort recht und vor allem „billig“ erscheint, wird man sich doch zu Hause auch nicht nehmen lassen. Im Folgenden eine unvollständige Erfahrungsübersicht zur beliebigen Ergänzung seitens deiner Leser: Junge Bäume während jeder Jahreszeit bieten dem Urban-Landlover die Chance für den Winter vorzubauen und Brennholz für den Kachelofen zu bereiten. Man ist an der frischen Luft, man bewegt sich und schwitzt – so wie es die Gesundheitsmagazine vorschlagen. Motorsäge, Teleskopschneider, Axt und Schneidezange hat man im Off-Road-Flitzer „zufällig dabei“. Nun aber mal ehrlich, es wird doch keiner erwarten, dass man wirklich das Zeug an Ästen und Dürrholz sammelt, das …

Lügenpresse…

Nein, es geht nicht um Journalisten, sondern um ein neuartiges Gerät, das ein Start-up Unternehmen im Silikon Valley auf den Markt gebracht hat. Was es kann? Es kann Saft aus Obst pressen! Dazu wird  geschnitzeltes Obst – in aufwändige Plastikbeuteln verpackt – mitgeliefert, diese werden in das Gerät gesteckt und auf Knopfdruck presst es nun ein (1) Glas Saft aus. Das geht allerdings von Hand genau so schnell. Hier ein Video (Intro überspringen) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Das Start-up hat in den letzten Monaten 120 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem auch von Unternehmen wie Google. Übrigens: das Gerät kostet 400 US $. Und das meint die andere Presse dazu: https://www.derwesten.de/panorama/diese-luegenpresse-kostet-400-dollar-id210324907.html http://www.stern.de/digital/online/nespresso-fuer-saft–warum-die-hightech-saftpresse-juicero-gerade-einen-shitstorm-erlebt-7421542.html http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/saftpresse-juicero-ceo-meldet-sich-nach-wirbel-zu-wort-a-1144195.html

Interview: mit Prof. Dr. Kussin, Hochschule Osnabrück

Prof. Dr. Matthias Kussin lehrt an der Hochschule Osnabrück „Medien- und CSR-Kommunikation“. Im gleichnamigen Studiengangsprofil können Studierende dort einen Master in Agrar- und Lebensmittelwirtschaft mit Schwerpunkt Kommunikation und Nachhaltigkeit erwerben. Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt:   Herr Kussin, der Landwirtschaft geht es ja ein wenig wie den Energie-Produzenten: jeder will sie, jeder braucht sie, aber die Art und Weise der Energiegewinnung steht in der Kritik. Steht die landwirtschaftliche Branche zu Recht in der Kritik und, falls ja, was kann sie unternehmen? Egal ob zu Recht oder nicht – die Landwirtschaft sollte auf Kritik reagieren. Offenbar scheinen die Menschen den Wert von Versorgungssicherheit bei Energie und Ernährung nicht zu honorieren. Beide Branchen sollten sich deshalb stärker mit der Frage beschäftigen, was die Menschen darüber hinaus wollen – und ihr Angebot aber auch ihre Kommunikation daran ausrichten.   Wir sehen im Dialog die Chance, mit der Gesellschaft wieder „ins Reine“ zu kommen. Wir erklären ihnen die Fakten, sagen, warum wir so wirtschaften wie wir wirtschaften. Doch das scheint nicht anzukommen. Warum? Wir werden heute von …

Landschafts-Grafiker…

Nachdem die Nachbarn vor Ostern die Kartoffel gepflanzt haben, werden jetzt die Dämme geformt. Das geschieht mit einem Häufelgerät, dass mit Zinken vorne die Erde lockert, dann mit zwei Scheiben pro Reihe zu einem Wall aufschüttet und mit den nachfolgenden Dammform-Blechen in die gewünschte Form bringt. Da der Boden trotz 10 mm Regen immer noch sehr trocken ist, war es nicht einfach, das Gerät richtig einzustellen. Schließlich hat es doch noch geklappt und jetzt sieht es richtig gut aus. Ich finde, so ein gehäufeltes Feld sieht im Licht der untergehenden Sonne richtig gut aus. Als hätte es ein Künstler gemacht… 🙂 Hier das Video, das die Maschine bei der Arbeit zeigt. Falls ihr euch über den Trecker wundert: unseren 30 Jahre alten John Deere haben wir nur für diese Arbeit behalten. Er arbeitet aber auch auf drei Betrieben. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren …

Frage von Down Under…

Diese Mail von Janne erreichte mich am vergangenen Freitag. Wer weiß was dazu? Oder wer kennt einen, der einen kennt… Kurz zu mir: ich bin 22, ausgelernte Landwirtin und verbringe gerade ein Work-and-Travel Jahr in Australien. Hier in Down Under läuft vieles in der Landwirtschaft anders, auch haben sie ganz andere Ideen und Strategien an ein Problem heran zu gehen. Das alles sammle ich, und werde es in einem Blog, den ich ganz bald online setzen werde, veröffentlichen. Was mich momentan beschäftigt, ist der Schutz von Schafherden. Hier in Australien setzen einige Farmer Alpakas oder Esel ein, die ihre Herde beschützen. Als Feinde gelten hier Füchse und Dingos (wilde Hunde). Esel sollen dabei als beste Methode gelten. Wittern sie Gefahr, treiben sie die Schafe zu einem Mob zusammen, und werden richtig aggressiv den Dingos gegenüber und können diese sogar mit Tritten töten.Desweiteren gelten sie als pflegeleichte Tiere, sobald sie in die Herde eingegliedert sind. Sie müssen nicht geschoren werden (anders bei Alpakas), und sind ziemlich anspruchslos beim Grasen. Alpakas treiben die Herde zusammen, wie die …

Osterlämmer…

In vielen Familien gibt es zu Ostern Osterlamm auf dem Tisch. Doch dazu braucht es auch Menschen, die Schafe halten. In der Zeit von 1990 (incl. der neuen Bundesländer) bis November 2016 hat sich die Zahl der Schafe mehr als halbiert. In den letzten 6 Jahren ist sie um etwa ein Viertel zurückgegangen. In 2016 gab es noch 9.700 gemeldete Schafhalter in Deutschland. Pro Herde werden folglich 163 Tiere gehalten. Kein vernünftiger Mensch wird dies als Massentierhaltung bezeichnen. „Unser“ Schäfer Christian, der die Wiesen und Weiden an unserem Hof kurz hält, ist Hobby-Schafhalter und hat rund 30 Tiere. Der taucht in der Statistik wahrscheinlich nicht auf, aber sicher bin ich mir da nicht. Woran mag es liegen, dass die Schafhaltung so deutlich zurückgeht? Schafe und Lämmer sind doch sooo süß! Ihr könnt ja über Ostern mal darüber nachdenken. Vielleicht schafft ihr euch ja wieder ein paar Schafe an, damit die Zahl wieder steigt. Oder was spricht dagegen? Euer Bauer Willi

Das Ende der Fastenzeit

Viele Religionen haben Zeiten, in denen weniger oder überhaupt nicht gegessen werden soll. Ob dies nun die Fastenzeit, der Jom Kippur oder der Ramadan ist. Die Hintergründe dazu sind verschieden, die Regeln auch. Allen gemeinsam ist jedoch der Verzicht. Und so verzichten viele Mitmenschen, obwohl sie der Kirche eher fern stehen, in dieser Zeit auf irgendetwas. Als Landwirten gehen uns in der Fastenzeit aber noch andere Gedanken durch den Kopf. Es ist Frühjahr, die Natur beginnt wieder zu erwachen. Das Getreide, die Wiesen und Weiden bekommen wieder Farbe, langsam sprießen die ersten Blätter, Knospen öffnen sich und bald beginnt die Obstblüte. Rüben werden gesät, Kartoffeln gepflanzt und alles wird getan, dass die Ernte, die im Spätsommer oder Herbst erfolgen soll, gut wird. Es ist die Zeit der Vorbereitung. Wie die Fastenzeit, die uns auf Ostern vorbereitet. Und diese Zeit endet mit der Osternacht. Es ist auch die Zeit, daran zu denken, dass bei anderen Menschen Nahrung knapp ist. Wir in Europa haben von allem genug, vielleicht schon zu viel. Hunger muss es in der in der zivilisierten …