119 Kommentare

  1. Heinrich Steggemann sagt

    Wie können wir das Höfesterben stoppen und sogar bereits aufgegebene Höfe reaktivieren?Dazu mein sicherlich etwas provokanter Vorschlag. Im- und Export von landwirtschaftlichen Produkten stehen bei bestimmten gesellschaftlichen Gruppen in der Kritik, ebenso die immer weiter rationalisierte Produktion unter Kosten / Erlösgesichtspunkten. Auch ohne Exportoffensive müssen wir mit Angeboten vom Weltmarkt mithalten können, um nicht schrittweise durch kostengünstiger produzierte Importe aus der Produktion gedrängt zu werden. Wir dokumentieren die Im- und Exportmengen jedes einzelnen Rohstoffes und fertigen Produktes der gesamten deutschen Wirtschaft für das Jahr 2017. Bis zum Jahr 2050 fahren wir die Mengen jedes Jahr um 3% zurück. Schrittweise werden dadurch Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe mangels Rohstoffe und geringer werdender Exportquoten wegfallen. Die Entwicklung wird wieder in Richtung der teilweisen Selbstversorgung fast jeden einzelnen Bürgers gehen. Verpachtete Höfe werden bei Arbeitsplatzverlust des Besitzers reaktiviert. Gärten zur Selbstversorgung werden reaktiviert oder neu angelegt. Die gesamte Wirtschaft wird wieder regionaler. Das Landschaftsbild wird vielfältiger. Verlassene Industriegebiete werden von der Natur zurückerobert. Die Gesamtausstoß von Treibhausgasen sinkt, steigt aber unter Umständen pro kg landwirtschaftliches Produkt durch eine nicht mehr so effiziente Produktion an. Wieviele Jahre könnten wir wohl in diese Richtung gehen, bevor die Mehrheit der Bevölkerung rebellieren würde?

    • Bauer Willi sagt

      Jedes Jahr um 3%? Ich schätze mal, nach 5 Jahren (15%) wird es den ersten auffallen. Dann noch 2 Jahre bis man alles wieder rückgängig gemacht hat. Wäre also 2024. Viel länger hält das allein schon unsere Automobilindustrie nicht aus.
      Was Obst und Gemüse angeht, würden wir uns weiter einschränken müssen, weil wir da schon heute weit von einer Selbstversorgung entfernt sind. Getreide für den Export würde ich weniger anbauen, weil diese Kulturen dann wesentlich attraktiver sind. Und dann würde ich Kleingärten vermieten, weil die Menschen sich dann wieder mehr für eine Eigenproduktion erwärmen könnten.
      Je länger ich darüber nachdenke: kein schlechter Gedanke. Fang schon mal mit der Datenbank an….
      Bauer Willi

    • Ich seh das so sagt

      Bislang gilt es als Zeichen einer hochentwickelten Volkswirtschaft, wenn sie einen Anteil im Agrarsektors von etwa 2-5 % aufweist.
      Wenn ich sie richtig verstehe kommt es bei ihrer Rechnung mit einem Zurückfahren der Rohstoffe und Fertigprodukte um de facto 100% bis 2050 zu einer gleichzeitigem Zurückverlagerung der freiwerdenden Beschäftigten in den Primärbereich.
      Das gleicht einem Relaunch des Morgenthau-Plans für Deutschland. Oder einer Wiederholung des Versuches der Roten Khmer in Kambodscha.

      Ich rate eher dazu, sich diese historischen “Vorbilder” durch Nachlesen der Folgen in Erinnerung zu rufen, dann braucht es keine Rebellion in der Bevölkerung.

      • Heinrich Steggemann sagt

        Mein provokantes Beispiel soll nur zum Nachdenken anregen. Die deutschen Nutztierhalter werden für ca. 10% Futtermittelimport kritisiert und für den Export von Teilstücken, die hier nicht mehr in vollem Umfang über den deutschen Teller gehen. Sollen diese weggeschmissen werden, wenn es dafür auf dem Weltmarkt Abnehmer gibt? Stammen mehr als 10% der in Deutschland zu Autos und Co veredelten Rohstoffe aus dem eigenen Land? Aber je mehr in diesem Bereich exportiert wird, um so mehr wird geklatscht. Die Nutztierhaltung wird auf die Futterflächenbindung zurückgestutzt. Wie wärs mit einem Nachweis im Bauantrag für das produzierende Gewerbe von z.B. mindestens 20% Rohstoffbezug aus dem Ursprungsland Deutschland, ansonsten wird keine Baugenehmigung erteilt. Würde den Flächenverbrauch deutlich reduzieren. In Deutschland fallen jährlich ca. 320 Mio to Wirtschaftsdünger an. Mehr als 90% werden im Nahbereich als Dünger verwertet , der Rest findet überregional seine Nährstoffverwertungsflächen (Das Feintuning in diesem Bereich läuft).Würde jeder Bundesbürger ein Plumpsklo nutzen und jeden Tag mit einem Liter Wasser nachspülen , hätten wir Ende des Jahres 80 Mio to Wirtschaftdünger menschlichen Ursprungs. Wo sind dafür die Nährstoffverwertungsflächen? Mehr als 90% der Nährstoffe werden mit dem heutigen System der Wasserspültoilette weggeschmissen. Mir fehlt bei vielen Diskussionen die Gesamtbetrachtung.

    • bauerhans sagt

      “die Mehrheit der Bevölkerung……”

      will nach MALLE und nicht in den eigenen garten,schon gar nicht nutzgarten.

      • Martin Gork sagt

        Pflegeleichte Steingärten sind momentan der Renner, kein Unkraut für Jahre und auch keine lästigen Blühpflanzen die man pflegen muss.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Steingärten?

          Das was sie meinen sind keine Steingärten, sondern Schotterflächen, wie bei der Bahn, es fehlen halt die Gleise.

    • Wir leben so, als hätten wir mehrere Erden (besonders im landwirtschaftlichen Sektor!). Das ganze System mit dem Wachstumswahn wird scheitern. Alles, was wir zur Rettung der Ressourcen untenehmen können, ist sinnvoll.
      Dazu gehört auch eine bodengebundene Landwirtschaft, angepasst an die ökologischen Kreisläufe, regional und sozial. Wenn wir das ansteuern, haben die nachfolgenden Generationen noch eine Chance!

  2. Ich hatte geschrieben: “Die Verflechtungen und Lobby-Querverbindungen sind unglaublich!
    Solche Leute können gar nicht die Interessen der kleineren Familienbetriebe vertreten!” — Das ist inzwischen bei allen einigermaßen informierten Menschen angekommen! ——– Wenn Sie wirklich an einer Diskusssion interessiert sein sollten, dann lesen Sie bitte:
    Richard Rickelmann, “Tödliche Ernte. Wie uns das Agrar- und Lebensmittelkartell vergiftet”, Ullstein TB, Berlin 2013 (darin u.a. die unglaublich vielen “Funktionen” der Herren Sonnleitner und Werner Hilse!!!). Dann können wir anschließend weiterdiskutieren.
    Ähnliches gilt für Herrn Röring im Kreis Borken (zumeist kommen diese Personen dann über die CDU zu noch mehr Einfluss. Die Politik ist danach in der Hand der Konzerne!!

    • bauerhans sagt

      „Tödliche Ernte. Wie uns das Agrar- und Lebensmittelkartell vergiftet“

      das ist einfach nur populistischer quatsch,wir werden immer älter,müssen weniger arbeiten
      und der masse der rentner gehts materiell sehr gut!
      die kehrseite ist,dass demenz- und alterskrebserkrankungen zunehmen und wir dadurch einen pflegenotstand haben.

      • Woher will “bauerhans” das so sicher wissen? Will er oder kann er nicht lesen?
        Woher kommt wohl die Zunahme bei Demenz- und Alterserkrankungen? Woher kommt die Vergiftung der Umwelt, der Lebensgrundlagen??

        • Ich seh das so sagt

          Wie wäre es mit Verkehr, Erdölförderung, Fernreisen, Billigimporten, Müllverklappung, Wärmedämmungsmaterialien, Schwerindustrie, Rohstoffausbeutung, Landschaftsverbauung mit 60.000 m² täglich, …..

          Na sowas, da kommt ja die Landwirtschaft erst unter ferner liefen. Das darf doch nicht sein – oder ?
          Wenn die Bauern/die Landwirtschaft nicht die Schuldigen für alles sind, sind Sie es womöglich selber ?

          Statistisch auch irgendwie leicht nachvollziehbar, selbst für Nicht-Statistiker: 3-4% Bauern haben zu 100% Schuld an allem, 96-97% Nicht-Bauern haben zu 0% Schuld an allem. So einfach ist die Welt wohl doch nicht.

            • Ich seh das so sagt

              Wohl genauso unlogisch und spekulativ wie ihr Ansatz, dass jede Bewirtschaftung (von Böden) grundsätzlich die Umwelt vergiftet, aber jede sonstige Wirtschaft keinerlei von Menschen verursachte Folgen hat (schon gar keine negativen).

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “Woher kommt wohl die Zunahme bei Demenz- und Alterserkrankungen? Woher kommt die Vergiftung der Umwelt, der Lebensgrundlagen??”

          Mein Stammbaum sagt mir, dass niemand Demenzerkrankungen hatten, die sind im 19 Jahrhundert zwischen 32 und 47 Jahren verstorben, Alterserkrankungen waren sicherlich dabei. Vermute mal, die sind nicht an den heutigen Pflanzenschutzmitteln so früh verstorben, oder?

        • Der Brandenburgbauer sagt

          @Jürgen Kruse, warum stellst Du nur Fragen sage doch Deine Meinung. An allen was in diesem Land nicht läuft sind wir Bauern und Landwirte Schuld.

  3. Das ist doch alles billigste Propaganda und Populismus zugunsten gerade der Kräfte, die mit ihrem Lbbyismus für die Chemie- und Agrarindustrie die oben beklagten Entwicklungen angestrebt, gefördert und immer wieder begrüßt haben!

  4. Friedrich sagt

    Unser Meyer ist das Schlimmste , was den Bauern in Niedersachsen passieren konnte.
    Seine “Erfolge” lassen sich im Bild oben ab lesen. Ich denke immer , jeden Morgen den der aufsteht , läßt er sich eine neue Gemeinheit gegen die Bauern einfallen. Der Mann ist unfähig, beratungsresistent und ideologisch Grün einseitig lesend. Diese Regierung hat dem Agrarland Nr. erheblich geschadet , in dem sie aus ihrer städtischen Sicht den Bauern mental und ökonomisch geschadet hat. Ich hoffe , daß diese Herrschaften im Januar 2018 abgewählt werden. Das hält lange mit diesen Kaoten keiner mehr aus.

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