Alle Artikel in: Bauer Willi

Die Mär von glücklichen Hühnern…

Bio-Eier von Aldi: Die Idylle trügt, denn viele Bio-Eier kommen aus den Niederlanden aus Ställen mit mehr als 10.000 Hennen ohne Auslauf. Und auch sonst ist nicht alles so, wie es sich der Konsument vorstellt… Ein 7-Minuten-Video, das sehr erhellend sind, nicht nur was die Preise angeht… http://www.swr.de/marktcheck/bioeier-von-vermeintlich-gluecklichen-huehnern/-/id=100834/did=19466444/nid=100834/b9utt2/index.html

Mittsommer…

…im Rheinland. Ohne viele Worte hier ein paar Bilder von diversen Kulturen auf den Sandböden entlang des Rhein. Und das am 22. Juni… Die angekündigte Abkühlung und der angekündigte Regen wird nicht mehr viel retten. Euer Bauer Willi  

Trockenheit und Brötchenpreis

Wenn ich Präsident des Bundesumweltamtes wäre, könnte ich jetzt auch eine Scheißhaus-Parole in die Welt setzen, die lauten würde: „Aufgrund der anhaltenden Trockenheit ist zukünftig eventuell damit zu rechnen, dass der Brötchenpreis möglicherweise um 45% steigt“. Aber ich bin ja kein Präsident von irgendwas und deshalb wollte ich euch nur mal zeigen, wie es Mitte Juni auf einzelnen Felder aussieht. Hier hat die Trockenheit der letzten Wochen, ja fast schon Monate, richtig zugeschlagen. Dort, wo die Bodenqualität nicht so gut ist, ist kein grünes Blatt mehr am Getreide zu finden. Dort, wo die Ähren weiß sind, sind keine oder nur sehr kleine Körner zu finden. Hier würde eine Ernte nicht lohnen. Hier das Video dazu, unten drunter geht der Text aber noch weiter. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Bis Ende Juni, also die nächsten zwei Wochen, wird kein Niederschlag vorhergesagt. Mindestens genau so schlimm …

Bauern, einst kommt der Tag…

Ein Gast-Artikel. Dirk ist kein Landwirt, sondern Unternehmensberater. Ist vielleicht mal gut, so ein (ironischer) Blick von außen… Landwirte sind zu beobachten, besonders in Nord- und Westdeutschland, die heldenhaft gegen gottähnliche unbesiegbare Wesen kämpfen, welche den Namen Strukturwandel tragen. Man sagt, diese Wesen seien kapitalkräftige Konzerne – nun, gottähnlich und unbesiegbar, wie ich bereits sagte. Aber auch in unserer Region räumen die tapferen geschlagenen Milchritter das Feld. Aber diese Helden haben doch eine Kavallerie: Den mächtigen Bauernverband. Er wird sicher helfen und diesen Menschen beistehen. Deshalb suche ich in den Medien nach dieser Kavallerie. Mit welchen cleveren ausgeklügelten Strategien und freudigem Einsatz diese wohl heranstürmen mag? Nun – nach der Suche kam es zu einer bescheidenen Erleuchtung. Der Bauernverband stellte erst einmal fest, dass der Markt schuld ist. (Blöd, dass man den nicht verklagen kann.) Warum kaufen denn diese … Chinesen nicht unsere gute Milch? Gut – die kennen Milch kaum und haben deshalb zu 80 % eine Laktoseintoleranz… …Und dann wieder mal diese Politik. Wen interessiert es, was in der Ukraine passiert? Wenn wir …

Stellenangebot – nicht nur für Umweltaktivisten…

Da Bauer Fritz und ich gerade dabei sind, durch die Erdbeeren (Fritz) oder durch die Rüben (Willi) zu laufen um Unkraut zu entfernen, haben wir uns entschlossen, folgende – sehr moderne – Stellenanzeige aufzugeben. Wir bitten um Weiterleitung an alle Interessierten.   Super Sommerjob, zeitlich befristet (2 Wochen), zum frühestmöglichen Antritt  Suchen dynamischen, aber überlegten Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung im feinmotorisch anspruchsvollen Tätigkeitsgebiet der Handhacke bei Rübe zur Erweiterung seiner Assets im Bereich Handhacke in anderen Früchten. Wir erwarten: ein verläßliches Modell, möglichst aus der legendären Bauserie BLIR (Betriebleiter in Ruhe) mit noch selbstlernender RI (real intelligence) sowie dem bislang größten und leistungsfähigsten jemals eingebautem Modul „Weed-Spy“ in der Ausbaustufe High-end (für sekundenschnelle Unkrauterkennung in jedem Wachstumsstadium). Ebenso haben sie jenen Prozessor intus mit ultraschnellster Interface-Umschaltung „Eye to Hand“ und der längsten Lebensdauer. Sie sind mit dem hocheffizienten biologischen Wirkstoff „Scher-it-all“ (dt. Zulassung unter „Hack-o-ex“) geschult und vertraut und wissen um den verantwortungsvollen Umgang damit. Wir bieten: leistungsfreundliches Umfeld, ganztätig Freilauf in schönster Umgebung und Wissensausbau in neuen agrarischen Bereichen. Wir bemühen uns im Zwei-Schicht-Betrieb (7-12.30 und 13.30 …

Der gordische Knoten…

Ich habe mal versucht, die Zusammenhänge rund um Lebensmittel anschaulich zu machen. Wer spielt da mit und wer hat welche Argumente? Je häufiger man sich das Video anschaut, um so klarer wird, wie schwierig es ist, den „gordischen Knoten“ zu lösen. Wo anfangen? Danke an Bauer Fritz (aus Ober-Österreich), der mir beim Erstellen geholfen hat. Ich war nämlich heute in den Zuckerrüben, um Unkraut zu hacken. Mit Holz und Eisen. Fast schon bio… 🙂 Tipp für Freunde:  Zum Vergrößern unten rechts auf den Kasten klicken… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Kuhmilch macht größer…

…ist das Ergebnis einer Studie der American Society for Nutrition, die am 6. Juni veröffentlicht wurde und  die ihr hier nachlesen könnt: http://ajcn.nutrition.org/content/early/2017/06/07/ajcn.117.156877 Und für die, die kein englisch verstehen, hier die Erläuterung aus der Tageszeitung „Welt“: https://www.welt.de/gesundheit/article165308769/Pflanzliche-Milch-laesst-Kinder-weniger-wachsen.html Drei Tassen Milch macht 1,5 cm Unterschied. Ob 6 Tassen 3 cm mehr bringen, wurde nicht untersucht. 🙂  Die Vergleichsgruppe konsumierte kuh-freie Milchersatz-Drinks. Euer Bauer Willi      

Elfenbein-Türme

Hier geht es nicht um Elfenbein, sondern um Bildung und Ausbildung. Was mich in letzter Zeit zunehmend nervt und ärgert, ist die Tatsache, dass es gerade die Agrar-Professoren in die Medien schaffen, die sich besonders kritisch über die Landwirtschaft äußern. Besonders dann, wenn ein Teil davon Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung ist und diese berät. Nun möchte ich nicht in Abrede stellen, dass einiges von dem, was kritisiert wird, nicht auch kritikwürdig ist.  Wenn aber beispielsweise ein Göttinger Professor „verdeckte Ermittlungen“ bei den Tierhaltern fordert, muss man sich schon fragen, ob man seinen Nachwuchs nun ausgerechnet dort studieren lassen sollte. Andere Herren halten die Landwirtschaft insgesamt für nicht zukunftsfähig und auch eine Halbierung des Fleischkonsums für unvermeidlich. Wie die konkreten Maßnahmen aussehen und wie sich das auf die Struktur der Landwirtschaft auswirkt, wird medial nicht erläutert. Aber wahrscheinlich hört man das in der Vorlesung. Nun ist es ja nicht so, dass alle deutschen Agrar-Professoren und -professorinnen solche agrarkritischen Äußerungen machen würden. Aber wo sind denn all die Anderen? Sollten sich nicht alle Inhaber eines hohen Lehramtes in die politische …

Was ist Wahrheit?

Inspiriert durch einen Mail von Bauer Fritz, der hier auch schon geschrieben hat, habe ich mir jetzt ein paar eher philosophische Gedanken dazu gemacht, wie es um die Wahrheit bestellt ist. Hat jetzt nicht nur was mit Landwirtschaft zu tun, aber irgendwie doch auch. Wer es mit geistiger Arbeit nicht so hat, kann ja gleich wieder wegklicken. Unsere Welt ist komplex. Viele, zu viele Informationen stürmen auf uns ein, ob wir es wollen oder nicht. Überschrift lesen und die Meinung steht. Komplexität ist eher unerwünscht, weil es uns zwingt, in Zusammenhängen zu denken, den Grund dahinter herauszufinden. Viele suchen einfache und schnelle Erklärungen für Dinge, die man weder schnell noch einfach erklären kann. In der Landwirtschaft gibt es dazu viele Beispiele: Monokulturen, Nitrat, Gentechnik, Subventionen. Alles keine Themen, die man in fünf Minuten umfassend darstellen kann. Von verständlich machen erst gar nicht zu reden. Das gilt auch für Flüchtlingskrise, Brexit und das Phänomen Trump, Erdogan oder Victor Orban. Mir geht das jedenfalls so. Wir lesen, hören oder schauen oft nur noch, was unsere bereits vorhandene Meinung …

Zurück auf Los…

Stellen Sie sich einfach mal vor, wir würden morgen eine Reset-Taste drücken und unsere Ernährung neu organisieren! Mit ist klar, dass das Utopie ist, aber als Gedankenspiel vielleicht ganz hilfreich. Ab morgen könnten 80 Millionen Deutsche frei über die gesamte Acker- und Grünlandfläche entscheiden. Auch die Verteilung der Lebensmittel würde neu organisiert werden. Was würden wir, nein, wie würden Sie es machen? Hier mal zwei Modelle zur Auswahl: Modell A Individuell: Rein rechnerisch bekommt jetzt jeder von Ihnen 1454 qm Acker und 616 qm Grünland. (Übrigens: ein Fußballfeld  ist 7.140 qm groß). Die können Sie jetzt so bewirtschaften, wie es Ihnen gefällt.  Das hätte den Vorteil, dass Sie sich nicht mehr darüber aufregen müssen, dass die Lebensmittelproduktion nicht ihren persönlichen Normen bezüglich Umwelt, Artenschutz, Tierschutz, Rückständen usw.  entspricht. Der Handel würde wegfallen, denn sie bringen ja ihre selbsterzeugten Lebensmittel von ihrem Acker direkt in ihre Küche. Ist doch praktisch. Modell B staatliche Vorsorge: Wir könnten es aber alle zusammen auch anders organisieren. Der Staat, also eine noch zu schaffende Verwaltung, übernimmt die Bewirtschaftung aller Flächen. In einer großen Volksabstimmung (siehe Schweiz) wird festgelegt, in …