Bauer Willi
Kommentare 33

Der gordische Knoten…

Ich habe mal versucht, die Zusammenhänge rund um Lebensmittel anschaulich zu machen. Wer spielt da mit und wer hat welche Argumente? Je häufiger man sich das Video anschaut, um so klarer wird, wie schwierig es ist, den “gordischen Knoten” zu lösen. Wo anfangen? Danke an Bauer Fritz (aus Ober-Österreich), der mir beim Erstellen geholfen hat. Ich war nämlich heute in den Zuckerrüben, um Unkraut zu hacken. Mit Holz und Eisen. Fast schon bio… 🙂

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33 Kommentare

  1. Eva-Maria sagt

    “Lebensmittel teurer als EU Durchschnitt” lautet heute die Überschrift einer ORF Teletextseite. Im Artikel ist zu lesen, dass Österreich ein EU Preisniveau von 107 % aufweist und damit an 10. Stelle steht, EU Preisniveau von Dänemark 139 %, Bulgarien 48 %, Rumänien 52 %. Welches Durchschnittseinkommen Österreich aufweist und an welcher Stelle wir stehen, ist nicht zu lesen. Ich denke wohl, dass man hierzulande auch mindestens das doppelte verdient gegenüber in Rumänien, also ist das Lebensmittel-Preisniveau doch gerechtfertigt.

  2. Ich glaube nicht, dass irgendjemand ein Interesse dran hat, den “gordischen Knoten” zu zerschlagen. Es ist für alle Beteiligten bequemer, den status quo aufrechtzuerhalten und mit der Thematisierung des “gordischen Knotens” zusätzliche Marktlücken und Verdienstmöglichkeiten zu eröffnen.

    Um den “gordischen Knoten” zu zerschlagen, müssten alle Beteiligten anfangen, vor der eigenen Haustür zu kehren und sich selbst in Frage zu stellen. Da dazu niemand bereit ist, kehrt jeder lieber vor der Haustür eines anderen Beteiligten. Der Bauer kehrt vor der Haustür des Verbrauchers, der Händler vor der Haustür des Erzeugers, der Verbraucher vor der Tür des Bauern, die Politiker vor allen anderen Haustüren, nur nicht vor der eigenen und so weiter. Nun hat man es nicht so gern, wenn ein anderer vor der eigenen Haustür kehrt.

    Um den “gordischen Knoten” zu zerschlagen, müsste man drüber diskutieren, was die Mechanisierung und Technisierung mit Pflanzen, Tieren und auch Menschen macht.
    Tiere, Pflanzen und Menschen werden heute nach den Bedürfnissen der Industrie gestaltet. Wahrscheinlich müsste man zuerst damit aufhören, Menschen nach den Bedürfnissen der Industrie zu gestalten, bevor sich bei Tieren und Pflanzen groß was ändern wird. Menschen, Tiere und Pflanzen sind inzwischen überwiegend Teil einer riesigen Produktionsanlage, die uns zwar mit allen nur möglichen Gütern überhäuft, den Menschen, Tieren und Pflanzen dafür aber den Status von Lebewesen nimmt und sie in Rädchen ihres Getriebes verwandelt.

    Menschen stehen in einem merkwürdigen Konflikt. Technik ist ein Teil des Menschseins und ohne Technik kann der Mensch nicht überleben. Andererseits zerstört Technik die Natur und verwandelt Leben in reproduzierbare, maschinelle Abläufe.

    Der “gordische Knoten” ist der Faden, der sich um diesen merkwürdigen Konflikt herum aufgespleißt ist und sich hoffnungslos verwurstelt hat.

    • Inga sagt

      “Ich glaube nicht, dass irgendjemand ein Interesse dran hat, den „gordischen Knoten“ zu zerschlagen. Es ist für alle Beteiligten bequemer, den status quo aufrechtzuerhalten und mit der Thematisierung des „gordischen Knotens“ zusätzliche Marktlücken und Verdienstmöglichkeiten zu eröffnen.”

      Was haben die Bauern für einen Vorteil dabei?
      Zsätzliche Arbeit mit einem Hofladen?
      Verdient man das Geld was man dort verdient, nich tin der Industrie bequemer?

      Aber ich habe mir gestern Abend noch ganz andere Gedanken darum gemacht:
      Also,

      nun sind wir uns doch einig, dass wir alle als Verbraucher billig wollen.
      Es gab schon genügend Beispiele hier!

      Das muß ein psychisches Problem sein.
      Und wenn man dann noch im täglichen Stress steht mit Beruf und Familie und von Landwirtschaft wenig Ahnung und zu ihr keine Beziehung hat, dann kann man sich noch weniger dagegen wehren.

      Also läuft alles mehr oder weniger unbewusst ab.

      Aber wenn man aufgeklärt ist und eine Stelle hat, wo man kaufen kann, dann bezahlt man für gute Qualität gerne etwas mehr.

      Nun müssen wir dieses Unbewusste in Bauer Willis „Gordischen Knoten“ finden.

      Es liegt wohl zwischen Politik und Verbraucher!

      Oben links der blaue Pfeil zwischen Verbraucher und Politik , der besagt, dass die Politik vom Verbraucher um Regelung gerufen wird und die Politik hat in ihrem Grundgesetz stehen, dass der Bürger mündig ist.

      Aber im Überangebot des LEH sind wir nicht mehr mündig, haben andere Sachen im Kopf als die Produktion dieser Lebensmittel und kaufen eben das billigste, es wird ja vom Verbraucherschutz und der Veterinärbehörde überprüft.

      Also doch die Aufgabe der Politik?

      Der LEH lacht sich ins Fäustchen und reagiert auf die Kundenwünsche, denn sie bringen Geld.

      Das ist für den LEH genau so wichtig, wie für den Bauern z.B. die Gesunderhaltung der Böden, damit es im nächsten Jahr wieder gut wächst..
      Oder die Heizung im Stall, damit die Ferkel gut gedeihen!

      Und weil wir nun als Bauern so gut gewirtschaftet haben und dank der Pflanzenschutzmittel und Handelsdünger alles im Überfluss da ist, was der Verbraucher nicht recht versteht, weil er das Wissen eines Landwirtes nicht hat, deswegen klagt er den Bauern an, er würde das giftige Pflanzenschutzmittel unsinnig in die Luft versprühen und die Tiere nicht ordentlich halten.

      Aber es ist alles im Rahmen der „grünen Revolution“ staatlich gefördert worden und nun werden wir alle satt, es ist genügend da.

      Wir können sogar täglich Fleisch und Wurst essen, das war früher undenkbar.
      Sind da wieder die Bauern dran schuld?
      Oder die Politik?

      Wer mach den nächsten Knoten auf?

  3. Paulus sagt

    Interessante Aufgabe, und das an einem Sonntag. Bei hochkomplexen Aufgaben geht man systematisch vor, um in den ersten Schritten zumindest näherungsweise zu einer Lösung zu gelangen.
    Da man irgendwo anfangen muss, würde ich es anhand dieses Relationsdiagramms nach Relevanz der Beziehungen und im Ausschlussverfahren versuchen. Damit vereinfacht sich das Ganze schon deutlich.
    1. Vorurteile/Zitate raus (ca. 50%)
    2. Unabdingbares raus (Gesetze …)
    3. Sekundärrelevante Beziehungen raus (Handel-Verarbeiter)
    4. Sowiesoerfüllung raus (will jederzeit/regional)
    5. Nicht bzw. nur bedingt Erfüllbares raus (Rahmenbedingungen/Nitrat …)
    Bleiben primär die Beziehungen Bauer – Handel/Verarbeiter (faire Bezahlung).
    Soll mir keiner erzählen, dass dies zumindest EU-weit, ggf. unter völliger Umschichtung von Subventionen nicht lösbar ist.
    Die Beziehung Handel-Verbraucher (Konsument entscheidet) ist nach meiner Auffassung nur bedingt stichhaltig. Wenn die Butter z.Zt. 1,80 € statt wie zuvor 1,19 € kostet, ändert der Verbraucher daran schlicht gar nichts.
    Medien/NGO’s sind sogen. Nebenkriegsschauplätze. Da hat man jahrelang gepennt und muss nun die Deutungshoheit zurück gewinnen, was nicht unmöglich erscheint.

    Das ist natürlich alles sehr vereinfacht und gibt Anlass zur Kritik. Somit nehme ich Willis Zitat „Er bemühte sich stets im Rahmen seiner eingeschränkten Möglichkeiten…“ auch für mich in Anspruch.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Paulus, Deine Analyse ist brilliant. Die Erzeuger-Handelsbeziehung ist der Schlüssel zur Lösung. Momentan ist das Machtgefälle zugunsten des Handels zu groß, da es fast überall ein Überangebot an “Lebensmittel-Rohstoffen” gibt.

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Paulus
      wenn man das alles streicht (Punkt 1 bis 5) bleibt in der Tat nicht mehr viel übrig. Danke für die Analyse.

      Das Argument des LEH, das der Verbraucher entscheidet, ist in der Tat zu hinterfragen, weil der LEH es sehr gut versteht, die “Wünsche des Verbraucher” entsprechend zu lenken.
      Bauer Willi

  4. Bauer Fritz sagt

    2 Erklärungen zur Darstellung:
    -) Nachdem Willi ja am Rübenfeld sich mit Handhacke Kost und Logis im Schweiße seines Angesichts verdienen musste, gab es die Überlegung, die Zusammenhänge als “System Ackerwinde” zu benennen.
    Will heißen: Man zieht im Rübenfeld am einen Feldrand an einer Ackerwinde – und selbst am anderen Feldende beginnt es sich noch zu rühren. Schien dann aber doch zu spezifisch agrarisch und im wahrsten Sinne “unüberschaubar zusammenhängend”. 🙂

    -) Dann kam die Idee zur gewählten Darstellung durch das Gedicht von Erich Kästner “Über den Nachruhm oder Der gordische Knoten”:

    Den unlösbaren Knoten zu zersäbeln,
    gehörte zum Pensum Alexanders.

    Und wie hieß jener, der den Knoten knüpfte ?
    Den kennt kein Mensch.
    Doch sicher war es jemand anders !

    -) Zur musikalischen Untermalung: Es ist Sonntag, da wäre doch “Highway to Hell” nicht wirklich passend gewesen. Beim Headbanging kann man so schlecht lesen und mitdenken.

  5. Friedrich sagt

    Seitdem die Politik und die NGOs dabei sind , geht es mit den Bauern bergab. Auch unsere Biodiversität , Artenvielfalt usw. leidet unter diesen Ideologischen Besserwissern. Die lassen alles hier den Bach runtergehen. Als gutes Beispiel kann auch der Wolf dienen wie weltfremd diese Leute sind. Diese sogenannten Gutmenschen lassen das über viele Jahre geschaffene Gleichgewicht zusammen brechen. Die haben keine Ahnung von Wirtschaft und Natur. Sie behaupten das nur . Aber nur mit Theorie und ohne Praxis geht es nun mal leider nicht. Wir sollten uns von diesen Theoretikern nicht alles vorschreiben lassen , sondern bei den Wahlen diesen Leuten die Rote Karte zeigen und unsere Stimme für die Landbevölkerung geben. Die städtische Vorherrschaft muß abgewählt werden !! Die sind alle nur hinter Stimmen , Spenden und Geld her.

  6. AdT sagt

    “Tu dir leid” von Grönemeyer anhören ist vielleicht hilfreicher.
    Schönen Sonntag!

    • Bauer Willi sagt

      Und ich habe mir solche Mühe gemacht, die gegenseitigen Vorwürfe der Beteiligten kurz und knapp darzustellen. Aber wie heißt es so schön im Zeugnis. “Er bemühte sich stets im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten”.
      Wenn man eine Darstellung falsch verstehen will, kann man darin nichts ändern… Schade…
      Bauer Willi

      • AdT sagt

        Bin noch mal kurz zurück. Habe Deine Mühewaltung noch mal gewürdigt. Du hättest “Der Verbraucher will nur billig” als Zitat kennzeichnen müssen (bauerhans) 🙂 . Interessant, dass Medien und NGOs als einheitlicher Faktor dargestellt werden, die zudem nur Partei gegen Bauern ergreifen. Fehlen noch die Agrarwissenschaftler. Was ist eigentlich mit der Lebensmittelwerbung vor allem für Fleisch- und Milchprodukte auf allen Kanälen? Nicht mal als “Pfeil” von Verarbeitern dargestellt. Die hochprofessionelle und geschickte Werbung hält doch die Annahme aufrecht: “Täglich reichlich Fleisch und Milch (selbst für Erwachsene) ist normal, natürlich und notwenig”, den status quo und sog. Karnismus. Ist doch ein wesentlicher Absatzstabilisator. Oder kommt diese Werbewucht gegen die NGO-Propaganda nicht an?

        • Bauer Willi sagt

          Das sind alles Zitate, oder anders herum, gegenseitige Vorwürfe. Zwischen Medien und NGO sehe ich in der Tat keinen großen Unterschied. Gestern in den Nachrichten zum Thema “Trinkwasser wird teurer” wird als einziger Kommentar Greenpeace gezeigt. Die Agrarwissenschaftler: hatte ich überlegt, aber wo hätten die in diesem Schema gestanden???
          Nein, die Werbewucht kommt gegen die Aussagen (Propaganda ist wirklich das falsche Wort!) nicht an. Im Gegenteil: sie greifen Argumente der NGO auf und setzen sie in Forderungen gegenüber Erzeuger und Verarbeiter um.
          Bauer Willi

          • AdT sagt

            Ich habe in den Nachrichten in ein und demselben Beitrag die Chefin des UBA, das die Berechnung/Prognose durchführte, einen Vertreter des NABU und einen der Bauern gesehen.

            Verarbeiter und LEH machen nur für sie nahezu kostenneutrales Greenwashing, bei Netto ist überall ein Panda drauf. Daraus resultieren auch einige Forderungen an Landwirte, welche die Produktionsweise betreffen (Fütterung gentechnikfrei, Betäubungsverfahren für Kastration). Entwicklung und Veränderung gibt es in allen Bereichen des Wirtschaftslebens. Landwirtschaft würde ich, was die bei ihr nachgefragten Lieferungen betrifft, noch als ziemlich stabil ansehen. Was hart für lw. Betriebe ist, ist die Regelungsintensität. Da Lw mit toxischen Chemikalien in der Landschaft arbeitet, wird es immer Ziel- und Interessenkonflikte geben, die einer ständigen Regelungen bedürfen. Daher wird es auch immer Forderungen geben. Und wie es Forderungen nun mal zueigen ist, werden sie immer höher angesetzt, als tatsächlich durchgesetzt werden soll. Das wird nicht aufhören. Das ist kein gordischer Knoten, das ist der normale dynamische Dauerzustand. Ich habe gut reden, ich weiß. Ein Kollege sagt immer, wenn man stöhnt: Willkommen im selbstgewählten Beruf.

            • Bauer Willi sagt

              Na siehste, ist doch noch ein ganz vernünftiger Gedankenaustausch geworden. Danke für die Kommentare, wo Du Dich doch eigentlich schon verabschiedet hattest 🙂 🙂
              An dem “dynamischen Dauerzustand” ist was dran, wobei nach meinem subjektiven Eindruck die Geschwindigkeit ständig zunimmt. Kann aber auch am Alter liegen…
              Bauer Willi

            • Inga sagt

              “Da Lw mit toxischen Chemikalien in der Landschaft arbeitet, wird es immer Ziel- und Interessenkonflikte geben, die einer ständigen Regelungen bedürfen.”

              Und diese Änderungen macht das staatliche Pflanzchenschutzamt, ode irre ich mich da?

              Man darf die Fehler von wo anders in der Welt nicht auf hiesige Bauern projizieren!

        • bauerhans sagt

          „Der Verbraucher will nur billig“ als Zitat kennzeichnen müssen (bauerhans) ?”

          einspruch,die überwiegende mehrheit der verbraucher kauft billig und gut.

  7. Zenzi sagt

    Ach Gottchen, schnief – und dann noch die traurige Musik dazu…
    Schlag-Wort über Schlag-Wort – wer hier wen prügelt ist sonnenklar und so wird es in diesem Blog noch lange weitergehen, bis an das Ende der freien Bauerntage, sprach die Katze und fraß die Maus auf…

    Wenn ich nicht andere Bauern kennen würde, die zufrieden ihren (Bio)-Hof bewirtschaften ob Rindfleisch, Mutterkuhhaltung, Milchwirtschaft, Bioschafhaltung, Gemüse, Gastronomie, Straußenfleisch, Bauernhofeis u.a.m. würde ich direkt ein schlechtes Gewissen bekommen.

    Aber das wurde ja schon alles diskutiert und soll wohl auch so weitergehen.

    Die “Schuldigen” bitte an die Wand hier in die goldene Mitte. Denn”Wir” Bauern können ja nix dafür, wir sind ja diejenigen die im System gefangen sind. Alle anderen Faktoren sind diejenigen die es ändern könnten.
    Schnief. (Auch ohne ” ” hoffe ich, dass der ironische Ton erkannt wird)

    So, und jetzt geht es in den schöhöhönen Sonnenschein in den freien Tag hinein.

    • bauerhans sagt

      “Wenn ich nicht andere Bauern kennen würde, die zufrieden ihren (Bio)-Hof bewirtschaften”

      wenn ich andere höfe besuche,interessiert mich immer die arbeitskräftesituation und da hab ich oft festgestellt,dass zwar der bauer zufrieden ist,aber der rest alles andere als zufrieden.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Oftmals weiß der Patron nicht, wie “glücklich” die Ehefrau sich in ihren betrieblichen Aufgaben wohlfühlt.

      • Inga sagt

        und wenn Zenzi zu Besuch kommt, dann dann tischt man auf und zeigt sich doch von der besten Seite.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn ein Inhaberpaar von einem Hofladen sich beklagen würde, dann kommen nicht mehr Kunden, sondern Kunden bleiben weg. Diese schlichte Erkenntnis müsst eigentlich auch jedem Verbraucher geläufig sein.

    • Bauer Willi sagt

      Alle sind in ihrem System gefangen. Das ist das Problem. Es geht nicht um Schuldzuweisungen sondern um eine, wenn auch grob vereinfachte, Darstellung der Zusammenhänge. Einen schöhöhönen Sonntag…
      Bauer Willi

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Wenn ich nicht andere Bauern kennen würde, die zufrieden ihren (Bio)-Hof bewirtschaften ob Rindfleisch, Mutterkuhhaltung, Milchwirtschaft, Bioschafhaltung, Gemüse, Gastronomie, Straußenfleisch, Bauernhofeis u.a.m. würde ich direkt ein schlechtes Gewissen bekommen.<<

      Habe auch noch nicht erlebt, dass sich ein Bauer, oder eine Bäuerin im Hofladen über die viele Arbeit beklagt hat, außer bei einer befreundeten Familie. Die Ehefrau meint immer, es wäre besser gewesen, in ihrem Beruf weiter zu arbeiten, so wie meine Frau.

    • Bauer Willi sagt

      Schon ein wenig zynisch, oder? Hilft jedenfalls gut dabei, sich vor sich selbst zu entschuldigen…
      Bauer Willi

      • Bauer Fritz sagt

        Dazu ein Auszug aus einem Zeitungsartikel von gestern:
        Wohlgemerkt, es wird 1) hier NICHT über “die Bauern” gesprochen und 2) ausschließlich über Österreicher (also Deutschland bitte beruhigt zurücklehnen, weil das gibt es bei euch doch sicher nicht):

        Warum wir gerne die Raunz-Kultur pflegen
        Die Österreicher hätten geradezu einen Zwang, die Löcher im Käse zu sehen, sagt Unternehmensberater Prammer, der sich unter anderem mit der Stimmung in Organisationen beschäftigt. Er sieht den Grund im Nörgeln darin, dass es Organisationen in Österreich heute schlicht zu gut gehe.
        “Sie sind verwöhnt. Wir alle haben nie einen richtigen Mangel erlebt. Wenn du richtigen Mangel erlebt hast, hast du einen gewissen Hunger – und der fehlt uns.” Er bestreitet nicht, dass es in der heimischen Wirtschaft noch vieles zu tun gäbe und dass nicht alles perfekt sei. “Aber es ist uns noch nie so gut gegangen, wie jetzt.”

        Das Raunzen im Job und in der Wirtschaft konzentriere sich seiner Ansicht nach auf einen ganz besonderen Bereich: auf das, was wir gar nicht beeinflussen können: “Wir verschwenden viel Energie auf Dinge, die wir nicht verändern können. Man begibt sich zu gerne in die Opferrolle, anstatt sich mit Dingen zu beschäftigen, die man selbst verändern könnte.” Vor allem große Organisationen würden Mitarbeiter dazu verleiten, leicht in eine Opferrolle zu schlüpfen. Warum? “Alle sind gern arm, in der Rolle fühlt man sich wohl. Es ist ein selbstnährender Kreislauf, keiner muss Verantwortung übernehmen.”
        (https://kurier.at/wirtschaft/warum-wir-gerne-die-raunz-kultur-pflegen/268.928.854)

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