Alle Artikel in: Bauer Willi

Keine Gen-Pflanzen aus Südamerika!

Kein Gift auf unseren Teller! Wie erst jetzt bekannt wurde, hat vor einiger Zeit ein diktatorischer Herrscher sein Volk gegen dessen Willen gezwungen, eine Pflanze zu verzehren, die auf dunklen und heute nicht mehr nachzuvollziehenden Wegen ohne Kenntnis der Behörden nach Europa geschmuggelt wurde. Systematisch wird seitdem das Volk vergiftet, weil diese Pflanze einen Stoff enthält, der schon in geringsten Dosen Schwindel, Übelkeit und Erbrechen verursacht, in höheren Dosen zu Halluzinationen, Paralyse, Hypothermie und sogar zum Tod führen kann. Mit dieser Pflanze wurden fremde Gene nach Mitteleuropa eingeführt und verbreitet, die sich seitdem ohne jegliche Kontrolle in heimische Pflanzen ausbreiten. Ohne jedes Verantwortungsbewusstsein ignorierte der Diktator das unabsehbare Allergierisiko, denn zahlreiche Bestandteile der Pflanze sind mittlerweile als „potentiell allergen“ bekannt. Schließlich hatte bis zu diesem Eklat noch nie ein Europäer dieses gefährliche Pflanze zu sich genommen. Schließlich gibt es bis heute (!) keine belastbaren Studien über die Langzeitwirkungen dieses Teufelszeugs. So kann auch niemand ausschließen, dass der erschreckende Anstieg von Diabetes, Schlaganfällen und koronaren Herzerkrankungen auf den Verzehr zurückzuführen sind. Zwar enthält dies Pflanze nach …

Kürbis Ernte

Zusammen mit Heide Eisenacher haben wir gerade ihre Ölkürbisse, die bei uns auf dem Acker gewachsen sind, geerntet. Zwei Anhänger voll sind es geworden.Die Kürbis-Kerne werden jetzt bei ihr gepresst. https://www.vanikumer-lindenhof.de/ Bis dahin ist es aber noch etwas Arbeit…

Zucker für Wiederkäuer

Ich bin ja Zuckerrüben-Bauer. Und ich habe früher in der Zuckerindustrie gearbeitet. Folglich gehöre ich zur „Zucker-Lobby“, oder? Deshalb hat mich die Meldung von Foodwatch vom 28.August 2017 interessiert. Was kann ich hier Neues erfahren? https://www.foodwatch.org/de/informieren/zucker-fett-co/aktuelle-nachrichten/zucker-lobby-beluegt-bundestagsabgeordnete/ Foodwatch bezieht sich auf ein Rundschreiben der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker vom 27. April 2017. Das hat aber verdammt lange gedauert, dieses zu analysieren! Nach einem kurzen Text folgt dann die übliche Unterschriften-Aktion, in der die Zuckerlobby aufgefordert wird, nicht mehr zu lügen. Nach zwei Tagen haben sich dort rund 500 Leute eingetragen. Nicht gerade ein großer Erfolg. Schließlich werden die Lügen, hier Mythen genannt,  noch im Einzelnen aufgeführt: Mythos 1: „Der Mensch hat einen Zuckerbedarf.“ Mythos 2: „Zuckergetränke machen nicht dick.“ Mythos 3: „Der Zuckerverbrauch ist konstant.“ Mythos 4: „Ernährungsbildung ist das beste Mittel gegen Übergewicht.“ Mythos 5: „Wir nehmen heute nicht mehr, sondern weniger Kalorien auf als früher.“ Mythos 6: „Lebensmittelsteuern zeigen nicht die gewünschte Wirkung.“ Mythos 7: „Jeder ist selbst für sein Gewicht verantwortlich. Wer staatliches Handeln fordert, hält die Verbraucher für unmündig“ Es wird auch erläutert, warum …

Superkühe beim WDR

3 Kühe, 3 Haltungsformen. Jede Kuh trägt Sensoren, die mit dem Internet verbunden sind. Ein interessantes Projekt, das der WDR am 4. September startet. Interessant, nicht nur für Bauern, sondern auch für Verbraucher. Übrigens kann man den Kühen auch Fragen stellen… http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/bjoern-erichsen-2-100.html                   Detailliert berichtet darüber die Seite agrarblogger.de: https://agrarblogger.de/2017/08/25/landwirtschaft-aus-dem-bauch-heraus-erleben-die-superkuehe-kommen/

Amazon fresh – Chance oder Risiko?

Neben den bekannten Supermarktketten steigt nun auch Amazon in Deutschland in den Online-Handel mit Lebensmitteln ein. Im Prinzip versteht sich Amazon als Plattform, die jeder nutzen kann, der ein Produkt anbietet. Dafür verlangt Amazon einen prozentualen Anteil vom Verkaufspreis. Sieht man sich die Seite jedoch an, so fällt auf, dass überwiegend Produkte gelistet sind, die von Amazon selbst vermarktet werden. https://www.amazon.de/s/ref=lp_7383485031_ex_n_1?rh=n%3A6723195031&bbn=6723195031&ie=UTF8&qid=1503989389 Ob ein kleiner Anbieter, zum Beispiel ein regionaler Hofladen, da eine realistische Chance hat? Und ist es wirtschaftlich attraktiv, wenn ein zweistelliger Betrag vom Verkaufspreis abgeführt werden muss? In den USA mischt Amazon den Markt für Lebensmittel gerade gewaltig auf. Am vergangenen Wochenende (24.8. zu 28.8.2017) hat das Unternehmen in den Whole-Food-Märkten, die es im Juni für 13,7 Mrd. US$ übernommen hatte, die Preise um bis zu 43% gesenkt. Die Preissenkungen nach Produkt finden Sie in nachfolgendem Link: https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-08-28/amazon-cuts-prices-at-whole-foods-as-much-as-50-on-first-da Wie seht ihr die Entwicklung? Können Landwirte die Plattform sinnvoll nutzen und regionale Produkte anbieten oder steht dem Lebensmittel-Einzelhandel ein neuer Preiskampf bevor? Ich wüsste gerne eure Meinung. Euer Bauer Willi

So planen Sie eine erfolgreiche Kampagne!

Jede Kampagne beginnt damit, dass Sie ein Problem finden. Wenn Sie gerade kein passendes Problem mit Skandal-Marktchancen parat haben, können Sie das auch gerne erfinden. Das Problem muss allerdings einen kleinen wahren Kern haben, um den herum Sie dann maßlos übertreiben. Siehe auch „Fake-News.“ Wittern Sie eine Verschwörung (z.B.: „böse Konzerne wollen die Weltherrschaft“). Wichtig ist, dass Sie Mißtrauen gegen „die da oben“ wecken. Je nach Problem sind das Politik, Behörden, Industrie, Wissenschaft oder andere sogenannte Eliten. Sie werden schon jemand finden, der schuld ist. „Die Politik“ ist übrigens der Favorit. Jetzt erzählen Sie ein moralische Geschichte dazu. Ganz wichtig sind dabei Wut und Empörung. Vermeiden Sie unbedingt eine rationale Debatte! Fakten belasten nur. Versehen Sie Ihre Kampagne mit emotionsgeladenen Bilder. Was immer gut ankommt sind misshandelte Tiere und wehrlose Kinder. Verwenden Sie eine einfache Botschaft und eine einfache Sprache! Wiederholen Sie diese Botschaft immer und immer wieder. Irgendwann wird sie geglaubt. Kalkulieren Sie auch einen bewussten Tabu-Bruch mit ein. Das gibt Quote! Korrekt zu sein war gestern. Arbeiten Sie ein klares Feindbild heraus. Hier bieten sich Minderheiten an. Von …

Artenvielfalt im Rübenfeld

Ich laufe gerade wieder mal durch ein paar Rübenparzellen, weil da wieder Schosser gekommen sind und auch noch etwas Unkraut. Ich habe mal mit dem Handy ein paar Fotos gemacht.  Im Titelbild seht ihr eine gelb-schwarze Spinne. Hat aber nichts mit Borussia Dortmund zu tun. Wie die heißt, weiß ich nicht, erinnert in der Färbung auch an einen Tiger und so nenne ich die einfach mal Tigerspinne. Überhaupt gibt es in diesem Jahr sehr viele Spinnen im Rübenfeld. Hier mal eine andere Aber es gibt auch interessante Pflanzen zu sehen. Hier eine Schönmalve, die wohl mit Zwischenfruchtsaatgut eingeschleppt wurde. Das wird meist in Südeuropa vermehrt und dort ist die Pflanze heimisch Auch eine eher seltene Pflanze ist bei uns der Stechapfel. Deren Früchte sind giftig aber man sollte die Pflanze nur mit Handschuhen ausreißen, auch weil sie Stachel hat. Ebenfalls giftig sind die Beeren des „Schwarzen Nachtschatten“. Sie ist mit der Kartoffel verwandt und deren Beeren sollte man auch nicht essen. Allgemein bekannt dürfte die Melde sein. Sie macht in diesem Jahr in unseren Rüben …

Gewöhnungsbedürftig…

…ist das obige Bild sicherlich nicht nur für Landwirte. Habe ich hier in der Nähe aufgenommen. Sieht ja irgendwie „unordentlich“ aus. Hat der Bauer etwa nicht anständig gearbeitet? Nein, es handelt sich um einen mehrjährigen Blühstreifen, der bei einem Kollegen in der Nachbarschaft zu sehen ist und der wissenschaftlich beobachtet wird. (Der Blühstreifen, nicht der Nachbar 😉 ). Die Pflanzen, die dort zu finden sind, wurden alle eingesät. Es ist also keine natürliche Vegetation, die sich von selbst entwickelt hat. Sinn und Zweck einer solchen Maßnahme ist es, Wildbienen, Faltern, Feldlerche und Rebhuhn aber auch Hase und Reh einen Rückzugsort anzubieten. Durch die Aussaat von seltenen Wildkräutern wird auch den Pflanzen wieder die Möglichkeit der Ansiedlung gegeben. Dafür sollte aber der Blühstreifen mindestens 5 Jahre stehen bleiben, damit sich Pflanzen und Tiere etablieren können. Einmal im Jahr, möglichst am Ende des Winters, sollte die Fläche gemulcht werden, damit die Pflanzen wieder neu austreiben können. Dabei ist aber darauf zu achten, dass sich keine dichte Matte von organischem Material bildet, ansonsten ersticken sie. Durch die Auswahl verschiedener Pflanzen blüht ein solches Feld …

Interview mit dem WWF: Glyphosat, der Pflug und die Regenwürmer…

Frau Dr. Wilhelm ist beim WWF zuständig für Fragen rund um nachhaltige Landwirtschaft und befasst sich inhaltlich mit zwei Schwerpunktthemen: Soja/Eiweißfuttermittel und Boden. In einem Artikel mit der Überschrift „Bauer Willi und Co. spielen falsch bei Glyphosat“ antwortet sie auf unseren Brief an Ministerin Hendricks. Nachdem wir telefonisch einen Streit über das verwendete Zitat geklärt hatten, haben wir uns aber noch über das Thema Boden und Ökolandbau unterhalten und daraufhin vereinbart, dass wir dieses Gespräch öffentlich führen wollen. Frau Wilhelm, worin besteht der Unterschied, ob ein Bio-Bauer oder ein konventioneller Bauer pflügt? Ein Pflug ist ein Pflug ist ein Pflug. Ich bin zwar keine Bäuerin, aber während meines Studiums waren zum Glück noch zwei Praxissemester notwendig und in diesem Rahmen hab ich auch mal auf einem Biobetrieb gepflügt und während meiner Lehre als Gemüsegärtnerin auch auf einem konventionellen Betrieb. Abgesehen von unterschiedlichen Maschinen konnte ich persönlich keinen Unterschied feststellen. Die Umstände machen den Unterschied beim Pflügen: Wird flach oder tief gepflügt? Sind die Regenwürmer zum Zeitpunkt des Pflügens aktiv oder in Winter- oder Trockenruhe? Gibt …

Auf zwei unterschiedlichen Ebenen…

…diskutieren wir häufig, wenn es um Natur- und Artenschutz geht. Gerade bei den Artikeln der letzten Woche kommt dies in den Kommentaren deutlich zum Ausdruck. Wir alle lesen ja jeden Tag, dass die Zahl der Insekten, der Vögel, der Amphibien von Pflanzen oder sonstiger Arten zurückgeht. Seit Jahren gibt es Rote Listen, die dies belegen. Wir alle finden das schlimm, denn allein schon der Begriff „Arten-Sterben“ alarmiert. Dabei ist vollkommen klar, wer die Schuld am Artensterben hat: es ist die industrialisierte Agrarproduktion. So jedenfalls lesen wir es jeden Tag in der Presse. Mögliche andere Ursachen findet man, wenn überhaupt, „weiter unten“. Schwierige Gespräche Für mich als Bauer sind Diskussionen über Artenvielfalt immer schwierig zu führen, weil sich das Gespräch meist auf zwei Ebenen bewegt. Da ist die engagierte Naturschützerin, die Biologie und Naturschutz studiert hat, die an Biodiversitätsprogrammen mitgearbeitet hat, die Dialoge begleitet und über ein profundes Wissen in Sachen Natur- und Artenvielfalt verfügt. Und die mir immer wieder erklärt, dass die großräumigen Agrarstrukturen, der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln und vieles andere, was wir Landwirte so tagtäglich machen, negative Auswirkungen …