Bauer Willi
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Artenvielfalt im Rübenfeld

Ich laufe gerade wieder mal durch ein paar Rübenparzellen, weil da wieder Schosser gekommen sind und auch noch etwas Unkraut. Ich habe mal mit dem Handy ein paar Fotos gemacht.  Im Titelbild seht ihr eine gelb-schwarze Spinne. Hat aber nichts mit Borussia Dortmund zu tun. Wie die heißt, weiß ich nicht, erinnert in der Färbung auch an einen Tiger und so nenne ich die einfach mal Tigerspinne.

Überhaupt gibt es in diesem Jahr sehr viele Spinnen im Rübenfeld. Hier mal eine andere

Aber es gibt auch interessante Pflanzen zu sehen. Hier eine Schönmalve, die wohl mit Zwischenfruchtsaatgut eingeschleppt wurde. Das wird meist in Südeuropa vermehrt und dort ist die Pflanze heimisch

Auch eine eher seltene Pflanze ist bei uns der Stechapfel. Deren Früchte sind giftig aber man sollte die Pflanze nur mit Handschuhen ausreißen, auch weil sie Stachel hat.

Ebenfalls giftig sind die Beeren des „Schwarzen Nachtschatten“. Sie ist mit der Kartoffel verwandt und deren Beeren sollte man auch nicht essen.

Allgemein bekannt dürfte die Melde sein. Sie macht in diesem Jahr in unseren Rüben besonders viel Probleme, weil sie zu Tausenden vorkommt und auch die Ernte behindern könnte. Deshalb reiße ich die aus.

Dann gibt es auch noch Krankheiten an den Blättern. Hier eine Pilzkrankheit mit dem Namen Cercospora beticola. Wir haben aber vor zwei Wochen ein Fungizid gespritzt, so dass es nur ganz wenige kranke Rüben gibt.

Keine Krankheit, sondern nur ein genetischer Defekt ist an dieser Rübe zu sehen. Einzelne Blätter sind „panaschiert“, das bedeutet, dass sie kein Chlorphyll enthalten. Hat aber nichts mit Gentechnik zu tun sondern ist vergleichbar mit Albinos bei Menschen und Tieren.

Ebenfalls eine „Laune der Natur“ ist diese Riesenrübe. Auf den 20 Hektar Rüben, die ich in den letzten Wochen „durchwandert“ habe, habe ich nur diese eine Pflanze gesehen. Die Blätter sind riesengroß, aber auch das hat nichts mit Gentechnik zu tun. Es ist vergleichbar mit sehr großen Menschen (Basketball-Spieler) die ja auch eher selten sind.

Wollte ich euch nur mal zeigen. Könnt ihr auch alles selber sehen, wenn ihr nur die Augen weit genug aufmacht.

Euer Bauer Willi

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44 Kommentare

  1. Paulus sagt

    Pech gehabt bzw. zu weit aus dem Fenster gelehnt, lieber Willi. Hab soeben Nabu, Bund und GP informiert und gehe davon aus, dass Du aufgrund der Artenvielfalt und des Artenschutzes auf die diesjährige Rübenernte verzichten musst. Was sind schon 20 ha für einen gesunden Bauern?
    Ein frühpensionierter Lehrer, ein Studienabbrecher in Sachen Theologie oder so und eine studierte Campaignerin von GP informierten mich mit eindrucksvollen Worten darüber, dass der Artenschutz als höheres Rechtsgut einzustufen sei als dein Eigentum an den Knollen. Ich wollte dir wirklich nichts Böses und bin nur meinem Gewissen gefolgt …

    Satire und Realität sind manchmal gar nicht so weit voneinander entfernt und beschäftigt sogar Gerichte in der 3. Instanz.
    Jetzt können mich alle als Spinner bezeichnen; ich ertrage es mit Gelassenheit.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Paulus
      vielleicht stellen die mich auch unter den Artenschutz… 😉
      Nur gut, dass Du Deinem Gewissen gefolgt bist. Du solltest Politiker werden 🙂

      Bauer Willi

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      • Inga sagt

        Klar,

        Ein Männlein steht im Felde

        ist auch schützenswert, wo sieht man das noch?

        😉

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    • Inga sagt

      Dann müßte man aber erst mal feststellen, Paulus, ob diese fremden Arten auf Willis Feld wirklich schützenswert sind. oder?

      Und wer treibt so etwas gerichtlich in die 3. Instanz?

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      • Paulus sagt

        Inga, es gibt wahrscheinlich keine Art die nicht, aus welchen Gründen auch immer, irgendeiner Gruppierung als schützenswert erscheint. Der Schierlings-Wasserfenchel z.B. hat es im Zuge der geplanten Elbvertiefung bis zum Bundesverwaltungsgericht gebracht. Für das Kraut hat sich salopp gesagt vorher kein Arsch interessiert. Jetzt wird es mit gigantischem Aufwand umgesiedelt. Weitere Stichworte gefällig?
        Kleine Hufeisennase, Juchtenkäfer, Zauneidechsen und nicht zu vergessen der allseits beliebte Feldhamster, deren juvenile Tiere selbst Biologen schon mal mit einer Wühlmaus verwechseln. Und irgendwann wird es wohl auch noch der Kartoffelkäfer sein. Dann steht allein Willi als nicht schützenswerte Art auf dem Acker.
        Ich denke, wir sollten es nicht übertreiben.

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  2. Gurkenhobel sagt

    Moin Willi,
    bei deiner Tigerspinne handelt es sich um eine Wespenspinne, die es vor ca. 20 Jahren in unseren Breiten kaum gab. Da es auch bei uns immer wärmer wird, wandert sie langsam von Süd- nach Nordeuropa und ist hier immer öfter zu sehen, in Rüben inzwischen fast „Standard“. Die bringen es zu beachtlicher Größe, sind aber meines Wissens harmlos und sehen schick aus. Ich weiß nicht genau, was sie so vertilgen, aber ich schätze sie als sehr nützlich ein. Schönmalve und Stechapfel versuche bitte restlos zu entfernen! Nulltoleranz! Wehret den Anfängen. Ich komme ja auf vielen Rübenfeldern in ganz Deutschland rum, und wenn das mal irgendwo in einer Ecke vernachlässigt wurde, sieht es finster aus…

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    • Bauer Willi sagt

      ja, bei Schönmalve und Stechapfel mache ich mir sogar die Mühe, die aus dem Feld herauszutragen. Bisher habe ich aber nur 3 Exemplare jeder Art auf 20 Hektar gefunden und da geht das ja noch. Bei Melde wäre ich da chancenlos… Aber wem sage ich das… 🙂
      Bauer Willi

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