Alle Artikel in: Bauer Willi

Margarine steigert die Scheidungsrate

Auf Grund des starken Rückgangs bei den Bevölkerungszahlen in den westlichen Industrienationen haben sich nun die Sozialminister zahlreicher Länder entschlossen, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Mit ebenso erschütternden wie verblüffenden Ergebnissen. In einer aufwändigen Langezeitstudie haben namhafte Wissenschaftler aus aller Welt nun herausgefunden, daß die eine mehr als 99%ige Verbindung besteht zwischen dem Pro-Kopf-Verbrauch von Margarine und der Scheidungsrate in Industrieländern. Der US-Bundesstaat Maine wurde als Untersuchungsobjekt ausgewählt, weil er – nach Aussage jener Sozialminister die diese Studie in Auftrag gegeben haben – am besten den notwendigen hoch-repräsentativen Querschnitt der Bevölkerungsverteilung der meisten Industrieländer abbildet. Über 10 Jahre wurde seither daran intensiv geforscht. Auf Grund der zugrunde gelegten Vermutung, daß die Hauptschuld an den immer höheren Scheidungsraten mit dem übermäßigen Margarinekonsum in Zusammenhang stehen könnte, wurde in Maine zeitgleich eine medial intensiv begleitete Kampagne gestartet. Dabei wurden die Nachteile von Margarine etwa auf die Gesundheit und den Regenwald plakativ ins Gedächtnis gerufen und für ein Verwendung von heimischer Butter geworben. Und was die Forscher zuvor nur als These postulieren konnten, wurde im Zuge …

Die Wahrnehmung der anderen…

Der Autor des nachfolgenden Artikels schreibt für die FAZ und GEO und beschäftigt sich mit den doch recht unterschiedlichen Reaktionen zu den Berichten über das Insektensterben. https://www.riffreporter.de/flugbegleiter-insektenschwund-studie-reaktionen/ Nachdem er die unterschiedlichsten Positionen von Medien und Verbänden dargestellt hat, kommt er ganz am Schluss zu folgender Aussage: „Bauer Willi gehört offenbar nicht dem post-faktischen Lager an, er will die ungute Polarisierung überwinden, der Sache gemeinsam mit der vermeintlich „anderen Seite“ auf den Grund gehen. Nur so kommt man zu dem, was das Ziel sein sollte: ländliche Regionen, in denen Naturschutz und erfolgreiches bäuerliches Wirtschaften keine Gegensätze mehr sind, sondern sich gegenseitig bedingen. Und eine Gesellschaft, die nicht den Trumpschen Weg der Polarisierung geht, sondern den Weg von Empirie und Kooperation in einem fairen Wettstreit der Meinungen. Schade nur, dass Bauer Willi extra dazuschreiben musste, sein Beitrag sei keine Satire.“ Ich kann damit ganz gut leben 🙂  andere sollten sich ein paar Gedanken machen, warum sie nicht so gut wegkommen. Was Alois und mich besonders freut: Wir werden seit einer ganzen Weile auch außerhalb der Agrar-Szene wahrgenommen. …

Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung

Mir lässt die Diskussion über das Insekten-Sterben irgendwie keine Ruhe. Zumal sich jetzt auch schon das ORF auf die Daten aus dem Rheinland beruft. Wenn ich jetzt darüber schreibe, wird mir wahrscheinlich wieder vorgeworfen, ich wollte das Thema verniedlichen. Will ich nicht, aber ich will es mal von einer anderen Seite beleuchten und eine andere Quelle (aus England) nennen. Das ist ja wohl erlaubt, wenn man dem Problem gerecht werden will. Da ist erst einmal der Begriff: Insektensterben. Das bedeutet ja, dass alle Insekten weniger geworden sind. Die immer wieder zitierte Studie der Krefelder Entomologen hat aber nur die fliegenden Insekten erfasst. Genau genommen auch nur die, die sich in dem verwendeten Tpp von Fallen (Malaise-Fallen) auch fangen lassen. Über alles, was nicht fliegt, kann also keine Aussage gemacht werden. Zum Beispiel über Laufkäfer. Weil die normalerweise laufen und nicht fliegen. Oder auch Heuschrecken, die zwar auch fliegen können, sich aber meist hüpfend vorbewegen. Von daher müsste es in allen Artikeln zu diesem Thema eigentlich „Fluginsekten-Sterben“ heißen. Ist jetzt nicht spitzfindig, sondern beschreibt das, was die Krefelder untersucht haben. …

Streit-Kultur

Komische Wort-Kombination, oder? Streit hat doch eher was negatives, Kultur was positives. Und was hat das mit Landwirtschaft zu tun? Nix. Aber nachdem wir bisher über 55.000 Kommentare hier auf dem Blog haben, habe ich mir mal Gedanken gemacht, wie der Dialog so läuft. Was auffällt, ist der deutliche Unterschied zwischen Kommentaren auf dem Blog und denen von Facebook. Die Wahl der Worte ist auf Facebook eine andere, die Rechtschreibung übrigens auch.  Ein gewisser Teil der Kommentare ist auch nicht auf Dialog aus, sondern auf Konfrontation und Provokation. Einfach mal eine Meinung „raushauen“ und weg. Auf Nachfragen bekommt man nur selten eine Antwort. Doch es gibt auch den anderen Fall, dass innerhalb kurzer Zeit ein regelrechter Kampf zwischen zwei Kommentatoren entbrennt, der dann auch schon mal in persönlichen Beleidigungen endet. Dann wird auch schon mal der Administrator angepflaumt, warum er nicht eingegriffen hat. Aber wir sitzen ja nicht den ganzen Tag vorm Bildschirm. Anders dagegen auf dem Blog: wer hier mitschreibt, hat schon einen gewissen Stil und merkt auch, dass das Gegenüber an einer sachlichen Auseinandersetzung …

Jamaika – und dann?

Wohl kaum ein Thema bewegt die Landwirte in Deutschland derzeit so sehr wie die Koalitionsverhandlungen in Berlin. Was wird mit ihrem Berufsstand passieren, wenn die Grünen mit auf der Regierungsbank sitzen? Wer wird das Landwirtschaftsministerium, wer das Umweltministerium besetzen, dass die Grünen für sich beanspruchen? Auch wenn die Grünen jetzt, nachdem der Wahlkampf vorbei ist, den Willen bekunden, die Änderungen in der Landwirtschaft mit und nicht gegen die Landwirte zu machen, so glaubt ihnen das wohl kein Landwirt mehr. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben bei vielen Bauern tiefe Spuren hinterlassen. Dabei waren es nicht so sehr die immer neuen Regelungen, die wachsende Bürokratie, die zunehmenden Kontrollen, mit denen sie zu kämpfen hatten. Es war das abgrundtiefe Misstrauen und die Respektlosigkeit, die die grünen Landwirtschafts-Minister a.D. Remmel und Meyer dem Berufsstand entgegengebracht haben. Diskussionrunden, die nur für die Galerie abgehalten wurden, aber nicht ernst gemeint waren. Es sind Spuren, die nicht mit dem Grubber so einfach glattgezogen werden können, die in die Seelen gezeichnet wurden und die Verletzungen hinterlassen haben, auch wenn sich das theatralisch anhört. Nichts ist …

Bin ich ein Spekulant?

Vor ein paar Wochen war das ZDF einen ganzen Tag bei mir auf dem Hof. Frau Schickling hat mich zu Themen rund um den Welt-Getreidemarkt interviewt. Sie haben 90 Minuten Filmmaterial mitgenommen, von denen wohl so um die 5 Minuten in der Sendung ZDF Zoom verwendet werden, die im Januar während der Grünen Woche ausgestrahlt werden soll.  Eine Frage war: „Was halten Sie von der Spekulation mit Getreide?“ So eine Frage bekommst Du ja nicht jeden Tag gestellt und so habe ich ihr einfach erzählt, wie ich mein Getreide vermarkte. Normalerweise verkaufe ich einen Teil meines Getreides (und auch Raps) bevor ich den überhaupt gesät habe. Dazu schaue ich auf die Preise an der MATIF  (Rohstoffbörse in Paris) und zwar aktuell auf Herbst 2018. Wenn der Preis mir attraktiv erscheint, melde ich mich bei unserer Genossenschaft und mach mit denen einen Vorkontrakt. Das ist ein Blatt Papier, auf dem draufsteht, dass ich in der Ernte 2018 fünf Tage nach Anlieferung den vereinbarten Preis ausgezahlt bekomme. Die Genossenschaft sichert diesen Preis an der Börse ab und …

Es ist so einfach…

…unsere Mitbürger sympathisch auf uns aufmerksam zu machen. Mit diesem individuellen Text habe ich mein uraltes iPhone 4 (noch mit Kurbel zum Aufladen des Akku) ausgestatttet. Und so geht´s: Einstellungen –> Mail, Kontakte, Kalender –> Signaturen (weiter unten zu finden) Dann den individuellen Text eingeben mit ein paar Emoticons, fertig. Kommt gut an. Bin schon mehrfach darauf angesprochen worden. Und da heute Sonntag ist, habt ihr ja Zeit für so was… 🙂  Ist halt nicht so anspruchsvoll… Euer Bauer Willi

Eine Familie in Berlin

Eine ganz normale Familie. Vater, Mutter und zwei Kinder. Der Vater, gelernter Soziologe, erlitt am 24. September 2017 knapp nach 20 Uhr nach dem Genuss eines Glases Rot-Wein einen leichten Schlaganfall. Ob und wie schnell sich dies bessern wird, kann der Arzt noch nicht sagen, aber er wird wahrscheinlich die nächsten 4 Jahre ausfallen. Sein Frau (33), von allen liebevoll auch „Mutti“ genannt, ist jetzt in Sorge. Irgendwie muss sie die Familie jetzt neu organisieren. Doch die zwei Kinder sind nicht ganz unproblematisch. Das jüngere (knapp 9) leidet unter einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, ist hyperaktiv, hat zwar ständig neue Ideen, aber denkt nichts richtig zu Ende. Das ältere Kind (knapp 11) ist ganz anders: ruhig, eher ein Streber-Typ mit Hang zur Überheblichkeit und Besserwisserei. Und dann ist da noch die Schwiegermutter, die aus der Ferne ständig dazwischen funkt, obwohl sie in der eigenen Familie genug Probleme hat. Irgendwie muss sie der Familie jetzt überzeugen, dass sie jetzt alle an einem Strang ziehen müssen, damit es weitergeht. Klar könnte sie das Jüngste mit Medikamenten ruhig stellen. Aber wird das auch anschlagen? Und …

Entschuldigung angenommen

Diese Mail der DEVK erhielt ich gestern, Donnerstag 9.11. um 15:30 Uhr. Mit Einverständnis der Pressesprecherin möchte ich ihn im vollen Wortlaut veröffentlichen. (Habe lediglich die Namen anonymisiert) Sehr geehrter Bauer Willi, Tatkraft ist unser Antrieb, der Kern unserer Marke. Wir packen an und helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Mit diesem Anspruch unterstützen wir über unser Spendenportal www.pack-mit-an.de gemeinnützige Vereine – vor allem in den Bereichen Kinder, Gesundheit und Lebenshilfe. Das Projekt von „Animal Equality“, für das wir nicht selbst gespendet haben, ist eins von insgesamt über 160 Projekten auf „Pack mit an“. Damit wollten wir uns für den Tierschutz engagieren. Keinesfalls vertreten wir ideologische Positionen oder stellen politische Forderungen. Es ging uns nur darum, einer Initiative zu helfen, die auf Missstände und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in der Nutztierhaltung aufmerksam macht. Leider ist gut gemeint noch nicht gleich gut gemacht. Das 360-Grad-Projekt von „Animal Equality“ schien uns eine unterstützenswerte Aufklärungskampagne zu sein, die den Ablauf von der Geburt bis zur Schlachtung eines Nutztieres dokumentiert. Welche Mittel „Animal Equality“ anwendet, um an aufmerksamkeitsstarkes Filmmaterial zu …

Der Fall DEVK

In den sozialen Netzwerken sorgt derzeit ein Beitrag der DEVK, einem Versicherungsunternehmen, für Aufregung. Veröffentlicht wurde er am 5.11.2017. In diesem Artikel sammelt die DEVK Spenden für die Tierrechts-Organisation Animal Equality. Hier ein Srceenshot des Facebook-Artikels.                       Die Online-Plattform „agrarheute“ hat sich darauf hin mit der DEVK in Verbindung gesetzt und einige Fragen gestellt. Die DEVK antwortete darauf folgendermaßen: (Zitat) „Es tut uns sehr leid, dass sich viele Menschen durch unseren Post zu Animal Equaliy angegriffen fühlen. Es geht uns auf keinen Fall darum, die Landwirtschaft oder Tierhaltung im Allgemeinen anzugreifen. Dennoch sind Missstände in der Massentierhaltung in manchen Betrieben ein Problem. Unser Post soll Leute für dieses Thema sensibilisieren. Dabei distanzieren wir uns ausdrücklich von kriminellen Handlungen.“ (Zitat Ende) Fazit: Das Unternehmen ist sich sehr wohl bewusst, was sie losgetreten haben. Es finden sich in den Kommentaren auch viele Befürworter der Spendenaktion, die sich zumindest verbal so äußern. Da sich bisher erst 18 Spender (8.11. um 12:00 Uhr) gefunden haben, belegt aber auch, dass es …