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Klimawandel: Wissenschaft, Politik und was außen vor bleibt

Ich weiß nicht, wer Prof. Ganteför kennt. Als Physiker beschäftigt er sich wissenschaftlich mit dem Klimawandel und veröffentlicht dazu immer wieder Videos. Dieses hier ist deshalb interessant, weil er auf Mängel in der Berechnung einiger Modelle hinweist, in denen im weitesten Sinne auch die Landwirtschaft eine Rolle spielt. Sehens- und hörenswert! Danke an Pälzer Buh für den Hinweis. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Starkregen…

In der Nacht vom 7. auf den 8. September hat es bei uns am Hof 6 mm geregnet. Für den frisch gesäten Raps war das eine gute Sache. Am 8. September abends, kurz nach Sonnenuntergang wurden wir von einer Regenzelle überrascht. Sie schoss innerhalb kurzer Zeit in die Höhe und blieb rund eine halbe Stunde nahezu ortsfest über unserem Dorf um sich dann aufzulösen. Sie brachte in dieser Zeit weitere 32 mm., machte uns aber etwas Angst, weil der Entwässerungsgraben gegenüber vom Hoftor schnell randvoll war und drohte überzulaufen. Auch der vorbeifließende Bach stieg schnell an, sein Pegel sank aber ebenso schnell. Ab Mitternacht (9.9.) gab es heftigen Starkregen, der bis morgens 6:00 Uhr rund 50 mm brachte. Mehr fasst auch unser Regenmesser nicht. Von 6:00 Uhr morgens bis zum Abend fielen nochmals  28 mm, in der Summe also 116 mm. Im September sind es jetzt 144 mm. (Übrigens: Bedburg ist Luftlinie etwa 5 km entfernt)  Da wir das Regenwasser im ehemaligen Güllekeller auffangen können und ich dafür einen Pegelstab habe, weiß ich, dass es …

Die landwirtschaftlichen Erträge in 2050

Sie haben natürlich völlig recht, dass es utopisch ist, die landwirtschaftlichen Erträge im Jahr 2050 vorherzusagen. Dennoch hat dies eine Gruppe von Wissenschaftler empirisch berechnet und in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Im Wesentlichen geht es darum, vorherzusagen, wieviel Kalorien der Menschheit zur Verfügung stehen und ob mit Hunger zu rechnen ist. Hier die Originalstudie: https://www.nature.com/articles/s41586-025-09085-w Die Studie wird in folgendem Artikel kritisiert. Der Autor ist Wissenschaftsjournalist. https://www.achgut.com/artikel/hunger_wegen_des_klimawandels_alarmismus_pur Mir stellt sich die Frage, wem eine solche Studie, die ja sehr hypothetisch ist, nützt? Was ja nie berücksichtigt wird, ist der Erfindungsreichtum des Menschen, der sich in den Jahrtausenden seiner Existenz stets auf sich wechselnde Bedingungen eingestellt hat. Ebenso nicht berücksichtigt werden aber auch Einflüsse wie neue Krankheiten und neue Schädlinge. Ich hatte schon über Glasflügelzikade und Japankäfer berichtet.

Deutschlands Winzer sterben leise…

Seit mindestens zwei Jahren steckt der deutsche Weinbau in der Krise. Hinter diesem Satz steckt mehr als nur ein allgemeines Gejammere über schlechte Preise. Ich habe vor ein paar Tagen mit einem Winzer gesprochen, der mir erzählte, dass derzeit die Vollernter durch bestimmte Weinsorten fährt und die Trauben auf die Erde fallen lässt. Einen Absatz für diesen Trauben gibt es nicht, der Preis liegt bei Null €. Aber keiner will die Ware abnehmen. Um den Rebstock zu entlasten, wird halt „auf die Erde geerntet“. So ergeht es derzeit übrigens auch den Kartoffelbauern, die keinen Vertrag haben. Sie fahren derzeit die Kartoffeln vom Feld in die Biogasanlage oder zu Rindvieh-Haltern, denn auch hier liegt der Preis bei Null €. Besonders betroffen sind die Winzer, die nicht (oder nur wenig) über eigene Absatzwege verfügen und Fasswein produzieren. Wer überwiegend oder vollständig Flaschen an den Endkunden vermarktet, ist noch in einer besseren Situation. Allerdings bedeutet dies oft lange Fahrten quer durch Deutschland, um den Wein an den Mann oder die Frau zu bringen. Ohne Zwischenhandel bleibt da etwas …

Der Boom ist vorbei

Wenn Ihr Unternehmen 1,2 Milliarden Schulden hat und Ihr Quartalsumsatz rund 80 Millionen beträgt, wird es schwierig. So ergeht es derzeit Beyond (früher Beyond Meat), die noch keine Insolvenz angemeldet haben und dies auch vehement dementiert. https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/beyond-meat-kaempft-ums-ueberleben-fleischersatz-veggieboom-vorbei-636379 Das Unternehmen produziert Fleischersatzprodukte. Und das sagt das Management: „Wir sind enttäuscht über unsere Ergebnisse im zweiten Quartal, die vor allem die anhaltende Schwäche im Bereich pflanzliches Fleisch widerspiegeln, insbesondere im US-Einzelhandel und bestimmten internationalen Foodservice-Märkten.“ Der Wert der Aktie ist stark gefallen. Ihr Allzeithoch erreichte die Beyond Meat Aktie vor 6 Jahren am 26.07.2019 bei einem Kurs von 234,90 USD. Heute notiert die Aktie um 99% tiefer bei 2,37 USD. https://aktienfinder.net/aktien-profil/Beyond%20Meat-Aktie  

Die Zikade und die „Rote Liste“…

Ich muss noch einmal auf die Schilf-Glasflügel-Zikade zu sprechen kommen. Was kaum zu glauben ist: dieses Insekt, dass in der Landwirtschaft große Schäden anrichtet, steht tatsächlich auf der Roten Liste und ist dort als gefährdet eingestuft. https://www.rote-liste-zentrum.de/de/Detailseite.html?species_uuid=6f0fdf6d-e679-4524-9ead-2ee117be8000 Die Schilfglasflügelzikade befällt eine Vielzahl von Kulturpflanzen, darunter Zuckerrüben, Kartoffeln, Rote Bete, Möhren, Sellerie, Kohl (Rotkohl, Weißkohl, Chinakohl), Paprika, Tomaten, Erdbeeren und Spargel. Doch auch in Rhabarber und Zwiebeln wurden die von der Zikade übertragenen Erreger nachgewiesen. Die Zikade selbst ist nicht direkt das Problem, sondern überträgt Krankheitserreger, die eine bakterielle Welke verursachen und besonders bei Zuckerrüben und Kartoffeln zu gummiartigen Speicherorgangen (Rübe, Knolle) führt.  Warum ein solcher Schädling  immer noch auf der Roten Liste steht, ist mir ein absolutes Rätsel. Doch wie kommt ein Lebewesen auf die Rote Liste? In Deutschland werden die nationalen Roten Listen vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn herausgegeben. Aktuell ist die seit 2009 erscheinende und auf sechs Bände angelegte Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands.  International ist die von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) …

Warum Bauern Geld ohne Leistung bekommen…

Der Satz ist natürlich provokativ gewählt, wird aber so im nachfolgenden Podcast so geäußert. Hier der Originaltitel des Podcast: Warum bekommen Bauern ein bedingungsloses Grundeinkommen – und zerstören die Artenvielfalt? (Christine Chemnitz, Agora Agrar) Ich habe den Podcast auf einer längeren Autofahrt nebenher gehört und häufig den Kopf geschüttelt. Aber nicht über die Antworten von Frau Chemnitz, einem Vorstandsmitglied von Agora Agrar, sondern über die Fragen der Podcaster. Klicken Sie zum Aufrufen des Podcast auf „Home“ und wählen Sie dann die „LdN443“ vom 27.8.2025. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen So entsetzt ich über die Überschriften war, so (positiv) überrascht war ich über die Antworten von Frau Chemnitz, die mit großer Sachkenntnis die schlimmsten Vorurteile entschärfen konnte. Dass sie für einen geringeren Fleischkonsum plädierte, ist ja heute allgemeiner  Mainstream, auch wenn sich  BM Alois Rainer kürzlich anders geäußert hat und dafür scharf …

Die Tagesschau, die Zikade und die Hungersnot…

Ich habe schon mehrfach über die Glas-Flügelzikade berichtet und die Gefahr, die sie für die Ernährungssicherheit bedeutet. Jetzt hat auch die Tagesschau dieses Thema aufgenommen und darüber recht sachlich berichtet. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/zikade-kartoffelernte-schaedling-100.html Der Artikel ist unbedingt lesenswert. Hier ein Auszug: „Wir wussten am Anfang fast gar nichts“, sagt die Agrarwissenschaftlerin Helen Pfitzner. Sie koordiniert die Zikaden-Forschung beim Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer und der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA). „Wir müssen noch schneller werden“, sagt sie. Denn die Zikade verbreite sich unglaublich schnell und sei anpassungsfähig. „Tatsächlich schauen wir hier einem Insekt bei seiner Evolution zu“, ergänzt Sabine Andert. Ein heimisches Insekt habe seine ökologische Nische verlassen, zunächst Zuckerrüben als Wirtspflanzen erschlossen und dann einen Wirtswechsel auf die Kartoffel vollzogen. Das sei eine „absolut neue Situation, die es so noch nicht gegeben hat“, mit der es Forschung, Behörden und Landwirtschaft zu tun hätten. Aus wissenschaftlicher Sicht sei das zwar spannend, für die Landwirte jedoch existenzgefährdend. Es gehe um Arbeitsplätze und Löhne auch in der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Und es bestehe das Risiko, dass heimische Produkte knapp und teuer …

Weniger Hungernde!

Warum nicht auch mal eine positive Nachricht?  Hier ein Zitat aus dem nachfolgenden Artikel: „Dem UN-Ernährungssicherheitsbericht zufolge ist die Zahl der hungernden Menschen 2024 das dritte Jahr in Folge gesunken. Insgesamt litten rund 673 Millionen Menschen, etwa 22 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Grund für den Rückgang sei ein besserer Zugang zu Lebensmitteln etwa in Südamerika und Indien, auch wenn 8,2 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger bedroht sind. Auf dem afrikanischen Kontinent nahm der Hunger gegen den weltweiten Trend zu.“   https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-07/28-07-hunger-weltweit-unbericht Wie nicht anders zu erwarten, ist die Zahl der Hungernden in Krisengebieten besonders hoch. Aber: ich wollte ja Positives berichten. Das Glas ist halbvoll. Schön wäre es, wenn auch andere Medien diese positive Nachricht verbreiten würden.  

„Ich esse weniger Fleisch…“

Wir belügen uns selbst. Oder höflicher ausgedrückt: wir antworten nach „sozialer Erwünschheit“. Soziale Erwünschtheit beschreibt die Tendenz von Menschen, in Befragungen oder Tests bevorzugt Antworten zu geben, die sozial akzeptiert sind und ein positives Selbstbild erzeugen, anstatt ihre wahre Meinung oder ihr tatsächliches Verhalten widerzuspiegeln. https://www.agrarticker.de/nachrichten/detail/mehrheit-isst-haeufiger-als-angegeben/ Hier die Studie des Max-Rubner-Institutes im Original: https://www.agrarticker.de/fileadmin/pdf/Ergebnisbericht_Online-Befragung_nemo_Erwachsene_bfrei.cleaned.pdf Es lohnt sich wirklich, sich die Zahlen ab etwa Seite 26 (Punkt 3.3.1) anzusehen, sowohl was die Unterschiede bei den Geschlechtern als auch in den Altersstufen angeht. Viele der Antworten halte ich für nicht belastbar. Das soll bedeuten, dass die Antwort nicht dem tatsächlichen Handeln entspricht. Dazu fällt mir ein Satz ein, den ich einmal von einem Verhaltensforscher gehört habe: „In Umfragen wird soziale Schizophrenie empirisch abgebildet“. Übrigens: ich esse auch weniger Fleisch, dafür etwas mehr Wurst (Ironie)