Ich habe schon mehrfach über die Glas-Flügelzikade berichtet und die Gefahr, die sie für die Ernährungssicherheit bedeutet. Jetzt hat auch die Tagesschau dieses Thema aufgenommen und darüber recht sachlich berichtet.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/zikade-kartoffelernte-schaedling-100.html
Der Artikel ist unbedingt lesenswert. Hier ein Auszug:
„Wir wussten am Anfang fast gar nichts“, sagt die Agrarwissenschaftlerin Helen Pfitzner. Sie koordiniert die Zikaden-Forschung beim Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer und der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA). „Wir müssen noch schneller werden“, sagt sie. Denn die Zikade verbreite sich unglaublich schnell und sei anpassungsfähig.
„Tatsächlich schauen wir hier einem Insekt bei seiner Evolution zu“, ergänzt Sabine Andert. Ein heimisches Insekt habe seine ökologische Nische verlassen, zunächst Zuckerrüben als Wirtspflanzen erschlossen und dann einen Wirtswechsel auf die Kartoffel vollzogen. Das sei eine „absolut neue Situation, die es so noch nicht gegeben hat“, mit der es Forschung, Behörden und Landwirtschaft zu tun hätten.
Aus wissenschaftlicher Sicht sei das zwar spannend, für die Landwirte jedoch existenzgefährdend. Es gehe um Arbeitsplätze und Löhne auch in der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Und es bestehe das Risiko, dass heimische Produkte knapp und teuer werden könnten.“
Dem ist nichts hinzuzufügen. Es wäre nur wichtig, dass die politischen Entscheider die Weichen setzen, dass wir schneller auf neue Probleme reagieren können, damit es nicht zu größeren Ernteausfällen kommt.
Im Rheinland wurde in diesem Jahr 2025 die Zikade schon entdeckt, es kam aber bisher noch nicht zu Schäden. Aber das dürfte nur eine Frage der Zeit sein, denn das Insekt wandert von Süden jährlich weiter nach Norden.
(Foto: Stefan Geitz)


Entschuldigung, sprechen Sie von Homalodisca vitripennis?
Die Zikaden passen sich an
Puntländerer und Puntländerinnen
bilden einen Stuhlkreis
sorry
Keine tollen Aussichten. Ist die Zikade nicht in Italien oder in den südlichen Mittelmeerländern ? In Ägypten werden doch auch Kartoffeln und Zuckerrüben angebaut. Gibt es dort keine Probleme , oder wenn wie wird dort damit umgegangen ? Sind die fehlenden Neonicotinoide das Problem ? Brauchen wir wieder systemische Insektizide wie Metasystox mit der Langzeitwirkung , oder wird hier nur versuchsmäßig auf das Vorhandene zurückgegriffen ? Ideologie ist hier doch wirklich fehl am Platze! Das sind so die Fragen die hier zu stellen sind und mich umtreiben.
Komisch, du fragst nicht nach pflanzenbaulichen Massnahmen…. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Dabei hat gerade der Pflanzenschutzdiesnt Giessen z.B. diese als allererste Massnahmen auf dem Plan
Welche pflanzenbaulichen Maßnahmen außer einer weitreichenden Fruchtfolge hast du denn noch auf dem Plan?
z.B. kein Wintergetreide nach Zuckerrüben oder Feldränder nicht mulchen um die Kartoffeln… das sind Empfehlungen ich so mitbekommen habe…
man könnte ja mal sammeln hier.
Wenn wir gerade beim Thema Zikade sind, hier noch ein Vertreter aus dem Weinbau, welcher unter Beobachtung steht.
https://www.meininger.de/weinbau/pflanzenschutz/amerikanische-rebzikade-baden
Wenn jetzt gesagt wird, Wein ist kein Grundnahrungsmittel und zählt zum Luxusgut, der könnte recht haben – Aber! hier leben ganze Regionen vom Weinbau und damit meine ich nicht nur ausschließlich Weinbaubetriebe.
Bis vor 400 Jahren ca. hatte Deutschland 400.000 ha Rebfläche, jetzt heißt es Gesundschrumpfen. Wir müssen uns im klaren sein daß weniger Wein getrunken wird, nicht nur Deutschland, sondern auf der ganzen Welt! Dass die damalige EU Kommission 2017 es nochmals Befeuert hat, EU- Weit, selbst unter damaligen Wissen, dass weniger Alkohol, darunter auch Wein, getrunken werden. Eine jährliche Ausweitung von 0,3% bis zu 1% der Gesamtfläche zu Gestatten, ist mir ehrlich gesagt Schleierhaft. Jetzt haben Wir den Salat.
Es gibt eine Professorin, die spricht von 30.000 ha Rebfläche zuviel in Deutschland.
https://www.geisenheim-portal.de/wp-content/uploads/2024/12/2024_ddw24_20-24_Betriebserfolg-AK.pdf
🧐
Brauchst mir nicht sagen, Pfälzer Buh.
Als die Rebpflanzrechtregelung aufgehoben wurde, war klar, daß ist „ein Schuss in den Ofen“.
Aber das gehört jetzt nicht hierher.
Diejenigen die frühzeitige Weichen Richtung alkoholfreien Wein gestellt haben sollen jetzt angeblich besser da stehen betriebswirtschaftlich.
Zur Evolution der Glasflügelzikade, Sie befällt jetzt sogar das Edelgemüse Spargel! Ich habe es vor einiger Zeit gelesen, im Landwirtschaftliches Wochenblatt.
Zur Evolution im Weinbau ist die Reblaus auf Europäische Reben im Vormarsch, wird aber wegen der aktuellen Lage (PSM) nicht richtig Diskutiert und Kommuniziert. Von den auf uns zu kommenden Drischen Reden Wir besser nicht.
Die Blauzungenkrankheit hatte letztes Jahr große Auswirkungen auf Milchmenge und Preis.Bei der Zikaden kann ich es als Norddeutscher nicht einschätzen, ob das Thema jetzt Panikmache ist oder noch ernst wird.
Es wird nicht ernst. Es IST ernst. Zuckerrübenerträge von25 Tonnen mit 12% bereinigtem Zucker , wo früher 100+ mit 17% geerntet wurden. Nicht vermarktbare Kartoffeln. Lagerfäule nach 4 Tagen. Keine Prognosen und an die Wand gemalte Schreckgespenster sondern Fakt in den letzten 2 Jahren. Und jetzt erste Fälle im Mais.
Wäre nur die Zuckerrübe betroffen, gäbe es kein mediales Fürsprechen und weniger staatliche Unterstützung. Zucker ist eh buhhhhhh. Es sind ja auch Rote Beete und Möhren. Und womöglich findet eine weitere Anpassung statt. Und die ersten Indizien lassen eine Katastrophe befürchten. In süddeutschen Maisäckern sterben einzelne voll ausgebildete Maispflanzen urplötzlich komplett ab. Untersuchungen ergaben Stolbur.
@Alfons Nünning
Das Problem betrifft auch andere Länder. Habe gehört, dass man in Rumänien alle drei Tage die Vorgewende spritzt. Mit Neonics aus Moldawien. Anders als Blattläuse sind die Zikaden sehr mobil.
Ist ja jetzt nicht dein Ernst, wenn du das als Bekämpfung hier zulande vorschlägst?!! Dann sterben die Zikaden vielleicht, die Ernte ist vielleicht gerettet, aber die Stimmung gegen die Landwirtschaft wird den Bauern ganz sicher den Rest geben.
Es ist kein Wunsch von BW oder auch der LW, sondern ein „Gerücht“ und zeigt, mit welcher Strategie in anderen Ländern versucht werden könnte, das Schlimmste zu verhindern. Und mit der „Stimmung gegen die LW“ zu argumentieren – Hmmh – was denken Sie, Didier, passiert, wenn die Zikade unbeherrschbar wird? Diese Stmmung halte ich dann eher für unbeherrschbar. Andere Schädlinge haben übrigens ein ähnlich hohes Potenzial, wie z.B. der Japankäfer, der in 10 Jahren flächendeckend vorhanden sein wird. Seine Ausbreitung kann man mit den schwachen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, nur verzögern, nicht verhindern. Das wird nur von Zeitgenossen, denen der „Arsch“ auf Grundeis geht, blumig in den Medien verbreitet. Wir haben es bei der KEF gesehen. Während 2012 Strategien ohne PSM diskutiert wurden, war sie schon 2015/16 flächendeckend in ganz Europa vorhanden.
Solange unsere Esstische prall gefüllt sind, juckt das, ganz simpel auf den Punkt gebracht, kaum jemanden!
Uralte Rätsel um die biblischen Plagen; Einzelphänomene können bis zum heutigen Tage ggf. Kettenreaktionen auslösen, zumal dann, wenn man das eigentliche Problem einfach nicht erkennen will und selbiges stoisch leugnet.
Das hat jetzt wirklich rein gar nichts mit reaktionärem Denken zu tun!
Welche politischen Entscheider soll das interessieren? Die sind mit sich selbst beschäftigt.
Hier tun Sie der Regierung Unrecht. Wir haben hier im Süden eine klare Bekämpfungsstrategie. Die Behörden haben Kontrollflächen mit Leimfallen und sind nicht zögerlich bei der Freigabe der Notfallinsektizide. Man sollte Vorwürfe nur machen, wo sie berechtigt sind, Hier wird definitiv vom Gesetzgeber und den Behörden RICHTIG gehandelt. Auch SOWAS muss mal gesagt sein.
Das ist vielleicht eine Möglichkeit die Kartoffelpreise wieder hoch zu bekommen.
Für den Handel, gell
Zu Lasten der Anbauer im Süden