Bauer Willi
Kommentare 46

Weniger Hungernde!

Warum nicht auch mal eine positive Nachricht?  Hier ein Zitat aus dem nachfolgenden Artikel:

„Dem UN-Ernährungssicherheitsbericht zufolge ist die Zahl der hungernden Menschen 2024 das dritte Jahr in Folge gesunken. Insgesamt litten rund 673 Millionen Menschen, etwa 22 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Grund für den Rückgang sei ein besserer Zugang zu Lebensmitteln etwa in Südamerika und Indien, auch wenn 8,2 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger bedroht sind. Auf dem afrikanischen Kontinent nahm der Hunger gegen den weltweiten Trend zu.“  

https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-07/28-07-hunger-weltweit-unbericht

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Zahl der Hungernden in Krisengebieten besonders hoch.

Aber: ich wollte ja Positives berichten. Das Glas ist halbvoll. Schön wäre es, wenn auch andere Medien diese positive Nachricht verbreiten würden.

 

(Aufrufe 1.339 gesamt, 1 heute)

46 Kommentare

  1. Friedrich Schöne sagt

    Die absolute Zahl Hungernder in der Welt (laut FAO nach den auf der agrarischen Erzeugung basierenden Mengen pflanzlicher und tierischer Rohware mit weniger als 1800 kcal pro Kopf und Tag angesetzt) ist seit Jahrzehnten die gleiche, nämlich eine Milliarde. Klar machen sich 22 Millionen Verminderung der global ⁰Hungernden (2,2 Prozent) nicht schlecht, gerade in unserer sonstigen Katastrophenpresse für Agrar- und Ernährungsfragen. Wichtiger ist aber die Relativzahl. Und hier hungerte in meinem Geburtsjahr 1951 von den damals insgesamt 2 Mrd. Erdenbürgern etwa die Hälfte, wogegen es heutzutage mit mehr als 8 Mrd. Menschen auf der Welt lediglich ein gutes Zehntel ist. Also riesiger Fortschritt in der Ernährungssicherung, einfach weil die Erträge global auf dem Acker sowie von Stall und Weide stärker angestiegen sind als das Bevölkerungswachstum!

    5
  2. Smarti sagt

    Was mich erstaunt : Indien ist ( laut dem von Herrn Schubert eingestellten Artikel ) eine Agrarmacht und zählt zu den grössten Lebensmittelproduzenten der Welt. Trotz wachsender Bevölkerung kann sich das Land gut selbst mit Lebensmitteln versorgen, dies aber mit sage und schreibe 44 % Arbeitern in der Landwirtschaft ! Also ernährt ein Landwirt gut 2 Menschen ?!
    In Deutschland sind Landwirte unter 2 % der Arbeiter und statistisch erhährt ein Landwirt 147 Menschen. Im Jahr 1900 waren es 4 Menschen,

    7
  3. Jochen Böhrer sagt

    Bei einer stetig steigenden Weltbevölkerung gewinnen diese absoluten Zahlen noch mehr an Bedeutung. Und wesentlich aussagekräftiger.. aber NIE breit kommuniziert.. ist die Zahl der SATTWERDENDEN. Diese hat sich in den letzten 40 Jahren verdoppelt. Mit ein Verdienst der modernen Landwirtschaft mit Dünger, Pflanzenschutz, Pflanzenzucht, Technik und Bildung. Und JA.. auch ein Verdienst der verpönten Globalisierung.

    9
  4. Bauer Willi sagt

    Ich würde gerne eine Diskussion darüber führen, wer es wie geschafft hat, dass so wenige Menschen hungern.

    Ich war gestern auf einer Versammlung zur Herbstbestellung. Wir haben hier in der Region seit mehr als 10 Jahren keinen Ertragsfortschritt bei Weizen mehr.

    5
    • Reinhard Seevers sagt

      „Ich würde gerne eine Diskussion darüber führen, wer es wie geschafft hat, dass so wenige Menschen hungern.“

      Das setzt ja voraus, dass den Angaben geglaubt wird und man der Methode zur Erhebung solcher Daten vertraut und man nicht davon ausgeht, dass diese Zahlen irgendetwas auslösen sollen……wenn man das nicht tut, dann geht das eben schlecht.

      5
      • Vielleicht unsere Unis, bzw. die Entwicklungshilfe, die aus den Entwicklungsländern Agraringenieure dort ausbilden lässt.

        1
    • Georg Johann Brand sagt

      Während wir in D Fläche verlieren (an die Siedlungsräume und an die Energieproduzenten) und die Erträge stagnieren (durch Einschränkungen bei der Düngung, dem Pflanzenschutz, dem zunehmenden Öko-Anbau, sowie Verzicht auf gentechnische veränderte Sorten) nimmt die globale Agrarfläche zu (v.a. die Ackerflächen) und zusätzlich auch die ertragssteigernde Intensivierung.
      Für die globale Ernährung sind die global mehr als 5 Mrd. Hektar LN aber entscheidender als die 16 Mio. in D.

      Allerdings: Wenn die Entwicklung lange so weiter geht, laufen wir in D in eine Ernährungsfalle und werden zunehmend abhängig vom Ausland.
      Wollen wir das ?

      13
      • Wenn unsere Volkswirtschaft noch oder für immer gut laufen würde, dann müssten wir ja einführen.
        Aber beruhigender ist es, wenn wir für den Notfall alles selber anbauen können.

        2
      • Limes sagt

        “ ….zunehmend abhängig vom Ausland. Wollen wir das ?“
        Der Selbstversorgungsgrad bei den „gewünschten Verzehrsprodukten“ Obst und Gemüse liegt unter 40%
        Bei Tomaten dem beliebtesten Gemüse, 25% vom Gesamtkonsum Gemüse, liegt die Selbstversorgung bei mickrigen 4%. Ca 50% der Tomaten kommen aus den Niederlanden und wachsen in hochmodernen Gewächshäusern. Angeblich alles Wassertomaten die niemand will. Der Rest kommt aus Südeuropa mit den bekannten prekären Anbauverhältnissen.
        Bei Bananen dem Obst mit dem zweithöchsten Verbrauch nach Äpfeln haben wir überhaupt keine Produktion in D.
        Die bei uns angebauten Ackerkulturen Getreide, Mais werden eher als problematisch gesehen da sie als Futter für Tiere dienen oder ungesunden Zucker erzeugen. Also nüchtern betrachtet es ist den meisten wohl egal wenn sie sich nicht sogar freuen das die „böse Tierfutterfläche und Erntemenge“ zurück geht.
        Ich weis klingt pessimistisch aber ob die Lebensmittel aus dem Ausland kommen oder hier angebaut werden darüber denkt kaum jemand nach auf Nachfrage wird wahrscheinlich aber geantwortet „Selbstverständlich kaufen wir heimische, regionale Produkte“.
        Natürlich muß auf die Konsequenzen der Importabhängigkeit bei Lebensmitteln hingewiesen werden aber es ist am Ende ein dickes Brett zu bohren.

        10
    • Ja, eigentlich müsste der einmal erschöfft sein, auch bei Schokoladenböden und den besten Weizensorten.

      Oder?

      1
    • Peter Schubert sagt

      „Ich würde gerne eine Diskussion darüber führen, wer es wie geschafft hat, dass so wenige Menschen hungern.“

      Dann mal eine Ausgangfrage dazu:
      Ist diese 3-Jahresentwicklung ein stabiler Trend, zu dem man Macher und Gründe überhaupt diskutieren kann? Oder ist das ein statistische Schwankung von 3%, die nächstes Jahr wieder in eine andere Richtung pendelt und die trotzdem propagandistisch als „erreichter Erfolg“ verwurstet wird, um der UN diesen Erfolg zuzuschreiben und zu weiterem Mitteleinsatz zu animieren?

      Zu den Verbesserungen in oben erwähnten Indien hilft das hier vielleicht weiter
      https://www.gtai.de/de/trade/indien-wirtschaft/landwirtschaft

      2
  5. Ex-Baumschuler sagt

    So um’s Jahr 2008 war ich mal zwei Monate in Kenia unterwegs, mit dem halbkaputten Geländewagen des Sohnes des Dorfhäuptlings – ein Statussymbol, und von Polizisten wurden wir salutiert, einmal von Rangern (in der Kuhle festgefahren, weil beim Four-Wheel-Toyota nur noch zwei Räder funktionierten) rausgezogen (danach zeigten sie uns noch die Elefantenhaufen, um auf die echte Natur hinzuweisen) und einmal von Dorfbewohnern aus der Bredouille geholt (Radwechsel, und das halbe Dorf hilfsbereit).

    Wir waren untouristisch und auf eigene Tour unterwegs, mit Geländewagen, Geländemotorrad (ohne Führerschein, geil!) und Propellerflugzeug (weil die Überfahrten mit dem Bus zwar billiger waren, aber öfter mal überfallen wurden, und in den Nordteil von Kenia durfte man überhaupt nicht). Wir übernachteten privat, in Pensionen, geplanten Gelegenheiten oder auch mal im Zelt.

    Meine Freundin war dort damals als künftiger Prof. Dr. agr. forschend tätig. Kenia war bevorzugtes Forschungsgebiet, weil es gut mit der Bundesregierung zusammenarbeitete und zumindest im Schnittblumenanbau ziemlich stark war. Wo ich schon immer viele Pestizide vermutet hatte, aber da waren wir auch nicht.

    Meine damalige Freundin und jetzt Professorin hatte die Aufgabe, die Ernährungssituation dort zu verbessern und dazu Forschungen zu betreiben. Über Befragungen der indigenen Bevölkerung fand sie heraus, welche Arten von Nutzbäumen es gab. Einmal ging ich nur mit ihr und den schwarzen, freundlichen Lehmhüttenbewohnern (ja, ja, selbstgeklatscht mit Strohdach und Strohmatte als Matratze) (die von uns noch nicht mal ein Trinkgeld bekommen hatten und daran auch nicht interessiert waren, außer, man hätte ihnen das Schulgeld für die Kinder gezahlt oder sie nach Europa gebracht) … kilometerweit durch die Sonne, über den trockenen Lehm, über die Pfade, die täglichen Wege – und zwar nämlich zu einem großen Baum, von dem sich täglich eine Handvoll „Sauerkirschen“ ernten ließen.

    Das Ziel der anstrebenden Agrarwissenschaftlerin war, solche Fruchtbäume erstmal zu finden, nämlich über die Befragung der indigenen Bevölkerung (dafür braucht man viel Empathie und Selbstbewusstsein), und diese dann gezielt landwirtschaftlich anzubauen. Über wirklich wirtschaftliche Erfolge dazu ist nach fast 30 Jahren eigentlich nichts bekannt geworden.

    Ebenso war Aufgabe der angehenden Doktorantin, die Kenianer davon zu überzeugen, aus Ästen Zäune zu bauen, damit die Ziegen nicht alles abfressen. Das klappte auch nicht, weil die Bäume als Feuerholz genutzt werden mussten, zusätzlich zum getrockneten Dung der wenigen und mageren Rindviecher.

    In Nairobi angekommen, erlitt ich den Kulturschock meines Lebens ob des Elends dort. Tagelang war ich außer mir. Auf dem Land aber hungert keiner. Sie sind arm, aber jeder hat ein Auskommen und genug zu essen. Auf dem Land wirkten alle Leute zufrieden, und mich erreichte überall bedingungslose Freundlichkeit. Die Leute waren bettelarm, aber wirkten nicht unzufrieden.

    – Die Story geht natürlich noch weiter – so weit, dass ich sie niemals an jemanden loswerden, sie mit ihm teilen kann.

    Nur: Hunger kenne ich selbst besser als jeder andere: Tagelang, jahrelang Erbrechen und Durchfall, bei erneuter Nahrungsaufnahme direkt wieder solche Störungen, mittelfristig Erschöpfungszustände, langfristig irreversible Schäden an z.B. den Augen und Zähnen. Und der Blähbauch ist kein Bierbauch, sondern wie von den äthiopischen Kindern auf den Fotos von dieser UN-Hilfsorganisation. – Proteinmangel, würde ich mal tippen, trotz Impfung.

    Das kenne ich also vom eigenen Leib, inklusive allen sozialen Leides (Freunde, Bekannte, Kulturkreis), das damit zusammenhängt. Ich lache verächtlich über allzu zufriedene Wohlstandsbürger, die sich Ansichten machen über Menschen, deren Existenz sie noch nicht mal kennen. Die Leute fahren einen Elektro-SUV …

    – Gerade klingen die Kirchenglocken. 12 Uhr. Mein Kumpel raucht jetzt endlich eine, weil er davor nicht will und darf.

    5
  6. Didier Terver sagt

    Spannend wird doch der Bericht von 2025 werden, ab dann wo USAid und alle anderen US-amerikanischen Food-Programme eingestgellt wurden.
    Nahrungsmittelverteilung produziert, meiner bescheidenen Meinung nach, erst den Hunger, den diese Programme beheben wollen. (Gewollt, um Abhängigkeiten zu schaffen).
    Das einzige was hilft, ist die lokale Landwirtschaft zu fördern.

    7
      • Peter Schubert sagt

        Blöd nur, wenn in den Ländern mit Ernährungsproblemen die Leute aus verschiedenen Gründen lieber in die Städte ziehen um dort irgendwie zu leben.
        Oder man, auch aus verschiedenen Gründen, erfolgreiche Landwirtschaft platt gemacht hat.

        Da dann wiedermal den Förderzirkus anzukurbeln hat doch gar keinen Sinn.

        1
  7. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Work-Life-Balance wird in großem Stile Einzug in die Landwirtschaft halten.

    Die Wenigsten werden sicherlich in Dauerschleife dazu bereit sein, Privatvermögen in den landwirtschaftlichen Betrieb umzuschichten.

    Die von Rukwied präsentierten Durchschnittserträge anlässlich der Erntepressekonferenzen 2025 korrelieren jetzt mit Erzeugnispreisen zwischen 14,00-noch nicht einmal 18,00 Eurönchen WIE!?

    Wer schreibt, die Bauern kämen mit einem blauen Auge davon, war aktuell offensichtlich noch auf keinem unserer Höfe!

    Rukwied hätte seinen Verhaltenskodex, wie in den vergangenen Monaten gelebt, beibehalten sollen: Analog zur Thematik „BayWa“ einfach nur konsequent den Mund halten!!!

    Unter solchen Voraussetzungen kann man unter ökonomischen Gesichtspunkten keinen Ackerbau betreiben. Fragt doch das marginale Restvölkchen an Bauern, wieviel sie schon in unsere bäuerliche LW transferiert haben, Privatvermögen, die sich hernach einfach in Luft aufgelöst haben.

    Marktwirtschaft der brutalsten Art und Weise. Schafft den Prämienmoloch endlich ab, damit der Strukturwandel noch weitaus schneller vonstatten geht. Dann können unsere Flächeneigentümer endlich wieder ihre Rösser selbst anspannen. Ackern sprichwörtlich von der Hand in den Mund als wahre Profiteure unseres Klimawandels…

    10
    • Jochen Böhrer sagt

      Das Thema „NICHT kostendeckend“ wurde von Rukied deutlich kommuniziert. Wieso suggerieren Sie hier etwas anderes?

      1
      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Er sprach davon, dass alles im Grünen Bereich sei, und wir mit einem blauen Auge davongekommen sind.

        Bei diesen Preiskonstellationen – ich bitte Sie…

        7
        • Reinhard Seevers sagt

          Immer wieder das „Wir“ zu dem sich immer wieder nicht alle dazugehörig fühlen dürften. Auf der einen, wie auf der anderen Seite.🤗

          4
          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Sie sind doch gar kein Bauer und damit sowieso nicht inkludiert.

            Warum also die Aufregung… !? Muss man das jetzt verstehen!?🙄

            8
    • Peter Schubert sagt

      „Wer schreibt, die Bauern kämen mit einem blauen Auge davon, war aktuell offensichtlich noch auf keinem unserer Höfe!“

      Wollen Sie behaupten, auf „ihren Höfen“ liegen die Bauern alle tot rum, oder warum echauffieren Sie sich so über ein sprachliches Bild? Die meisten Leut verstehen, dass solche Bilder durchaus ein Problem anzeigen.

      Ich bin übrigens auch kein Bauer, nur „die Bauern“ sind auch Sie ganz sicher nicht.

      0
  8. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Eine erbärmlich positive Entwicklung für meine Begriffe, wenn noch immer um die 8 Prozent der Menschen rund um den Blauen Planeten hungrig aufstehen und so auch wieder zu Bett gehen müssen! – Vorausgeschickt, wir diskutieren hier belastbare Zahlen …

    Denken wir dabei an den Sudan, der aktuell in der schwersten Krise seiner Geschichte steckt.

    Die Bilder aus dem Gazastreifen erschüttern zutiefst. – etc.pp.

    Wo überall auf der Welt herrscht Hunger!? – Schockbilder dieser Vergessenen werden ganz weit hintan verstaut in unseren dekadenten Wohlstandsseelen.

    Sehr viele Bauern produzieren Nahrungsmittel, lassen sich von dem Gedanken leiten, gegen den Hunger in der Welt anzukämpfen. Nimmt man aber geflissentlich heute die Realitäten in dem vom Wohlstand verwöhnten übersatten Europa wahr, wo man dekadent noch immer einen hohen quotalen Anteil direkt auf den Abfallbergen ankommen lässt, keimt persönlicher Frust auf, von 30 Jahren Schaffenszeit etwa anteilige 10 Jahre nur für die Mülltonne produziert zu haben.

    Ein sehr krankes System für meine Begriffe, wo die meisten Bauern allerdings nach wie vor bereit sind, unter diesen fatalen Vorzeichen mit angezogener Handbremse ihre Erzeugnisse dem Weltmarkt anzudienen; …um jeden Preis!?

    Nicht zuletzt drängt sich mir der Satz auf:

    Traue nur einer Statistik, an der du selbst mitgearbeitet hast – so, oder so ähnlich „milde“ formuliert! 😉 Augenscheinlich müssen wir unser Cerebra beruhigen, um unter den aktuellen Voraussetzungen den gnadenlosen Willen zur Selbstausbeutung nicht verlieren zu wollen!!!

    10
  9. Marian E. Finger sagt

    Kann mir vielleicht mal jemand erklären, was der Unterschied ist zwischen „hungernden Menschen“ und „Menschen, die entweder nicht über ausreichend Nahrungsmittel oder nicht über Nahrungsmittel in ausreichender Qualität verfügen“.

    Ich sehe da jetzt keinen so großen Unterschied, es muss aber einen geben, weil die Gruppe der „hungernden Menschen“ 673 Millionen umfasst, und die der zweiten Gruppe 2,3 Milliarden.

    Ist man also, wenn man Schuhsohlen isst, kein hungernder Mensch, sondern einer, der nicht über Nahrungsmittel in ausreichender Qualität verfügt?

    Mal wieder so eine Nachricht, die einen bloß verwirrt zurücklässt.

    9
    • Kemetbauer sagt

      Es geht wohl darum, dass die kleinere Gruppe ausschließlich kalorimetrisch unterernährt ist, während die größere Gruppe keinen Zugang zu einer auskömmlichen/vielseitigen Ernährung hat. Wir rechnen die Anzahl der Hungernden immer nur kalorimetrisch, dabei wissen die hier vertretenen Veredler, dass z.B. ein Schwein allein von Gerste oder Weizen ernährt, sich kaum gut entwickeln kann.
      btw: In der Zeit von 2000 bis 2015 hat sich die Zahl der Dicken/Adipösen mit 675 Mio. Menschen, fast verdoppelt. Die Schere wird auch zukünftig weiter auseinander gehen.

      3
      • Peter sagt

        Das perfide ist, dass zu dem Thema überhaupt gerechnet wird. Weil es einfach nichts bringt. Rechnen wir theoretisch weiter und setzen Hungernde und Fette in eine Gleichung wird das Ergebnis eine optimal ernährte Weltbevölkerung sein.🤮🤐

        6
        • Kemetbauer sagt

          Wer eine gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln will, der kommt um den Gebrauch von Zahlen nicht umhin.
          Hier nun noch ein paar Daten, die den aktuellen „Erfolg“ aufzeigen. Im Jahr 2011 hatten wir ca. 8,2% Hungernde. In 2019 konnte der Wert auf 7,5% reduziert werden. In 2020/21 stieg, auch aufgrund von Corona, der Wert auf 8,7%. Von da an erfolgte eine Reduzierung auf 8,5 in 2022 und auf 8,2 in 2023. Wir sind also heute dort, wo wir in 2011 schon waren. Ist das wirklich ein Erfolg?
          btw: Wir exportieren auch keinen Backweizen. Für die sogen. 3. Welt gibt es Futterweizen und Mengkorn. Dabei ist Futterweizen hier doch nur eingeschränkt lebensmitteltauglich.

          2
          • firedragon sagt

            “ … Ist das wirklich ein Erfol? …“

            Nein, Kemetbauer, das ist ein Armutszeugnis!

            Weltbevölkerung in 2011 : 7 Milliarden Menschen
            davon 8,2 % verhungernde Menschen = 574 000 000 Mendchen

            Weltbevölkerung in 2023 : 8,1 Milliarden Menschen
            davon 8,2 % verhungernde Menschen = 664 200 000 Menschen

            Ich schreibe ‚verhungernde‘, da diese Menschen durch andauerndes Hungern, organische Schäden aufweisen und in den meisten Fällen sterben.

            2
          • Peter sagt

            gerechte Verteilung von Lebensmitteln??? Wer immer und in welcher Stufe der Verarbeitung diese herstellt, will/muß diese zum höchstmöglichen Preis verkaufen. Sollten „wir“ künftig die lw. Produkte für eine (nach welchem Schlüssel auch immer…) gerechte Verteilung abgeben müssen und uns dann selbst in die Warteschlange der Aufnehmenden einreihen, dann sind wir „Distrikt 9 – 11“.

            5
      • Reinhard Seevers sagt

        Die Diskussion ist doch müßig. Was will wer damit erreichen? Neue Verteilungs- und Gerechtigkeitsdiskussionen? Soll der Dicke weniger essen und seinen Anteil nach Afrika schicken? Diese Diskussion gibt es schon seit den 70er Jahren.
        Es gibt keine Gerechtigkeit und auch keinen globalen Verteiler von gleicher Nahrung.
        Es ist der dauernde Streit zwischen dem kapitalistischem System und dem sozialistischem. Der muss erhalten werden, sonst fehlen Feindbilder, die es braucht, um den Gerechtigkeitskrieg aufrecht zu erhalten. Das eine Rezept zur Behebung der Misere ist mehr freie Ökonomie, der andere mehr staatlicher Eingriff…..alles wie immer.

        5
          • Reinhard Seevers sagt

            Gaza ist ein temporärer hotspot und taugt nur bedingt zur globalen Betrachtung des angesprochenen Problems. Genauso könnte man den Jemen, den Sudan oder oder oder anführen. Man kann auch in die Kausalität: Armutsverringerung = weniger Hunger einsteigen, und China und Argentinien als Fortschritt durch unterschiedlichste Systemänderung anführen.
            Die Ursachen sind vielfältig, die Änderung eigentlich nur systemisch möglich, was, wie gesagt auf die zwei Systeme hinausläuft, meiner Meinung nach.

            2
              • Reinhard Seevers sagt

                Klar, dass man China in die Suppe spucken will und muss….da ist der „Westen“ immer ganz schnell dabei, während man hier über PFAS oder Biozide in Dachpappen nachdenkt. Jeder findet überall ein Haar, aber keine wirkliche Lösung, weil das Leben eben ist wie es ist: bunt und vielfältig = regenbogenfarben.

                2
            • Peter sagt

              Deine 2 Systeme finden nicht mehr in unterschiedlichen Ländern statt, sondern als das, was so bunt und vielfältig daher kommt. Eine Clique von Superreichen mit einer Pufferschicht aus willigen Möchtegern-Superreichen und willigen Handlangern mit Parteibüchern spielt da ein recht übles Spiel. Die nächste Nebelschicht sind die Staatsdiener, deren Einkommen ich auf der sozialistischen Seite des Eisernen Vorhangs als „organisierte Armut“ wahrgenommen habe. Diese Spezies hat nunmehr ein Versorgungsschlaraffenland, welches natürlich würdig ist, mit alle Mitteln verteidigt zu werden. Über den Rest wird die kommunistische Glocke gestülpt. Hin und wieder lenkt man die Aufmerksamkeit auf einen „temporären hotspot“ (deine Worte!) um die Masse in Angst und Schrecken zu versetzen…es könnte einen ja selbst treffen. Es gab Zeiten, da hat man das mit den Papenheimern ganz regional auf dem Marktplatz gelöst.

              5
      • Marian E. Finger sagt

        Dann machen Sie doch mal eine Rundreise Samoa, Tonga, Cook-Inseln, Nauru, Tuvalu, wo die weltweit Dicksten wohnen, und sagen Sie den Leuten dort, dass sie den Leuten in Somalia, Afghanistan, Syrien und im Gaza-Streifen das Essen wegfuttern. Vor 50 Jahren pflegten deutsche Eltern ihre Kinder mit dem Spruch zu ermahnen: „Iss deinen Teller leer, in Indien hungern die Kinder“. Hat ungefähr dasselbe Niveau wie Ihr Kommentar.

        2
    • Wenn man Schuhsohlen mit Fladenbrot isst, hungert man nicht, es herrscht vielleicht Mangel an Kuchen, aber mit Brot wird man auch satt.

      Aber eine gescheite Ernährung mit ausreichend Nährstoffe wie
      Kohlenhydrate
      Eiweiß
      Fett

      die man braucht um konzentriert und hart arbeiten zu können
      ist das nicht.

      So haben wir unseren Wohlstand aufgebaut, weil wir genügend Nahrungsmittel hatten.

      Da war noch die Devise
      Landwirtschaft first.

    • Limes sagt

      die 2,3 Mrd sind eine billige Ausrede für die Unfähigkeit der UN und andere Gruppen mehr Hungernde mit Nahrungsmitteln zu versorgen.
      Das müsste Priorität haben und nicht irgendwelche Geschichten über Adipöse und Tiere die angeblich den Hungernden die Nahrung weg essen. Das ist bullshit denn es gibt ausreichend Nahrungsmittel nur sie gelangen nicht dorthin wo sie benötigt werden.
      Gibt es eine Initative die guten Ernteergebnisse und in der Konsequenz niedrigen Weizenpreise zu nutzen um Überschüsse zu kaufen und zu verteilen. Nein am Bsp Gaza haben wir im Umfeld sehr,sehr, sehr reiche Staaten die weder den Krieg verhindert haben noch das Hungern stoppen können. Stattdessen wird z.B in neue Fussballvereine und Spieler in England investiert.
      Auch bei uns wird der Hunger nur genutzt um zu molarisieren und ideologische Süppchen zu kochen oder noch mehr Kohle (Geld) für Organisationen zu fordern.
      Sorry ist nicht positiv aber musste mal raus.

      9
  10. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Die Tagesschau hat im letzten Jahr 733 Mio. hungernde Menschen gemeldet. Jetzt werden nach Abzug von 22 Mio. noch 673 Mio. Hungernde angegeben. ?????? Das ist ungefähr so wie die durchschnittliche Temperatur auf der Erde oder den Meeresspiegelanstieg seriös ermitteln zu wollen.

    5
  11. Reinhard Seevers sagt

    Wer jetzt Kritik an dieser Nachricht übt, steht im Verdacht wieder alles schlecht zu reden…..also, aufpassen beim Gang durchs Minenfeld. ☝️

    12

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert